Eine Sprache pflegen

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich habe ein etwas ungewöhnliches Problem:
Ich areite für ein ausländisches Unternehmen und gebrauche fast täglich die englische Sprache. Nun ist mir aufgefallen dass ich

a) im deutschen gerne mal den englischen Satzbau übernehme, was sich dann ziemlich funny anhört

b) mein Englisch immer weiter abnutze. Ich arbeite leider nicht mit „Native Speakers“ zusammen, sondern mit Leuten, die wie ich Englisch als Fremdsprache gelernt haben und nun mit unterschiedlichen Dialekten (u.a. niederländisch, französisch und vor allem italienisch und chinesisch) sprechen. Also lerne ich wenig dazu - außer neuen Fehlern!
Ich will nicht, dass meine Sprache sich zu einem Pidgin-Englisch abschleift! Es interessiert sich kaum jemand für korrekte Zeiten, Satzbau etc… Ich versuche schon, mit Büchern, Filmen, Musik und so weiter gegenzusteuern, aber dadurch wird man nicht im freien Sprechen geschult (außerdem wirkt sich das auch wieder auf meinen deutschen Satzbau aus, da ich bisweilen anfange, sogar auf Englisch zu denken!). Brieffreunde helfen auch nicht wirklich, da man da jeden Satz sorgfältig ausformulieren kann. Ich dachte an ICQ oder so etwas, aber optimal ist das sicher nicht. Hat jemand noch andere Ideen?

Falls meine Frage hier fehl am Platze sein sollte, bitte ich um Entschuldigung und darum, sie in des richtige Board zu verschieben.
Für Tips und Hilfestellung wäre ich allen sehr dankbar!
Vielen Dank und viele Grüße von Voltage

Hallo Voltage

Ich will nicht, dass meine Sprache sich zu einem
Pidgin-Englisch abschleift!

So what? Das ist doch nur ein aesthetisches Problem. Damit kann man
sich anfreunden.

Es interessiert sich kaum jemand
für korrekte Zeiten, Satzbau etc…

Genau. Auch unter den natives findest du nur wenige, fuer die Sprache
mehr ist als ein Kommunikations- und Ausdrucksmittel.
Warum willst du fehlerfrei sprechen?

Mein Tipp: Entspanne dich und freue dich, dass du dich mit allen
problemlos verstaendigen kannst. Und wenn du Buecher liest und Filme
guckst, dann wird der Verfall so schlimm schon nicht sein.

Gruss, Tychi

Hi Tychi,

erst Mal dankefür Deine Antwort!

Aber:

So what? Das ist doch nur ein aesthetisches Problem. Damit
kann man
sich anfreunden.

Wenn es bloß ein paar simple Fehler wären - ok. Aber wenn ich Sachen wie „Longtime no see“ oder ähnliches höre, klappen mir fast die Fußnägel hoch. Ich will so nicht sprechen undbefürchte, dass man es sich wider Willen angewöhnt.

Genau. Auch unter den natives findest du nur wenige, fuer die
Sprache
mehr ist als ein Kommunikations- und Ausdrucksmittel.
Warum willst du fehlerfrei sprechen?

Es muß ja nicht fehlerfrei sein, aber ich möchte doch ein angenehmer Kmmunikationspartner sien / werden. Mein Englisch ist bei weitem nicht so flüssig und sicher, dass ich mir soetwas leisten könnte oder wollte! Und möchtest du gern mit jemandem sprechen, wenn man spätestens bei jedem dritten Wort innerlich die Augen verdrehen könnte oder vollkommen falsche Zusammenhänge rauskommen (Bsp. hard - hardly!)

Mein Tipp: Entspanne dich und freue dich, dass du dich mit
allen
problemlos verstaendigen kannst. Und wenn du Buecher liest und
Filme
guckst, dann wird der Verfall so schlimm schon nicht sein.

Dein Wort in Gottes Ohr… (auch wenn der mir wohl eher nicht zuhört!)

Gruss, Tychi

Auch viele Grüße und danke nochmal

hi du,

ich kenne dein „problem“ nur zu gut. ich war ein halbes jahr mit erasmus weg, in einem nicht-english sprachigen land, mit 30 leuten aus 10 verschiedenen laendern, alles keine native english speakers. aber wir mussten uns auf english unterhalten. hab da natuerlich viel dazu gelernt, aber wohl auch falsches. das ding ist, ich hat ne freundin aus portugal… irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich worte genauso wie sie ausspreche,also eher portugiesisches englisch als astreines:wink:

ich weiss ja nicht wo du bist: anscheinend in keinen english-sprachigen land? ansonsten wuerd ich dir sagen: such dir halt natives aus diesem land. aber vielleicht findest du ja auch englishe muttersprachler in diesem land, die eigentlich gar nicht aus dem land kommen. weisst wie?

ich finde aber auch, dass man ne fremdsprache besser im icq lernt als durch ne brieffreundschaft. da ist die kommunikation irgendwie direkter. noch besser: telefon, aber dem geht wohl icq voraus:wink: ansonsten kannste es ja in nem normalen chat versuchen, um halt leute kennen zu lernen.

viele gruesse, saus

Wenn es bloß ein paar simple Fehler wären - ok. Aber wenn ich
Sachen wie „Longtime no see“ oder ähnliches höre, klappen mir
fast die Fußnägel hoch.

aeh, steh ich auf dem schlauch? long time no see. das is doch ganz normal, oder?

Hi,

klar, es ist eine häufig benutzte Redewendung, aber deswegen ist es trotzdem „nur“ umgangssprachlich. Ein Lehrer bei uns hat es schonmal fertig gebracht, einem Schüler schlechter Noten zu geben, weil ein Aufsatz vor Slang-Ausdrücken nur so wimmelte.

Es ist doch auch ein Unterschied, ob man „auf der Straße“ spricht oder mit Leuten, bei denen man ernst genommen werden will.
Oder ist es im umgangssprachlichen Englisch auch üblich, hartnäckig auf den Einsatz von Verben wie „to be“ oder „to have“ zu verzichten? Wie gesagt, es mangelt mir sehr an der Möglichkeit, sowas zu überprüfen. Vielleicht bin ich da wirklich zu rigide…

Viele Grüße, Voltage

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Hi Tychi,

erst Mal dankefür Deine Antwort!

Aber:

So what? Das ist doch nur ein aesthetisches Problem. Damit
kann man
sich anfreunden.

Wenn es bloß ein paar simple Fehler wären - ok. Aber wenn ich
Sachen wie „Longtime no see“ oder ähnliches höre, klappen mir
fast die Fußnägel hoch. Ich will so nicht sprechen
undbefürchte, dass man es sich wider Willen angewöhnt.

O.k. Da ist auch bei mir die Schmerzgrenze ueberschritten.
Aber wenn du es als Fehler registrierst und ein unangenehmes Gefuehl
dabei hast, dann ist doch unwahrscheinlich, dass du es dir zu eigen
machst. Es ist doch wie eine negative Verstaerkung (im Sinne von
Konditionierung).

Genau. Auch unter den natives findest du nur wenige, fuer die
Sprache
mehr ist als ein Kommunikations- und Ausdrucksmittel.
Warum willst du fehlerfrei sprechen?

Es muß ja nicht fehlerfrei sein, aber ich möchte doch ein
angenehmer Kmmunikationspartner sien / werden. Mein Englisch
ist bei weitem nicht so flüssig und sicher, dass ich mir
soetwas leisten könnte oder wollte! Und möchtest du gern mit
jemandem sprechen, wenn man spätestens bei jedem dritten Wort
innerlich die Augen verdrehen könnte oder vollkommen falsche
Zusammenhänge rauskommen (Bsp. hard - hardly!)

O.k. Ich dachte du spraechest gutes und fluessiges Englisch und
haettest jetzt Angst, dass alles wieder den Bach runter gehe.
Wenn du mich persoenlich fragst, dann bin ich gegenueber sprachlicher
Fehler sehr empfindlich und leide mehr darunter als der
Durchschnittsmensch. Aber trotzdem rate ich anderen, dass sie nicht
so sein sollen. Das fuehrt nur zu unangenehmen Gefuehlen.
Das einzige Rezept, das mir einfaellt, ist, ein Jahr ins
englischsprachige Ausland zu gehen. Aber das kommt fuer dich wohl
nicht in Frage.

Gruss, Tychi

Hi Saus,

Netter Vorschlag. Ich muss aufpassen, dass ich die „r“ sauber spreche, denn im Chinesischen klingen die wie „l“ (correct or collcet… kommt halt auf den Kontext an!)

Dummerweise bin ich in Deutschland (Hamburg), die Chance, hier Native Speakers für Englisch zu finden ist nicht sooo hoch.

Also doch ICQ oder so was.
Ok, vielen Dank und Gruß von Voltage

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huhu

Dummerweise bin ich in Deutschland (Hamburg), die Chance, hier
Native Speakers für Englisch zu finden ist nicht sooo hoch.

*lol* ich dachte, du steckst sonstwo. aber soooo klein ist die chance nun auch wieder nicht. ich glaub es is sogar wahrscheinlich, da jm zu finden. immerhin gibts ne uni, da treiben sich schon mal einige auslaender rum. weiss grad nicht, ob das deiner zielklasse entspricht:wink: also ich glaub in hamburg kannste echt glueck haben. gibts nicht irgendwie so ami-lokale oder so!? halt irgendwo, wo sich die english-community trifft. also danach wuerd ich mich mal umhoeren.

viele gruesse, saus

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21-22, also bitte. auslaendische studenten sind die perfekte anlaufstelle fuer dich!!!

englisch ist ein werkzeug
hiya

das kenne ich auch. mein englsch klingt (nach aussagen von yahoochattern) sowohl nach schwarzenegger als auch nach netanjau. und das ist OK so. das ist eben meine persönliche lebensgeschichte, die sich dort widerspiegelt.

mein mann und ich haben eine privatsprache entwickelt. sie enthält vokabel, die nur für uns gelten. natürlich auch falsche zuschreibungen und mischungen aus britischem und amerikanischem wortschatz. ich kenne weitere binationale paare, die auch ihre eigene sprache haben. mit ihnen kann ich schwer englsch sprechen, weil wir oft nicht wissen, was das bedeutet!

man soll davon weggehen, englisch als ein kulturgut zu sehen, das im ausschließlichen besitz der native speaker ist.

englisch ist ein werkzeug, das allen gehört. es hat so viele erscheinungsformen. nicht hunderte von dialekten sondern auch hunderte von akzenten.

man lernt englisch, um sich weltweit unterhalten zu können und eine brücke zu ànderen menschen zu bilden. die wenigsten studieren die sprache philologisch. wozu auch? das soll den wissenschaftern überlassen sein.

gruß
dataf0x

noch besser: telefon, aber dem geht wohl
icq voraus:wink:

telefon und ICQ waren gestern.

http://www.skype.com

gruß
dataf0x

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Danke für Deinen Artikel, er war auf jeden Fall sehr interessant.

*seufz* Ich muss mich wohl wirklich von der Vorstellung verabschieden, eines Tages richtig ordentlich zu sprechen, wenn ich nicht ins Ausland gehe, richtig?
Zumal es - wenn - ja auch noch BE sein soll (ob das überhaupt noch jemand spricht?).

Ich mache einfach weiter wie bisher - Filme, Bücher und so fort. ICQ und Chat gibts auch noch und Skype kann ich nutzen, sobald ich einen ordentlichen Netzanschluss habe.

Nochmals vielen Dank, Bye, Voltage

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Hai, Voltage,

Du befindest Dich in großer Gesellschaft.
Grad letzte Woche war im Spiegel ein Artikel über die „Weltsprache schlechtes Englisch“…

Das Fazit: Englisch ist zwar DIE Weltsprache - aber nicht das reine Oxfort-Englisch, sondern so etwas Ähnliches, daß in jeder Region, von jedem Volk und von jeder kleinen Gruppe den eigenen Bedürfnissen und Gewohnheiten angepasst wird. Und so gibt es nicht nur Pidgin, sondern eben auch „Japlish“ und „Hinglish“, Computer-Englisch, hippes Englisch, Werbe-Englisch und noch etliche andere Varianten.

Da Du mit „reinem Oxfort“ in der Welt auch nicht weiter kommst, als mit einer der Varianten, ist es eigentlich egal - es sei denn, Du willst in Oxfort englische Literatur studieren, oder so.

Greetz :wink:
Sibylle

Hallo, Voltage,
diese „weltläufigen“ Abschleifungen sind nur natürlich und auch native speakers sind ihnen unterworfen. Insofern also stimme ich in den allgemeinen Chor ein, der dir aus diesen Antworten entgegenschallt.

Aber Du fragtest, was Du dagegen machen kannst. Meine Empfehlung: Schalt dein Radio ein. Versuche wenigstens regelmäßig die Nachrichten des BBC Word Service zu hören. Dann hast Du wenigstens für ein paar Minuten klassisches Englisch im Ohr.
Grüße
Eckard

Hi Voltage!
Wenn ich mich richtig erinnere gab es eine ähnliche Frage schon mal.

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Vielleicht ergeben sich daraus ein paar Tipps für dich?

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

ähmm…heißt das nicht eigentlich *Oxfor d???

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eines Tages richtig ordentlich zu sprechen,
wenn ich nicht ins Ausland gehe, richtig?

??? Ich glaube nicht, dass das unbedingt helfen würde :stuck_out_tongue_winking_eye:
Meiner Meinung nach sprechen z.B. viele (die meisten?) Amerikaner schlechteres Englisch als jemand, der es als Fremdsprache gelernt hat:stuck_out_tongue_winking_eye:
Gruß

Meiner Meinung nach sprechen z.B. viele (die meisten?)
Amerikaner schlechteres Englisch als jemand, der es als
Fremdsprache gelernt hat:stuck_out_tongue_winking_eye:

was soll das denn bedeuten? eine sprache hat den sinn, sich damit zu verständigen! du sollst dich damit ausdrücken können, sodaß du als natürlich und locker rüberkommst und keine gedichte schreiben. natürlich spricht das einfache volk anders als es irgendwelche regeln auf universtitäten festschreiben. na und? sprache kommt von sprechen.

gruß
dataf0x

Meiner Meinung nach sprechen z.B. viele (die meisten?)
Amerikaner schlechteres Englisch als jemand, der es als
Fremdsprache gelernt hat:stuck_out_tongue_winking_eye:

was soll das denn bedeuten? eine sprache hat den sinn, sich
damit zu verständigen! du sollst dich damit ausdrücken können,
sodaß du als natürlich und locker rüberkommst und keine
gedichte schreiben. natürlich spricht das einfache volk anders
als es irgendwelche regeln auf universtitäten festschreiben.
na und? sprache kommt von sprechen.

OK,ich hätte es vielleicht eher auf die Grammatik einschränken sollen. Aber eigentlich ging es im Ur-Thema doch um „Sprache pflegen“, das heißt, den richtigen Satzbau verwenden, möglichst keinen Slang einbauen etc.

  • ich glaube zu meinen, dass es aus diesem Grund auch Sprachpfleger gibt. Diejenigen, die verhindern wollen, dass z.B. auch unsere deutsche Sprache allzu sehr *verschludert*.
    Ich habe nichts gegen Umgangssprache, ich nutze die selber, aber wenn mir zum Beispiel einer daher kommt und solche Sachen sagt wie : *Gibste mich mal das Buch* (solcherlei Sachen sind in Sachsen-Anhalt sehr verbreitet, wo ich ürspünglich her komme), dann wird mir schlecht.
    Und- um den Bogen wieder zum Englischen zu schlagen: wie viele schreiben z.B. heutzutage in Briefen, Mails usw. ‚I wanna be‘ ‚I gotta be‘ und dergleichen mehr?
    Auch wenn es im Englischen/Amerikanischen meistens so ausgesprochen wird, gehört es sich im Prinzip immer noch nicht, so zu schreiben. Nicht wenn man eine Sprache und bestimmte Umgangsformen beherrscht. Aber irgendwann wird das kaum jemand noch wissen,( ich denke da auch an PISA) wenn es denn nicht die Sprachpflege® gäbe :stuck_out_tongue_winking_eye:
    Gruß
    Petra