Hallo Patrick!
Wir stimmen ja überein bis auf den von Dir angesprochenen
Punkt der Leistung eines Auszubildenden innerhalb eines
Betriebes für seinen Arbeitgeber.
Naja, das finde ich teilweise zwar richtig, nur wehre ich mich
einerseits schon gegen diesen Gesellschaftsvergleich insgesamt
(was leistet wer?) und die Kritik am Studenten schlechthin.
da gebe ich Dir natürlich voll Recht.
das weitere ist hier vollkommen off topic, darum nur ganz kurz:
Wenn man denn den Vergleich wagen will, behaupte ich aber
weiterhin, dass der Auszubildende mehr bekommt: zwar
erwirtschaftet er für seinen Arbeitgeber Geld, er erlangt aber
durch die Tätigkeit im Betrieb auch praktisches Wissen.
naja, gerade in bestimmten handwerklichen Ausbildungsgängen soll der Azubi erst im dritten Lehrjahr mal über Putz- und Zuarbeiten hinauskommen;
das meine ich jetzt gar nicht polemisch um Deine Rechnung zu durchkreuzen, sondern so, dass der Anspruch einer Lehre eben gerade im Handwerk weit von der Realität abweicht.
Hier ist der Lehrling in erster Linie billige Arbeitskraft um sich Putzkolonnen zu sparen, etc.
Der wirtschaftsfaktor indes, welchen Du für den Auszubildenden
agesprochen hast, lässt sich aber auch auf den Studenten
übertragen. In unserem Studium ist es so, dass jeder STudent
bereits in die Forschung eingebunden wird. Das ist auch in
vielen anderen Studiengängen der Fall. Hier werden „konkrete“
Leistungen durch den Studenten erbracht, denn diese Forschung
ist Geld wert und bringt u.U. der Universität bzw. den
Lehrstuhlen Geld ein.
Das finde ich einen sehr interessanten Aspekt, gerade auch für die Diskussion um die Studiengebühren!
Ein weiterer dazu: der Student gibt dem Doktoranden und Habilitanden in Seminaren und Vorlesungen ja auch die Gelegenheit, sich zu artikulieren, zu argumentieren, Quellenkunde zu betreiben, etc., trägt also maßgeblich zu dessen Ausbildung bei.
(das hört sich auf den ersten Blick ein bißchen wie Ironie an, ist aber vollkommen ernsthaft gemeint, und ist ein wichtiger Aspekt)
Ein noch wesentlicherer Aspekt - auch im Zusammenhang mit dem
Thema Studiengebühren - welchen in in sämtlichen Diskussionen
vermisse, ist folgender: Ist eine Leistung innerhalb unserer
Gesellschaft eigentlich höher einzuschätzen als der Erhalt von
Wissen und Erkenntnis? Gäbe es keine Akademiker, wie sähe
unsere Gesellschaft dann aus?
Sorry, aber das halte ich für ein Totschlagargument; Gäbe es keine KfZ-Mechaniker, wie käme der Akademiker zur Bibliothek …, gäbe es keine Drucker, …?
In einer funktional differenzierten Gesellschaft kann kein Beruf oder keine Tätigkeit irgendeine Höherwertigkeit einfordern.
Viele Grüße
franz