Hallo,
ein wenig weiter unten habe ich mit fünf einfachen Sätzen die Frage gestellt „Religion, wofür eigentlich“.
Einige von euch haben natürlich sofort erkannt, dass es mir nicht unbedingt um eine für mich wichtige Beantwortung der Frage ging, sondern darum den einen oder anderen religiösen Menschen dazu zu bringen über sich selbst und seine Religion nachzudenken.
Viele Antworten waren für mich sehr überraschend. Es ist ja viel schlimmer als ich je gedacht hätte.
Zunächst einmal scheinen es doch sehr viele Menschen, die sich einer Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen, nicht die Fähigkeit zu haben auch andere religiöse Lebenswege als ebenso legitim wie den eigenen anzuerkennen. Doch die Einstellung „Ich hab Recht, alles andere hat Unrecht“ halte ich für sehr fraglich innerhalb einer aufgeklärten Gesellschaft wie unserer.
Dann sind scheinbar viele Menschen leider nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass jeder kluge Gedanke in ihrem Kopf nicht unbedingt Gottes/Götter Werk sein muss und es fällt ihnen schwer sich kluge Gedanken auch mal selbst zu zu trauen. Wenn diese Menschen also behaupten, Religion ist die Henne, Moral ist das Ei, dann frage ich was war zuerst da. Die Frage mit „die Religion natürlich“ zu beantworten (wie erstaunlich vielen Antworten zu entnehmen), zeigt mir nur wie fest der Griff der Religionen zupackt. Und oft genug klingen dann die (Ant)Worte(n) wie eingepeitschte Phrasen, wie ein religiöser Schutzwall gegen die antireligiösen Mächte des Bösen.
Und leider sind auch manche Anworten einfach nur dumm, oder besser, einfältig, oder noch besser, ohne Nachdenken gegeben. Ich will damit keinesfalls sagen, dass ich mich für klüger halte, ich bin (will) auch kein Zyniker (sein). Doch wenn mich eine Frage interessiert, muss ich auch bereit sein, mich auf die Frage einzulassen, mich der Frage zu stellen, in die andere, fremde Welt vordringen und darüber nachdenken, um die Frage zu beantworten.
Ein Herr hat mir als Antwort auf „Religion, wofür eigentlich“ die Frage geschickt „Warum brauchen gewisse Leute eine Ehe mit Ihrem Partner? Warum feiern sie dann den Hochzeitstag?“ Das war im Grunde der Auslöser einen neuen Beitrag anzufangen. Die Frage zeigt mir, dass sehr religionsbezogene Menschen, wie dieser Herr, überhaupt nicht in der Lage sind auch nur gedanklich ihre eigene Religion/Religionsgemeinschaft in Frage zu stellen. Würde es sich nicht um eine etablierte Religion handeln würde man bestimmt von Gehirnwäsche und Manipulation reden.
Ebenfalls sehr beeindruckt hat mich die Antwort, Religion wäre eine Wertesytem, das die Menschen brauchen um sich in dieser Welt zu orientieren, denn fast alle Menschen wären sonst orientierungslos. Und wer hat die Menschen dazu gebracht orientierungslos durch die Welt zu torkeln?
Innen drin ein Stimmchen, das sagt „he, du bist toll, dein Körper funktioniert, dein Gehirn rattert, geh in die Welt mit deinen eigenen, inneren Werten, übernehme Verantwortung für dich, deine Taten und dein Umfeld“ das fast nicht mehr zu hören ist, ob des kathedralen Getöses "du bist nichts, nur Staub und nur Gott weiss was richtig ist und hier ist Gottes Wertesystem, denn das war schon immer da und enthält alle Antworten, du musst nur hinterherlaufen wie ein Zombie, Nachdenken ist verboten, aber dafür musst du auch für nichts Verantwortung übernehmen, Gott hält den Kopf für dich hin.
Appell:
Gebt eurem eigenen Stimmchen mehr Gewicht, hört auf euch selbst, auf euer Gefühl und übernehmt die Verantwortung für euer Leben.
Lasst eure Welt nicht kleiner sein als sie in Wirklichkeit ist.
Gruss D.K
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