[bissel unübersichtlich im Folgenden, daher ersma’ 'n Zusammenfassung:]
- ‚‚plus‘‘, wenn ‚‚mehr‘‘ (mengenmäßig) betont, mit ‚‚s‘‘ aussprechen, wenn mit ‚‚nicht‘‘’ oder zeitlich, ohne hörbar ‚‚s‘‘.
- ‚‚ces‘‘, ‚‚ses‘‘ gleiche Aussprache.
3.+ 4. ‚‚bien‘‘ (verstärkend)= ‚‚absolut, unzweifelbar, ganz deutlich, durchaus‘‘.
‚‚la‘‘, ‚‚cela‘‘ = ‚‚es‘‘, aber es geht um Sprachfluß und ohne is’ genau dasselbe.
‚‚y‘‘ - Betonung, Verstärkung, Sprachfluß.
- wann spricht man bein „plus“ das „s“ und wann nicht?
‚‚plus‘‘ kann ‚‚mehr‘‘ oder ‚‚mehr‘‘ heißen, also ‚‚mehr, als‘‘, ‚‚noch mehr‘‘, aber auch ‚‚nicht mehr‘‘, …
‚‚Ich sehe nichts mehr.‘‘ oder ‚‚Ich verstehe (eben wohl) immer mehr.‘‘
‚‚plus‘‘ im Sinne von ‚‚nicht mehr‘‘, ‚‚nichts mehr‘‘ wird ohne hörbares ‚‚s‘‘ gesprochen:
‚‚plus rien‘‘, ‚‚plus du tout‘‘ (’‚überhaupt nichts mehr‘’); ‚‚Das hab‘ ich nicht mehr mitgekriegt.‘’ = ‚‘ Je n’ai plus compris celà.’’
‚‚Keine Lust mehr!‘‘ - ‚‚plus envie!‘‘.
Es kommt - glaub’ - auf das ‚‚nicht‘‘, ‚‚nichts‘‘ an, andrerseits das ‚‚eben wohl‘‘:
‚‚mehr‘‘ im Sinne von ‚‚hinzu‘‘, ‚‚darüberhinaus‘‘, ‚‚noch mehr‘‘,’‚Mehrmehrmehr!‘’(im Sinne von ‚‚bigger, better, faster, more‘‘)
wird mit’‚s‘’ gesprochen.
Also zB ‚‚en plus‘‘ =desweiteren, darüberhinaus, außerdem in Redewendungen, wie zB ‚‚Desweiteren möchte ich feststellen… ‚‘ (En plus, je constate …‘‘) oder in zahlenmäßigen Vergleichen zB ‚‚Ich hab‘ drei mehr‘’ (=j’ai trois en plus).
2)gibt es einen aussprechunterschied zwischen „ces“ und „ses“?
‚‚ces‘‘=’‚diese‘’
‚‚Ses‘‘=’‚seine‘’
Beides [lautgemalt: sé].
3a)Dann hab ich bei folgenden Beispielen
übersetzungsschwierigkeiten:
„Dans un premier temps…“
Hört sich komisch an, so ohne Kontext … kann heißen: ‚‚in ‚frühesten‘ Zeiten‘‘ zB ‚‚der Menschheit, der Entstehung der Erde und der Gestirne‘‘ (oder sowas) oder aber auch ‚‚in einem ersten (Arbeits~)Schritt‘‘ oder - musikalisch - ‚‚im ersten Takt‘‘.
3b)
„Tu es parfois BIEN incapable de répondre“
‚‚bien‘‘ ist eine ‚Verstärkung‘: zB
‚‚völlig unfähig‘‘
„Xy est BIEN un spécimen en voie de disparition“
‚‚absolut, unzweifelbar, ganz deutlich, durchaus‘‘
„Pour moi, c’est réussir à BIEN la preparer.“
[? … ‚‚la‘‘ préparer? … qui?]
vielleicht einfach ‚‚Sie (wen oder was auch immer?) gut vorzubereiten‘‘?
(=definition zum thema:Réussir sa vie")
"Pour julie, CELA DONNE : « … » "
fehlt immer bissel der Kontext …
würde sagen ‚‚Für Julie heißt das [… (was auch immer?)‘‘
„REVIENT d’ailleurs souvent cette vision de L’adulte
solitaire.“
Das is’ wieder so’n Bruchstück, dem genau der Kontext fehlt, auf den es wahrscheinlich ankommt.
‚‚revient cette vision‘‘ kann heißen ‚‚drängt sich der Eindruck auf‘‘, ‚‚Erinnert man sich an (diese Vision /diesen Eindruck)‘‘, ‚‚beinhaltet /erinnert an /kommt einem (diese Erinnerung /Vision /Eindruck) / …‘‘ ?
- und bei folgenden Beispielen hab ich Bezugsschwierigkeiten
l’Etat a décidé que je suis adulte. Nous, on n’a rien demandé !si ? en tout cas on n’a pas demandé de devoirs, des droits peut-être…tout compte fait, on va peut-être Y renoncer à ces droits, vu le prix !
was soll denn das „y“??
es heißt ‚‚renoncer à qc.‘‘, ‚‚y renoncer à ces droits‘ is‘ also doppelt gemoppelt, verstärkt, nochmal betont. (’‚renoncer à ces droits‘’ wäre ebenso ‚vollwertig‘ gewesen, aber eben nicht so betont, wie in ‚‚y renoncer à ces droits‘‘. ca. auf Deutsch ‚‚auf diese Rechte verzichten‘‘ bzw ‚‘ ‚drauf verzichten, auf diese Rechte‘’)
Les gens ne savent plus apprécier la vie comme on LE devrait.
‚‚wie man sollte‘‘ vs. ‚‚wie man es sollte‘‘.
Il est vrai que la vie n’est pas si rose que CA, mais en revanche, pour beaucoup elle est plutôt gris alors qu’elle ne devrait pas L’être.
‚‚la vie n’est pas si rose […, comme on pense]‘‘ könnte man erklärend ergänzen.
Ähnlich dem Unterschied im Deutschen ‚‚ist nicht so rosig, wie man denkt‘‘ zu ‚‚ist nicht sooooooooo rosig, wie man denkt‘‘. Bei ‚‘[…] n’est pas si rose.’’ alleine würd’ noch ‚was fehlen, unvollständig klingen, vom Gefühl her, wenn nich‘ sogar falsch, wie ein unbeendeter Satz.
und was soll hier das „ca“? bzw. auf was beziehen sich „le“ und
„l’“?
haben die keinen bezug und übersetzt man die einfach mit „es“?
Würde man einfach ohne ‚‚le‘‘ übersetzen: ‚‚Les gens ne savent plus apprécier la vie, comme on devrait.‘‘ wäre der französische Satz - glaub’ - grammatikalisch nur so gerade noch möglich, aber er würde nicht ‚rund‘ klingen. Es sind wirklich Feinheiten, die Du hier ansprichst, die ein ‚besonders‘ gutes Französisch ausmachen, keine ‚Fehler‘ in dem Sinne, obwohl es sich doch ohne ‚‚le‘‘ doch sehr ‚falsch‘ anhört, aber mein französisch-muttersprachlicher Nachbar sagt mir soeben ‚‚les deux sont possible‘‘.
Es geht wohl um feineres Sprachgefühl, was genau man ausdrücken, insbesondere _ betonen _ will.
Ich würde solche Übersetzungen nicht an einzelnen Wörtern, sondern an der Wiedergabe des gesamten (erst Verstandenen, dann) Gemeinten festmachen.
[Übersetzen ist keine mathematische, logische, formalistische Disziplin, bei der man 1:1 ‚umformen‘ kann, sondern eine Gratwanderung auf verschiedenen Denkweisen verschiedener Denkkulturen, aber das nur nebenbei]
Die selben bezugsprobleme von „le“ hab ich hier:
Demande l’un
Heureusement que ces ados sont quelquefois plus grands qu’on LE pense.
ist das „l’un“ vllt nur wegen der aussprache??
‚‚qu’on pense‘‘ und ‚‚que l’on pense‘‘ sprechen sich gleich flüssig. Daran liegt’s also nicht.
Du fragst wirklich sehr sehr … erm … ‚differenziert‘!
Es erschließt sich im Deutschen durch wörtliche Übersetzung nicht wirklich, was der Unterschied ist, zwischen den beiden.
Mein französisch-muttersprachlischer Nachbar sagt, ‚‚Pfh!, … is‘ ein~ und dasselbe.‘’ Es geht wohl hier um die ‚höhere Kunst‘ des ‚Redeflusses‘. Es hört sich vielleicht flüssiger an. Literarisch gibt es uU einen Betonungsunterschied … wieder je nach Kontext.
‚‘[…] als man es denkt’’ bzw ‚‚denken würde‘‘ wäre wohl eine wörtliche Übersetzung, die es aber nicht ganz trifft, da dieses ‚‚es‘‘ im Deutschen kaum einen den Satz bereichernden Sinn hat, sondern sich eher, wie ein Füllwort anhört.
Im Französischen ist es umgekehrt: ohne ‚‚le‘‘ hört es sich - wie gesagt - unvollständig an. Sprachgebrauch, einfach.
Geh’ 'mal nach Frankreich, oder nur in 'nen frz. chatraum, dann hörst Du mit der Zeit über solche ‚Unterschiede‘ (mit ganz dicken Ironie-Zeichen) weg.
und hier noch ein Übersetzungsproblem:
Nur zu!
En réalité je souhaitais JUSTE faire plaisir à mon père
‚‚Tatsächlich wollte ich nur meinem Vater gefallen.‘‘
‚‚Tatsächlich wünschte ich letztlich, meinem Vater zu entsprechen.‘‘
‚‚Im Grunde wollte ich eigentlich nur meinem Vater gefällig sein.‘‘
‚‚imponieren‘‘ wäre eine weitere Möglichkeit.
Ähnlich, aber sogar verheerend widersprüchlich: ‚‚gefallen‘‘ vs. ‚‚gefällig sein‘‘ … Sowas muß der Kontext, wenn nötig die Intention des Autors aus dem letzten Satz im Roman, ergeben. … Da gibt’s kein Gleichheitszeichen für.
En réalité je souhaitais JUSTE PLAISIR MON PÈRE.’’
‚‚einen Gefallen tun‘‘ würde jedenfalls heißen: ‚‚faire _ un _ plaisir à mon père.‘‘
wie übersetzt man das „juste“ und: würde man „plaisir qqn“ mit
„jemanden einen gefallen erweisen“ übersetzen?
Pfehw! … Also nochmal langsam:
‚‚faire plaisir à qn.‘‘ - jemandem gefallen, Wohlgefallen bereiten, jemandem (eine) Freude bereiten, gar jemandem Spaß machen.
Weitgefaßt: jemand begeistern, jemand verwöhnen.
‚‚plaisir qn.‘‘ - dito!
Nun zum ‚‚juste‘‘:
Kann heißen ‚‚nur‘‘, ‚‚einfach nur‘‘, ‚‚eigentlich nur‘‘, in allen Variationen ‚‚nur‘‘. Oder auch ‚‚einfach‘‘ (ohne ‚‚nur‘‘, also ‚‚wollte ihm einfach eine Freude bereiten‘‘)
‚‚faire _un_plaisir à qn.‘‘ - ‚‚einen Gefallen tun /machen‘‘, ‚‚gefällig sein‘‘.