Hi,
Das ist hier im Rechtsbrett bestenfalls zweirangig.
Außerdem schrieb ich, daß meine Einschätzung letztlich von der
genauen Situation vor Ort abhängt - es sind also durchaus
Situationen denkbar, in denen ich auch für Abschleppen
plädieren würde.
Das mag sein, aber ich halte deine Einstellung, dass das ein
Problem der Posterin ist, wenn sie im Kostümchen nicht an der
Beifahrerseite einsteigen kann/will, für ziemlich arrogant und
egoistisch.
Kann sein, aber hey, man kann nicht auf jeden Rücksicht nehmen. Die einzige Instanz, die man für solche Abwägungsfragen zu Hilfe holen kann, ist der sogenannte „gesunde Menschenverstand“. In meinem Fall sagt der mir, daß jemand, der sich durch die Wahl seiner Kleidung so stark einschränkt, selbst Schuld ist. Es geht hier schließlich nicht um das Bezwingen einer Steilwand, sondern schlicht darum, vom Beifahrersitz auf den Fahrersitz rüberzurutschen. Kein großer Akt, manche machen sowas während der Fahrt 
Richtiges Einparken? Wie asozial Du bist! Denk doch mal an
fette Leute, die nur in ihr Auto kommen, wenn sie die Tür bis
zum Anschlag öffnen können!
Hm, irgendwie finde ich schon allein den Ausdruck fette Leute
asozial.
Tatsächlich. Tja. Ich nicht.
Aber wenn tatsächlich ein schwergewichtiger Mensch
solche Probleme hat, dann kann er sich ja auch einen Parkplatz
suchen, der ihm genug Platz bietet, auch wenn das ein paar
Schritte mehr bedeutet.
Und genau selbiges gilt auch für Madamchen im Kostümchen.
„Kostümchen“ und „Frau“ sind für mich jedenfalls keine
stichhaltigen Argumente. Und wie gesagt, Parkraum ist überall
knapp, und Einsteigen über die Beifahrerseite nun wirklich
kein Akt. Ich würd sogar eher - wenngleich durchaus schimpfend
- durch den Kofferraum krabbeln, bevor ich auf die Idee käme,
die Polizei für sowas zu bemühen.
Ich stimme dir zu, ob nun Kostümchen und Frau oder Jeans und
Mann ist egal, die Polizei würde ich dafür auch nicht bemühen,
kann aber den Ärger absolut verstehen und finde sowas immer
noch asozial und rücksichtslos.
Da gibt’s andere Sachen, die ich erheblich schlimmer finde.
Und die ewige Forderung nach Rücksichtnahme wird auch gerne übertrieben. Letztlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied, und das, obwohl ich mich für einen durchaus sozial bewussten Menschen halte. Verhältnismäßigkeit ist das Stichwort.
Gruß,
Malte