Jup, oder sie könnte kleine Deckchen häkeln und sie über ebay
verkaufen.
Wenn sie es schaffen, in einer Stunde für 8 Euro Deckchen zu häkeln, warum nicht? Andere Menschen müssen schließlich auch zusehen, wie sie ihr Geld verdienen. Oder willst du mir etwa weismachen, dass jemand, der so wundervolle Fähigkeiten hat wie Haushalt organisieren, Serviettentechnik zu betreiben, Kinder zu wertvollen Menschen unserer Gesellschaft zu erziehen etc. völlig unfähig sein soll, auch nur irgend einen finanziellen Beitrag dazu zu leisten, seinen eigenen Lebensunterhalt und den seiner Kinder zu sichern?
Wie schön, dass Wirtschaft so einfach funktioniert: die eine
Hälfte der Arbeitslosen wird Tagesmutter und die andere Hälfte
schneidet ihnen gegen Entgelt die Haare.
Und was ist so schlimm daran? Immerhin bekommt dann jemand wenigstens eine Gegenleistund für das Geld, das er jemand anderem geben soll.
Zum Beispiel alleinerziehende junge Mütter in Stadtstaaten,
usw…
Alleinerziehende berufstätige Mütter im Stadtstaat Hamburg haben einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, sogar während der Ferien. Es gibt wohl kaum eine Bevölkerungsgruppe, der sich mehr Möglichkeiten der Unterstützung eröffnen, eine Ausbildung zu machen, einen Job zu finden etc. als junge alleinerziehende Mütter.
Da hast du mich missverstanden: ich stelle im Gegensatz zu dir
nur nicht von vorneherein in Frage, dass jemand, der wegen der
Kinder zu Hause bleibt, per se ungeeignet und/oder faul ist,
sondern ich gestehe ihm zu bzw. unterstelle, dass er er sich
im Rahmen seiner Möglichkeiten / Fähigkeiten um seine Kinder
bemüht.
Oh, du hast mich auch missverstanden. Meinetwegen soll doch jeder zu Hause rumhängen, ob Kinder oder nicht, wenn er einen Dummen findet, der ihm das bezahlt. Nur ich will der Dumme nicht sein.
Dieser eher an immateriellen / ideellen Werten orientierte
Ansatz mag mit deinem „homo oeconomicus“-Modell, in dem jeder
bestrebt ist, den eigenen überwiegend materiellen Nutzen zu
optimieren, kollidieren. Damit kann ich jedoch gut leben,
solange meiner gesamtgesellschaftlicher (demokratisch
legitimierter) Konsens ist.
Du magst ja ruhig hochtrabend daher schwafeln. Aber wenn du gerne Bevölkerungsgruppen mit „ideelen“ Werten kennenlernen willst, dann besuch doch mal eine Essensausgabe in einer Großstadt, in welche HartzIV Empfänger ihre Kinder kostenlos zum Essen schicken, damit Pappa sich von HartzIV und Kindergeld einen neuen Plasmabildschirm an die Wand hängen kann. Sehr erbaulich ist es auch immer mal, 12-Jährigen Jungs in der S-Bahn zuzuhören, wenn sie sich darüber austauschen, dass ihre Mütter noch besoffen im Bett liegen, wenn sie aus der Schule kommen, und wo es 2 Tiefkühlpizzen für 1 Euro gibt und wie man sich sowas warm macht, damit es überhaupt was zu essen gibt. Du magst Armut ja irgendwie romantisch finden, aber du dürftest wohl kaum ein HartzIV Kind finden, dass diese Vorstellung teilt.
Dir ist schon bewusst, dass die Berufe des Kindergärtners, des
Lehrers und des Erziehers gewisse Qualifikationen und
Fähigkeiten erfordern, die die Mehrzahl aller Menschen nicht
besitzen und sich auch nicht aneignen können.
Du meinst also, wer zu blöd ist, eine Lehre als Kindergärtnerin zu machen oder sich auf eine andere Weise tatsächlich dafür zu qualifizieren, Kinder zu erziehen, von dem kann man aber selbstverständlich erwarten, dass die von dieser Person in die Welt gesetzten Kinder vernünftig erzogen werden? Woher soll diese Person diese Fähigkeit denn her nehmen?
Aber immerhin wirft dieses Statement ein erhellendes Licht auf
deine Vorstellung von Erziehung, was wiederum einiges andere
erklärt.
Und auf deine Vorstllung von Erziehung ebenfalls. Anscheinend ist Erziehung für dich etwas, was jeder Depp automatisch kann, der in der Lage ist, sich biologisch fortzupflanzen.
Du wirst lachen. Ich muss mich nicht erkundigen. Mir ist schon
aus eigener Erfahrung bewusst, dass unsere Art des
Unterrichtes im Durchschnitt alles andere als kindgerecht ist
Tatsächlich ist es wohl eher so, dass Schule immer mehr Defizite des Elternhauses auffangen muss. Nur hier kann die Gesellschaft ansetzen. Statt also HartzIV-Eltern auch noch Geld hinterher zu werfen, ohne dass die Gesellschaft irgend eine Kontrolle darüber hat, ob das Geld auch den Kindern zugute kommt, oder nicht doch von den Erzeugern verraucht und versoffen wird, sollte man dieses Geld lieber in den Aufbau von Ganztagsschulen stecken, sollte Kindern aus HartIV-Familien somit die Möglichkeit geben, wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zu erhalten, einen ruhigen Ort, um Hausaufgaben zu machen, mit anderen Kindern zu spielen und sich entsprechend ihren Fähigkeiten zu entfalten. Dann gibt es auch keinen finanziellen Anreiz mehr, noch ein Kind in die Welt zu setzen, damit Pappa noch mehr saufen kann.
Vor allem bedeutet es, dass derjenige keinen Respekt vor
Eigentum gelernt hat. Und Respekt vor Eigentum lernt man am
besten dadurch, was es heißt, für Eigentum tatsächlich
arbeiten zu müssen.
Wenn ich diesem Ansatz folge, kann ich also schließen, dass
all die kleine Püppchen, denen Mama und Papa Zucker in den
Arsch blasen, schlecht erzogen sind und sie nur deshalb nicht
kriminell werden, weil sie keinen Mangel empfinden.
Ahja, so siehst du also berufstätige Menschen, die mit ihrer Arbeit nicht nur ihrer Familie, sondern auch noch den HartzIV-Familien ein finanzielles Auskommen bescheren?
Nein, diese Leute haben ein paar Kinder in die Welt gesetzt,
ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass Kinder auch
materielle Bedürfnisse haben, die erfüllt werden müssen. Nicht
die HartzIV Eltern haben auf Einkommen und das Schaffen von
Vermögen verzichten müssen, sondern die erwerbstätigen
Steuerzahler, die neben ihren eigenen Familien auch noch
HartzIV-Empfänger mitsamt Anhang mitfüttern müssen.
Wiederum ein sehr interessanter Standpunkt.
Genau deshalb kann wahrscheinlich der durchschnittliche
H4-Empfänger mindestens einmal im Jahr Urlaub machen, sich ein
Auto leisten und im Bioladen das Futter für seine Lieben
besorgen,
Und noch aufgeregte Diskussionen darüber führen, ob es nun die Abwrackprämie für seinen Neuwagen noch zusätzlich zu HartIV oben drauf geben soll und ob es nicht am sinnvollsten für HartzIV-Empfänger ist, sich Wohneigentum anzuschaffen, dass dann der Steuerzahler ihm auch noch finanziert, und ob man denn nicht für das 6. Kind auch nochmal irgendwo eine Erstausstattung abzocken kann.
Falls du es nicht glaubst, empfehle ich dir regelmäßige Lektüre des entsprechenden Bretts hier im Forum.
Finanziell haben HertzIV-Eltern nichts für ihre Kinder geleistet. :Wenn nun diese Kinder sauer sind, dass sie ihrerseits nun von einem
mageren Ausbildungsgehalt die Eltern mit durchfüttern sollen,
dann kann ich das sehr gut verstehen.
Es sollen - habe ich gehört - jenseits des Finanziellen, also
außerhalb der ökonomischen Sphäre, weitere lohnende Werte -
Altruismus, Bescheidenheit, Loyalität, Freude am Teilen, etc.
- exitieren, die man seinen Kindern mit auf den Weg geben
kann.
Ach, und solche Werte glaubst du ausgerechnet bei HartzIV-Empfängern aus gemacht zu haben? Vielleicht sollten die Eltern ihren Kindern erstmal vormachen, dass sie etwas von ihrem Einkommen mit den Kindern teilen, bevor sie von den Kindern verlangen, dass deren Einkommen für ihren Unterhalt angerechnet wird. Ihr Eikommen geteilt und Loyalität gezeigt, haben sich diesen Kindern gegenüber wohl nur die Abgabenzahler.
Ich vertrete das Wertesystem des demokratischen Sozialstaats,
das ich mehr und mehr den Bach herunter gehen sehe, weil es zu
viele gibt, die immer nur und immer mehr kassieren wollen, und
zu wenige, die das alles finanziell schultern müssen.
Lustige Argumentation in einer Situation, in der mehrere
Millionen Menschen - nach deiner Diktion: Sozialschmarotzer -
keinen Job finden, also offensichtlich die Menge an
nachgefragter Arbeitskraft und nicht das Arbeitskraftangebot
(als Funktion des Willens) der limitierende Faktor ist.
Irgendwie liest du schlechte Bücher. Wir reden hier nicht über Menschen, die tatsächlich arbeiten wollen, aber keinen Job finden, sondern über Hausfrauen, die zwar Sozialleistungen kassieren wollen, es aber als Zumutung empfinden, auf eine Weiterbildung geschickt zu werden, die sie vielleicht überhaupt erst in die Lage versetzt, sich erfolgreich am Arbeitsmarkt zu bewerben. Frag dochmal unsere Ausgangsposterin hier, wieviel Bewerbungen sie in den letzten 4 Wochen so geschrieben hat, nur damit du mal ein Gefühl für die Realität bekommst.
Wenn man weiter folgert, heißt das also, dass originär die
Arbeitslosen dafür verantwortlich sind, wenn z.B. einem
konjunkturellen Tief die Zahl der Arbeitsplätze und damit die
der tragenden Schultern sinkt und dass daher die Arbeitenden
das moralische Recht haben, ihre Solidarität aufzukündigen.
Das Problem ist nicht, dass die Zahl der Arbeitsplätze sinkt, sondern das Problem ist, dass wir in Deutschland zu viele Leute haben, die für den Arbeitsmarkt gar nicht zu gebrauchen sind und dann auch noch munter Kinder in die Welt setzen, die natürlich ebenfalls ernährt und krankenversicher werden müssen, während gleichzeitig ganze Branchen (Gastronomie, Pflegeberufe) wegen Arbeitskräftemangel zusammenbrechen würden, wenn sie nicht Menschen aus dem Ausland anwerben könnten.
Lass mich raten: du wählst FDP? *gg*
Nein, aber ich gönn den Leuten diese Regierung von Herzen, die es in ihrer Dummheit und grenzenlosen Faulheit nicht mal geschafft haben, ihren Hintern vom Sofa in die Wahllokale zu bewegen.
Gruß
Marion