Hallo Lidscha,
also ich kenne Dein Problem gut, denn mir ging´s da ähnlich - mit dem Unterschied, dass ich alleinerziehend und selbständig bin.
Ich habe mich hier in der Nähe bei allen Kinderkrippen beworben - aber erfolglos, die meisten nehmen die Kinder auch nur maximal bis 15 Uhr, was für Vollzeit ja nicht zu gebrauchen ist. Die meisten Krippen sind auch Eltern-Inis und das ist mit gewissen Ämtern und Pflichten verbunden, die einen auch aufhalten.
Ich habe mich dann vor drei Monaten für ein Aupair-Mädchen entschieden und das war die richtige Wahl. Sie kommt aus Kisumu, Kenia und ist eine liebe, hilfsbereite und fürsorgliche Person. Meine Kleine hat sie vom ersten Augenblick an geliebt.
Mercy, so heißt sie, betreut meine kleine Tochter Eli (jetzt bald ein Jahr) fast den ganzen Tag und macht praktisch unseren kompletten Haushalt. Sie hat ein eigenes Zimmer, wird voll verpflegt und erhält 202 Euro Taschengeld (das sind die Vorraussetzungen für ein Aupair). Wegen der Mehrarbeit zahle ich auch ihren Deutschkurs und gebe ihr ab und zu mal was extra.
Seit sie da ist kann ich mich wieder auf meine Arbeit konzentrieren und voll in den Job einsteigen, was vorher undenkbar gewesen wäre.
Ich kann es nur jedem empfehlen. Freunde von mir hatten insgesamt 8 Aupairs bis die Kleinste in die Schule kamund hatten keine nennenswerten Probleme, im Gegenteil.
Die meisten haben Angst davor, dass man sich nicht versteht oder nicht damit zurechtkommt, dass jemand Fremdes bei einem wohnt. Ich kann nur sagen das ist halb so wild.
Wenn man gar nicht klar kommt wechselt das Mädchen halt, das geht problemlos.
Von mir aus könnte Mercy Jahre bleiben, es ist so eine große Entlastung sie hier zu haben! Die Geschichten aus Afrika sind auch spannend und keines meiner Klischees stimmte… grins.
Sie stammt aus einer großen Familie, ist 21 Jahre alt und ist von preussisch genauer Pünktlichkeit und Ordentlichkeit (im Gegensatz zu mir). Was ich auch als sehr angenehm empfinde ist, dass Mercy auf meine vielen Fragen einer unerfahrenen Jung-Mama eine Antwort hat, da sie ständig Kinder um sich herum hatte und von klein auf an Babies gehütet hatte, das steckt ihr einfach im Blut.
Man sollte jedoch darauf achten, dass sie schon einigermaßen deutsch sprechen kann, wenn man selbst nicht gut englisch kann. Das ist noch Mercys Problem, sie kann nicht gut deutsch und wir sprechen meistens englisch (ich spreche es fließend).
Ich hatte soviele Anfragen aus aller Welt erhalten als ich ein Aupair suchte und besonders viele aus Afrika, Kenia, Kamerun und Algerien - da suchen die Mädchen lange, bis sie eine deutsche Gastfamilie finden.
Hätte ich eher an diese Möglichkeit gedacht und gewußt wie schwer die erste Zeit mit einem Kind ist, dann hätte ich das gleich von Anfang an gemacht!!
Daher dieser, mein Tipp an Dich…
LG Rebecca