Emotionen / Gefühle

Hallo www-ler,

ich sitze schon seit Wochen an meiner Jahresarbeit und versuche zu beschreiben, was Gefühle und was Emotionen sind, da sich beide voneinander unterscheiden. Doch leider finde ich in sämtlichen Büchern und Einträgen immer wieder verschiedene Definitionen, so dass ich nicht weiß, wie sich diese beiden wirklich definieren lassen.

Auf der einen Seite heißt es, dass Gefühl etwas sind, das man körperlich und seelisch empfinden kann. Diese Zustände sind mit physischen Veränderungen verbunden, die sichtbar (beispielsweise Erröten, Erbleichen, Mimik) oder auch von außen nicht sichtbar (Ausschüttung von Hormonen) sein können.
Emotionen dagegen werden meist passiv erlebt und treten mit leichter bis starker Erregung auf.

Wo anders habe ich dann entdeckt, dass Emotionen Körperzustände sind, wie Erschöpfung;
Gefühle dagegen sind die bewusste Wahrnehmung dieser Zustände.
Emotionen und Gefühle sind demnach nur durch das Körperbewusstsein zu unterscheiden.

Bin schon ganz durcheinander.
Was denkt ihr darüber, wie sich Gefühle und Emotionen am Besten definieren lassen?

Freue mich über jede Hilfe!!!

Lg Janine

Hi Janine,

ich habe in meiner Ausbildung zum „psychologischen Berater“ von folgender Unterscheidung gehört:

Gefühle sind das, was wir wahrnehmen und in Worte fassen können,
Emotionen das, was (gefühlsmäßig) unbewusst in uns vonstatten geht.

Wenn du überall verschiedene Definitionen findest, ist es m.E. eher unwahrscheinlich, dass du hier eine einheitliche findest! :smile:
Damit du dich nicht unnötig verrückt machst, rate ich dir: Suche dir eine Definition, die du selbst gut/ sinnvoll findest; beschreibe das Dilemma der verschiedenen Definitionen und zitiere die, auf die du dich im Folgenden beziehst!

Alles Gute,
liebe Grüße,
jeanne

Schon wieder? Und jetzt hier?
Jetzt schreib ich aber nicht mehr halbe Abhandlungen darob

@Branden. des Lesens mächtig?
Lieber Branden,

leider, leider bin ich immer noch nicht fähig, mehrere Artikel zu verlinken. Daher musst du meine Worte so nehmen, wie sie hier stehen…

Ich dachte bislang, du seist des Lesens mächtig!

Janine fragte im Plauderbrett danach, wofür wir Gefühle brauchen. Hier fragt sie nach dem Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen.
(Und für das gesamte Thema im passenderen Brett)
Ich habe extra wegen deinem posting hier noch mal im PB nachgeschaut, ob du denn die Antwort auf diese Frage bereits gegeben hast. Aber nein, dergleichen nicht vorhanden. Allenfalls die Aussage, dass du nur mit dem Arsch schaust und deine qualifiziertere Antwort zum Thema Gefühle allg…
Da schreibt jemand seine Jahresarbeit und sucht hier Unterstützung, und du, verzeih, aber in deiner doch teilweise hervortretenden Arroganz verweist auf Antworten, die du niemals gegeben hast. Darüber hinaus, lieber Branden, sind deine Antworten auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss!

Liebe Grüße von jeanne

Jetzt schreib ich aber nicht mehr halbe Abhandlungen darob

und, P.S., falls du das denkst, dann denke es dir. Was jedoch soll das Schreiben bewirken?, was bringt diese Antwort Janine oder sonstwem?

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Jetzt schreib ich aber nicht mehr halbe Abhandlungen darob

Die Frage ist ja nun eine andere. Von Emotion steht im Plauderbrett nichts, und nunmehr geht esum den Unterschied derselben zum Gefühl.
Und da es um eine Definition geht, nunmehr im Psychologiebrett.

Gruß
Torsten

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Hallo Janine,

Emotion ist eine unbewusst ablaufende körperliche Reaktion oder ein Zustand, ein Gefühl eine bewusst gewordene Emotion.

Tatsächlich sind Gefühle also bewusst wahrgenommene und fertig interpretierte Emotionen. So zumindest sieht es Antonio Damasio, auf den ich verweisen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Damasio#Gef.C3.BChle_un….

Wie Du siehst bietet die Biopsychologie einen ausgezeichneten Zugang zu dem Thema der Emotionen (und widerlegt grötenteils althergebrachtes).

Bedeutende Emotionsforscher v.a. jüngeren Datums sind:

Panksepp kann ich zu dem Thema sehr empfehlen.

Lieben Gruß
Patrick

Hey Jeanne,

Wenn du überall verschiedene Definitionen findest, ist es m.E.
eher unwahrscheinlich, dass du hier eine einheitliche findest!

Ja, das dachte ich auch zu Beginn, aber ich habe gehofft, dass ich eine Definition finde, diese ich gut nachvollziehen und mit in die Arbeit einbauen kann. Die meisten Definitionen in den Büchern konnte ich nicht so richtig nachvollziehen und deshalb fiel es mir schwer, auch passende Beispiele, um das ganze zu veranschaulichen, zu finden.

Damit du dich nicht unnötig verrückt machst, rate ich dir:
Suche dir eine Definition, die du selbst gut/ sinnvoll
findest; beschreibe das Dilemma der verschiedenen Definitionen
und zitiere die, auf die du dich im Folgenden beziehst!

Ich denke, dass werde ich am Ende auch machen, meine eigene Meinung darüber zusammen stellen. Diesen Rat bekam ich schon einmal… :smile:
Hab nur Bedenken, dass ich eine „falsche These“ aufstelle und dass es eben meine Lehrer anders sehen.

Danke für deine Hilfe!
Lg Janine

Hi Jeanne

ich habe in meiner Ausbildung zum „psychologischen Berater“
von folgender Unterscheidung gehört:

Da merkt man einmal mehr, was so eine Ausbildung zum „psychologischen Berater“ wert ist :wink:

Gefühle sind das, was wir wahrnehmen und in Worte fassen
können,
Emotionen das, was (gefühlsmäßig) unbewusst in uns vonstatten
geht.

Ich glaub, ich lach mich tot.
Emotionen sind nicht mehr und nicht weniger als das latinisierte Fachwort für Gefühle. Mit anderen Worten: Gefühle = Emotionen.
Nur weil man „Emotionen“ sagt, sind die noch lange nicht unbewusster als „Gefühle“.
Gruß,
Branden

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Immer noch besser als eine von jeder Sachkenntnis
ungetrübte Antwort wie deine weiter unten.

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Meinst Du Emotion - Affekt - Stimmung?
Hallo,
was Du suchst, ist denke ich nicht der Unterschied zwische Gefühl und Emotion (der ist nämlich wie Branden sagte hauptsächlich linguistisch - oder den Beiträgen anderer zufolge ja anscheinend auch esoterisch…), sondern den Unterschied zwischen Emotion und Affekt, oder, wenn Du magst, auch noch Stimmung. Kann das sein? Dieser ist nämlich auch Thema der Emotionspsychologie.
Hier der Link zu zwei Arbeiten, die sich mit dem Thema befassen, einen Überblick bieten und nicht allzu schlecht zu sein scheinen:
html:
http://209.85.135.104/search?q=cache:0mXU-QdIFooJ:ww…
http://209.85.135.104/search?q=cache:9VQEVM2hhCsJ:st…
doc/pdf:
http://www.fs-psychologie.uni-bonn.de/download/vdipl…
http://student.unifr.ch/psychologie/index.php?option…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Branden,

lies mal den Artikel von Patrick mit entsprechendem link!

Auch als gelernter Doktor: immer schön auf dem Laufenden halten :wink:

Grüße, jeanne

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Hallo Jeanne

lies mal den Artikel von Patrick mit entsprechendem link!

Ich schätze Patrick, aber ich teile in diesem Punkt nicht seine Auffassung.
Lies lieber nochmal das, was ich ausgeführt habe.
Gruß,
Branden

hi,

dir würde das fremdwörterlexikon mehr helfen!

sehr fragwürdig ist, dass du den „psychologischen berater“ in zusammenhang mit falscher information bringst. es soll absolventen dieser fachkunde geben, die wissen, dass emotion gefühl heisst.

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Du sollst nicht googeln!
http://de.wikipedia.org/wiki/Emotionen

Auf der einen Seite heißt es, dass Gefühl etwas sind, das man
körperlich und seelisch empfinden kann.

Gefühle sind der Seele zuzuordnen, nicht dem Körper. Die Interpretation eines körperlichen Zustands oder dessen Veränderung kann in der Seele natürlich Gefühle hervorrufen.

Diese Zustände sind
mit physischen Veränderungen verbunden,

besser: können diese hervorrufen.

die sichtbar
(beispielsweise Erröten, Erbleichen, Mimik) oder auch von
außen nicht sichtbar (Ausschüttung von Hormonen) sein können.
Emotionen dagegen werden meist passiv erlebt und treten mit
leichter bis starker Erregung auf.

Wo anders habe ich dann entdeckt, dass Emotionen

seelische Folgen von

Körperzustände sind, wie Erschöpfung;
Gefühle dagegen

können auch ausgelöst werden durch

die bewusste Wahrnehmung dieser Zustände.
Emotionen und Gefühle sind demnach nur durch das
Körperbewusstsein zu unterscheiden.

Hi!

Gefühle sind der Seele zuzuordnen, nicht dem Körper.

Naja nun, diese Trennung gibt es in der Psychologie eigentlich nicht mehr. Das wäre eher esoterisch oder theologisch, entspricht aber keinesfalls dem heutigen Stand der Naturwissenschaft.

Das Bewusste und Unbewusste - beides stofflich nachweisbare Körperprozesse - ist hier die wesentlich bessere Trennung.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo Branden!

Ich schätze Patrick

Das beruht auf absoluter Gegenseitigkeit. Und beide Wissen wir um die Güte von Menschen, die Dire Straits und Rotwein zu schätzen wissen!

, aber ich teile in diesem Punkt nicht
seine Auffassung.

Ich weiss gar nicht, wie weit die entfernt ist. Das tolle an der Biopsychologie bzw. Emotionspsychologie ist doch, dass erstmals der naturwissenschaftliche Nachweis von der Trennung in Bewusstsein und Unterbewusstsein hier geglückt ist. Die Bedeutung für Tiefenpsychologie und Analyse liegt auf der Hand. Und in der Tat zietiert der gute alte Herr Panksepp auch fleißig Freud in seinen Artikeln!

Ich zitiere:

„However, without a substantive neuroscientific understanding
of the id, the rest of FREUD’s theory of
psychology could not be adequately evaluated. Our
recent understanding of basic emotional systems
permits a potentially fruitful rapprochement between
psychoanalytic and neuroscientific approaches
to mind (KANDEL 1998; PANKSEPP 1999).“ (*)

Da wir nun klar erkannt haben, dass es bewusste und unbewusste Emotionen gibt, wurde es schlussendlich für die Neurowissenschaft notwendig, dass es getrennte Begriffe gibt. Deswegen heute eine unterschiedliche Nomenklatur in dieser Sparte der Psychologie von „Emotion“ (unbewusst) und „Gefühl“ (bewusst gewordene Emotion).

Lieben Gruß
Patrick

(*) Panksepp, J. (2001) „The Neuro-Evolutionary Cusp Between Emotions and Cognitions - Implications for Understanding Consciousness and the
Emergence of a Unified Mind Science“. Evolution and Cognition, Vol.7(2), S. 147.

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Also ein sprachliches Problem?
Lieber Patrick
Zunächst einmal Danbk Dir für die sachliche und differenzierte Darstellung des Problems.

Ich weiss gar nicht, wie weit die entfernt ist.

Ich sehe ebenfalls, dass wir zunächst gar nicht weit voneinander entfernt sind in dem Punkt, dass es bewusste und unbewusste Gefühle gibt. Weder Du noch ich sind daran schuld, dass man unglücklicherweise in einem (noch dazu angloamerikanischen, vielleicht liegt hier der Grund dieses unglücklichen Problems, weil dort ja „emotions“ sowieso aus dem Lateinischen stammt und kein ursprüngliches, also in diesem Fall: germanisches Wort mehr zur Verfügung steht) Wissenschaftsbereich begonnen hat, „Gefühle“ für die bewussten Gefühle und „Emotionen“ für die unbewussten Gefühle zu sagen. Oder wie handhaben es die angloamerikanischen Wissenschaftler sprachlich?
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

Oder wie handhaben es die angloamerikanischen Wissenschaftler
sprachlich?

naja, ebenfalls recht pragmatisch: „feelings“ and „emotions“.

Lieben Gruß
Patrick

Ergänzung
Eben ist es mir eingefallen: Im Angloamerikanischen gibt es ja ebenfalls die sprachliche Wahl zwischen „emotions“ und „feelings“.
Mir scheint aber, dass wir dann ein ernsthaftes grundlegendes Problem haben im Sinne einer Umdefinierung der Sprache. Die diesbezüglich sich neu formierenden Wissenschaftler müssten quasi die „Wächter der Sprache“ (Duden, offizielle Deutschlehrer-Häuptlinge usw.) zwingen, diese neue, von ihnen einfach so beschlossene Bedeutung, anzunehmen und anzuerkennen.
„Hört mal, ihr Germanisten usw., wir haben uns gtedacht, wir nehmen ab jetzt mnal das Wort „Gefühle“ für bewusste Gefühle und das lateinische Wort einfach für unbewusste Gefühle. Habt ihr was einzuwenden?“
Sirnrunzeln bei den Sprachwissenschaftlern. „Sollen wir uns diesen Psychologen einfach unterordnen? Wieso eigentlich?“
usw. usf.
Du ahnst, worauf ich hinaus will.
Gruß,
Branden