'endlich' auch bei uns

gefährlicher als das aber wäre es, verdrüngen zu wollen, daß
dies ein fester Bestandtteil der menschlichen Natur ist.

Hallo, Metapher,
seit Anbeginn der Menschheit ist Mord, Totschlag und so ziemlich jede mögliche Scheußlichkeit bis hin zum organisierten Massenmord „Bestandteil menschlicher Natur“.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man diese Verhaltensweisen gutheißen soll, oder sie sogar noch in marktschreierischer Weise zum Gaudium des Publikums, zur Befriedigung von Langeweile und aus Quotengeilheit zum Zwecke des Geldverdienens zur Schau stellen muß.

Hier ist schon die Frage nach den Beweggründen zu stellen. Eine wissenschaftliche Abhandlung über den Holocaust und eine reißerisch aufgemachte Zeitungsstory über das gleiche Thema sind schließlich durchaus auch zwei Paar Stiefel!

Gruß
Eckard.

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… ist für mich kein Diskussionsgegner, sondern
*ichsagesnicht*! Wie *ichsagsimmernochnicht* muß man sein, um
hier als Vergleich Kinderpornographie anzuführen.
Nein Danke!

Hi Userine,

vielleicht ist der Vergleich etwas deftig, aber im Prinzip stimme ich Raimund zu. Man kann, soll, ja muß solchen Mist auch Mist nennen und wenn Du dann meinst, wer solchen Mist Mist nennt, würde ein ganzes Volk denunzieren hast Du etwas nicht so recht verstanden.

Elrond

es ist wie Dein Knöpfchen am Fernseher…
…Du kannst meine Antworten lesen… oder auch nicht lesen. Ganz nach Wunsch.:smile:)
Grüße
Raimund

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Meine Liebe, (allerdings weiß ich nicht, ob Du diese Anrede
gern siehst, bei Bedarf kannst Du sie überlesen)

???

Solange wir hier in unserer Republik noch ungestraft einen
Hirnriß einen Hirnriß nennen dürfen, solange wir noch
moralische Mindestmaßstäbe öffentlich anlegen dürfen, solange
ist es keine Beleidigung, Geschmacklosigkeiten als solche zu
brandmarken.

Mal davon abgesehen, dass es sich niemals schickt, irgend ein Volk/Rasse/Nation als dumm darzustellen, ist es reine Ansichtssache, was Geschmacklos ist und was nicht.
Gebrandmarkt wurde im frühen Mittelalter und die Geschichte hat gelehrt, dass nicht für gut gefunden werden kann.
Die Menschen machen in solchen Shows freiwillig mit, sie werden nicht gezwungen und wenn mir nicht gefällt, was ich sehe, dann schalte ich ab.

Ich halte es also für nicht nur angemessen, sondern geradezu
für geboten, solche Überschreitungen anzuprangern. Und zwar
besonders dann, wenn sich diejenigen, die solche
Fehlleistungen menschlichen Geschmacks hervorbringen, sich als
moralische Meßlatte für die Welt aufspielen.

Nun, diese Aussage deutet eher darauf hin, dass man etwas Antiamerikanisch eingestellt ist!?
Moralische Messlatte? Das ist aber von ganz weit hergeholt!

MfG Userine

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So ist es - immer gewesen - wird immer so sein.

gefährlicher als das aber wäre es, verdrüngen zu wollen, daß
dies ein fester Bestandtteil der menschlichen Natur ist.
War ja auch die Haupt-Message von „Apocalypse Now“, Francis
Coppola 1979.

Hi Metapher,

solche Sachen kann man vielleicht so erklären, aber nicht entschuldigen (was Du sicher nicht vorhattest).

Elrond

Hallo Elrond!

vielleicht ist der Vergleich etwas deftig, aber im Prinzip
stimme ich Raimund zu. Man kann, soll, ja muß solchen Mist
auch Mist nennen und wenn Du dann meinst, wer solchen Mist
Mist nennt, würde ein ganzes Volk denunzieren hast Du etwas
nicht so recht verstanden.

*Dass die Amis nicht ganz dicht im Hirn sind, war mir
schon lange klar*

Das war Raimunds Aussage und die halte ich sehr wohl für eine Beleidigung!
Der Vergleich einer Fernsehshow (bei der sich Erwachsenen freiwillig quälen lassen) und Kinderpornographie (bei der Kinder unsagbar leiden und nichts freiwillig geschieht) ist schlichtweg entsetzlich und wenn jemand das eine mit dem anderen gleichsetzt, dann frage ich mich wirklich, was geschmackloser ist: die TV-Show oder sein Vergleich?!

MfG Userine

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Hallo Userine,

schön, aber Dein Beleidigungsvorwurf kam leider vor Raimunds Vergleich mit Kinderpornographie.

Überhaupt mal die Frage: Welches „Volk“ hat er denn eigentlich beleidigt?

Schön, daß Du Deinen Fernseher abschaltest, wenn so etwas kommt. Was Du nicht weißt, macht Dich nicht heiß. Du vergißt aber, das andere dieses Programm womöglich mit großer Begeisterung verfolgen. Und wenn es für diese Leute plötzlich normal ist, wenn Menschen derart traktiert werden („die im Fernsehen machen das ja auch“), dann möchte ich Dir nicht wünschen, daß Du ihnen im Straßenverkehr, im Berufsleben oder in einer Situation, in der Du Hilfe benötigst, begegnest.

Oliver

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Hallo Oliver,

schön, aber Dein Beleidigungsvorwurf kam leider vor
Raimunds Vergleich mit Kinderpornographie.

Der Beleidigungsvorwurf bezog sich auf Raimunds Aussage über die „Amis“!

Überhaupt mal die Frage: Welches „Volk“ hat er denn
eigentlich beleidigt?

s.o.

MfG Userine

Inhalt und Form
Hallo,
über was Du Dich so erregst, ist nur die Form. Über den
Inhalt der Diskussion hast Du nichts verlauten lassen.
Man kann nur Vermuten, daß der Inhalt Deiner Meinung nach
in Ordnung ist.

Nun ist es aber durchaus normal, eine Sache, die ziemlich
penetrant stinkt in etwas überhöhter Art und Weise auszudrücken.
Es ging wohl kaum um Völkerhaß oder haltlose Anfeindungen.

Eher kam nur die Meinung, daß die „Amis“ mit ihrem duchaus
ausgeprägten Geltungsbedürfnis, christlichen Sendungsbewustsein
und zum großen Teil scheinheiligen Moral uns und anderen so
machen Mist bescheren, den die Welt nicht braucht.
Bleibt allerdings offen, ob wir den gleichen Mist nicht früher
oder später auch selber erfinden.
Gruß Uwi

Hallo Userin,

…deren Kinder!

  1. Menschen die sich für solche eine Quälshow melden, könnten doch auch Eltern sein.

  2. Menschen die sich eine solche Quälshow ansehen könnten doch auch Eltern sein.

  3. Du hast keine Garantie daß nicht auch Kinder solche Quälshows ansehen.

  4. Du hast keine Garantie dafür, daß eine Gesellschaft die solche menschenverachtenden Quälshows zuläßt (rein des Geldes willen), nicht auch irgendwann Kinderpornographi zuläßt.

Ich hoffe du denkst noch mal über dein „Aufs Knöpfchen Drücken“ nach.

Gruß
Kerbi

Entwicklung von Pornographie und Sadismus erkennen.
Gehen wir von den 50ern aus: Der Film: „sie tanzte nur einen
Sommer“ wäre fast verboten worden. Der Grund: die
Hauptdarstellerin war (unscharf) nackt zu sehen.

Die scheinheilige Moral der 50’iger müssen wir uns nun wirklich
nicht zum Vorbild nehmen.

Denke an
„Alraune“ (mit der Knef). Auch hier kurz vor dem Verbot. „Das
Schweigen“ (Ulmann). Ein Proteststurm.
Solche Szenen und wesentlich deutlichere kannst Du heute in
den Kinderprogrammen sehen. Gut, mir ist auch klar, dass die
Abbildung eines nackten Menschen nicht unbedingt der
kindlichen Entwicklung schadet. Pornohefte und Filme wie sie
heute üblich sind, wären damals nicht einmal in den Druck
gegangen.

Porno ist keine Erfindung der Neuzeit. Es gab immer Zeiten, wo
die Sitten lockerer waren und dann von strengerer Moral gefolgt
wurden.

Heute werden sie an jedem Kiosk angeboten.
In den 50ern hast Du einen Mord nur angedeutet gesehen. Der
nächste Schritt war „für ein paar Dollar“. Brutalität pur.

Du redest hier von den 50’igern. Also wenige Jahre nach der
Zeit als der organisierten Massenmord vollzogen wurde und
15-Jährige mit der Knarre in der Hand dazu angerichtet wurden,
die böse Russen abzuschießen.
Welch ein Vergleich, mit einem Mord im Kino oder Fernsehen?

Heute im Kinderprogramm. Wir waren auf dem bestem Wege,
Kinderpornos gesellschaftsfähig zu machen. Zum Glück gab es
genügend vernünftige Bremser.

Auch Kindermißbrauch war in der Geschichte immer vorhanden.
Was sich nun bloß geändert hat, ist die Tatsache, daß die Sache
öffentlich angesprochen wird und ständig von den Medien
thematisiert wird. Nur weil man jetzt mehr darüber spricht und
nicht alles unter den Tisch kehrt, ist es schlimmer geworden.
Im Gegenteil. Jetzt gibt es endlich die Chance, sowas auf
ein Minimum zu reduzieren.

Deswegen: die ersten Schritte in diese Fehlentwicklung
bekämpfen.
Eine Show, wie z.B. die Insel (primitiv) wäre bestimmt auch
erfolgreich, wenn nicht jeder gegen jeden, sondern die
einzelnen Gruppen nur als funktionierendes Team gewinnen
könnten.

Was für einen tolle Idee, den langweiligen Quatsch noch
langweiliger zu machen.
Ich schlage vor, daß „Prinzip des funktionierenden Teams“
allg. auf den Sport umzusetzen. Dann fährt Schumi nicht mehr
gegen die anderen Konkurrenten. Statt schleppt er Frentzen ab,
damit der auch ankommt :smile:)

Das würde die Menschen im Spiel dazu erziehen, im
Team zu arbeiten. Sich auf den Mitmenschen verlassen zu
können. Das Gefühl geben, nur zusammen kann man was erreichen.
Das Gegeneinander wäre negativ.

Tja, das ist eben die Kehrseite von freiheitlicher Demokratie
und Individualismus.
Besser ist da eben ein richtig schöner Kommunismus, wie z.B. in
China. Da geht immer schön ums Kollektiv. Solche Querulanten,
die was anderes wollen als das Volk, die kann man da gar nicht
leiden.

Aber das ist scheinbar nicht das Ziel unserer Medien.

Nö, die haben das Ziel und zu unterhalten und damit Geld zu
verdienen. Und dafür machen die ein Programm, daß dem Zuschauern
gefällt.
Gruß Uwi

Hallo Uwe,

über was Du Dich so erregst, ist nur die Form. Über den
Inhalt der Diskussion hast Du nichts verlauten lassen.
Man kann nur Vermuten, daß der Inhalt Deiner Meinung nach
in Ordnung ist.

Der Inhalt der Diskussion ist ok.

Nun ist es aber durchaus normal, eine Sache, die ziemlich
penetrant stinkt in etwas überhöhter Art und Weise
auszudrücken.
Es ging wohl kaum um Völkerhaß oder haltlose Anfeindungen.

Ich möchte das gerne glauben, allerdings habe ich da stille Zweifel.

Eher kam nur die Meinung, daß die „Amis“ mit ihrem duchaus
ausgeprägten Geltungsbedürfnis, christlichen
Sendungsbewustsein
und zum großen Teil scheinheiligen Moral uns und anderen so
machen Mist bescheren, den die Welt nicht braucht.
Bleibt allerdings offen, ob wir den gleichen Mist nicht früher
oder später auch selber erfinden.

Weisst Du, dafür könnte man ohne Probleme ebensogut auch alle anderen Länder der Erde anführen.
Wobei man hier vielleicht mal erwähnen sollte, dass ettliches noch nicht mal amerikanischen Ursprungs ist. Vieles davon kommt aus den asiatischen Ländern, manches aus England.
Vor allem in den asiatischen Ländern sind Dinge längst out und werden, auf welchen Wegen auch immer, in Amerika populär.

Was die scheinheilige Moral und das Geltungsbedürfnis anbelangt, nun - ich denke, davon gibt es in unserem eigenen Land selber genug, dazu müssen wir nicht mit dem Finger auf andere Länder zeigen!
Waren es nicht „Die Prinzen“ die mit Ihrem Lied „Deutschland“ unsere Moral und Scheinheiligkeit beim Namen nannten?
Sollte man sich mal anhören, denn SO sind wir Deutschen! Wir, die mit dem Finger auf andere Länder/Menschen zeigen.

MfG Userine

Du hast nichts verstanden! Schade! o.w.T.
.

Worum geht es eigentlich?
1. Raimunds Behauptung:

Dass die Amis nicht ganz dicht im Hirn sind, war mir schon
lange klar. Doch jetzt wird es erst ganz deutlich:

2. Raimunds Beweis: (???)

Der Sender FOX brachte die erste Folge einer
Foltershow!
„The Chamber“ nennt sich dieses „Kunstwerk“. Ein Mensch wird
in eine Kammer gesperrt und festgebunden. Dann wirken
Flammenwerfer, Wasserkanone, Kältedüsen, Elektroschocker usw.
auf ihn ein. Wärend dem fragt der Moderator Quizfragen ab. Wer
es durchhält, bekommt 100000 $.
Christoph Körfer (RTL): „Wir sagen grundsätzlich nicht
nein…!“
Wann kommt endlich die Hinrichtungsshow?
Elektrischer Stuhl vor laufender Kamera? Mit Nahaufnahmen der
kochenden Augenäpfel?
Oder Hängen lieber? Natürlich auch mit Nahaufnahme der
hervorquellenden Zunge.

3. Raimunds Fazit:

Sind das die Anzeichen für das Ende der augenblicklichen
„Kultur“?

Ich hab den ganzen Thread gelesen und bin wirklich erstaunt, wie leicht man doch Vorurteile durch das Anführen sogenannter Beweise unters Volk bringen kann. Wirklich erstaunlich.

Da werden 2 (oder sogar 3) Dinge aufs Übelste miteinander vermischt, nur damit man seine Verachtung für den Ami mit absurden und möglichst krassen Belegen herauskotzen kann.

zu 1.:
Den Ami (der Singular ist in solchen Beiträgen immer Raimunds bevorzugte Ausdrucksweise, hier ausnahmsweise nicht) als solchen gibt es nicht. Genausowenig wie es den Deutschen oder den Europäer oder den Türken oder den Afghanen gibt. Als Beweis führe ich ganz frech jetzt mal mich an: ich hab vermutlich mit Raimund so wenig gemein wie mit Edmund Stoiber oder Angela Merkel oder auch mit Sarah Wagenknecht oder Herrn Schill. Die Amerikanerin oder die Russin aus meinen Deutschkursen stehen mir da schon bei weitem näher.
Was soll das eigentlich? Nicht ganz dicht im Hirn. Was für eine tiefschürfende und philosophische Erkenntnis. Wie lange braucht man, um das so nonchalant konstatieren zu können? Und was geht in einem ach so kulturell hoch stehendem Menschen vor, der solche Urteile fällt? Ich scheine da noch gewisse Bildungslücken zu haben, damit sich mir das auch erschließt.

zu 2.:
Ja, ich finde solche Fernsehshows widerlich und abstoßend. Ich möchte so etwas nicht sehen. Und ich hoffe, dass die deutschen Fernsehsender (die mit der Kultur, oder?) darauf verzichten, ihren Zuschauern so etwas überhaupt anzubieten.

Genauso hätte ich aber auch auf Big Brother z.B. verzichten können. Das war, glaube ich, eine europäische Erfindung, bzw. eine holländische.
Oder auf die abartigen Nachmittags-Shows, in denen schlichte Gemüter dem Gespött eines johlenden Publikums preisgegeben werden - und die merken es meist noch nicht einmal. Ich käme mir in so einer Sendung auch gefoltert vor - seelisch und psychisch. Ist auch nicht ohne.

zu 3.
Ja ja, die Kultur. Deutschland, das Land der Dichter und Denker - das fehlt gerade noch, dass das hier angeführt wird. Meistens reden ja diejenigen Leute von Goethe und Schiller (am besten noch in Verbindung mit Stolz aufs Vaterland), die, wenn sie Werke dieser Dichter lesen sollten, dankend ablehnen. Ist veraltet, schwierig zu lesen und überhaupt. BILD dir deine (kulturell hoch stehende) Meinung!

Was das ganze im Religionsbrett verloren hat, frag ich mich allerdings schon. Es gäbe hier auch ein Brett „Kultur allgemein“. Aber der Brettname klingt vielleicht zu abschreckend. Wir haben Kultur, wir müssen das nicht diskutieren. Wir zerreißen uns lieber das Maul über andere barbarische Völker, nicht wahr?

Uschi

Schönen Abend Uschi,

für mich geht es um Ethik, Menschenrechte können es bei Folterspielen wohl nicht sein.

Heute bekommst du kein *Sternchen* von mir. Du bist zu weit vom Thema abgekommen. *fg*

Dein Artikel gehört entweder ins Recht-Brett (wegen der Beweisführung…bis zum Urteil) oder zu Kino und Fehrsehen. Weiters hättest du noch die Möglichkeit des Literatur-Bretts gehabt, für Politik waren deine Anmerkungen doch etwas zu „oberflächlich“…und ob für „Kultur allgemein“ ein „rauskotzen“ reicht, bezweifle ich.*gg*

Grüße nach München von
Kerbi

Moin Diana,

verwechselst Du hier nicht etwas? Das ethische Handeln des
Individuums und die Frage nach der allgemeinen Entwicklung der
Zivilisation?

Das letztere bedingt auch immer das erste. Diesen Einfluss merkt man spätestens dann, wenn man versucht eigenen (anderen) ethischen Maßstäben zu folgen, die denjenigen der Entwicklung der Zivilisation entgegenlaufen, falls jemand überhaupt in der Lage ist, sich soweit zu reflektieren und diese Manipulation wahrzunehmen. Der Einfluß der Medien wird hier meiner Meinung nach viel zu sehr unterschätzt.

Als Individuum innerhalb einer Gesellschaft kann ich natürlich
gemäß dem Diktum Handle nur nach derjenigen Maxime, durch
die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz
werde
leben und handeln. Oder aber, grob vereinfachend
gemäß dem anderen Extrem „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.

Das sind keine zwei Extreme. Das eine schließt das andere nicht aus. Warum soll jemand nicht wollen, dass „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ allgemeines Gesetz wird und er auch persönlich danach handelt ?

Soweit dazu. Die Frage, die sich stellt, ist jedoch die Frage
nach der Signifikanz o.g. Shows: Sind sie Indikator für die
allgemeine Verrohung unserer Zivilisation?

Zumindest sind Fernsehshows ein Indikator für Art der jeweiligen Zivilisation. Sie spiegeln einen gewissen Mainstream wieder, der sich durchaus auch im Alltagsleben zeigt. Ich behaupte mal, wenn das literarische Quartett soviele Zuschauer hätte, wie dies Gameshows, sähe auch unsere Gesellschaft anders aus.

Und wenn ja, welche

Folgen hat die allgemeine Verrohung unserer Zivilisation?

Ich würde mal sagen, auf jeden Fall ein Niedergang an Fähigkeiten. In der Entwicklung von Zivilisation baut normalerweise eins auf das andere auf. Fähigkeiten gehen nicht verloren, sondern werden weiterentwickelt. Hier gibt es schon den ersten Bruch in unserer Zeit. Viele handwerkliche Arbeiten wären zum Beispiel heutzutage gar nicht mehr ausführbar, weil es niemanden mehr gibt, der sie beherrscht. Insgesamt betrachtet ist der Mensch ein Wesen mit vielen Fähigkeiten und Anlagen. Diese zu fördern sollte das Ansinnen einer Zivilisation sein, um sich weiterzuentwickeln.

Wenn solche Gameshows ein Spiegel der Verrohung unserer Zivilisation sind, dann kann es nur bedeuten, dass Gewalt als Mittel der Durchsetzung wieder gesellschaftsfähig wird. Also Pech für die kleinen Dünnen mit viel Grips. Nur hat Gewalt selten etwas aufgebaut, manchmal etwas erhalten können, meistens nur zerstört. Fahr mal in eines der Länder der ehemaligen UdSSR in denen jetzt seit langen jahren Chaos und Bürgerkrieg herrscht oder red mit Leuten, die öfters dorthin fahren. Du wirst sehen, Zivilisation kann sich auch zurückentwickeln. Wo früher Straßen, Infrastruktur, medizinische Versorgung, Schulen, Energieversorgung etc. war, wächst heute nur noch Gras. Sowas sollte uns zu denken geben.

Mag sein, daß sie den Untergang dieser Kultur zur Folge hat -
wobei die Frage nach dem kausalen Zusammenhang bisher noch
nicht abschließend beantwortet wurde.

Gesellschaftliche Entwicklung ist nie monokausal, jedoch ist es in vielen Fällen möglich Trends aufzuzeigen und zurückzuverfolgen. Gleichermaßen ist es möglich Parallelen und Vergleiche zu ziehen, man muss nur in der Lage sein, die Augen etwas zusammenzukneifen, damit das Bild unscharf wird :smile:

Daß Kulturen nicht ewig Bestand haben, ist aber der Punkt, dem
mein „so what?“ gilt - wie sagt schon Brecht?

Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt

Klar, aber in welche Richtung die Reise gehen soll, darauf kann man durchaus Einfluss nehmen.

Gruss
Marion

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Idealismus
Hallo Marion,

Das sind keine zwei Extreme. Das eine schließt das andere
nicht aus. Warum soll jemand nicht wollen, dass „Auge um Auge,
Zahn um Zahn“ allgemeines Gesetz wird und er auch persönlich
danach handelt?

Ohne Kontext nicht, völlig richtig, mein Fehler, ich habe gedanklich einen Schritt übersprungen: Ich hatte es als zwei Extreme dargestellt, weil Kant mit seinem Diktum sicher nicht das Prinzip des Alten Testaments zum KI erheben wollte :wink: In diesem Sinne habe ich diese Prinzipien gegenübergestellt. Natürlich ließe sich der KI aus dem Kontext herausgelöst auch i.S.v. Mord & Totschlag auslegen.

Zumindest sind Fernsehshows ein Indikator für Art der jeweiligen Zivilisation. Sie spiegeln einen gewissen
Mainstream wieder, der sich durchaus auch im Alltagsleben
zeigt. Ich behaupte mal, wenn das literarische Quartett soviele Zuschauer hätte, wie dies Gameshows, sähe auch unsere Gesellschaft anders aus.

Was für ein Ideal soll das widerspiegeln? Eine Gesellschaft, die mehr liest etc. ist weniger gewaltbereit?!?

Ich würde mal sagen, auf jeden Fall ein Niedergang an
Fähigkeiten. In der Entwicklung von Zivilisation baut
normalerweise eins auf das andere auf. Fähigkeiten gehen nicht
verloren, sondern werden weiterentwickelt. Hier gibt es schon
den ersten Bruch in unserer Zeit. Viele handwerkliche Arbeiten
wären zum Beispiel heutzutage gar nicht mehr ausführbar, weil
es niemanden mehr gibt, der sie beherrscht. Insgesamt betrachtet ist der Mensch ein Wesen mit vielen Fähigkeiten und Anlagen. Diese zu fördern sollte das Ansinnen einer Zivilisation sein, um sich weiterzuentwickeln.

Sprechen wir von den Folgen der Verrohung oder den Folgen der fortschreitenden Technisierung? Oder bedingt eins das andere?

Wenn solche Gameshows ein Spiegel der Verrohung unserer
Zivilisation sind, dann kann es nur bedeuten, dass Gewalt als
Mittel der Durchsetzung wieder gesellschaftsfähig wird. Also
Pech für die kleinen Dünnen mit viel Grips.

Du unterschätzt die Schreibtischtäter, Marion :wink: Wer ist gefährlicher, der türkische Häuser anzündende Neonazi oder der rechtsradikale Intellektuelle, der das passende Theoriengebäude entwirft? Wie sagte mal einer dieser Herren seinerzeit in einem Gespräch? „Diese Ausschreitungen waren zu diesem Zeitpunkt höchst unpassend. Sie haben unserer Sache nur geschadet.“

Nur hat Gewalt selten etwas aufgebaut, manchmal etwas erhalten können, meistens nur zerstört.

Und wie definiert sich Gewalt? Allein in der Form von Krieg, Brandschatzung und Totschlag?

Gesellschaftliche Entwicklung ist nie monokausal, jedoch ist
es in vielen Fällen möglich Trends aufzuzeigen und
zurückzuverfolgen.

Nochmal zum Ausgangspunkt: Das Phänomen der öffentlichen Zurschaustellung von Gewalt wie in diesen Gameshows hat es in den meisten, wenn nicht allen Gesellschaften gegeben. Es liegt, wie Metapher schon dargelegt hat, an bestimmten menschlichen Grundmustern, sich an Brutalität zu ergötzen. Allein das Deckmäntelchen hat sich nur im Laufe der Menschheitsgeschichte verändert.

…in welche Richtung die Reise gehen soll, darauf kann man durchaus Einfluss nehmen.

Unverbesserliche Idealistin :wink:

Grüsse
Diana

Naja, Uschi,
so ganz kann ich Deinen Einwurf und den Beginn einer Metadiskussion hier nicht nachvollziehen.
Ja, Raimunds Posting ist provozierend und verallgemeinernd. Aber das sind seine Postings ja oft. Es ist eben seine Art, mit drastischen Positionen eine Diskussion loszutreten. Darüber, wie eine Diskussion geführt werden sollte, könnte man einen eigenen Thread (nicht unbedingt hier) lostreten.

Dass aber eine Diskussion über unethische Fernsehsendungen in dieses Brett mit dem Thema **Religion und Ethik>/b> gehört, dürfte unstreitig sein.
Inwieweit eine Sendung, die öffentlich Folter zeigt, eine Sendung, die öffentlich Mord zeigt, oder eine Sendung, die öffentlich sexuelle Praktiken zeigt „ethisch“ ist - genau darüber wird ja hier diskutiert.
Diskussion besteht aus der Gegenüberstellung unterschiedlicher Meinungen - und nichts anderes geschieht hier.

Ich glaube, dass uns diese Metadiskussion nicht unbedingt in der Sache weiterbringt und wir sie nicht mit der eigentlichen Diskussion vermischen sollten.
Lieben Gruß
Eckard.**

1 „Gefällt mir“

Stichwort: Vermischung
Lieber Eckard,

so ganz kann ich Deinen Einwurf und den Beginn einer
Metadiskussion hier nicht nachvollziehen.

Eine Metadiskussion loszutreten war nicht meine Absicht.

Ja, Raimunds Posting ist provozierend und verallgemeinernd.
Aber das sind seine Postings ja oft. Es ist eben seine Art,
mit drastischen Positionen eine Diskussion loszutreten.

Und genau das ist mein Kritikpunkt. Ich halte so etwas für billige Polemik.

Darüber, wie eine Diskussion geführt werden sollte, könnte man
einen eigenen Thread (nicht unbedingt hier) lostreten.

Wäre sicher mal ganz interessant. Welches Brett?

Dass aber eine Diskussion über unethische Fernsehsendungen in
dieses Brett mit dem Thema Religion und
Ethik>/b> gehört, dürfte unstreitig sein.
Inwieweit eine Sendung, die öffentlich Folter zeigt, eine
Sendung, die öffentlich Mord zeigt, oder eine Sendung, die
öffentlich sexuelle Praktiken zeigt „ethisch“ ist - genau
darüber wird ja hier diskutiert.
Diskussion besteht aus der Gegenüberstellung unterschiedlicher
Meinungen - und nichts anderes geschieht hier.

D’accord. Wenn nur die Empörung über diese unappetitliche Fernsehsendung hier gestanden hätte, dann hätte es natürlich mit Ethik und den Werten einer Gesellschaft zu tun. Das war aber eben nicht der Fall. Es war ein undifferenzierter und verallgemeinernder Rundumschlag mit antiamerikanischem Unterton.

Ich glaube, dass uns diese Metadiskussion nicht unbedingt in
der Sache weiterbringt und wir sie nicht mit der eigentlichen
Diskussion vermischen sollten.

Die meines Erachtens marktschreierische Vermischung wurde von Raimund gemacht. Ich habe mir nur erlaubt, das zu aufzuzeigen und zu kritisieren.
In der Sache (Inhalt von Fernsehsendungen) besteht absolute Übereinstimmung.

Auch lieben Gruß
Uschi

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hallo Uschi,
ziemlicher Schwachsinn, was Du da verzapfst.
Wie immer unterstellst Du etwas, was Du Dir aus den Fingern saugst.
Dein Posting besteht nur aus Anklage und Flagelantismus.
Beflissentlich bist Du bisher um das Thema herumgegangen und hast es, wenn überhaupt nur ganz kurz angetippt.
Dafür aber hängst Du Dich an Nebensächlichkeiten auf.
Wenn es Dir lieber ist, dann behaupte ich: die US-Bürger sind das reinste und beste was es auf der Welt gibt. Es sind Vorbilder in allem: Kultur, Denkweise, Tolleranz, …
So müsste die Welt aussehen.
So, und jetzt, nachdem Deinen Gefühlen genüge getan ist, können wir wieder zum eigentlichen Thema kommen?
Grüße
Raimund

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