Ich weiß nicht, ob mein Titel das beinhaltet, was ich fragen will…
Also, in letzter Zeit lese ich in Texten immer wieder „…die PLO, die Vertreter in des palästinensischen Volkes, sagt…“ oder ähnliches. Das ist jetzt nur ein Beispiel, über das ich heute stolperte. Ich bin ja auch ein großer Verfächter (nein, eine Verfächterin *gg*) der Emanzipation, aber wird bei „weiblichen“ Eigennamen schon immer die Endung „in“ angehängt? Die Frage ist auch: Muss ich das in offiziellen Schriften tun (ich schreibe Examensarbeit)?
Nehmt es mir nicht übel, aber ich finde, dass das sehr seltsam klingt
„…die
PLO, die Vertreter in des palästinensischen Volkes,
sagt…“
Beginnen wir die Diskussion damit, dass Du einen Vorschlag machst, wie der Satz Deiner Meinung nach richtig heißen soll, und zwar ohne ihn großartig zu verändern oder zu verlängern.
Beginnen wir die Diskussion damit, dass Du einen Vorschlag
machst, wie der Satz Deiner Meinung nach richtig heißen soll,
und zwar ohne ihn großartig zu verändern oder zu verlängern.
„…die
PLO, die Vertreter in des palästinensischen Volkes,
sagt…“
Gut:
„…die PLO, die Vertretung des palästinenischen Volkes, sagt…“ - das wäre zwar ein ganz anderes Wort, klingt aber deutlich besser.
„…die PLO als Vertreter des palästinenischen Volkes…“ - selbst in solchen Zusammenhängen (also nicht im Relativsatz) habe ich schon „Vertreterin“ gelesen.
Mag ja grammatikalisch richtig sein (vom Geschlecht her), aber es kommt mir so… ungewohnt vor.
Die Frage ist ja: Ist es falsch, nicht diese weibliche Endung zu nehmen?
Ich bin ja auch ein großer Verfächter
(nein, eine Verfächterin *gg*) der Emanzipation, aber wird bei
„weiblichen“ Eigennamen schon immer die Endung „in“ angehängt?
Verfächter? / Verfächterin? Wirklich?
Ich muss mal die Duden-Redaktion anrufen, denn das Wort fehlt bei mir.
„Verfächter, der; -s; auch: Verfächterin, die; (jemand, der alles und jeden in Schubladen einordnet)“
meine Nicht-Experten-Gefühls-Nachdenken-Meinung ist, daß das Problem die Abkürzung ist. Würdest du PLO ausschreiben, wäre die weibliche Form völlig logisch, weil sich der Artikel auf Organisation bezieht, also DIE und in Folge dann natürlich auch VertreterIN.
meine Nicht-Experten-Gefühls-Nachdenken-Meinung ist, daß das
Problem die Abkürzung ist. Würdest du PLO ausschreiben, wäre
die weibliche Form völlig logisch, weil sich der Artikel auf
Organisation bezieht, also DIE und in Folge dann natürlich
auch VertreterIN.
Wenn das „völlig logisch“ ist, dann ist auch folgendes Fragment „völlig logisch“:
„Die Amsel - die Vögelin mit der größten Sangesbegabung unter den heimischen Gartenvögeln …“
weil sich der Artikel auf
Organisation bezieht, also DIE und in Folge dann natürlich
auch VertreterIN.
Wenn das „völlig logisch“ ist, dann ist auch folgendes
Fragment „völlig logisch“: „Die Amsel - die Vögelin mit der größten Sangesbegabung
unter den heimischen Gartenvögeln …“
klar völlig logisch!
DIE Organisation -> VertreterIN
DER Vogel -> VögelIN
Ich weiß nicht wie DER Vogel bei dir plötzlich weiblich wird und außerdem vögel… gehört in’s L&L-Brett
Frau Vogel heißt nämlich Henne!
„Guten Tag Frau Fischer. Ich wollte Ihre Tochter zum Fischen abholen.“
„Aber ich heiße doch Vogel, junger Mann.“
„Das weiß ich. Ich wollte nur nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.“
Sehr gut beobachtet. DER Vogel ist fürwahr männlich. Das Problem ist nur, dass hier nicht DER Vogel, sondern DIE Amsel das Bezugsobjekt ist. Aber ich habe vollstes Verständnis dafür, dass jemand, der der Auffassung ist, eine nachfolgende Gattungs- oder Funktionsbezeichnung sei stets mit -in zu versehen, wenn der Gegenstand, auf den sie sich bezieht, grammatisch weiblich ist, auch nicht imstande ist, einen halben Satz richtig zu erfassen.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
nun hatten wir einen netten Schlagabtausch. Das macht dich mir so sympathisch, daß ich nun, wie ich es deinem Beispiel folgend tat, Anrede und Gruß nicht mehr weglassen mag.
nur das PLO als Organisation weiblich ist.
Die „PLO ist VertreterIN des Volkes“ ist sicher richtig und nicht nur bei der PLO.
Was uns hier fehlt ist die Regel, denn mir fallen auch Gegenbeispiele ein.
Also, anscheinend sind beide Varianten richtig! Die entsprechende Regel findet sich in Duden 9 (4. Auflage. S. 460) „Richtiges und gutes Deutsch“ unter dem Eintrag „Kongruenz“, Ziffer 3.4:
[…] Haben Sachbezeichnungen und kollektive Personenbezeichnungen feminines Genus, schwankt der Gebrauch. Sind feminine Wörter vorhanden, dann können diese gewählt werden. Eine feste Regel gibt es dafür nicht. Beide Möglichkeiten sind korrekt:
Die Autoindustrie ist der beste Abnehmer/die beste Abnehmerin für Kunststoffe. Die Berufsgenossenschaft als Träger/Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung… […]
[…] Haben Sachbezeichnungen und kollektive
Personenbezeichnungen feminines Genus, schwankt der Gebrauch.
Beide Möglichkeiten sind korrekt:
Die Autoindustrie ist der beste Abnehmer/die beste Abnehmerin
für Kunststoffe. Die Berufsgenossenschaft als Träger/Trägerin
der gesetzlichen Unfallversicherung… […]
Alles klar! Danke!
Man muß nur wissen, daß es in der Grammatik den Begriff Kongruenz gibt. Da wäre ich, die ich den Begriff aus der Mathematik kenne, nicht drauf gekommen.
Also wieder was gelernt.
nur das PLO als Organisation weiblich ist.
Die „PLO ist VertreterIN des Volkes“ ist sicher richtig und
nicht nur bei der PLO.
Was uns hier fehlt ist die Regel, denn mir fallen auch
Gegenbeispiele ein.
Ich finde den Satz mit „Vertreterin“ höchst fragwürdig. Ich denke nicht, dass man den einfach so mal eben schnell äußern würde, ohne selbst darüber zu stolpern oder sich das längere Zeit zu überlegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei solchen aus Verben gebildeten Derivativen (oft enden die ja auf „-er“) eine Art Regel gibt, die besagt, dass hier das generische Maskulin benutzt werden sollte.
Ich hätte also gesagt: „Die PLO ist Vertreter des Volkes“ — das würde mir vielleicht auch gar nicht auffallen in einem Text.
Ich finde den Satz mit „Vertreterin“ höchst fragwürdig. Ich
denke nicht, dass man den einfach so mal eben schnell äußern
würde…
stimmt, man stolpert.
In amtlichen Schriftstücken findest du (zumindest in meinem Bereich ist das so) die weibliche Form. Da heißt es z.B. Die BRD ist EigentümerIN des Flurstückes. Für mich ist das längst normal. Und das es nach Duden richtig ist wurde ja bereits weiter unten erläutert.
Ich könnte mir vorstellen, dass es … eine Art
Regel gibt, die besagt, dass hier das generische Maskulin
benutzt werden sollte.
Vorstellen, könnte ich mir das auch. Aber Vorstellung reicht leider nicht.
Hallo,
ich weiss nicht, wie das in anderen Fachgebieten ist, in der Rechtssprache wird die weibliche Endung jedenfalls konsequent durchgezogen. Daher tummeln sich in juristischen Schriften auch so viele weibliche Formen (in sprachlicher Hinsicht): nicht nur die „Franz Müller KG“ ist immer weiblich, auch eine „Das Patriarchat Verlags GmbH“ würde nicht etwa als Kläger, sondern stets als Klägerin, Antragstellerin, Beschwerdeführerin etc. bezeichnet werden.
Grüße, Peter