Entbindung als Mann - wie schlim issses?

Hi,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren - wie ist es denn so?

Ich weiß nicht, ob ich der Typ dafür bin. Nur theoretisch, hab da neulich mal mit meiner Frau drüber geredet.

Ihr könnt Euch also mit dem Antworten Zeit lassen :wink:

mfg

Hi timekiller!

ich bin zwar kein Mann, weiss aber, dass es „die Entbindung“ nicht gibt.

Bei meiner hättest DU ohne Probleme dabeisein können. Wir hatten eine Menge Spaß, mir ging es gut, die Hebamme war gut drauf, nach ein paar Minuten war alles vorbei.

Andere Mütter können da allerdings mit echten Horrorgeschichten aufwarten, zum Einen, was die Zeit angeht, zum anderen, was die Schmerzen angeht.

Ich bin überzeugt, je lockerer die Mutter die Sache angeht, desto grösser ist die Chance auf eine lockere Entbindung. (sorry, dass das jetzt SEHR verallgemeinert ist)

Im Grunde sehe ich das so: Du hast es mit gezeugt - dann lass die Frau damit auch nicht alleine!!! SIE muss da auch durch!

Also: wenn Dich die Mutter dabeihaben will: Sei ein Mann!! (na gut… oder eben nicht- Hauptsache Du hältst dann ihre Hand!)
Wenn sie lieber alleine sein will - frag, ob das ihr Ernst ist (vielleicht hat sie nur Angst, dass Du aus den Latschen kippst)

Am Ende gibt es einen Menschen mehr! Und DAS ist mit Sicherheit ein Grund zur Freude, in dem fast alles vergessen ist, was man gerade noch erlebt hat!

Viel Erfolg!
Ulli, bei der alles vergessen war, als der zweite Zwilling seinen ersten Schrei losgelassen hatte!

Bericht
Hallo,

unser Sohn wurde in einer Hebammenpraxis entbunden, nicht in einer Klinik. Nach Absprache (telefonisch) mit der Hebamme fuhren wir ein paar Stunden vor der Geburt unseres Kindes in die Praxis. Es sollte eine Unterwassergeburt werden. Die Geburt selbst verlief relativ komplikationslos (zwar Dammschnitt, aber sonst nix). Wichtig ist das Beisein des Vaters. Nicht viel reden, einfach da sein und Händchen halten, der Frau vertrauen. Sie weiß selbst, was zu tun ist. Keine Worte was sie zu machen hat, nur Kraft geben, eben da sein. Für uns Väter ist das eine durchwachte Nacht, keine Müdigkeit zeigen! Die Frau kann zwischendurch schlafen, trotzdem sollte der Vater da sein. Trinken reichen, streicheln, gute Gefühle rüberbringen. Ich fand es überwältigend, das da ein Kind rauskommt, den Augenblick vergess ich nie. Nur Bilder, Ultraschall, das bringt es nicht.

Gib das Kind sofort der Mutter, noch angenabelt, jede Sekunde zählt. Die Nabelschnur durchzuschneiden ist schon ein besonderes Gefühl. Schön nah am Körper des Babys. Die zitternden Hände bändigt die Hebamme. Und wenn die Mutter sich ausruht, dann kannst du dein Kind nehmen, festhalten. Er ist dein Kind. Kümmere dich auch nach der Geburt um die Mutter, sei da, helfe ihr. Im Prinzip versuche ALLE Wünsche zu erfüllen, du bist Sklave, halt dich dran. Deine Liebste wird es dir später danken.

Keine Gedanken an das Blut was da fließt. Das ist die Natur der Sache. Das gehört dazu. Es ist nicht schlimm, die Freude und das Gefühl über das Kind wiegen alles auf.

Ich würde jedem Mann raten, bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein, es wird ein Erlebnis fürs Leben!

Grüße
André

Hallo,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren

  • wie ist es denn so?

Ganz kurz

bei uns, 3 x Normalgeburten.

Jede ein Unvergesslich schönes Erlebnis das kein Vater verpassen sollte.

Viele Grüße
Markus

Servus!

Schau, daß Du dabei bist!!
Du bist im Kreißsaal

  1. wichtig (für die Mama)
  2. überhaupt nicht fehl am Platz, auch wenn Du Dich zeitweise so fühlen magst
  3. an dem Ort, an dem Du Dein Kind zu allererst in Empfang nehmen kannst, sehen kannst, Dich verlieben kannst.

VG
Christian (Adabei gwesn)

Hallo,

schlimm? Fand ich es überhaupt nicht. Ich habe ähnlich wie André empfunden. Das ist eines der wenigen Ereignisse die man niemals vergisst. Mein Sohn kam nachts halb eins zur Welt und ich war anschliessend noch eine Weile dort. Als ich am Morgen nach Hause kam war ich völlig aufgedreht. Schlafen? Fehlanzeige.
Da man eine Geburt nicht täglich erlebt sollte man sich dieses einmalige Ereignis nicht entgehen lassen, die werdende Familie das erste mal vereint zu sehen. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Gruss Sebastian

Hi auch,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren

zwei mal

  • wie ist es denn so?

Einmalig!
Unbeschreiblich!
Wer es nicht tut, ist es selber schuld!

Gandalf

Hallo,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren

  • wie ist es denn so?

hier mal das Kontrastprogramm. Allerdings nicht um abzuschrecken, oder zu zeigen, was ich doch für ein toller Typ bin, sondern um deutlich zu machen, dass sich so eine Geburt durchaus auch mal dramatisch entwickeln kann, und wie wichtig Man(n) dann für seine Frau ist.

Bei uns lief alles 1A bis direkt zur Geburt. Die Wehen hatten schon sehr lange gedauert, und unter dem dann eingesetzten Wehentropf wurden die Herztöne plötzlich deutlich schlechter. Während der OP schon für einen Notkaiserschnitt klar gemacht wurde, versuchten diverse Ärztinnen und Hebammen den Kleinen noch mit aller Gewalt und Geräteeinsatz so auf die Welt zu holen. Eigentlich war ausgemacht, dass ich unter solchen Umständen hätte gehen müssen. Das Personal hat mich dann aber hierzu doch nicht aufgefordert, weil ich mich zurückgehalten und auf die Beruhigung/Aufmuterung meiner Frau beschränkt habe. Das ganze endete in einer ziemlichen Sauerei mit viel Blut. Der Kleine wurde auch sofort von der Kinderärztin in Empfang genommen und erst einmal weggebracht, also erst einmal nichts mit romantischem Nabeldurchschneiden und Baby auf den Bauch legen, …

Die anschließende Näherei war auch nicht ohne, aber ich habe mich weiterhin auf meine Frau konzentriert und um sie gekümmert. Jetzt ist die Geschichte schon fast ein Jahr her, der Kleine entwickelt sich prächtig, und meine Frau sagt mir immer noch, wie wichtig ihr damals meine Unterstützung in der Situation war. Eine der Ärztinnen sagte mir damals, dass sie noch kaum einen Mann erlebt hätte, der unter solchen Umständen so besonnen gewesen sei, und ich nur deshalb hätte dabei bleiben können. Das würde ich jetzt gar nicht mal als persönliches Lob auffassen, sondern einfach als Tatsachenbeschreibung, dass eben ganz viele Menschen in so einer Situation panisch werden, oder vielleicht auch einfach nicht mit den Umständen wie großen Blutlachen auf dem Boden, … klar kommen. Das kann man also auch niemandem zum Vorwurf machen. Aber vielleicht ist es bezeichnend, dass meine Frau und ich zu den wenigen aus unseren Semestern gehört haben, die damals den Kurs Rechtsmedizin gemacht und ohne weiße Nasen überstanden haben :wink:

Auch wenn die Geschichte also leider nicht immer zum rundum schönen Erlebnis wird, kann sie durchaus etwas Positives haben, und die Familie noch enger zusammenschweißen.

Gruß vom Wiz

Hi,

ich hatte es glaube ich schon mal erzählt, früher sah ich mich immer in der „klassischen Rolle“ in der Kneipe gegenüber wartend, ein Bier vor mir und wenn der Anruf kommt, eine dicke Zigarre anzündend. Nun diese Phantasie hatte sich vor der Angst und den Erzählungen anderer genährt und wie auch hier vor kurzen wieder besprochen, alles von Blut überströmt, nein DAS wollte ich nicht.

In Wirklichkeit habe ich erst beim Elefantenturnen erfahren wie es ablaufen könnte und das es kein „allgemein“ gibt. Genauso wie jeder Mensch verschieden ist, verläuft auch jede Geburt anders ab. Und so faste ich den Mut (im wahrsten Sinne des Wortes) es zu versuchen.

Meine Frau wusste um meine Ängste und Befürchtungen und wie sich herausstellte waren alle umsonst. Die stundenlangen Sparziergänge im Wald, das Warten das die Wehen so stark werden das man in den Kreissaal darf und der Blick auf den Wehenschreiber wenn es dann los geht waren mit das Spannendste was ich erlebt habe.

Die Tränen und das und das Glücksgefühl wenn man dann erlebt wie sein Kind auf die Welt kommt kann man nicht beschreiben. Als Laie könnte man es höchsten mit 24 Stunden Achterbahn vergleichen :wink:

Viele Grüße
MeToo

Hallo Andre!

Dein kleiner Bericht ist ja richtig süss! Deine Frau kann echt froh mit
dir sein, denk ich mir mal.
Ich geh mal davon aus, dass es meinem Mann genauso ging wie dir, als
unsere Kleine auf die Welt kam. Und ich war wirklich froh, dass er bei
mir war und mich unterstützt hatte, so gut er konnte. Das ist etwas
ganz wichtiges für eine Frau während der Geburt.

LG
Petra

Kann mich nur bei Gandalf anschliessen. Ergänzend:

Nichts persönlich nehmen :wink:
Was zu Essen einpacken (mega-wichtig!)

Gruss Mirko

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Hallo timekiller,

daß es „die“ Entbindung nicht gibt hast Du ja schon gehört.

Dennoch: ich kann Dir nur empfehlen mit zu gehen - ist ein einmaliges Erlebnis. Hatte beim ersten mal auch weiche Knie, war aber alles kein Problem und auf jeden Fall was, das sehr lange sehr positiv im Gedächtnis bleibt.

Falls Du nicht mitgehst ist das auch nichts „verwerfliches“ - letztlich bleibt es Eure Entscheidung.

Gruß
mΔx

Hi timekiller,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren

  • wie ist es denn so?

Nun ich bin kein Mann kann aber nicht umhin dir mal zu schildern wie ich es mit meinem erlebte.

Du hast hier von vielen gehört das es für sie ein jeweils pro Kind einmaliges Erlebnis war. Nun mein Mann sagt dies auch und ich muss davon ausgehen das es stimmt, denn trotz der Tatsache das ich ihn fast bei der ersten Geburt ausgeknockt habe wollte er bei der zweiten dabei sein.
Da hab ich ihm im übrigen fast, aber wirklich nur fast, den Daumen gebrochen *grins* Er hatte vor der zweiten Geburt immer behauptet er wollte in Ritterrüstung in den Kreissaal :wink:

Im übrigen war es für mich eine unheimliche Hilfe ihn dabei zu haben.
Und das Schmunzeln der Hebamme und der Ärztin beim ersten Kind werd ich auch nie vergessen nachdem ich ihn fast ausgeknockt hatte *lach*

Schönen Gruß
Andrea

Hallo Wiz,

hier mal das Kontrastprogramm.

um zu zeigen, daß es bei uns auhc nicht nur geschmiert ging.

Die Geburt unseres ersten wurde eingeleitet, weil es nach knapp zehn Tagen über dem Termin zu einem Blasensprung kam, die Wehen aber auf sich warten ließen.
Die Wehen traten sehr intensiv und überaus schmerzhaft ein und es sollte eine PDA gelegt werden, die aber erst mal ansprach, weil die Wirbelsäule zu groß und die Kanüle zu kurz war. Also das ganze noch mal mit längerer Kanüle.
Dann stellte sich heraus, daß er ein Sternengucker werden sollte, er also mit dem Gesicht nach oben heraus kommen sollte. Zum Glück konnten die Hebammen ihn mit Akupunktur und Druckmassage drehen.
Trotz Wehenmitteln ging die Geburt nicht vorran und wir sahen den Arzt schon die Messer für einen Kaiserschnitt wetzen. Nur weil die Habammen ihn ein wenig in die Schranken weisen konnten ließ er davon ab.
Als der Jung dann endlich kam, hatte er eine Hand auf dem Gesicht und riss seiner Mutter ziemlich viel kaputt, sodaß sie großflächig genäht werden mußte.
Das Nähen übernahm eine Assistenzärztin, die meinte, aß ich doch besser nicht zugucken sollte, worauf der Arzt, der die PDA gelegt hat nur meinte: „Der war zwei mal bei der PDA dabei, der verträgt schon was“

Der Jung war allerdings quitschfidel und ich durfte ihm die Nabelschnur durchschneiden und baden.

Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb) war das Erlebnis so intensiv und unvergesslich.

Gandalf

nicht schlimm!

Hi,

falls es hier Männer gibt, die bei der Entbindung dabei waren

  • wie ist es denn so?

Aber klar war ich dabei, bei allen dreien (das zweite Mal waren es Zwillinge).

Es ist für uns Männer wohl so unterschiedlich wie Geburten nun mal so sind, aber jedesmal ist unsere Rolle eine absolute Nebenrolle: Spazierenführen, Warten, Tee holen, Formulare ausfüllen, Warten, Händchenhalten, Wachbleiben, Streicheln, weiter Warten sind da die Highlights. Mit einer Ausnahme: die Quasi-Blaulichtfahrt ins Krankenhaus, welche mindestens den Adrenalingehalt eines selbstgefahrenen Formel-1-Rennens hat, völlig egal in welchem Wehenstadium die Frau ist. Sonst sind wir nur passiv, aber, wenn man den Frauen (meiner zumindest) glauben darf, wichtig.

Meine eigenen Erfahrungen sind wenig dramatisch: Beide Male ging es zügig und ohne besondere Komplikationen. Doch der Moment, sein Kind zum ersten Mal zu sehen und dann auch noch im Arm zu halten ist einfach unvergleichlich. Ich habe, ohne mich zu schämen, vor Glück geweint. Und später, als alle Endorphine restlos aufgebraucht waren und ich fix und fertig auf dem Weg nach Hause war, hätte ich die ganze Welt umarmen können.

Die Geburt ist das Erste, was man als Familie gemeinsam machen kann. Ich denke man soll diese Chance in jedem Fall nützen.

Ich war froh, dass ich bei der Entbindung nicht dabei war.

Der Vater war für ungefähr 20 Minuten bei der Anmeldung, da es nach Aussage der Hebamme noch etwas Zeit war und er ja schnell noch die Formalitäten erledigen könnte. In diesen 20 Minuten war ich verspannt und nicht gut drauf. Kaum war der Vater wieder da, hab ich alles vergessen und mich voll auf die Geburt konzentriert.

Viel habe ich von ihm eigentlich nicht mitbekommen und ehrlich gesagt war es mir auch egal, wie es ihm ging. Ich war nämlich ziemlich mit mir selbst beschäftigt, du verstehst? ER WAR DA!

Mein Kollege hat übrigens 2 Kinder auf die Welt begleitet. Er ist beide Male hinterher kollabiert, weil es so aufregend war. Aber das hat ihn nicht davon abgehalten, dabei zu sein.

Auch wir Mütter haben, vor allem beim ersten Mal, Angst vorm Kinderkriegen. WIR haben nur leider nicht die Wahl, WIR MÜSSEN da durch. Glaub mir, es ist ein tolles Erlebnis, Kinder zu bekommen. Versuch’s!!!

Ich war froh, dass ich bei der Entbindung nicht dabei war.

**PRUUUUST**
Wie zum Geier editiert man hier? Ich wollte natürlich schreiben:
Ich war froh, bei der Entbindung nicht ALLEIN zu sein!!! Sorry, der kleine Fehlerteufel hat mitgeschrieben…

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Moin,

ich hab’s drei Mal mitgemacht - zu Hause.

Davon kam einmal die Hebamme an, als der Kleine schon an der Brust trank, und einmal kam sie zwar schon, als erst der Kopf raus war, hat mich aber weitermachen lassen, weil ihre Hände noch so kalt waren (Winter).

Es ist klasse und kann es nur weiterempfehlen!

Gruß

Kubi

Hat Spuren hinterlassen
Hi auch!

Bei meinem Mann hat es Spuren hinterlassen. Die Spuren meines Händedrucks hatten sich deutlich auf seinen Händen verewigt. Das hat ein paar Tage gehalten…

-)

kernig

Hallo,

und ich hab mich schon gefragt, wie Du das hingekriegt hast. Naja, delegieren *smile

LG

Sarah

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