Fanatisch. Dogmatisch. Schwarz-Weiss.
Hallo Oliver Walter,
Meine „Freunde in der Sache“ und ich
wollen die Psychologie entromantisieren und entmystifizieren.
Romantik und Mystik haben einen angemessenen Platz in Kunst,
Literatur und Musik. In psychologischen Erklärungen von
menschlichem Verhalten und Erleben haben sie nichts verloren
und müssen ersetzt werden.
*lach* … Sicher! und durch was , wenn ich fragen darf?
… Und wenn einer zu Dir kommt und aufgrund seiner Spinnenphobie eine verhaltenstherapeutische Konfrontationstherapie beginnen möchte, dann legst Du ihm gleich die Spinne auf die Hand, nicht wahr? Ganz in dem Sinne: „Ja, wieso? Lt. wissenschaftlichen Ergebnissen wird sich nur so seine physiologische Reaktion entspannen und der Klient/Patient wird sich dadurch auch besser fühlen“. Punkt? Basta?
Was ist mit Einfühlungsvermögen bzw. Empathie, lieber Oliver?
Ach ja, diese läßt sich ja ebenfalls messen - ob und wieviel der Therapeut von dieser Persönlichkeitseigenschaft besitzt…
Nur: ein Mangel an Empathie beschert Dir auch als Verhaltenstherapeut eine gähnend leere Praxis. Selbstredend erklärt sich, warum…
Die Psychologie als „Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des bewußten und unbewußten Seelenlebens“ (und die Psychotherapie als „Suggestivbehandlung oder seelische Behandlung seelischer und körperlicher Störungen“) sind pseudo - Ausdrücke. Unecht, falsch.
Denn sie beschäftig(t)-en sich nicht im geringsten mit der Seele. Weil sie nicht nur die Seele negier(t)-en, nein, sie [die Psychologie] „lehrt um etwas herum, was per se nicht zu begreifen ist, nicht greifbar ist“.
Also gut. Und nun möchte man als [* Pfleger, Wärter = ursp. für Therapeut] bzw. kognitiver Therapeut eine Spinnenphobie - lapidar - „wegmachen“.
Huch? Und nun?
Hast Du an der Universität nicht gelernt, dass erst die bewußte oder unbewußte Reaktion / eine innerliche Reaktion da sein muss, bevor sich diese Reaktion messbar physiologisch äußert??
Und überhaupt ist es bei allem so. Bauteile für ein Automobil kannst Du erst herstellen, wenn Du ein innerliches Wissen über die Zusammenhänge der Materialien erlangt hast. Das Auto zusammenbauen erst, wenn Du ein Wissen über die Konstruktion des Autos erlangt hast, und FAHREN kannst Du es erst, wenn Du ein inneres Wissen über die Straßenregeln und die Funktion des Autos (im weitesten Sinne) gelernt und begriffen hast UND es Dir zutraust, ein Auto zu fahren.
Oh… nun haben wir hier den Ausdruck „inneres“ und „Zutrauen“. Was-ist-das? Und selbst als Automechaniker brauchst Du Verstand und Gefühl, nicht nur die Hände (Physis).
*grübel*
Ach, ich vergass… man kann es ja messen. *g* nur… was wird denn gemessen? Jaaa, klaar… „Der Grad, den der sich selbst Beurteilende oder der Grad, den der ihn Fremdbeurteilende auf einen was-weiss-ich- wie-oft am Aussenkriterium (das auch erst einmmal vorhanden sein mus…) oder der anhand einer durch Faktorenanalyse ausgeklügelten Fragebogens eingetragen wird“.
Also, Butter bei die Fische: Kann man Inneres nun messen - oder nicht? Gibt es Inneres im Menschen, dass nicht erklärbar ist und so lange ein Mysterium bleibt, bis sich das Paradigma dazu ändert?
JA! (ich weiss, das war eine perfinde und rethorische Frage)
Entromantisierung und Entmystifizierung waren Schritte, die in
jeder Naturwissenschaft vollzogen werden mußten: in der
Physik, in der Chemie, in der Biologie. In der Psychologie ist
es ebenfalls unumgänglich.
Lieber Oliver, der gemeine Psychologe benutzt die Physik und die Chemie im weitesten, um die „Seele“ oh… das Verhalten… zu erklären, zu beschreiben usw. Pardon: Psyche.
Niemals wird die Psychologie als selbternannte Pseudowissenschaft an eine Physik, Mathematik oder Chemie auch nur annähernd herankommen. Denn sie versucht mit diesen Wissenschaften etwas zu erklären, um es behandeln zu können, was sie per se verleugnet.
Aber Sie muss es ja auch gar nicht. Siehe all die anderen psychologischen Schulen. Aber: Dann darst Du es nicht Psychologie nennen: „Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des bewußten und unbewußten Seelenlebens“ Punkt.
Und überhaupt: Die Art Fanatismus, mit der Du „Deine Wissenschaft“ über den Damm brechen willst ist genau die Art Fanatismus, die jede Sache, sowie jede Art der Vertretung und Überzeugung über und zu etwas gefährlich machen.
Siehst Du das nicht? Willst Du das nicht wahrhaben?.. Seltsam oh so seltsam…
Es sieht tatsächlich so aus, als könntest Du es nicht zugeben, weil dann Dein perönliches und so wackeliges Konstrukt sofort zusammenbrechen würde… Was für ein Konstrukt ist das, das auf derart wackeligen Füssen steht. Und überhaupt: was bist Du für ein Mensch, der sich an so einer Fassadenkulisse festhalten muss und den ganzen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht…
„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner …“, ach Du weisst schon. Oder doch nicht…? Gestaltpsychologie. Ja, genau. Richtig. Psychologie?.. mannmannmann.
So wie sich die Kreationisten gegen
Darwins Evolutionstheorie stellten, so stellen sich die
Romantisierer und Mystifizierer in Gestalt von
Tiefenpsychologen, Psychodynamikern und Mentalisten gegen den
Entromantisierungs- und Entmystifizierungsprozeß in der
Psychologie.
*lach* genau so fanatisch auch von der Seite. Nur: glaubst Du, mit Deinem Dogmatismus kannst Du die andere Seite des Dogmatismus ausmerzen? Ich lach mich schlapp… Denn das hat noch nie funktioniert. Und wird es auch nicht.
Beide Seiten vergessen eins: Der Mensch, der erklärt und beschrieben werden soll besteht aus drei Teilen: Leib, Geist und Seele. Körper [- Reaktionen], Verstand [Kognition] und Gefühle [Emotion]. Auch das lehrt „Deine Psychologie“.
Und da man alles mit Hilfsmitteln messen kann [wirklich?] *g* ist es per se eine Wissenschaft, die aber nun durch Dich negiert, dass es Emotionen und geistige Ergüsse in jeder Form gibt, um die es hier eigentlich geht?
So wie Watson einst schrieb, so denke ich auch,
daß diejenigen, die Aberglauben und Mystik zurückdrängen, mit
sehr emotionalen Kritiken rechnen müssen, weil sie heiligste
Gefühle verletzen, indem sie die Fehlerhaftigkeit der Mehrzahl
der bestehenden und mit der überlieferten Tradition
übereinstimmenden Ansichten aufzeigen.
Tja, Du [und auch Watson] können halt nicht etwas wegreden, was da ist und immer da bleiben wird: Innere Abläufe im Menschen, die entweder auf seelischer oder auf geistiger Ebene manifestiert sind und sich als solche äußern können. Und dann auch noch bewußt und unbewußt. ei-jei-jei.
Mein „Mißverständnis“ von floras Herzensfrage war das
beabsichtigte Setzen eines starken Kontrastes zur romantischen
und mystischen Vorstellung dieser Userin und vieler anderer,
die ihr per Posting oder per Kopfnicken am Monitor zustimmten.
Es war Ausdruck meiner Entromantisierungs- und
Entmystifizierungshaltung. Die Reaktionen darauf verwundern
mich nicht im geringsten.
Aaaahhhh - jetzt ja. Dann habe ich Dich doch richtig gelesen: Du bist der Meinung, man muss Fanatismus mit Fanatismus bekämpfen. Schwarz - weis. Basta.
Wer sagte hier doch gerade etwas von Borderlinerverhalten? Ach ja, und Pendragon, dass ich mir weiter oben ein wenig Deinen Automechaniker Vergleich zu Nutze gemacht habe [wenn auch mit völlig anderem Hintergrund] verzeih.
Ich sehe es so Oliverr: Flora ist in der Lage, ein Ding, einen Sachverhalt emotional zu beurteilen und den physischen Zustand des Herzens als wahr oder fürwahr zu nehmen. Denn beides ist! Du aber bist nur in der Lage, die materielle Seite für wahr zu nehmen.
Das [???] ist mehr als die [???] seiner Teile…???
Herzliche Grüße,
Lara
… Ex - Spinnenphobikerin, bei 3 Verhaltenstherapeuten mit Konfrontation gearbeitet. Die ersten beiden konnten meine Phobie noch verstärken. Feine Sache. Der 3. Therapeut sah mich als Ganzes. Uups, aber das verstehst Du ja nicht. Verzeih… 
Ach ja, und einen schönen Gruß an „Deine Freunde“? - Lara, die sich wundert, wie Oliver wohl das Gefühl „Freundschaft“ beschreibt, wenn es Geühle doch gar nicht gibt…?
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* Therapeut:
[griechisch, „Wärter, Pfleger“]… jemand, der eine Therapie anwendet; behandelnder Arzt.
Quelle: [wissen.de]