Entmystifizierung der Psychologie

Hallo an alle,

Metapher schreibt in dem Thread weiter unten von Romantik und ideologischer Verkrampfung, von der „Euthanasierung“ von Denkweisen. Abgesehen von der Vergewaltigung der Sprache, die er betreibt, und der Polemisierung gegen meine Person hat er Wichtiges angeschnitten. Meine „Freunde in der Sache“ und ich wollen die Psychologie entromantisieren und entmystifizieren. Romantik und Mystik haben einen angemessenen Platz in Kunst, Literatur und Musik. In psychologischen Erklärungen von menschlichem Verhalten und Erleben haben sie nichts verloren und müssen ersetzt werden.

Entromantisierung und Entmystifizierung waren Schritte, die in jeder Naturwissenschaft vollzogen werden mußten: in der Physik, in der Chemie, in der Biologie. In der Psychologie ist es ebenfalls unumgänglich. So wie sich die Kreationisten gegen Darwins Evolutionstheorie stellten, so stellen sich die Romantisierer und Mystifizierer in Gestalt von Tiefenpsychologen, Psychodynamikern und Mentalisten gegen den Entromantisierungs- und Entmystifizierungsprozeß in der Psychologie. So wie Watson einst schrieb, so denke ich auch, daß diejenigen, die Aberglauben und Mystik zurückdrängen, mit sehr emotionalen Kritiken rechnen müssen, weil sie heiligste Gefühle verletzen, indem sie die Fehlerhaftigkeit der Mehrzahl der bestehenden und mit der überlieferten Tradition übereinstimmenden Ansichten aufzeigen.

Mein „Mißverständnis“ von floras Herzensfrage war das beabsichtigte Setzen eines starken Kontrastes zur romantischen und mystischen Vorstellung dieser Userin und vieler anderer, die ihr per Posting oder per Kopfnicken am Monitor zustimmten. Es war Ausdruck meiner Entromantisierungs- und Entmystifizierungshaltung. Die Reaktionen darauf verwundern mich nicht im geringsten.

Gruß,

Oliver Walter

So, und nun möchte ich langsam mal wissen, von Deinen Kollegen hier…ob Deine Störung auch einen Namen hat.
Die von Dir auf die Gegenseite verschobene Tiefenpsychologie würde es zunächst mal eine narzisstische Störung nenne, denke ich…
Irgendwas stimmt mit Dir nicht…ich habe dieses eigenartige Gefühl, das ich immer habe, das ich das nicht völlig greifen kann, wenn ich es mit sogenannten Borderlinern zu tun habe.

Flora

Entmenschlichung des Menschen
Moin Oliver,

mit einer derartigen Einstellung wärst du bestimmt ein super Automechaniker. Mir scheint, du hast deinen Beruf verfehlt.

Gruss
Marion

Hallo Oliver und alle anderen
Der kleine Elefant läßt grüßen…

aber wodurch erfahren wir, daß es ein kleiner Elefant ist, der da grüßt? Dadurch, daß wir nur seine Stoßzähne sehen, seinen Rüssel, seine Haut? Mein Herz (Seele, meine romantisch mystische Seite), ganz angetan vom ungewöhnlichen Exenplar, sagt nun, ‚hey phantastisch, muß ein Wesen der Vorzeit sein. Oder etwa ein Wesen der Zukunft?‘
Und schwupps, schon schaltet sich mein Verstand ein, sagt, ‚hey, nicht so weit weg. Vergessen? Das Naheliegende ist zumeist das Treffende. Ziehe deine Flügel ein, und komm wieder auf den Boden. Schau, was wir haben, und vergleiche mit dem, was du kennst.‘
Und schon ist das große Problem da, zwei Fronten, die nicht aufeinander zugehen mögen.
Da meint die Seele, ‚du armer Verstand, so trocken , so staubig sachlich. Vom Leben keine Spur, wie langweilig.‘
Und der Verstand darauf, ‚du arme Seele, immer dort, wo es nichts zu suchen gibt, glaubst stets das Ding erkannt zu haben, und bist so weit weg, vom dem, was wirklich ist. Du machst es dir nur schwer. Sag doch, was du siehst.‘
S:‚Ein ganz einzigartiges Wesen, so warme treue schlaue Augen. Eine so dicke Haut, und doch empfindlich, und schau die einzigartige schöne gewundene Form der Zähne mal an. So was gibts nicht auf dieser Welt.‘
V:‚Oh doch, schau in deine Schulbücher. Dort findest du das Wesen, es nennt sich Elefant. Graue Haut, lange Stoßzäne, Rüssel, kleine Augen.‘
S:‚Nein, es ist mehr als ein Elefant, es ist phantastisch, einzigartig, noch nie da gewesen.‘

Wer hat denn nun Recht? Schadet es dem Verstand, den Elefanten auch mal anders zu sehen? Schadet es der Seele, den Elefanten als das zu sehen, was er ist?

Was nützt es dem Elefanten, wenn Seele und Verstand sich nicht verstehen lernen? Wie soll der arme kleine Elefant so je hoffen können, selbst in seinem Wesen verstanden zu werden? Ich denke, wir brauchen beides, sowohl unsere emotional gebundene Seele, als auch unseren sachbezogenen Verstand. Nur beide zusammen können den Elefanten als das Wesen erfahren, was er wirklich darstellt.

lieben Gruß,
fionny

Epiphanie
Hi :smile:

Werter Meister und kompetentester aller Schiedsrichter über sämtliche psychologischen resp. psychotherapeutischen Schulstreitigkeiten der letzten 200 Jahre,

deine Moderatheit und Bescheidenheit in der Artikulation deiner dringenden Anliegen umrankt deine gerade frisch erworbene wissenschaftliche Qualifikation wie eine leuchtende Guirlande. Auch deine elegante und diplomatische Weise, in der du schon vielfach deine Fähigkeit unter Beweis gestellt hast, mit auch nur zaghaft gewagten Bedenken gegen das eine oder andere Detailchen deiner blitzschnell gezauberten, immer wieder auch von mir gern gelesenen Referate umzugehen, ist schulbildend vorbildlich.

Kaum bringe ichs daher übers Herz, zu diesem deinem lehrreichen Generalangriff, in dem du den vielen Wissbegierigen in beherrscht distanzierter und objektiver Weise Informationen über die vielen, auch kontroversen, psychologischen Strömungen des XX. Jrhdts an die Hand gibts, dem einen oder anderen Punkt eine geringfügige Ergänzung beizufügen.

Ich tue es auch deshalb ungern, weil ich natürlich unbedingt den Eindruck vermeiden möchte, ich wolle mich an deinen Ruhm und deine Sachlichkeit und deine Kompetenz als Trittbrettfahrer anhängen …

Ich nehme mir also ein Herz und wage es also dennoch:

Metapher schreibt in dem Thread weiter unten von Romantik

Richtig! Da du jedoch weiterhin den Ausdruck „Entromantisierung“ verwendest, der seinerseits aus der Kitsch-Liebesromanliteratur des vergangenen Jrhdts stammt und keine literaturwissenschaftliche Relevanz hat, möchte ich bemerken, daß ich in meinem historischen „Herz & Schmerz“-Überblick mit dem Begriff „Romantik“ eindeutig erkennbar den literaturhistorischen Begriff einer Epoche meinte: Romantik ist jene Epoche, in die z.B. auch noch Georg Büchners „Woyzeck“ fällt - womit wir folglich mitten in dem Disput zwischen flora und dir stecken!

Ein Auszug:

WOYZECK legt den Finger auf die Nase: Die Schwämme, Herr Doktor, da, da steckt’s. Haben Sie schon gesehn, in was für Figuren die Schwämme auf dem Boden wachsen? Wer das lesen könnt!

DOKTOR: Woyzeck, Er hat die schönste Aberratio mentalis partialis, die zweite Spezies, sehr schön ausgeprägt. Woyzeck, Er kriegt Zulage! Zweite Spezies: fixe Idee mit allgemein vernünftigem Zustand. - Er tut noch alles wie sonst? Rasiert seinen Hauptmann?

WOYZECK: Jawohl.

DOKTOR: Ißt seine Erbsen?

WOYZECK: Immer ordentlich, Herr Doktor. Das Geld für die Menage kriegt meine Frau.

DOKTOR: Tut seinen Dienst?

WOYZECK: Jawohl.

DOKTOR: Er ist ein interessanter Kasus. Subjekt Woyzeck, Er kriegt Zulage, halt Er sich brav. Zeig Er seinen Puls. Ja.

… und ideologischer Verkrampfung, von der „Euthanasierung“ von
Denkweisen. Abgesehen von der Vergewaltigung der Sprache, die
er betreibt, und der Polemisierung gegen meine Person hat er
Wichtiges angeschnitten.

Tja - da bin ich aber baff! Was um Himmels willen mag denn der Anlaß sein, daß ausgerechnet „deine Person“ sich hier polemisiert sieht! Ich sprach von einer Haltung , einem Gebaren, das sich innerhalb unseres Kollegiums in der Wissenschaftswelt finden läßt. Es war wirklich nicht intendiert, daß sich hier jemand in persona pars pro toto mit der Gesamtheit solchen Gebarens identifiziert.

Sie mal: Es ist so, als ob ich mich mit deinem Pamphletansatz gegen die tiefenpsychologischen oder psychoanalytischen Schulen angesprochen fühlte - und das tu ich doch auch nicht. Und das, obwohl ich Anlaß dazu hätte, denn deine absolut unfundierte und unexplizite Kritik daran wäre ja ein Schuß ins Leere, da ich der einzige bisher bin, der hier und da den Vorteil dieser Denkrichtungen herausstellt. Aber umgekehrt bist du doch keineswegs jemand, auf den die Wortschöpfung der Denkweiseneuthanasierung zutreffen könnte, denn du argumentierst, wie es zum Repertoire jeden Wissenschaftlerethos gehört, immer nur da kritisch gegen von dir nicht bevorzugte Richtungen, die du wie deine Westentasche kennst.

Meine „Freunde in der Sache“ und ich
wollen die Psychologie entromantisieren und entmystifizieren.
Romantik und Mystik haben einen angemessenen Platz in Kunst,
Literatur und Musik. In psychologischen Erklärungen von
menschlichem Verhalten und Erleben haben sie nichts verloren
und müssen ersetzt werden.

Exakt! Basta! Muß weg! Dringend! Es bedroht die Menschheit! Wir haben Angst davor!

Nun ist allerdings die Bezeichnung dieses Vernichtungprogramms ein wenig desavouierend, zu deutsch „peinlich“: Zum Liebesromanterminus „Romantik“ habe ich schon etwas gesagt, den möchte ich in der gesamten psychologischen Literatur seit Feuchtersleben, Eschenmeyer, Eduard v. Hartmann mal irgendwo finden. Bleibt noch die Frage, ob „Mystik“, wenn das Wort nicht nur laienhaft kitschig romantisierend verwendet wird, irgendwo in der Psychologiegeschichte zu finden ist. Denn die mittelalterliche Bewegung der Mystik (besonders der sog. „deutschen Mystik“, also Eckart, Tauler, Seuse et al.) war eine wagemutig revolutionäre Bewegung gegen die dogmatisierende Vergewaltigung der erwachenden individuellen Vernunft durch die Selbstapotheose des Klerus, der behauptete, nur er sei der Wahrheit zugänglich, und sei daher Bedingung sine qua non für die Verbindung des armen, ungebildeten und folglich hilflos umherirrenden, daher dem Teufel ausgesetzten Laien mit Gott.

Ach so *grübel*, das wirft natürlich doch ein kleines Licht auf die von dir postulierten Entmystifizierungsprogramme? Wissen wir jetzt mehr, warum das so genannt wird? Wissen wir mehr, was hinter dem von dir gemeinten „haben hier nichts zu suchen und müssen ersetzt werden“ steckt?

Mystik hat daher jedenfall, da muß ich dich leider belehren, weder in der Kunst, noch in der nichttheologischen Literatur, noch erst recht in der Musik (!!??), und auch nicht in der Physik je etwas verloren gehabt.

… so stellen sich die
Romantisierer und Mystifizierer in Gestalt von
Tiefenpsychologen, Psychodynamikern und Mentalisten gegen den
Entromantisierungs- und Entmystifizierungsprozeß in der
Psychologie.

Ja - diese Konterrevolutionäre! Sie wehren sich - es ist unerhört - gegen ihre Eliminierung! Dabei sind sie doch so gefährlich: Denn sie haben Mittel an der Hand, nicht nur die Motivation für pamphletomanisch-inkompetent gebrauchten Begriffe „Romantisierer und Mystifizierer“ zu erhellen, sondern auch die Motivation für Individuen, die diese Begriffe wie eine Handgranate aus nichtigem Anlaß (es wagte eine Laiin, das Wort „Herz“ zu verwenden) einsetzen.

Mein „Mißverständnis“ von floras Herzensfrage war das
beabsichtigte Setzen eines starken Kontrastes zur romantischen
und mystischen Vorstellung dieser Userin

Da wird sie dir aber dankbar sein für diese dringendst nötige erzieherische Maßnahme. Und wir alle schneiden uns gerne eine Scheibe von dem Würstchen ab, denn wir sind dankbar für die zartfühlende Aufklärung durch einen so überaus kompetenten Menschen, der die Gnade und das Wohlwollen hat, sich in personam in die Niederungen unseres mystischen Daseins zu begeben.

und vieler anderer, die ihr … per Kopfnicken am Monitor zustimmten.

oups, das ist aber jetzt ein schönes Zeignis für deine empathischen Fähigkeiten. Sollten die nicht eigentlich auch eliminiert werden?

Mit hochtungsvollem Gruß

Metapher

Wer hilft, hat recht ?

Hallo an alle,

Hallo Oliver und alle,

wie sicher etliche andere auch gehöre ich mangels Fachwissen in diesem Brett in der Regel nur zu den meist stillen, aber immerhin sehr häufig und schon sehr lange mitlesenden interessierten Laien. Ich „kenne“ die Stammschreiber inzwischen gut genug, dass ich ungefähr einschätzen kann, welcher Stil und welche „Fachrichtung“ mich erwartet.

Andere aber „verirren“ sich womöglich nur ausnahmsweise hierher und haben eine akute Krise. Da trifft der Herz=Pumpe-Vergleich womöglich jemanden, der damit nicht gut umgehen kann.

Allerdings finde ich es sehr bereichernd, dass hier so unterschiedliche Fachleute schreiben. Es macht in meinen Augen absolut Sinn, die Psychologie weitgehend zu entmystifizieren - ganz wird es Euch sowieso nicht gelingen *fg*.

Könnten wir uns darauf einigen, dass BEIDE Aspekte, der rein wissenschaftliche UND der empathische, hier ihren Raum haben sollen, so dass sich ein Fragesteller schlicht aussuchen kann, was ihm hilft ?

Um einen etwas hinkenden Vergleich zu bemühen: Ich glaube nicht so recht an Homöopathie, aber da manche dieser Zuckerkügelchen mir und meiner Familie in leichteren Fällen schon erstaunlich gut geholfen haben, wende ich sie ab und zu an - wenn’s denn hilft … Wenn also ein Fragesteller einfach nur ein bißchen Zuspruch braucht, soll er ihn bekommen, wenn es dazu noch die wissenschaftliche Erläuterung gibt, gerne !

Viele Grüße,

Sylvia

Moin fionny

Der kleine Elefant läßt grüßen…

aber wodurch erfahren wir, daß es ein kleiner Elefant ist, der
da grüßt? Dadurch, daß wir nur seine Stoßzähne sehen, seinen
Rüssel, seine Haut? Mein Herz (Seele, meine romantisch
mystische Seite), ganz angetan vom ungewöhnlichen Exenplar,
sagt nun, ‚hey phantastisch, muß ein Wesen der Vorzeit sein.
Oder etwa ein Wesen der Zukunft?‘

Ahja, und womit willst du begründen, dass obige Aussage als „mystisch“ oder gar „emphatisch“ zu gelten hat ?

Du darfst bei der Antwort gerne deinen Verstand einschalten :smile:

Gruss
Marion, die hofft, dass hinter dem Nick fionny nicht noch ein Psychologe verborgen ist (muaaaaaaaahahahaha)

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Fanatisch. Dogmatisch. Schwarz-Weiss.
Hallo Oliver Walter,

Meine „Freunde in der Sache“ und ich
wollen die Psychologie entromantisieren und entmystifizieren.
Romantik und Mystik haben einen angemessenen Platz in Kunst,
Literatur und Musik. In psychologischen Erklärungen von
menschlichem Verhalten und Erleben haben sie nichts verloren
und müssen ersetzt werden.

*lach* … Sicher! und durch was , wenn ich fragen darf?

… Und wenn einer zu Dir kommt und aufgrund seiner Spinnenphobie eine verhaltenstherapeutische Konfrontationstherapie beginnen möchte, dann legst Du ihm gleich die Spinne auf die Hand, nicht wahr? Ganz in dem Sinne: „Ja, wieso? Lt. wissenschaftlichen Ergebnissen wird sich nur so seine physiologische Reaktion entspannen und der Klient/Patient wird sich dadurch auch besser fühlen“. Punkt? Basta?

Was ist mit Einfühlungsvermögen bzw. Empathie, lieber Oliver?

Ach ja, diese läßt sich ja ebenfalls messen - ob und wieviel der Therapeut von dieser Persönlichkeitseigenschaft besitzt…

Nur: ein Mangel an Empathie beschert Dir auch als Verhaltenstherapeut eine gähnend leere Praxis. Selbstredend erklärt sich, warum…

Die Psychologie als „Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des bewußten und unbewußten Seelenlebens“ (und die Psychotherapie als „Suggestivbehandlung oder seelische Behandlung seelischer und körperlicher Störungen“) sind pseudo - Ausdrücke. Unecht, falsch.

Denn sie beschäftig(t)-en sich nicht im geringsten mit der Seele. Weil sie nicht nur die Seele negier(t)-en, nein, sie [die Psychologie] „lehrt um etwas herum, was per se nicht zu begreifen ist, nicht greifbar ist“.

Also gut. Und nun möchte man als [* Pfleger, Wärter = ursp. für Therapeut] bzw. kognitiver Therapeut eine Spinnenphobie - lapidar - „wegmachen“.

Huch? Und nun?

Hast Du an der Universität nicht gelernt, dass erst die bewußte oder unbewußte Reaktion / eine innerliche Reaktion da sein muss, bevor sich diese Reaktion messbar physiologisch äußert??

Und überhaupt ist es bei allem so. Bauteile für ein Automobil kannst Du erst herstellen, wenn Du ein innerliches Wissen über die Zusammenhänge der Materialien erlangt hast. Das Auto zusammenbauen erst, wenn Du ein Wissen über die Konstruktion des Autos erlangt hast, und FAHREN kannst Du es erst, wenn Du ein inneres Wissen über die Straßenregeln und die Funktion des Autos (im weitesten Sinne) gelernt und begriffen hast UND es Dir zutraust, ein Auto zu fahren.

Oh… nun haben wir hier den Ausdruck „inneres“ und „Zutrauen“. Was-ist-das? Und selbst als Automechaniker brauchst Du Verstand und Gefühl, nicht nur die Hände (Physis).

*grübel*

Ach, ich vergass… man kann es ja messen. *g* nur… was wird denn gemessen? Jaaa, klaar… „Der Grad, den der sich selbst Beurteilende oder der Grad, den der ihn Fremdbeurteilende auf einen was-weiss-ich- wie-oft am Aussenkriterium (das auch erst einmmal vorhanden sein mus…) oder der anhand einer durch Faktorenanalyse ausgeklügelten Fragebogens eingetragen wird“.

Also, Butter bei die Fische: Kann man Inneres nun messen - oder nicht? Gibt es Inneres im Menschen, dass nicht erklärbar ist und so lange ein Mysterium bleibt, bis sich das Paradigma dazu ändert?

JA! (ich weiss, das war eine perfinde und rethorische Frage)

Entromantisierung und Entmystifizierung waren Schritte, die in
jeder Naturwissenschaft vollzogen werden mußten: in der
Physik, in der Chemie, in der Biologie. In der Psychologie ist
es ebenfalls unumgänglich.

Lieber Oliver, der gemeine Psychologe benutzt die Physik und die Chemie im weitesten, um die „Seele“ oh… das Verhalten… zu erklären, zu beschreiben usw. Pardon: Psyche.

Niemals wird die Psychologie als selbternannte Pseudowissenschaft an eine Physik, Mathematik oder Chemie auch nur annähernd herankommen. Denn sie versucht mit diesen Wissenschaften etwas zu erklären, um es behandeln zu können, was sie per se verleugnet.

Aber Sie muss es ja auch gar nicht. Siehe all die anderen psychologischen Schulen. Aber: Dann darst Du es nicht Psychologie nennen: „Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des bewußten und unbewußten Seelenlebens“ Punkt.

Und überhaupt: Die Art Fanatismus, mit der Du „Deine Wissenschaft“ über den Damm brechen willst ist genau die Art Fanatismus, die jede Sache, sowie jede Art der Vertretung und Überzeugung über und zu etwas gefährlich machen.

Siehst Du das nicht? Willst Du das nicht wahrhaben?.. Seltsam oh so seltsam…

Es sieht tatsächlich so aus, als könntest Du es nicht zugeben, weil dann Dein perönliches und so wackeliges Konstrukt sofort zusammenbrechen würde… Was für ein Konstrukt ist das, das auf derart wackeligen Füssen steht. Und überhaupt: was bist Du für ein Mensch, der sich an so einer Fassadenkulisse festhalten muss und den ganzen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht…

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner …“, ach Du weisst schon. Oder doch nicht…? Gestaltpsychologie. Ja, genau. Richtig. Psychologie?.. mannmannmann.

So wie sich die Kreationisten gegen
Darwins Evolutionstheorie stellten, so stellen sich die
Romantisierer und Mystifizierer in Gestalt von
Tiefenpsychologen, Psychodynamikern und Mentalisten gegen den
Entromantisierungs- und Entmystifizierungsprozeß in der
Psychologie.

*lach* genau so fanatisch auch von der Seite. Nur: glaubst Du, mit Deinem Dogmatismus kannst Du die andere Seite des Dogmatismus ausmerzen? Ich lach mich schlapp… Denn das hat noch nie funktioniert. Und wird es auch nicht.

Beide Seiten vergessen eins: Der Mensch, der erklärt und beschrieben werden soll besteht aus drei Teilen: Leib, Geist und Seele. Körper [- Reaktionen], Verstand [Kognition] und Gefühle [Emotion]. Auch das lehrt „Deine Psychologie“.

Und da man alles mit Hilfsmitteln messen kann [wirklich?] *g* ist es per se eine Wissenschaft, die aber nun durch Dich negiert, dass es Emotionen und geistige Ergüsse in jeder Form gibt, um die es hier eigentlich geht?

So wie Watson einst schrieb, so denke ich auch,
daß diejenigen, die Aberglauben und Mystik zurückdrängen, mit
sehr emotionalen Kritiken rechnen müssen, weil sie heiligste
Gefühle verletzen, indem sie die Fehlerhaftigkeit der Mehrzahl
der bestehenden und mit der überlieferten Tradition
übereinstimmenden Ansichten aufzeigen.

Tja, Du [und auch Watson] können halt nicht etwas wegreden, was da ist und immer da bleiben wird: Innere Abläufe im Menschen, die entweder auf seelischer oder auf geistiger Ebene manifestiert sind und sich als solche äußern können. Und dann auch noch bewußt und unbewußt. ei-jei-jei.

Mein „Mißverständnis“ von floras Herzensfrage war das
beabsichtigte Setzen eines starken Kontrastes zur romantischen
und mystischen Vorstellung dieser Userin und vieler anderer,
die ihr per Posting oder per Kopfnicken am Monitor zustimmten.
Es war Ausdruck meiner Entromantisierungs- und
Entmystifizierungshaltung. Die Reaktionen darauf verwundern
mich nicht im geringsten.

Aaaahhhh - jetzt ja. Dann habe ich Dich doch richtig gelesen: Du bist der Meinung, man muss Fanatismus mit Fanatismus bekämpfen. Schwarz - weis. Basta.

Wer sagte hier doch gerade etwas von Borderlinerverhalten? Ach ja, und Pendragon, dass ich mir weiter oben ein wenig Deinen Automechaniker Vergleich zu Nutze gemacht habe [wenn auch mit völlig anderem Hintergrund] verzeih.

Ich sehe es so Oliverr: Flora ist in der Lage, ein Ding, einen Sachverhalt emotional zu beurteilen und den physischen Zustand des Herzens als wahr oder fürwahr zu nehmen. Denn beides ist! Du aber bist nur in der Lage, die materielle Seite für wahr zu nehmen.

Das [???] ist mehr als die [???] seiner Teile…???

Herzliche Grüße,
Lara

… Ex - Spinnenphobikerin, bei 3 Verhaltenstherapeuten mit Konfrontation gearbeitet. Die ersten beiden konnten meine Phobie noch verstärken. Feine Sache. Der 3. Therapeut sah mich als Ganzes. Uups, aber das verstehst Du ja nicht. Verzeih… :wink:

Ach ja, und einen schönen Gruß an „Deine Freunde“? - Lara, die sich wundert, wie Oliver wohl das Gefühl „Freundschaft“ beschreibt, wenn es Geühle doch gar nicht gibt…?
_______________________________________________
* Therapeut:
[griechisch, „Wärter, Pfleger“]… jemand, der eine Therapie anwendet; behandelnder Arzt.
Quelle: [wissen.de]

Wovor ich immer schon Angst hatte…
…ist jetzt anscheinend eingetreten: in diesem Forum ist etwas skandalöses passiert und ich habe es glatt verpasst!

Ja, ich weiss, eigentlich gehörte es sich jetzt, dass ich die Beiträge von Oliver und allen, die ihn brüskiert haben oder die er brüskiert hat, nachlese. Aber ich bin nicht nur ziemlich neugierig, sondern auch ausgesprochen faul. Deshalb meine Bitte: läßt sich das skandalöse Geschehen vielleicht in zwei bis drei Sätzen zusammenfassen, damit ich wenigsten weiss, was ich da verpasst habe?

Danke, zu gut!

Michael

Herzlichst bitte ich Dich… :wink:
Lieber Metapher,

das zu unterlassen. Wunderbare Perlen für die Wildsäue.

Ich nehme mir also ein Herz und wage es also dennoch:

Das kann er nicht verstehen, denn…:

Er negierte das Herz als Metapher für eine gefühlsmäßige Äußerung und damit auch als Erklärung für so komische emotionale Worte, wie „Mut“ eines ist. [Herzfassen = Muthaben] = zu mystisch.

Es würde mich sehr freuen, Metapher, wenn Du Oliver stattdessen einen Vorschlag machen könntest (und das traue ich Dir absoulut zu!) wie er das, was er anwendet, nennen könnte an Stelle der Umschreibung `Psychologie´. Das würde ich kons-truk-tiv nennen.

Dass er das Wort überhaupt noch benutzt wundert mich nicht nur sondern erregt mich… fast. Den Grad der Erregung kann ich Dir jetzt leider nicht nennen, da ich weder EEG noch Messgerät für meine physiologischen Ausdünstungsprozesse parat habe. Aber lass Dir gesagt sein, das Gerät wäre am Anschlag. Bin ich es dann auch? :wink:)

Nichts für ungut und gespannt auf Deinen Wortvorschlag für eine neue „Lehre vom Halbmenschsein“ wartend,

Grüße
Lara… momentan seltsam un-kons-truk-tiv

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Hat sich erübrigt
… ich habe die letzten Beiträge gelesen und kann mir nun ungefähr vorstellen, was Sache ist.

„Dr. Watson tut mir leid […] Wenn er ein gewöhnliches menschliches Wesen wäre, dann sollte ich mich verpflichtet fühlen, eine gewisse Zurückhaltung zu üben - aus Furcht, seine Gefühle zu verletzen. Wir alle wissen, dass Dr. Watson seine Gefühle hat wie wir übrigen auch. Aber ich habe die Freiheit, auf seinen Gefühlen in der unbarmherzigsten Weise herumzutrampeln; denn Dr. Watson hat uns versichert (und das ist der genaue Kern seiner eigenartigen Doktrin), dass er sich nicht einen Cent um Gefühle schert, ob es nun seine eigenen sind oder die irgendeiner anderen Person“ (William McDogall, 1929; zitiert nach Meyer, Schützwohl & Reisenzein, 1993)

Michael

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Vermutlich …
… bin ich einfach zu dämlich die ganze Aufregung hier zu verstehen.

Enno

Hallo,

… bin ich einfach zu dämlich die ganze Aufregung hier zu
verstehen.
-) Und ich zu amüsiert, um *wirklich* mitzumachen.

Was vielleicht viele hier nicht so ganz klarhaben: Nicht jeder Psychologe arbeitet therapeutisch oder beratend. Nicht umsonst gibt es im Studiengang Psychologie verschiedene Schwerpunkte, eben zB den eher naturwissenschaftlich orientierten. Umgekehrt ist ein Therapeut nicht zwingend Psychologe, er kann auch Arzt / Pädagoge / Sozialarbeiter / Heilpraktiker / nichtwirklichspeziellausgebildet sein.

Ich frage mich, was die Gemüter der (zT selbst so bezeichnet) psychologischen Laien so erhitzt, wenn ein Psychologe, der lt. ViKa nicht therapeutisch arbeitet, sondern an der Uni, seine wissenschaftliche Auffassung der Psychologie vertritt. Über Inhalt, Aussage und Wortwahl will ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren… da stimme ich auch nicht unbedingt zu.

Ist Oliver Walter eigentlich der einzige Psychologe in diesem Brett?

Ich frage mich übrigens schon lange was die meisten der Threads hier mit Psychologie zu tun haben (steht ja schiesslich hier unter der Überschrift Naturwissenschaften). Vielleicht sollte es in Selbsterfahrung & Onlineberatung/-therapie umbenannt werden. Passt dann möglicherweise eher zu den Anliegen vieler hier Schreibender und Lesender.

Gruß
Xelya
die sich wundert, warum ausgerechnet sie für nen Psychologen in die Bresche springt…

Hallo Xelya,

Was Du hier beschreibst, ist nachvollziehbar, ehrlich und klar:

Was vielleicht viele hier nicht so ganz klarhaben: Nicht
jeder Psychologe arbeitet therapeutisch oder beratend.
Nicht umsonst gibt es im Studiengang Psychologie verschiedene
Schwerpunkte, eben zB den eher naturwissenschaftlich
orientierten. Umgekehrt ist ein Therapeut nicht zwingend
Psychologe, er kann auch Arzt / Pädagoge / Sozialarbeiter /
Heilpraktiker / nichtwirklichspeziellausgebildet sein.

Aber:
Was mich an Olvers Meinung stört ist die Tatsache, daß er um seine Auffaßung von Psychologie herum keine andere psychologische Schule gelten läßt. Ja sogar ganzheitliches Menschsein aufgrund des Ausgangspostings negiert. Und das ist schlichtweg… dumm. So gescheit er sonst auch wirkt. Wobei ich eine gescheite Person insgesamt beurteile und ihn nach diesem Posting per se als ungescheit beurteilen muß. Eine gescheite Person hat:

-Toleranz
-Fachwissen UND ein Wissen (Allgemeinbildung/-wissen) drumherum
-Kann sich in das Gegenüber hineinversetzen
-Lehrt seine Lehre, sein Wissen über Dinge so verständlich, daß dieses auch beim Gegenüber ankommt
-Und läßt als Vertreter einer Lehre vor allem die EIGENE Meinung außen vor bzw. bezieht das Wissen drumherum mit ein. Weil sonst per se sein Fachwissen als Dogmatismus verstanden werden muss. Deutlicher: ER versucht nicht zu überzeugen, sondern zu erklären mit dem Ziel, daß seine Überzeugung verstanden wird.

=> Womit wir wieder bei der Toleranz ankommen = Leben und Leben lassen.

Was er hier jedoch propagandiert ohne es zu erklären ist schlichtweg lächerlich. Sicher gibt es eine Kognitionspsychologie. Aber auch diese ist keine reine alleinige Wissenschaft sondern setzt sich aus mehreren Disziplinen zusammen:

Physik
Chemie
Methematik
Medizin (auch ein Mischmasch aus mehreren Disziplinen daher eher eine
Physiologie des Menschen und
Verhaltensbiologie

So, und nun Frage ich Dich: Wo ist hier die Psychologie: Die Lehre von der Seele… usw".

Mich stört, dass er sich bei dem, was er da vertritt, PSYCHO-loge nennt. Dabei einer, der die Seele negiert. Weil diese nach seiner Auffasung gar nicht existent sein KANN. Man kann die Seele weder sehen, noch anfassen noch sonstwie haptisch erfassen. Sie gilt nur als innerlicher Zustand.

Mag er sich anders nennen bei dem, was er propagandiert, okay, sehr okay sogar. Aber er benutzt ein Wort für seine Zwecke, welches in sich nicht stimmtig ist mit seiner Überzeugung. „Seelenlehre“. Und das stört mich irgendwie.

Ich frage mich, was die Gemüter der (zT selbst so bezeichnet)
psychologischen Laien so erhitzt, wenn ein Psychologe, der lt.
ViKa nicht therapeutisch arbeitet, sondern an der Uni,
seine wissenschaftliche Auffassung der Psychologie
vertritt. Über Inhalt, Aussage und Wortwahl will ich an dieser
Stelle gar nicht diskutieren… da stimme ich auch nicht
unbedingt zu.

Siehe bitte meine Worte im obigen Absatz. Wenn du diese seine Meinung losgelöst von der Universitätspsychologie, der gesamten Lehre betrachtest und seine Richtung als Statistiker, Fragebogenentwickler udgl. gelten läßt: ja, dann betrachte ich ihn auch derart losgelöst. Aber er nennt sich dabei Psychologe und propagandiert für eine Seelenlehre in der die Seele negiert wird. Und das ist perfide - und durchschaubar und daher dumm, wenn man/er so beharrt.

Ich frage mich übrigens schon lange was die meisten der
Threads hier mit Psychologie zu tun haben (steht ja
schiesslich hier unter der Überschrift Naturwissenschaften).
Vielleicht sollte es in Selbsterfahrung &
Onlineberatung/-therapie umbenannt werden. Passt dann
möglicherweise eher zu den Anliegen vieler hier Schreibender
und Lesender.

Ich bin auch Laie und lese seit einigen Wochen mit. Ich weiss auch nicht, was mich heute so viel schreiben läßt, vielleicht, weil ich heute etwas zu sagen habe? Ich habe angefangen mich mit Psychologie auseinander zu setzen, als ich mit meiner ersten Therapie gegen Spinnenphobie beginnen wollte. Und nach zwei tehrapeutischen Reinfällen kam dann auch der richtige Therapeut. Für mich. Ich setze mich eben mit dem auseinander, was mir begegnet :wink: nur zur Erklärung.

Das Brett selber hier sehe ich eher als Möglichkeit, akute Hilfe in seelischen Belastungssitutationen zu erhalten. Oder aber auch, um ab und zu einmal einen Einblick in eine der psychologische Schulen zu erhalten, in dem eine bestimmte Theorie kurz dargstellt wird.

Viele Grüße
Lara

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Hallo Lara,

Was Du hier beschreibst, ist nachvollziehbar, ehrlich und
klar:

Danke.

Aber:
Was mich an Olvers Meinung stört ist die Tatsache, daß er um
seine Auffaßung von Psychologie herum keine andere
psychologische Schule gelten läßt. Ja sogar ganzheitliches
Menschsein aufgrund des Ausgangspostings negiert.

Hm, das mag sein, ich habe die Diskussion nicht so genau verfolgt. Ich verstehe seine Art als Stilmittel, eine Übertreibung, um auf die andere nämlich wissenschaftliche Seite der Psychologie hinzuweisen. So wie ich ihn in den letzen Monaten meines aktiveren Mitlesens hier verstehe, negiert er nicht das ganzheitliche Menschsein. Aber da mag ich mich irren und es ist auch nicht meine Diskussion.

Zum Zulassen abweichender psychologischer Schulen ist zu sagen, dass diese Eigenart unter den verschiedenen psychologischen / therapeutischen Ansätzen durchaus verbreitet ist. Die Analytiker hacken oftmals auf den Gestaltpsychos rum etc. pp. und umgekehrt. Was vielleicht daran liegt, dass viele Psychologen/Therapeuten sich gezwungen sehen, ihre Methode/Lehre stark von der Konkurrenz abzuheben. Der Laie unterscheidet eben nicht zwischen einem Analytiker, einem Gestalttherapeuten oder einem Psychologen. Alles mehr oder weniger dasselbe. Da ist Abgrenzung wichtig, vor allem wenn es schwierig ist, Therapieerfolge wirklich nachzuweisen und wissenschaftlich zu evaluieren.

Und das ist
schlichtweg… dumm. So gescheit er sonst auch wirkt. Wobei
ich eine gescheite Person insgesamt beurteile und ihn nach
diesem Posting per se als ungescheit beurteilen muß. Eine
gescheite Person hat:


Das ist deine Definition von gescheit. Wenn ich nach deiner Definition gehe, laufen reichlich wenige gescheite Personen auf dieser Erde rum… aber das ist nun wieder meins :smile:

-Und läßt als Vertreter einer Lehre vor allem die EIGENE
Meinung außen vor bzw. bezieht das Wissen drumherum mit ein.
Weil sonst per se sein Fachwissen als Dogmatismus verstanden
werden muss. Deutlicher: ER versucht nicht zu überzeugen,
sondern zu erklären mit dem Ziel, daß seine Überzeugung
verstanden wird.

Ich weiss nicht, ob Oliver hier als Privatperson oder Vertreter seiner Lehre schreibt und antwortet. Wenn ich in seinen Postings Dogmatismus entdecke und er mich stört, steite ich mit ihm drüber. Was mich an dieser Diskussion einfach stört, ist, wie scharf hier die Personen direkt angegriffen, bewertet und ver-/beurteilt werden. Und das u.a. von den Leuten, die sich für die ganzheitliche Lehre der Seele einsetzen. Das passt meiner Meinung nach wenig zusammen, weil sie auch nur einen Teil seiner Person damit angreifen, ver-/beurteilen. Wo bleit da die Ganzheitlichkeit?

=> Womit wir wieder bei der Toleranz ankommen = Leben und
Leben lassen.

Genau :smile:

eher eine
Physiologie des Menschen und
Verhaltensbiologie

Aber unbestreitbar eine Disziplin der Psychologie… wenn dir auch die Wortbedeutung etwas anderes sagen mag.

Mich stört, dass er sich bei dem, was er da vertritt,
PSYCHO-loge nennt. Dabei einer, der die Seele negiert. Weil
diese nach seiner Auffasung gar nicht existent sein KANN. Man
kann die Seele weder sehen, noch anfassen noch sonstwie
haptisch erfassen. Sie gilt nur als innerlicher Zustand.

Meiner Meinung nach hast du da sehr viel reininterpretiert. Es ist nun mal so: PSYCHO-loge ist die Berufsbezeichnung , auch Seelenklempner (salopp gesagt), ist sicherlich irreführend. Wenn du hier nur die reine Wortbedeutung siehst, müsstest du einige Bezeichnungen verändern (was ist zB mit dem Sozialarbeiter? Ist der nun besonders sozial, weil das Wort Bestandteil seines Titels ist? Oder sollte er es sein?)

Aber er nennt sich
dabei Psychologe und propagandiert für eine Seelenlehre in der
die Seele negiert wird.

Nicht nur… er betont diese Seite… denn die wollen ja viele nicht wahrhaben. Dass er dabei etwas rigoros argumentiert, ist sicherlich richtig. Aber das kann ja auch ein Stilmittel sein.

Zumindest arbeitet er nicht als Therapeut… aber wenn er es täte… ich glaube nicht, dass seine Klienten zwingend keine Therapieerfolge hätten. Denn eigene Betroffenheit und Mitgefühl für den Klienten sind nicht unbedingt die effektivsten Methoden, jemandem zu helfen (zumindest nicht unbedingt die zielführendsten). Effektive Hilfe besteht nicht aus Betroffenheit und Mitgefühl, sondern aus u.a. (basierend auf einer tragfähigen Beziehung) zur rechten Zeit angewandten zum Klienten passenden Methoden.

Damit will ich nicht sagen, dass nur der therapeutische Techniker gute Erfolge erzielen kann, im Gegenteil, für mich bedeutet Therapie noch vieles mehr. Aber es ist durchaus möglich, vor allem, wenn Probleme stark lösungsfokussiert angegangen werden. Die richtig heftigen reinen Psychotechniker (und das sind auch nur einige, die sehr technisch orientiert sind, die meisten hier in .de sind da auch eher systemisch orientiert) werden zumeist auch von den Psychologen verteufelt.

Ich bin auch Laie und lese seit einigen Wochen mit. Ich weiss
auch nicht, was mich heute so viel schreiben läßt, vielleicht,
weil ich heute etwas zu sagen habe? Ich habe angefangen mich
mit Psychologie auseinander zu setzen, als ich mit meiner
ersten Therapie gegen Spinnenphobie beginnen wollte. Und nach
zwei tehrapeutischen Reinfällen kam dann auch der richtige
Therapeut. Für mich. Ich setze mich eben mit dem auseinander,
was mir begegnet :wink: nur zur Erklärung.

Danke für die Erklärung.
Es ist schwierig, den richtigen Berater/Therapeuten zu finden. Gut, dass du die anderen sausen lassen konntest. Kann ja auch nicht jeder.

Herzliche Grüße
Xelya
die sich sehr gegen diese Schubladisierungen sträubt innerlich

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Hi Oliver,

kommst Du mit Deinem Plädoyer für eine Entmystifizierung der Psychologie nicht ein wenig spät? Ohne boshaft sein zu wollen: die Zeit der Pioniere ist, was dieses Projekt angeht, war vor mehr als 80 Jahren. Meinst Du denn wirklich, dass es in der akademischen Psychologie noch eines Feldzugs gegen die „überlieferte Tradition“ bedarf?

Gruß
Michael

Ich frage mich, was die Gemüter der (zT selbst so bezeichnet)
psychologischen Laien so erhitzt, wenn ein Psychologe, der lt.
ViKa nicht therapeutisch arbeitet, sondern an der Uni,
seine wissenschaftliche Auffassung der Psychologie
vertritt.

Da spielen bestimmt ganz verschiedene Dinge eine Rolle. Ich habe in den letzten Jahren die Beiträge in diesem Brett immer seltener gelesen und mich noch weniger zu Wort gemeldet. Aber mein Eindruck ist, dass sich - auch wenn die Personen nicht mehr dieselben wie früher sind - bestimmte Typen immer wieder hier einfinden (und das gilt bestimmt nicht nur für dieses Brett). Da gibt es die Platzhirsche und Silberrücken, meist super-super-nett, bis es jemand wagt, ihre Alpha-Stellung in Frage zu stellen; die Klassenstreber, die zu allem ihren Senf ablassen müssen, die aber nicht geliebt werden; die Mitfühlenden und Mitleidenden; die Experten, deren Expertentum darauf beruht, dass sie selbst schon mal eine Psychotherapie gemacht haben; und solche unerträglichen Klugscheisser wie ich, die sich mit einem einzigen Posting gleich möglichst viele Feinde machen… Lange Rede kurzer Sinn, ich bezweifele, dass es in erster Linie sachliche Gründe sind, die zu solchen Eruptionen führen. Da spielen persönliche Eitelkeiten und Verletzungen sicherlich eine nicht unwichtige Rolle.

Über Inhalt, Aussage und Wortwahl will ich an dieser

Stelle gar nicht diskutieren…

Brauchst Du auch nicht; ich denke, die meisten hier können auch zwischen den Zeilen lesen und haben verstanden, was Du meinst. Da ich jetzt ohnehin schon die meisten verprellt haben dürfte, kann ich mich in der Sache ganz deutlich äußern: was sich hier einige Teilnehmer erlaubt haben, ist meiner Ansicht nach einfach ungehörig.

Ist Oliver Walter eigentlich der einzige Psychologe in diesem
Brett?

Weiß ich nicht; vor ein paar Jahren hätte ich noch gewußt, wer hier wer ist. Oliver Walter ist Diplom-Psychologe, Dr. Manfred Gies (Metapher) ist Physiker und Philosoph, Dr. Thomas Miller ist Philosoph und damit habe ich schon alle aufgezählt, über deren fachspezifische Ausbildung ich etwas weiß. Aber vielleicht ist ja auch gar nicht so wichtig, wer hier ein Diplom hat: Sachkenntnis ist nicht nur von der universitären Ausbildung abhängig.

Ich frage mich übrigens schon lange was die meisten der
Threads hier mit Psychologie zu tun haben (steht ja
schiesslich hier unter der Überschrift Naturwissenschaften).
Vielleicht sollte es in Selbsterfahrung &
Onlineberatung/-therapie umbenannt werden. Passt dann
möglicherweise eher zu den Anliegen vieler hier Schreibender
und Lesender.

Good point!

Gruß
Xelya
die sich wundert, warum ausgerechnet sie für nen Psychologen
in die Bresche springt…

Haben die gar nicht verdient, die Psychologen!

Michael Niepel, Diplom-Psychologe

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Hallo Michael und alle anderen,

kommst Du mit Deinem Plädoyer für eine Entmystifizierung der
Psychologie nicht ein wenig spät?
Meinst Du denn wirklich, dass es in der
akademischen Psychologie noch eines Feldzugs gegen die
„überlieferte Tradition“ bedarf?

was die Psychologie angeht, wie sie an den Universitäten zu finden ist, braucht es mein „Plädoyer“ nicht. Da hat Watson das getan, was notwendig war. Mein „Plädoyer“ war komprimierter „Watson + Skinner“.

Was wir aber dringend brauchen, ist, daß mit diesem ganzen Grobzeug aufgeräumt wird, das auf dem „Psychomarkt“ gefunden werden kann. Das ist Volksverdummung, was da gemacht wird. Quacksalber, Scharlatane, Gurus, die den Leuten mit ´ner Menge Alltagspsychologie, etwas Esoterik, etwas Psychodynamik (viel Gequatsche vom Unterbewußtsein - wenn die wenigstens „Unbewußtes“ sagen könnten!) usw. das „richtige“ Leben erklären wollen. Ich nenne das Vulgärpsychologie. Da braucht es noch viel Entromantisierung und Entmystifizierung. Klar, daß das viel Gekreische gibt, wenn ich als „böser Wolf“ gegen die Häuser der drei kleinen Schweinchen puste.

Eine Userin hat etwas Richtiges gesagt: Oliver bezeichne sich als Psychologe. Soll er sich doch anders nennen, denn er negiert die „Seele“ doch.

Das ist genau richtig. Es gibt keine „Seele“, kein „Bewußtsein“, keinen „Geist“. Das sind alles nur „Erfindungen“. Hypothetische Konstrukte, wie wir in der Psychologie sagen. Deshalb ist Psychologie - wie alle Psychologen seit Jahrzehnten an den Universitäten lehren und lernen und wie ich es hier schon mehrfach schrieb -, nicht die Lehre von der Seele, sondern die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben des Menschen.

Skinner meinte, daß es besser gewesen wäre, wenn Watson nicht versucht hätte, die damalige alte Psychologie zu ersetzen, sondern eine „Verhaltenswissenschaft“ mit genau diesem Namen aus der Taufe gehoben hätte. Die alte Psychologie ist damals vor 80-90 Jahren trotzdem verschwunden. Sie gibt es heute nicht mehr an den Universitäten. So sind wir Psychologen heute alle Verhaltenswissenschaftler, obwohl wir noch den alten Namen „Psychologen“ tragen. Metapher z.B. ist viel mehr „Psychologe“ (im alten Sinne), als ich es je sein WILL. Ich bin Verhaltenswissenschaftler mit der offiziellen und formellen Bezeichnung „Psychologe“. Das ist ein Etikettenschwindel - aber dafür trage ich nicht die Verantwortung!!

Aber die Nichtpsychologen glauben, weil sie die Geschichte der Psychologie nicht kennen, daß der Psychologe (der neuen Richtung), der Verhaltenswissenschaft betreibt, ihnen ´was Neues und Unerhörtes andrehen will. Sie wissen nicht, daß sie einen „Kampf“ gegen die Entmystifizierung und Entromantisierung der Psychologie nicht gewinnen können, weil er schon längst entschieden ist.

Viele denken, daß ich dem Menschen seine Menschlichkeit absprechen will. Ich will das nicht. Ich will bloß keinen Psychoquark. Den toleriere ich tatsächlich oft nicht in meiner Gegenwart, ohne zu widersprechen. Ich will Euch auch Eure Emotionen nicht absprechen. Wer ´mal in „Naturwissenschaften allgemein“ (unter „Sitz der Gefühle“) geguckt hätte, hätte nicht so etwas auch nicht behauptet (außer Marion natürlich). Da findet ihr auch ein Posting von jemand anderes, der ziemlich das Gleiche geschrieben hat, wie ich es hier schon immer getan habe. Diese Person sieht die gleichen Dinge wie ich kritisch („Bewußtsein“ und „Seele“) und spricht viel liebner von biologischen und verhaltenswissenschaftlichen Dingen. Das letztere ist heute Psychologie, das erstere war es ´mal.

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Lara,

Was er hier jedoch propagandiert ohne es zu erklären ist
schlichtweg lächerlich. Sicher gibt es eine
Kognitionspsychologie.

Ich nehme an, Oliver Walter würde es weit von sich weisen, als Kognitionspsychologe bezeichnet zu werden. Sein Programm scheint mir im wesentlichen an J.B. Watson anzuknüpfen: das ist klassischer Behaviorismus. Die Kognitionspsychologie dürfte ihm viel zu mentalistisch sien, vermute ich.

Aber auch diese ist keine reine

alleinige Wissenschaft sondern setzt sich aus mehreren
Disziplinen zusammen:

Physik
Chemie
Methematik
Medizin (auch ein Mischmasch aus mehreren Disziplinen daher
eher eine
Physiologie des Menschen und
Verhaltensbiologie

Viele Kognitionspsychologen wären wahrscheinlich bereit, einige der von Dir aufgezählten Disziplinen als „Hilfswissenschaften“ zu akzeptieren, würden aber darauf bestehen, dass sie eigene Fragestellungen, eigene Forschungsmethoden und eigene Erklärungsmodelle und Theorien haben, also mehr zu bieten haben, als ein Sammelsurium aus den von Dir genannten Fächern.

Mich stört, dass er sich bei dem, was er da vertritt,
PSYCHO-loge nennt.

Dazu hat ja Xelya schon etwas geschrieben. Wenn es ein entsprechendes Fach gäbe, würde sich Oliver vielleicht lieber Diplom-Behaviorist nennen. Aber er hat da leider keine Wahl, das Fach, in dem er sein Diplom erworben hat, nennt sich Psychologie und die Absolventen heißen Diplom-Psychologen. Das hat also nichts mit persönlicher Anmaßung zu tun.

Gruß
Michael

Hi Manfred,

wie auch die beiden Bewertungspunkte zeigen, die für Deinen Beitrag bereits eingegangen sind, kann man Deinem Beitrag auch positive Seiten abgewinnen. Aber mal so ganz unter uns Gebetsschwestern: war das nicht doch 'ne Nummer zu hart? Also, ich weiß ja auch, wie sich das anfühlt, wenn man provoziert wird, aber hast Du hier nicht wirklich mit Haubitzen auf Rotkehlchen gefeuert?

Gruß
Michael

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