Hallo Michael,
entschuldige, wenn ich mich kurz einmische. Ich erwarte auch keine Antwort, möchte Dich aber gerne auf folgendes aufmerksam machen:
„Mystik“ und „Romantik“,
versus
„Automechaniker“ und „Wissenschaftler“
Bist Du wirklich der Meinung, daß es zwischen diesen beiden Extremen nicht noch etwas gibt, das weder unter den Begriff „romatische Mystifizierung“ noch unter den Begriff „Wissenschaft“ [in Reinform: empirisch nachweisbar] fällt?
Emotionen
Motivationen
Liebe
=>… als Beispiele, sind in ihren Ausprägungen meiner Meinung nach weder wissenschaftlich, empirisch nachweisbar, weil man den Grad eines Gefühls bei einem Menschen simpel nie mit dem Grad eines Gefühls, welches ein anderer spürt gleichsetzen bzw. vergleichbar machen kann.
Das sind nun einmal subjektive Manifestationen IM Menschen. Und die hat jeder Mensch. Kann man nicht wegmachen, und wenn es noch so sehr verdrängen möchte. Das wäre die „Entmenschlichung des Menschen“.
Und darum ging es mir z.B., das irgendwie hier klarzustellen.
Das, wogegen Oliver polemisiert, sind
bestimmte Arten von Erklärungen, die sich einer empirischen
Überprüfung entziehen.
Exakt! Dazu gehören dann aber auch die von mir oben genannten Zustände. Und da „Gefühle“ im weitesten Sinne empirisch nicht nachvollziehbar sind, MUSS er sie negieren. Damit entmenschlicht er jedoch den Menschen. [Er tut es natürlich nicht, aber seine Sichtweise in der Reinform, wie im Ausgangsposting dieses Threads ist dazu absolut]. Und das fand ich schlichtweg: absurd.
Vom Wissenschaftler und vom Automechaniker erwarte ich gleichermaßen, :dass sie sich um eine möglichst zutreffende Beschreibung der :Gegenstände bemühen, mit denen sie es zu tun haben.
In meinen Augen ein vollkommen richtiger Standpunkt. Das ist aber m.E. nicht der Punkt des Anstoßes gewesen…!
Beim Automechaniker dient dies in der Regel dem Zweck, das Verhalten :eines Autos (macht komische Geräusche; reagiert zu lahm auf
Lenkbewegungen; zieht nicht) zu erklären und durch geeignete
Maßnahmen zu beeinflussen. Dabei stellt er bestimmte
Hypothesen auf, die er aus seinem bereits vorhandenen Wissen
ableitet und überprüft diese (das Geräusch kommt von der
Abdeckung des Radkastens; keine Ahnung ob das Sinn macht,
Es macht Sinn, diese Betrachtungweise ist nur wieder nicht den ganzen Menschen beschreibend, denn Du hast vergessen, WAS denn denn z.B. die MOTIVATION des Mechanikers ist, sich zu bemühen, überhaupt zur Arbeit zu gehen… Hat er Schulden und muss diese Abarbeiten? Spart er für eine Motorjacht = Grundverschiedene Motivationen. Eine evtl. basierend auf Unlust, die andere auf Lust.
Und schon haben wir wieder Begriffe:
Motivationen => negativer/positiver Art
Lust/Unlust…
…welche Oliver GERADE als Verhaltenswissenschaftler in seinem Repertroire über das Verhalten und Erleben des Menschen - und damit in seinen Wortschatz miteinbeziehen sollte/müste.
Er kann das innere und empirisch nicht nachweisbare Erleben eines Menschen nicht deshalb negieren, nur weil es nicht messbar ist. Und sobald er zugeben muss, daß diese Dinge tatsächlich existieren, wird er zugeben müssen, daß es andere Formen derlei menschlichen Erlebens auch noch gibt. Es ist nur un-bewußt. Und dann braucht man auch nicht mehr darüber herumzustreiten, ob es ein „unbewußtes“ oder „unterbewußtes“ gibt oder oder etc. pp. Das ist dann schlichtweg egal.
Sicher muß es eine genaue Difinition der Terminis geben, um wissenschaftlich arbeiten zu können. Aber es sieht mir eher danach aus, als wenn Olvier doch tatsächlich Pioniere wie Freud an friend´s „verachtiet“ nur, weil sie in der Lage sind, oder zumindest versuchen, eine Terminologie zu finden, mit der man diese Dinge ansatzweise nachvollziehen und evtl. verstehen kann, damit man sich überhaupt der INNEREN PROZESSE eines Menschen beschreibend annähern kann.
Zur Überprüfung bedient er [der Mechaniker, Klammern von mir] sich
bestimmter Methoden, die er während seiner Ausbildung und im
Laufe seiner beruflichen Tätigkeit erworben hat. Aufgrund der
erworbenen zusätzlichen Information vermehrt er sein Wissen
über den Gegenstand der Betrachtung.
Klar, richtig. Aber welche Motivation dieses zu tun hat der Mechaniker z.B.? Was treibt ihn dazu => Trieb.
Verstehst Du, was ich meine?
Die Vorstellung, sinnvolle Aussagen über menschliches
Verhalten und mentale Prozesse liessen sich nur bei
Berücksichtung „des ganzen Menschen“ machen (hoffentlich habe
ich das falsch verstanden) verschlägt mir etwas den Atem.
Dann erkläre mir bitte, wenn Du magst, wie es hier mit den von mir oben beschriebenen inneren Prozessen des Erlebens und Verhaltens eines Menschen, die ja tatsächlich da sind vereinbar ist, ohne den „ganzen Menschen“ zu betrachten?
Das deckt sich nun überhaupt nicht mit meinem
Wissenschaftsverständnis und würde meiner Ansicht nach aus dem
Ziel der Wissenschaft (eine möglichst vollständige,
widerspruchsfreie Beschreibung und Erklärung des Gegenstands
zu liefern) eine Bedingung für die Aufnahme solcher Bemühungen
machen.
Mag sein. Aber wenn schon nicht Psychologe, so kann und darf ein Verhaltenswissenschaftler auch und gerade dann diese Dinge wie z.B. Motivation und Emotion einen Menschen nicht einfach negieren - nur, weil diese ja nicht wirklich messbar sind. Oder?
Ich würde wirklich gerne verstehen, wie das Deiner Erklärung nach funktionieren soll…
Viele Grüße
Lara