Moin Oliver
Ja, sie beruht auf einem Mißverständnis. Ich bin für die
Entmystifizierung psychologischer Erklärungen und nicht für
die Ignorierung der Mystik als Untersuchungsgegenstand der
Psychologie.
Du willst also mystische Erlebnisse (als Untersuchungsgegenstand) und auf mystischen Erfahrungen beruhende Verhaltensweisen empirisch-wissenschaftlich erklären ? Das ist meines Wissens noch keinem gelungen. In dem Moment hättest du nicht die Phsychologie, sondern den Menschen entmystifiziert. Aber ich hab das Gefühl, wir drehen uns hier im Kreis.
> Ich hab keine Ahnung, was dieses „Unbewusste“ sein soll.
Ich auch nur theoretisch. Deshalb gebrauche ich das
psychodynamische Konstrukt des „Unbewußten“ nicht.
Ich auch nicht. Nur sehe ich nicht ein, warum ein Psychodynamiker (oder wer immer dieses Konstrukt kreierte) das nicht sollte.
Mir scheint, grade in der Psychologie wird
eher
> zuviel als Wissenschaft „verkauft“, was sich bei genauem
Hinsehen
> häufig eher als Vermutung oder zumindest nicht sonderlich
> wisschaftlich fundiert herausstellt.Das ist auch meine Meinung. Deshalb bin ich für einen
sparsamen Umgang mit Konstrukten. Diese Konstrukte sollten
zudem klar definiert werden.
Damit meine ich aber auch „deine“ Art der Psychologie. Ich möchte nur mal an unseren Disput über ADHD erinnern. Du hattest damals reichlich Argumente psychologischer Koryphäen für deine Sicht der Dinge angeführt und ich fand im Netz einen ebenso fundiert und kompetent wirkenden Gegenansatz. Ich als Laie kann letztendlich nicht entscheiden, wer da recht hat, aber solange es über einen Sachverhalt nichts gibt, was zu eindeutigen, wiederholbaren, wissenschaftlichen Ergebnissen führt, sondern sogar noch über angemessene Untersuchungsmethoden diskutiert wird, würde ich sagen, die Vorstellung, dass das, was du hier z.B. teilweise proklamiert, beruht doch eher darauf, dass du glaubst, dass du mit deiner Sichtweise recht hast. Das erscheint mir jedoch wenig wissenschaftlich. Somit macht du dich in gewisser weise selbst dem schuldig, was du anderen anlasten willst, auch wenn du ein anderes Vokabular verwendet.
Soll
das etwa
> heißen, du benimmst dich nur hier im Forum als
> Kommunikationswildsau ?Ich stelle mich hier manchmal extra blöd, wenn dies die
Möglichkeit zum Nachdenken innerhalb oder außerhalb von
Threads ermöglicht. Wenn Du willst, ist das eine
„therapeutische“ Technik.
Äh…Selbsttherapie ?
Xelya nannte es ein Stilmittel. Ich
hatte aber nicht beabsichtigt, daß mein „Die Funktion des
Herzen ist die des Blutpumpens“ solchen Wirbel auslöst.
Viel mehr hat dein hier nachgeschobenes „Manifest“ an Wirbel ausgelöst. Ob dein Herz nun Blut pumpt oder sich den Worten der Bibel öffnet oder beides ist mir zumindest relativ egal 
Ach, Du schätzt die Intelligenz mancher „Psychologen“ zu hoch
ein. Kennst Du Dich ein bißchen mit der „Psychologie“ von C.
G. Jung aus?
Ein wenig, genau so wenig wie mit anderen psychlogischen Richtungen. Ich hör mir das alles an und dein Ansatz ist für mich nur einer unter vielen. Da ich weder im psychologischen Bereich arbeite noch sonstwie damit zutun habe (z.B. in Form einer Therapie) hab ich das Glück, mich auch für keine dieser Richtungen entscheiden zu müssen oder festlegen zu lassen. Ich betrachte mich somit als aussenstehenden Interessierten, was aber nicht heisst, dass ich Leuten, die ihre Art der Psychologie anpreisen wollen, nicht gehörig auf den Zahn fühle. Bei jemand wie fionny, die bereits zu kreischen anfängt, wenn sie nur nach einer rationalen Begründung gefragt wird, hat sich deren Thema (und Ansatz) dann ziemlich schnell für mich erledigt *g*.
Da gibt es z.B. den „Schatten“. Das ist so etwas
wie ein psychodynamischer „Dämon“. Natürlich hat Jung ihn als
Metapher konzipiert, als Konstrukt. Leicht verselbständigen
sich diese Art von Metaphern und ich kann mir sehr wohl
vorstellen, daß ein Jungscher Therapeut schreibt, daß die
Probleme seines Klienten/Patienten auf seinen „Schatten“
zurückzuführen sind. Das ist aber Psychoquark, denn der
„Schatten“ ist nur eine Metapher für bestimmte Prozesse, er
ist nicht die Ursache dieser Prozesse oder der Probleme mit
diesen Prozessen!! Ich bin gegen diese Art von Metaphern, weil
sie sehr oft mißbräuchlich verwendet werden (siehe Antwort auf
Xelya oben für Näheres).
Hm…ok, das ist dann eben deine Meinung (und somit nicht wissenschaftlich) und nicht die meine. Ich befürworte Metaphern, weil sie häufig zu einem besseren Verständnis von etwas führen. Das Wort „Wissenschaft“ führt auch häufig zu Missveständnissen und wird missbräuchlich verwendet, dennoch finde ich nicht, dass man es deshalb nicht mehr verwenden sollte 
„Dämonen“ sind IMHO schlechte Konstrukte, um psychische
Störungen zu erklären oder hilfreiche praktische Anwendungen
zu entwickeln und umzusetzen. Deshalb wird u.a. auf dieses
Konstrukt in meiner Psychologie verzichtet, nicht aber z.B. in
der Psychodynamik von C. G. Jung, wo sie in der Gestalt von
Archetypen auftauchen. Da braucht es Entmystifizierung.
Ich befürchte aber, dass du bei einem Patienten, der mit der Meinung zu dir kommt, er werde von einem Dämon verfolgt, nicht weit kommen wirst, wenn du ihm Antwortest, dass das Wort Dämon für dich ein schlechtes Konstrukt ist *g*.
Gruss
Marion
Gruß,
Oliver Walter