Hallo Claude,
Sei beruhrigt und mache es so wie Du es für richtig hälst.
Lass die Besserwisser mache was Sie wollen. Von
Praxis oder der Arbeit einer Hausfrau, haben die eh keine
Ahnung.
Die geben immer von sich dass es nur fisches gibt.
In die Küche möchte ich nicht sehen. Wer was anderes sagt
LÜGT.
Na, nun schließ nicht immer gleich von dir auf andere. Sicher sind die Grenzen fließend, und jeder hat mit dem ein oder anderen zu tun, was man auch frisch machen könnte, man aber doch aus Bequemlichkeit fertig verwendet. Und doch gibt es für jeden sicher ganz universelle Grenzen, die er nicht überschreitet, bzw. nur im äußersten Notfall überschreitet und sich dabei darüber im Klaren ist, dass dies die absolute Ausnahme ist.
Und diese ist für viele Kochbegeisterte eben spätestens da erreicht, wo nicht mehr nur mal ein wenig gekörnte Brühe als Geschmacksverstärker an ein ansonsten frei gekochtes und insbesondere gewürztes Essen kommt, sondern irgendwelche Fix-Beutelchen aufgerissen werden und man das, was kochen eigentlich ausmacht, der Industrie und ihren Geschmacksstandards überlässt.
Was die Hausfrauenseite angeht, kann ich z.B. jederzeit und jedem nachweisen, dass meine Mutter, trotz drei Kindern und pflegebedürftiger eigener Mutter NIE in den über zwanzig Jahren meines Lebens, in denen ich regelmäßig bei ihr gegessen hat, so ein Fixbeutelchen aufgemacht hätte. Die im Schrank stehenden Tütensuppen für den äußersten Notfall, dass sie ggf. mal mit ihrer Mutter zum Arzt musste und wir Kinder uns hätten alleine verpflegen müssen, sind üblicherweise nach Ablauf des MHD entsorgt worden, weil auch wir schon extrem früh uns dann lieber ein paar Nudeln gekocht haben (und die Sauce schon mangels Fixbeutelchen selbst machen mussten).
Und in unsere Küche kannst Du jederzeit gerne schauen und wirst solch schaurige Dinge nur insoweit finden, als dass wir mal für Schwiegermutter in deren letzten Lebensmonaten einige entsprechende Dinge gekauft haben, weil sie sonst nichts mehr essen wollte und daher noch einige Beutel Tütencremsuppen besitzen. Ansonsten gibt es da noch einige Werbegeschenke unseres Brühepulverlieferanten, die wir immer großherzig weiterverschenken und gut ist. Z.B. die von uns viel verwendete Hühnerbrühe wird alle paar Tage frisch gekocht, Eintöpfe werden grundsätzlich mit selbstgekochten Brühen angesetzt (was ist doch die Linsensuppe mit Brühe vom Eisbein für ein Genuss bei diesem Schmuddelwetter), und der etwas weiter unten geschilderte „aufwändigere“ Weg zu einer Krebssauce ist bei uns auch keine Theorie. Momentan liegen diverse Eiswürfelbeutel mit selbst gemachtem Krebs- und Fischfond im Eisschrank.
Selbstverständlich habe ich sicherheitshalber für spontane Kochanfälle um 23:30 auch einige gute fertige Fonds bzw. Demi Glace griffbereit und gibt es auch bei uns die vorgefertigten Ravioli aus dem italienischen Feinkostgroßhandel (der sie vom besten Lieferanten aus meinem letzten Wohnort bezieht), aber schon da käme ich nie auf die Idee, die Gästen zu servieren und auch nur durch Unterlassen den Eindruck zu erwecken, sie stammten aus eigener Küche.
Also machbar ist es schon, weitgehend auch in der Familienküche oder bei zwei mehr als nur voll Berufstätigen, sich vom Tütenfraß fernzuhalten, es ist nur eine Frage des Wollens und des eigenen Anspruchs und der Einstellung zum Essen.
Gruß vom Wiz