Ernährung bei überhöhtem Cholesterinwert ?

Hallo,

folgendes: mein Freund hat einen überhöhten Cholesterinspiegel (kenne keine Werte), war schon ein paar mal bei unterschiedlichen Ärzten wg. Feststellen lassen etc.
Das Problem wurde höchstwahrscheinlich vererbt, Bruder hats auch so erwischt, und Mutter schlägt sich noch mit Stoffwechselproblemen herum.

Er ist 25 Jahre jung, und klar, mit Medikamenten halten sich die Ärzte zurück, es wird geraten, sich ‚bewusst zu ernähren‘, ‚weniger Fett‘.
Und dann regelmässige Kontrolle des Cholesterienwertes; sollte dann nichts anschlagen, Medikamente. (ist doch nicht ganz ungefährlich?)
Dazu kommt, dass er leicht übergewichtig ist, bei 160 / ca. 65 kg .

Bis jetzt haben wir noch ‚gut‘ gelebt, also auf Wurst und Fett (Schweinefleisch, Bratwürste etc) wurde nicht verzichtet; seine Mutter befürchtet aber bzw. beschwört immer, dass er früher oder später einen Schlag/Herzanfall bekommt, wenn er so weiter macht.

Nun mein Anliegen: auf was sollte man besser verzichten? (seine Hausärztin meinte zB. nur 1 Ei max. alle zwei Wochen, sind Eier wirklich so ‚böse‘?)
Wie sollte idealerweise der Speiseplan aussehen?
Welche Fleischsorten sollte man bevorzugen? (wir sind keine Vegetarier)

Danke, ein paar (sachlich-korrekte) Anregungen würden mir schon helfen!
Gruss,
Nicole

Hallo,
wesentlich effektiver ist Ausdauersport. Ich würde aber
auch generell den Verzehr von Wurst oder anderen Fett/Salz
Kombinationen einschränken und statt dessen Geflügel oder
Steaks essen.
Was Eier anbelangt. Ich habe phasenweise über Monate
>20 Eier/Woche gegessen ohne das meine Cholesterinwerte
kritisch wurden, obwohl es in meiner Familie durchaus
Personen gibt, die Cholesterinprobleme haben.

Gruss
Enno

Hallo Nicole,

Er ist 25 Jahre jung, und klar, mit Medikamenten halten sich
die Ärzte zurück, es wird geraten, sich ‚bewusst zu ernähren‘,
‚weniger Fett‘.

Recht haben sie. *g*

Nun mein Anliegen: auf was sollte man besser verzichten?

Schau Dich mal unter

http://www.lipid-liga.de/
http://www.m-ww.de/gesund_leben/ernaehrung/cholester…
http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/fetttabell…

um. Da findest Du ganz bestimmt sachlich-korrekte Infos.

Beste Grüße

Tessa

Hallo Kroeti,

folgendes: mein Freund hat einen überhöhten Cholesterinspiegel
(kenne keine Werte),

die genauen Werte sind aber wichtig, um zu wissen, ob man nur ein wenig aufpassen sollte, oder ob es schon schlimmer ist. Frag doch noch mal nach.

war schon ein paar mal bei
unterschiedlichen Ärzten wg. Feststellen lassen etc.
Das Problem wurde höchstwahrscheinlich vererbt, Bruder hats
auch so erwischt, und Mutter schlägt sich noch mit
Stoffwechselproblemen herum.

Die Veranlagung zu hohen Cholesterinspiegeln kommt allerdings familiär gehäuft vor, so daß in solch einem Fall eine bewußte Ernährung rein prophylaktisch schon sinnvoll ist.

Er ist 25 Jahre jung, und klar, mit Medikamenten halten sich
die Ärzte zurück, es wird geraten, sich ‚bewusst zu ernähren‘,
‚weniger Fett‘.

Eine cholesterinreduzierende Kost beschränkt die Fettmenge (einschließlich des unsichtbaren Fettes) auf zunächst maximal 25-30% der Energiezufuhr, gegebenenfalls muß auf unter 20% reduziert werden.

Und dann regelmässige Kontrolle des Cholesterienwertes; sollte
dann nichts anschlagen, Medikamente. (ist doch nicht ganz
ungefährlich?)

Noch gefährlicher als Tabletten sind dauerhaft zu hohe Cholesterinspiegel. Sie sind einer der Risikofaktoren für Schlaganfälle. Allerdings muß man sagen, daß in Deutschland viele Ärzte die Grenzwerte sehr niedrig ansetzen. Darum auch meine Frage, wie hoch die Werte sind. Bei etwas über 200 muß man sich meiner Meinung nach nicht allzuviel Gedanken machen, da reicht es, sich im Essen etwas einzuschränken. Liegen die Werte über 300 muß medikamentös behandelt werden.

Dazu kommt, dass er leicht übergewichtig ist, bei 160 / ca. 65
kg .

Das wäre jetzt mal das wichtigste, das Übergewicht abzubauen - am besten geht das durch Sport.

Bis jetzt haben wir noch ‚gut‘ gelebt, also auf Wurst und Fett
(Schweinefleisch, Bratwürste etc) wurde nicht verzichtet;
seine Mutter befürchtet aber bzw. beschwört immer, dass er
früher oder später einen Schlag/Herzanfall bekommt, wenn er so
weiter macht.

Hat sie recht!

Nun mein Anliegen: auf was sollte man besser verzichten?
(seine Hausärztin meinte zB. nur 1 Ei max. alle zwei Wochen,
sind Eier wirklich so ‚böse‘?)
Wie sollte idealerweise der Speiseplan aussehen?
Welche Fleischsorten sollte man bevorzugen? (wir sind keine
Vegetarier)

Speiseplan:

  1. fettarme Milch anstelle von Vollmilch
    Magerjoghurt anstelle von Vollmilch- oder Sahnejoghurt
    fettarme Kondensmilch anstelle von Kaffeesahne
    fettarme Käsesorten
  2. häufiger fetten Seefisch essen (Eikosapensäure!
    weniger Fleisch und Wurst
    keine Schalentiere
    keine tierische Haut
  3. mageres Fleisch anstelle von fettem Fleisch, Innereien oder üblicherweise fetten Fleisch- und Wurstwaren
    evtl. fettmodifizierte Wurst (becel)
  4. Huhn und Truthan anstelle von Gans und Ente
  5. Fleischportionen verringern, Kartoffel- oder Gemüseportionen vergrößern
  6. gekochte Kartoffeln oder Kartoffelpüree anstelle von fettreichen Bratkartoffeln, Kartoffelchips oder Pommes frites
  7. Öle und Pflanzenmargarine (polyensäure- und ölsäurereich) anstelle von Butter, Schmalz gehärteten oder Hartfetten.
    Vermeiden aller trans-Fettsäuren (aus hydrierten Pflanzen- und Seetierölen)in größerer Menge enthaltenden Produkte, einfache Sorten von Haushaltsmargarine, Back-, Brat-, Fritierfette.
  8. Eiklar oder cholestrinfreie Ei-Ersatzstoffe (gibt’s von becel) anstelle von Vollei oder Eigelb
  9. Vollkornbrot oder Hafergebäck anstelle von Weißbrot und Feinmehlbackwaren
  10. Bevorzugung von Haferkleie als Getreidebasis von Müslis und als Dickungsmittel für alle geeigneten Zubereitungen
  11. sehr viel Gemüse aller Art, regelmäßig Hülsenfrüchte
  12. trockenen, fettarmen Kuchen, ggf. mit Obst oder Magerquark; keine Sahnetorte, kein fettiges Cremegebäck
    fettarme Schlagsahne anstelle von Schlagsahne
  13. Frischobst anstelle süßer Nachspeisen
    Nüsse oder Sonnenblumenkerne anstelle von Schokolade und Marzipan
    14.Bei höherem Konsum an coffeinhaltigen Getränken: schwarzer oder grüner Tee anstelle von Bohnenkaffee; ungefilterter und entcoffeinierter Kaffe sollten vermieden werden
    Schöne Grüße
    Sabine

wow, Danke für Links! hilfreich :smile: o/t

Vielen Dank!
…für die aufschlussreichen Hinweise, Sabine!

Allerdings, frage ich mich, ob es fettarmen Käse überhaupt gibt (ausser Harzer Roller, oder Frischkäse), Sorten wie Gouda, Camembert haben alle um die 45-50 %.
Muss er wohl drauf verzichten.
Na ja, und Schmelzkäse ist auch nicht ‚gesund‘, wegen der Salze, und auch Fettgehalt.

Allerdings bin ich etwas überrascht, dass man auf entkoffinierten Kaffee verzichten sollte, gibt es da einen Grund?

Ist Mischbrot/dunkle Brötchen noch vertretbar anstelle von weissen Brötchen?

Grüsse,
Nicole

Hallo Nicole,

hier mußt Du auftrennen: Fett ungleich Cholesterin. Dir geht es ja um letzteres, und nicht um eine Gewichtsabnahme. Käse z.B. enthält (soweit ich weiß) zwar viel Fett, aber wenig Cholesterin (müßte selbst mal nachgucken). In diesem Falle stünde einem Verzehr jedenfalls nichts im Wege.

Im Zuge der Risikosenkung für Arteriosklerose kann fettarm natürlich ebenfalls wichtig sein, und zwar dann, wenn im Rahmen von Übergewicht entweder hoher Blutdruck oder ein Diabetes besteht. Beides ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose, und beides wird unter Gewichtsreduktion besser.

Falls wichtig, so kann ich mal schauen, wie die generellen Granzwerte (200 oder 300?) wissenschaftlich eingeschätzt werden, wenn mich aber nicht alles täuscht, steigt das Risiko tatsächlich schon ab 200 deutlich an.

viele Grüße,

Oliver

Hallo Oliver,

hier mußt Du auftrennen: Fett ungleich Cholesterin. Dir geht
es ja um letzteres, und nicht um eine Gewichtsabnahme. Käse
z.B. enthält (soweit ich weiß) zwar viel Fett, aber wenig
Cholesterin (müßte selbst mal nachgucken). In diesem Falle
stünde einem Verzehr jedenfalls nichts im Wege.

Eigentlich sollte man, um den Cholesterinspiegel zu senken, durch geeignete Auswahl der Fette eine Minimierung des Gehalts an gesättigten Fettsäuren und eine Erhöhung des Anteils an Monoensäuren (Ölsäure) erreichen. Der P/S-Quotient sollte möglichst auf 1,0 - 1,5 angehoben werden. Der P/S Quotient von Butter, Käse und Milch liegt zwischen 0,04 und 0,05.
Bei uns ist der Hauptvertreter der Monoensäuren das Olivenöl (P/S-Quotient 0,4). In den USA gibt es auch fettmodifiziertes Sonnenblumenöl, Distelöl und erucasäurearmes Rüböl.
Laut meinen Unterlagen (z.B. Heepe, Diätetische Indikationen) ist eine cholesterinreduzierende Kost immer auch eine fettreduzierte.

Im Zuge der Risikosenkung für Arteriosklerose kann fettarm
natürlich ebenfalls wichtig sein, und zwar dann, wenn im
Rahmen von Übergewicht entweder hoher Blutdruck oder ein
Diabetes besteht. Beides ist ein Risikofaktor für
Arteriosklerose, und beides wird unter Gewichtsreduktion
besser.

Falls wichtig, so kann ich mal schauen, wie die generellen
Granzwerte (200 oder 300?) wissenschaftlich eingeschätzt
werden, wenn mich aber nicht alles täuscht, steigt das Risiko
tatsächlich schon ab 200 deutlich an.

In den letzten Jahren gab es immer wieder unterschiedliche Angaben. Früher ging man tatsächlich von einer Schädlichkeit über 300 aus, dann war jedes bißchen über 200 schon gefährlich. Heute sehen’s die meisten Ärzte bis 250 noch recht gelassen, wenn nicht noch jede Menge andere Risikofaktoren zusätzlich auftreten.
Auch scheint es familiäre Dispositionen zu geben. In manchen Familien haben alle Familienmitglieder hohe Cholesterinwerte und werden trotzdem alt - ein Wert um 250 kann dann schon fast als „normal“ gelten. Andererseits ist ein 250er Wert evtl. anders zu beurteilen, wenn alle anderen Familienangehörigen Werte unter 200 haben.
Die Daten, die wir haben sind übrigens alles Nachkriegsdaten, so daß wir nicht wirklich große Möglichkeiten haben, die Lebensdauer abzuschätzen. Sicher ist nur, daß man ernährungsmäßig alles tun sollte, um den Cholesterinwert niedrig zu halten.
Schöne Grüße
Sabine

Hallo Nicole,

Allerdings, frage ich mich, ob es fettarmen Käse überhaupt
gibt (ausser Harzer Roller, oder Frischkäse), Sorten wie
Gouda, Camembert haben alle um die 45-50 %.
Muss er wohl drauf verzichten.

Wirklich fettarm ist Käse nicht; aber die „fettärmsten“ habe ich Dir gerade mal zusammengesucht:
Edamer, Tilsiter, Camembert je 30%
Harzer
Limburger und Romadur 20%
Körniger Frischkäse
Schichtkäse

Na ja, und Schmelzkäse ist auch nicht ‚gesund‘, wegen der
Salze, und auch Fettgehalt.

Allerdings bin ich etwas überrascht, dass man auf
entkoffinierten Kaffee verzichten sollte, gibt es da einen
Grund?

Es gab eine Untersuchung an 14000 Personen, die zeigte, daß der Verzehr von mehr als 6 Tassen Kaffee täglich die Serumcholesterinkonzentration bei Gesunden signifikant steigert. Da das bei Tee nicht so ist, kann man das Koffein als Verursacher ausschließen; man weiß aber nicht, welcher Mechanismus zuständig ist. Eine weitere Studie zeigte, daß Kaffeeabstinenz eine mittlere Reduktion der Gesamtcholesterinkonzentration im Serum um 10% erbrachte.

Ist Mischbrot/dunkle Brötchen noch vertretbar anstelle von
weissen Brötchen?

Ist auf jeden Fall besser als weiße Brötchen.
Schöne Grüße
Sabine

Werte um die 300
Hallo Sabine (und alle),

die genauen Werte sind aber wichtig, um zu wissen, ob man nur
ein wenig aufpassen sollte, oder ob es schon schlimmer ist.
Frag doch noch mal nach.

Bei der Untersuchung vor ca. 6 Monaten (nüchterner Magen, alles ‚korrekt‘) kam ein Wert von 298 raus…
Bei ihm ist es übrigens erstmals bei einer Betriebsarztuntersuchung aufgefallen, sonst wüsste er wahrscheinlich jetzt noch nichts.
Von der jetztigen sind noch keine genauen Werte bekannt, die Ärztin hat aber schon gesagt, dass der Wert zu hoch ist.

In seiner Familie (also Mutter, Bruder) haben anscheinend alle Werte die sich um 300 drehen.

Hört sich nicht so gut an :frowning:
Wenn man jetzt nichts unternimmmt, was ist dann mit 40 ?

Und nochmals Danke für die Aufschlüsselung der Fette (Käse)!

Viele Grüsse,
Nicole