Ernährung wenn keine Nahrung da

Huhu!

Ich hab grad mal wieder die Doku über den Supervulkan und seine Folgen bei einem Ausbruch gesehen. Kurzgefasst: hauptsächlich durch den Ascheregen verenden die Nutztiere, Pflanzen sterben ab und wachsen für einige Jahre nicht - also auch Getreide.

Meine Frage ist nun, was bleibt einem dann noch als Nahrung? Tiere futsch, Pflanzen und Getreide futsch - und nu…?
Mir fällt da nicht viel ein, Konserven halten zwar fast ewig, aber dürften flott ausverkauft sein.

Macht mich zum Überlebenskünstler und sagt mir bitte, was ich mir da zwischen die Kiefer noch schieben kann! *g*

Gruß,
Sharon

Servus Sharon,

Handel gibt es schon knapp 20tausend Jahren länger als Ackerbau. Und die Überschüsse, die auf Basaltverwitterung in der Nähe von Vulkanen zu Zeiten zwischen den Ausbrüchen erwirtschaftet werden können, übertreffen den Mangel in Zeiten unmittelbar nach Ausbrüchen bei weitem. Was genau ist die Frage?

Schöne Grüße

MM

staatenfreundschaft hilft… mal kurz beim partnerstaat angerufen schickt der nen paar rosinenbomber los und die werfen dann kehrpakten vom himmel die dann wie westpakete aufgerissen und unter den anwsenden verteilt werden… hat früher auch funktioniert :smiley:

Hallo Sharon,

wenn mangels Sonnenlicht keine Pflanzen überstehen und mangels Pflanzen keine Tiere, dann bleiben nur noch Pilze. Pilze zersetzen organische Substanzen, deswegen kann man Pilze auch in dunklen warmen feuchten Kellern züchten.
Als Zuchtgrundlage könnten verrottende Pflanzenreste dienen.

Gruß
Carlos

Servus,

bloß wegen der historischen Faktentreue:

Die Pakete hießen nicht kehr-, sondern CARE-Pakete. Und sie wurden nicht von einem befreundeten Staat ins besiegte und am Boden liegende Deutschland geschickt, sondern von einer kleinen, dort auch viel angefeindeten religiösen Minderheit aus dem Feind- und Siegerstaat USA, den Quakern. Die haben in den Hungerjahren 1946ff nicht bloß haufenweise Deutschen das Überleben ermöglicht, sondern auch deren unterernährten Kindern vorübergehenden Aufenthalt in der Schweiz.

Die Quaker sind übrigens genauso konsequente Kriegsdienstverweigerer wie die in D mehr bekannten Zeugen Jehovas, die im tausendjährigen Reich für diese Haltung auch nach Buchenwald gingen. In den USA, insbesondere zu Zeiten McCarthys, hieß das dann nicht „Volksschädling“, sondern „antiamerikanische Umtriebe“.

Bloß: Was hat das jetzt mit einem Vulkanausbruch zu tun?

Schöne Grüße

MM

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grins. schön dass du uns geschichtlich aufklärst, aber es war eigentlich nur eine zusammenwürfelung von begriffen die überhaupt keinen geshcichtlichen zusammenhang haben - mehr nen poetischen :smile:

aber die care-pakete sind gut, dachte es wären wirklich kehr… aber würde so auch vollkommen sinnlos sein… :smiley:

Na dann - ich hatte geglaubt, „hat früher auch funktioniert“ hätte irgendwas mit Dingen zu tun, die früher mal real gewesen sind.

Übrigens: Das mit den Rosinenbombern war ganz was anderes als das mit den CARE-Paketen, und Westpakete gabs erst wieder, als die Blockade vorbei war - also nach der Zeit der Rosinenbomber.

Aber poetisch gesehen ist das alles offenbar ganz egal.

Schade eigentlich - Poesie kann sich ja u.a. auch mit Wirklichkeit beschäftigen…

Schöne Grüße

MM

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hatte halt damals alles was mit versorgung zu tun - obs nun brot war um die menschen vorm verhungern zu bewahren oder „produkte des klassenfeindes“ für die verwandschaft im osten :smiley: und da wir heute wissen, wie gut es funktionieren kann, wärs doch möglich das für eine versorgung in zukünftigen notfällen zu nutzen…

Nagut, wenn Du drauf beharrst:

Von welchem „damals“ sprichst Du denn eigentlich?

Damals n° 1: Care-Pakete. Ab 1946, Höhepunkt der Aktion Anfang 1949 kurz vor der Währungsreform.

Damals n° 2: Luftbrücke während der Berlin-Blockade „Rosinenbomber“, 06/1948 - 05/1949.

Damals n° 3: „Westpakete“ in die DDR - vor der Währungsreform ohne große Bedeutung, da die Versorgung mit Konsumgütern, insbesondere Nahrungsmitteln, in der SBZ bis 1949 mindestens so gut war wie in den Westzonen. Vor 1961 wurden in Berlin gar in einigem Umfang billige Nahrungsmittel von Ost nach West verschoben. „Westpakete“ dienten übrigens zu keinem Zeitpunkt der Linderung von Hungersnot, weil es die auch in der SBZ bloß in den unmittelbaren Nachkriegsjahren gab, und in allen Zonen etwa gleich - bei den Amerikanern etwas weniger, bei den Franzosen, die selber nichts mehr hatten und bei denen wohl auch Rache eine Rolle spielte, etwas heftiger.

„Westpakete“ spielten viel später, nach den drastischen Anhebungen der Preise für russisches Öl und Gas 1975 und den entsprechenden Folgen in der DDR etwa ab 1977 („Erichs Krönung“) bis zum Ende nochmal eine ziemliche Rolle, aber es wäre eine schwere Beleidigung der Empfänger gewesen, da Grundnahrungsmittel reinzutun. Außer den Standards Kaffee und Nylonstrümpfe ging es da um Dinge wie Einhebelmischbatterien, Messerblöcke, alles mögliche fürs Auto usw. Wie viel davon vorher en gros aus der DDR in die BRD gekommen war, um nachher en detail wieder zurückgefahren zu werden, kann ich nicht schätzen.

So, und wenn wir jetzt zum Thema Vulkan zurückkehren, zeigt sich, dass die von Dir herangezogenen Szenarien „damals“ fern von irgendeiner Vergleichbarkeit mit der Situation nach einem Vulkanausbruch sind: Dort fehlt je nach Umfang des Ausbruchs punktuell oder in einem größeren Gebiet die Ernte eines Jahres, die Versorgung ist eine nicht zu anspruchsvolle technische Aufgabe, ökonomisch gibt es kein Problem damit, weil (aber ich wiederhole mich). Und bereits ein Jahr später gibt es kein gravierendes Problem mehr, mehrere Jahre später profitiert jede Art von Landbau von den sehr fruchtbaren Böden, die sich bei Vulkanausbrüchen extrem schnell bilden, ohne dass man da viel dran zu machen braucht.

Interessant ist, wenn man sich heute die im Vergleich zur weiteren Umgebung sehr dichte Besiedlung am Fuß aller aktiven und einiger erloschener Vulkane anschaut: Der Vorteil, den die Böden dort bieten, überwiegt den vorübergehenden Nachteil und die Risiken bei Ausbrüchen offenbar bei weitem, sonst wären die Siedlungen nach Ereignissen wie der Zerstörung von Herculaneum aufgegeben und nicht alsbald wieder eingerichtet worden.

Und jetzt würde es mich doch interessieren: Was ist denn Deiner Ansicht nach der Vorteil daran, wenn entsprechende Versorgungsmaßnahmen bei Vulkanausbrüchen mit einzelnen Postpaketen einerseits und Flugzeugen (die vor Ort keine Landemöglichkeit haben) andererseits durchgeführt werden?

Schöne Grüße

MM

Hi!

Handel gibt es schon knapp 20tausend Jahren länger als
Ackerbau. Und die Überschüsse, die auf Basaltverwitterung in
der Nähe von Vulkanen zu Zeiten zwischen den Ausbrüchen
erwirtschaftet werden können, übertreffen den Mangel in Zeiten
unmittelbar nach Ausbrüchen bei weitem. Was genau ist die
Frage?

Nuja, beim Ausbruch des Supervulkans ist eben die ganze Erde betroffen und nicht nur eine Region. Somit ist eben nüschts mit Handel. Und laut der Doku soll die Ernte für paar Jahre ausfallen. Sprich, 1-2 Jahre kann man eventuell mit noch vorhandenen Vorräten überbrücken - aber was ist dann?

Gruß,
Sharon

Hi!

Auf Pilze wär ich nicht gekommen. Wenn die „Produktion“ tatsächlich so einfach ist, wär das eine feine Sache :wink:

Danke!

Fällt irgendwem noch was ein?

Gruß,
Sharon

Hi!

Auf Pilze wär ich nicht gekommen. Wenn die „Produktion“
tatsächlich so einfach ist, wär das eine feine Sache :wink:

Danke!

Fällt irgendwem noch was ein?

Kannibalismus
häufig erprobt, historisch gut belegt

viele Grüße
geli

Hi Martin,

Die Pakete hießen nicht kehr-, sondern CARE-Pakete.

Nie ein Kehr-Paket gekriegt? Drinne ist ein großer Besen, ein kleiner Handfeger und eine Kehrschaufel. Diese Pakete bekamen die Trümmerfrauen, wenn sie die großen Brocken weggeräumt hatten. :wink:

Dir ein gutes 2008

Anja

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Kannibalismus
häufig erprobt, historisch gut belegt

menschen sollen so ähnlich wie schweine schmecken–hab ich irgendwo gelesen,auf jeden fall sind schweine die besseren menschen(erfahrung)

Und laut der Doku soll die Ernte für paar Jahre

ausfallen. Sprich, 1-2 Jahre kann man eventuell mit noch
vorhandenen Vorräten überbrücken - aber was ist dann?

Hallo!

Die Dünnen verhungern als erste, die Dicken sind schlank geworden, halten aber etwas länger durch. Kanibalismus mutiert zur Überlebensstrategie.

Mit etwas Glück gelingt es dann langsam, die stark geschrumpfte Bevölkerung wieder mit landwirtschaftlichen Produkten zu versorgen. Das Problem der Überbevölkerung hat sich erledigt, aber in der dann folgenden Wohlstandsgesellschaft werden Übergewicht und Zuckerkrankheit eine noch größere Rolle spielen als heute. Denn vermutlich werden größtenteils Leute mit solchen Anlagen eine solche Katastrophe überleben können.

Aber auch Leute mit einer gewissen Hamster-Mentalität und vorher gut gefüllter Vorratskammer könnten entscheidende Überlebensvorteile gehabt haben. Wer also Angst vor solchen Katastrophen hat, könnte sich seinen Keller mit kalorienreichen Voräten bestücken. Fettige Fleischkonserven, Öle, Zucker, Getreidesäcke - sowas braucht man in solchen Fällen. Dazu noch ein paar Vitamintabletten o.ä., um den schlimmsten Vitaminmangel zu vermeiden.

Pilzzuchtsets gibt es bei verschiedenen Saatgutanbietern. Apropos, ein wenig Saatgut könnte auch eine gute Idee sein.

Gruß

Anne

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Hallo Carlos und Sharon,

es mag schon sein, dass man Pilze auf verottenden Pflanzen züchten könnte, aber Pilze haben leider kaum Nährwert. Wenn es ums Überleben geht, dann kommt es halt doch erst mal auf viele Kalorieren an.
IMHO ist Pilzzucht keine Lösung grosse Teile der Weltbevölkerung nach dem Supervulkan zu ernähren. sorry.

gruessli
Yps

Fisch und Bakterien
Hallo Sharon,

merci für diese interessante Frage!

ich habe zwar diese Doku nicht gesehen und daher weiss ich nicht, wass denn als Auswirkung eines Supervulkan-Ausbruchs aufs Meer postuliert wurde.
Trotz meiner Unkenntnis denke ich, dass es Fische (und weiteres Meeresgetier) noch die grössten Überlebenschancen (als Nahrungsquell für Menschen)haben könnten. Die „Meeresnahrungskette“ basiert auf Algen, Plankton. Wegen des eingeschränkten Sonnenlichts wird zwar deren Menge auch zurückgehen, aber sicher nicht ganz auf Null. Also: Wohl dem, der in dünnbesiedelten Gebieten am Meer wohnt.

Eine zweite Alternative sind Mikroorganismen. Im Prinzip können Bakterien alles Organische Material zu bakterieller Biomasse umsetzen. Wenn man zu dieser Fermentation Bakterien auswählt, die keine Toxine bilden, sollte der Bakterienbrei, ggf nach Kochen essbar und voller Nährstoffe incl. mancher Vitamine sein.
An den Geruch (wer war schon mal in einem MikrobiologieLabor?) wird man sich schon gewöhnen, wenn es ums eigene Überleben geht.

gruessli
Yps