Welchen Stellenwert hat der Geruch, neben hören, fühlen, sehen, eurer Meinung nach? Nicht voreilig antworten… bitte
Zottel
Der Geruchsinn ist wichtig, aber
sein Fehlen ist verhältnismäßig einfacher zu kompensieren,
als zb. fehlendes Sehvermögen.
Die ursprünglichen „Alarmsituationen“
zb. Feuer bzw. Rauch
lassen sich häufig technisch kompensieren.
Ich brauche nicht mehr erschrocken vom Sofa hochhechten,
weil ich rieche, dass die Herdplatte noch an ist-
ich kanns dank Ceranfeld jetzt sehen und notfalls informiert mich
der Rauchmelder.
Für den Zusammenhang mit Geschmack und Giftstoffen gibt es
ausreichend visuelle Kennzeichnungen, dass ich nicht aus der
Domestosflasche trinken darf- falls ich es nicht riechen sollte
und ich kann heute davon ausgehen, dass Lebensmittel aus dem Supermarkt genießbar sind usw. usf.
Klar ist es vorteilhafter sich nicht auf andere und die Technik verlassen zu müssen.
Bleiben die „diffuseren“ Geruchswahrnehmungen.
Gedächtnisleistungen und Emotionale Bewertung.
Ich bin gerad nicht up to date, aber mir ist jetzt so ad hoc keine Untersuchung bekannt, ob „nicht-riechende“ schlechtere Erinnerungsleistungen aufweisen.
Vor allem emotional starke Situationen (positiv wie negativ) werden mit Gerüchen verknüpft. So kannst Du sehr gut mit Gerüchen triggern.
Hygiene
Tja… da scheint es unglaublich viele Menschen mit fehlendem Geruchssinn zu geben, wenn ich mir so an"rieche" was sich da so im Bus auf dem Weg zur Arbeit tummelt.
Allerdings gibt es da ja die Supersprühs. Mit der richtigen Auswahl kann man locker ne Woche nicht duschen, ohne, dass das groß auffallen würde *fg*
Orientierung
dagegen ist schwer zu kompensieren. Plattes Beispiel vom platten Land- Du kannst im Deichvorland riechen, in welche Richtung Du laufen musst um ans Wasser zu kommen. Oder für die Almöhis: Der Weg von der Umkleide in die Schwimmhalle lässt sich anhand des Geruches nachvollziehen. Auch die Umkleide von H & M findet man ohne Zweifel, wenn man immer der Nase nach geht. Stellt sich die Frage, wie wichtig es ist, sich in den relativ seltenen nicht beschilderten Situationen am Geruch zu orientieren…
Soziale, kommunikative Aspekte
Zustand des Gegenübers, Partnerwahl etc.
Es streiten sich die Geister.
De facto ist Riechen eine Fähigkeit, die durchaus ihren Nutzen hat und auf die sicherlich keiner verzichten möchte.
Allerdings betrachten wir die erwarteten Defizite aus der Sicht der Riechenden. Und es ist stets ein (kompensatorischer) Unterschied, ob man über Sinneswahrnehmungen von Geburt an nicht verfügt oder die Fähigkeit durch Unfall/ Krankheit verliert.
In der heutigen Gesellschaft mit ihren Mitteln und Möglichkeiten ist der fehlende Geruchsinn aber wahrscheinlich am besten kompensiert, ohne, dass diese Kompensation bewusst gewollt ist (was der springendere Punkt ist)- er ist sozusagen „gesellschaftstauglich“. Andere Sinnesausfälle zb. Gleichgewicht oder das Sehen gehen v.a. mit einer „Verlangsamung“ einher, weil die (üblichen) Anforderungen unserer Gesellschaft (zum jetzigen Stand) „schlechter schnell“ bewältigt werden können und aufwendigerer Hilfsmittel badürfen.
Erwartungsgemäß wirst Du mich eines besseren Belehren,
allerdings denke ich nach allem nachdenken, dass wenn man nicht unbedingt Restaurantkritiker werden möchte (
Erst mal über die 5 Sinne nachdenken
Um etwas voreilig zu fragen: meinst du das Riechen?
Geruchssinn ist vermutlich das, was er meint…
HH
Moin, Zottel,
ohne Riechvermögen fehlen wesentliche Sinneseindrücke. Gerade diese Eindrücke werden meist unterschwellig verarbeitet, sind nicht so präsent wie Sehen oder Hören. Das Problem Anosmie wird in etlichen Veröffentlichungen auch im Internet behandelt. z.B.:
http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/inhalt/20040…
Die medizinische Seite wird hier dargestellt: http://www.neuro24.de/hirnnerven.htm
Und auch hier in w-w-w haben wir darüber schon gesprochen: /t/verlust-des-geruchssinns-was-tun/157812
Grüße
Eckard
Hi Zottelbär,
du warst doch nicht etwa im Kino?
Den Stellenwert eines jeden Dings lernt man
erst dann richtig schätzen, wenn man dieses
verloren hat.
Für einen Blinden oder Tauben wird der Olfaktorius
wichtiger sein und entsprechend ausgeprägter,
als für einen dem alle Sinne zur Verfügung stehen.
Ebenso einem Hund etc. Er dient der Orientierung
und hat auch auch eine Schutzfunktion,
(um nichts verdorbenes zu essen beispielsweise)
also eine überlebenswichtige Funktion.
Die Frage welchen Stellenwert der Geruchsinn hat,
ist in etwa mit dem zu vergleichen, welchen
Stellenwert die Himmelsrichtung Westen, Osten,
Süden oder Norden hat. Es kommt drauf an, wo man
sich grad befindet.
Gruß
Walden
Hi Zottelbär,
ich antworte spontan, weil mir SOFORT einige Redewendungen einfallen:
-
jemand soll mir nicht (wieder) unter die Augen kommen
-
ich kann es (von jemand) nicht mehr hören
-
das schmeckt mir gar nicht
-
mit dem oder der rede ich nicht (mehr)
-
den oder die kann ich nicht riechen
Bei meiner Vorstellung geht das „nicht riechen können“ nicht von falschem Duft oder mangelhafter Hygiene aus, sondern vom ureigenen Geruch dieses Menschen. D. h. der oder die kann noch soviel Duftwässerchen verbraten, Deos benutzen und sich putzen und waschen - der Geruch dieses Menschen ist mir unangenehm, ich mag ihn nicht und habe das Bedürfniss, mich aus dem Dunstkreis fernzuhalten.
Bei den anderen Aussagen sehe ich diese Eindeutigkeit und Endgültigkeit nicht, weil man auch Mal „einfach nicht hinhören“ oder „darüber sehe ich hinweg“ oder „dann macht man halt Small Talk“ leben kann - irgendwas nicht riechen oder wegriechen oder überriechen ist unmöglich!
hi du voreiliger - trifft ja auf dich zu (nebst leicht unhöflichen extras) - hättest ja mal bei wikipedia nachlesen können, wolltest ja nicht wissen wie es beim einzelnen ist sondern allgemein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Geruch
http://de.wikipedia.org/wiki/Riechen
gruss
nina