Erziehung / Bestrafung

Hallo,
wir haben einen fast 2-jährigen Sohn. Nun stellt sich uns die Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht bestrafen können. da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu aufwändig, Liebesentzug halten die Eltern nicht aus. Welche Möglichkeiten gibt es einem Kind in diesem Alter zu zeigen was es darf und was nicht ohne das es bleibende Schäden davonträgt. Wir sind für jeden Tip dankbar.
Gruß
Stefan

Hallo,

  1. Wohnung einigermaßen kindersicher machen, so dass besonders gefährdete Dinge wie Glasvasen o.ä. gar nicht erst in die Hände des Kindes gelangen
  2. immer laut und deutlich NEIN sagen, wenn das Kind z.B. etwas nicht tun soll, nicht anfassen soll und es festhalten oder die Hand festhalten oder vom betreffenden Gegenstand wegbringen.
  3. Im mehrfachen Wiederholungsfall aus dem Zimmer bringen. oder z.B. beim Manschen mit dem Essen, wenn es nicht aufhört, wird eben das Essen weggenommen und dann gibts nichts mehr…

Wichtig ist, bestimmte Wirkungen zu realisieren, die das Kind spüren kann, und in seinem Handlungen konsequent zu sein. Und auch nur solche Konsequenzen durchzuführen, die mit der Handlung des Kindes in Verbindung stehen.

Schlagen hat normalerweise nichts damit zu tun. Obwohl ich mein Kind z.B. auch schon mal gebissen habe, als es mich gebissen hat, damit er merkt, dass es weh tut - seitdem hat er nicht mehr gebissen!

Beatrix
http://www.trixi.de

Lass das, that’s all
Na als erstes solltet Ihr mal mit dem lieben Kleinen reden. Laut werden nützt in dem Alter noch nicht viel.

Zwei Jahre ist ein komisch Alter, das Unrechtbewußtsein entwickelt sich langsam, alles erscheint neu und interessant. Wir haben in dieser Zeit oft versucht unserem Kleinen die Dinge durch „Wiederholungen“ verständlich zu machen.

So nach dem Motto, jedesmal wenn er an die Stereoanlage geht (rechtzeitig) NEIN zu sagen. Wie durch ein wunder wurde es irgendwann zum Spiel wobei ich persönlich es als Zeichen angesehen habe, dass er es verstanden hat.

Also viel Geduld und immer wieder NEIN… sagen, dann wird es schon.

Viele Grüsse aus Hamburg
Metoo

Hi,

wir haben einen fast 2-jährigen Sohn. Nun stellt sich uns die
Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht bestrafen
können. da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu
aufwändig, Liebesentzug halten die Eltern nicht aus. Welche
Möglichkeiten gibt es einem Kind in diesem Alter zu zeigen was
es darf und was nicht ohne das es bleibende Schäden
davonträgt. Wir sind für jeden Tip dankbar.

Hmm, wie war das bei uns früher? Unser Vater hätte
vielleicht gesagt …

… den sehr eingeschränkten Auffassungsmöglichkeiten
eines zweijährigen entspricht imho am besten eine
„militärische“ Herangehensweise :wink:

Wenn die Umgebung „kindgerecht“ ist, also nicht
mehr als ~15% aller „Aktionen“ des Kindes in der
Wohnung „verboten“ sind, ist es wichtig, das
Kind auf „Kommandos“ auszurichten. Dabei sind zunächst
die „Kommandos“ sehr selten und auch mit deutlich
unterscheidbarer Mimik und Stimme vorzutragen
(Eselsbrücke: wie ein Feldwebel).

Ein Verstoss ist hier nicht zu dulden, das Kind
wird ggf. aus der Situation „entfernt“.

Nach einiger Zeit ist das Kind genügend auf
solche Kommados „dressiert“. Man sollte jetzt
aber nicht den Fehler machen, dieses zur
„eigenen Bequemlichkeit“ öfters als unbedingt
erforderlich einzusetzen.

Die Hauptinteraktion mit einem zweijährigen Kind
sollte daher auf „freundliches Begleiten und Erklären“
beschränkt bleiben.

Unbedingt sollte man mit dem zweijährigen Kind im Spiel
üben, wie es „wichtige Dinge der Erwachsenen“ richtig
bedient, z.B. Stereoanlage und wie es (unter Aufsicht)
mit Messern und Scheren richtig umgeht. Wenn das Kind
etwas triviales nicht darf (heisser Ofen), sollte man
das mit dem Kind besprechen und evtl. durch eigenes
Dranfassen (+Schmerzschrei) das Kind warnen. Übt
man diese Dinge im Spiel regelmässig, wird das Kind
lernen, sich sicher zu bewegen und nichts kaputtzumachen.

Und niemals ein Kommando verwenden, wo ein freundlicher
Rat gereicht hätte.

Euer CMБ

Hallo Stefan,

ich persönlich bin überzeugt davon, daß man weder alles wegräumen noch strafen muß. Das Unrechtsbewußtsein entwickelt sich erst viel später und bis dreieinhalb reicht es, immer wieder mit Geduld und liebevollen Worten erklären. Ich gebe jedem Recht, der sagt, das geht nicht, denn ich weiß wie sehr die Geduld strapaziert wird. Aber ich beweise mir täglich immer wieder neu, daß diese Methode am erfolgreichsten ist, denn Druck erzeugt nur Gegendruck und die Kinder schauen auch „nachgeben“ von den Eltern ab, sofern es vorhanden ist.

Gruß, AndyM

P.S.: Meine Postings sind manchmal durch Nachdenken verständlicher.

Hallo,

hi stefan,

wir haben einen fast 2-jährigen Sohn. Nun stellt sich uns die
Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht bestrafen
können.

wofür soll er denn bestraft werden? für die bodenvase, die er umgeworfen hat, weil IHR sie nicht weggeräumt habt?
ich sehe in meinem bekanntenkreis, daß kinder, die bestraft werden, irgendwann „elterntaub“ werden.
ich bin immer so verfahren, daß ich den kleinen habe spüren lassen, daß ER aus seinen fehlern lernt, praktisch für sein handeln die konsequenz trägt. ist natürlich nicht besonders einfach aber auf lange sicht wirklich effektiv. ich habe NIE verboten sondern ihm immer die wahl gelassen. dann hatte er das gefühl, AKTIV mit der situation umzugehen. als beispiel: als der kleine 5 war, dachte ich, müsse er sich alleine den popo abwischen. ich sagte: „wenn du dir den popo nicht richtig abwischst, wirst du dreckig herumlaufen müssen. willst du das? du hast die wahl.“ natürlich mußte dann auch ich konsequent sein, und ihn mal ein paar stunden dreckig herumlaufen lassen :smile: eines tages dann kam er mit blitzeblank gesputzem hinterteil zu mir und verkündete total stolz: „guck mal, alleine soooo sauber gemacht!“ oder als er 3 war: „nein, ich will keine handschuhe anziehen!“ ich:" OK, dann geh halt ohne handschuhe im schnee spielen. aber maul nicht rum, wenn du vor lauter kälte rote hände bekommst." er: " mir egal!" ok…er spielte ein paar minuten ohne handschuhe draußen und später auf dem weg zum einkaufen fing er an zu weinen. „die hände tun weh!“ ich: „naja, dann mußt du halt in zukunft handschuhe anziehen, wenn du rausgehst in den schnee. jetzt gehe ich aber nicht deswegen zurück und hole handschuhe. du mußt warten, bis wir wieder zuhause sind.“ das mag hart und kalt klingen, für den ein oder anderen. aber dadruch hat er (heute 7) konsequentes handeln gelernt. er hat in der schule keine schwierigkeiten und es kommt gar nicht so weit, daß er grenzen austesten muß. er weiß ganz genau, daß er die verantwortung im aller konsequenz tragen muß.

da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu
aufwändig, Liebesentzug halten die Eltern nicht aus. Welche
Möglichkeiten gibt es einem Kind in diesem Alter zu zeigen was
es darf und was nicht ohne das es bleibende Schäden
davonträgt. Wir sind für jeden Tip dankbar.

grüße
elisa

Gruß
Stefan

beissen (off topic)
Hallo Beatrix,

Obwohl ich
mein Kind z.B. auch schon mal gebissen habe, als es mich
gebissen hat, damit er merkt, dass es weh tut - seitdem hat er
nicht mehr gebissen!

Das wird einem so oft erzaehlt. Komischerweise hat das bei
uns absolut nicht gewirkt. Nach dem dritten Mal zurueckbeissen,
hab ich die Methode als fuer uns nicht wirksam verworfen
(ich hab ihn dann jedesmal ganz schrecklich abgekuesst und
geknutscht - entweder das hat gewirkt oder er ist von allein
rausgewachsen, wer weiss es?).

Ich erzaehl das eigentlich nur, weil ich (mal wieder) ganz
deutlich machen will, dass nicht alles bei allen Kindern
funktioniert.

Gruesse, Elke

PS: Schlaege funktionieren langfristig bei
keinem Kind (ob mit oder ohne Windeln). Erlebnisberichte, die
das Gegenteil vorgaukeln, beschreiben immer nur auf
Kurz-Reaktionen. [Beatrix, ich wollte damit in keinster Weise
andeuten, dass du SChlaege befuerwortet hast.]
Windeln)

Hallo,

Salü Stefan!

wir haben einen fast 2-jährigen Sohn. Nun stellt sich uns die
Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht bestrafen
können.

Sag mal, stellst Du Dir vor, dass Erziehung nur über den Bestrafungsweg funktioniert? Es gibt neben Belohnung und Bestrafung auch noch den Versuch, kind- bzw. altersgerechte Kommunikation zu betreiben.

Ich stell mir jetzt mal folgendes vor: Du bist irgendwann mal 80/90 Jahre alt. Weil Du Dich mit Deinem Kind gut verstehst, wohnst Du noch in seiner/ihrer Nähe (vielleicht auch im gleichen Haus, das Dein Kind gebaut hat), anstatt ins Altersheim abgeschoben worden zu sein. Du bist ein klein wenig zittrig und verschüttest Deine Suppe. Liebevoll hilft Dir Dein Kind dann beim Suppeessen.

Stell Dir jetzt mal vor, was passiert, wenn Du Bestrafung zum ausschließlichen Erziehungsmittel machst!

da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu
aufwändig, Liebesentzug halten die Eltern nicht aus.

Hey Mann, glaubst dass Deine Kraft dann nicht ausreicht, damit Dein Kind durch die Windeln die Schlagwirkung spürt?!? Irgendwie eigenartig, dass Du so denkst (ich stell mal Deinen von mir vermuteten Gedankengang nach - kannst ihn korrigieren, wenn nicht zutreffend): "Leute, könnt ihr mir mal eben sagen, welchen Strafe wirkt, denn Windeln nehmen mangels meiner Körperkraft Schlägen jegliche Wirkung). Mann o Mann!

Welche Möglichkeiten gibt es einem Kind in diesem Alter zu zeigen was
es darf und was nicht ohne das es bleibende Schäden davonträgt.

Bestrafung hat immer bleibende Schäden, seelische nämlich. Später wird das dann Neurose genannt und Dein Kind braucht dann einen Psychiater. Wie wärs mit ein klein bißchen altersabgestimmter Kommunikation, ohne gleich handgreiflich zu werden?

Wir sind für jeden Tip dankbar.

Ich würds erst mal mit „Nein“-Sagen probieren. Aus eigner Erfahrung: Funktioniert meist, aber nicht immer. Dann hängts natürlich vom jeweiligen Verhalten ab, das das Kind nicht machen sollte. Technische Gerätschaften hab ich mit meinen Kindern immer besprochen, inzwischen tun sie das auch hin und wieder mit mir *grins*. Gefahrenquellen wie Herdplatten kannst auch mit „Heiß“ umschreiben.

Prinzipiell - von Gefahren (vor allem bei sehr jungen Kindern, die Gefahren und ihre Folgen noch weniger abschätzen können) abgesehen - bin ich aber unbedingt der Ansicht, Kinder auch eigene Erfahrungen machen zu lassen. Und auch bezüglich etwaiger Gefahren musst Du als Vater etwas lernen: Kinder, vor allem ältere, suchen hin und wieder Gefahren; auch aus Gefahrensituationen kann gelernt werden. Gemeisterte gefährliche Situationen bereichern das Leben; nicht nur Bergfreaks wie ich wissen das.
Ach ja, mein 17-Jähriger hat mir vor ein paar Wochen gesagt, dass er mit 18 unbedingt Drachenfliegen lernen will. *g*

Gruß

verwunderten (weil: Erziehung sollte an sich nicht Bestrafung sein) Gruß

Stefan

Wolkenstein

… mal eben so zum Thema beißen, unser hatte vor kurzem auch so eine Phase und mir kam spontan die Idee, dass er mich in den Finger beißen darf wenn er einen von seinen Fingern dazu packt. Also haben wir unsere Finger übereinander gelegt und er durfte sozusagen in das Sandwich beißen. Ihm tat es genauso weh wie mir und nachdem wir das Spiel einige Tage wiederholt hatten, habe ich Ihn nach einer Woche gefragt ob wir es noch mal machen wollen… als Antwort kam nur nein das macht AUA (lass´ uns lieber toben)

*fg*

ME

5 „Gefällt mir“

Super Tipp!
Dafür gibt’s ein Sternchen von mir :smile:

Gruß, AndyM

Nur noch eine Anmerkung:

wieder mit mir *grins*. Gefahrenquellen wie Herdplatten kannst
auch mit „Heiß“ umschreiben.

Dsa sollte man aber wirklich nur mit Sachen machen, die auch heiß sind… Und nicht zwischendurch aus lauter Verzweiflung auch mit anderen Dingen, die das Kind nicht anfassen soll…

Grüßle
Kari

Hallo MeToo,
kann funktionieren. Aber waere bei uns auch nicht
gegangen (unser Sohn hat mich [und nur mich] im Alter
von etwa 1 - 1 1/2 gebissen - in die Schulter und
zwar ‚extrem lustbetont‘, klingt bloed, aber so war
es: immer wenn er sich besonders gefreut hat (zum
Beispiel beim auf-meinen-Knien-hopsen) jauchzte er
vor Freude und *BISS* – da war nix zu erklaeren und
nix zu planen.
Trotzdem ist das fuer viele bestimmt ein guter Tipp.

Gruesse, Elke

Hallo Stefan! Sei mir nicht böse, aber wenn ich lese, dass für einen 2-jährigen im Rahmen der Erziehung nach geeigneten Bestrafungsmechanismen gesucht werden, bleibt mir erstmal die Spucke weg. Wir haben unserem (mittlerweile 16-jährigen) Sohn die gewünschten Verhaltensweisen vorgelebt! Allerdings haben wir die Wohnung kindgerecht umgeräumt und alles, was uns lieb und teuer war in Sicherheit gebracht. Man kann auch einem Kleinkind erklären, dass man z.B. nicht möchte, dass es ein Glas auf die Erde wirft oder eine andere Person beißt. Frühzeitig ein energische „NEIN“ und dann erklären, WARUM. Schläge, Klapse etc. sind - trotz Windelpopo - für uns nicht akzeptabel gewesen. Wie wir heute wissen, hat die Erziehung dennoch gefruchtet. Also, nur Mut! Angelika

Hej Wolkenstein…

Vielleicht hab ich den Artikel von Stefan ja falsch verstanden, indem ich manches ironisch aufgefasst hab. Dann hast du mit deinem Posting sicher größtenteils recht.

Nur…

Bestrafung hat immer bleibende Schäden, seelische nämlich.
Später wird das dann Neurose genannt

Übertreibst du hier nicht ein bissl? („immer“, „Neurose“ ???)

Gruß
igel

Hi,

Bestrafung hat immer bleibende Schäden, seelische nämlich.
Später wird das dann Neurose genannt

Übertreibst du hier nicht ein bissl? („immer“, „Neurose“ ???)

Grundsätzlich nicht. Schläge vergisst ein Kind nicht. Niemals. Und sie führen nicht dazu, Respekt zu haben - eher im Gegenteil. Davon abgesehen ist es illegal, ein Kind zu schlagen, das gilt auch für den hier mitunter gern verharmlost dargestellten „Klaps auf den Po“.

Gruß,

Malte.

1 „Gefällt mir“

Hallo Stefan,

das geht mit Eltern, die das kleine Wesen so sehen und erleben wie es ist, lernbereit, manchmal ungeduldig, forschend und neugierig.
Man braucht keine Bestrafungen, ablenken oder sich Zeit nehmen mit den Augen der Kinder die Welt zu erkunden, ist besser.
Ich habe es ausprobiert, wenn du z.B. dein Kind nicht jedes Mal wegstaubst wenn es in die Nähe von Fernseher oder sonstigen elektrischen Geräten kommt, dann verliert es schnell das Interesse.
Papa will Nachrichten schauen, bitte liebe Tanja schaltest du Papa den Fernseher ein?
Nachrichten sind vorbei, ja wer schalten den Fernseher jetzt aus, die liebe Tanja ? Hat Papa jetzt Zeit für eine Geschichte?
oder…
Oma hat so viele Sammelpuppen, die darf man nicht einfach nehmen, aber man darf draufzeigen und „haben“ sagen, dann wird das Kind sicher und weich gesetzt und darf die Puppe vorsichtig lieb haben.
Gefährliche Sachen haben wir sichergestellt, persönliche Stücke haben wir nicht wichtiger als das Kind genommen und Tanja war lebhaft, aber so stolz wenn man ihr vertraut hat.
Wenn mal was zu Bruch ging, dann war sie selber so unglücklich, da brauchte man nicht zu strafen, sonder musste sie trösten.

Es gibt nichts schöneres, als sich mit den Kindern zu freuen wenn sie nach frustvollen Misserfolgen, wieder einen Schritt weiter kommen.

Ich will ein Enkelkind :wink:ungeduldig scharrend
Kerbi

ich sag auch mal was dazu
Hallo,

gleich vorweg, ich habe nicht alle Beiträge gelesen.

Nun stellt sich uns die Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht
bestrafen können.

Bestrafen nur, wenn die Bestrafung im Zusammenhang mit der „Tat“ besteht.
also NICHT: du darfst kein Fernsehen, weil du nicht aufgegessen hast
Das empfindet das Kind nicht nur als ungerecht, sondern ist zudem absolut nicht
logisch.
Es ist verdammt schwierig sich eine logische Bestrafung einfallen zu lassen.

Besser ist es, positives Verhalten zu belohnen (mit Kleinigkeiten - also kein
ferngesteuertes Auto). Jedoch nichts kommt von alleine, daher Geduld haben!

Z.B. Wenn es (ab 7 Jahren) bis zum Freitagabend sein Zimmer aufgeräumt hat,
gehen wir am Wochenende Inlinerlaufen.
Oder: Wenn es (2-4 Jahre) auf die Toilette gegangen ist (statt in die
Hose/Windel - sofern medizinische Ursachen oder Entwicklungsprobleme
ausgeschlossen sind) zu machen bekommt es einen Aufkleber/Stempel etc. auf eine
Karte. Wenn die Karte voll ist, gibt es eine extra lange Geschichte, ein
Fußballspiel mit Papa, ein Spiel…

Schwierige Regeln vereinfachen und klare Aussagen machen. Freundlich, bestimmt
und kurz Begründen. Auch wenn er noch klein ist den Satz „Weil ich das so will“
vermeiden.
NICHT: „Toni, könntest du aufhören zu schmatzen, das gehört sich nicht am
Tisch. Was hast du nur für Manieren? Wenn wir morgen bei Oma sind, darfst du
das nicht machen. Was meinst Du, was die sonst von dir denken. Du bist doch
schon ein großer Junge. Weißt du, Lisa und Anton schmatzen auch nicht. Die
können auch schon mit Messer und Gabel essen…“
So etwas kann kein 2-jähriger verstehen. Es ist einfach zu lang!
Was soll er jetzt machen? Worum ging es eigentlich?

Das Kind darf nicht überfordert werden. Sich mit 3 Jahren eine „hungergerechte“
Portion aufzufüllen ist zuviel verlangt.

da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu aufwändig

Davon würde ich unbedingt abraten! Kein Mensch hat es verdient geschlagen zu
werden!
Dein Chef schlägt dich ja auch nicht, wenn du die Ausarbeitung nicht fertig
hat. Stell dir vor, er legt dich auf den Tisch (womöglich noch vor deinen
Kollegen), zieht deine Hose herunterzieht und verabreicht dir Schläge.
Er bestraft dich höchstens mit Überstunden (–> im Zusammenhang mit der „Tat“).

Liebesentzug halten die Eltern nicht aus.

NEIN, NIEMALS! Kurzzeitigen Aufmerksamkeitsentzug kann man noch verantworten
(wenn das Kind bockt).
Ein Kind, was ohne Gutenachtkuss (wenn es sonst einen bekommt) ins Bett geht,
bekommt mit einen Schock.

Außerdem empfinden es Kinder als wesentlich angenehmer wenn unter 4 Augen
geschimpft wird. Klar, im Supermarkt geht es meist nicht anders. Aber zu Besuch
kann man durchaus den Raum verlassen. So bewahrt das Kind sein Gesicht. Und
Aufmerksamkeit hat es genug bekommen. Denn du empfindest es auch als angenehmer
Beziehungsprobleme nicht an der Kasse von einem Supermarkt zu dikutieren,
sondern in den eigenen 4 Wänden.

Gruß
Tato

Hallo,
ich will selbst auch Antworten:

Hallo,

Salü Stefan!

wir haben einen fast 2-jährigen Sohn. Nun stellt sich uns die
Frage wie wir ihn, zwecks Erziehung, altersgerecht bestrafen
können.

Sag mal, stellst Du Dir vor, dass Erziehung nur über
den Bestrafungsweg funktioniert? Es gibt neben Belohnung und
Bestrafung auch noch den Versuch, kind- bzw. altersgerechte
Kommunikation zu betreiben.

Ach was? Sprechen, mit einem Kind? Ich schlage lieber zu!

Ich stell mir jetzt mal folgendes vor: Du bist irgendwann mal
80/90 Jahre alt. Weil Du Dich mit Deinem Kind gut verstehst,
wohnst Du noch in seiner/ihrer Nähe (vielleicht auch im
gleichen Haus, das Dein Kind gebaut hat), anstatt ins
Altersheim abgeschoben worden zu sein. Du bist ein klein wenig
zittrig und verschüttest Deine Suppe. Liebevoll hilft Dir Dein
Kind dann beim Suppeessen.

Ja, ja immer schon vorausplanen

Stell Dir jetzt mal vor, was passiert, wenn Du Bestrafung zum
ausschließlichen Erziehungsmittel machst!

Hatte ich vor, wie gesagt ich spreche nicht mit meinem Kind

da er noch Windeln trägt wird Popo versohlen zu
aufwändig, Liebesentzug halten die Eltern nicht aus.

Hey Mann, glaubst dass Deine Kraft dann nicht ausreicht, damit
Dein Kind durch die Windeln die Schlagwirkung spürt?!?
Irgendwie eigenartig, dass Du so denkst (ich stell mal Deinen
von mir vermuteten Gedankengang nach - kannst ihn korrigieren,
wenn nicht zutreffend): "Leute, könnt ihr mir mal eben sagen,
welchen Strafe wirkt, denn Windeln nehmen mangels meiner
Körperkraft Schlägen jegliche Wirkung). Mann o Mann!

Ja ich dachte vielleicht hatt mir einer einen Tipp wie man am effektivsten die Schlagwirkung durch die Windeln bekommt

Welche Möglichkeiten gibt es einem Kind in diesem Alter zu zeigen was
es darf und was nicht ohne das es bleibende Schäden davonträgt.

Bestrafung hat immer bleibende Schäden, seelische nämlich.
Später wird das dann Neurose genannt und Dein Kind
braucht dann einen Psychiater. Wie wärs mit ein klein bißchen
altersabgestimmter Kommunikation, ohne gleich handgreiflich zu
werden?

Wie schon gesagt: so was schließe ich kategorisch aus. Du kannst mir aber sicher einen guten Psychiater nennen.

Wir sind für jeden Tip dankbar.

Ich würds erst mal mit „Nein“-Sagen probieren. Aus eigner
Erfahrung: Funktioniert meist, aber nicht immer. Dann hängts
natürlich vom jeweiligen Verhalten ab, das das Kind nicht
machen sollte. Technische Gerätschaften hab ich mit meinen
Kindern immer besprochen, inzwischen tun sie das auch hin und
wieder mit mir *grins*. Gefahrenquellen wie Herdplatten kannst
auch mit „Heiß“ umschreiben.

Aha

Prinzipiell - von Gefahren (vor allem bei sehr jungen Kindern,
die Gefahren und ihre Folgen noch weniger abschätzen können)
abgesehen - bin ich aber unbedingt der Ansicht, Kinder auch
eigene Erfahrungen machen zu lassen. Und auch bezüglich
etwaiger Gefahren musst Du als Vater etwas lernen: Kinder, vor
allem ältere, suchen hin und wieder Gefahren; auch aus
Gefahrensituationen kann gelernt werden. Gemeisterte
gefährliche Situationen bereichern das Leben; nicht nur
Bergfreaks wie ich wissen das.
Ach ja, mein 17-Jähriger hat mir vor ein paar Wochen gesagt,
dass er mit 18 unbedingt Drachenfliegen lernen will. *g*

Gruß

verwunderten (weil: Erziehung sollte an sich nicht Bestrafung
sein) Gruß

Stefan

Wolkenstein

Nix für ungut, ich konnte mich nicht zurückhalten.

Gruß
Stefan

so und nun nochmal an alle:

mir geht es lediglich um Situationen in denen er etwas anstellt um uns zu ärgern weil er genau weiß das er es nicht darf. Viele Dinge sind das nicht, mit Essen werfen etwa, oder ins Gesicht schlagen. Und da er genau weiss das er es nicht darf kommt man mit Erklärungen auch nicht weiter, es muss also irgendeine Art Bestrafung her. Das Schlagen uns nicht geeignet erscheint kann man schon daran sehen das ich nach Bestrafungsmöglichkeiten Frage. Im übrigen kenne ich in meinem Bekanntenkreis niemanden der seinem Kind soviel erklärt und mit ihm redet wie meinen Frau und ich dies tun. Das drückt sich auch darin aus das man mit unserem 19-monatigen Sohn schon kleine „Gespräche“ führen kann und er bereits einen immensen Wortschatz hat, insofern kann ich die www-Gemeinde also beruhigen.

Für die dies noch nicht gemerkt haben: mein Geschreibsel ist meistens etwas ironisch abgefasst, ich denke man muss nicht immer alles so verkrampft angehen.

Gruß
Stefan

Eigentlich wurde ja schon alles gesagt!
Hi!

Eigentlich wurde ja schon alles erzählt - von der Kindersicherung der Wohnung über Erklärungen, Reden, Vorleben bis hin zum Selbstbeißen…

Mir fällt da vielleicht noch die Auszeit ein…

mir geht es lediglich um Situationen in denen er etwas
anstellt um uns zu ärgern weil er genau weiß das er es nicht
darf. Viele Dinge sind das nicht, mit Essen werfen etwa,

vielleicht mal (natürlich nicht dauernd!) das Essen wegnehmen und ihn „hungern“ lassen

oder
ins Gesicht schlagen.

Ihn dann wegsetzen und die erwähnte Auszeit durchziehen?
Oder ihn so lange kitzeln und knutschen, bis er schielt (kann allerdings auch ein Eigentor werden)?

Für die dies noch nicht gemerkt haben: mein Geschreibsel ist
meistens etwas ironisch abgefasst, ich denke man muss nicht
immer alles so verkrampft angehen.

Sorry, aber gerade in diesem Brett und mit diesem Thema stichts Du in ein Wespennest! Lieber die Ironie-Tags davor setzen :wink:

LG
Guido