Erziehung von hauskatzen

erziehung von hauskatzen (lang & halb off topic)
Hallöchen,

aber natürlich funktioniert Katzenerziehung… Das merkst Du spätestens wenn

• deine Katzen sonntags frisch gekochtes Hähnchenbrustfilet auf dem Teller haben und du dir für dich selbst nur eine kleine Pommes von der Frittenbude holst
• du im Schlafsack pennst, weil sich deine Katzen grrade so schön auf deinem Bett eingekuschelt haben, und du sie nicht fortscheuchen möchtest
• du morgens früh deinen Katzen zuallerallererst frisches Katzenfutter und Wasser hinstellst, und erst danach die Kaffeemaschine für dich selbst anwirfst
• du deinen Miezen vor dem Schlafengehen noch eine mäuseträchtige Gutenachtgeschichte schön langsam vorliest und darauf achtest, dass ihr wohliges Schnurren nicht von der Stimme des Tagesschau-Sprechers übertönt wird
• du dich zum Fernsehen auf den Couchtisch setzt, weil deine Katzen gerade im Fernsehsessel liegen
• du morgens mit steifen Knochen aufwachst, weil deine Katzen dir jedes Umdrehen im Bett unmöglich gemacht haben und du sie keinesfalls aus dem Bett wirfst (ist doch schließlich ihres!)
• du dich jeden Morgen um fünf aus dem Bett quälst, weil die Katze just dann ihr Frühstück serviert haben möchte; schließlich hat sie ja die ganze Nacht über nichts bekommen
• du keine Freunde zu dir einlädst, weil deine Sensibelchen Angst vor Männern haben
• du abends auf den Kinobesuch verzichtest, weil deine Miezen eh schon so lang alleine sind
• du schon beim Einrichten deiner Wohnung versuchst, Unheil abzuwenden und die neue Couch nicht nach deinem persönlichen Geschmack, sondern nach der Kratzfestigkeit des Stoffes aussuchst
• du wehmütig aus dem Fenster schaust und den Regen siehst, du es deinen Katzen aber nicht antun konntest, in den Urlaub zu fahren, um dem Regen zu entfliehen
• du all deine schwarzen Lieblingsklamotten in die Altkleidersammlung gibst, weil du einsiehst, dass sie bei einer weißen Katze ganz einfach unpraktisch sind.
• du stundenlang mit deinen Seminararbeiten nicht weiterkommst, weil eine Katze auf dem Drucker sitzt und die andere so auf dir liegt, dass du deine Finger auf der Tastatur nicht mehr bewegen kannst
• du deiner Katze noch ein Leckerli gibst, auch wenn sie gerade die schweineteuere Photokamera vom Schrank geschubst hat und du das Ding in die Tonne kloppen kannst
• du ständig mit dem Putzlappen hinter deiner Katze herrennst, damit du auch gleich brav alles wegmachen kannst, damit sie das nächste Mal eine saubere Zimmerecke für was auch immer vorfindet
• es dir nichts ausmacht, wenn die Haut an Beinen und Rücken in Streifen an dir runterhängt, weil deine Katze gerade Jagd auf eine Fliege macht und keine günstigere Kletterhilfe zur Verfügung stand
• du es als Liebesbeweis deiner Katze verstehst, wenn du die Innereien einer tranchierten Maus aus deinem neuen Teppichboden kratzen darfst
• du dich über die Vitalität deiner Miezen auch dann noch freuen kannst, wenn sie mitten in der Nacht Wrestling-Kämpfe auf Deinem Bett veranstalten
• es dir nichts ausmacht, die frischgewaschene Wäsche gleich nochmals zu waschen, weil deine Tiger sie mit nassem Fell gebügelt haben
• du Jahr um Jahr Petersilie säst, nur damit dein Kater etwas zum Plattwalzen hat
• du dich durch ein jämmerliches Weinen selbst vom Klo holen lässt
• du keine frischen Klamotten mehr im Schrank hast, weil der Kater so gerne in der Schmutzwäsche schläft
• wenn du selbstlos Dein Kätzchen aus der Kloschüssel holst
• du am Wochenende morgens selbstlos ins Wohnzimmer zum Fernsehen gucken gehst, weil deine Katzen im Schlafzimmer ‚Lassie‘ oder ‚Tom & Jerry‘ sehen wollen
• du morgens ganz steif aufwachst, weil die Katze auf deinem Rücken geschlafen hat und du sie nicht stören wolltest
• du aufhörst Zeitung zu lesen, weil es überhaupt keinen Sinn macht, denn die Katze macht sich auf der Zeitung breit
• du feststellst, dass mindestens 90 % aller deiner selbstgeschossenen Fotos eine Katze abbilden
• du auch noch eine vierte Sorte Katzenfutter anfängst, weil deine Katze die anderen drei, die du ihr heute schon serviert hast, nur abfällig musterte
• dir das liebliche Schnurren deiner Katze auf dem Schoß wichtiger ist, als ein hysterisch läutendes Telefon
• du deine Katze auch um zwei Uhr morgens überschwänglich lobst, weil sie dir eine Maus mitgebracht hat
• es dir mehr oder weniger wurscht ist, wenn dein Mann mal unpünktlich ist, du aber völlig rappelig wirst, sollte es deine Katze mal sein
• du - von deinem Freund vor die Wahl ‚die Katzen oder ich!‘ gestellt - ohne zu zögern ‚Pack die Koffer!‘ sagst
• in der Wohnung überall kleine Papierkugeln und Tischtennisbälle rumliegen, damit die Tiger was zu Spielen haben
• das Bettenbeziehen die dreifache Zeit in Anspruch nimmt, weil immer wieder ein Tiger in und unter den Bezug oder unters Lattenrost krabbelt
• du abends bei Licht und geöffnetem Fenster sitzt, damit Mücken, Fliegen und Motten deine Tiger beschäftigen können
• auf der Fensterbank statt Blumen Kissen liegen, damit die Tiger dort gemütlich rausgucken können
• dein Mobiliar zum nicht unerheblichen Teil aus Kratzbäumen und Kartons besteht
• du dich in der Nacht, ohne zu murren, als Rennbahn benutzen lässt
• du stoisch mitten in der Nacht das Bettzeug wechselt, weil eine der Katzen darauf gekotzt hat
• du mit deiner Arbeit am PC geduldig wartest, bis sich dein Tiger von der Mouse zu erheben bequemt, weil er dich jedes Mal böse anfaucht, wenn du die Maus unter seinem Hintern hervorziehen willst
• du auf der Suche nach dem richtigen Futter für die Tiger stundenlang durch die Läden rennst, für dich aber kurz vor Ladenschluss gerade noch eine Kleinigkeit bekommst
• Verpackungskartons nach dem Auspacken noch tagelang in Wohnung stehen, damit die Katze auch genügend Gelegenheit hat, das Teil ausgiebig zu mustern und sich darin zu verstecken
• du vor dem Entfernen jeglichen Verpackungsmaterials (Umzugskisten, Tüten, Taschen, usw.) aus der Wohnung immer zuerst nachschaust, ob nicht zufällig deine Katze seelenruhig darin pennt
• du Kleiderschränke freiwillig als „Spielplatzerweiterung“ offen stehen lässt, da dich eine Katze mit konsequenter Ausdauer doch dazu bringt, den Schrank zu öffnen, damit sie darin rumwühlen kann
· du dich gezwungenermaßen und sichtlich erfreut für die kleine verängstigte Maus bedankst, die dir Dein Raubtier stolz vor die Füße legt und die du dann in stundenlanger Jagd durch die Wohnung verfolgst, bis du sie endlich eingefangen hast und wohlbehalten - und möglichst von der Katze unbemerkt - wieder in die Freiheit entlassen darfst
• du von der Arbeit oder vom Einkaufen nach Hause kommst und ein kätzisches Begrüßungskommando an der Tür wartet und es dir große Gewissensbisse bereitet, weil du den Kätzchen nichts mitgebracht hast (das ist ja auch wohl das Letzte!)
• du deiner Katze allen Ernstes und zärtlich erklärst, warum es nicht sooo gut ist, wenn sie aus 2 Metern Höhe auf deinen Bauch springt
• du deine Katze an deinem Wannenbad teilnehmen lässt (auf dem Rand), weil sie sonst weint und denkt, du wärst ertrunken
• du seit Jahr nicht mehr in den Urlaub fährst, weil niemand außer dir deiner Katze ihre Medikamente geben kann
• du nur noch in Schuhen durch die Wohnung läufst, weil deine Katze das Trockenfutter unbedingt vom Boden fressen will, sich aber nicht entscheiden kann, von welchem Boden es am besten schmeckt
• du still in deinem Bett liegen bleibst, obwohl deine Katze mitten in der Nacht zwischen zwei Fensterbänken hin und her poltert, weil sie was Interessantes draußen gesehen hat und du es nicht übers Herz bringst, die Jalousien zu schließen
• du keine Freunde mehr hast, weil deine Katze ihnen die Beine zerfetzt hat und sie sich im Krankenhaus eine Spritze abholen mussten
• du mitten in der Nacht zehn Tanken nach Katzenfutter abfährst, nur weil deine Katze das alte Futter auf einmal nicht mehr mag und lauthals maunzt
• du deine Freundin aus dem Bett wirfst, weil deine Katze das nicht mag
• du wie verrückt unter Nikotinentzug leidest, weil deine Katze auf deiner Brieftasche schläft und du sie nicht wecken willst
• du deinen Hamburger ohne Fleisch isst, weil deine Katze es wollte, obwohl du weißt, dass sie damit nur den Teppich versaut und es sowieso nicht frisst
• wenn alle Leute in deine Wohnung sehen können, weil deine Katze alle Gardinen von der Stange gerissen hat
• du abends nicht mehr raus gehst, weil du deine Katze schon tagsüber wegen der Arbeit alleine lassen musstest
• du ein Schutz um deinen PC machst, damit deine Katze nicht noch einmal mit der Pfote im CD-ROM-Laufwerk hängen bleibt
• du ohne zu murren zum X-ten mal ein neues Papiereinzugfach kaufst, nur weil deine Katze immer wieder darauf rumläuft und es abbricht
• du Parkettboden verlegst, weil deine Katze keine Staubsauger mag
• du sogar mit toten Mäusen im Bett schläfst, weil deine Katze sie weder hergeben noch das Bett verlassen will
• du nicht mehr kochst, weil deine Katze sich am Herd verbrannt hatte
• du deinem Pizzaservice eine Einzugsermächtigung erteilst, weil der Kater meint, auf dem zugeklappten Küchenherd liegt es sich am besten
• du dir einen Ostfriesennerz kaufst, nur um die Hände frei zu haben, um den Kater bei Regen unterm Carport vorzuholen
• du dem LKW, der die ganzen Silberfolienrollen bringt, in der Straße eine eigene Entladezone einrichtest
• du dir eine Wasserpistole für den Kater des Nachbarn kaufst, der doch etwas größer ist als der, bei dem du wohnst
• du keinen Streit mit deiner Frau anfängst, die den Kater in der Futterversorgung eventuell dir vorzieht
• du geduldig darauf wartest, bis Dein Kater deinen Schlafanzug endlich totgebissen hat, damit du ihn anziehen kannst
• du dein Leben riskierst, um die Katze von der Dachantenne zu holen
• du die Brieftauben des Nachbarn mit einem Lächeln bezahlst, die die Katze gerade auf dein Bett kotzt.
• du ziemlich nervös wirst, weil deine beiden Hausgnome nach ein paar Tagen nicht nach Hause kommen und du dir schon ernsthafte Gedanken machst - Nachts unruhig schläfst, weil dir das elende Geschnurre nicht auf den Geist geht und du neuerdings morgens keine Katzenhaare im Mund hast - und die beiden Nervensäge auch noch mit eigenhändig gegrilltem, natürlich ungewürztem, Hähnchen verwöhnst, nachdem sie zusammen in des Nachbars Kellergewölbe alles lebendige Getier aufgefressen haben.
• du aufhörst zu tippen, weil dein Kater jetzt schmusen will.
• du schon immer vorsichtig, gehst wenn du Kartons oder Bücher auf dem Arm hast, weil dein Kater niemals aus dem Weg geht.
• es dich nicht mehr stört, wenn dein Kater nachts einen fahren lässt, wegen des Gestankes maulend das Schlafzimmer verlässt und dich im Mief liegen lässt
• du zu spät zur Arbeit kommst, weil du vergessen hattest, das Katzenklo zu säubern
• dein Metzger weiß, dass deine Katzen den Schinken besonders dünn geschnitten haben möchten
• du nachts mit einem Handtuch durch die Wohnung rennst, um deinen Katzen bei der Mottenjagd behilflich zu sein
• du auf einem klapprigen Gartenstuhl ohne Polsterauflage sitzt, weil Dein Kater am liebsten nur auf der neuen Gartenbank mit Polsterauflage (vom Gartenstuhl) liegt
• du am Samstag kurz vor Ladenschluss zum Supermarkt rennst und die Lieblingsschinkensorte deines Katers kaufst, weil du es vorher vergessen hast
• du abends mit Sorge ins Bett gehst, weil dein Kater sich nicht rechtzeitig eingefunden hat und du weißt, dass er bei Rangeleien mit Nachbarkatern oft den (blutigen) Kürzeren zieht
• du unruhig schläfst und mehrere Male aufstehst, um nachzusehen, ob er nicht vielleicht bibbernd vor der Haustür hockt
• du morgens um drei schlaftrunken zwei Treppen runtertappst, weil Du glaubst, ein jämmerliches Quäken gehört zu haben
• du den nassen und verdreckten Haudegen abtrocknest, damit er sich nicht erkältet und es ist dir fast egal ist, dass du dir dabei den Schlafanzug total versaust und dich auch noch umziehen musst, bevor du dich wieder hinlegst
• Du es locker wegsteckst, wenn andere Dich für leicht beschränkt halten, weil Du einer Katze Nachtruhe und Nerven opferst
• und schließlich wenn…

Ja, wenn: wenn du zufrieden und glücklich bist, obwohl dein Tiger dein ganzes Leben verändert hat, deine Wohnung nur noch ein einziges Trümmerfeld ist, deine Garderobe der eines Penners gleicht, du keinen Besuch mehr bekommst, aber du ohne Katze nicht mehr sein willst. Es gibt halt nichts Schöneres, als einer Katze bedingungslos dienen zu dürfen. Schließlich kann man sich Katzenliebe weder erkaufen noch erfüttern, sondern sie nur von Tag zu Tag neu geschenkt bekommen.