Hallo WWW-Wissende,
mein Söhnchen wird bald ein Jahr alt; ich habe auch schon jede Menge Literatur gewälzt (von Thomas Gordon, Maria Montessori bis hin zum Elternführerschein), aber die Tipps und Theorien scheinen mir erst ab frühestens 2 Jahren anwendbar.
Ich suche jetzt dringend ein Buch/einen Ratgeber für einen so kleinen Frosch wie meinen, da ich nicht falsch machen und auch nichts verpassen will.
Danke im voraus und viele Grüße aus Kärnten
Birgit
huhu Birgit,
hier meiner:
Lieb haben, viel loben, konsequente Grenzen setzen, Rituale halten.
lg, und alles gute,
Dany
Hallo Dany,
prägnanter, kürzer und „richtiger“ lässt sich das kaum formulieren -
dafür gibt’s ein *
Vielleicht noch: Bis ein Jahr ist die erste Priorität die Bindung zum
Kind aufzubauen, sonst hast Du später mit der Erziehung schlechtere
Karten. Ein Kind unter einem Jahr kann man gar nicht genug Liebe und
Aufmerksamkeit schenken!
Viele Grüße
Hallo
Ich suche jetzt dringend ein Buch/einen Ratgeber für einen so
kleinen Frosch wie meinen, da ich nicht falsch machen und auch
nichts verpassen will.
Ich hab noch einen wichtigen Tip, was oft falschgemacht wird:
Nicht zu vorsichtig sein. Wenn nichts besonders Schlimmes passieren kann (also keine Knochenbrüche oder noch schlimmer), ausprobieren lassen. Es ist nicht schlimm, wenn er sich mal wehtut, es ist aber schlimm, wenn er jetzt nicht seine körperlichen Fähigkeiten erproben darf. - In dem Alter lernen sie ja klettern, erwerben also auch ganz viel Gleichgewichtsgefühl usw. Viele Eltern verhindern das aus lauter Vorsicht und Sicherheitsdenken, und diese Fähigkeiten lassen sich später nicht mehr so gut aneignen.
Ansonsten soll es auch gut sein, wenn die Kinder viele unterschiedliche Anregungen bekommen, also mit vielen unterschiedlichen Leuten zusammenkommen und sich auf die einstellen. - Ich denke aber, dass es auf jeden Fall gut ist, wenn die Mutter dabei bleibt, (d. h. ich meine nicht, dass es lauter unterschiedliche Betreuungspersonen haben soll). Sie muss aber das Kind nicht zu doll beschützen, sondern besser optimistisch sein, dass das Kind mit allem klarkommt. Aber natürlich auch dabei nicht übertreiben, sondern auf die innere Stimme hören.
Ansonsten:
http://www.amazon.de/Step-Das-Elternbuch-ersten-Jahr…
Ich hatte mal Erziehungsbücher von diesem Autor und fand die ziemlich gut.
Viele Grüße
Simsy
Babyjahre
Moin Birgit,
ich empfehle wie immer den Klassiker schlechthin und in meinen Augen bis heute ungeschlagen: „Babyjahre“ von Remo H. Largo, ISBN: 3492233198 Buch anschauen
Gruß
Marion
Hallo Birgit,
DAS Buch schlechthin:
In Liebe wachsen: Liebevolle Erziehung für glückliche Familien, von Carlos González
Klappentext:
„In Liebe wachsen“ ist ein Buch, das zur Verteidigung der Kinder geschrieben wurde. Angesichts der Theorien, die für Gewaltanwendung, Strafe und übertriebene Zucht stehen, tritt Dr. Carlos González - der bekannt und renommierte Kinderarzt und Autor des erfolgreichen Buches „Mein Kind will nicht essen“ - für eine Erziehung ein, die auf Liebe, Achtung und Freiheit beruht. Es ist an der Zeit, bestimmte Tabus und überholte Vorurteile zu überwinden und eine vernünftige Antwort auf die vielen Fragen zu geben, die Mütter bestürmen:
- Warum wollen Kinder nicht alleine schlafen?
- Warum weinen sie?
- Warum lenken sie unsere Aufmerksamkeit auf sich?
- Warum sind sie eifersüchtig?
- Was versteht man unter kindlicher Schlaflosigkeit?
„In Liebe wachsen“ zeigt uns, wie wir unseren Kindern als den Personen, die sie sind, Achtung entgegenbringen, ihre Klagen verstehen und auf ihr Weinen hören. Denn die alte Angst, ein Kind durch zuviel Aufmerksamkeit zu verziehen, ist ein Märchen und wir wir schon wissen, sind Märchen nicht wahr, aber einen glücklichen Ausgang gibt es trotzdem.
(Rosa Jové Mantanyola, Psychologin)
Lies einfach mal die Kundenrezensionen, hier:
http://www.amazon.de/o/ASIN/3932022149
Das ist toll und vom gleichen Autor:
Mein Kind will nicht essen (Anmerkung: mein Kind wollte bis jetzt immer essen, aber das Buch war dennoch eine Bereicherung:wink:
Gut, und folgende zwei hätte man eigentlich von Anfang an haben müssen:
Geborgene Babys, Julia Dibbern
Schlafen und Wachen, William Sears
Dennoch steht sehr viel drin, was man auch noch für fast 1jährige gebrauchen kann.
Liebe Grüße,
Christiane
Hallo Birgit,
da ich nicht falsch machen und auch
nichts verpassen will.
Das ist IMHO ein unmögliches Unterfangen. In Böchern können nur Fälle anhand von beispielen beschrieben werden mit anschließender Evaluierung, wie das betreffende MonsterKind darauf reagiert hat. Wer sagt aber, daß dein Kind genauso reagiert? Außerdem hat wohl ein jeder Elter ein nicht näher beschreibbare Vorstellung, wie sein Kind erzogen werden soll, und diese persönliche Vorstellung kann man icht aus Büchern lernen. Schlußendlich, aus eigener Erfahrung, ist ein schön zu sehen, daß eine eigene Erziehungsmaßnahme zum gewünschten Ergebnis führt (zugegebenermassen ist das nicht so häufig der Fall
)
Ralph
Ratgeber für einen so
kleinen Frosch wie meinen, da ich nicht falsch machen und auch
nichts verpassen will.
frosch??? ich dachte , du hast einen sohn!
gruss
khs
Hallo liebe Verunsicherte 
stell dir vor, es gibt Eltern, die ihre Kinder ganz ohne umfassendes Literaturstudium erfolgreich zu lebensfrohen und anständigen Menschen erzogen haben. Das dürfte auf so knapp 100% der Eltern zutreffen, die das Glück hatten vor dem massiven Aufkommen von Erziehungsratgebern ihre Kinder auf die Welt gebracht zu haben. Ihre Erziehungsmethoden kamen aus dem Bauch raus, aus Intuition, eigenem Erleben und Erfahren. Sie haben aus momentaner Sicht ggf. unverzeihliche Fehler, aber auch viel richtig gemacht. Dabei schreibe ich ganz bewusst von „momentaner Sicht“, denn was heute für richtig erachtet wird, mag man morgen schon wieder ganz anders sehen. Genau wie dies seit Aufkommen der entsprechenden Literatur schon oft genug passiert ist.
Also ich bekenne freimütig, in den letzten 16 Monaten noch in keinen einzigen Erziehungsratgeber geschaut zu haben (und habe dies auch in Zukunft nicht vor). Wir haben uns so einen wahren Sonnenschein „heranerzogen“, der die ganz normalen und typischen Höhen und Tiefen mitmacht, grundsätzlich aber vermutlich gerade aufgrund der entspannten und nicht von irgendwelchen schlauen Erziehungsweissheiten gekennzeichneten Familiensituation viel Spaß hat und vollkommen unproblematisch ist. Er schläft ohne irgendwelche stundenlangen ach so wichtigen Rituale problemlos ein und dann auch durch, isst mit großer Begeisterung, bleibt gerne auch mal ein paar Tage bei Oma, tobt wild über Tisch und Bänke, und hat einfach viel Spaß und Freude, weil er viel Aufmerksamkeit und Liebe, aber hin und wieder auch mal klare Ansagen bekommt. Geht alles ohne Bücher, Konzepte und schlechtes Gewissen.
Gruß vom Wiz
Spricht irgendwas gegen Fachliteratur?
Hallo,
nur deshalb, weil man mal Fachliteratur gelesen hat oder lesen möchte, heißt das noch nicht, dass man verunsichert ist. Manche Fehler können vermieden werden, wenn man sich vorher schlau macht. Es gibt doch keinen vernünftigen Grund, weshalb man (aus eigenem Erleben heraus) alle ererbten Erziehungsfehler noch in die nächste Generation weitergeben sollte (man erzieht ja normalerweise automatisch seine Kinder so, wie man selber erzogen wurde).
Man verliert auch nicht notgedrungen seine Spontaneität oder den Spaß, wenn man mal was liest. Lesen bedeutet auch nicht, dass man dadurch krampfhafter Perfektionist wird.
Wenn man natürlich glaubt, man sei bereits perfekt, dann erscheint jedes Lesen von Fachliteratur natürlich überflüssig.
Viele Grüße
Simsy
Hi
nur deshalb, weil man mal Fachliteratur gelesen hat oder lesen
möchte, heißt das noch nicht, dass man verunsichert ist.
Das Ausgangsposting scheint aber nicht gerade für große Sicherheit zu sprechen.
Manche Fehler können vermieden werden, wenn man sich vorher
schlau macht.
Damit hast Du zwar recht.
Aber bei Fachliteratur ist ja meist so, daß was heute richtig ist, morgen als komplett falsch bezeichnet wird.
Wenn man sein Wissen also nur aus Fachliteratur bezieht, dann kann das sehr viel schlimmer ins Auge gehen, als wenn man (zusätzlich) den gesunden Menschenverstand benutzt.
Gruß
Edith
huhu WIZ,
stell dir vor, es gibt Eltern, die ihre Kinder ganz ohne
umfassendes Literaturstudium erfolgreich zu lebensfrohen und
anständigen Menschen erzogen haben. Das dürfte auf so knapp
100% der Eltern zutreffen, die das Glück hatten vor dem
massiven Aufkommen von Erziehungsratgebern ihre Kinder auf die
Welt gebracht zu haben. Ihre Erziehungsmethoden kamen aus dem
Bauch raus, aus Intuition, eigenem Erleben und Erfahren.
Dazu muss man allerdings auch sehen, dass vor dem massiven Aufkommen der Erziehungsratgeber mehr mit den Generationen zusammengearbeitet wurde und somit Erfahrungen und Tips weitergereicht wurden.
Wer lebt heute denn noch in einem Haus mit Oma und Opa? Nur noch recht wenige. Man kann also diese Ratgeber als „Omaersatz“ sehen. Jeder Ratgeber schöpft aus eigenen Erfahrungen. Wie jede Oma auch.
lg, und nicht alles was neu ist ist schlecht !
Dany
Hallo
Manche Fehler können vermieden werden, wenn man sich vorher
schlau macht.Damit hast Du zwar recht.
Aber bei Fachliteratur ist ja meist so, daß was heute richtig
ist, morgen als komplett falsch bezeichnet wird.
Ich meine halt richtige Fachliteratur, und nicht irgendwelche Ratgeber. Das von Pendragon vorschlagene Buch wird wohl ein solches sein, ist auch schon was länger auf dem Markt.
Viele Grüße
Simsy
du sprichst mir aus der seele!
hallo wiz,
ich verfluche bis in alle ewigkeit diese erziehungsratgeber, die mich als sehr junge mutter dadurch verunsicherten, daß sie einem vorgaukelten, man würde „alles richtig machen“, wenn man sein kind nur so und so (
Hallo Birgit,
Wenn dich interessiert, was sich bei deinem Kind in diesen Phasen tut dann kann ich Dir zwei Bücher empfehlen:
Martin Dornes - Der Kompetente Säugling http://www.amazon.de/kompetente-S%C3%A4ugling-Martin…
Martin Dornes - Die Seele des Kindes http://www.amazon.de/Die-Seele-Kindes-Entstehung-Ent…
Diese beiden Bücher beschäftigen sich weniger mit dem Thema „Wie mache ich es Richtig?“ sondern erklären in durchwegs tiefergehender Weise was sich - nach dem Stand der Wissenschaft - beim Kind abspielt.
Was Du dann konkret machst, bleibt trotzdem Dir überlassen. Ich bin selbst in einer ähnlichen Situation und kann die beiden Bücher empfehlen.
lg
-schoenf
Hallo Birgit!
Ich möchte mich der untenstehenden Keine-Ratgeber-sondern-Bauchgefühl-Fraktion anschließen (und sorry, das muß ich loswerden: ein Buch mit dem Titel „Der kompetente Säugling“…??)! Meine Kinder sind 12 Jahre bzw. 21 Monate alt und eines hab ich noch im Bauch.
Grundsätzlich bin ich wahrscheinlich keine gute Mutter, weil ich das Geld verdienen geh und die Kleinen mit Papa zu Hause lasse… Aber in den wenigen Stunden, die mir mit ihnen bleiben, bin ich einfach nur Mutter! Man spürt intuitiv, was man ihnen zumuten kann und was nicht. Das geht beim 12Jährigen genauso wie bei dem Kleinen! Wenn die Kinder in den normalen Tagesablauf integriert werden und sich nicht die ganze Welt nur um sie dreht, läuft sich alles zurecht.
Für ganz gravierende Probleme gibts dann immer die Möglichkeit, Kinderarzt, Oma, Freundin, Kindergärtnerin zu fragen.
Viel Spaß noch mit Deinem Lütten, es ist so eine tolle (und anstrengende) Zeit, wenn sie die Welt auf eigenen Füßen entdecken und das Plappern anfangen!
Svenja
Hallo,
Wer lebt heute denn noch in einem Haus mit Oma und Opa? Nur
noch recht wenige. Man kann also diese Ratgeber als
„Omaersatz“ sehen. Jeder Ratgeber schöpft aus eigenen
Erfahrungen. Wie jede Oma auch.
Ich will diese Ratgeber auch gar nicht grundsätzlich verteufeln, solange sie als „Anregung“ verstanden werden, und der Verwender erkennt, dass da jemand seine Meinung - nach dem heutigen Stand der Dinge - kundtut, und man auch anderer Meinung sein kann. Genau wie man es bei Oma und Opa auch macht/machen würde.
Das Problem liegt aber darin, dass diese Bücher eben nicht von Oma und Opa, sondern von Dipl. Psych. X und Prof. Dr. Y geschrieben werden, die den armen verunsicherten Eltern Arbeiter A und Kassierin B gegenüber natürlich als gewaltig kompetent und professionell erscheinen, und die es durchaus auch oft genug verstehen, mit der entsprechenden Überzeugungskraft ihre Meinung als das Maß aller Dinge darzustellen. Als Jurist kenne ich das Thema mit Herrschender und Mindermeinung, Lehre ./. Rechtsprechung, Theorienstreite nur zu gut, und pelle mir da ein ziemliches Ei drauf. So emanzipiert ist aber leider nicht jeder, und dann werden diese ganzen Bücher meiner Meinung nach recht schnell kontraproduktiv. Denn sie vermitteln oft recht einfache Patentrezepte und geben Handlungsanweisungen, mit angeblicher Erfolgsgarantie, und bringen damit verunsicherte Eltern zunehmend in eine Versagerposition, wenn es im konkreten Fall dann leider doch nicht klappt.
Da die Ausgangsfrage mit den diversen schon abgearbeiteten Büchern sehr danach klang, dass hier jemand schon entsprechend verunsichert ist, und weiter auf der Suche nach entsprechenden Lösungsmustern ist, wollte ich einfach mal darauf hinweisen, dass es auch anders funktionieren kann. Voraussetzung hierzu ist aber auch der Mut zu Fehlern und zur Lücke, den viele Eltern anscheinend nicht mehr haben, weil ihnen überall erzählt wird, was und wie genau sie Kindererziehung „professionell“ zu betreiben hätten.
lg, und nicht alles was neu ist ist schlecht !
Hat ja auch keiner gesagt. Nur hat die gute alte Liedzeile von Extrabreit: „Die Helden von heute sind die A…löcher von morgen“ nichts an Aktualität verloren. Alles ist im Wandel, und man sollte nicht blindlinks irgendwelchen Konzepten hinterherlaufen, die sich ggf. morgen schon wieder überholt haben.
Gruß vom Wiz
Hallo,
nur deshalb, weil man mal Fachliteratur gelesen hat oder lesen
möchte, heißt das noch nicht, dass man verunsichert ist.
Hat ja auch keiner behauptet. Aber ich kenne leider zu viele Eltern, die sich von den schlauen Büchern verunsichern lassen, im trauten Kreis der Kindergarteneltern dann anlässlich banaler Fragen oder Ereignisse Erziehungstheorien diskutieren, und teilweise recht üble Glaubenskriege um den „richtigen“ Weg ausfechten. Und die Ausgangsfrage zeigt einfach so deutlich, dass da jemand verunsichert ist.
Manche Fehler können vermieden werden, wenn man sich vorher
schlau macht. Es gibt doch keinen vernünftigen Grund, weshalb
man (aus eigenem Erleben heraus) alle ererbten
Erziehungsfehler noch in die nächste Generation weitergeben
sollte (man erzieht ja normalerweise automatisch seine Kinder
so, wie man selber erzogen wurde).
Das würde ich für genau so falsch halten, wie das strikte Abarbeiten von irgendwelchen Büchern. Ganz abgesehen davon traue ich einem Großteil der Eltern schon zu, die eigene Kindheit kritisch zu reflektieren und nicht als falsch erkannte Dinge zu wiederholen. Der Punkt ist nur der, dass man dabei eben nur die eigenen „Laien-Eltern“ in Frage stellt und keine „höhere Instanz“, wie Dipl. Psych Irgendwas, die hoch gepriesene Fachfrau mit zig Büchern ist.
Man verliert auch nicht notgedrungen seine Spontaneität oder
den Spaß, wenn man mal was liest. Lesen bedeutet auch nicht,
dass man dadurch krampfhafter Perfektionist wird.
Hat wiederum niemand behauptet. Es gibt sicherlich Eltern, die das ein oder andere Buch lesen, sich die ein oder andere Anregung mitnehmen, und ansonsten selbstbewusst genug sich, den Rest einfach zu ignorieren. Nur wenn ich mir anschaue, wie Eltern teilweise schlimmer als wir Juristen in Theorienstreite ausbrechen, statt Sohnemann einfach zu sagen, was man eigentlich sagen möchte, wird mir immer ganz anders.
Wenn man natürlich glaubt, man sei bereits perfekt, dann
erscheint jedes Lesen von Fachliteratur natürlich überflüssig.
Das lasse ich als jemand, der tagtäglich Berge von Fachliteratur wälzt jetzt einfach mal so stehen. Oder nein: Gerade das Bewusstsein nicht perfekt zu sein, oder auch überhaupt sein zu können, ist es, was Erziehung ein ganzes Stück einfacher machen kann. Gerade dieser Wunsch „nichts verpassen und nicht falsch machen zu wollen“ in der Ausgangsfrage zeigt nämlich sehr deutlich, dass eigentlich eher umgekehrt ein Schuh draus wird. Viele der Bücher gaukeln nämlich eine potentielle Perfektion vor, und erzeugen damit einen großen Leidensdruck bei den Eltern, diese Perfektion auch erreichen zu wollen. Da dies nicht gelingt, kommt dann der Wunsch nach noch mehr Anleitung, um diesem angeblich erreichbaren Ziel näher zu kommen. Tatsächlich gibt es aber nur noch mehr Frust und steigen dann die Zweifel. Da bin ich mir doch lieber der Tatsache bewusst, dass so ein Kind keine Schaltung ist, in der der blaue Draht immer an Klemme 11 muss, und handele ohne schlechtes Gewissen aus der Situation heraus.
Und wenn es dem Bengel (und den Eltern) dabei sichtlich gut geht, es keine Dinge gibt, über die man sich ernsthaft Sorgen machen müsste, … dann nehme ich den Neid gefrusteter Fachliteraturrezipienten gerne auf mich 
Gruß vom Wiz
Hallo Birgit!
(Ohne die bisherigen Antworten gelesen zu haben und deshalb nicht wissend, ob ich mich wiederhole)
Hier der Erziehungsratgeber einer belesenen und kompetenten Erzieherin 
- Liebe dein Kind und zeige ihm, dass du es liebst, aber ersticke es nicht mit deiner Liebe.
- Überfordere dein Kind nicht mit zu vielen wechselnden Sinneseindrücken.
- Babys schreien nicht aus Trotz oder Wut, sondern weil sie ein Bedürfnis haben. Erfülle sein/ ihr Bedürfnis.
- Vertraue deinen Gefühlen, das haben die Frauen seit Menschengedenken getan, lange bevor es Erziehungsratgeber gab.
Für alle weiteren Fragen (Gewicht, Verhalten des Kindes, motorische Entwicklung, etc.) ist wohl eine Hebamme die beste Ansprechpartnerin.
Alles Gute für euch,
Grüße, jeanne
Kommt drauf an.
Hallo,
ich misch mich auch mit ein.
Viele der Bücher gaukeln
nämlich eine potentielle Perfektion vor, und erzeugen damit
einen großen Leidensdruck bei den Eltern, diese Perfektion
auch erreichen zu wollen.
Das ist der Punkt, den ich auch betonen würde. Mir fallen immer spontan Bücher ein wie „Ohne Chaos geht es nicht“, eben Titel, in denen den Eltern auch Fehler zugestanden werden und ihnen die Angst davor genommen wird, Ihr Kind damit fürs’s Leben zu zeichnen.
Und doch: Es gibt inzwischen Erziehungsmethoden, von denen man sicher weiß, dass sie besser funktionieren als andere. Warum sollte man die also nicht unters Volk bringen? Wir haben mal so einen Triple P Kurs gemacht und ich hatte mich im Vorfeld auch mit Sinn und Unsinn dieser Veranstaltung auseinandergesetzt.
Und auf so Sprüche wie:„Eine Mutter weiß, was am Besten für ihre Kinder ist“ oder „Unsere Großeltern haben ihre Kinder auch ohne Bücher großgezogen“ bin ich ein wenig allergisch. Unsere Großeltern haben Prügel für Kinder auch für richtig erachtet und waren der Meinung, Säuglinge sollten nach der Uhr alle 4 Stunden gestillt werden. Die Gesellschaft hat sich massiv verändert, da sollte man Kindern schon ein anderes Rüstzeug mit auf den Weg geben als vor 50 oder 100 Jahren. Die Realität sieht im Übrigen so aus, dass viele die Fehler ihrer Eltern an den eigenen Kindern widerholen (hab ich schon öfter gelesen und auch erfahren).
Der Alltag zeigt, dass viele Eltern ziemliche Schwierigkeiten mit der Kindererziehung haben. Ja, auch aus Unsicherheit. Und wenn Bücher dabei helfen, den Eltern den Rücken zu stärken und ihnen Sicherheit zu verschaffen, darüberhinaus noch Verständnis für kindliches Verhalten wecken und Ideen für sinnvolle Reaktionen darauf bieten, dann bin ich für ein klares JA zum Bücher lesen.
Also, mein Rat: Gerne viele (möglichst verschiedene) Bücher über Erziehung lesen, das Hirn (und das Herz) dabei nicht ganz ausschalten.
Ich mochte die Bücher von Rogge immer sehr, sie scheinen mir realitätsnah und eben nicht so perfektionistisch. Ob er auch welche für so kleine Kinder geschrieben hat, weiß ich nicht.
kernig