Erziehungsratgeber für die ganz Kleinen

Es gibt kein Argument gegen Fachliteratur.
Hallola.

Das Ausgangsposting scheint aber nicht gerade für große
Sicherheit zu sprechen.

Irgendein Weiser Mensch hat mal sinngemäss gesagt: es ist meist so dass die Idioten selbstsicher sind und die Intelligenz voller Zweifel.
Ich kann dem Ursprungsposting weder die von Dir noch die vom Wiz attestierte Verunsicherung entnehmen, im Gegentum finde ich es angebracht, sein Handeln auch anhand externer Fachschriften regelmässig zu überprüfen.

Das ganze Instinktgewäsch hier empfinde ich als äusserst realitätsfremd. Es gibt überhaupt nicht einen nachvollziehbaren Grund für mich, warum wir in Punkto Erziehung weniger auf Wissen angewiesen sein sollten als z.B. in Ernährung, Medizin oder anderen Bereichen. Auch die Ergebnisse „instinktorientierter Erziehung“ kann man in der freien Wildbahn zu genüge geniessen.
Völlig unbestritten, dass man Fachliteratur allerdings von dem neuen Bildzeitungsratgeber Erziehung unterscheiden muss und nicht voraussetzen kann das jedermann in der Lage ist ein Fachbuch richtig zu nutzen. Wer seine Erkenntnise zur Ernährung aus dem Buch „Essen gemäß der Gezeiten“ entnimmt, für den wird jedes Bilderbuch zum Ratgeber und eine „erfolgreiche“ Erziehung so unwahrscheinlich wie vernünftige Ernährung

Manche Fehler können vermieden werden, wenn man sich vorher
schlau macht.

SO sieht´s nämlich aus.

Aber bei Fachliteratur ist ja meist so, daß was heute richtig
ist, morgen als komplett falsch bezeichnet wird.

Dann geht Deine Definition von Fachbuch an der meinen weit vorbei.

Wenn man sein Wissen also nur aus Fachliteratur bezieht, dann
kann das sehr viel schlimmer ins Auge gehen, als wenn man
(zusätzlich) den gesunden Menschenverstand benutzt.

Das ist allerdings unbestritten. Aber NUR der gesunde Menschenverstand leitet uns sehr oft zu falschen Annahmen.

Ich kann mich übrigens dunkel erinnern, dass ich einige Bücher von Gräfe&Unzer ganz gut fand, u.a. jedes Kind kann schlafen lernen.

Grüße an alle

zaph

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Ratgeber an & für sich
Hi grosser Whizzo,

stell dir vor, es gibt Eltern, die ihre Kinder ganz ohne
umfassendes Literaturstudium erfolgreich zu lebensfrohen und
anständigen Menschen erzogen haben. Das dürfte auf so knapp
100% der Eltern zutreffen, die das Glück hatten vor dem
massiven Aufkommen von Erziehungsratgebern ihre Kinder auf die
Welt gebracht zu haben.

Dieser Absatz bedeutet im Klartext: früher haben fast alle Eltern Ihre Kinder richtig erzogen. Und das ist schlichterdings falsch. Wie so eine Aussage zustande kommt, ist mir ein mittleres Rätsel.

Was mir auch nicht ganz klar ist: welche der vorangegangenen unaufgeklärten Generationen optimal nach dem bauchprinzip erzogener Kinder ist denn diejenige, welche hier so glorifiziert wird? Das Bürgertum im Biedermeier? Die Erziehung in der Kaiserzeit Anfang 20. Jhd.? Weimarer Republik? Nachkriegsgeneration? 68er? Oder feiert sich hier gerade eine Generation selbst?

Was sich mir auch nicht erschliesst: ich kenne Deine Profession und habe immer wieder gerne deinen Ausführungen gelauscht, vieles davon beruht auf Wissen, welches man sich aneignet, bestimmt auch gerade Du musstest das tun. Bitte gib mir ein Indiz, welches auch nur im Ansatz darauf hinweist, das man gerade in der Erziehung das anders handhaben und sich auf irgendwelche nebulösen Instinkte verlassen sollte. Welche Instinkte sind das denn genau? Das Kind nicht direkt nach der Geburt zu fressen?

Besonders geil finde ich übrigens dann Statements wie: ich habe kein Buch gelesen und dennoch ist mein Kind a) gross geworden, b)isst seinen Brei und c)kann lustig mit der Oma spielen.

Ich kannte mal einen, der hat täglich 3 Schachteln Kippen geraucht und ist dennoch annähernd 180 Jahre alt geworden. So what?

Ich denke das ist Deiner nicht würdig.

Gruß

zaph

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You made my day!!!

Aber bei Fachliteratur ist ja meist so, daß was heute richtig
ist, morgen als komplett falsch bezeichnet wird.

Dann geht Deine Definition von Fachbuch an der meinen weit
vorbei.

Ich kann mich übrigens dunkel erinnern, dass ich einige Bücher
von Gräfe&Unzer ganz gut fand, u.a. jedes Kind kann schlafen
lernen.

Der ist echt gut…ich glaube es gibt kaum einen „Fachbuch“, das in letzter Zeit so heftig zerrissen wird dieses.

S.

Freut mich, dass ich Dich erheitern konnte :smile:

Wie gesagt, ich entsinne mich dunkel, allerdings bin ich ziemlich sicher dass ich einige interessante Infos entnehmen konnte, die in der Umsetzung auch funktionierten.

Man muss eben ein Buch auch lesen können, was eben NICHT heisst, dass ich jedes Wort 1:1 übernehme.

Kannst Du auch sagen wer mit welchen Argumenten das Buch zerrissen hat? Ansonsten ist diese Aussage nicht viel wert.

Was mich allerdings stört an dem Buch ist der Titel, denn Verallgemeinerungen sind IMMER falsch.

Gruß

zaph

Hi

Ich kann dem Ursprungsposting weder die von Dir noch die vom
Wiz attestierte Verunsicherung entnehmen,

mein Söhnchen wird bald ein Jahr alt; ich habe auch schon jede Menge Literatur gewälzt (von Thomas Gordon, Maria Montessori bis hin zum Elternführerschein), aber die Tipps und Theorien scheinen mir erst ab frühestens 2 Jahren anwendbar.

Da hat jemand schon eine ganze Menge an Fachliteratur gelesen und ist sich trotzdem nicht sicher, ob das für das Alter des Kindes das Richtige war.
Für mich sieht das nicht nach Sicherheit aus.
Ich mag mich irren, aber wenn ich ein Fachbuch lesem, sollte ich zumindestens erkennen können, ob es für mein „Problem“ überhaupt eine Lösung bietet.

Das ganze Instinktgewäsch hier empfinde ich als äusserst
realitätsfremd. Es gibt überhaupt nicht einen
nachvollziehbaren Grund für mich, warum wir in Punkto
Erziehung weniger auf Wissen angewiesen sein sollten als z.B.
in Ernährung, Medizin oder anderen Bereichen.

Ich frage mich immer wieder wieso die Menschheit vor Erfindung der Fachliteratur nicht ausgestorben ist.
Ich will Fachliteratur nicht komplett verteufeln, aber sie auch nicht in den alles-selig-machenden-Himmel erheben.

Völlig unbestritten, dass man Fachliteratur allerdings von dem
neuen Bildzeitungsratgeber Erziehung unterscheiden muss und
nicht voraussetzen kann das jedermann in der Lage ist ein
Fachbuch richtig zu nutzen.

Eben, das beste Fachbuch nutzt nichts, wenn man sich blind darauf verläßt.

Gruß
Edith

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huhu zaph

Kannst Du auch sagen wer mit welchen Argumenten das Buch
zerrissen hat? Ansonsten ist diese Aussage nicht viel wert.

ich glaube es gibt nur wenige Bücher, die die Leserschaft derart in zwei Parteien aufspaltet. Wobei leider jedoch viele der „Gegner“ das Buch gar nicht gelesen haben, sondern nur die Meinungen anderer übernehmen. Ich habe kein Problem damit, wenn jemandem dieses Buch nicht zusagt, jedoch kann ich dieses nur von Leuten ernstnehmen, die es wirklich gelesen haben.
Es gibt viel Raum für Kontrameinungen, du brauchst nur mal den Buchtitel in google eingeben, oder auf diversen Elternseiten zu suchen. Die einen verteufeln es, die anderen sind froh.

lg, Dany
die dieses Buch auch hat und deren Sohn in der 3. Nacht problemlos einschlief und durchschlief

Hi,

Man muss eben ein Buch auch lesen können, was eben NICHT
heisst, dass ich jedes Wort 1:1 übernehme.

Wie hoch ist wohl der Prozentsatz der Bevölkerung, der über diese grundsätzliche Fähigkeit verfügt?
Und wie hoch ist der Prozentsatz der Bevölkerung, der über die Fachkenntnis verfügt, Fachliteratur über Kindererziehung kritisch lesen zu können?

Während ich persönlich mir die erste Fähigkeit noch zusprechen würde, ist es spätestens bei der notwendigen Fachkenntnis vorbei. Und da ich nicht einsehe ein Studium zu absolvieren, nur um meine Kinder großzuziehen, wird es dabei auch bleiben. Mir (und dem allergrößten Teil der Bevölkerung) bleibt letztlich nichts anderes, als irgendwelchen Ratgebern zu vertrauen (ob das nun Oma, Opa, Tante und Onkel oder ein oder mehrere Erziehungswissenschaftler sind).

Dabei spielt auch eine klitzekleine Frage eine wichtige Rolle, die seltenst gestellt wird: was will ich mit meiner Erziehung eigentlich erreichen (daher ist auch jedes Pauschalurteil über richtige und falsche Erziehung sinnlos, ohne diese Frage zu beantworten).

Kannst Du auch sagen wer mit welchen Argumenten das Buch
zerrissen hat? Ansonsten ist diese Aussage nicht viel wert.

Ich will und werde nicht über das Buch diskutieren. Ich habe mich darüber amüsiert, daß Du (richtigerweise) sagst, daß wirkliche Fachbücher (zu denen „Jedes Kind kann schlafen lernen“ aber sicher nicht gehört…es ist ein Ratgeber für Eltern) seltenst später als komplett falsch dargestellt werden, und dann kurz darauf ein Buch als lesenswert bezeichnest, das weder Fachbuch noch unumstritten ist. Wenn Dich die Kritik an dem Buch wirklich interessiert: http://www.google.de/search?hl=de&q=jedes+Kind+kann+…

Was mich allerdings stört an dem Buch ist der Titel, denn
Verallgemeinerungen sind IMMER falsch.

Nun, so lange die Verallgemeinerung auf den Titel beschränkt bleibt, ist das akzeptabel. Aber im konkreten Fall setzt sich diese Verallgemeinerung wohl auch im Buch fort.

Gruß Stefan

Es gibt kein Argument gegen Fachliteratur.
Moin

ich kenne die Bücher nicht, welche die UP anführt, aber ich muss ein Buch nur querlesen um zu erkennen, ob es für mich und meine Situation prinzipiell geeignet sein könnte. Rein vom zeitlichen Ablauf beschäftigt man sich ja üblicherweise zuerst mit den Themen Schwangerschaft/Entbindung/Stillen/Schlafen/Essen/Eingewöhnung, bevor ich mich mit der Schulwahl beschäftige, es sollte keine Frage sein, dass es prinzipiell Fachbücher gibt welche schon vor 2 Jahren sinnvoll sind.

Tatsächlich ist die Fragestellung im UP sehr undifferenziert und alle „Helfer“ inklusive mir plappern munter drauf los ohne auch nur den Hauch einer Idee zu haben, was die Dame denn überhaupt möchte.

Ich mag mich irren, aber wenn ich ein Fachbuch lesem, sollte
ich zumindestens erkennen können, ob es für mein „Problem“
überhaupt eine Lösung bietet.

Du hast natürlich Recht, wer Bücher besitzt ist im Vorteil, wenn er auch des Lesens kundig ist.

Ich frage mich immer wieder wieso die Menschheit vor Erfindung
der Fachliteratur nicht ausgestorben ist.

Das ist reine Polemik. Wenn es nur ums aussterben geht, müssen wir uns (zumindest kurzfristig) auch keine Gedanken um Ernährung, Gesundheit, Politik machen, eigentlich um garnichts kümmern. Möglicherweise haben auch die Neandertaler befriedigende Momente erlebt. Sinngemäss schreibt Douglas Adams, das es ein evolutionärer Fehler war, als Affenmenschen von den Bäume zu klettern. Andere sagen der Fehler bestand bereits darin, den Ozean zu verlassen. Man hätte sich viele Sorgen sparen können.

Ich will Fachliteratur nicht komplett verteufeln, aber sie
auch nicht in den alles-selig-machenden-Himmel erheben.

Wer tut das auch. Generell ist es empfehlenswert in allen Bereichen (nicht nur in der Erziehung) die besten Quellen zu nutzen, die einem zur Verfügung stehen.

Eben, das beste Fachbuch nutzt nichts, wenn man sich blind
darauf verläßt.

Auch das kann man nochmals abstrahieren: immer die Quelle prüfen. Ausnahmslos.

Gruß
zaph

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Hallo!

Also - an negativer Kritik gibt es zum Beispiel das hier:

http://www.rabeneltern.org/schlafen/wissen/schlafen-…

Das hier hat eine positive und eine negative Kritik:

http://www.trostreich.de/Themen/Schlafen/schlafen.html

Und das hier ist eine positive Kritik:

http://www.yopi.de/rev/258625

Die Argumente mit denen das Buch „zerrissen“ wird, kann ich ja nochmal kurz aufführen:

Es geht mit der Methode in erster Linie um das Wohlergehen der Eltern und nicht des Kindes. Damit das Kind ruhig ist, wird es schreiengelassen bis es irgendwann aufgibt.
Zwischendurch reinzugehen und was zu sagen ist eigentlich noch schlimmer als es einfach nur schreinzulassen, da der Säugling hilflos mitanschauen muß, wie die Eltern kommen und ihn NICHT trösten oder in den Arm nehmen sondern einfach wieder gehen.
Die Methode „funktioniert“, weil der Säugling irgendwann einfach aufgibt, weil er merkt, dass niemand kommt, wenn er schreit.
Es gibt da noch mehrere Sachen, aber ich hab schon zu oft darüber geschrieben und es ist einfach eine Sache, die Eltern in 2 Lager spaltet. Ich habe mir geschworen, dass ich immer für meinen Sohn da bin wenn er schreit und noch nicht sprechen kann und ich nie genau wissen kann, was er hat. Deshalb kommt das Programm zum Beispiel für mich nicht in Frage. Ob ich ihn mal brüllen lasse, weil er den Lolli nicht bekommt, ist da eine ganz andere Sache - da kann er dann sagen, was er hat/will.
Ob und inwiefern das Programm Schaden anrichtet, ist schwer zu sagen. Sicher sein kann da aber niemand und ist auch Dr. Ferber nicht, nach dem diese Methode benannt wurde. Wenn Du noch mehr Infos möchtest - beim googlen findet man eine Menge.

Das war jetzt also das „Zerreißen“ - für positive Kritik wirst Du aber sicher auch jemanden finden :smile:

Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi Stefan,

Und wie hoch ist der Prozentsatz der Bevölkerung, der über die
Fachkenntnis verfügt, Fachliteratur über Kindererziehung
kritisch lesen zu können?

Du hast natürlich recht, allerdings spreche ich selten mit der Bevölkerung, wir befinden uns in einem Expertenforum. Das heisst zum einen ist derjenige, der sich hier „herumtreibt“ schon einer besonderen Zielgruppe zugehörig, hat nämlich Zugang zum Internet, beschäftigt sich mit Kommunikation und sucht generell „Rat von Fachleuten“

Während ich persönlich mir die erste Fähigkeit noch zusprechen
würde, ist es spätestens bei der notwendigen Fachkenntnis
vorbei.

Es ist ratsam, immer die beste Quelle zu nutzen, derer ich persönlich in meiner aktuellen Situation habhaft werden kann. Willst du der Dame sagen, dass Sie keine Bücher lesen soll, weil sie dazu evtl. nicht die Kapazität hat? Es fällt mir schwer mir ein Szenario vorzustellen, wo ich nach der Lektüre eines Buches dümmer bin als zuvor. Allerdings bin ich zugegebenermassen ungeübt im Umgang mit Bildzeitungslesern, allerdings würde ich diesen Status erstmal nicht voraussetzen wenn hier jemand um Rat fragt.

Mir (und dem allergrößten Teil der Bevölkerung) bleibt
letztlich nichts anderes, als irgendwelchen Ratgebern zu
vertrauen (ob das nun Oma, Opa, Tante und Onkel oder ein oder
mehrere Erziehungswissenschaftler sind).

Ganz genau. Die besten Quellen nutzen. Aber eben auch immer überprüfen. Wenn meine Uroma Ihren Sohn erfolgreich zu einem gottesfürchtigen kaisertreuen Befehlsempfänger erzogen hat muss sich das nicht mit meinen Erziehungszielen decken. Und wenn man dem Kind dann mit guter Butter vollstopft weil man selbst ja nichts hatte nach dem Krieg, dann kann sich die Situation heute anders darstellen.
Quellen kritisch nutzen. Allerdings beschleicht mich oft der Eindruck, das jemand der ein Buch nicht kritisch lesen kann oft auch nicht in der Lage ist, Ratschläge anderer kritisch zu hinterfragen. Der Ablauf ist nämlich identisch.

Ich habe mich darüber amüsiert, daß Du ein Buch als lesenswert
bezeichnest, das weder Fachbuch noch unumstritten ist.

Dein Amüsement ist (wenn auch gegönnt) so dennoch unangebracht. Zum einen zeichnet sich ein Fachbuch nicht dadurch aus, dass es unumstritten ist. Zum anderen empfinde ich es als legitim ein Buch zu empfehlen, welches mir Informationen vermittelt hat.
Der Umkehrschluss hiesse: nur Bücher vermitteln die a) unumstritten sind und b) generell in allen Lagen immer helfen.
Du selbst postulierst oben zurecht, dass es allumassende immer richtige Maßregeln nicht geben kann.

Wenn Dich die Kritik an dem Buch wirklich interessiert:

Natürlich habe ich auf Deine Info hin sofort gegoogelt und auf sehr viele Lobeshymnen (auf die ich nichts gebe) einige wenige unsachliche Ablehnungen (auf die ich nichts gebe) gelesen. Kein Beweis für garnichts, ausser vielleicht für subjektive Wahrnehmung.

Aber im konkreten Fall setzt sich diese Verallgemeinerung wohl auch im Buch fort.

Du hast das Buch garnicht gelesen und amüsierst Dich über meine Empfehlung? Amüsant! Das nenne ich Bildzeitungsniveau: knallhart recherchiert und nachgefasst.
Gruß

zaph

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Mea Culpa
Hallo N.

ich habe nach Intensiver Vorbereitung der Zeugung und des damit verbundenen Zeugungsschmerzes sicherlich 20 Bücher gelesen, während sich meine Frau dem Platzen näherte. Darunter waren regelrechte Fachbücher, Ratgeber verschienster Machart, Bücher zur Namensfindung und all die lustigen Annekdotensammlungen, welche einem sogenannte „Freunde“ zukommen lassen und die in „lustiger Weise“ beschreiben, das das bisher bekannte Leben nun vorbei ist.
Weiterhin habe ich einige Bücher zur Erziehung von Hunden gelesen, vieles von Ephraim Kishon über Konsequenz gelernt und bin im Besitz der gesammelten Werke von Douglas Adams, Wilhelm Busch und Dr. Heinrich Hoffmann.

Es erscheint mir in der Retrospektive nicht unmöglich, dass ich den Hundebüchern mehr nützliches entnehmen konnte als dem hier so umstrittenen Werk, allerdings würde ich für entsprechende Empfehlung nicht nur von den Eltern die Hucke voll kriegen, sondern separat auch noch von den Tierschützern und den Esoterikern.

Ich konnte der Lektüre von Bernhard Bueb brauchbare Information entnehmen, habe mich mit Herrn Steiner und Frau Montessori auseinandergesetzt und habe bis zuletzt nicht ausgeschlossen, dass auch Samuel Hahnemann nicht 100% durchgeknallt ist.

Mein Kind wird nicht gemäß der Empfehlung von Herrn Morgenroth und Frau Kast-Zahn erzogen (ich würde das Wohl meines Kindes nicht ungezwungen in die Hand einer Frau mit Doppelnamen legen wollen), allerdings schläft das Kleine auffällig gut unter Einhaltung gewisser einfacher Regeln. Und zwar während Parties, bei Fremden, im KiGa. Sicherlich lasse ich es auch nicht weinen, wenn auch nur der geringste Verdacht auf Blessuren besteht. Allerdings kenne ich auch Eltern (welche unter Garantie das Buch zerreissen würden), welche das Kindlein beim ersten Quietsch auch mitten in der Nacht aus dem Bett holen und stundenlang durch die Gegend tragen. In dieser Familie ist niemand gesund.

Wahrscheinlich ist 50% des Buches Schrott, 45% in wenigen Fällen anwendbar und 5% generell sinnvoll. Aber das ist bei der überwiegenden Mehrheit von Ratgebern so.

Aber hiermit ziehe ich offiziell meine Empfehlung zurück: wenn jemand ein Buch sucht, nach dem er sich buchstabengtreu richten kann, soll er bitte nicht dieses Buch wählen.

Grüße

zaph

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Hallo!

Natürlich habe ich auf Deine Info hin sofort gegoogelt und auf
sehr viele Lobeshymnen (auf die ich nichts gebe) einige wenige
unsachliche Ablehnungen (auf die ich nichts gebe) gelesen.
Kein Beweis für garnichts, ausser vielleicht für subjektive
Wahrnehmung.

So, das hier sind jetzt Expertenmeinungen.

http://home.qualimedic.de/~birgit.gutsche/ferbern2.htm

Besser?

N.

Rückzug der Empfehlung
Hallola nochmal.

Ich hatte aus den dunkelsten Kammern meiner Erinnerung dieses Buch empfohlen: „jedes Kind kann schlafen lernen“
Ich habe diesem Buch einige interessante Infos entnommen, spreche aber ausdrücklich nicht die Empfehlung aus, alle Ratschläge aus dem Buch 1:1 so umsetzen zu müssen.
Es könnte sogar sein das ich der einen oder anderen Kernaussage ausdrücklich widersprechen würde, habe das Werk allerdings nicht mehr so präsent.
Da ich sehr selektiv lese und nur relevante Infos übernehme möchte ich das hier nochmals klarstellen, um heute Nacht ruhig schlafen zu können.

Grüße

ZB

Hallo!

Na gut, brav :smile: Ich kann ja auch kaum ein Buch uneingeschränkt empfehlen, gegen 90% geht es aber bei den Buchtipps von Christiane (waren doch Deine, oder?), d.h. „In Liebe Wachsen“, „Schlafen und Wachen“ und „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“.
Denn da wird nicht gesagt, was man irgendwie zu tun hat, damit das Kind „brav“ ist, sondern es wird auf die innere Stimme und die Intuition hingewiesen, auf die man als allererstes hören sollte.
Und dadurch ergeben sich viele Dinge von selbst - denn ich kenne niemanden, der ruhig und entspannt bleiben kann, wenn z.B. ein Baby schreit…

Lieben Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Mensch bist Du hartnäckig.

ich meinte erwähnt zu haben, das mich Kritik an diesem Buch, dem ich keine gesonderte Bedeutung für mein Leben zuschreibe nicht im geringsten interessiert.

Null.

Wirklich nicht.

So, das hier sind jetzt Expertenmeinungen.

http://home.qualimedic.de/~birgit.gutsche/ferbern2.htm

Besser?

VIEL besser. Man erkennt also eine vertrauenswürdige Quelle - nein DIE Expertenmeinung- daran, dass am Seitenrand „Quelle“ steht und obendrüber „Expertenmeinung“. Hätte ich diese Info vorher gehabt, hätte ich mir im Leben viel Sucherei erspart. Vielen Dank daür Dir und LLL-Expertin Biggi Welter.

Ach nein, ich habe ja schon Antworten auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest…

Grüße - ich bin jetzt raus aus dem Thema

zaph

Jaja, nicht sauer sein, hatte sich zeitlich überschnitten. Ich bin ja auch raus :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ente.
hallo letztmalig.

letztmalig möchte ich mich allerdings noch gegen diese Intuitions- und Bauchgefühlsgewäsch verwehren.

Nicht nur bei Erziehungsthemen, auch in allen anderen Bereichen macht man vieles Falsch wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt. Und zwar oftmals genau um 180Grad verkehrt. Es ergibt sich nämlich der Unterschied von gut gemeint zu gut gemacht.

Mir sagt mein Körper ständig das ich Kaffe, Schoko und noch mal Kaffe brauche. Und Schwarzwälder Kirschtorte.

Wenn also vielleicht dieses eine Buch nicht optimal ist, so gibt es dennoch eine Vielzahl von Büchern welche sinnvolle und nachvollziehbare Hilfestellung leisten.

Denn da wird nicht gesagt, was man irgendwie zu tun hat, damit
das Kind „brav“ ist…

Das Thema ist allerdings nicht das das Kind brav sein soll, sondern vernünftig/gesund/fröhlich heranwachsen.

Tschüs jetzt.

zaph

Hallo,

ohne die anderen Antworten alle gelesen zu haben.
Ich glaube, es gibt in dieser Hinsicht keine guten Ratgeber, da jedes Kind anders ist und man sich deswegen nicht nach solchen Ratgebern richten kann.
Wichtig ist, sein Kind zu verstehen und somit kann man auf die Bedürfnisse eingehen und man macht es intuitiv richtig. Dazu gibt es ein Buch, dass ich persönlich gut finde: Babyjahre von Largo Remo. Da kriegt man keine Tipps, sondern die Kinder werden „erklärt“. Und mehr Literatur braucht man dann nicht…

Viel Spaß beim Lesen,
Salbei

Hallo (ich muß auch immer das letzte Wort haben:wink:

Ich glaube aber, Dein Gefühl sagt Dir das, weil Du sowieso schon in dieser Hinsicht „verdorben“ bist (entschuldige…). Das heißt, Du hast Dir diese Gefühle selbst herangezüchtet.
Ich glaube schon, dass das Bacugefühl so manches Kind gerettet hat vor merkwüdigen Erzeihungstipps. Denn wie viele Mütter gehen dann doch zum Kind, weil sie das Schreien „nicht mehr aushalten“ können?!
Ich find das „Gewäsch“ nicht grundsätzlich verkehrt…

Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

stell dir vor, es gibt Eltern, die ihre Kinder ganz ohne
umfassendes Literaturstudium erfolgreich zu lebensfrohen und
anständigen Menschen erzogen haben. Das dürfte auf so knapp
100% der Eltern zutreffen, die das Glück hatten vor dem
massiven Aufkommen von Erziehungsratgebern ihre Kinder auf die
Welt gebracht zu haben.

Dieser Absatz bedeutet im Klartext: früher haben fast alle
Eltern Ihre Kinder richtig erzogen. Und das ist
schlichterdings falsch. Wie so eine Aussage zustande kommt,
ist mir ein mittleres Rätsel.

Wieso denn? seit der Entwicklung der Industrialisierung,
der Zerstörung der Familien und der Entfremdung von
97,5% aller Menschen leben eben die „modernen Menschen“
des technischen Zeitalters in einer „ver-rückten Welt“
(weg-gerückt vom menschlich Zuträglichen) und verhalten
sich, wenn sie sich „normal“ verhalten eben „ver-rückt“.
(Das Epiphänomen dessen ist das starke Anwachsen eines
psychiatrischen Nachfrage/Angebotssystems in den be-
treffenden Sozietäten.)

Dort wo das „reibungslose Funktionieren“ im
technisch/organisatorisch komplexen System
die „eigentliche-“, die Überlebensfrage wird,
kann „Kindererziehung“ zwangsläufig nur etwas
Untergeordnetes sein (für 97,5%). So wie es
„menschenüblich“ war/ist, dass die weiblichen
Kinder im Alter von 3 Jahren damit beginnen,
die Handlungen der Mutter/Tante and deren
Neugeborenen nachzuahmen und zu übernehmen,
kann/konnte eine starke und performante
Mutteridentität „verdrahtet“ werden.

Die Vereinzelung bzw. Enfremdung von
überlieferten Lebenweisen und -kreisen
beeinträchtigt diese Kulturtechniken
natürlich, sie sterben praktisch aus.
Dies wird zwangsläufig „in der Not“
kompensiert werden müssen (Ratgeber),
mit weit gestreuten Resultaten.

Was mir auch nicht ganz klar ist: welche der vorangegangenen
unaufgeklärten Generationen optimal nach dem bauchprinzip
erzogener Kinder ist denn diejenige, welche hier so
glorifiziert wird? Das Bürgertum im Biedermeier? Die Erziehung
in der Kaiserzeit Anfang 20. Jhd.? Weimarer Republik?
Nachkriegsgeneration? 68er? Oder feiert sich hier gerade eine
Generation selbst?

„Die Deutschen“ waren ja unter den Europäern
bekannt dafür, ihre Kinder lieblos zu untertänigen
Duckmäusern mit verborgener Aggressivität zurecht-
geprügelt zu haben. In dem beginnenden Genre der
„Erziehungsratgeber“ (ca. 1920er/30er Jahre) kann
man das noch sehr deutlich nachlesen.

Besonders geil finde ich übrigens dann Statements wie: ich
habe kein Buch gelesen und dennoch ist mein Kind a) gross
geworden, b)isst seinen Brei und c)kann lustig mit der Oma
spielen.

Kannst Du dem Wiz nich mal verzeihen, hier *einmal*
auf seine „übliche gelehrte Art“ den stolzen Vater
raushängen zu lassen? Mannomann. Was bringt es Dir,
Dich hierüber künstlich zu mokieren?

Hehe :wink:

Grüße

CMБ