ESP und andere Fahrhilfen

Hallo.

Anscheinend gibt es zu genanntem Thema hier noch keine Themen und auch keine Experten.

Trotzdem hoffe ich, ihr könnt mir ein bisschen helfen.

Im Prinzip geht es mir darum, spezielle Informationen zum Thema zu sammeln. Das heißt, halbwegs detaillierte Erklärungen zur eigentlichen Funktionsweise, die über die üblichen Erklärungen hinausgehen, würden mich interessieren.
Es darf und sollte ruhig wissenschaftlich und physikalisch werden und kritische Stimmen zu Fahrhilfen jeglicher Art (bezüglich Fehlern oder Risiken, die erst durch Fahrhilfen entstehen) sind sehr willkommen.

Praktische Erfahrungen sind natürlich ebenso interessant. Also wenn ihr schon mal in einer kritischen Situation wart, in der euch Fahrhilfen geholfen oder gestört haben, dann berichtet doch mal davon.

Danke im Voraus.

Gruß,
Philip

ABS und Glatteis passt nicht immer zusammen
Hallo Philip,

auf Schneebedeckter Fahrbahn wollte ich mal bremsen, aber es ist nicht viel passierte. Da der Untergrund im Kreuzungsbereich plötzlich vereist war (klar, da haben schon andere vor mir versucht zu bremsen), hat das ABS mehr geregelt als gebremst. Hier hätte ich ohne diese Fahrhilfe mit blockierenden Rädern einen kürzeren Bremsweg gehabt. Und selbst vorsichtiges lenken, was ja meist mit ABS bei einer Vollbremsung noch klappt (das Auto rutschte langsam in Richtung Bordstein) hat nichts gebracht, das Auto fuhr weiter geradeaus.
Zum Glück war mir niemand im Wege.

Beste Grüße
Guido

Hi,

Anscheinend gibt es zu genanntem Thema hier noch keine Themen
und auch keine Experten.

Nur rein Interessehalber:
Wie kommst Du nach so kurzer Zugehörigkeit hier zu dieser Erkenntnis?

Zur Sache:
Mir hat bisher das ABS sowie ESP nichts gebracht. Das ESP macht die Fahrzeuge nur hart und unbequem.
Ich persönlich preferiere eher den guten alten Heckantrieb ohne Schnickschnack.
Meiner Ansicht nach sind diese Helferlein (ich nehme den Airbag und Gurtstraffer sowie aktive Kopfstützen mal raus) lediglich Wartungsintensive Verkaufsargumente.
Ansonsten kann ich die Erfahrung meines Vorposters nur teilen:
Bei Glätte regelt das ABS mehr als das es bremst, ein feinfühliger Fuss kann auch ein respektables Ergebnis bringen.
Seit ich Autos mit ESP habe bemängele ich die allzu straffe unkomfortable Strassenlage.

Gruss Sebastian

http://www.bosch-esperience.de/de/language1/index.html

http://www.conti-online.com/generator/www/de/de/cas/…

Bevor hier jemand etwas falsch versteht…
… habe ich bisher weitaus mehr Fälle erlebt, wo ABS und ESP von Vorteil war (bzw. gewesen wäre, wenn ich es gehabt hätte) als von Nachteil.
Z.B. feuchtes Kopfsteinpflaster, leichtes Gefälle und ein Stoppschild „kam auf mich zu“. Trotz Vollbremsung (Fzg. ohne ABS) kaum Verzögerung. Hier hätte ABS definitiv viel gebracht.
Auch ESP habe ich schon in mehreren Autos vermisst. Z.B. bei Autobahnauffahrten bei Nässe. Viele Kurven ziehen zum Schluss noch einmal etwas zu. Ist man dann zu schnell, dann verlieren die Vorderräder die Bodenhaftung und das Fzg. schiebt von der Beschleunigungsspur in Richtung Rechte Autobahnspur. Geht man kurz vorher aber vom Gas, kommt das Heck…
Auch nicht unbedingt lustig.

Seit ich Autos mit ESP habe bemängele ich die allzu straffe
unkomfortable Strassenlage.

Sorry, aber das hat nicht unmittelbar miteinander zu tun.
Fahrwerk ist das eine, elektronische Helferlein das andere. Dass die Autos in den letzten Jahren immer härtere Federungen bekommen, wurde vor kurzem hier diskutiert.
Lg. Peter

Hallo Sebastian,

man kann, wie in diesem Forum schon öfter bewiesen wurde, lange, meines Erachtens nutzlose, Diskussionen über das für und wider von ESP führen, aber wo dieser Zusammenhang:

Seit ich Autos mit ESP habe bemängele ich die allzu straffe
unkomfortable Strassenlage.

herkommen soll ist mir doch absolut schleierhaft.

Richtig ist, dass es in den letzten Jahren eine gewisse Tendenz (um nicht das Wort: Modeerscheinung zu gebrauchen) zu pseudo-sportlichen Fahrwerken gibt. Einen technischen Zusammenhang zu ESP gibt es dabei sicher nicht.

Ketzerisch könnte man sogar argumentieren: Da ESP den Fahrer in kritischen Situationen unterstützt muss die Strassenlage nicht mehr ganz so optimal sein, die Fahrwerke könnten wieder weicher und komfortabler werden. Allerdings würde diese Argumentation dem alten Irrglauben, dass Komfort und gute Strassenlage bzw. Komfort und Fahrspaß Widersprüche seien Vorschub leisten.

Gruß
Werner

Nur rein Interessehalber:
Wie kommst Du nach so kurzer Zugehörigkeit hier zu dieser
Erkenntnis?

Zu der Erkenntnis bin ich gekommen, nachdem ich die Suche benutzt hatte und kein Thema oder Experten gefunden hatte. Ok, das jemand ESP als Interessengebiet angibt, war auch nicht unbedingt zu erwarten.

Ich wollte aber auf keinen Fall damit sagen, dass hier keiner ist, der Ahnung von dem Thema hat, worauf du wohl anspieltest.

Wenn es doch schon entsprechende Themen gab, wäre ich für Hinweise, wie ich diese finden kann, dankbar.

Ist man dann zu schnell, dann verlieren
die Vorderräder die Bodenhaftung und das Fzg. schiebt von der
Beschleunigungsspur in Richtung Rechte Autobahnspur. Geht man
kurz vorher aber vom Gas, kommt das Heck…
Auch nicht unbedingt lustig.

Hallo Guido,

danke erstmal für deine bzw. eure Ausführungen. Interessant wäre zu wissen, was du/ihr für Autos fahrt. Front- oder Heckantrieb, welche Motorisierung?

Moin!

Eins vorweg: Ich bin ein Fahrhilfen-Verweigerer.

Ich fahre gerne Autos, die keine solchen Helferlein an Bord haben, da ich mich von denen bevormundet fühle. Die 2 von mir verschuldeten Unfälle (dumme Sachen in meiner Sturm-und-Drang-Zeit), die ich bisher hatte, hätten auch keine Helferlein (sondern wahrscheinlich nur der gesunde Menschenverstand) verhindert. Ich bin der Meinung, dass ich mittlerweile [mehrere 100 tkm Fahrpraxis bei JEDEM Wetter] gut fahren kann, ABS u ESP hab ich erst nach Provokation erlebt u bin nich gerade begeistert. Wer Auto fahren kann, braucht meiner Meinung nach solch einen wartungsintensiven Blödsinn nicht. Und derjenige, der glaubt, dass zB ABS den Bremsweg verkürzt (leider viel zu viele), der irrt sich. Aber gewaltig. Sicher, ESP mag so manchem schon geholfen haben, aber wenn wir alle ein wenig gesitteter fahren würden u uns mal voll aufs Fahren konzentrierten (nich rauchen, essen, trinken…), würde NICHTS passieren. Versicherungen wären dann praktisch überflüssig, tausende wären arbeitslos, aber das wollen wir ja nich :o) Doch zurück zum Thema: Nachdem ich nun mit mehreren Fahrzeugen deren Grenzbereich, was den Einsatz von ABS u (sofern vorhanden) ESP anbelangt, ertastet hatte, hab ichs auf der selben Strecke mal mit Autos ohne solche Spielereien (Renault Mégane, Trabant u Toyota Starlet) probiert: Okay, die Autos kamen ein wenig ins Rutschen, aber es war alles in allem gut kontrollierbar. Und es gibt (fast) nichts schöneres, als einen kontrollierten Slide aufm menschenleeren, gepflasterten Parkplatz… Andere, die meinen, sie müssten mit 70…80 km/h ne Auffahrt zur Autobahn nehmen, die (sicher nich ohne Grund) mit 40 ausgeschildert is, tun mir nich leid, wenn sie in der Leitplanke hängen (fahr mal am Frankfurter Kreuz vom Nordwestkreuz kommend von der A5 auf die A3 Richtung Frankfurt Süd, dann weisst du, was ich meine). Sicherheit gut u schön, aber bevormunden lasse ich mich nich. ZzT bin ich mit nem Toyota Starlet unterwegs, vorher mit Renault Clio u Mégane (beide ohne ABS…) u Trabant (natürlich ohne alles) u ich kann dir sagen: Ich vermisse nicht ein elektronisches Spielerchen, abgesehen von den E-Fensterhebern im Mégane *g*

Gruss

Mutschy

Praktische Erfahrungen sind natürlich ebenso interessant. Also
wenn ihr schon mal in einer kritischen Situation wart, in der
euch Fahrhilfen geholfen oder gestört haben, dann berichtet
doch mal davon.

Hallo!

Ich hatte bis vor kurzem 7 Jahre lang ein Auto mit ABS.
Das ABS ist eigentlich nie zum Einsatz gekommen.
Liegt vermutlich an meiner vorsichtigen und deffensiven Fahrweise. Ich hab das zwar mal ausprobiert, ob es geht, das war es aber schon fast.
Ansonsten ist mir nur negativ aufgefallen, dass es bei sehr glatten, schneebedeckten und extrem steilen Bergabfahrten nachteilig war, da ist das Auto immer schneller geworden.
Da ich diesen einen gefährlichen Berg öfters befahre, hab ich das dann immer in Schrittgeschwindigkeit gemacht, weil da das ABS aus ist.
Auch habe ich in einer vereisten Kurve bergeinwärts mal eine komplette Drehung um 360° gemacht, da hat das ABS auch nicht angesprochen oder geholfen.
Zum Glück konnte ich die Drehung mit Hilfe der Handbremse und gasgeben steuern, so dass nichts passiert ist. Allerdings wäre das ohne ABS genauso geschehen.

Weiterhin werde ich nie vergessen:
Ich war mal 2 Jahre als LKW-Fahrer tätig.
Da gab es auch so einen steilen Problemberg, der im Winter immer sehr glatt war.
Anfangs mit dem alten W50 war das kein Problem,
da bin ich immer langsam heruntergefahren, und es gab keine Probleme.

Später hatte ich dann einen MAN, und ich wusste nicht, dass die alte Karre sogar ABS hat…

Also wie gewohnt den schneebedeckten Berg hinunter, gebremst,
und dann ging es aber ab… mit pulsierendem Bremspedal bin ich dann wie auf einem Schlitten da runtergerutscht, über eine 4-spurige Strasse
mit Strassenbahnschienen in der Mitte darübergerutscht und letztendlich am Bordstein
der gegenüberliegenden Strassenseite zum stehen gekommen.
Es war wirklich Glück, dass es Nachts um 3 war, und kein Auto oder Strassenbahn dort unterwegs war.

Ich selbst fahre derzeit mit einem 2er Golf herum,
täglich die 5 km zur Arbeit,
und ansonsten gelegentlich mal am Wochenende irgendwo hin.
Wenn man sich an die StVO hält, und nur so schnell fäht, dass man bis zum Ende der Sichtweite anhalten kann, braucht man diese „elektronischen Helferlein“ nicht.
Auf der Autobahn sind das bei bei mir so max. 180 km/h, technisch bedingt, und bei Regen so 120.
Ich fühle mich da sicher, weil ich mein Auto kenne,
weiss, was es kann und wie es reagiert, und entsprechend fahre.

Und eine absolute Sicherheit gibt es eh nicht.
Wenn alle Leute auf der Autobahn 130 fahren würden, und sich auch sonst an die StVO halten würden, gäbe es sicher noch viel weniger Unfälle,
als wenn jedes Auto zwingend ABS und ESP haben müsste.

Grüße, Steffen!

Hallo,

im Grunde genommen ist das wie mit dem Sicherheitsgurt. Diese Elektronik sollte der Ausnahmesituation vorbehalten bleiben, im Idealfall also nie in Aktion treten. Ich habe in meinem Omega neben dem ABS zwar nur eine Traktionskontrolle (kein ESP). Die hat mich aber schon vor einem Unfall bewahrt. Bei der Auffahrt auf die Autobahn, gerade als ich vom Beschleunigungsstreifen auf die rechte Spur wechseln wollte und Gas gab, kam ich auf ein leicht vereistes Stück Fahrbahn (nirgendwo sonst war Eis gewesen). Das Heck brach aus, der Wagen drehte sich in Richtung Mittelleitplanke. Ich sofort runter vom Gas, aber die Traktionskontrolle hatte das schon den Bruchteil einer Sekunde vor mir erledigt. So war der Wagen ganz leicht abzufangen. Die Geschwindigkeit war übrigens ca. 50 km/h, also nichts übertriebenes.

Wer behauptet, man könne durch umsichtige Fahrweise jegliche Unfallgefahr ausschließen, ist doch reichlich blauäugig. Selbst bei defensiver Fahrweise kommt es immer wieder zu Gefahrensituationen. Und dafür sind dann ABS und ESP gemacht. Diejenigen können dann ja auch gleich ohne Sicherheitsgurt fahren.

Gruß, Niels

Hallo,

meiner Meinung nach solch einen wartungsintensiven Blödsinn
nicht.

wieso wartungsintensiv? Am ABS wurde bisher (nach rd. sechs Jahren) genauso wenig herumgefummelt wie am Getriebe, am Motor oder den elexktischen Arschwärmern. Im Gegensatz zu vielen anderen Bauteilen, verbraucht das ABS weder Betriebsflüssigkeit noch erfordert es einen regelmäßigen Austausch von Teilen. Was also ist wartungsintensiv an einem elektronischen Bauteil?

Im übrigen spart ABS letztlich auch Geld, weil es verhindert, daß man sich bei Vollbremsungen die Reifen krummfährt.

Gruß,
Christian

Hallo,

Moin!

meiner Meinung nach solch einen wartungsintensiven Blödsinn
nicht.

wieso wartungsintensiv? Am ABS wurde bisher (nach rd. sechs
Jahren) genauso wenig herumgefummelt wie am Getriebe, am Motor
oder den elexktischen Arschwärmern. Im Gegensatz zu vielen
anderen Bauteilen, verbraucht das ABS weder
Betriebsflüssigkeit noch erfordert es einen regelmäßigen
Austausch von Teilen. Was also ist wartungsintensiv an einem
elektronischen Bauteil?

Die Bauteile des ABS/ESP an sich bedürfen einer regelmässigen Kontrolle, denn die Sensoren fallen gegebenenfalls durch Verschmutzung aus u was is dann? Wo nichts is, kann nichts kaputtgehen, das is meine Meinung.

Im übrigen spart ABS letztlich auch Geld, weil es verhindert,
daß man sich bei Vollbremsungen die Reifen krummfährt.

Naja, ich habs erst einmal erlebt, dass ich ne Bremsplatte hatte. Fliege auf ner freigegebenen Autobahn (fast leer) mit 180 u vor mir wechselt ein Smart mal eben auf meine Spur, fährt dann genau mittig u da war ne Vollbremsung die einzige Lösung. War ziemlich unangenehm zu fahren, aber die Reifen mussten eh neu werden…

Gruß,
Christian

Gruss

Mutschy

Hallo,

Austausch von Teilen. Was also ist wartungsintensiv an einem
elektronischen Bauteil?

Die Bauteile des ABS/ESP an sich bedürfen einer regelmässigen
Kontrolle, denn die Sensoren fallen gegebenenfalls durch
Verschmutzung aus u was is dann?

dann fährt das Auto so wie jedes andere auch. Ich für meinen Teil habe noch nie etwas davon gehört, daß da irgendwelche Sensoren verschmutzen können. Da sitzt ein Sensor an jedem Rad, der ab x km/h die Umdrehungszahl des Rades mißt und dann an das Steuergerät weiterleitet. Die Sensoren sind m.W. fest mit dem Rad verbunden und verwenden keine Lichtschranken o.ä. Im übrigen gehört ein Auto sowieso regelmäßig inspiziert (ich nehme mal an, daß Du das selber machst).

Und wie gesagt: Im schlimmsten Falle fährt das Auto so wie eines ohne ABS.

Wo nichts is, kann nichts
kaputtgehen, das is meine Meinung.

Ich hatte in meinem Leben schon deutlich häufiger Streß mit einem Sicherheitsgurt, der sich nicht öffnen oder schließen ließ. Abschaffen?

Im übrigen spart ABS letztlich auch Geld, weil es verhindert,
daß man sich bei Vollbremsungen die Reifen krummfährt.

Naja, ich habs erst einmal erlebt, dass ich ne Bremsplatte
hatte.

Bei jeder Vollbremsung mit blockierenden Reifen verlierst Du zusätzlich Gummi, unabhängig davon, ob Du das hinterher spürst oder nicht.

Gruß,
Christian

Hallo,

ich muss Christian zustimmen. Ich hatte bis jetzt 2 Autos mit ABS und da war noch nie ein Problem. Den ersten habe ich mit 12 Jahren und 160000 km verkauft, den anderen fahre ich noch (8 Jahre, 90000 km).
Der ABS-Sensor ist relativ unempfindlich an der Achse festgemacht. Es handelt sich um ein magnetische Abtastung. Der Sensor selbst ist vollkommen gekapselt. Lediglich das Magnetrad läuft frei.

Gruß, Niels

Hi Philip!

Das ist schon mal eine gute Frage. Neben dem Vorhandensein von ABS und ESP sowie einer Differentialsperre und adaptiven Stoßdämpfern sind das Antriebskonzept (vorne / hinten / 4WD und hier auch, welche Art Allrad genau), das Format und der Zustand sowie die generelle Auslegung der Bereifung, das Fahrzeuggewicht und dessen Verteilung (Beladung, Position des Motors…), sowie die Beschaffenheit und der Zustand der Stoßdämpfer/Federn die Punkte, welche einen maßgeblichen Einfluß auf das Fahr- und Bremsverhalten eines Autos haben.

Zum ESP:
es gibt Autos, die ohne ESP nur für sehr geübte Fahrer beherrschbar sind. Dazu gehören Smart und Audi TT 1. Außerdem gibt es Autos, die über kein ESP verfügen und sehr schwer beherrschbar sind, wie der Porsche 930 Turbo.
Dann gibt es Autos, die auch ohne ESP gut beherrschbar sind. Das sind die meisten anderen Modelle.
ESP macht jedoch Sinn, wenn man Fahrfehler begeht, die der normale Fahrer ohne elektronische Hilfe nicht mehr auffangen kann. Früher krachte es, heute kommt man mit dem Schrecken davon.
ESP gefährdet niemanden. Es bremst einen nur ab und an etwas früher ein, als manche es für nötig erachten. Ich selbst fahre gerne zackig und komme bei Trockenheit kaum jemals in den Regelbereich des ESP. Letzten Winter hat es mit jedoch bei Nässe voll beladen mit 6 Leuten und Gepäck sowie Dachbox einmal sehr geholfen. Das sind die Situationen, wo man so etwas brauchen kann und die zudem selten sind. Wer jeden tag alleine und unbeladen mit seinem Auto fährt, braucht das System vielleicht nie. Aber fährt man dann einmal mit dem Auto voll besetzt in den Urlaub, überschätzt man den Wagen evtl. und freut sich, wenn ESP eingreift.
Keine Ahnung, weshalb man dieses System ablehnen sollte. Es stört keinen, zum Anfahren auf Schnee ist es zumeist abschaltbar und ansonsten hat es höchstens einen negativen Effekt auf die Rundenzeit an der Nürburgring-Nordschleife.

Zum Thema ABS:
Es wird immer mal wieder behauptet, der Bremsweg ohne ABS sei kürzer. Das gilt meiner Erfahrung nach lediglich für Schnee und Schotter. Deshalb war bei den Audi Quattro Coupés, die in den 80er Jahren für den Rallyeeinsatz konzipiert wurden, das ABS abschaltbar. Ich lebe in München und hier fahre ich so gut wie nie auf Schotter und wenn, dann eher langsam. Schnee gibt es hier an ca. 20 Tagen im Jahr. Weitere 20 Tage kommen in Skigebieten dazu. Ich hatte jedoch noch nie Probleme wegen des ABS.
Zudem hilft einem ABS bei Nässe und auch bei trockener Straße (was ich an den übrigen 295 Tagen im Jahr habe), denn niemand bremst ohne ABS so perfekt, dass er bei diesen Verhältnissen einen kürzeren Bremsweg hinlegt, als ohne. Das Blockieren verkürzt zwar theoretisch den bremsweg, der Verlust der Lenkbarkeit dürfte jedoch schwerwiegender sein. Zudem sind dann bei jeder Vollbremsung auf der Autobahn die Reifen im Eimer.

Was allerdings ein ABS ausgesprochen negativ beeinflusst, sind schlechte Reifen. Hier kann es bei Nässe (und auch sonst) natürlich spannend werden, wenn der Gummi sofort blockiert. Aber dann macht Bremsen auch ohne ABS keinen Spaß.

Fazit: für den Durchschnittsfahrer machen ABS und ESP absolut Sinn. Wer das ablehnt, soll es tun. Es gibt ein paar wirklich gute Sportfahrer in Deutschland, die evtl. wirklich besser ohne ABS und ESP zurecht kommen. Die breite Masse jedoch sollte diese Systeme kaufen, denn wer sie ablehnt, betrügt sich nur selbst und Retro-Wahn im automobilen Alltag bei der deutschen Verkehrsdichte hat m.E. keinen Platz. Vor allem wenn Autos wie Toyota Starlet, Renault Megane, Trabant (sorry Mutschy), Golf 2 oder alte Benze als Benchmark angeführt werden. Diese Autos verfügen allesamt über höchstens durchschnittliche Fahrwerke, manchmal sogar katastrophale Bremsanlagen und befinden sich in 3. Hand in fragwürdigem Pflegezustand. Da lasse ich höchstens noch meinen alten Alfa mit 4 neuen Scheibenbremsen und neuem Fahrwerk gelten. Der fährt oft sicherer als neue Autos, die nur durch ESP überhaupt fahrbar sind. Aber im Winter möchte ich die alte Heckschleuder ohne jede Sperre oder ESP auch nicht mehr fahren.

Grüße,

Mathias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

anders formuliert
Hallo Peter,

jein. Zumindest bei meinen letzten Autos war das ESP immer in Verbindung mit einem CDC eingebaut.
Da aber stärkere Nick- und Wankneigungen, die bei grösserem Federweg und weicherer Abstimmung entstehen, bei diesen Systemen tunlichst vermieden werden hängt es indirekt doch damit zusammen.
Da ich meine Autos in der Regel nur 2, max. 3 Jahre fahre ist mir das schon aufgefallen, das neuere Autos leider generell härter sind.
Natürlich wird eine straffe Federung/Dämpfung ehr als verkaufsförderndes „Sportfahrwerk“ verkauft anstatt zuzugeben das man sich einen höheren Sicherheitsfaktor durch mangelnden Komfort erkauft.
Bei den Russfiltern bei Dieseln erwähnt auch kein Hersteller dass die Version mit Partikelfilter mehr verbraucht :wink:

Gruss Sebastian

Hi Guido,

Trotz Vollbremsung (Fzg. ohne
ABS) kaum Verzögerung. Hier hätte ABS definitiv viel gebracht.

Jein. Der Hauptvorteil bei BS ist ja das die Räder lenkbar bleiben.
Der kürzere Bremsweg ist ja schon in vielen Tests relativiert bzw. wiederlegt worden.

Auch ESP habe ich schon in mehreren Autos vermisst. Z.B. bei
Autobahnauffahrten bei Nässe. Viele Kurven ziehen zum Schluss
noch einmal etwas zu. Ist man dann zu schnell, dann verlieren
die Vorderräder die Bodenhaftung und das Fzg. schiebt von der
Beschleunigungsspur in Richtung Rechte Autobahnspur. Geht man
kurz vorher aber vom Gas, kommt das Heck…
Auch nicht unbedingt lustig.

Bei zu schneller Kurvenfahrt hilft Dir aber auch kein ESP.
Wenn die Fliehkräfte zu stark sind hilft kaum Elektronik.
Da wäre es am sichersten auszukuppeln. Da ESP die Räder abbremst ist oft sogar das Gegenteil der Fall, da ein gebremstes Rad zwangsläufig an Seitenführung verliert.

Gruss Sebastian

Hi Philip,

Zu der Erkenntnis bin ich gekommen, nachdem ich die Suche
benutzt hatte und kein Thema oder Experten gefunden hatte. Ok,
das jemand ESP als Interessengebiet angibt, war auch nicht
unbedingt zu erwarten.

„Fahrwerk“ wäre als Suchbegriff vielleicht geeigneter gewesen :wink:

Ich wollte aber auf keinen Fall damit sagen, dass hier keiner
ist, der Ahnung von dem Thema hat, worauf du wohl anspieltest.

Hörte sich ein wenig so an, ja.

Wenn es doch schon entsprechende Themen gab, wäre ich für
Hinweise, wie ich diese finden kann, dankbar.

Ach je, wenn ich mir alle behandelten Themen immer merken würde :wink:
Aber ich bin sicher das es diese Diskussion schon mal gab.

Gruss Sebastian