moin car,
Übrigens sind
einige nichteuropäische Espis dagegen, dass EO die Sprache der
EU werden sollte, sie wollen lieber, dass alle internationalen
Organisationen gleichzeitig EO einführen und befürchten eine
Europazentrierung.
was kann europa besseres passieren? dasselbe gilt doch für englisch jetzt schon. außerdem ist europa sowieso nach den USA das „zentrum der welt“ - mit oder ohne esperanto. wer daran was rütteln will, schießt sich m.e. selber ins knie. zb. eine chinesische hegemonie kann mir jedenfalls gestohlen bleiben.
dass
die chinesische Regierung aber massiv EO unterstützt, stört
diese nicht.
wegen des ideologischen ballastes bin ich gegen esperanto als eine lösung für europa. es hat einfach den mief des kommunistischen an sich. europa kann sich das nicht leisten.
Was wäre der Vorteil von Neulatein?
es wäre leichter zu realisieren, weil es einheitlicher und natürlicher wäre. außer wird altlatein ja bereits gesprochen, nämlich im vatikan. neulatein müßte natürlich wiederum von diesem ideologischen ballast (katholizismus, kirche) befreit werden, um akzeptiert zu werden.
Die Kultur hat Esperanto
ja auch als Hintergrund (was ein berechtigter Kritikpunkt ist,
wenn es Weltsprache werden soll)
jede sprache hat einen kulturellen hintergrund. auch weltsprachen. was ist daran negativ? die jeweilige kultur wird mittransportiert. wer englisch gerne spricht, bringt damit zum ausdruck, daß er sich in dieser kultur „zuhause“ fühlt.
und wäre ein vereinfachtes
Neulatein nicht viel zu kompliziert?
würde ich nicht sagen.
- latein hat eine sehr klare bausteinartige struktur mit flexionen, die fast jedem europäer vertraut ist.
- die syntax ist sehr offen.
- tausende vokabel sind bekannt aus englisch und französisch.
- neue wortbildungen sind kein problem. mit blick in den vatikan oder nach griechenland - die haben genau dasselbe problem.
ob du eine sprache als kompliziert einstufst, hängt nur davon ab, welche anderen sprachen du bereits kannst, und vor allem davon, was deine muttersprache ist. für einen hebräischssprachigen israeli (der nie englisch gelernt hat) ist esperanto viel schwerer zu durchschauen als zb. arabisch, weil die ganzen prinzipien darin eben europäisch sind und nicht semitisch. fallflexionen, feste verbstämme und zeitenfolgen müßte man erst umständlich erklären, während diese dinge für uns so „einfach“ aussehen!
latein ist wie geschaffen für den europäer. es ist nur deswegen so gefürchtet, weil es mit unzähligen unregelmäßigkeiten durchsetzt ist. diese gehören sozusagen ausgemerzt. das wäre die aufgabe eines oder mehrerer spezialisten. das ergebnis könnte eine perfekt einfache und dennoch natürliche sprache sein. man könnte noch viel mehr wegkürzen als es zb. bei neuhebräisch, neugriechisch (keine kunstsprache, aber es gab reformen) der fall war.
Esperanto will ja bewusst keine Sprache und Identität
verdrängen, ganz im Gegenteil, das wäre also absolut mit den
Zielen und Ideen vereinbar.
verdrängen auf keinen fall! es wäre das ende europas. schon die einführung des euro war ein schmerzhafter prozeß für die nationen europas.
aber eine zweitidentität als *europäer* ist absolut notwendig, wenn dieses gebilde mehr als nur ein zusammenschluß sein soll. und der wichtigste kitt ist eine gemeinsame sprache.
Würde ein Neulatein die Sprecher romanischer Sprachen nicht zu
sehr bevorzugen?
80% des englischen wortschatzes ist latein.
die meisten anderen sprachen sind ebenso davon durchdrungen, wenn auch nur durch fremdwörter.
aber für Russen ist die Prozentzahl
der Wörter gleich deutlich niedriger),
auch finnisch, schwedisch, ungarisch usw. würden nicht berücksichtigt werden. andererseits: wieviele japanische und arabische wörter enthält esperanto? man sagt es wäre eine „weltsprache“, in wirklichkeit spiegelt es genau wider, wozu es gedacht war: ein kommunikationstool für menschen im osteuropäisch-slawischen raum, dort, wo zamenhof eben gelebt hat!
wie kann man dann behaupten, esperanto wäre eine weltsprache? es ist eine europäisch-slawische mischsprache. ein blick auf seine SCHRIFT sagt doch schon alles! es wird behauptet, eine gegenkraft zur englisch(=amerikanischen!) kulturhegemonie zu schaffen. das ergebnis ist eine slawisch-europäische hegemonie-sprache.
Wäre bei Esperanto gegeben, angeblich (zumindest nach Aussage
eine Esperanto-Werbeblattes…) soll Esperanto für
PC-Übersetzungen auch besser geeignet sein. Ein
Vokabelprogramm benutzt deswegen Esperanto als
Zwischensprache.
das ist interessant. PC-übersetzung meint sowas wie babelfish?
Genau das ist eins der Probleme. Wenn sich Dialekte und
Unregelmäßigkeiten entwickeln, wird die Sprache schwerer, laut
dem Esperanto-Fundament ist genau das nicht vorgesehen. Nur
eine lebende Sprache kann es kaum verhindern. Gut, es gab hin
und wieder Veränderungen, aber Esperanto darf sich eigentlich
nicht frei entwickeln, wird es aber garantiert, wenn es
wirklich die Sprache Europas werden sollte. Zwar ist es eine
Fremdsprache für (fast) alle, was den Prozess mit Sicherheit
verlangsamt, aber man kann es nicht verhindern.
ja, stimmt. da sehe ich jetzt auch einen widerspruch! für eine lebende sprache sind unregelmäßigkeiten einfach notwendig, weil es die färbung ausmacht.
andererseits hätte ich bei einer zweitsprache und einem kommunikationstool auch gar kein problem, wenn einfach eine kommission darüber entscheiden würde, was erlaubt ist und was nicht. wie bei HTML eben. M$ erlaubt sich zwar immer wieder ein paar ausreißer, aber solange gewisse „wörter“ nicht standard sind, sind sie eben „falsch“. wie gesagt, bei natürlichen sprachen bin ich absolut gegen irgendwelche regeln und reformen. aber bei der europäischen sprache wäre das angebracht. es wäre einfach *nützlich*.
viele grüße
datafox