Esperanto

hallo,

mich würde interesieren, wie nützlich esperanto wirklich ist. wie viele leute lernen das denn ungefähr? in welchen ländern? und wie komme ich jenseits des netzes an unterrichtsmaterial? meine vhs vor ort bietet jedenfalls keine kurse. . .
spricht vielleicht auch jemand esperanto und kann mir verraten, wie hoch der lernaufwand in ungefähr ist?

gruß
linda

Hallo,

Meiner Meinung nach ist Esperanto völlig unnütz.
Jedenfalls hat mich noch keiner von der Nützlichkeit überzeugen können.

Esperanto im Urlaub? VÖLLIG unnütz!
Esperanto im eigens dafür kreierten Kolloquium? Firlefanz!
Esperanto aus ästhetischer Sicht? Abstoßend! Ich sage nur: La Hundo!!!
Esperanto in der Literatur? Nicht wirklich vorhanden!
Jede Sprache hat irgendwie einen Stil, eine Färbung, einen Charakter! Der bei Esperanto besteht daraus, daß es keinen hat. Die Wörter sind wahllos aus irgendwelchen Sprachfamilien zusammengeklaubt, die Grammatik ist auf das Notwendigste beschränkt etc. etc.

Ich würde empfehlen, lieber Englisch zu vertiefen, oder eine gesprochene Sprache zu erlernen…

Meine Meinung.

Joachim.

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Hallo Joachim,

Meiner Meinung nach ist Esperanto völlig unnütz.
Jedenfalls hat mich noch keiner von der Nützlichkeit
überzeugen können.

Deine Meinung begründet sich (wie leider bei vielen Leuten, die Esperanto gegenüber abgeneigt sind) auf sehr flachen bis nicht vorhandenen Vermutungen und Behauptungen.

Esperanto im Urlaub? VÖLLIG unnütz!

Falsch. Vielleicht brauchst du’s nicht wenn du nach Spanien verreist, oder England oder Japan, gut. Allerdings muss das nichts heißen. Da könnte genausogut Isländisch schwachsinnig sein. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten, im Urlaub mit anderen Esperantisten zu kommunizieren. Da wären zum einen die Treffen, die mehrmals pro Jahr stattfinden, nicht nur in Deutschland, und zum anderen das sogenannte Pasporta Servo - ein Dienst, bei dem man kostenlos bei anderen Esperantisten unterkommen kann. Wenn man mal auf der Durchreise ist, ist sowas fabelhaft (wäre allerdings nicht so wirklich was für mich).

Esperanto im eigens dafür kreierten Kolloquium? Firlefanz!

Ja, das ist wohl das was ich oben schrieb… Gegenargument: Extra für Isländisch nach Island fliegen? Firlefanz.

Esperanto aus ästhetischer Sicht? Abstoßend! Ich sage nur: La
Hundo!!!

Schwachsinn. Ich sag nur „kindergarten“, „to abseil“, „ersatz“ - ist das etwa besser? Nein, das Argument zählt nicht.

Esperanto in der Literatur? Nicht wirklich vorhanden!

Oho, du hast ja 'ne Ahnung (sorry, aber das war jetzt wirklich krass). :wink:
Es gibt Unmengen an Büchern und Facharbeiten und Übersetzungen und Gedichten und Eigenkreationen und Comics und auch ein paar Filme auf Esperanto. Und es werden ja nicht weniger.

Jede Sprache hat irgendwie einen Stil, eine Färbung, einen
Charakter! Der bei Esperanto besteht daraus, daß es keinen
hat. Die Wörter sind wahllos aus irgendwelchen Sprachfamilien
zusammengeklaubt, die Grammatik ist auf das Notwendigste
beschränkt etc. etc.

„Die Grammatik ist auf das Notwendigste beschränkt“ ist ein Argument für Esperanto, nicht dagegen, mein Lieber… Und „wahllos“ ist quatsch, denn die Wörter sind hauptsächlich sehr, äh… gewählt gewählt. Bei manchen Wörtern hätte ich auch ein anderes genommen, allerdings ist gerade diese Strategie - die Wörter nicht nur aus romanischen, sondern von germanischen, griechischen, slawischen Wortstämmen abzuleiten - ein perfektes Pro-Argument, da sie sich so besser einprägen lassen, weil beispielsweise mal das lateinische Wort weniger bekannt ist als das germanische. Dies trifft nicht immer zu, ist aber im Großen und Ganzen doch die Grundlage Esperantos.

Ich würde empfehlen, lieber Englisch zu vertiefen, oder eine
gesprochene Sprache zu erlernen…

Da geb ich dir Recht, Esperanto ist ja nicht dazu da, Englisch zu verdrängen oder den Leuten die Lust am Sprachen-Lernen zu vermiesen (eher im Gegenteil). Die ursprüngliche Idee, la fina venko, nämlich dass irgendwann einmal Esperanto wirklich die Kommunikationssprache wird, halte auch ich für sehr gewagt; mag sein dass es sich nicht wirklich durchgesetzt hat. Teilweise liegt das aber an der Sturheit und Gewohnheit vieler Menschen (und nein, damit will ich nicht sagen dass wer kein Esperanto lernt minderwertig wäre), sich lieber der Masse anzupassen.

Ich habe Esperanto gelernt, anfangs mehr zum Probieren, dann aus Interesse, schließlich um mich zu verbessern und endlich um die Kultur zu erleben. Ich war vor einigen Wochen bei einem Esperanto-Treffen in Schweden und ich muss sagen - es war einfach fantastisch!
Außerdem spricht nichts wirklich gegen Esperanto - die Grammatik zu lernen nimmt praktisch keine Zeit in Anspruch und schließlich ist es ja zu 100% freiwillig.

Tut mir leid wenn ich etwas wie ein Sektenmitglied klinge, aber wenn Leute unbegründete Behauptungen gegen Esperanto aufstellen, dann kann ich das nicht so einfach stehenlassen.

  • André
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Hallo Linda,

Mal kurz zur Vorgeschichte: Esperanto wurde 1887 (glaube ich) von dem jüdisch-polnischen Augenarzt namens Zamenhof erfunden. Es ist eine Sprache die als Gemeinschaftssprache gedacht war - die Grammatik ist einfach, das Vokabular größtenteils schon bekannt und deswegen allgemein sehr sehr leicht zu lernen.
Heute, über 100 Jahre später, wird Esperanto von mehr als 2 Millionen (Quellen sprechen teilweise von 3 bis 6 Millionen, aber ich halte 2-3 mio für reeller) auf der ganzen Welt gesprochen. Ich glaube, die Chinesen, Russen und Deutschen liegen sehr weit vorne, dabei. Ja, und die Länder - ich würde sagen, so ungefähr alle.
Ein wirklich sehr gutes und verständliches Buch ist das „Kauderwelsch - Wort für Wort: Esperanto“ was du dir in jeder Buchhandlung bestellen kannst. Es gibt noch mehr und schau vielleicht auch mal, ob deine Buchhandlung auch ein Wörterbuch dafür hat.

Und ja, ich spreche auch Esperanto. Der Lernaufwand ist wirklich verschwindend gering. Die Grundzüge der Grammatik sind so logisch und einfach, dass du sie wirklich an einem Wochenende lernen kannst. Hierzu kommt dann eine kleine Liste von Vor- und Nachsilben, die sich aber relativ leicht merken lassen, da man sie oft schon aus anderen Sprachen kennt. Was anfangs Schwierigkeiten bereiten könnte, sind die sogenannten Korrelative (Tabellwörter), auf die ich mal nicht näher eingehe. Am Anfang muss man halt oft in die Tabelle gucken, aber das tut man nach einem Monat nicht mehr.

Esperanto ist wirklich einfach. Gut, das ist Englisch auch. Allerdings gibt es da einen Unterschied - Englisch sprichst du nach ein paar Jahren gut genug um dich auszudrücken und andere zu verstehen. Bei Esperanto beherrschst du die Sprache nach etwa 4-5 Monaten nicht-intensiven Übens grammatikalisch wahrscheinlich fast fehlerlos, wenngleich man noch Vokabular sammeln muss. Das kommt aber mit der Zeit.
Ich selbst hab mich chattenderweise auf dem Laufen gehalten, habe jemanden gefunden (eine Deutsche), mit der ich mich immer nur auf Esperanto unterhalten habe, unbekannte Wörter schlägt man nach, dann gibt es den Aha-Effekt („Ah! Das ist ja fast wie das französische!“) und man prägt es sich nach und nach ein.

Achja, Vorkenntnisse in einer romanischen Sprache (Französisch, Italienisch, Spanisch, Lateinisch, Portugiesisch, Rumänisch) sind hier sehr hilfreich, wenn auch nicht zwingend notwendig.

Se vi havas pli da demandoj, simple demandu! :smile:

  • André

Hallo André, hallo Joachim!
Eine müüüüüßige Frage, die Akte Esperanto. Was die Nützlichkeit angeht, muß man einfach vorher wissen, was man will. Es hat schon etwas für sich, wenn die gemeinsam erlernte Sprache zu einem kleinen – mal mehr, mal weniger – fest zusammengschweißten Kreis von Menschen wird, die gemeinsame Interessen haben und eine Art „verschworene Gemeinde“ bilden, in der jeder jedem hilft. Ich kenne so ein ähnliches Gefühl vom Club der ehemaligen Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie. Und daß es Literatur gibt, ist mir auch bewußt – ein ehemaliger Lehrer von mir ist da ein „hohes Wesen“ im Übertragen.

Aber, verzeih mir, André; die Möglichkeit, daß Du im Urlaub auf Esperantophile triffst, ist eher gering – es sei denn natürlich, Du fährst zu einem Esperantistentreffen oder in eine große Stadt/einen Touristenort bzw. gezielt zu einem Esperantisten.

Was die Grammatik angeht, kann man’s auch von verschiedenen Seiten sehen: Natürlich, als Kommunikationssprache kommt dem Esperanto zugute, daß es eine simple Grammatik hat. Nur muß ich ganz ehrlich sagen: Wenn die Grammatik zu simpel ist, leidet die Sprachkultur darunter. Eine Sprache lebt einfach davon, daß es Ausnahmen gibt, daß man vielleicht ein, zwei Regeln mehr lernt. Daraus zieht eine Sprache ihre Würze und ihren Charakter. Das fällt einem besonders dann auf, wenn man sich mit verschiedenen Sprachen und Grammatiken auseinandersetzt. Jede Sprache hat durch ihre Ausnahmen, ihre Wortwahl etc. ihren ganz eigenen Charme.

Esperanto ist in dieser Hinsicht eine leere Sprache, die – da Kunstprache – keine wirkliche Entwicklung durchgemacht hat und sich wohl im Vergleich zu anderen Sprachen auch eher geringfügig wandeln wird. Was fehlt, ist eine „gesunde Abnutzung“ durch den alltäglichen Gebrauch von Muttersprachlern – und damit meine ich mehr als die im SIL Ethnologue aufgeführten 2000, die wahrscheinlich verstreut in zig Ländern leben.

Ich hätte in der achten Klasse die Möglichkeit gehabt, Esperanto zu lernen (hat aber aus zeitlichen Gründen nicht geklappt). Heute muß ich sagen, daß ich fast froh darüber bin. Bin zwar nicht Mitglied im „Club“. Dafür habe ich meine Zeit anderen Fremdsprachen gewidmet und auch dadurch viele interessante Menschen (aus zig Ländern und Kontinenten) kennengelernt. (Interessanteste Begegnung: Unterhaltung auf Griechisch mit einer Kanadierin in New York…).

Gruß,
Stefan

Hallo Stefan,

Ja, ich muss dir zustimmen, Esperanto ist nicht wirklich hilfreich, es ist mehr eine Art Hobbysprache, könnte man sagen.
Das mit dem Urlaub: Ja, das wollte ich vorhin eigentlich ausdrücken - man wird kaum auf Esperantisten treffen, außer man macht es eben gezielt.

Naja, ich finde schon dass Esperanto als Sprache einen wirkliche eigenen Charakter hat, der sich (bei mir) dadurch ausdrückt, dass es sich irgendwie seltsam „anfühlt“, dass man praktisch aus jedem Wort ein Verb, Nomen, Adjektiv, Adverb machen kann, hinzu kommen die ganzen Affixe und die Freiheiten die man hat, es ist wirklich ein anderes Sprachgefühl als z.B. Deutsch und Englisch.
Es gibt auch „echte“ Sprachen, die fast ohne Ausnahmen regelmäßig sind: Türkisch z.B., das ist vielleicht von der Grammatik her nicht so einfach strukturiert wie Esperanto, aber fast genause regelmäßig. Das ist das tolle - man kann Sätze schreiben und (fast) sichergehen, dass man alles richtig flektiert hat. Das ist bei den meisten Sprachen nicht der Fall.

  • André

hallo,

meiner meinung nach ist esperanto ein politisch-ideologisches konzept auf dem boden eines antiamerikanisch-kommunistischen denkens. das war sicher nicht die absicht des erfinders, aber das ist wohl daraus geworden. daß es in china also viele anhänger gibt, wundert mich nicht. praktischen sinn sehe ich nicht darin ausgerechnet esperanto zu lernen. es sprechen wahrscheinlich weltweit mehr menschen einen afrikanischen buschdialekt als esperanto. pragmatisch gesehen ist es wohl gescheiter englisch zu lernen. alle anderen fremdsprachen sind vom privaten nutzen global gesehen wirklich für die katz. dabei kommt es gar nicht darauf an, die sprache perfekt zu beherrschen. viel wichtiger ist es zb. zu lernen, wie ein japaner, araber, spanier usw. auf englisch klingen und das zu verstehen. englisch ist das geworden, das esperanto sein will: ein kommunikationswerkzeug.

ich widerspreche aber der aussage, daß es unmöglich ist, eine sprache künstlich zu erschaffen und zum leben zu erwecken. neuhebräisch ist in seiner geschichte nicht weit entfernt von esperanto. es wurde auch von einer einzigen person erfunden und ist heute nach nichtmal 100 jahren eine lebende fremdsprache mit dialekten, sprichwörtern, gossensprache, niveaufärbungen, literatur usw. geworden.

es besteht nach wie vor das problem einer europäischen sprache. den esperanto-ansatz sehe ich da nichtmal so negativ. ich habe mir selber mal ein esperanto-lehrbuch in ein paar stunden reingezogen. aber meiner meinung nach wurde hier zuviel vereinfacht und zu stark gemischt, sodaß das ganze fast komisch wirkt. man hätte besser bei klaren konzepten bleiben sollen, zb. nur lateinische grammatikelemente, nur slawische aussprache usw. denn ob es dann la hundo oder la dogo heißt, muß man dann ja erst wieder lernen.

grüße datafox

Hallo datafox!

ich widerspreche aber der aussage, daß es unmöglich ist, eine
sprache künstlich zu erschaffen und zum leben zu erwecken.
neuhebräisch ist in seiner geschichte nicht weit entfernt von
esperanto. es wurde auch von einer einzigen person erfunden
und ist heute nach nichtmal 100 jahren eine lebende
fremdsprache mit dialekten, sprichwörtern, gossensprache,
niveaufärbungen, literatur usw. geworden.

Ich habe nicht gesagt (ich nehme an, daß Du auf meine Aussage eingehst), daß es vollends unmöglich ist, eine Sprache zum Leben zu erwecken. Wobei ich denke, daß man Esperanto und Ivrith nicht wirklich vergleichen kann. Ivrith basiert ja auf einem, wenn auch sehr kleinen, Wortschatz des Althebräischen und wurde daraus erschaffen in Hinblick auf eine ganz bestimmte „Sprecherklientel“, nämlich die nach Palästina emigrierenden Juden. Dadurch wurde die Sprache relativ schnell Zweitsprache für eine große Anzahl von Menschen und ist nun für weite Teile der israelischen Bevölkerung Erstsprache. Durch diese Faktoren ist es klar, daß Ivrith heute alle von Dir aufgezählten Charaktereigenschaften besitzt. Esperanto hingegen hatte keine vorher festdefinierte Klientel; es wurde und wird bis heute von Einzelpersonen gelernt und wohl nur in den allerseltnsten Fällen als wirkliche Alltagssprache genutzt. Deshalb entwickeln sich nun einmal keine wirklichen Esperantodialekte, -soziolekte und geflügelten Ausdrücke. All das würde ja wieder zur Verkomplizierung beitragen und somit gegen das Grundprinzip der einfachen Kommunikationssprache „verstoßen“.

Gruß,
Stefan

hallo,
scheinbar ist das thema tatsächlich so kontrovers, wie ich befürchtet hatte. vor ab schon mal vielen dank, für alle antworten.
einem argument möchte ich aber doch ganz gerne einen riegel vorschieben, nämlich, daß ich besser englisch lernen sollte. ich bin der meinung, mein englisch nach zwei semestern auslandaufenthalt in großbritanien doch ausreichend gut ist und nicht so der verbesserung bedarf.
es geht also nicht um die frage englisch oder esperanto sondern höchstens englisch und esperanto.

gruß
linda

Hallo Linda!

einem argument möchte ich aber doch ganz gerne einen riegel
vorschieben, nämlich, daß ich besser englisch lernen sollte.
ich bin der meinung, mein englisch nach zwei semestern
auslandaufenthalt in großbritanien doch ausreichend gut ist
und nicht so der verbesserung bedarf.

Es wollte Dir sicherlich niemand Deine Englischkenntisse absprechen. Es ging nur darum, daß Argument, Esperanto sei eine sehr gute Kommunikationssprache, zu relativieren. Nämlich in bezug darauf, daß Englisch (nach Ethnologue) von 500.000.000 Menschen verstanden wird – im Vergleich zu ca. 2.000.000 Esperantisten.

es geht also nicht um die frage englisch oder esperanto
sondern höchstens englisch und esperanto.

Meine Meinung zum Thema kennst Du ja bereits. Wenn Du eine neue Sprache lernen willst, der Du im Alltag und im Urlaub Nutzen abgewinnen kannst, wären Französisch, Italienisch oder Spanisch weitaus besser geeignet als Esperanto, das Du an sich nur auf Esperantistentreffen sprechen kannst und dann auch immer nur mit Zweitsprachlern…

Gruß,
Stefan

Hallo André!

Das mit dem Urlaub: Ja, das wollte ich vorhin eigentlich
ausdrücken - man wird kaum auf Esperantisten treffen, außer
man macht es eben gezielt.

Richtig, wenn man aber gezielt sucht, findet man mit Sicherheit leichter Leute, die Esperanto sprechen, da die Esperantisten gut organisiert sind. Ohne gezielte Suche wird es schwer, mit gezielter Suche findet man aber leichter Sprecher als bei anderen Sprachen.

Es gibt auch „echte“ Sprachen, die fast ohne Ausnahmen
regelmäßig sind: Türkisch z.B., das ist vielleicht von der
Grammatik her nicht so einfach strukturiert wie Esperanto,
aber fast genause regelmäßig. Das ist das tolle - man kann
Sätze schreiben und (fast) sichergehen, dass man alles richtig
flektiert hat. Das ist bei den meisten Sprachen nicht der
Fall.

Und es gibt genauso Leute, die kritisieren, dass Esperanto noch einfacher sein könnte und trotzdem nicht an Ausdruckskraft verlieren würde (z.B. asiatische Sprachen). Eine internationale Sprache sollte schon regelmäßig sein, genau das ist doch der Vorteil einer künstlich erschaffenen Sprache und es erleichtert die Kommunikation.

MfG,
Car

Kleine Ergänzung
Hallo Stefan,

Nämlich
in bezug darauf, daß Englisch (nach Ethnologue) von
500.000.000 Menschen verstanden wird – im Vergleich zu ca.
2.000.000 Esperantisten.

Bevor das noch jemand in den falschen Hals bekommt: Es geht hier natürlich mehr um die VERBREITUNG des Englischen als um die Sprecherzahl (die natürlich ebenso gegeben ist). Die Angabe der Sprecherzahlen könnte das anders suggerieren - und Du willst wahrscheinlich nicht andeuten, daß man besser Mandarin als Englisch lernt, weil die noch 300 Mio. Sprecher mehr haben…:smile:

Ansonsten stimme ich Deinen Ausführungen zu.

Gruß Kubi

Esperanto
hingegen hatte keine vorher festdefinierte Klientel; es wurde
und wird bis heute von Einzelpersonen gelernt und wohl nur in
den allerseltnsten Fällen als wirkliche Alltagssprache
genutzt.

hallo stefan,

geh mal davon aus, daß die europäer die „klientel“ einer neuen gemeinsamen sprache sein sollen (nicht unbedingt esperanto. ich würde neulatein favorisieren.) das wäre durchaus machbar. erstsprache ist gar nicht das ziel, sondern zweitsprache und amtssprache. ziele wären unbedingt:

  • eine europäische zweitidentität über eine gemeinsame sprache zu schaffen und gleichzeitig nationale identität und sprachen zu behalten,
  • gleichberechtigung zu schaffen, indem es eine sprache gibt, die für alle gleichermaßen neu ist,
  • erleichterung der kommunikation durch weniger übersetzer usw.

Deshalb entwickeln sich nun einmal keine wirklichen
Esperantodialekte, -soziolekte und geflügelten Ausdrücke. All
das würde ja wieder zur Verkomplizierung beitragen und somit
gegen das Grundprinzip der einfachen Kommunikationssprache
„verstoßen“.

dialekte würden sich in diesem szenario definitiv entwickeln, ebenso soziolekte und geflügelte ausdrücke. das sind vielleicht verstöße gegen das esperanto-prinzip, aber es sind bedingungen für eine lebende fremdsprache, also bedingungen für den erfolg.

viele grüße
datafox

Hi datafox!

Esperanto
hingegen hatte keine vorher festdefinierte Klientel; es wurde
und wird bis heute von Einzelpersonen gelernt und wohl nur in
den allerseltnsten Fällen als wirkliche Alltagssprache
genutzt.

geh mal davon aus, daß die europäer die „klientel“ einer neuen
gemeinsamen sprache sein sollen (nicht unbedingt esperanto.
ich würde neulatein favorisieren.) das wäre durchaus machbar.
erstsprache ist gar nicht das ziel, sondern zweitsprache und
amtssprache. ziele wären unbedingt:

Mittlerweile schon (zumindest nach Meinung vieler Europäer), ursprünglich aber nicht. Zamenhof ging es schon um die Welt, auch wenn, wie Esperanto zeigt, er logischerweise hauptsächlich mit Europa konfrontiert wurde, was man an der Herkunft der Wörter, der Aussprache usw. merkt und auch wenn man sieht, welche Sprachen er studiert hat. Übrigens sind einige nichteuropäische Espis dagegen, dass EO die Sprache der EU werden sollte, sie wollen lieber, dass alle internationalen Organisationen gleichzeitig EO einführen und befürchten eine Europazentrierung. Nun, ich denke, realistischerweise kann man froh sein, wenn EO in der EU Amtssprache werden sollte, das wäre doch schon ein Riesenerfolg. Und einerseits heißt es dann von diesen Personen, die EU habe ein Demokratiedefizit, dass die chinesische Regierung aber massiv EO unterstützt, stört diese nicht. Auch Seiten der chinesischen Regierung oder Hefte aus China scheinen kaum einen zu stören…
Was wäre der Vorteil von Neulatein? Die Kultur hat Esperanto ja auch als Hintergrund (was ein berechtigter Kritikpunkt ist, wenn es Weltsprache werden soll) und wäre ein vereinfachtes Neulatein nicht viel zu kompliziert?

  • eine europäische zweitidentität über eine gemeinsame sprache
    zu schaffen und gleichzeitig nationale identität und sprachen
    zu behalten,

Esperanto will ja bewusst keine Sprache und Identität verdrängen, ganz im Gegenteil, das wäre also absolut mit den Zielen und Ideen vereinbar.

  • gleichberechtigung zu schaffen, indem es eine sprache gibt,
    die für alle gleichermaßen neu ist,

Würde ein Neulatein die Sprecher romanischer Sprachen nicht zu sehr bevorzugen? Das tut Esperanto durchaus auch (die romanischen Sprachen und Englisch sind da ein großer Vorteil, Deutsch geht auch noch, aber für Russen ist die Prozentzahl der Wörter gleich deutlich niedriger), aber nicht in so einem Umfang (ca. 80% der Wörter stammen aus romanischen Sprachen)

  • erleichterung der kommunikation durch weniger übersetzer
    usw.

Wäre bei Esperanto gegeben, angeblich (zumindest nach Aussage eine Esperanto-Werbeblattes…) soll Esperanto für PC-Übersetzungen auch besser geeignet sein. Ein Vokabelprogramm benutzt deswegen Esperanto als Zwischensprache.

Deshalb entwickeln sich nun einmal keine wirklichen
Esperantodialekte, -soziolekte und geflügelten Ausdrücke. All
das würde ja wieder zur Verkomplizierung beitragen und somit
gegen das Grundprinzip der einfachen Kommunikationssprache
„verstoßen“.

dialekte würden sich in diesem szenario definitiv entwickeln,
ebenso soziolekte und geflügelte ausdrücke. das sind
vielleicht verstöße gegen das esperanto-prinzip, aber es sind
bedingungen für eine lebende fremdsprache, also bedingungen
für den erfolg.

Genau das ist eins der Probleme. Wenn sich Dialekte und Unregelmäßigkeiten entwickeln, wird die Sprache schwerer, laut dem Esperanto-Fundament ist genau das nicht vorgesehen. Nur eine lebende Sprache kann es kaum verhindern. Gut, es gab hin und wieder Veränderungen, aber Esperanto darf sich eigentlich nicht frei entwickeln, wird es aber garantiert, wenn es wirklich die Sprache Europas werden sollte. Zwar ist es eine Fremdsprache für (fast) alle, was den Prozess mit Sicherheit verlangsamt, aber man kann es nicht verhindern.

MfG,
Car

moin car,

Übrigens sind
einige nichteuropäische Espis dagegen, dass EO die Sprache der
EU werden sollte, sie wollen lieber, dass alle internationalen
Organisationen gleichzeitig EO einführen und befürchten eine
Europazentrierung.

was kann europa besseres passieren? dasselbe gilt doch für englisch jetzt schon. außerdem ist europa sowieso nach den USA das „zentrum der welt“ - mit oder ohne esperanto. wer daran was rütteln will, schießt sich m.e. selber ins knie. zb. eine chinesische hegemonie kann mir jedenfalls gestohlen bleiben.

dass
die chinesische Regierung aber massiv EO unterstützt, stört
diese nicht.

wegen des ideologischen ballastes bin ich gegen esperanto als eine lösung für europa. es hat einfach den mief des kommunistischen an sich. europa kann sich das nicht leisten.

Was wäre der Vorteil von Neulatein?

es wäre leichter zu realisieren, weil es einheitlicher und natürlicher wäre. außer wird altlatein ja bereits gesprochen, nämlich im vatikan. neulatein müßte natürlich wiederum von diesem ideologischen ballast (katholizismus, kirche) befreit werden, um akzeptiert zu werden.

Die Kultur hat Esperanto
ja auch als Hintergrund (was ein berechtigter Kritikpunkt ist,
wenn es Weltsprache werden soll)

jede sprache hat einen kulturellen hintergrund. auch weltsprachen. was ist daran negativ? die jeweilige kultur wird mittransportiert. wer englisch gerne spricht, bringt damit zum ausdruck, daß er sich in dieser kultur „zuhause“ fühlt.

und wäre ein vereinfachtes
Neulatein nicht viel zu kompliziert?

würde ich nicht sagen.

  • latein hat eine sehr klare bausteinartige struktur mit flexionen, die fast jedem europäer vertraut ist.
  • die syntax ist sehr offen.
  • tausende vokabel sind bekannt aus englisch und französisch.
  • neue wortbildungen sind kein problem. mit blick in den vatikan oder nach griechenland - die haben genau dasselbe problem.

ob du eine sprache als kompliziert einstufst, hängt nur davon ab, welche anderen sprachen du bereits kannst, und vor allem davon, was deine muttersprache ist. für einen hebräischssprachigen israeli (der nie englisch gelernt hat) ist esperanto viel schwerer zu durchschauen als zb. arabisch, weil die ganzen prinzipien darin eben europäisch sind und nicht semitisch. fallflexionen, feste verbstämme und zeitenfolgen müßte man erst umständlich erklären, während diese dinge für uns so „einfach“ aussehen!

latein ist wie geschaffen für den europäer. es ist nur deswegen so gefürchtet, weil es mit unzähligen unregelmäßigkeiten durchsetzt ist. diese gehören sozusagen ausgemerzt. das wäre die aufgabe eines oder mehrerer spezialisten. das ergebnis könnte eine perfekt einfache und dennoch natürliche sprache sein. man könnte noch viel mehr wegkürzen als es zb. bei neuhebräisch, neugriechisch (keine kunstsprache, aber es gab reformen) der fall war.

Esperanto will ja bewusst keine Sprache und Identität
verdrängen, ganz im Gegenteil, das wäre also absolut mit den
Zielen und Ideen vereinbar.

verdrängen auf keinen fall! es wäre das ende europas. schon die einführung des euro war ein schmerzhafter prozeß für die nationen europas.

aber eine zweitidentität als *europäer* ist absolut notwendig, wenn dieses gebilde mehr als nur ein zusammenschluß sein soll. und der wichtigste kitt ist eine gemeinsame sprache.

Würde ein Neulatein die Sprecher romanischer Sprachen nicht zu
sehr bevorzugen?

80% des englischen wortschatzes ist latein.
die meisten anderen sprachen sind ebenso davon durchdrungen, wenn auch nur durch fremdwörter.

aber für Russen ist die Prozentzahl
der Wörter gleich deutlich niedriger),

auch finnisch, schwedisch, ungarisch usw. würden nicht berücksichtigt werden. andererseits: wieviele japanische und arabische wörter enthält esperanto? man sagt es wäre eine „weltsprache“, in wirklichkeit spiegelt es genau wider, wozu es gedacht war: ein kommunikationstool für menschen im osteuropäisch-slawischen raum, dort, wo zamenhof eben gelebt hat!

wie kann man dann behaupten, esperanto wäre eine weltsprache? es ist eine europäisch-slawische mischsprache. ein blick auf seine SCHRIFT sagt doch schon alles! es wird behauptet, eine gegenkraft zur englisch(=amerikanischen!) kulturhegemonie zu schaffen. das ergebnis ist eine slawisch-europäische hegemonie-sprache.

Wäre bei Esperanto gegeben, angeblich (zumindest nach Aussage
eine Esperanto-Werbeblattes…) soll Esperanto für
PC-Übersetzungen auch besser geeignet sein. Ein
Vokabelprogramm benutzt deswegen Esperanto als
Zwischensprache.

das ist interessant. PC-übersetzung meint sowas wie babelfish?

Genau das ist eins der Probleme. Wenn sich Dialekte und
Unregelmäßigkeiten entwickeln, wird die Sprache schwerer, laut
dem Esperanto-Fundament ist genau das nicht vorgesehen. Nur
eine lebende Sprache kann es kaum verhindern. Gut, es gab hin
und wieder Veränderungen, aber Esperanto darf sich eigentlich
nicht frei entwickeln, wird es aber garantiert, wenn es
wirklich die Sprache Europas werden sollte. Zwar ist es eine
Fremdsprache für (fast) alle, was den Prozess mit Sicherheit
verlangsamt, aber man kann es nicht verhindern.

ja, stimmt. da sehe ich jetzt auch einen widerspruch! für eine lebende sprache sind unregelmäßigkeiten einfach notwendig, weil es die färbung ausmacht.

andererseits hätte ich bei einer zweitsprache und einem kommunikationstool auch gar kein problem, wenn einfach eine kommission darüber entscheiden würde, was erlaubt ist und was nicht. wie bei HTML eben. M$ erlaubt sich zwar immer wieder ein paar ausreißer, aber solange gewisse „wörter“ nicht standard sind, sind sie eben „falsch“. wie gesagt, bei natürlichen sprachen bin ich absolut gegen irgendwelche regeln und reformen. aber bei der europäischen sprache wäre das angebracht. es wäre einfach *nützlich*.

viele grüße
datafox

hallo stefan,

Wenn Du eine
neue Sprache lernen willst, der Du im Alltag und im Urlaub
Nutzen abgewinnen kannst, wären Französisch, Italienisch oder
Spanisch weitaus besser geeignet als Esperanto, das Du an sich
nur auf Esperantistentreffen sprechen kannst und dann auch
immer nur mit Zweitsprachlern…

da kommt es drauf an, zu welchem zweck man eine sprache lernt. manche lernen sprache der sprache willen, weil sie es schön und interessant finden und als eine geistige herausforderung sehen (sowas sollte unbedingt gefördert werden). grade das ist aber bei englisch meistens nie der fall. in 90% des englisch-einsatzes im alltag wirst du auch mit zweitsprachlern reden (außer du lebst in den usa oder im uk.) englisch ist häufiger dritt- (brücken)sprache als irgendeine andere. de facto ist es heute so, daß englisch genau die aufgabe übernommen hat, die esperanto dauernd haben soll.

grüße
datafox

hallo,

Eine internationale Sprache sollte schon regelmäßig sein,
genau das ist doch der Vorteil einer künstlich erschaffenen
Sprache und es erleichtert die Kommunikation.

wie an anderer stelle schon erwähnt ist da ein widerspruch drin. einerseits wird behauptet, esperanto sei eine internationale sprache und andererseits wird selbstverständlich davon ausgegangen, daß europäische einfachheitsmaßstäbe zu gelten haben und keine asiatischen oder sonstigen. esperanto ist NICHT „einfach für jeden“, sondern nur einfach für jeden, der eine europäische muttersprache und eine lateinische „mutterschrift“ hat.

gruß datafox

Hallo André,

ganz so einfach scheint es ja doch nicht zu sein: havi verlangt den Akkusativ: demandojn.

Gruß,
Susan

Hi datafox!

Übrigens sind
einige nichteuropäische Espis dagegen, dass EO die Sprache der
EU werden sollte, sie wollen lieber, dass alle internationalen
Organisationen gleichzeitig EO einführen und befürchten eine
Europazentrierung.

was kann europa besseres passieren? dasselbe gilt doch für
englisch jetzt schon. außerdem ist europa sowieso nach den USA
das „zentrum der welt“ - mit oder ohne esperanto. wer daran
was rütteln will, schießt sich m.e. selber ins knie. zb. eine
chinesische hegemonie kann mir jedenfalls gestohlen bleiben.

Als Esperantist sollte man froh sein, wenn Esperanto überhaupt irgendwo Amtssprache wird, warum es einigen Nichteuropäern nicht gefällt, ist mir auch nicht verständlich. Sollte Esperanto jemals Sprache der EU werden, wäre es doch schon ein Riesenerfolg.

dass
die chinesische Regierung aber massiv EO unterstützt, stört
diese nicht.

wegen des ideologischen ballastes bin ich gegen esperanto als
eine lösung für europa. es hat einfach den mief des
kommunistischen an sich. europa kann sich das nicht leisten.

Leider ist da was dran. Schon Zamenhof selbst war sehr ideologisch. Auch wenn Esperanto kein Heimatland ist, neutral ist es nicht, Für europäische Verhältnisse ist es linguistisch neutral, allerdings wurde Esperanto viel zu oft von kommunistischen Ländern unterstützt und viele Esperantisten vermischen die Sprache mit Politik. In der einen Hand die Esperanto-Fahne, in der anderen eine mit Hammer und Sichel, das gefällt mir ebenfalls nicht. Es ist aber offensichtlich, dass die Kommunisten Esperanto noch heute für ihre Zwecke missbrauchen wollen.

Die Kultur hat Esperanto
ja auch als Hintergrund (was ein berechtigter Kritikpunkt ist,
wenn es Weltsprache werden soll)

jede sprache hat einen kulturellen hintergrund. auch
weltsprachen. was ist daran negativ? die jeweilige kultur wird
mittransportiert. wer englisch gerne spricht, bringt damit zum
ausdruck, daß er sich in dieser kultur „zuhause“ fühlt.

Eine internationale Sprache (insbesondere eine künstlich erschaffene) sollte neutral sein, gerade das mittransportieren der Kultur ist doch ein weiteres Problem, wenn man sich die Sprache nicht aussuchen kann.

ob du eine sprache als kompliziert einstufst, hängt nur davon
ab, welche anderen sprachen du bereits kannst, und vor allem
davon, was deine muttersprache ist. für einen
hebräischssprachigen israeli (der nie englisch gelernt hat)
ist esperanto viel schwerer zu durchschauen als zb. arabisch,
weil die ganzen prinzipien darin eben europäisch sind und
nicht semitisch. fallflexionen, feste verbstämme und
zeitenfolgen müßte man erst umständlich erklären, während
diese dinge für uns so „einfach“ aussehen!

Richtig, der Kritikpunkt ist absolut berechtigt, eine Sprache kann deutlich leichter sein.

latein ist wie geschaffen für den europäer. es ist nur
deswegen so gefürchtet, weil es mit unzähligen
unregelmäßigkeiten durchsetzt ist. diese gehören sozusagen
ausgemerzt. das wäre die aufgabe eines oder mehrerer
spezialisten. das ergebnis könnte eine perfekt einfache und
dennoch natürliche sprache sein. man könnte noch viel mehr
wegkürzen als es zb. bei neuhebräisch, neugriechisch (keine
kunstsprache, aber es gab reformen) der fall war.

Sollte sich das Neulatein dann viel bei den romanischen Sprachen abgucken?

aber eine zweitidentität als *europäer* ist absolut notwendig,
wenn dieses gebilde mehr als nur ein zusammenschluß sein soll.
und der wichtigste kitt ist eine gemeinsame sprache.

Und keine kulturelle Bevorzugung durch eine Sprache, weswegen die Sprache nach Möglichkeit für alle Europäer gleich leicht sein sollte.

aber für Russen ist die Prozentzahl
der Wörter gleich deutlich niedriger),

auch finnisch, schwedisch, ungarisch usw. würden nicht
berücksichtigt werden. andererseits: wieviele japanische und
arabische wörter enthält esperanto? man sagt es wäre eine
„weltsprache“, in wirklichkeit spiegelt es genau wider, wozu
es gedacht war: ein kommunikationstool für menschen im
osteuropäisch-slawischen raum, dort, wo zamenhof eben gelebt
hat!

Viele Esperantisten träumen von Esperanto als Weltsprache, aber statt der anglo-amerikanischen Kultur würde dann dort eben die europäische Kultur in die Welt getragen. So groß ist der Unterschied nicht. Zamenhof ist da auch kein Vorwurf zu machen, woher hätte er es besser wissen sollen?

Wäre bei Esperanto gegeben, angeblich (zumindest nach Aussage
eine Esperanto-Werbeblattes…) soll Esperanto für
PC-Übersetzungen auch besser geeignet sein. Ein
Vokabelprogramm benutzt deswegen Esperanto als
Zwischensprache.

das ist interessant. PC-übersetzung meint sowas wie babelfish?

Ja, genau sowas bzw. einfaches Übersetzen von Vokabeln, Verbdeklinationen.

andererseits hätte ich bei einer zweitsprache und einem
kommunikationstool auch gar kein problem, wenn einfach eine
kommission darüber entscheiden würde, was erlaubt ist und was
nicht. wie bei HTML eben. M$ erlaubt sich zwar immer wieder
ein paar ausreißer, aber solange gewisse „wörter“ nicht
standard sind, sind sie eben „falsch“. wie gesagt, bei
natürlichen sprachen bin ich absolut gegen irgendwelche regeln
und reformen. aber bei der europäischen sprache wäre das
angebracht. es wäre einfach *nützlich*.

Angebracht wäre es, aber kann man es durchziehen?

MfG,
Car

Hallo André,

ganz so einfach scheint es ja doch nicht zu sein: havi
verlangt den Akkusativ: demandojn.

Aber der Satz war „Se vi havas pli da demandoj…“, und da vor dem demandoj noch ein da steht, kommt folglich kein Akkusativ. Vertrau mir. :wink:

  • André