in welchem land?
in keinem land. das ist ja das schöne - esperanto hält sich nicht an geographische oder politische grenzen. gleichzeitig hast du aber weiterhin die freiheit, dich durch deine eigene sprache, kultur, nationalität usw. von anderen abzugrenzen - es soll leute geben, die das als erstrebenswert betrachten.
von welcher kultur?
von den esperantisten.
(ich höre schon den einwand: aber da esperanto keine lebende sprache ist, kann es auch keine kultur geben, und da es keine kultur gibt, ist es auch keine lebende sprache. versuchs bitte besser.)
welche slangwoerter gibt es?
was weiß ich - ich spreche nicht wirklich esperanto. ich weiß nur, daß es sie sehr wohl gibt. und klarerweise entstehen slangwörter auch innerhalb jeder lokalen community, denn in esperanto sind wortschöpfungen und die integration von insidervokabular überhaupt kein problem.
wie unterscheidet man alltagssprache von gehobener
schriftsprache?
so wie bei jeder anderen sprache auch: gehobene schriftsprache ist das, was man in grammatikbüchern, wissenschaftlichen publikationen, seriösen medien usw. findet, alltagssprache ist das, was man spricht. ich sehe es nicht als nachteil, wenn der unterschied eher gering ist, aber es gibt einen. für nähere infos solltest du einen praktizierenden esperantisten fragen.
wie flucht man auf esperanto?
auch dafür gibt es möglichkeiten - frag einen experten.
welche gestik und mimik ist typisch?
welche gestik und mimik ist für deutsch typisch? und für das ach so weltumfassende englisch?
änderst du deine mimik und gestik, wenn du deine sprache änderst? würdest du anders gestikulieren, wenn du mit mir englisch sprichst, als wenn wir deutsch reden?
ob eine sprache erweiterungsfaehig ist oder nicht haengt von
ihrer strktur ab und nicht, ob sie kuenstlich erfunden worden
sit oder nicht.
natürlich - habe auch nie etwas anders behauptet.
esperanto wurde aber so erfunden, daß die struktur der erweiterungsfähigkeit sehr stark entgegenkommt.
m.m.n. ist jede sprache erweiterbar, da jede
sprache eine struktur besitzt.
auch eine häuserzeile besitzt eine struktur und ist dennoch nicht unbedingt ohne schwierigkeiten erweiterbar…
es gibt große graduelle unterschiede bei der erweiterbarkeit von sprachen.
wenn eine beispielsweise für alle grundlegenden begriffe einsilbige wörter und für komplexere sachverhalte zusammensetzungen derselben verwendet, werden übernommene mehrsilbige fremdwörter immer als fremdkörper wahrgenommen und beeinflussen durch ihre bloße existenz die regeln der sprache.
wenn in einer sprache nur die konsonanten fixiert und die vokale veränderbar und je nach art der veränderung auch bedeutungstragend sind, kann ein fremdwort mit fixierten vokalen ein bißchen konfusion erzeugen.
undsoweiter…
in 3. in drei weiteren kann ich mich radebrechend
durchschlagen.
wow, bin total beeindruckt.
solange du logische strukturen nicht in einer fremdsprache
ausdrücken kannst, wofür allerdings nicht der wortschatz,
sondern die grammatik zuständig ist, kannst du vielleicht was
zu essen bekommen, aber nichts interessantes über die menschen
des landes erfahren.
den satz verstehe ich nicht.
das ist dein problem.
ich denke, man kann mit einigen
englischkenntnissen und pantomimischen kuensten mehr ueber ein
land erfahren als ausgerechnet mit esperanto. da koennte man
ebenso sagen: EINEN albanischsprecher findest du immer.
wie bereits mehrmals erwähnt… esperanto ist nicht dazu gedacht, dich irgendwo durchzuschlagen. aber ich glaube, wenn du dich wirklich für ein land interessierst, findest du leichter einen esperanto- als einen albanischsprecher (außer in albanien), der dir außerdem einiges mehr vermitteln kann, als du mit englischkenntnissen und pantomimischen künsten in erfahrunng bringen kannst. aber auch das ist, wie so vieles andere, nur eine möglichkeit , die dir esperanto bieten kann…
klar. ist aber fuer den alltagsgebrauch recht ueberfluessig.
wer muss schon tolstoi lesen koennen? da lerne man besser
englisch, da 99% von film und fernsehen in englisch ist.
es ging nicht darum, ob es notwendig ist, tolstoi im original lesen zu können… da hast du etwas gründlich mißverstanden…
aber du lebst in einer ziemlichen scheinwelt, wenn du behauptest, daß 99% von film und fernsehen englisch ist. die indische filmindustrie ist beispielsweise produktiver, als die amerikanische, und ich schätze, daß die chinesische auch stark im kommen ist. selbst hier in miteleuropa kriegt man japanische fernsehshows und lateinamerikanischen fußball zu sehen. die liste ließe sich auch hier endlos fortsetzen…
als MEIN mass ja. das ist nunmal meine meinung.
gut, dann einigen wir uns darauf: deiner meinung nach ist esperanto unnötig, meiner meinung nach nicht. so bleibt die entscheidung einfach jedem persönlich überlassen.
das berechtigt dich aber noch lange nicht, hier eine auf lügen basierende verleumdungskampagne zu führen…
falsch. es gibt keine andere sprache, die jemals von den toten
auferstanden worden ist.
du weißt das natürlich ganz genau, weil du die geschichte aller sprachen dieser welt kennst…
und warum das ueberhaupt gelingen
konnte, und warum das bei esperanto nie gelingen wird,
darueber koennte ich weit ausholen.
hol mal weit aus… tust du doch eh immer, wenn dir keine anderen argumente einfallen…
fakt ist: esperanto wird gesprochen, und das was du als „nicht gelingen“ bezeichnest, war nie ziel. bei hebräisch ist das „wiedererwecken“ nur gelungen, weil politische und ideologische motivation im spiel war, auf die esperantisten getrost verzichten können.
stimmt nicht mehr. englisch ist laengst von der kultursprache
zu einem werkzeug geworden. es sprechen mehr
nichtmuttersprachler englisch als muttersprachler.
das mag sein, ist aber noch lange kein gegenargument.
nenne bitte mal nichtmuttersprachliche autoren, journalisten oder dichter, die auf englisch schreiben und damit im englischsprachigen raum ernstgenommen werden und erfolg haben. nenne bitte nichtmuttersprachliche schauspieler oder sänger, die im englischen sprachraum erfolg haben und nicht aufgrund ihrer hörbaren herkunft in gewisse schubladen gesteckt werden. es gibt einzelne beispiele, aber es ist nicht die regel…
was bei esperanto nicht der fall ist? dass ich nicht lache!
esperanto drückt niemandem was auf, denn esperanto basiert auf freiwilligkeit… niemand muß esperanto sprechen und schon gar keine kultur oder ideologie mittragen…
das ganze ist ein gemisch von 100% „european average“ - d.h.
ein pur europaeisches sprachgemisch, geschrieben in
europaeischen buchstaben. eigentlich ein glatter witz, sowas
„weltsprache ohne kulturelle vorherrschaft“ zu nennen!
eurozentristischer, mit starkem slawischen einfluss, gehts
nimmer.
natürlich zeigt esperanto den horizont seines schöpfers… geht ja auch nicht anders… aber sehen wir mal im detail…
esperanto ist vom typ her eine agglutinierende sprache, also alles andere als europäisch ( alle europäischen sprachen mit ausnahme von ungarisch, finnisch, estnisch, baskisch und, sofern du dies als europäisch gelten läßt, türkisch, sind flektierend bzw. mischtypen mit sehr starkem flektierendem anteil).
esperanto ist (das hängt mit dem aggluginierenden typ zusammen) sehr regelmäßig, was für europäische sprachen ebenfalls untypisch ist (es sei denn, du bezeichnest latein als regelmäßig, weil die abweichungen in unzählige kategorien zusammengefaßt werden).
das grundvokabular von esperanto ist tatsächlich europazentriert, innerhalb der europazentriertheit aber ziemlich breit gestreut, außerdem vollkommen offen für erweiterungen aus anderen sprachen. jedenfalls muß jeder potentielle esperantosprecher einen gewissen teil des vokabulars neu lernen.
die lateinische schrift ist ein konsens. esperanto würde mit jeder anderen buchstabenschrift funktionieren, sofern zeichen für die entsprechenden phoneme vorhanden sind.
alles in allem ist esperanto wesentlich neutraler, als jede andere sprache (klar, neutraler gehts auch, erfinde bitte eine entsprechende plansprache), und hat den riesigen vorteil, niemandem zu gehören.
die tatsache dass du einen computer benutzt, und das internet,
zeigt, dass du diesen einfluss ohnehin schon akzeptiert hast.
ich kann mit den folgen leben, das ist aber nicht gleichbedeutend mit hinnehmen…
kommt drauf an 1. wo du lebst 2. wie gefragt diese sprache
dort als fremdsprache ist 3. wieviele menschen diese sprache
dort beherschen und 4. wie wichtig das betreffende zielland
wirtschaftlich ist. daraus ergibt sich der nutzen.
mir scheint, du setzt nutzen immer nur mit wirtschaftlichem nutzen gleich. manch anderer nicht.
beispiel deutsch:
ich habe als deutsche muttersprachlerin in israel
vorteile. deutschland ist wichtigster handelspartner nach den
USA + wenige junge menschen sprechen perfekt deutsch. englisch
und russisch kann fast jeder. damit stichst du nicht heraus.
aha, also hat englisch wiederum keine vorteile? wieso empfiehlst du es uns trotzdem als das non plus ultra?
und pubjabi ist eher uninteressant.
für dich. für 100 millionen andere nicht. und ich bin sicher, auch in israel gibt es punjabisprecher, die davon leben können.
und englisch???
ja, du findest wahrscheinlich an den meisten orten dieser erde leichter einen englischsprecher, als einen esperantisten (in brasilien oder china vielleicht auch nicht - wer weiß). und? die englischsprecher, die du findest, sind irgendwelche leute, die esperantosprecher hingegen haben zumindest einen halbwegs offenen horizont, ein gemeinsames hobby und andere dinge…
(und wer will schon bei fremden uebernachten??)
manche ja, manche nicht. aber niemand muß. es ist bezeichnend, daß du alle möglichkeiten, die esperanto bietet, als zwang mißinterpretierst.
falsch. esperanto ist ein konglomerat aus bereits bestehenden
sprachen.
das bedeutet, daß jeder die begriffe, die aus anderen sprachen als seiner muttersprache stammen, lernen muß. also doch richtig.
falsch. esperanto ist eine 100% europaeische sprache. das sind
KEINE neuen schemata enthalten. ich wette du kennst gr keine
„anderen schemata“.
die wette gilt…
da ich eine agglutinierende sprache als muttersprache habe und mehrere flektierende sprachen beherrsche und prinzipiell über sprachtypen und die damit zusammenhängenden denkmechanismen bescheid weiß, kenne ich sehr wohl andere. und ich weiß auch, daß die 100% nicht stimmen (wie bereits weiter oben ausgeführt). für die meisten europäer ist das sehr wohl ein neues denkschema. also doch richtig…
esperanto hat keine mit ihr verbundene kultur.
esperanto hat sehr wohl eine mit ihr verbundene kultur. du kannst es leugnen, aber das ändert nichts an der realität - esperanto hat etwas, was die esperantisten als kultur empfinden. englisch hingegen hat keine mit der sprache verbundene homogene kultur.
außerdem ermöglicht esperanto, andere esperantisten aus der ganzen welt kennenzulernen - also doch auch wieder kontakt mit anderen kulturen. in dieser hinsicht steht esperanto anderen sprachen nicht nach.
sogar dort wo ich niemals hinfahren wuerde, spricht man
englisch 
meine gegenbeispiele ignorierst du mal wieder sehr elegant…
als tourist bringt man geld. wer nicht englisch mit mir
sprechen will, der bekommt eben nichts. (daher spricht jeder
strassenjunge in der tuerkei besser englisch als der
durchschnittliche deutsche).
du sprichst also lieber mit menschen, die sich sprachlich prosituieren und sich sowieso an der von dir vergötterten kultur orientieren, als mit dem durchschnittseinwohner eines fremden landes. naja, auch eine weltsicht…
wer nicht mit mir sprechen will, kann es auch sein lassen. in
den meisten faellen verliert er und nicht ich (denn wie gesagt
… touristen bringen geld!)
gut… mir bringt die unterhaltung mit dir bereits zum wiederholten male nichts. ich führe sie nur, weil sie vielleicht anderen was bringt. auch wenn ich dafür nichts kriege… auch eine weltsicht.
nicht wollen - ist ja bereits geschehen.
ach ja… die bösen mitteleuropäer haben altgriechisch total vereinnahmt… und das ist auch genug zu diesem thema.
nein nein. ich behaupte nur, dass diese ideologie weltfremd
ist.
es ist keine ideologie. so einfach ist das. wenn du sie als ideologie darstellst und in schubladen steckst, kommst du wohl oder übel zu irgendwelchen widersprüchen.
oha…
du sagst ja selbst, daß soundsoviel prozent (die von dir genannten werte sind natürlich falsch) des weltweiten film- und fernsehkonsums, des internets usw. englisch oder zumindest durch das englische beeinflußt sind. das ist eine tatsache (ohne ideologische wertung, aber bitte schieb mir eine in die schuhe, ich steh drauf).
wieso sollten es die englischsprachigen
länder nicht akzeptieren?
eben.
ja eben… sie akzeptieren es. daß sie ihre eigenen nachteile (den verfall der sprache durch die weltweite nicht besonders niveauvolle verwendung) in kauf nehmen, ist ihre sache. aber ich bin nicht englischsprachig und muß die entwicklung nicht gut finden… also sehe ich mich nach alternativen um. auch wieder ohne ideologischen hintergrund.
wird aber nicht angenommen! bisher habe ich nirgends in
touristengebieten speisekarten, stadtplaene, werbungen usw.
auf esperanto gesehen.
esperanto hat dort em ehesten einen sinn, wo die menschen esperanto können. daher haben die meisten touristenregionen kein interesse daran. im internet ist esperanto aber durchaus weit verbreitet. die esperantosprachige wikipedia ist unter den 10 größten.
ja das habe ich damit gemeint: esperanto „hat es nicht
geschafft“. grund: weil keine notwendigkeit da war (anders als
bei hebraeisch).
esperanto hat es nicht geschafft, einzige mutter- oder amtssprache zu werden, und wird dies auch nie schaffen, weil das niemand will. am wenigsten die esperantisten.
das ist aber die crux: als zweitsprache wird es nie
muttersprache, und somit auch nie lebendig werden.
die zweitsprache will nicht muttersprache werden - da ist keine crux.
eine sprache ist lebendig, wenn sie gesprochen wird (was auf esperanto zutrifft) und sich der sich verändernden welt anpassen kann (was auf esperanto ebenfalls zutrifft). mir fallen keine weiteren kriterien ein, die eine lebende sprache betreffen. einzige mutter- oder amtssprache zu sein ist jedenfalls kein kriterium (dann wäre baskisch auch keine lebende sprache).
wenn man
schon eine zwitsprache anstrebt, warum nicht gleich englisch?
warum nicht englisch? weil englisch für manche eben sehr wohl einzige mutter- und amtssprache ist, was zu bereits mehrmals ausgeführten negativen effekten führt. weil englisch bei weitem nicht so leicht zu erlernen und so flexibel ist, wie esperanto.
das kann man auf englisch.
man könnte - aber die wenigsten können es wirklich.
das aendert sich schlagartig, wenn du laender besuchst, in
denen nicht synchronisiert wird.
in finnland wird nicht oder nur sehr wenig synchronisiert. ich war bei einer finnischen familie zu besuch, wo die mutter gut deutsch und englisch (und sicher auch schwedisch) sprach, der 11-jährige junge ebenfalls, der vater hingegen, der immerhin mal international bekannter spitzensportler war, kaum ein wort englisch oder deutsch konnte. bitte klär ihn auf, daß das eigentlich gar nicht geht.
esperanto wird nie eine „natürliche“ sprache, aber eine
lebende sprache ist es bereits.
ist ein widerspruch.
nein. natürlich in unterscheidung zu künstlich ist eine sprache dann, wenn sie nicht entworfen wird, sondern entsteht. eine lebende sprache wird gesprochen und kann sich entwickeln, wie bereits erwähnt. das ist kein widerspruch, sondern trifft neben esperanto auch auf andere plansprachen, gebärdensprachen, sogar programmiersprachen zu.