Esperanto?!

und sprecher gibt es
sehr wohl,

Neee, gibt es nicht… sagen wir kaum! Die Sprecher müssen
sich mühselig zusammenorganisieren. Dann kann ich auch gleich
Englischsprecher suchen, oder Deutschsprecher. Ich behaupte
mal: Es gibt in jedem Land dieser Erde auch irgendwo einen
Deutschsprecher!

Bitte überprüfe vorher, was du hier sagst. Das meiste von dem, was du schriebst, beruht auf irgendwelchen Vorurteilen die entweder maßlos übertrieben, lächerlich oder einfach falsch sind. Es gibt sehr wohl Esperanto-Sprecher auf der Welt. Mehr als z.B. Isländisch oder Albanisch. Unter ihnen eine Menge Muttersprachler (2000 oder so etwa).

Es gibt in jedem Land auch mindestens einen Esperanto-Sprecher. Wenn man mal von sowas wie Vanuatu oder so absieht…

Fakt ist: Esperanto zu lernen bringt keine Nachteile, da es kaum wirklich Lernzeit in Anspruch nimmt. Und eh ich mit Finnisch anfange und das dann aufgebe weil’s zu schwer ist, lern’ ich doch lieber Esperanto innerhalb von 3 Monaten oder so und kann’s dann.

Eine Frage aber: Was hat dich veranlasst, Esperanto zu hassen? Hat dich ein Esperantist mal beklaut? War deine Ex-Freundin Esperantistin? Mich wundert doch sehr, warum du dich so über die Sprache aufregst. Stell dir mal vor ich sage sowas über Indonesisch oder Hebräisch oder Suaheli oder sowas… *lol*

  • André

Gibt es denn wirklich so viele, die diese
‚Sprache‘ beherschen?

die wahrscheinlichkeit, daß zwei fremde aus zwei zufällig
ausgewählten ländern, bei einer zufallsbegegnung irgendeine
andere drittsprache außer englisch sprechen, geht gegen null.

kurz: es gibt zwei möglichkeiten: a) beide verstehen englisch
und b) es gibt keine gemeinsame sprache.

Du unterschlägst den Pasporta Servo - da kann man sich einfach Esperantisten im Ausland rauspicken und gratis bei denen übernachten und so mit denen ins Gespräch kommen. Das bringt einem weit mehr, als in einem Hotel zu wohnen und die Kultur eines Landes vielleicht nur über irgendwelche langweiligen Touristenguides zu hören.
Einen Esperantisten zufällig zu treffen ist sehr unwahrscheinlich (ist mir nur einmal passiert, glaub’ ich), sich mit jemandem zu treffen ist dagegen die einfachste Sache der Welt.

  • André

Hallo Sanni-Leena,
lass mir noch kurz zum bereits gesagten hinzufügen, dass du keine Sprache so schnell lernen kannst, wie Esperanto. Ich selbst hab Esperanto gelernt. Nach 2~3 Tagen weißt du, wie die Grammatik funktioniert, nach 2~3 Wochen kannst du die Grammatik auch aus’m Kopf, nach 2~3 Monaten kannst du dich prima auf Esperanto unterhalten, ohne immer ins Wörterbuch gucken zu müssen.
Naja, nach etwa einem halben bis 'nem ganzen Jahr kannst du’s dann fließend sprechen und es kommen halt nur immer ein paar neue Wörter dazu, die man aber meistens eh schon irgendwoher kennt… zumindest mir ging’s so. Den meisten anderen aber auch. Einfach am Ball bleiben…
Und das heißt nicht, dass du total viel lernen musst, oder so. Grammatik lesen, an 'nem Wochenende, dich ein bisschen reinversetzen wie Esperanto so funktioniert… vielleicht jemanden zum Reden/Chatten suchen (das ist meist kein Problem) und dann geht das ganz von allein.

Ist halt nur abhängig von dem, was du damit machen willst, ob’s dir was nützen wird. Es gibt ständig irgendwo Esperanto-Treffen… man muss sich nur umhorchen. :smile:

  • André, la Vortarulo

die meisterwerke der weltliteratur sind in esperanto übersetzt
worden. „muttersprachliche“ literatur gibt es natürlich keine,
aber viele esperantisten schaffen kunst auf esperanto.

Das ist so nicht ganz richtig, es gibt wirklich sehr viel Literatur (hätt’ ich auch nicht gedacht, bis ich mal in so 'ner Bibliothek stand). Muttersprachliche Literatur gibt’s natürlich. Sogar ziemlich viel… man muss halt bloß auf Esperanto schreiben.

  • André

Kurz, kommt man mit Esperanto wirklich durch die Welt?

Nein.

Gruss, Isabel

Doch. :wink:

Gruß,

  • André

ich wollte zu dem thema nix mehr schreiben, weil mir deine persönliche meinung wirklich egal ist, aber verdrehte halbwahrheiten lasse ich nicht gern so stehen.

das erschaffenworden ist nicht der punkt, sondern ob die
sprache es geschafft hat, zum leben erweckt worden zu sein.
esperanto hat es nicht.

sagt wer?
eine sprache, die gesprochen wird, ist genauso lebendig, wie alle anderen sprachen, die gesprochen werden. ich gebe dir recht, daß dies auf latein oder altgriechisch nicht unbedingt zutrifft, aber esperanto wird gesprochen.
zudem hat esperanto im gegensatz zu sehr vielen sprachen, in denen fremd- und lehnwörter lange zeit spür- und sichtbar als fremdkörper existieren und zum teil nur sehr schwer den gängigen grammatikalischen strukturen angepaßt werden können, die fähigkeit, solche wörter ohne schwerigkeiten und für alle nachvollziehbar in die sprache zu integrieren. die erweiterungsmöglichkeiten von esperanto sind damit wesentlich höher, als die der meisten anderen sprachen - esperanto lebt also nicht nur, sondern floriert.

in der realität kommt aber jemand besser durch die welt, der
die wichtigsten wörter in möglichst vielen sprachen weiß.
grundwortschatz sind ein paar hundert (!) wörter. sobald man
die kann, kann man sich unterhalten.

in wievielen sprachen bist du im besitz dieses grundwortschatzes?
esperanto ist definitiv nicht in erster linie dazu gedacht, daß du im hintersten winkel von kasachstan informationen von den einheimischen erfragen kannst (ob du dort allerdings mit englisch wirklich weiterkommst, wage ich zu bezweifeln).
zudem fällt mir immer wieder auf, daß manche (du anscheinend auch) die sprache als die bloße menge aller wörter sehen. solange du logische strukturen nicht in einer fremdsprache ausdrücken kannst, wofür allerdings nicht der wortschatz, sondern die grammatik zuständig ist, kannst du vielleicht was zu essen bekommen, aber nichts interessantes über die menschen des landes erfahren.

ich glaube kaum,
daß viele auf dieser welt goethe, shakespeare und
tolstoi im original lesen können

wenn sie nicht grade lehrer, übersetzer, schriftsteller sind -
WOZU ???

weil eine übersetzung nie gleichwertig mit dem original sein kann. wenn es dir beim lesen nur um den groben inhalt geht, kannst du ja auch die zusammenfassungen auf amazon lesen… manche wollen mehr.
du zeigst immer wieder, daß du deinen persönlichen standpunkt als das maß aller dinge siehst. zum glück gibt es noch leute, denen es anders geht.

was für ein schwachsinn. siehe ephraim kishon. (und dutzende
weitere dichter, lyriker, sänger wie er).

hebräisch ist eine ausnahme (dazu später noch mehr), und es gibt sicher auch andere.
nenne mir bitte mal ernsthafte und halbwegs bekannte künstler nichtenglischer muttersprache, die ihre kunst auf englisch schaffen und damit wirklich erfolgreich sind. ich nenne dir im gegenzug hundertmal so viele, die zwar in ihrer jeweiligen umgebung durchaus erfolgreich sind mit englischsprachiger kunst, im globalen zusammenhang aber nicht, und von nativen englischsprechern nicht mal ernst genommen werden.

jeder bringt andere vorteile mit.

klar, das ist so und sollte auch so sein…
aber heute haben manche einfach nur den vorteil, daß sie im englischsprachigen raum geboren und aufgewachsen sind und daher bestimmen können, was richtiges englisch sein soll… und sie drücken anderen mit ihrer sprache auch ihre kultur und ihre denkweise auf. ich kann gut verstehen, wenn jemand das nicht als das non plus ultra akzeptiert…

auch englisch ist für die mehrheit der menschheit keine
muttersprache.

nein, aber die, die englisch als muttersprache sprechen, haben deswegen nicht unerhebliche vorteile. das selbe gilt für kasachisch nicht - also existiert da ein ungleichgewicht, das man nicht ohne weiteres so hinnehmen muß (man kann, wenn man will - werd glücklich damit).

simpel: du bist im land X und hast dich verlaufen. was nutzt
dir da esperanto?

was nutzt dir da deutsch? französisch? schwedisch? finnisch? weißrussisch? punjabi? japanisch? thai?
alles unnütze sprachen?
wenn du aber weißt, daß du in zwei wochen ins land X reisen wirst, kannst du wesentlich leichter esperantosprecher finden (und zwar auch viele, bei denen du kostenlos übernachten kannst und die dir die gegend zeigen), als deutsch-, französisch-, schwedisch-, finnisch-, weißrussisch-, punjabi-, japanisch- oder thaisprecher.

jede weitere sprache erweitert den horizont dadurch, daß man
neue begriffe und denkschemen zur verfügung hat und eine
weitere kultur als eigene annimmt. die voraussetzung für
beides ist aber, daß es eine LEBENDIGE sprache ist, die
irgendwo im alltagsgebrauch ist. esperanto ist das nicht.

wenn der erste satz dieses absatzes wahr ist (wovon ich ausgehe), dann gilt der zweite nicht, denn dann besteht diese voraussetzung nicht.
wenn du esperanto lernst, lernst du

  • neue begriffe
  • neue denkschemata
  • neue kultur(en)
    kennen. das gilt sogar für „tote“ sprachen wie latein, altgriechisch oder aramäisch.
    aber esperanto IST mancherorts in alltagsgebrauch. es gibt kunst, wissenschaftliche literatur, weblogs, weltweite kommunikationsstrukturen, wikipedia usw. auf esperanto. indem du die augen verschließt, wirst du die realität nicht ändern können.

englischsprecher findest du überall. da braucht man nicht
suchen.

überall heißt in diesem fall wohl: überall, wo du hinfahren würdest.
ich persönlich weiß, daß du zb. in ungarn nicht überall mit englisch weiterkommst (mit deutsch eher, aber auch nicht unbedingt). und obwohl ich die gegenteilige erfahrung gemacht hab, behaupten das viele auch von frankreich (ich war nur in paris, am land kann es wirklich ganz anders sein)… man muß also nicht an den arsch der welt fahren, um niemanden zu finden, der englisch kann, oder noch wichtiger: englisch sprechen WILL.
interessanterweise erwarten nämlich auch viele im ausland, was in deutschland von manchen als selbstverständlich angesehen wird: daß du nämlich ein paar wörter in der landessprache kannst und daher die menschen, die du um einen gefallen bittest, nicht auch noch dazu zwingst, in einer anderen sprache mit dir zu sprechen.
an dieses tatsachen ändert esperanto auch nix, und das ist auch nicht sinn der sache. aber inwiefern das ein argument gegen esperanto sein soll, sehe ich nicht wirklich.

keine politische gesinnung?? ich bitte dich. eine fanatischere
ideologie als das esperanto ist schwer zu finden! eine
mischung aus amerikaneid und linkem geträume von einer welt
ohne grenzen, wo alle gleich sind und so…

stimmt, du hast vollkommen recht, ich versprühe hier auch nichts als solches ideologisches gift…
es ist wohl unbestreitbar, daß manche esperanto als ideologieträger benützen. aber sieh es mal so: neonazis verwenden handys, sollen wir also mobiltelefonie auch abschaffen? ideologischer mißbrauch allein macht eine sache noch lange nicht schlecht.
ein wichtiger sinn (aber kein ideologischer inhalt) von esperanto ist es, eine leicht erlernbare und flexible alternative für eine weltweite kommunikationssprache (als zweitsprache!!!) anzubieten. das angebot ist da - ob du es annimst, bleibt dir überlassen.
interessanterweise bist du derjenige, der immer mit solchen ideologischen wertungen auffällt. letztens hast du behauptet, wir mitteleuropäer würden die kulturelle hoheit (deine worte) über altgriechisch übernehmen wollen. jetzt schiebst du den bösen esperantisten ähnliche absichten in die schuhe… gleichzeitig merkst du nicht, daß die kulturelle hoheit über so gut wie die ganze welt bereits durch die weltweite pseudoenglische kommunikationssprache den englischsprachigen ländern zufällt. damit du mir keine amerikakritik unterstellst, möchte ich festhalten, daß ich darin nicht unbedingt absicht sehe - es ist einfach so, und wenn es die ganze welt akzeptiert, wieso sollten es die englischsprachigen länder nicht akzeptieren?
esperanto will nicht amerika vernichten, sondern die oben beschriebene alternative anbieten. es geht nicht um kulturelle gleichschaltung, sondern um bereicherung, wobei jeder seine eigene sprache und kultur behalten und nach seinen eigenen vorstellungen pflegen kann (was heute gerade die englischsprachigen länder nur bedingt können, weil ja jeder, der englisch spricht, die sprache damit minimal verändert).

auch eine künstlich erschaffene sprache wird nach spätestens 1
generation zur muttersprache, spaltet sich in dialekte auf und
verändert sich (siehe hebräisch).

esperanto ist eine künstlich erschaffene sprache und existiert länger als eine generation - deine aussage kann daher nicht stimmen.
du bringst hier mal wieder zwei dinge durcheinander. hebräisch (im übrigen keine künstlich erschaffene sprache, schlechtes beispiel) ist amtssprache eines landes und muttersprache (sprich. erst- und zum teil einzige sprache) vieler menschen. auf esperanto trifft das alles nicht zu (es gibt sicher auch viele esperantisten, die ihren kindern esperanto quasi als muttersprache beibringen, aber nicht als einzige sprache).
esperanto will eine zweitsprache sein und entgeht damit diesen veränderungen. esperanto will dir deine eigene sprache nicht wegnehmen und deine eigene kultur nicht schmälern, sondern dir ein zusätzliches weltweites kommunikationswerkzeug in die hand geben, damit du deine kultur und deine dekweisen auch weltweit verständlich artikulieren kannst. ich kenne sehr wenig menschen, die das nach 8 oder mehr jahren englischunterricht wirklich auf hohem niveau können.

kurz: wenn das projekt
esperanto gelingen soll, dann wird es alle „vorteile einer
kunstsprache“ verlieren müssen und zu einer natürlichen,
lebenden sprache werden.

blödsinn…
der sinn hinter dem „projekt esperanto“ ist, als weltweite kommunikationssprache zu existieren. nichts weiter. dies ist bereits der fall, denn sehr viele menschen machen vom angebot gebrauch - natürlich nicht alle, aber um ehrlich zu sein kann ich auf kommunikationspartner wie dich sowieso verzichten.
deine logik kann ich nicht nachvollziehen… wieso müßte esperanto das wesen von esperanto verlieren, um erfolgreicher zu werden? erstens wäre es nicht mehr esperanto, und zweitens wärst du dann immer noch dagegen…
esperanto wird nie eine „natürliche“ sprache, aber eine lebende sprache ist es bereits. ob du das wahrhaben willst oder nicht.

3 „Gefällt mir“

Mit
unseren französischen Bekannten sprechen wir z.B. nur auf
Spanisch.

daher schrieb ich ja auch „weltweit zufaellig ausgewaehlte“. im durchschnitt weltweit habe ich nunmal recht. ausnahmen bestaeitegen natuerlich die regel :smile:

gruss
dataf0x

Isländisch oder Albanisch.
Stell dir mal vor ich sage sowas über
Indonesisch oder Hebräisch oder Suaheli oder sowas… *lol*

das kann man nicht vergleichen. es ist nicht nur die anzahl der sprecher, die die sinnhaftigkeit einer sprache ausmachen.

englisch ist die am weitesten verbreitete sprache, und die haeufigste drittsprache. daher ist es auf jeden fall fuer jeden weltweit sinnvoll, englisch auf alltagsniveau zu beherrschen. damit kommst du einfach ueberall ueber die runden.

islaendisch, hebraeisch und indonesisch auf alltagsniveau zu beherrschen hat nur dann einen sinn, wenn du dort lebst.

dagegen hat es begrenzt sinn, englisch auf literarischem niveau zu beherrschen. im damit geld zu verdienen, musst du zu den besten gehoeren, da eben jeder englisch kann und es sehr viele gibt, die es viel besser koennen als du.

wenn du indonesisch, hebraeisch, suaheli auf hohem niveau beherrschst, kannst du das jedoch sehr wohl gut gebrauchen, da es eben wenige leute gibt, die das koennen. du wirst im ausland der einzige weit und breit sein, der diese sprache versteht - und daher sehr gefragt als uebersetzer, kontaktperson, fremdsprachlicher sekretaer usw.

fuer esperanto sehe ich jedoch null grund das zu lernen. man kann weder im alltag noch auf reisen was damit anfangen, noch ist es eine gefragte seltene sprache.

gruss
dataf0x

Dafür ein Stern von mir. Schade, dass er nicht grün ist. :wink:

  • André

aber esperanto wird gesprochen.

in welchem land? von welcher kultur? welche slangwoerter gibt es? wie unterscheidet man alltagssprache von gehobener schriftsprache? wie flucht man auf esperanto? welche gestik und mimik ist typisch?

die
erweiterungsmöglichkeiten von esperanto sind damit wesentlich
höher, als die der meisten anderen sprachen

ob eine sprache erweiterungsfaehig ist oder nicht haengt von ihrer strktur ab und nicht, ob sie kuenstlich erfunden worden sit oder nicht. m.m.n. ist jede sprache erweiterbar, da jede sprache eine struktur besitzt.

in wievielen sprachen bist du im besitz dieses
grundwortschatzes?

in 3. in drei weiteren kann ich mich radebrechend durchschlagen.

solange du logische strukturen nicht in einer fremdsprache
ausdrücken kannst, wofür allerdings nicht der wortschatz,
sondern die grammatik zuständig ist, kannst du vielleicht was
zu essen bekommen, aber nichts interessantes über die menschen
des landes erfahren.

den satz verstehe ich nicht. ich denke, man kann mit einigen englischkenntnissen und pantomimischen kuensten mehr ueber ein land erfahren als ausgerechnet mit esperanto. da koennte man ebenso sagen: EINEN albanischsprecher findest du immer.

weil eine übersetzung nie gleichwertig mit dem original sein
kann.

klar. ist aber fuer den alltagsgebrauch recht ueberfluessig. wer muss schon tolstoi lesen koennen? da lerne man besser englisch, da 99% von film und fernsehen in englisch ist.

du zeigst immer wieder, daß du deinen persönlichen standpunkt
als das maß aller dinge siehst.

als MEIN mass ja. das ist nunmal meine meinung.

hebräisch ist eine ausnahme (dazu später noch mehr), und es
gibt sicher auch andere.

falsch. es gibt keine andere sprache, die jemals von den toten auferstanden worden ist. und warum das ueberhaupt gelingen konnte, und warum das bei esperanto nie gelingen wird, darueber koennte ich weit ausholen.

aber heute haben manche einfach nur den vorteil, daß sie im
englischsprachigen raum geboren und aufgewachsen sind und
daher bestimmen können, was richtiges englisch sein soll…

stimmt nicht mehr. englisch ist laengst von der kultursprache zu einem werkzeug geworden. es sprechen mehr nichtmuttersprachler englisch als muttersprachler.

und sie drücken anderen mit ihrer sprache auch ihre kultur und
ihre denkweise auf.

was bei esperanto nicht der fall ist? dass ich nicht lache!

das ganze ist ein gemisch von 100% „european average“ - d.h. ein pur europaeisches sprachgemisch, geschrieben in europaeischen buchstaben. eigentlich ein glatter witz, sowas „weltsprache ohne kulturelle vorherrschaft“ zu nennen! eurozentristischer, mit starkem slawischen einfluss, gehts nimmer.

nein, aber die, die englisch als muttersprache sprechen, haben
deswegen nicht unerhebliche vorteile. das selbe gilt für
kasachisch nicht - also existiert da ein ungleichgewicht, das
man nicht ohne weiteres so hinnehmen muß (man kann, wenn man
will - werd glücklich damit).

die tatsache dass du einen computer benutzt, und das internet, zeigt, dass du diesen einfluss ohnehin schon akzeptiert hast.

was nutzt dir da deutsch? französisch? schwedisch? finnisch?
weißrussisch? punjabi? japanisch? thai?
alles unnütze sprachen?

kommt drauf an 1. wo du lebst 2. wie gefragt diese sprache dort als fremdsprache ist 3. wieviele menschen diese sprache dort beherschen und 4. wie wichtig das betreffende zielland wirtschaftlich ist. daraus ergibt sich der nutzen. beispiel deutsch: ich habe als deutsche muttersprachlerin in israel vorteile. deutschland ist wichtigster handelspartner nach den USA + wenige junge menschen sprechen perfekt deutsch. englisch und russisch kann fast jeder. damit stichst du nicht heraus. und pubjabi ist eher uninteressant.

wenn du aber weißt, daß du in zwei wochen ins land X reisen
wirst, kannst du wesentlich leichter esperantosprecher finden
(und zwar auch viele, bei denen du kostenlos übernachten
kannst und die dir die gegend zeigen), als deutsch-,
französisch-, schwedisch-, finnisch-, weißrussisch-, punjabi-,
japanisch- oder thaisprecher.

und englisch???
(und wer will schon bei fremden uebernachten??)

  • neue begriffe

falsch. esperanto ist ein konglomerat aus bereits bestehenden sprachen.

  • neue denkschemata

falsch. esperanto ist eine 100% europaeische sprache. das sind KEINE neuen schemata enthalten. ich wette du kennst gr keine „anderen schemata“.

  • neue kultur(en)

esperanto hat keine mit ihr verbundene kultur.

überall heißt in diesem fall wohl: überall, wo du hinfahren
würdest.

sogar dort wo ich niemals hinfahren wuerde, spricht man englisch :wink:

man muß
also nicht an den arsch der welt fahren, um niemanden zu
finden, der englisch kann, oder noch wichtiger: englisch
sprechen WILL.

als tourist bringt man geld. wer nicht englisch mit mir sprechen will, der bekommt eben nichts. (daher spricht jeder strassenjunge in der tuerkei besser englisch als der durchschnittliche deutsche).

interessanterweise erwarten nämlich auch viele im ausland, was
in deutschland von manchen als selbstverständlich angesehen
wird: daß du nämlich ein paar wörter in der landessprache
kannst und daher die menschen, die du um einen gefallen
bittest, nicht auch noch dazu zwingst, in einer anderen
sprache mit dir zu sprechen.

wer nicht mit mir sprechen will, kann es auch sein lassen. in den meisten faellen verliert er und nicht ich (denn wie gesagt … touristen bringen geld!)

interessanterweise bist du derjenige, der immer mit solchen
ideologischen wertungen auffällt. letztens hast du behauptet,
wir mitteleuropäer würden die kulturelle hoheit (deine worte)
über altgriechisch übernehmen wollen.

nicht wollen - ist ja bereits geschehen.

jetzt schiebst du den
bösen esperantisten ähnliche absichten in die schuhe…

nein nein. ich behaupte nur, dass diese ideologie weltfremd ist.

gleichzeitig merkst du nicht, daß die kulturelle hoheit über
so gut wie die ganze welt bereits durch die weltweite
pseudoenglische kommunikationssprache den englischsprachigen
ländern zufällt.

oha…

damit du mir keine amerikakritik
unterstellst, möchte ich festhalten, daß ich darin nicht
unbedingt absicht sehe - es ist einfach so, und wenn es die
ganze welt akzeptiert, wieso sollten es die englischsprachigen
länder nicht akzeptieren?

eben.

esperanto will nicht amerika vernichten, sondern die oben
beschriebene alternative anbieten.

wird aber nicht angenommen! bisher habe ich nirgends in touristengebieten speisekarten, stadtplaene, werbungen usw. auf esperanto gesehen.

hebräisch
(im übrigen keine künstlich erschaffene sprache, schlechtes
beispiel) ist amtssprache eines landes und muttersprache
(sprich. erst- und zum teil einzige sprache) vieler menschen.
auf esperanto trifft das alles nicht zu (es gibt sicher auch
viele esperantisten, die ihren kindern esperanto quasi als
muttersprache beibringen, aber nicht als einzige sprache).

ja das habe ich damit gemeint: esperanto „hat es nicht geschafft“. grund: weil keine notwendigkeit da war (anders als bei hebraeisch).

esperanto will eine zweitsprache sein und entgeht damit diesen
veränderungen.

das ist aber die crux: als zweitsprache wird es nie muttersprache, und somit auch nie lebendig werden. wenn man schon eine zwitsprache anstrebt, warum nicht gleich englisch?

esperanto will dir deine eigene sprache nicht
wegnehmen und deine eigene kultur nicht schmälern, sondern dir
ein zusätzliches weltweites kommunikationswerkzeug in die hand
geben, damit du deine kultur und deine dekweisen auch weltweit
verständlich artikulieren kannst.

das kann man auf englisch.

ich kenne sehr wenig
menschen, die das nach 8 oder mehr jahren englischunterricht
wirklich auf hohem niveau können.

das aendert sich schlagartig, wenn du laender besuchst, in denen nicht synchronisiert wird.

esperanto wird nie eine „natürliche“ sprache, aber eine
lebende sprache ist es bereits.

ist ein widerspruch.

gruss
dataf0x

da kann man sich einfach
Esperantisten im Ausland rauspicken und gratis bei denen
übernachten

na WENN ich die absicht HAETTE, bei wildfremden menschen zu uebernachten, dann wuerde ich mir ueber ICQ jemanden herauspicken, der DEUTSCH kann.

gruss
dataf0x

in welchem land?

in keinem land. das ist ja das schöne - esperanto hält sich nicht an geographische oder politische grenzen. gleichzeitig hast du aber weiterhin die freiheit, dich durch deine eigene sprache, kultur, nationalität usw. von anderen abzugrenzen - es soll leute geben, die das als erstrebenswert betrachten.

von welcher kultur?

von den esperantisten.
(ich höre schon den einwand: aber da esperanto keine lebende sprache ist, kann es auch keine kultur geben, und da es keine kultur gibt, ist es auch keine lebende sprache. versuchs bitte besser.)

welche slangwoerter gibt es?

was weiß ich - ich spreche nicht wirklich esperanto. ich weiß nur, daß es sie sehr wohl gibt. und klarerweise entstehen slangwörter auch innerhalb jeder lokalen community, denn in esperanto sind wortschöpfungen und die integration von insidervokabular überhaupt kein problem.

wie unterscheidet man alltagssprache von gehobener
schriftsprache?

so wie bei jeder anderen sprache auch: gehobene schriftsprache ist das, was man in grammatikbüchern, wissenschaftlichen publikationen, seriösen medien usw. findet, alltagssprache ist das, was man spricht. ich sehe es nicht als nachteil, wenn der unterschied eher gering ist, aber es gibt einen. für nähere infos solltest du einen praktizierenden esperantisten fragen.

wie flucht man auf esperanto?

auch dafür gibt es möglichkeiten - frag einen experten.

welche gestik und mimik ist typisch?

welche gestik und mimik ist für deutsch typisch? und für das ach so weltumfassende englisch?
änderst du deine mimik und gestik, wenn du deine sprache änderst? würdest du anders gestikulieren, wenn du mit mir englisch sprichst, als wenn wir deutsch reden?

ob eine sprache erweiterungsfaehig ist oder nicht haengt von
ihrer strktur ab und nicht, ob sie kuenstlich erfunden worden
sit oder nicht.

natürlich - habe auch nie etwas anders behauptet.
esperanto wurde aber so erfunden, daß die struktur der erweiterungsfähigkeit sehr stark entgegenkommt.

m.m.n. ist jede sprache erweiterbar, da jede
sprache eine struktur besitzt.

auch eine häuserzeile besitzt eine struktur und ist dennoch nicht unbedingt ohne schwierigkeiten erweiterbar…
es gibt große graduelle unterschiede bei der erweiterbarkeit von sprachen.
wenn eine beispielsweise für alle grundlegenden begriffe einsilbige wörter und für komplexere sachverhalte zusammensetzungen derselben verwendet, werden übernommene mehrsilbige fremdwörter immer als fremdkörper wahrgenommen und beeinflussen durch ihre bloße existenz die regeln der sprache.
wenn in einer sprache nur die konsonanten fixiert und die vokale veränderbar und je nach art der veränderung auch bedeutungstragend sind, kann ein fremdwort mit fixierten vokalen ein bißchen konfusion erzeugen.
undsoweiter…

in 3. in drei weiteren kann ich mich radebrechend
durchschlagen.

wow, bin total beeindruckt.

solange du logische strukturen nicht in einer fremdsprache
ausdrücken kannst, wofür allerdings nicht der wortschatz,
sondern die grammatik zuständig ist, kannst du vielleicht was
zu essen bekommen, aber nichts interessantes über die menschen
des landes erfahren.

den satz verstehe ich nicht.

das ist dein problem.

ich denke, man kann mit einigen
englischkenntnissen und pantomimischen kuensten mehr ueber ein
land erfahren als ausgerechnet mit esperanto. da koennte man
ebenso sagen: EINEN albanischsprecher findest du immer.

wie bereits mehrmals erwähnt… esperanto ist nicht dazu gedacht, dich irgendwo durchzuschlagen. aber ich glaube, wenn du dich wirklich für ein land interessierst, findest du leichter einen esperanto- als einen albanischsprecher (außer in albanien), der dir außerdem einiges mehr vermitteln kann, als du mit englischkenntnissen und pantomimischen künsten in erfahrunng bringen kannst. aber auch das ist, wie so vieles andere, nur eine möglichkeit , die dir esperanto bieten kann…

klar. ist aber fuer den alltagsgebrauch recht ueberfluessig.
wer muss schon tolstoi lesen koennen? da lerne man besser
englisch, da 99% von film und fernsehen in englisch ist.

es ging nicht darum, ob es notwendig ist, tolstoi im original lesen zu können… da hast du etwas gründlich mißverstanden…
aber du lebst in einer ziemlichen scheinwelt, wenn du behauptest, daß 99% von film und fernsehen englisch ist. die indische filmindustrie ist beispielsweise produktiver, als die amerikanische, und ich schätze, daß die chinesische auch stark im kommen ist. selbst hier in miteleuropa kriegt man japanische fernsehshows und lateinamerikanischen fußball zu sehen. die liste ließe sich auch hier endlos fortsetzen…

als MEIN mass ja. das ist nunmal meine meinung.

gut, dann einigen wir uns darauf: deiner meinung nach ist esperanto unnötig, meiner meinung nach nicht. so bleibt die entscheidung einfach jedem persönlich überlassen.
das berechtigt dich aber noch lange nicht, hier eine auf lügen basierende verleumdungskampagne zu führen…

falsch. es gibt keine andere sprache, die jemals von den toten
auferstanden worden ist.

du weißt das natürlich ganz genau, weil du die geschichte aller sprachen dieser welt kennst…

und warum das ueberhaupt gelingen
konnte, und warum das bei esperanto nie gelingen wird,
darueber koennte ich weit ausholen.

hol mal weit aus… tust du doch eh immer, wenn dir keine anderen argumente einfallen…
fakt ist: esperanto wird gesprochen, und das was du als „nicht gelingen“ bezeichnest, war nie ziel. bei hebräisch ist das „wiedererwecken“ nur gelungen, weil politische und ideologische motivation im spiel war, auf die esperantisten getrost verzichten können.

stimmt nicht mehr. englisch ist laengst von der kultursprache
zu einem werkzeug geworden. es sprechen mehr
nichtmuttersprachler englisch als muttersprachler.

das mag sein, ist aber noch lange kein gegenargument.
nenne bitte mal nichtmuttersprachliche autoren, journalisten oder dichter, die auf englisch schreiben und damit im englischsprachigen raum ernstgenommen werden und erfolg haben. nenne bitte nichtmuttersprachliche schauspieler oder sänger, die im englischen sprachraum erfolg haben und nicht aufgrund ihrer hörbaren herkunft in gewisse schubladen gesteckt werden. es gibt einzelne beispiele, aber es ist nicht die regel…

was bei esperanto nicht der fall ist? dass ich nicht lache!

esperanto drückt niemandem was auf, denn esperanto basiert auf freiwilligkeit… niemand muß esperanto sprechen und schon gar keine kultur oder ideologie mittragen…

das ganze ist ein gemisch von 100% „european average“ - d.h.
ein pur europaeisches sprachgemisch, geschrieben in
europaeischen buchstaben. eigentlich ein glatter witz, sowas
„weltsprache ohne kulturelle vorherrschaft“ zu nennen!
eurozentristischer, mit starkem slawischen einfluss, gehts
nimmer.

natürlich zeigt esperanto den horizont seines schöpfers… geht ja auch nicht anders… aber sehen wir mal im detail…
esperanto ist vom typ her eine agglutinierende sprache, also alles andere als europäisch ( alle europäischen sprachen mit ausnahme von ungarisch, finnisch, estnisch, baskisch und, sofern du dies als europäisch gelten läßt, türkisch, sind flektierend bzw. mischtypen mit sehr starkem flektierendem anteil).
esperanto ist (das hängt mit dem aggluginierenden typ zusammen) sehr regelmäßig, was für europäische sprachen ebenfalls untypisch ist (es sei denn, du bezeichnest latein als regelmäßig, weil die abweichungen in unzählige kategorien zusammengefaßt werden).
das grundvokabular von esperanto ist tatsächlich europazentriert, innerhalb der europazentriertheit aber ziemlich breit gestreut, außerdem vollkommen offen für erweiterungen aus anderen sprachen. jedenfalls muß jeder potentielle esperantosprecher einen gewissen teil des vokabulars neu lernen.
die lateinische schrift ist ein konsens. esperanto würde mit jeder anderen buchstabenschrift funktionieren, sofern zeichen für die entsprechenden phoneme vorhanden sind.
alles in allem ist esperanto wesentlich neutraler, als jede andere sprache (klar, neutraler gehts auch, erfinde bitte eine entsprechende plansprache), und hat den riesigen vorteil, niemandem zu gehören.

die tatsache dass du einen computer benutzt, und das internet,
zeigt, dass du diesen einfluss ohnehin schon akzeptiert hast.

ich kann mit den folgen leben, das ist aber nicht gleichbedeutend mit hinnehmen…

kommt drauf an 1. wo du lebst 2. wie gefragt diese sprache
dort als fremdsprache ist 3. wieviele menschen diese sprache
dort beherschen und 4. wie wichtig das betreffende zielland
wirtschaftlich ist. daraus ergibt sich der nutzen.

mir scheint, du setzt nutzen immer nur mit wirtschaftlichem nutzen gleich. manch anderer nicht.

beispiel deutsch:
ich habe als deutsche muttersprachlerin in israel
vorteile. deutschland ist wichtigster handelspartner nach den
USA + wenige junge menschen sprechen perfekt deutsch. englisch
und russisch kann fast jeder. damit stichst du nicht heraus.

aha, also hat englisch wiederum keine vorteile? wieso empfiehlst du es uns trotzdem als das non plus ultra?

und pubjabi ist eher uninteressant.

für dich. für 100 millionen andere nicht. und ich bin sicher, auch in israel gibt es punjabisprecher, die davon leben können.

und englisch???

ja, du findest wahrscheinlich an den meisten orten dieser erde leichter einen englischsprecher, als einen esperantisten (in brasilien oder china vielleicht auch nicht - wer weiß). und? die englischsprecher, die du findest, sind irgendwelche leute, die esperantosprecher hingegen haben zumindest einen halbwegs offenen horizont, ein gemeinsames hobby und andere dinge…

(und wer will schon bei fremden uebernachten??)

manche ja, manche nicht. aber niemand muß. es ist bezeichnend, daß du alle möglichkeiten, die esperanto bietet, als zwang mißinterpretierst.

  • neue begriffe

falsch. esperanto ist ein konglomerat aus bereits bestehenden
sprachen.

das bedeutet, daß jeder die begriffe, die aus anderen sprachen als seiner muttersprache stammen, lernen muß. also doch richtig.

  • neue denkschemata

falsch. esperanto ist eine 100% europaeische sprache. das sind
KEINE neuen schemata enthalten. ich wette du kennst gr keine
„anderen schemata“.

die wette gilt…
da ich eine agglutinierende sprache als muttersprache habe und mehrere flektierende sprachen beherrsche und prinzipiell über sprachtypen und die damit zusammenhängenden denkmechanismen bescheid weiß, kenne ich sehr wohl andere. und ich weiß auch, daß die 100% nicht stimmen (wie bereits weiter oben ausgeführt). für die meisten europäer ist das sehr wohl ein neues denkschema. also doch richtig…

  • neue kultur(en)

esperanto hat keine mit ihr verbundene kultur.

esperanto hat sehr wohl eine mit ihr verbundene kultur. du kannst es leugnen, aber das ändert nichts an der realität - esperanto hat etwas, was die esperantisten als kultur empfinden. englisch hingegen hat keine mit der sprache verbundene homogene kultur.
außerdem ermöglicht esperanto, andere esperantisten aus der ganzen welt kennenzulernen - also doch auch wieder kontakt mit anderen kulturen. in dieser hinsicht steht esperanto anderen sprachen nicht nach.

sogar dort wo ich niemals hinfahren wuerde, spricht man
englisch :wink:

meine gegenbeispiele ignorierst du mal wieder sehr elegant…

als tourist bringt man geld. wer nicht englisch mit mir
sprechen will, der bekommt eben nichts. (daher spricht jeder
strassenjunge in der tuerkei besser englisch als der
durchschnittliche deutsche).

du sprichst also lieber mit menschen, die sich sprachlich prosituieren und sich sowieso an der von dir vergötterten kultur orientieren, als mit dem durchschnittseinwohner eines fremden landes. naja, auch eine weltsicht…

wer nicht mit mir sprechen will, kann es auch sein lassen. in
den meisten faellen verliert er und nicht ich (denn wie gesagt
… touristen bringen geld!)

gut… mir bringt die unterhaltung mit dir bereits zum wiederholten male nichts. ich führe sie nur, weil sie vielleicht anderen was bringt. auch wenn ich dafür nichts kriege… auch eine weltsicht.

nicht wollen - ist ja bereits geschehen.

ach ja… die bösen mitteleuropäer haben altgriechisch total vereinnahmt… und das ist auch genug zu diesem thema.

nein nein. ich behaupte nur, dass diese ideologie weltfremd
ist.

es ist keine ideologie. so einfach ist das. wenn du sie als ideologie darstellst und in schubladen steckst, kommst du wohl oder übel zu irgendwelchen widersprüchen.

oha…

du sagst ja selbst, daß soundsoviel prozent (die von dir genannten werte sind natürlich falsch) des weltweiten film- und fernsehkonsums, des internets usw. englisch oder zumindest durch das englische beeinflußt sind. das ist eine tatsache (ohne ideologische wertung, aber bitte schieb mir eine in die schuhe, ich steh drauf).

wieso sollten es die englischsprachigen
länder nicht akzeptieren?

eben.

ja eben… sie akzeptieren es. daß sie ihre eigenen nachteile (den verfall der sprache durch die weltweite nicht besonders niveauvolle verwendung) in kauf nehmen, ist ihre sache. aber ich bin nicht englischsprachig und muß die entwicklung nicht gut finden… also sehe ich mich nach alternativen um. auch wieder ohne ideologischen hintergrund.

wird aber nicht angenommen! bisher habe ich nirgends in
touristengebieten speisekarten, stadtplaene, werbungen usw.
auf esperanto gesehen.

esperanto hat dort em ehesten einen sinn, wo die menschen esperanto können. daher haben die meisten touristenregionen kein interesse daran. im internet ist esperanto aber durchaus weit verbreitet. die esperantosprachige wikipedia ist unter den 10 größten.

ja das habe ich damit gemeint: esperanto „hat es nicht
geschafft“. grund: weil keine notwendigkeit da war (anders als
bei hebraeisch).

esperanto hat es nicht geschafft, einzige mutter- oder amtssprache zu werden, und wird dies auch nie schaffen, weil das niemand will. am wenigsten die esperantisten.

das ist aber die crux: als zweitsprache wird es nie
muttersprache, und somit auch nie lebendig werden.

die zweitsprache will nicht muttersprache werden - da ist keine crux.
eine sprache ist lebendig, wenn sie gesprochen wird (was auf esperanto zutrifft) und sich der sich verändernden welt anpassen kann (was auf esperanto ebenfalls zutrifft). mir fallen keine weiteren kriterien ein, die eine lebende sprache betreffen. einzige mutter- oder amtssprache zu sein ist jedenfalls kein kriterium (dann wäre baskisch auch keine lebende sprache).

wenn man
schon eine zwitsprache anstrebt, warum nicht gleich englisch?

warum nicht englisch? weil englisch für manche eben sehr wohl einzige mutter- und amtssprache ist, was zu bereits mehrmals ausgeführten negativen effekten führt. weil englisch bei weitem nicht so leicht zu erlernen und so flexibel ist, wie esperanto.

das kann man auf englisch.

man könnte - aber die wenigsten können es wirklich.

das aendert sich schlagartig, wenn du laender besuchst, in
denen nicht synchronisiert wird.

in finnland wird nicht oder nur sehr wenig synchronisiert. ich war bei einer finnischen familie zu besuch, wo die mutter gut deutsch und englisch (und sicher auch schwedisch) sprach, der 11-jährige junge ebenfalls, der vater hingegen, der immerhin mal international bekannter spitzensportler war, kaum ein wort englisch oder deutsch konnte. bitte klär ihn auf, daß das eigentlich gar nicht geht.

esperanto wird nie eine „natürliche“ sprache, aber eine
lebende sprache ist es bereits.

ist ein widerspruch.

nein. natürlich in unterscheidung zu künstlich ist eine sprache dann, wenn sie nicht entworfen wird, sondern entsteht. eine lebende sprache wird gesprochen und kann sich entwickeln, wie bereits erwähnt. das ist kein widerspruch, sondern trifft neben esperanto auch auf andere plansprachen, gebärdensprachen, sogar programmiersprachen zu.

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Hi Andre,
ich hasse Esperanto nicht. Soweit würde ich nicht gehen. Ich hasse z.B. auch nicht das Hobby mancher Mitmenschen z.B. Briefmarkensammeln.
Ich halte nur beide Dinge für völlig sinnlos! Und an der Stelle rege ich mich eben darüber auf, wenn behauptet wird, Esperanto zu lernen mache Sinn.
Alleine die Tatsache, daß dieses künstliche, stark simplifizierte Sprachsystem leicht erlernbar ist, gibt ihm noch nicht den Sinn.
Denn Sinn macht eine Sprache nur dann, wenn man sie (spontan) z.B. zur Kommunikation einsetzen kann. Und da sieht es mit Esperanto sehr schlecht aus - ausgenommen die organisierten Kaffeerunden. Ansonsten kann man natürlich auch Zeitschriften und Bücher auf Esperanto lesen. Man kann aber eben auch Briefmarken sammeln.
An der Stelle muß der Esperantist einfach mal unterscheiden zwischen Sinn und evtl.Hobby. Jetzt war ja die Eingangsfrage von Sanni war ja nach dem SINN von
Esperanto, und da rät man natürlich ab! Ist doch keine Frage!

Spannend ist für mich die Frage, ob Esperanto wertvoll ist. Auch da würde ich sagen: Nein. 'Tschuldigung, das ist meine Meinung. Der Einwand mancher, z.B. man könne mit Esperanto auch Kunst erschaffen, lasse ich einfach so stehen. Der Kunstbegriff ist ja ohnehin so nicht fassbar. Der Wert von Kunst spiegelt sich auch nicht im Wert seiner einzelnen Elemente wider. Sonst würden ja manche Kunstwerke, die z.B. aus Abfall bestehen, in die Tonne gehören (s. Beuys)

Dass Esperanto allerdings künstlich und somit leblos ist, möchte ich gerne wenigstens ansatzweise begründen, wobei mich gyuri an der Stelle mißverstanden hat:
Ausgehend von der Assoziation: Ausdruck - Inhalt (Zeichengestalt und Begriff in der Verwendung nach dem alten De Saussure)
Möglicherweise kann Sprache auf der Basis dieser eineindeutigen Zuordnung funktionieren. Aber lebendig wird sie erst z.B: durch Andeutungen, Verknüpfungen zu
anderen Inhalten, die in diesen Ausdrücken oder Kombinationen von Ausdrücken stecken.

Eben durch Konnotationen, die bei den „Sendern & Empfängern“ existieren. (Ebenso:Redewendungen, sprachliche Bilder.) Die kommen ja auch nicht von ungefähr.
Vorraussetzung dafür ist eine Geschichte. Sei es die Entwicklungsgeschichte der Sprache selbst, die Literaturgeschichte oder die Geschichte der Gemeinschaft der Sprecher. Das läßt sich nicht so einfach aus den anderen Sprachen rübernehmen. Jede Sprache / Sprachgemeinschaft hat eben ihre eigenen. (Okinaptz hat dies treffend mit Esperantonien auf den Punkt gebracht!) Literatur in Esperanto muß auf solche Mittel weitgehend verzichten!

Der Einwand mit Indonesisch oder Hebräisch etc. wurde ja bereits entkräftigt.

Viele Grüße, Joachim.

Denn Sinn macht eine Sprache nur dann, wenn man sie (spontan)
z.B. zur Kommunikation einsetzen kann.

eben nicht nur
(ganz abgesehen von der tatsache, daß alles, auch die weigerung, in einer für andere verständlichen sprache zu kommunizieren, kommunikation ist…)

Aber lebendig wird sie
erst z.B: durch Andeutungen, Verknüpfungen zu
anderen Inhalten, die in diesen Ausdrücken oder Kombinationen
von Ausdrücken stecken.

und wieso glaubst du zu wissen, daß es derlei dinge bei esperanto nicht gibt?

Vorraussetzung dafür ist eine Geschichte. Sei es die
Entwicklungsgeschichte der Sprache selbst, die
Literaturgeschichte oder die Geschichte der Gemeinschaft der
Sprecher. Das läßt sich nicht so einfach aus den anderen
Sprachen rübernehmen. Jede Sprache / Sprachgemeinschaft hat
eben ihre eigenen. (Okinaptz hat dies treffend mit
Esperantonien auf den Punkt gebracht!) Literatur in Esperanto
muß auf solche Mittel weitgehend verzichten!

esperanto hat geschichte. sowohl eine sprachgeschichte (die trotz eindeutiger regeln und der relativ kurzen lebensdauer existiert) als auch eine literaturgeschichte (die du nur erkennen kannst, wenn du dich damit beschäftigst, was du offensichtlich nicht tust). ebenso eine geschichte (oder eigentlich mehrere parallelgeschichten) der sprechergemeinschaft (die zum beispiel in ziemlich jeder diktatur verfolgt wurden, auch in sowjetunion oder in der DDR, was die bemühungen mancher, esperantisten in die linke ecke zu stellen, ad absurdum führt) und natürlich die persönliche geschichte jedes einzelnen…

Hi Andre,

Hi Joachim,

ich hasse Esperanto nicht. Soweit würde ich nicht gehen. Ich
hasse z.B. auch nicht das Hobby mancher Mitmenschen z.B.
Briefmarkensammeln.
Ich halte nur beide Dinge für völlig sinnlos! Und an der
Stelle rege ich mich eben darüber auf, wenn behauptet wird,
Esperanto zu lernen mache Sinn.

Es ist nur eine Frage der Auslegung, was du unter Sinn verstehst. Ich habe Esperanto auch nicht gelernt, um besser in der Welt zurechtzukommen. Ich glaube, die wenigsten tun das. Schachspielen oder Star Trek gucken hat ungefähr genauso wenig oder viel Sinn wie Esperanto zu lernen.

Alleine die Tatsache, daß dieses künstliche, stark
simplifizierte Sprachsystem leicht erlernbar ist, gibt ihm
noch nicht den Sinn.

Vielleicht nicht den Sinn, den du suchst. Aber wenn man berücksichtigt dass sich der Personenkreis, mit dem man sich verständigen kann, steigt, wenn man Esperanto spricht (auch wenn diese eher verstreut sind), so sehe ich keinen Nachteil darin, Esperanto zu lernen. Zumindest geht’s schnell.
Ich hab’s ja auch mehr aus Spaß gelernt, und jetzt kann ich halt eine Sprache mehr.

Denn Sinn macht eine Sprache nur dann, wenn man sie (spontan)
z.B. zur Kommunikation einsetzen kann. Und da sieht es mit
Esperanto sehr schlecht aus - ausgenommen die organisierten
Kaffeerunden. Ansonsten kann man natürlich auch Zeitschriften
und Bücher auf Esperanto lesen. Man kann aber eben auch
Briefmarken sammeln.

Eben, und wenn es manchen Personen reicht, einmal im Monat Esperanto zu sprechen, zweimal im Jahr für ‚ne Woche ins Ausland zu fahren/fliegen um Esperanto zu sprechen oder ab und zu mal in der Sprache zu chatten, dann seh‘ ich da kein Problem bei. Wenn ich Albanisch lernen würde, weil ich eine Großtante dort habe (hab ich nicht, aber egal), die ich aller 2 Jahre mal besuche, dann würdest du das doch auch nicht sinnlos finden, oder? Oder besser noch Jiddisch - die sind auch verstreut.

An der Stelle muß der Esperantist einfach mal unterscheiden
zwischen Sinn und evtl.Hobby. Jetzt war ja die Eingangsfrage
von Sanni war ja nach dem SINN von
Esperanto, und da rät man natürlich ab! Ist doch keine Frage!

So „natürlich“ ist das nicht. Wenn etwas Sinn macht, heißt das mit anderen Worten, dass es ‚einem etwas bringt‘. Und mir hat es was gebracht: Interessante Kontakte, einige interessante Bücher und Lieder, Spaß & Zeitvertreib ab und zu, die Kenntnis einer neuen Sprache.
Du kannst nicht bestreiten, dass die Kenntnis einer Fremdsprache einem Vorteile beim Erlernen einer weiteren bringt. Ich habe nach Esperanto Spanisch gelernt und fand’s ziemlich leicht, eben weil ich viele Wörter schon von Esperanto her kannte und mir auch einige grammatikalische Zusammenhänge bereits bekannt waren. Von der Seite hat’s mir auf alle Fälle einiges gebracht.

Spannend ist für mich die Frage, ob Esperanto wertvoll ist.
Auch da würde ich sagen: Nein. 'Tschuldigung, das ist meine
Meinung. Der Einwand mancher, z.B. man könne mit Esperanto
auch Kunst erschaffen, lasse ich einfach so stehen. Der
Kunstbegriff ist ja ohnehin so nicht fassbar. Der Wert von
Kunst spiegelt sich auch nicht im Wert seiner einzelnen
Elemente wider. Sonst würden ja manche Kunstwerke, die z.B.
aus Abfall bestehen, in die Tonne gehören (s. Beuys)

Joa, da haste Recht. Da man auf Esperanto schreiben/sprechen kann, wie in jeder anderen Sprache auch, gibt’s zumindest bei dem Punkt ja keine diskutablen Probleme. :wink:
Naja, ein kleiner Vorteil: Die Grammatik erlaubt’s, etwas wörtlicher aus der Originalsprache zu übersetzen, wenn man etwas übersetzt. Aber das nur nebenbei.

Dass Esperanto allerdings künstlich und somit leblos ist,
möchte ich gerne wenigstens ansatzweise begründen, wobei mich
gyuri an der Stelle mißverstanden hat:
Ausgehend von der Assoziation: Ausdruck - Inhalt
(Zeichengestalt und Begriff in der Verwendung nach dem alten
De Saussure)
Möglicherweise kann Sprache auf der Basis dieser
eineindeutigen Zuordnung funktionieren. Aber lebendig wird sie
erst z.B: durch Andeutungen, Verknüpfungen zu
anderen Inhalten, die in diesen Ausdrücken oder Kombinationen
von Ausdrücken stecken.

Eben durch Konnotationen, die bei den „Sendern & Empfängern“
existieren. (Ebenso:Redewendungen, sprachliche Bilder.) Die
kommen ja auch nicht von ungefähr.
Vorraussetzung dafür ist eine Geschichte. Sei es die
Entwicklungsgeschichte der Sprache selbst, die
Literaturgeschichte oder die Geschichte der Gemeinschaft der
Sprecher. Das läßt sich nicht so einfach aus den anderen
Sprachen rübernehmen. Jede Sprache / Sprachgemeinschaft hat
eben ihre eigenen. (Okinaptz hat dies treffend mit
Esperantonien auf den Punkt gebracht!) Literatur in Esperanto
muß auf solche Mittel weitgehend verzichten!

Hm, da bin ich nicht so ganz sicher…
Inwieweit wäre Esperanto denn davon beeinträchtigt, dass die Wortgeschichte „nur“ ca. 120 Jahre zurückliegt? Bezieht sich das jetzt auf die Anwendung der Sprache an sich? Ich meine… wenn wir Deutsch sprechen sind wir uns ja nicht der sprachlichen Herkunft der Wörter bewusst. Esperanto zu sprechen fühlt sich auch nicht viel anders an, als Englisch oder Spanisch.
Also ich sähe das nicht als einen Nachteil. Also mit anderen Worten: Glaubst du, du würdest den Punkt als Nachteil empfinden, wenn du nicht wüsstest, dass Esperanto künstlich ist?

Der Einwand mit Indonesisch oder Hebräisch etc. wurde ja
bereits entkräftigt.

Viele Grüße, Joachim.

Gruß,

  • André
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zum kern des arguments
esperanto-verfechter behaupten, esperanto wäre eine neutrale sprache, die nicht als kulturgut anderen aufgezwungen wird wie das beim englischen der fall sein soll.

die lateinische schrift ist ein konsens.

dahinter steckt aber derselbe „aufzwinggedanke“ wie bei englisch („die normative kraft des faktischen“ - was es schon mehrheitlich kulturell gibt, nehmen wir mal her.) man kann also ebenso von englisch sagen, daß es ein „konsens“ ist!

exakt dasselbe gilt für die sprachstruktur des esperanto, wo auch behauptet wird, diese wäre „neutral“. ob flektierend oder agglutinierend ist völlig jacke wie hose - BEIDES sind europäische prinzipien. es geht auch ganz anders.

damit hast du die gesamte esperanto-ideologie ad absurdum geführt.

würde jetzt mal gerne da was drauf hören.
das restliche hic hac habe ich gelöscht.

gruß
dataf0x

aber esperanto wird gesprochen.

in welchem land? von welcher kultur? welche slangwoerter gibt
es? wie unterscheidet man alltagssprache von gehobener
schriftsprache? wie flucht man auf esperanto? welche gestik
und mimik ist typisch?

Kann ich dir sagen…
Land und Kultur hat gyuri ja schon gesagt.
Slangwörter gibt’s einige, aber da ich auch noch nicht so lange dabei bin, bin ich mir derer noch nicht ganz so bewusst. Ein paar wären aĉa (sozusagen ‚scheiße‘), ci (ähnl. Engl. „thou“, manchmal abwertende Konnotation), fegi (eigtl. falscher Augmentativ von fi, was sowas wie pfui heißt), … - die sind nicht alle vom Dr. Zamenhof erfunden worden, sondern haben sich mit der Zeit entwickelt.

Gehobene Schriftsprache unterscheidet sich vor allem durch etwas variablere Wortstellung im Satz, durch Verwendung von Begriffen, die man in der Alltagssprache weniger verwendet. Teilweise gibt’s ‚ne Apostrophierung (erklär‘ ich jetzt aber nicht), was man in der normalen Sprache eher selten macht. Manche Sachen sagt man auch, aber schreiben würde man sie kaum, oder umgekehrt.

Fluche oder irgendwelche „schweinischen Ausdrücke“ gibt’s genügend. Fek! heißt „Scheiße!“, ĉiesulino heißt „Hure“, damne kannst du dir sicherlich aus dem Englischen ableiten. Willst du noch mehr hören?

Bei Gestiken und Mimiken gibt es m.W. keine Beschränkungen, aufgrund der Internationalität. Aber sowas trifft ja auch nicht auf alle natürlichen Sprachen zu.

solange du logische strukturen nicht in einer fremdsprache
ausdrücken kannst, wofür allerdings nicht der wortschatz,
sondern die grammatik zuständig ist, kannst du vielleicht was
zu essen bekommen, aber nichts interessantes über die menschen
des landes erfahren.

den satz verstehe ich nicht. ich denke, man kann mit einigen
englischkenntnissen und pantomimischen kuensten mehr ueber ein
land erfahren als ausgerechnet mit esperanto. da koennte man
ebenso sagen: EINEN albanischsprecher findest du immer.

Klar kannst du, aber WIE? Sag jetzt nicht, im ICQ suchen…
Esperantisten zu finden ist da leichter.
Aber Recht hast du in dem Punkt schon ein bisschen. Nur spricht das halt nicht gegen Esperanto. :wink:

falsch. es gibt keine andere sprache, die jemals von den toten
auferstanden worden ist. und warum das ueberhaupt gelingen
konnte, und warum das bei esperanto nie gelingen wird,
darueber koennte ich weit ausholen.

Einfacher Grund: Esperanto war nie tot. :wink:

was bei esperanto nicht der fall ist? dass ich nicht lache!

das ganze ist ein gemisch von 100% „european average“ - d.h.
ein pur europaeisches sprachgemisch, geschrieben in
europaeischen buchstaben. eigentlich ein glatter witz, sowas
„weltsprache ohne kulturelle vorherrschaft“ zu nennen!
eurozentristischer, mit starkem slawischen einfluss, gehts
nimmer.

Da muss ich dir Recht geben, in beiden Punkten. Aber stell dir mal eine Sprache vor, die wirklich von allen Sprachen das Vokabular und die Grammatik zusammenzuklamüsern versucht… da würdest du nix verstehen und kaum einer würde sie lernen.
Kennst du Lojban? Eine weitere künstliche Sprache, die allerdings nicht das Weltsprachenziel von Esperanto innehat. Die Wörter dort sind jeweils zusammengesetzt aus den Phonemen der meistverbreiteten und/oder meistgesprochenen Sprachen (Englisch, Spanisch, Chinesisch, Arabisch und Hindi, glaube ich). Macht augenscheinlich mehr Sinn, aber guck dir mal einen Text in der Sprache an - du verstehst kein Wort. Sowas schreckt ab.
Es gibt auch in China, Japan, Russland, Ungarn etc. viele tausend Esperantisten, auch wenn deren Sprachen nicht unmittelbar mit den „typisch-europäischen“ verwandt sind.


wenn du aber weißt, daß du in zwei wochen ins land X reisen
wirst, kannst du wesentlich leichter esperantosprecher finden
(und zwar auch viele, bei denen du kostenlos übernachten
kannst und die dir die gegend zeigen), als deutsch-,
französisch-, schwedisch-, finnisch-, weißrussisch-, punjabi-,
japanisch- oder thaisprecher.


und englisch???
(und wer will schon bei fremden uebernachten??)


Eben das ist der Punkt. Als Esperantist ist man sich nicht „fremd“, da hat man eine Gemeinsamkeit. Klingt sehr idealistisch und kitschig und vielleicht kommunistisch, ich weiß… ich mag den Punkt auch nicht so gerne, aber er ist nun mal wahr. Bei 'nem Espi weißte eher, woran du bist, als bei 'nem x-beliebigen Engländer, Albaner, Kasachen oder Hebräer.

- neue begriffe


falsch. esperanto ist ein konglomerat aus bereits bestehenden
sprachen.


Sind andere Sprachen das etwa nicht? Guck dir mal Englisch an, ein Wust aus keltischen, germanischen und romanischen Einflüssen! Von irgendwelchen Kreolsprachen ganz zu schweigen.

- neue denkschemata


falsch. esperanto ist eine 100% europaeische sprache. das sind
KEINE neuen schemata enthalten. ich wette du kennst gr keine
"anderen schemata".


Lieber ein paar mehr europäische Schemata bzw. ein neues, als nur das vom eigenen Land, findest du nicht?

- neue kultur(en)


esperanto hat keine mit ihr verbundene kultur.


Ohwohl, was glaubst du denn? Esperanto mag kein Volk haben, aber Kultur hat’s noch und nöcher. Erzähl also nicht sowas.


jetzt schiebst du den
bösen esperantisten ähnliche absichten in die schuhe...


nein nein. ich behaupte nur, dass diese ideologie weltfremd
ist.


Dir vielleicht. Und Joachim offenbar auch. Anderen geht’s nicht so.

esperanto will nicht amerika vernichten, sondern die oben
beschriebene alternative anbieten.


wird aber nicht angenommen! bisher habe ich nirgends in
touristengebieten speisekarten, stadtplaene, werbungen usw.
auf esperanto gesehen.


Ich schon mehrmals, auch außerhalb von Esperantotreffen und dergleichen. Würdest du Esperanto denn überhaupt erkennen, wenn du’s siehst?


esperanto will eine zweitsprache sein und entgeht damit diesen
veränderungen.


das ist aber die crux: als zweitsprache wird es nie
muttersprache, und somit auch nie lebendig werden. wenn man
schon eine zwitsprache anstrebt, warum nicht gleich englisch?


Hm, es gibt ca. 2000 Muttersprachler. Mehr als von vielen anderen Sprachen… Esperanto ist also definitiv lebendig. Dein Argument macht irgendwie keinen Sinn.
Und das mit dem Englisch: Ich würde Esperanto nicht Englisch vorziehen, ich erkenne schon den Status des Englischen als „Quasi-Pseudo-Weltsprache“ an.

esperanto will dir deine eigene sprache nicht
wegnehmen und deine eigene kultur nicht schmälern, sondern dir
ein zusätzliches weltweites kommunikationswerkzeug in die hand
geben, damit du deine kultur und deine dekweisen auch weltweit
verständlich artikulieren kannst.


das kann man auf englisch.


Oder eben auf Esperanto, wie man’s will…

ich kenne sehr wenig
menschen, die das nach 8 oder mehr jahren englischunterricht
wirklich auf hohem niveau können.


das aendert sich schlagartig, wenn du laender besuchst, in
denen nicht synchronisiert wird.


Gegenargument: Bei Esperanto musst du da nicht erst 1 Jahr in so 'nem Land leben.

esperanto wird nie eine "natürliche" sprache, aber eine
lebende sprache ist es bereits.


ist ein widerspruch.


lach So ein Käse! :smile:
Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen „natürlich“ und „lebend“. Latein ist tot, aber es ist war trotzdem natürlich.

gruss
dataf0x


Gruß,
- André

2 „Gefällt mir“

esperanto-verfechter behaupten, esperanto wäre eine neutrale
sprache, die nicht als kulturgut anderen aufgezwungen wird wie
das beim englischen der fall sein soll.

von aufzwingen kann allein schon daher keine rede sein, weil esperanto auf vollkommener freiwilligkeit beruht - du wirst nirgends auf der welt auch nur durch die umstände gezwungen, esperanto zu lernen.

dahinter steckt aber derselbe „aufzwinggedanke“ wie bei
englisch („die normative kraft des faktischen“ - was es schon
mehrheitlich kulturell gibt, nehmen wir mal her.)

da hast du natürlich recht - die lateinische schrift könnte man als zutiefst europäisch und damit nicht mehr neutral bezeichnen (was man zwar durch einen blick in die entwicklungsgeschichte der schrift falszifizieren könnte, aber seis drum).
wie gesagt: es steht dir frei, jede andere buchstabenschrift für esperanto zu verwenden, oder von mir aus auch eine silbenschrift, wenn du eine passende findest oder entwickelst. ich bin sicher, die esperantogemeinde wäre einem sinnvollen und brauchbaren vorschlag kein bißchen abgeneigt…
bei der erfindung von esperanto stand aber unter anderem die praktikabilität der sprache im vordergrund. sieh dir mal die alternativen an:

  • eine neue schrift erfinden. wäre zwar vordergründig neutral, du würdest aber dennoch irgendwelche kulturellen beeinflussungen feststellen und ankreiden. außerdem müßte dann jeder esperantosprecher eine neue schrift erlernen.
  • eine andere existierende schrift übernehmen: wäre weit weniger neutral, weil keine andere in frage kommende schrift von annähernd so vielen menschen beherrscht wird.
  • eine schrift aus verschiedenen existierenden schriftsystemen zusammenzimmern: das wäre in der tat habwegs neutral und gerecht… und die typographen würden schimpfen…

man kann
also ebenso von englisch sagen, daß es ein „konsens“ ist!

klar kann man… englisch ist ein konsens, und es ist ja auch ok, daß (fast) jeder englisch spricht… esperanto ist nicht gegen englisch, wann kapierst du das endlich?
aber englisch ist nicht nur wegen der schrift, sondern auch wegen anderer aspekte nicht neutral und wertfrei… als konsens kann man es akzeptieren, aber es ist nicht das non plus ultra (was esperanto natürlich auch nicht ist, aber es ist eine alternative, und für manche durchaus eine ernstzunehmende und interessante).

exakt dasselbe gilt für die sprachstruktur des esperanto, wo
auch behauptet wird, diese wäre „neutral“. ob flektierend oder
agglutinierend ist völlig jacke wie hose - BEIDES sind
europäische prinzipien. es geht auch ganz anders.

da sieht man wieder, wie wenig ahnung du hast…
demnach ist arabisch auch eine im prinzip europäische sprache, weil flektierend?
und die uralischen sprachen, japanisch, koreanisch, mongolisch, die dravidischen sprachen, inuktitut, swahili, malaiisch sowie ausgestorbene sprachen des irans und des nahen ostens wie sumerisch, elamitisch, hurrianisch oder hethitisch sind typisch europäische sprachen, weil agglutinierend?
tatsächlich ist zwar auch der fleiktierende typ bei weitem nicht auf europa beschränkt, aber der agglutinierende typ ist in europa viel eher die ausnahme als zb. in asien.
natürlich geht es auch anders… aber beispielsweise ein isolierender sprachtyp wäre stark chinazentriert.

damit hast du die gesamte esperanto-ideologie ad absurdum
geführt.

damit hast du höchstens zum wiederholten male deine unwissenheit und deine etwas verzerrte wahrnehmung bekundet.

ein letztes mal zum mitschreiben: es gibt keine esperanto-ideologie. die bestrebungen, die sprache möglichst neutral zu erschaffen, konnten aus praktischen gründen nicht vollkommen konsequent durchgehalten werden (sofern dies überhaupt vollkommen konsequent möglich wäre, was ich nicht wirklich glaube). wenn du damit ein problem hast, geh zu einem psychiater, aber erschaffe nicht irgendwelche ideologien, wo es keine gibt.

würde jetzt mal gerne da was drauf hören.

war das genug?

das restliche hic hac habe ich gelöscht.

danke, es war schon etwas mühsam, immer und immer wieder die selben pseudoargumente zu lesen und zu beantworten.

3 „Gefällt mir“

Vorraussetzung dafür ist eine Geschichte. Sei es die
Entwicklungsgeschichte der Sprache selbst, die
Literaturgeschichte oder die Geschichte der Gemeinschaft der
Sprecher.

ja!

trotzdem möchte ich - ausgehend vom hebräischen, das ja auferstanden worden ist - , dazufügen, daß die „künstlichkeit“ einer sprache (teilweise steht hebräisch an „künstlichkeit“ dem esperanto um nichts nach!) kein hinderungsgrund für ihr aufleben ist. die tatsache daß eine sprache „engineered“ (ich weiß kein besseres wort) worden ist, heißt noch lange nicht, daß sie NICHT eine geschichte haben kann (in der zukunft) noch daß sie KEINE bilder, andeutungen, witze, fäkalsprache usw. erlaubt bzw. ermöglicht. diese dinge sind nämlich alle im hebräischen geschehen, obwohl die sprache zuvor tausende jahre hinweg eine reine literatursprache wie latein war.

ich KANN mir durchaus vorstellen, daß das esperanto zum leben erweckt wird. (ich würde als eurosprache allerdings lieber latein erwecken). daß das nicht geschieht hat seinen grund nicht in der sprache, sondern in den menschen und bedingungen rund um das sprechen von esperanto.

kurz: angenommen man würde den mars kolonisieren. jeder martianer soll 1. ein neues leben beginnen 2. eine neue identität bekommen 3. sich mit allen martianern verbunden fühlen und 4. eine neue geschichte begründen - DANN hätte eine kunstsprache durchaus eine chance! allerdings wäre mir dann esperanto viel zu 1. europäisch 2. lateinisch 3. slawisch. aber man darf nicht vergessen: irgendwann wäre es MARTIANISCH. und dann ist das ziel erreicht.

gruß
dataf0x

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warum fällt es dir nicht auf, daß du dich hier widersprichst? die argumente, mit denen du die lateinische schrift als kompromiß rechtfertigst und die erfindung einer neuen als überflüssig, unpraktikabel usw. darstellst, kann man ebenso dazu verwenden, englisch als kompromiß zu rechtfertigen und esperanto als überflüssig und unpraktikabel zu deklarieren.

außerdem müßte dann
jeder esperantosprecher eine neue schrift erlernen.

da chinesisch, russisch, arabisch und hindi unter den meistgesprochenen sprachen überhaupt sind und diese gebiete milliarden einwohner haben, gehe ich mal grob davon aus, daß die mehrheit der weltbevölkerung eine andere als die lateinische schrift schreibt und liest. ein globaler esperantolerner muß also sehr wohl eine neue schrift lernen. dazu kommt, daß mit dem esperanto die gesamte druckwerkproduktion auf europäische standards „gezwungen“ wird. weißt du wie bücher aussehen, die nicht von links nach rechts gelesen werden? manche werden sogar von oben nach unten gelesen!

http://www2.ignatius.edu/faculty/turner/languages.htm

  • eine andere existierende schrift übernehmen: wäre weit
    weniger neutral, weil keine andere in frage kommende schrift
    von annähernd so vielen menschen beherrscht wird.

nun entschuldige daß ich jetzt lachen muß. dasselbe argument kann man für englisch anführen: eine andere existierende SPRACHE als englisch übernehmen (zb. esperanto) wäre weit weniger neutral, weil keine andere in frage kommende SPRACHE von annähernd so vielen menschen beherrscht wird.

  • eine schrift aus verschiedenen existierenden schriftsystemen
    zusammenzimmern: das wäre in der tat habwegs neutral und
    gerecht… und die typographen würden schimpfen…

esperanto wurde zusammengezimmert!

mit dem schriftargument kann man jeden esperantisten dazu bringen, sich selbst zu widerlegen. die lateinische schrift ist nämlich dem europäer als das einzig denkbare derart eingebrannt, daß dieses argument die klassischen „wir dominieren die welt, unseres ist weltweit die norm“-argumente zum vorschein bringt, die grade zuvor noch am beispiel des englischen bekämpft worden sind.

gruß
dataf0x