anders wäre richtiger: esperanto ist neutraler als andere
sprachen und zwingt niemandem irgendwas auf (da esperanto
generell freiwillig erlernt wird).
das „aufzwingen von kulturellen hintergründen“ hast DU ins
spiel gebracht, bzw. die esperantisten. daß englisch eine
gesamte kultur im schlepptau mitbringt, wird von den
esperantisten als ein argument FÜR esperanto gebraucht.
du hast diese vermutung geäußert, ohne genaue zahlen zu
nennen…
ich habe einen LINK gepostet, in dem die weltweit häufigsten
sprachen aufgelistet waren. darunter waren chinesisch, hindi,
russisch und arabisch unter den top10 - alles ohne lateinische
schrift!
Na und? Die lateinische Schrift wird von weit mehr Menschen beherrscht, als Chinesisch, Devanagari, Kyrillisch oder Arabisch. Jeder Chinese, Russe, Inder und sicherlich auch Araber lernt natürlich auch die lateinische Schrift in der Schule. Nicht wegen Englisch, nein, sondern weil gerade die Lateinschrift in der Welt so weit verbreitet ist.
Ob du das als Argument wertest oder, wie ich mir denken kann, es wieder aufgrund deiner fehlgeleiteten Antipathien in den Wind schießt, ist letztendlich egal. Fakt ist, dass Esperanto in erster Linie eine einfach zu lernende Sprache verkörpert. Und wenn man dafür erstmal ein fremdes Alphabet lernen muss, schreckt das die meisten Leute erstmal ab.
von einer mutterschrift zu sprechen ist sowieso
etwas weit hergeholt, weil man schreiben nicht mit der
muttermilch verabreicht bekommt
am schriftbild von
erwachsenen kann man erkennen, ob ein bestimmtes alphabet als
erste schrift erlernt wurde (mit 4-8 jahren ca.) oder später
als zweites, bzw. wie lange man schon diese schrift schreibt.
Das ist Blödsinn. Vielleicht mag das in den ersten paar Jahren so sein, ja, aber wenn man eine Schrift erstmal mehrere Jahre schreibt, dann kann man die auch nicht von der „Mutterschrift“ unterscheiden.
beim lesen ist es noch krasser. das erste alphabet lernt man
zu 100%. jedes folgende wird niemals dieselbe
selbstverständlichkeit erreichen - man bleibt immer
„funktionaler analphabet“. symptome sind: versagen bei streß,
verwechseln von selteneren wörtern mit häufigeren, angst vor
situationen, in denen man öffentlich schreiben muß (formulare
bei der bank usw.)
Das stimmt in gewisser Weise. Und ich glaube auch nicht, dass z.B. ein Araber die Lateinschrift immer genauso fließend lesen kann, wie die Arabische. Aber hier widersprichst du dir schon wieder selbst, denn die Entscheidung, ob man nun die Lateinschrift verwendet (die mit guter Näherung jeder potentielle Möchtegern-Esperantist beherrscht), oder eine völlig neue einführt, die auch erstmal gelernt werden muss und die nur für Esperanto zu gebrauchen ist, liegt doch auf der Hand.
Ein Großteil (damit meine ich, weit über 50% der Menschheit) beherrscht die Lateinschrift bereits. Warum also ein neues System einführen? Bei einer Sprache wie Englisch funktioniert das nicht, denn Englisch ist nicht wirklich weltweite Allgemeinbildung, auch wenn es zugegebenermaßen sehr viele Menschen mehr oder weniger gut sprechen. Ein Alphabet und eine Sprache sind nicht wirklich so zu vergleichen, wie du’s dir vielleicht vorstellst.
daß du davon keine ahnung haben KANNST ist nicht dein fehler.
es zeigt aber, daß du dir keine großen gedanken darüber
gemacht hast, welche bedingungen eine wirklich neutrale
sprache erfüllen müßte.
Hör endlich mal auf, ständig nur auf dem Pseudo-Fakt zu pochen, Esperanto sei zu 100% neutral. Das denkst du dir, vielleicht hast du’s mal irgendwo gelesen. Aber das ist gar nicht möglich, wie du sicher selbst weißt. Ich kann genauso gut Klingonisch vorweisen, dass es nicht „neutral“, sondern „europäisch-beeinflusst“ ist, weil es agglutinierend ist und was-weiß-ich nicht noch alles…
- und meines wissens gibt es etliche schulsysteme, die die
lateinische schrift parallel zu der originalschrift des landes
unterrichten.
ich kann nur aus meiner eigenen erfahrung sprechen: hier
lernen alle kinder in der grundschule hebräisch lesen und
schreiben, und erst ein paar jahre später ENGLISCH - im zuge
dessen natürlich auch die schrift. ein israeli, der als
solcher geboren worden ist, schreibt anders auf englisch als
jemand, der in europa mit lateinischen buchstaben aufwuchs.
Verurteilst du Leute, bei denen man erkennt, dass sie nicht in ihrer Mutterschrift schreiben? Ich erkenne auch, ob ein deutscher Text von einem Chinesen oder Japaner geschrieben wurde (aus „Übung“ sozusagen), aber er sieht perfekt und natürlich aus, nur deren Handschriften ähneln sich. Bei Russen wird’s ähnlich sein. Es ist doch nicht so, dass eines Israeli englische Handschrift schlechter aussähe als seine hebräische.
Ich sehe nicht, was dein Argument für einen Sinn macht. Falls dir was neues bei Esperanto einfällt, was du kritisieren kannst, dann bitte. Aber hör mir mit deinem Schriftquark auf, da.
aber selbst wenn du recht hast (kann ja sein, ich bin kein
erbsenzähler), dürfte die lateinische schrift dennoch die
„mutterschrift“ mit der größten verbreitung sein, weil die von
dir angenommene merheit ganz viele verschiedene schriftsysteme
hat.
UND???
du merkst es nicht, oder??? ja das stimmt, lateinisch ist die
am weitesten verbreitet schrift - sowohl als erste schrift als
auch als zweitschrift. warum? weil englisch die am meisten
verbreitete SPRACHE ist, sowohl als erstsprache als auch aus
zweitsprache!
Orh nee… also… ich glaub’s ja nicht. Bist du so anglophob, dass du wirklich glaubst, Englisch allein wäre der Grund, dass die lateinische Schrift so verbreitet ist? Amerika wurde in erster Linie von Spaniern besiedelt. Sie waren es, die damals ihr Alphabet bei den Maya und Azteken einschleppten, nicht Englisch. In Asien waren es zum Teil zwar die Engländer, aber auch die Niederländer (Indonesien/Malaysia), Franzosen (Vietnam) und die Portugiesen, auf den Philippinen waren’s auch die Spanier. In Afrika waren’s vor allem die Niederländer, Franzosen, Portugiesen, Belgier und Deutschen. Die Engländer waren dort gar nicht so sehr am Werk. Die Türkei hat die lateinische Schrift auch nicht von den ach so bösen Engländern übernommen, ähnlich auch die Länder der Ex-Sowjetunion. Ich kann dir gerne mehr darüber erzählen - ich schreibe darüber eine Hausarbeit in Sprach(en)tod (Uni).
Niemand verdammt heute noch England oder Amerika dafür, dass sie dadurch ein anderes Schriftsystem übernommen haben. Deswegen ist es auch sinnlos, auf der Seite irgend eine Neutralität einführen zu wollen. Wann begreifst du das?
das erfinden einer neuen schrift ist überflüssig, ebenso wie
das erfinden einer neuen sprache.
Du verkennst den Unterschied zwischen Schrift und Sprache. Da wir hier den Sinn einer Sprache debattieren, ist die Schrift nur der Mittel zum Zweck. Es entspricht de facto der Wahrheit, zu sagen, dass es bei *fast* allen Menschen von Vorteil ist, wenn Esperanto die lateinische Schrift benutzt.
Fährst du Auto? Wenn du z.B. einen VW fährst, fragst du dich da etwa auch ständig, warum es so viele verschiedene Automarken gibt, wo doch eine reicht? „Es fährt doch eh schon jeder VW.“ Oder noch besser: „Wieso macht man die Autos nicht doppelt so breit? Nicht in allen Ländern gibt’s gleiche Spurbreiten.“
Ähnliche Analogien könnte man bei Spielen bringen, Handies, Uhren, Lehrbüchern, ach… fast allem eigentlich.
Hier nochmal für dich zum Mitkopieren: **Esperanto will NICHT Englisch ersetzen, es will für interessierte Menschen eine ALTERNATIVE Sprache schaffen, die neutraler ist als z.B. Englisch. (man beachte den Komperativ) - bitte sage mir, dass du diesen Punkt verstehst!
b) esperanto nicht nur mehr oder weniger neutral, sondern in
erster linie auch einfach sein will, und dem eine neu
erfundene schrift etwas entgegenwirkt
wenn man eine einfache sprache erfinden kann, dann auch eine
einfache schrift. ich hätte da ein paar ideen… übrigens:
diese slawischen akzente sind jedenfalls nicht nur kulturell
belastet sondern auch noch im internationalen
computerschriftverkehr unbrauchbar.
Nicht unbrauchbar. Wenn du noch einen alten Computer oder ein altes Betriebssystem verwendest, mag’s etwas schwierig sein, ja. Aber es gibt Alternativen. Gängig ist die Ersetzung von „ĉ“ durch „cx“.
Im übrigen sind’s keine slawischen Akzente. Und 5 oder 6 Zeichen sind außerdem kein Grund, über eine ganze Sprache zu urteilen. Vietnamesisch oder Chinesisch wäre demnach noch schwieriger im internationalen Computerschriftverkehr umsetzbar.
daraus folgt, daß jede sprache außer englisch überflüssig ist,
oder nicht?
jede andere zweitsprache - JA!
Das heißt, dass es für dich theoretisch ausreicht, in deinem Falle Deutsch und Englisch zu können, ja? Seh’ ich ja kein Problem mit. Nur warum hast du dann Hebräisch und Griechisch gelernt, und was du noch so kannst?
Mir reichen 2 Sprachen nicht aus, ich will mich nicht nur mit Menschen unterhalten müssen, die (teilweise gebrochenes) Englisch können.
du machst einen entscheidenden denkfehler: die schrift ist ein
aspekt einer sprache, und zwar ein aspekt, bei dem einen
konsens geben muß, damit keine verwirrung entsteht.
dasselbe gilt für die sprache selbst 
Wenn das so sein sollte, dann steht Esperanto Englisch in nichts nach.
die anzahl
der sprachen, die du beherrschen darfst, ist hingegen nicht
beschränkt, im gegenteil: es erweist sich als sinnvoll,
mehrere sprachen zu sprechen. daher kann man das argument, man
müsse sich bei der erfindung einer sprache für eine schrift
entscheiden, nicht darauf umlegen, daß man also nur eine
einzige sprache zu sprechen bräuchte.
richtig. mein argument zielte aber auf etwas adneres ab. es
ging mir um den grundgedanken, der hinter der erfindung einer
neuen sprache steht.
Ich versteh’ immer noch nicht, wieso der Grundgedanke schlecht sein soll. Wenn du’s nicht lernen magst, kann ich damit leben.
gruß
dataf0x**