Ich hoffe, dass sich vielleicht auch der ein oder andere Ernährungsspezialist als „Antworter“ findet…
Unser Sohn, dreieinhalb Jahre alt, besucht einen AWO-Kindergarten mit „Über-Mittag-Betreuung“. Auch meine Frau besucht diesen Kindergarten - als Erzieherin natürlich.
In dieser Einrichtung ist von der Leiterin angeordnet worden, dass die Kinder das Essen, was sich auf deren Tellern befindet aufessen müssen. Sie dürfen sich zwar selbst aussuchen, was auf ihren Teller kommt, gegessen werden MUSS es dann allerdings.
Unser Sohn ist schon seit langer Zeit ein eher „schlechter Esser“. Es kam nun schon des öfteren vor, dass er bis zu 1,5 Stunden - weinend - vor seinem Teller sitzen gelassen wurde. Ach ja, der Nachtisch ist dann auch tabu - obgleich er seinen „Müller-Joghurt“ so innig liebt…
Wir finden diese Praxis unglaublich, und uns als Eltern blutet uns das Herz. Da meine Frau allerdings in der anderen Gruppe arbeitet, wissen wir nicht, ob und wie wir uns da einmischen sollen.
Wenn in ihrer Gruppe gegessen wird, wird niemand gezwungen - doch irgendwann wird meine Frau wohl damit in Konflikt mit der Leiterin geraten.
Weiß jemand einen Rat, wie sie als Mutter UND als Erzieherin reagieren kann?
Unglaublich, dass es das tatsächlich noch gibt! Ich schreibe gerade meine Doktorarbeit über Essstörungen und kann Dir versichern, dass Essenszwang der beste Weg in eine Essstörung ist!
Niemand sollte über das Sättigungsgefühl hinaus essen, denn dann geht es irgendwann verloren. So merkwürdig es auch klingt: Essen muss gelernt sein. Kinder wissen sehr genau, wann sie satt sind und dann müssen sie auch aufhören dürfen.
Was diese sogenannten „Erzieherinnen“ da praktizieren ist absolut nicht nachvollziehbar!
Vielleicht wäre ein Informationsabend zusammen mit Eltern und Erziehern ein Ausweg.
ich kann meiner „Vorrednerin“ im Prinzip nur zustimmen. Bei meiner Tochter gab es seinerzeit auch so extreme Sitten. Sie isst bis heute schlecht. Allerdings musste damals eine bestimmte Menge gegessen werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass heutige Erzieher(innen) nicht mehr dermaßen rückständig sind. Vielleicht geht es aber wirklich vor allem darum, dass die Kinder lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen, und sich eben einfach nicht so viel auf den Teller nehmen? Ob das von den Kleinen noch zu viel verlangt ist, weiß ich nicht. Als Erziehungsziel grundsätzlich halte ich es schon für sinnvoll, gerade weil unsere Gesellschaft in vieler Hinsicht ein eher sprunghaftes, wenig konsequentes Verhalten begünstigt.