Ethik - im Zuge der Kostenersparnis

Hallo,

Ethik bedeutet ja auch moralische Standards einer Gesellschaft.

Mir stösst immer öfter auf, dass z.b. Sozialhilfeempfänger einem immer stärkeren moralischen und finanziellen Druck ausgeliefert sind (ältere Arbeitslose, alleinstehende Mütter mit Kindern, Frührentner aus gesundheitlichen Gründen etc.).

Wenn eine 90jährige in einem Krankenhaus unter Intensivbedingungen gepflegt wird (Beatmung, künstliche Ernährung etc.), obwohl sie eine Patientenverfügung aufgesetzt hat, die lebensverlängernde Massnahmen unter menschenunwürdigen Umständen verhindern soll, findet das jeder in Ordnung.

Ist das in Ordnung?

Gruß
karin

einem immer stärkeren moralischen und finanziellen Druck
ausgeliefert sind (ältere Arbeitslose, alleinstehende Mütter
mit Kindern, Frührentner aus gesundheitlichen Gründen etc.).

Das kommt daher, weil diese Gesellschaft sich im Untergang befindet.

die lebensverlängernde Massnahmen unter
menschenunwürdigen Umständen verhindern soll, findet das jeder
in Ordnung.

Kann man Euthanasie als etwas Allgemeines formulieren? Es wird und sollte in jedem Fall der einzelnen Situation mit den entsprechenden Beteiligten überlassen bleiben.

mfg

einem immer stärkeren moralischen und finanziellen Druck
ausgeliefert sind (ältere Arbeitslose, alleinstehende Mütter
mit Kindern, Frührentner aus gesundheitlichen Gründen etc.).

Das kommt daher, weil diese Gesellschaft sich im Untergang
befindet.

Aha.

die lebensverlängernde Massnahmen unter
menschenunwürdigen Umständen verhindern soll, findet das jeder
in Ordnung.

Bissel was vom Ursprungsposting weggelassen?
Macht sich gleich viel besser.

Kann man Euthanasie als etwas Allgemeines formulieren? Es wird
und sollte in jedem Fall der einzelnen Situation mit den
entsprechenden Beteiligten überlassen bleiben.

War mir klar, dass jetzt die Keule „Euthanasie“ geschwungen wird.

mfg

Hallo,

Bissel was vom Ursprungsposting weggelassen?
Macht sich gleich viel besser.

Das ist immer beliebt, wenn man sich nicht wirklich mit dem Thema auseinandersetzen, sondern nur seine Ideologie verbreiten will.
Was ist da einfacher, als Zitate aus dem Kontext zu reißen?

mfg
deconstruct

P.S: Zu diesem Thema empfehle ich den Film „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“.

Antwort
Hallo,

Ethik bedeutet ja auch moralische Standards einer
Gesellschaft.

Stimmt.

Mir stösst immer öfter auf, dass z.b. Sozialhilfeempfänger
einem immer stärkeren moralischen und finanziellen Druck
ausgeliefert sind (ältere Arbeitslose, alleinstehende Mütter
mit Kindern, Frührentner aus gesundheitlichen Gründen etc.).

Nun, der Druck bezieht sich darauf, die Allgemeinheit nicht stärker zu belasten als unbedingt nötig und das nicht unbedingt im Sinne eines kollektiven Egoismus (klingt paradox, was passenderes ist mir dafür aber nicht eingefallen), sondern vor allem auch als Schutz für eben diese Allgemeinheit. Niemand wird dem 52jährigen Maurer verübeln, wenn er nach einem Schlaganfall nicht mehr auf den Bau kann. Das ändert aber nichts daran, daß das System letztlich auch finanzierbar sein muß. Dabei darf aber weder das einzige Augenmerk die Wirtschaftlichkeit sein, noch darf diese zugunsten sozialer Träumereien ganz außer Acht gelassen werden, weil dann eben ein solches System zwangsläufig dem Untergang geweiht ist.
Der Hauptdruck liegt auf den Menschen, die arbeiten könnten, es aber nicht tun. Daß da vielleicht nicht mehr von allen so genau differenziert wird, mag eine Folge der Angst um die eigene Existenz sein, die hier in Deutschland nicht zuletzt von den horrenden laufenden Kosten der Sozialsysteme mit in Aussicht stehender weiterer Verschlimmerung genährt wird.
Moralisches Handeln kann hier auch von den „Betroffenen“ eingefordert werden. Dabei ist moralisches Handeln hier vor allem das gezielte Streben nach besten Wissen und Gewissen, unabhängig davon, ob dem Erfolg gegönnt ist.

Wenn eine 90jährige in einem Krankenhaus unter
Intensivbedingungen gepflegt wird (Beatmung, künstliche
Ernährung etc.), obwohl sie eine Patientenverfügung aufgesetzt
hat, die lebensverlängernde Massnahmen unter
menschenunwürdigen Umständen verhindern soll, findet das jeder
in Ordnung.

Da erhebe ich energischen Widerspruch! Ich finde dergleichen nicht in Ordnung und die meisten Leute, die ich kenne, auch nicht. Ein solches handeln wäre imho nicht einmal legal, sofern die Patientenverfügung bekannt ist und im Vollbesitz geistiger Fähigkeiten geschrieben wurde.
Davon abgesehen liegt auch auf dem Gesundheitssystem ein enormer Druck. Vor einigen Monaten ist (u.a. auch hier) sogar einmal darüber diskutiert worden, über 75jährigen keine künstlichen Gelenke mehr zu verpassen oder so ähnlich.

Gruß
L.

Was ist da einfacher, als Zitate aus dem Kontext zu reißen?

Weil für mich diese Tatsache gegeben ist. Wenn man natürlich nur bis zur Nasenspitze sehen kann, kann ich nichts dafür.

Hallo,

Weil für mich diese Tatsache gegeben ist. Wenn man natürlich
nur bis zur Nasenspitze sehen kann, kann ich nichts dafür.

Ich finde es trotzdem sinnvoller, wenn man Texte nur in ihrem Kontext zitiert, weil es sonst oft zu Mißverständnissen kommt. Und ein „Mehraufwand“ ist es ja auch nicht.

mfg
deconstruct

Das kommt daher, weil diese Gesellschaft sich im Untergang
befindet.

Aha.

Eines ist klar. Die Politik wird dieses Problem nicht lösen können, denn sonst hätte sie das bereits getan. Es ist schließlich nicht erst seit Gestern bekannt. Eher scheint es mir ein Problem der lieben, alten Marktwirtschaft zu sein, wo es Mäuler gibt, die sich immer weiter auftun und nach mehr schreien. Diese heilige Kuh muß geschlachtet werden, sonst kommen wir niemal aus dieser Abgrundfahrt heraus.

Mit eurem kalten mentalen Kaffee wird es nun bestimmt nicht gelingen :smile:) Und auch nicht mit Arroganz.

Wo sind die Pioniere die den Mut haben Neues zu wagen?

Rolf

hallo,

War mir klar, dass jetzt die Keule „Euthanasie“ geschwungen
wird.

was für eine keule? wenn man unter dem titel „kostenersparnis“ über die sinnhaftigkeit intravenenöser ernährung von 90jährigen spekuliert, worauf läuft sich das denn hinaus?

datafox

Hallo datafox,

War mir klar, dass jetzt die Keule „Euthanasie“ geschwungen
wird.

was für eine keule? wenn man unter dem titel „kostenersparnis“
über die sinnhaftigkeit intravenenöser ernährung von
90jährigen spekuliert, worauf läuft sich das denn hinaus?

Ich glaube nicht, dass sie das so gemeint hat. Sie sprach ja davon, dass die 90jährige selbst wollte, dass sie in solche einer Situation nicht künstlich am Leben erhalten wird. Sie wollte sicherlich nicht 90jährigen Menschen im Zuge der „Kostenersparnis“ generell das Recht auf lebenserhaltende Maßnahmen absprechen, zumindest kann ich sowas nicht in ihem Text herauslesen.
Aber es ist natürlich streng gesehen trotzdem Euthanasie, genauer passive Sterbehilfe mit Einwilligung des Betroffenen. Wobei ich feststellen muss, dass die meisten unter Euthanasie etwas anderes verstehen, nämlich die „Euthanasie“ wie sie z.B. von den Nazis praktiziert wurde. Wobei mir da der Term „Mord“ besser passend erscheint.

mfg
deconstruct

Hallo!

War mir klar, dass jetzt die Keule „Euthanasie“ geschwungen
wird.

Nun, das von dir beschriebene IST Euthanasie, oder hab ich da was falsch verstanden? (ich will hier kreine Grundsatzdisskusion über das für und wider von Sterbehilfe lostreten!)

Liebe Grüsse,
Bettina

Hallo!

War mir klar, dass jetzt die Keule „Euthanasie“ geschwungen
wird.

Nun, das von dir beschriebene IST Euthanasie, oder hab ich da
was falsch verstanden?

Tja, darüber habe ich mich auch gewundert :smile:

Rolf

Euthanasie-versus-Natürliches Sterben dürfen
Hallo Bettina,

Nun, das von dir beschriebene IST Euthanasie, oder hab ich da
was falsch verstanden? (ich will hier kreine
Grundsatzdisskusion über das für und wider von Sterbehilfe
lostreten!)

Wo schreibe ich von Sterbehilfe?
Im Gegenteil - ein (alter oder/und schwerkranker) Mensch, dessen natürlicher Tod durch Interessen, die seinem eigenen Wunsch nach einem würdevollen/schmerzfreien Sterben entgegenstehen, wird gegen seinen ausdrücklich erklärten, eigenen Wunsch, künstlich am Leben erhalten.
Ich kann Null Zusammenhänge mit dem Euthanasiegedanken („unwertes“ Leben auslöschen) nach Hitler erkennen.
Es stinkt mir verdammt noch mal, dass ich diesen Sch…namen erwähnen muss!!!

Für mich ist kein Leben „unwert“!!!
Ansonsten hätte ich meinen Beruf verfehlt.

Was mir aufstösst, sind die Diskrepanzen in unserer Gesellschaft, einerseits eine extreme Massregelung und Abgrenzung von Menschen, die oftmals ohne ihr eigenes Zutun in eine gesellschaftliche Abhängigkeit geraten, andererseits eine absolute gesellschaftliche Zustimmung zu unsinnigen Normen, die Niemand eine Hilfe sind.
Warum werden Patientenverfügungen immer noch nicht gesetzlich anerkannt?

Man sollte mir glauben, wenn ich von schwerkranken Menschen als „Wirtschaftsfaktor“ spreche.

Gruß
karin

hi,

Man sollte mir glauben, wenn ich von schwerkranken Menschen
als „Wirtschaftsfaktor“ spreche.

der gedanke, ein unschuldiges menschenleben zu beenden, um der mehrheit zu dienen - egal wie dieses dienen ausehen mag - das ist bereits der „euthanasiegedanke“. den vorwurf mußt du dir leider gefallen lassen (die erwähnung hitlers finde ich allerdings unfair - godwins law).

„natürliches sterben“ ist ein sinnloses wort. es gibt kein natürliches sterben mehr, seitdem der erste mensch die erste medizin erfand.

gruß
datafox

Wirtschaftsfaktor
Hallo datafox,

Man sollte mir glauben, wenn ich von schwerkranken Menschen
als „Wirtschaftsfaktor“ spreche.

in dem Sinne, dass sich die Gesundheitsindustrie (z.B.pharmazeutische-, medizintechnische- und biotechnologische Industrie, Nahrungs- und Heilmittelproduzenten usw.) ein goldenes Näschen an diesem „Wirtschaftsfaktor“ verdient.

„natürliches sterben“ ist ein sinnloses wort. es gibt kein
natürliches sterben mehr, seitdem der erste mensch die erste
medizin erfand.

Es gibt immer noch Menschen, die in ihrem Leben keinen Doktor gesehen haben und am Ende ihres Lebens einfach „Einschlafen“ dürfen.

Literaturempfehlung:
http://www.pflegethemen.de/Buchbesprechungen/Langbei…

Gruß
karin

Für mich ist kein Leben „unwert“!!!
Ansonsten hätte ich meinen Beruf verfehlt.

Eu|tha|na|sie die; -: 1. a) Erleichterung des Sterbens, bes. durch Schmerzlinderung mit Narkotika (Med.). b) beabsichtigte Herbeiführung des Todes bei unheilbar Kranken durch Anwendung von Medikamenten (Med.). 2. (nationalsozialistisch verhüllend) Vernichtung von menschlichem Leben, das für lebensunwert erachtet wird

© Dudenverlag

Wir scheinen immer noch unter der Nazi-Idiologie zu leiden.

Hallo Karin,

Ethik bedeutet ja auch moralische Standards einer
Gesellschaft.

Daran wäre ja noch nichts auszusetzen.

Mir stösst immer öfter auf, dass z.b. Sozialhilfeempfänger
einem immer stärkeren moralischen und finanziellen Druck
ausgeliefert sind (ältere Arbeitslose, alleinstehende Mütter
mit Kindern, Frührentner aus gesundheitlichen Gründen etc.).

Dazu hat Lohengrin einen hervorragenden Komentar geschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wenn eine 90jährige in einem Krankenhaus unter
Intensivbedingungen gepflegt wird (Beatmung, künstliche
Ernährung etc.), obwohl sie eine Patientenverfügung aufgesetzt
hat, die lebensverlängernde Massnahmen unter
menschenunwürdigen Umständen verhindern soll, findet das jeder
in Ordnung.

Ist das in Ordnung?

Nein, es ist nicht in Ordnung.
Es muß einmal hinterfragt werden, ob sich die Ethik hier nicht in eine Sackgasse verirrt hat. Was soll bitte „ethisch“ daran sein, menschliches Leiden – noch dazu gegen den Willen des Betroffenen – künstlich zu verlängern?
Ich habe meiner Mutter beim monatelangen Sterben zusehen müssen. Ich weiß also aus eigener leidvoller (sic!) Erfahrung, wovon ich rede. Und ich rede also nicht über irgend jemanden. Abgesehen davon, daß sie den Ärzten als Versuchsobjekt „gedient“ hat, waren das Monate völlig überflüssigen physischen und psychischen Leidens. Was das gekostet hat, interessierte mich in diesem Fall naturgemäß überhaupt nicht, wenn es denn einen Nutzen hätte haben können, aber es war klar, daß eine Genesung unmöglich war.
Meines Erachtens müßte es geradezu eine Forderung der Ethik sein, solch eine Leidensverlängerung als unwürdig anzuprangern, und zwar ganz unabhängig von irgendwelchen Verfügungen, die ja doch immer anfechtbar bleiben.
An einer anderen „Front“ kämpfen Idealisten gegen Tierversuche, wenn aber hier Menschenversuche in Frage gestellt werden, wird mit dem Zeigefinger gewackelt. So führt man die Ethik als Ganzes ad absurdum.

Gruß
Barney

Hallo Karin!

Wo schreibe ich von Sterbehilfe?
Im Gegenteil - ein (alter oder/und schwerkranker) Mensch,
dessen natürlicher Tod durch Interessen, die seinem eigenen
Wunsch nach einem würdevollen/schmerzfreien Sterben
entgegenstehen, wird gegen seinen ausdrücklich erklärten,
eigenen Wunsch, künstlich am Leben erhalten.
Ich kann Null Zusammenhänge mit dem Euthanasiegedanken
(„unwertes“ Leben auslöschen) nach Hitler erkennen.

Euthanasie hat ja nicht unbedingt etwas mit Hitler zu tun (wie schon von jemandem weiter oben gesagt, das fällt wohl eher unter Mord)

Jemandem beim _Sterben_ zu _helfen_ (zb. Abschaltung lebenserhaltender Maschinen, die übermässige Gabe von Morphinen usw.) fällt aber ebenso unter Euthanasie.

Für mich ist kein Leben „unwert“!!!

Auch keins das an der Maschine hängt? Dann sollte dich eigentlich das Abschalten von Maschinen vor ein ethnisches Problem stellen.

Das Problem bei Sterbehilfe mit Einstimmung des Patienten ist ja, dass dieser evtl. zustimmt, weil er sich zb. als Belastung für seine Familie oder eben die Allgemeinheit sieht, vielleicht ist es eine ‚vorübergehende‘ Entscheidung oder er wurde von Familie o.ä. unter Druck gesetzt. Genau weil so etwas nie gänzlich ausgeschlossen werden kann ist die Euthanasie ja so ein Streitthema.

Liebe Grüsse,
Bettina

Das Problem bei Sterbehilfe mit Einstimmung des Patienten ist
ja, dass dieser evtl. zustimmt, weil er sich zb. als Belastung
für seine Familie oder eben die Allgemeinheit sieht,
vielleicht ist es eine ‚vorübergehende‘ Entscheidung oder er
wurde von Familie o.ä. unter Druck gesetzt. Genau weil so
etwas nie gänzlich ausgeschlossen werden kann ist die
Euthanasie ja so ein Streitthema.

Was ich vergessen hab: Es gibt natürlich auch noch die Frage ob ein Mensch das Recht hat, Leben zu beenden, die ist allerdings auch abhängig von persönlichen Wertvorstellungen, Religion usw. und daher noch viel schwerer zu beantworten.

Natürliches Sterben dürfen
Hallo Bettina,

Jemandem beim _Sterben_ zu _helfen_ (zb. Abschaltung
lebenserhaltender Maschinen, die übermässige Gabe von
Morphinen usw.) fällt aber ebenso unter Euthanasie.

man kann auch Jemand beim Sterben helfen, indem man einfach nur für ihn da ist - Zeit für ihn hat - seine Hand hält usw.

Für mich ist kein Leben „unwert“!!!

Auch keins das an der Maschine hängt? Dann sollte dich
eigentlich das Abschalten von Maschinen vor ein ethnisches
Problem stellen.

Ich schalte keine Maschinen ab.
Warum sollte ich ein Problem damit haben, wenn ein Mensch im Rahmen einer Operation an ein Beatmungsgerät angeschlossen wird?

Das Problem bei Sterbehilfe mit Einstimmung des Patienten ist
ja, dass dieser evtl. zustimmt, weil er sich zb. als Belastung
für seine Familie oder eben die Allgemeinheit sieht,
vielleicht ist es eine ‚vorübergehende‘ Entscheidung oder er
wurde von Familie o.ä. unter Druck gesetzt. Genau weil so
etwas nie gänzlich ausgeschlossen werden kann ist die
Euthanasie ja so ein Streitthema.

Ja.

Gruß
karin