Hallo Ihr beiden,ich erlaube mir mal mich in Eure Debatte einzumischen.
Die Euren Dialog zusammenfassende Aussage war meiner Meinung nach die,daß Wiederh.verhinderung und Ethik der Gesellschaft sich nicht vereinbaren lassen.
Das sehe ich auch so.
Ich habe zu diesem Thema,über das sich ja jeder mal grundsätzlich Gedanken macht folgende Einstellung gefunden,die sich auch praktisch umsetzen ließe,wenn man hier mal die Ebene wechselt:
Grundsätzlich muss in unserer Gesellschaft die Ethik im Vordergrund stehen,weil sonst alles den Bach runtergeht und weil wir halt Menschen sind.
Eine Ausnahme würde ich jedoch machen.Wenn es um Kinder geht,und wenn die Schuld eindeutig erwiesen ist.Wer Kindr tötet,hat kein Recht mehr auf irgendwas,nicht mal auf Ethik .
In solchen Fällen sollte es den Eltern überlassen bleiben,was mit dem Täter geschieht.Eine Marianne Bachmeier einzusperren (Ihr erinnert Euch?) war zwar formal unumgänglich,aber bitte,was sollte denn das???In diesem Falle gibt es ein so klares RechtsGEFÜHL bei mir,daß ich auf alle Gesetze sch…
Auch,daß ein Tier wie Marc Duetroux(Ihr erinnert Euch?) noch am Leben ist,macht mich gruseln.
Wir sind zum Glück eine zivilisierte Gesellschaft,mit so einigen mehr oder weniger subtilen Ausnahmen,aber ab einer gewissen Grenze gelten meiner Meinung nach andere Gesetze,oder sollten gelten dürfen,ohne daß wir fürchten sollten,unsere Zivilisiertheit zu verlieren.
Allerdings würde ich meinem Verlangen nach Todesstrafe in solchen Fällen noch ein Verlangen hinzufügen:dem nach Folter!
Mina
Hallo Tessa,
seeeeeeeeehr brisantes Thema, ich weiß… Trotzdem (und bitte
nicht falsch verstehen; ich überlege laut).
Ich bin gegen die Todesstrafe! Es gib zuweilen aber „Menschen“ die gefährlicher sind als Raubtiere und die geradezu Lust am töten haben. Bei solchen gefährlichen und nicht wieder eingliederbaren „Menschen“ frage ich mich, ob es nicht eine Ausnahme geben sollte. Natürlich nur, wenn alles astrein bewiesen werden kann.
Was ich bei dieser Gelegenheit auch ansprechen möchte ist die Formel: „Im Namen des Volkes“. Nach meiner Ansicht sollte diese Formel nie mehr angewendet werden, da mit ihr schon zuviel Schindluder getrieben wurde. Meinetwegen könnte es lauten: „Im Namen des Gesetzes“
Gruß Helmut
Hallo Mina,
Hallo Ihr beiden,ich erlaube mir mal mich in Eure Debatte
einzumischen.
Gerne doch.
Grundsätzlich muss in unserer Gesellschaft die Ethik im
Vordergrund stehen,weil sonst alles den Bach runtergeht und
weil wir halt Menschen sind.
Da hast Du sicher recht, das Problem ist dabei halt wieder einmal die praktische Verwirklichung. Was ist Ethik? Und in den meisten Fällen läßt sich nicht eindeutig etwas als „richtig“ oder „falsch“ einstufen, oder zwischen Gut und Böse trennen.
Wer Kindr
tötet,hat kein Recht mehr auf irgendwas,nicht mal auf Ethik .
Warum nicht? Und warum beschränkst Du das auf Kinder? Was wäre mit erwachsenen Behinderten, die geistig auf dem Niveau eines Kindes stehen? Und wann ist Kind zuende? Ab welchem Moment hört dieser besondere Schutz plötzlich auf und warum? Ich finde diese Einschränkung sehr gewagt.
In solchen Fällen sollte es den Eltern überlassen bleiben,was
mit dem Täter geschieht.
Und das staatliche Gewaltmonopol unterminiert? Warum nur hier und nicht anderswo auch? Meinst Du, eine Schwester, deren Bruder ermordet wird, leidet weniger, als ein Vater, dessen Tochter sterben muß? Und was wird aus dem Gleichheitsprinzip „Gleiche Strafe für gleiche Tat“? Mit dieser Regelung bist Du nur zu schnell bei Willkürjustiz, und das kannst Du doch nicht im Ernst wollen.
Eine Marianne Bachmeier einzusperren
(Ihr erinnert Euch?) war zwar formal unumgänglich,aber
bitte,was sollte denn das???In diesem Falle gibt es ein so
klares RechtsGEFÜHL bei mir,daß ich auf alle Gesetze sch…
Leider trügen einen Gefühle nur allzu oft. Darum gibt es die Gesetze ja.
Auch,daß ein Tier wie Marc Duetroux(Ihr erinnert Euch?) noch
am Leben ist,macht mich gruseln.
Mich auch, keine Frage. Aber das hat nichts mit der Frage nach der allgemeinen Zulässigkeit von Todesstrafen zu tun.
Wir sind zum Glück eine zivilisierte Gesellschaft,mit so
einigen mehr oder weniger subtilen Ausnahmen,aber ab einer
gewissen Grenze gelten meiner Meinung nach andere Gesetze,oder
sollten gelten dürfen,ohne daß wir fürchten sollten,unsere
Zivilisiertheit zu verlieren.
Das heißt also, wenn jemand anders die Spielregeln nicht mehr beachtet, dürfen wir sie auch aussetzen? Damit schlittern wir geradewegs in die Anarchie. Die Zivilisation soll ja eigentlich gerade verhindern, daß die unvermeindlichen Ausnahmen alle anderen mitreißen.
Allerdings würde ich meinem Verlangen nach Todesstrafe in
solchen Fällen noch ein Verlangen hinzufügen:dem nach Folter!
Das ist ja nun völlig daneben, finde ich. Dann verläßt DU nämlich die Grenzen der Zivilisation und Ethik. Du kannst nicht sagen: Ich will Ethik, aber nur dann, wenn…entweder oder heißt die Devise hier. Folterung ist nie und unter keinen Umständen entschuldbar, und die einzig „gerechte“ Strafe für einen Folterer wäre „Ausschluß aus der menschlichen Gesellschaft“.
So, und nun bin ich mal gespannt auf Deine Antworten. Das wird hier scheinbar noch sehr interessant.
Gruß, Kubi
hallo Kubi,
ich hatte schon befürchtet,daß man mir jetzt mein Geschriebenes
im Stile der vorrangegangenen Diskussion zerlegen würde.
Darum habe ich eingangs darauf hingewiesen,daß mein Denken einen Wechsel der Ebene erfordert.den vollziehe ich bewußt,weil auf Eurer Ebene lässt sich unendlich lange nett diskutieren,aber die Kernaussage habt Ihr eh schon gemacht.Von diesem Punkt an muss man einfach die Unlösbarkeit derFrage hinnehmen und sich nur entscheiden,welchen Weg man beschreiten will.
Mein Zugang ist ein anderer der wohl eh nie in die Tat umgestzt wird,aber er macht die Ohnmacht deutlich,der wir angesichts mordender Mitmenschen ausgestzt sind.
Hätte ich allerdings die Möglichkeit würde ich meine Vorschläge,bitte den Ebenenwechsel jetzt mitvollziehen,in die Tat umsetzen.Nur Kinder,und nur bei absolut erwiesener Schuld.
Weil Menschen,die Kinder töten mehr tun als nur morden,sie nehmen der Menschheit ihre Zukunft und fügen Wesen Leid zu,die keine Chance haben das auch nur annähernd zu verstehen,sich nicht mal ansatzweise wehren können und in jeder Hinsicht vollkommen unschuldig sind.
Das mag ein anarchistischer Ansatz sein,ich halte es absolut für möglich in unsere Gesellschaft anarchistische Momente einzubauen,wenn deren Grenzen klar definiert sind.
Ich für meinen Teil würde HerrnDutroux liebend gerne in einem Keller verhungern lassen und die Verantwortung dafür übernehmen.
Mina
Hallo Mina,
ich hatte schon befürchtet,daß man mir jetzt mein
Geschriebenes
im Stile der vorrangegangenen Diskussion zerlegen würde.
Na ja, damit muß man rechnen, wenn man radikale Positionen vertritt, oder? Immerhin bilde ich mir ein, nicht polemisch oder sonst was geworden zu sein, sondern die Sache sachlich (soweit möglich bei dem Thema) angegangen zu sein.
Darum habe ich eingangs darauf hingewiesen,daß mein Denken
einen Wechsel der Ebene erfordert.
Aber Du hast vergessen zu sagen, welche Ebenen Du meinst. Ich sehe nicht, welche Art von Ebene hier gewechselt werden müßte.
den vollziehe ich
bewußt,weil auf Eurer Ebene lässt sich unendlich lange nett
diskutieren,aber die Kernaussage habt Ihr eh schon gemacht.Von
diesem Punkt an muss man einfach die Unlösbarkeit derFrage
hinnehmen und sich nur entscheiden,welchen Weg man beschreiten
will.
Schön gesagt, aber ich sehe nicht, worin sich Deine Position davon unterscheidet. Sie ist relativ radikal, ok, aber was ist das grundlegend Verschiedene?
Mein Zugang ist ein anderer der wohl eh nie in die Tat
umgestzt wird,aber er macht die Ohnmacht deutlich,der wir
angesichts mordender Mitmenschen ausgestzt sind.
Nochmal die Bitte nach Erklärung: was ist der andere Zugang? Und ich meine nicht die andere Position, die ist auf der gleichen Ebene.
Nur Kinder,und nur bei absolut erwiesener Schuld.
Weil Menschen,die Kinder töten mehr tun als nur morden,
Ach ja?
sie
nehmen der Menschheit ihre Zukunft
Das ist zu weit gegriffen. Die Kinder, die ermordet werden, stellen nur einen winzigen Teil der menschlichen Zukunft dar. Wäre es so, wie Du sagst, müßte die Menschheit durch Unfälle längst ausgerottet sein.
und fügen Wesen Leid
zu,die keine Chance haben das auch nur annähernd zu
verstehen,
Das gilt auch für geistig Behinderte z.B., und auch für viele normale Erwachsene. Wer versteht schon, warum er ermordet wird? (Abgesehen davon: was ändert es, wenn man es versteht? Nimmt man es dann leichter?)
sich nicht mal ansatzweise wehren können
Auch das teilen sie mit vielen anderen Mordopfern.
und in
jeder Hinsicht vollkommen unschuldig sind.
Auch nicht mehr als viele andere - zumindest in Bezug auf den Mord. Und andere Faktoren können da keine Rolle spielen, es sei denn, Du willst auf die holistische Ebene wechseln. Dann muß die gesamte Diskussion aber nach anderen Kriterien ablaufen.
Das mag ein anarchistischer Ansatz sein,ich halte es absolut
für möglich in unsere Gesellschaft anarchistische Momente
einzubauen,wenn deren Grenzen klar definiert sind.
Ein Hauptmerkmal des Anarchismus ist aber nun mal, daß er keine Grenzen akzeptiert…
Ich für meinen Teil würde HerrnDutroux liebend gerne in einem
Keller verhungern lassen und die Verantwortung dafür
übernehmen.
Das ist Dein gutes Recht, hat aber mit der eigentlichen Thematik nur am Rande zu tun.
Gruß, Kubi
… und nochmal wenden
Hi Kubi
… Es geht hier nur darum, welche Strafe am besten
für die Gesellschaft ist. Und aus dem Standpunkt der
Wiederholungsmöglichkeit ist das die Hinrichtung.
Ich weiss nicht, ob die schiere Möglichkeit einer Widerholung ein so gutes Argument für die Todesstrafe ist, da dieses Argument in die Zukunft zielt, die wir nicht kennen.
Was ich mich auch immer frage, wer legt eigentlich fest, was gut für die Gesellschaft ist (ist aber m.E. eine eigene Thematik)
Mit dem staatlichen Gewaltmonopol hast Du natürlich recht. Der Staat darf Dinge, die dem Normalbürger nicht erlaubt sind (das ist leider nicht zu vermeiden) aber gelten für einen Staat andere moralische Grundsätze als für seine einzelnen Bürger?
Warum richtet der Staat Leute hin, abschreckend wirkt es ja offenbar nicht. Ein Hauptargument ist, das sich die Angehörigen der Opfer dann besser fühlen (das ist simple Rache). Der Staat würde also aus Rache töten, was er jedoch seinen einzelnen Bürgern explizit verbietet (Ist sogar ein „niedriges“ Motiv).
Ein solches Vorgehen ist ethisch sehr bedenklich in meinen Augen, da der Staat dann seine eigenen Grundsätze verletzt.
Gruss
Mike
So,und nun klinke ich mich auch wieder aus,weil ich gesagt habe was mir zum Thema so kam,Deine Position kenne ich auch und es ist mir einfach zu langweilig auf dieser Ebene weiterzumachen endlos,nicht zum ersten Mal und auf dieser Ebene.
Spannend wird es für mich,wenn mir einer folgen kann auf diese Ebene und da dann was dazu sagt.
Tschüss Mina
Hallo, Mina,
Allerdings würde ich meinem Verlangen nach Todesstrafe in
solchen Fällen noch ein Verlangen hinzufügen:dem nach Folter!
Na, ich würde mal das so bezeichnen: Du hast Sado-Träume!
Der Sinn einer Rechtssprechnung ist
- die resozialisierung dee Täters.
- wenn das nicht möglich ist, die Sicherungsverwahrung und Therapierung
Ich verstehe zwar Deine Todesstrafenwünsche, doch Folter??? Fehlt dann nur noch, dass man dazu Zuschauer einlädt. Hier würde sich eine enorme Einnahmequelle auftun: Fernsehen, Zuschauerplätze ab 100,- DM bis 2.000,- ganz voren. Mit Blick in die Augen des Gefolterten (solange er noch welche hat)!
Bei aktiver Mithilfe: 10.000,- DM
Komm´ aus Deinen Lustträumen wiedrr heraus. Der Staat hat kein Recht auf Rache! Die Opfer und deren Verwandte erst recht nicht!
Das wären ja Zustände, wie im Altertum!
Grüße
Raimund
Hm…
Hi Mina
Wenn ich dein Posting richtig verstanden habe, dann stellt sich ein ultrabrutaler Mörder (bei Morden mit sexuellem Hintergrund z.B.) ausserhalb der menschlichen Gesellschaft und soll somit aus dieser entfernt werden. (sofern der Täter für seine Taten verantwortlich gemacht werden kann)
Bitte sofort widersprechen, wenn ich falsch liege.
Dieser Ansatz ist verständlich. Wenn der Täter kein Mensch mehr ist, dann kann ich ihn straflos töten. Er hat sich sozusagen selbst „entmenschlicht“.
Ich persönlich bin jedoch nicht einverstanden, denn dieser Ansatz durchbricht eine elementare ethische Schranke: Ich spreche einem menschlichen Wesen das Menschsein ab. Wo zieht man die Grenze? WER zieht diese Grenze?
Selbst wenn man alle praktischen Aspekte wie Beweissicherung usw. ausser acht lässt: Ein menschliches Wesen aus Rache und Vergeltung zu töten ist in meinen Augen moralisch verwerflich, denn man stellt sich auf dieselbe Stufe.
Der Wunsch nach dem Tod eines Mörders bei den Angehörigen des Opfers, selbst der Wunsch nach Folter, ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Doch wer daraufhin den Täter töten, muss auch die Konsequenzen tragen.
Weiss jetzt nicht, ob ich deine Ebene getroffen habe…
Gruss
Mike
Ethikfrage: Todesstrafe ja oder nein?!
Liebe Tessa,
im Prinzip sehe ich das Problem genau wie Du. Heute kam noch hinzu, daß in einem Fernsehbericht über einen offensichtlich schwachsinnigen „Mörder“ berichtet wurde, von dem bei einem IQ von 55 (!) noch nicht einmal klar ist, ob er überhaupt mitgekriegt hat, daß eine Gerichtsverhandlung gegen ihn wegen (NICHT NACHGEWIESENER!) Mittäterschaft stattgefunden hat.
Interviewt wurde der zuständige Staatsanwalt von Arizona, der, von Selbstgerechtigkeit strotzend, behauptete, der Mann simuliere nur aus Angst vor der Hinrichtung und sei ansonsten so normal wie er selbst.
Wenn das so ist, dann sollte der Staat Arizona überprüfen, ob er geistig minderbemittelte Staatsanwälte beschäftigt, denn wenn diesem Herrn bei einem, wie er sagt, „Gespräch mit dem Delinquenten nichts von dessen Behinderung aufgefallen“ ist, dann scheinen sie sich ja auf gleicher Ebene unterhalten zu haben… Erstaunlich, daß man es in Arizona mit diesem IQ so weit bringen kann…-
Entschuldige, das war sarkastisch, aber ich fürchte, es trifft zu, habe ich das „Gefühl…“ Schon dieses Gefühl kann aber auch zu einem Fehlurteil führen…
Ich halte es generell für problematisch, Urteile über Leben und Tod, in welchem Fall auch immer, irgendeinem zufällig zuständigen Gericht zu überlassen. – Aber wem sonst?
Daß sich die Gesellschaft vor Gewaltverbrechern schützen muß, ist unbestritten. Doch das funktioniert auch ohne mittelalterliche Folter (zuerst jahre- oder jahrzehntelange Haft, dann irgendwann die Bekanntgabe des Hinrichtungstermins – zu einem Zeitpunkt, wo man in Europa schon mit einem Gnadenerlaß für die Reststrafe rechnet! – Wenn das keine Folter ist…!) und ohne Hinrichtungen; das zeigen die Rechtsordnungen und die Rechtspraxis in allen „zivilisierten“ Staaten der Welt. Für mich gehört die Abschaffung der Todesstrafe zu den Grundvoraussetzungen, um einen Staat als „zivilisiert“ ansehen zu können. Denn: Was für Leute melden sich für einen Juristenberuf in Ländern, in denen es passieren kann, daß sie im Lauf ihrer Karriere einmal ein Todesurteil verkünden (oder vollstrecken) müssen? Ist das die Art von Leuten, mit denen man als zivilisierter Mensch die nächste Geburtstagsfete feiern möchte?
Für die Anhänger der sich selbst aus (für mich und viele andere) unerfindlichen Gründen so nennenden „christlicher“ Parteien, aus deren Gedankengut das Liebäugeln mit der Todesstrafe noch immer nicht verschwunden ist: Hat Christus jemals irgendwie oder irgendwo die Todesstrafe selbst für schlimmste Verbrechen gerechtfertigt oder gar gefordert? Hat er nicht vielmehr die „Sünder“ zuerst einmal zu sich gerufen und dann verteidigt
(„Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“)?
Eben. Wer von den Politikern und Juristen seine Schäfchen schon im Trockenen hat, der muß natürlich seinen Erwerb mit Zähnen und Klauen verteidigen, wenn nötig mit staatlichem Mord… Jetzt gehe ich zu weit, ich weiß.-- Aber wenn die Todesstrafe für „gemeinen“ Mord auch bei uns wieder gesellschaftsfähig würde, wäre sie für „Feigheit vor dem Feind“ und (etwas später) auch für „besonders schwere Eigentumsdelikte“ immerhin in vorstellbarer Reichweite und beliebig ausweitbar…
Ethik ist keine Frage der Religion. Ich bin aus der katholischen Kirche als „vorrangig heuchlerische, machtgierige Anstalt“ ausgetreten, schon mit 18 Jahren, gleich nachdem ich die damals (nicht nur in Bayern) noch übliche Abiturprüfung im Fach Religionslehre mit „sehr gut“ abgelegt hatte.
Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt, jedenfalls verlasse ich mich nicht darauf, und auch insbesondere nicht auf die Art von Menschen, die sich gerne zu Richtern über andere aufschwingen und denen es Spaß macht, jemand zu verurteilen. Manche(?) Pfarrer der verbreitetsten Kirchen und viele Juristen scheinen leider die Persönlichkeit zu besitzen, um zu dieser Kategorie zu gehören und das auch noch zu wollen und gut zu finden.
Sicher bin ich mir nur darin: Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zum Tode zu verurteilen, jedenfalls nicht in einem Land, in dem es erwiesenermaßen genug andere Möglichkeiten zur sicheren Verwahrung von Schwerverbrechern gibt. Schon im Hinblick darauf, daß man einen schon ziemlich abgebrühten Typen braucht, der das Todesurteil dann vollstreckt. Wo nimmt man den Henker her? Aus dem Gefängnis, oder aus der rechtsradikalen Szene?
Die anderen Antworten auf Deine Frage habe ich aus Zeitmangel nicht gelesen, ich hoffe, ich habe nicht nur alte Argumente wiederholt.
Viele Grüsse Erich H. Slaby
Antwort kommt leider erst Montag,
schönes Wochenende!
Mina
Hi Michael,
Ich weiss nicht, ob die schiere Möglichkeit einer Widerholung
ein so gutes Argument für die Todesstrafe ist, da dieses
Argument in die Zukunft zielt, die wir nicht kennen.
Natürlich ist es das nicht, das ist mir auch klar. Es war auch nur eins von mehreren.
Was ich mich auch immer frage, wer legt eigentlich fest, was
gut für die Gesellschaft ist (ist aber m.E. eine eigene
Thematik)
Da hast Du recht.
Mit dem staatlichen Gewaltmonopol hast Du natürlich recht. Der
Staat darf Dinge, die dem Normalbürger nicht erlaubt sind (das
ist leider nicht zu vermeiden) aber gelten für einen Staat
andere moralische Grundsätze als für seine einzelnen Bürger?
Sollten nicht, das ist klar. Aber die Frage ist, nach welcher Moral der Staat Aktionen begeht. Manchmal sind die Gründe ja andere als man denkt.
Warum richtet der Staat Leute hin, abschreckend wirkt es ja
offenbar nicht. Ein Hauptargument ist, das sich die
Angehörigen der Opfer dann besser fühlen (das ist simple
Rache). Der Staat würde also aus Rache töten, was er jedoch
seinen einzelnen Bürgern explizit verbietet (Ist sogar ein
„niedriges“ Motiv).
Nicht Rache, sondern (angemessene?) Bestrafung für die Tat, Verhinderung einer Wiederholung, Aufrechterhaltung der öffentlichen Moral und was auch immer sonst. Ich glaube nicht, daß sich Todesurteile in der regel als Racheakte ansehen lassen.
Gruß, Kubi
Du machst es Dir recht einfach. Den Spruch muß ich mir merken: Wenn man meine Argumente nicht akzeptiert, ist man halt auf der falschen Ebene…
Wenn Du willst, daß man mit Dir auf „Deiner“ Ebene diskutiert, mußt Du schon definieren, was das sein soll.
So kann ich das jedenfalls nicht ernst nehmen.
Trotzdem schönes Wochenende,
Kubi
Weil kein Mensch das Recht hat ueber das Leben eines jeden anderen…nur der himmlische Vater.
…und weil die ungute Praxis in den USA den Widersinn x-fach belegt; aber dennoch sind 73,3 der Katholiken und 71,4 % der Protestanten in den USA vehement fuer die Beibehaltung der Todesstrafe - obwohl die US-Regierung selbst ALLES versucht diese aufzuheben, aber kein Recht dazu hat.
Die ungute Praxis:
Nur ein Beispiel im Wortlaut (aus dem engl perfekt uebersetzt von der Uni Freiburg, die aktiv in dieser Sache ist )
" Sehen Sie, egal welchen Grund Sie dafuer anfuehren , dass Sie das Recht haetten, einen Verbrecher zu toeten, wenn Sie dabeigewesen und es mit eigenen Augen gesehen und auch noch dabei mitgemacht haetten, wuerden Sie sich dreckig fuehlen.
Sie haetten dann einen Mann getoetet, der sich nicht wehren konnte , und das ist genau so falsch, wir das, was er getan hat."
Major Coody, ehem. Exekutionsteam-Chef im Todeshaus Angola/Louisiana in einem Gespraech mit Schwester Prejean, die in Louisiana Todeskanditaten geistlich waehrend letzen Lebensmonate betreut.
ciao
hans
========
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Und dann mal drehen
Hi Kubi
(Langsam wird unser Braten ja fertig *g*)
Um eine an sich ethisch verwerfliche Tat (Absichtliche Tötung eines Menschen) moralisch zu rechtfertigen, muss man die Absichten des „Täters“ genau prüfen. Die Gründe müssen vertretbar sein. Und (ganz wichtig) die Gründe müssen realistisch sein, also mit den beobachtbaren Verhältnissen übereinstimmen. Ich kann auch nicht mit 3 halbseidenen Argumenten ein gutes ersetzen (find ich mal).
Wenn man die Begründungen für die Todesstrafe zusammennimmt, so sind es entweder moralisch Zweifelhafte (Rache, Geldeinsparung, verhinderung weiterer Taten…), oder nicht realistische, da sie (imho) unzutreffend sind, wie Abschreckung, Aufrechterhaltung der Moral usw.
Ich kenne kein moralisch vertretbares Motiv für die Todesstrafe, das der Realität standhält. Entweder sie sind verwerflich, oder nicht zutreffend.
Das Problem an dieser Argumentation ist natürlich, das die Eischätzung der Moral auf einem gesellschaftlichen Consensus beruht, also im Kern subjektiv ist. Eine Gesellschaft, die Rache als moralisch vertretbar ansieht, ist bez. Todesstrafe natürlich in einer anderen Lage als die unsere… (Irgendwie säg ich mir hier den Ast ab, auf dem ich mich schwinge)
Nu ja, es bleibt schwierig
Gruss
Mike
Hallo,musst Du ja auch nicht ernst nehmen,ändert für mich nichts.Vielleicht hätte ich gleich still bleiben sollen,weil die Wahrscheinlich keit,daß mir da jemand folgen kann ,nicht inhaltlich,das Thema ist eben strittig, sondern von der vielzitierten Ebene her , eher klein ist.
Es war nur ein Versuch,auch weil mir Euer theoretisches Geschreibe,und daß Ihr Euch so schrecklich ernst genommen habt,mit Euren klugen Schreibtischaussagen einfach auf die Nerven gegangen ist oder mich provoziert hat.
Es war nur zu klar daß da dann solche Antworten kommen,bis hin zur Vermutung,ich sei sadistisch veranlagt,(siehe oben),lächel,
aber ich hoffte irgendwer kommt vielleicht mit,auch wenn er anderer Meinung ist.
Mach es mir jetzt schon einfach,hast Recht,sehe aber keinen Sinn,meine Ebene zu erklären,weil ich sicher bin,daß Du Deine nicht verlassen wirst,auch nicht dafür,um eine andere anzuschauen.
Viel Spass noch ,Mina
Lustig zu sehen wie wahnsinnig ernst sich manche Leute,meist Männer,nehmen.
Würde mal sagen,Du hast mich nicht verstanden.
Mina
nqa, dann erklöär mal, was ich als Mann an Deinem Posting falsch verstanden habe! Und was das mit Männer und Frauen zu tun hat?
Grüße
Raimund
Bald isser durch…
Hi Micha,
Um eine an sich ethisch verwerfliche Tat (Absichtliche Tötung
eines Menschen) moralisch zu rechtfertigen, muss man die
Absichten des „Täters“ genau prüfen. Die Gründe müssen
vertretbar sein. Und (ganz wichtig) die Gründe müssen
realistisch sein, also mit den beobachtbaren Verhältnissen
übereinstimmen. Ich kann auch nicht mit 3 halbseidenen
Argumenten ein gutes ersetzen (find ich mal).
Sehr schön gesagt.
Wenn man die Begründungen für die Todesstrafe zusammennimmt,
so sind es entweder moralisch Zweifelhafte (Rache,
Geldeinsparung, verhinderung weiterer Taten…),
Warum ist die Verhinderung weiterer Taten moralisch verwerflich? Und auch Geldeinsparung ist nicht in sich verwerflich, will ich mal behaupten…es kommt doch mehr auf die berühmte „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ an. Dann allerdings ist Sparen natürlich ein verwerfliches Argument, jemanden umzubringen, aber bleibt immer noch die Verhinderung von Wiederholungen.
oder nicht
realistische, da sie (imho) unzutreffend sind, wie
Abschreckung, Aufrechterhaltung der Moral usw.
Ich kenne kein moralisch vertretbares Motiv für die
Todesstrafe, das der Realität standhält. Entweder sie sind
verwerflich, oder nicht zutreffend.
Bei fast allen, die Du aufgezählt hast, stimmen wir ohnehin überein. Aber was ist mit den Wiederholungen?
Das Problem an dieser Argumentation ist natürlich, das die
Eischätzung der Moral auf einem gesellschaftlichen Consensus
beruht, also im Kern subjektiv ist. Eine Gesellschaft, die
Rache als moralisch vertretbar ansieht, ist bez. Todesstrafe
natürlich in einer anderen Lage als die unsere… (Irgendwie
säg ich mir hier den Ast ab, auf dem ich mich schwinge)
Das kommt in den besten Familien vor. Aber da ich ja fair bin, geb’ ich Dir jetzt nicht noch ne Motorsäge…
Also dann, auf geht’s. Ein Punkt ist noch offen, dann isser gar.
Gruß, Kubi
Du bist ja echt lustig…
Vielleicht hätte ich gleich still bleiben sollen,weil
die Wahrscheinlich keit,daß mir da jemand folgen kann ,nicht
inhaltlich,das Thema ist eben strittig, sondern von der
vielzitierten Ebene her , eher klein ist.
Tja, Du hast es halt schwer getroffen. Ist halt nicht einfach, wenn man einsames Genie in eine Welt voller Trottel geboren wird. Wenn ich mal ein bißchen Zeit übrig habe, werde ich Dich ausgiebig bedauern.
Es war nur ein Versuch,auch weil mir Euer theoretisches
Geschreibe,und daß Ihr Euch so schrecklich ernst genommen
habt,mit Euren klugen Schreibtischaussagen einfach auf die
Nerven gegangen ist oder mich provoziert hat.
Und Du meinst jetzt, Deine Aussagen wären weniger theoretisch oder klüger? Und Du nämst Dich nicht ernst? Jetzt wundert mich allerdings nicht mehr, daß Du anscheinend von niemandem hier verstanden wirst…
Es war nur zu klar daß da dann solche Antworten kommen,bis hin
zur Vermutung,ich sei sadistisch veranlagt,(siehe
oben),lächel,
aber ich hoffte irgendwer kommt vielleicht mit,auch wenn er
anderer Meinung ist.
Du hast immer noch nichts geliefert, mit dem man mitkommen müßte…
Mach es mir jetzt schon einfach,hast Recht,sehe aber keinen
Sinn,meine Ebene zu erklären,weil ich sicher bin,daß Du Deine
nicht verlassen wirst,auch nicht dafür,um eine andere
anzuschauen.
Natürlich nicht. Ich ziehe mir immer gleich morgens nach dem Aufstehen die Scheuklappen auf, damit ich mir nichts ansehen muß, was meiner Ansicht widerspricht.
Na ja, weiterhin angenehme Träume, und bis dann.
Kubi