zu den im Rahmen der Anpassung der Dialekte ans Fernsehdeutsch verschwindenden Wörtern zählt das (Neckar-/Enz)schwäbische ruasla für ruhen, dösen, schlafen. Ich habe keine Idee, wo ich es sprachlich hintun soll.
Das ungefähr ab der Donau südwärts sukzessiv, ohne strikte Grenze, ins Alemannische übergehende oberländer Schwäbisch kennt dafür ruaba, gruaba - das zu b verhärtete w aus mhd ruowen ist beim Grimm erwähnt. Aber einen s-Laut nimmt man doch nicht einfach so aus Spaß an der Freude in ein Wort auf?
Kann man das ruasla aus dem Altwürttembergischen auch auf mhd ruowen zurückführen und das -s- als irgendwie zufällig da hineingeraten ansehen?
Ohne Anspruch auf sprachwissenschaftlichen Hintergrund erscheint mir das im Wiener Dialekt anzutreffende “riassln”, umgeformt aus “rüsseln”, verwandt zu sein, das vermutlich auf Schnarchgeräusche anspielt, die ähnlich dem Trompeten von Elefanten sein können.
bloß dass es halt zumindest im Südschwäbischen (in Vorderösterreich zwischen Donau und Bodensee) das Wort riasla schon gibt, mit ganz konkreter Bedeutung - *„den Rüssel hineinhängen“: Ablehnung des Vorschlags, man könnte doch jetzt zum „Lieseltrinken“ übergehen: Moischt i sauf aus ebbes wo a jeds schon nai(ab Ravensburg südlich: ine)griaslat hot?!!
das scheint generell ab etwa 50.-51. Breitengrad nördlich üblich zu sein, mir ist es zu Zeiten in Braunschweig erstmals begegnet. In der Lautung recht ähnlich und in der Bedeutung ähnlich heimatlos wie das ruasla. Die beiden hätten eine Wurzel vor Lautverschiebung in Richtung ruot-, rat-: Eine einleuchtende Fährte, bloß wo führt sie hin?
ich habe gerade in Hermann Fischers Schwäbischem Handwörterbuch (4. Auflage 2012) gegraben, dort findet man zu “ruasla = ruhen, dösen, schlafen” auf S. 353 Folgendes:
“Der hot an Ruaß em G’sicht” sagt man im Schwäbischen über einen Betrunkenen - und jemand, “der an Ruaß em Gesicht hot, der rußlet (= schnarcht) meischtens ao g’waltig”!
Auch das “runsig” / “raosig” passt in diesen Kontext: Ein brünstiges Schwein ist “rauschig”.