Hallo,
Wieso? Wer zahlt sonst mein Gehalt? An der Inflation sind die
AN doch nun am wenigsten Schuld.
ich habe nicht behauptet, daß die Arbeitnehmer an Inflation
schuld seien und an den hohen Sozialabgaben (also den Netto-
und Reallohn betreffend). Dein Arbeitgeber ist für nicht mehr
als das Bruttogehalt verantwortlich, alles andere bestimmt
nicht er und die Bruttogehälter steigen seit 50 Jahren Jahr um
Jahr, egal wie es dem Land oder den Unternehmen geht.
Inflationsbereinigt muß man das schon sehen.
Ist das nicht eine Gewerkschaftszeitung? Da darf man eine
gewisse Grundhaltung unterstellen.
Na klar, die dearf man nicht nur unterstellen, sondern sogar verlangen.
Aber dennoch: „Der
Unternehmensgewinn“ ist ein völlig ungeeigneter Begriff, um
die Rentabilität eines Unternehmens zu messen.
OK, eine Verdopplung des Gewinnst sagt nicht viel aus, wenn das Niveau der Zahlen nichtz bekannt ist. Da stimme ich Dir zu. Auch daß in der Zeitung gelegentlich mal das Koordinatensystem einer Grafik ‚eigenartig‘ gewählt wird stimmt. 
Sind 20 Mio.
Euro Jahresüberschuß viel? Die Frage ist nicht zu beantworten,
ohne zu wissen, wieviel Umsatz das Unternehmen macht und
wieviel Eigenkapital dafür bereitgestellt worden sind.
Ich will verdammt noch mal hoffen, daß die Unternehmensgewinne
mal langsam in die Pötte kommen.
Und ich will endlich mal mit meinen Einkommen auskommen! Das muß doch möglich sein. An meinem Verhalten liegt’s nicht, also muß jamand anderes etwas falsch machen.
Die Kapitalverzinsungen und
Umsatzrenditen der deutschen Unternehmen sind praktisch durch
die Bank miserabel. Jeder Unternehmer, der mit einer
Kapitalverzinsung von drei Porzent zufrieden ist, gehört
erschlagen. Da bekommt er ohne Risiko mehr bei der Anlage in
Bundesschatzbriefe.
Da stimme ich Dir zu.
Plump Zahlen gegenüberzustellen, wie es die Gewerkschaften mit
einer gewissen Zielorientierung gerne machen, ist keine
Argumentation, sondern Agitation mit dem Ziel, die
uninformierte Masse mit ein paar Schlagworten und
Scheinargumente für seine Zwecke zu mobilisieren.
Ich hoffe immer noch, daß das die Ziele genau dieser Massen sind. Sonst gfindet sich ja niemand, der diese Ziele unterstützt.
Ich fürchte, da spricht jemand mit einer bitteren Erfahrung.
Das eigentlich weniger. Es mutet zwar seltsam an, wenn jemand
Millionen mit dem Konnentar ‚ich bin ja nicht der billige
Jakob‘ kassiert, die er zuvor der Belegschaft weggenommen hat,
indem er das Weihnachtsgeld streicht und sich noch dafür
feiern läßt, aber bittere Erfahrung würde ich das nicht
nennen.
Aha, Meinungsbildung per Einzelfall.
Na wenn ich mich in meiner Nähe umsehe und dann noch Unternehmervertreter im Fernsehen höre (andere Quellen habe ich ja nicht) scheinen das schon eine Menge Einzelfälle zu sein.
Was ist mit den
Unternehmern, die sich privat verschulden, um die Löhne und
Gehälter vorzufinanzieren? Was ist mit den Unternehmern, die
auf Dividende verzichten, um den Kleinaktionären welche zu
ermöglichen? Einzelfälle? Wahrscheinlich. Kommen wir weiter,
wenn wir uns die vorhalten? Wohl eher nicht.
Auf die Gefahr mich zu wiederholen. Eine ‚vernünftige‘ Rendite ist die Grundlage für unser Wirtschaftssystem und unseren Wohlstand. Das alles bestreite ich doch nicht. Wenn an einem Produkt nichts verdoent wird, wird es nicht hergestellt. Ich ergänze doch nur: Um an einem Produkt etwas verdienen zu können, muß man es auch jemandem verkaufen. Es bringt nichts, den Kunden das Geld schon vorher anzunehmen.
Was ich mit meinen beiden Beispielen sagen will: Man sieht
normalerweise selber immer nur eine Momentaufnahme. Das ganze
Bild ist das entscheidend und das sehe ich absolut nicht so
wie Du.
Ich weiß. Ganz ehrlich wünsche ich mir ja, Du hättest Recht
und die Situation würde sich so bessern lassen, wie Du meinst,
aber glauben kann ich das halt nicht.
Hm, eine typische „Ja, aber…“-Argumentation. Eigentlich
überzeugt worden, aber eigentlich auch nicht, weil… naja…
weiß nicht… 
Kenne ich seit 20 Jahren 
Der Arbeiter in Timisoara kauft zwar nicht das, was er selber
produziert, aber er kauft den Krempel, der auf deutschen
Maschinen hergestellt worden ist: Kleidung, verpackte
Lebensmittel, Taschentücher
Na wenn das so ist, muß sich aber schon viel gebessert haben.
Ahem, wann warst Du denn da?
Das muß Sonmmer 1977 gewesen sein. 
http://www.cciat.ro/karls/timisoara.htm Seit Maueröffnung hat
sich da ein bißchen was getan.
und - wenn es eine Arbeiterin ist
Das glaubst Du. 
Du weiß schon noch, wie ich mein Geld verdiene, oder?
Ja.
In
meinen Schränken ist der deutsche Maschinenbau zuhause 
Nein, im Ernst: Osteuropa ist - neben China - derzeit das
Paradis des deutschen Maschinenbaus. Man kann sich vor
Anfragen und Aufträgen von dort nicht mehr retten. Und wir
wissen nicht, wem wir zuerst einen Auftrag vorfinanzieren
sollen 
Die abgedroschenen Sprüche wie „Autos kaufen keine Autos“
passen in unserer Welt wirklich nicht mehr. Nachfrage und
Angebot funktionieren weltweit. Jeder Autoschrauber im
Ausland, der mit deutschem Geld bezahlt wird, gibt es in
irgendeiner Form auch wieder für deutsche Produkte aus.
Jeder Inder, der für ADIDAS näht, kauft von den Geld
Lebensmittel. Dann ist es alle! Der kauft keine deutschen
Produkte!
Indien ist noch auf dem Sprung. Derzeit läuft die
Vorkonsumwirtschaftsphase an. Die Investitionen in der Zement-
und Stahlindustrie sind weiterhin ansteigend, das stimmt
zuversichtlich. Aber ich sprach ja auch nicht vom gemeinen
Inder, sondern vom Chinesen, Indonesier, Malayen, Vietnamesen,
Rumänen, Ungarn usw.
OK, das akzeptiere ich, weil ich Dir Deine Fakten glaube und sehe, daß Du aus Deiner Position einen besseren Überblick hast.
[fehlender privater Konsum aufgrund geringen Nettolohns]
Das sehe ich als Ursache für die aktuelle Arbeitslosigkeít.
Die Ansicht teile ich nicht. Die Sparquote steigt. Ein
untrügliches Zeichen dafür, daß das Geld da ist, aber nicht
ausgegeben wird. Zwei Gründe:
- Unsicherheit bzgl. wirtschaftlicher Entwicklung,
Arbeitsplatz, Atersvorsorge usw.
- Deflationäre Tendenzen. Geiz ist geil. Und deswegen ist es
geil, mit dem Einkauf bis nächste Woche zu warten. Dann kommt
vielleicht die nächste Payback- oder Happy-Digit-Rabbataktion,
Hornbach geht wieder 15% mit den Preisen runter oder Aldi
wirft eine Cray für 2.222 Euro auf den Gabentisch. Der
Einzelhandel macht sich seine Nachfrage selbst kaputt. Fast
alle anderen Wirtschaftszweige hängen hintendran.
Wie wär’s mit der Dritten Variante: Ich gebe kein Geld aus, weil ich schon zu weit verschuldet bin und noch mehr Schulden meine Existenz gefährden würden? Ja, ich sehe in meiner Umgebung auch Leute, auf Die Deine Beschreibung passt, aber von denen werden genau zwei nach Tarif bezahlt. Insgesamt sind das so etwa 10, auf die Deine Beschreibung passt. Bleiben noch 55 die mehr kaufen würden, wenn sie mehr hätten. (Ich rede von AN, nicht von Arbeitslosen … da kenne ich keine persönlich)
Deiner Argumentation, daß die Leute Geld hätten, es aber horten kann ich nicht folgen. Hättest Du Recht, könnten nicht so viele überschuldet sein.
Oder liegt das wirklich nur an den regionalen Unterschieden? Ich weiß, daß das Saarland recht abgeschlagen ist. Die Tariflohntabelle hatte ich ja neulich schon mal abgetippt. 
Noch mal zum Thema mögliche Lohnsenkung.
Warum ich mich so heftig dagegen wehre liegt einfach daran, daß ich bereits jetzt in der Situation bin, mein Konto mit dem Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld ausgleichen zu müssen. Sinkt der Reallohn weiter, kann ich die Raten für mrin Haus von meinem Einkommen nicht mehr bedienen und verliere alles, wofür ich die letzten 13 Jahre gearbeitet habe. Einsparpotential gibt es nicht mehr. Selbst meine DSL-Leitung habe ich nun schon ‚einsparen‘ müssen. Versicherungen laufen nur noch die gesetzlich vorgeschriebenen. …
Kurz: Die Forderung von weiterem Einkommensverzicht ist ein direkter Angriff auf meine Existenz. Der nächste Schritt wäre, mit dem Fahhrad zur Arbeit zu fahren, was bei 31 Kilometern Entfernung im Winter nicht realisierbar ist. Ich müßte zwangsläufig kündigen, weil ich es mir nicht mehr leisten könnte, zu Arbeitsstelle zu fahren. Kann das gewollt sein?
cu Rainer