Eure Armut kotzt mich an

die entscheidende Frage
Hallo,

Das stimmt natürlich. Deshalb darf ich aber doch mal darüber
nachdenken, was passiert wäre, wenn das Geld Zweckdienlich
verteilt worden wäre? Oder darüber, was da passiert ist, um
für die Zukunft daraus zu lernen?

klar kann man darüber reden, aber dann sollte man auch Roß und Reiter richtig bezeichnen.

Gedach war es ja so: Die Unternehmer werden finanziell bei der
Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt. Was ist daraus
geworden?
Sollte man daraus nicht schließen, daß es keine Arbeitsplätze
schafft, wenn Unternehmer finanziell unterstützt werden?

Die Arbeitsplätze werden plangemäß geschaffen. Nur eben viel zu teuer.

Es ist doch so: wenn es irgendwo Geld zu verdienen ist, dann wird investiert, sofern sicher ist, daß diese Verdienstmöglichkeit lang genug besteht, um die Investition zu rechtfertigen. Verdienst ist hier auch unter Einbeziehung der weichen Faktoren gemeint, wie Infrastruktur, Ausbildung der potentiellen Arbeitnehmer, Beschaffungs- und Absatzmärkte usw.

Der entscheidende Frage zu dem gerade heiß diskutierten Thema kann nur lauten: Warum steht da nicht schon längst eine Fabrik?

Einzig mögliche Antwort: Es rechnet sich nicht.

Hier hat der Ansatz zu erfolgen: Warum rechnet sich eine derartige Investition in Ostdeutschland ohne Subventionen nicht?

Tja…

Gruß,
Christian

Hallo,

Hier hat der Ansatz zu erfolgen: Warum rechnet sich eine
derartige Investition in Ostdeutschland ohne Subventionen
nicht?

Weil hier die Lebensumstände nicht so sind wie in Timisoara?
Dann ist es gut so. Warst Du mal da? Ich ja! :wink: Und ich bin froh, daß ich wieder zurück konnte.
Nun wäre ich wieder bem alten Thema, das lass ich aber.

Wenn Du Recht behältst, daß das der Trend ist, wird wohl am Ende noch Frank Recht bekommen. So stirbt die Wirtschaft. Schreckliche Vorstellung. :wink:

cu Rainer

Weil hier die Lebensumstände nicht so sind wie in Timisoara?
Dann ist es gut so. Warst Du mal da? Ich ja! :wink: Und ich bin
froh, daß ich wieder zurück konnte.

Bist Du irgendwie in einer Feedback-Schleife gefangen oder so?
Niemand will hier in Deutschland eine Kopie von Rumänien. Warum in Ostdeutschland ohne weiteres nicht investiert wird, hat viele Gründe und ehrlich gesagt glaube ich, daß ein nicht unwesentlicher Grund die Einstellung der Menschen ist, nämlich genauso zu denken, wie Du es hier wieder präsen-tierst.
Arbeitgeber=unbarmherziger Ausbeuter ist nicht unbedingt eine Einstellung/Aussage, die Investitionen begünstigt. Zwei meiner Kunden sind in den letzten Jahren zu Beteiligungen im Osten gekommen wie die Jung-frau zum Kinde (im Endeffekt haben sie die Unternehmen, die kurz vor der Pleite standen, gerettet, weil sie den Inhaber kannten). Bisher hat mir niemand gesagt, daß die Probleme in den Werken dort an der Infrastruktur liegen oder an sonstigen externen Faktoren. Es werden immer wieder zwei Dinge wiederholt: Qualität und Quantität der Arbeit. Es kommt weniger bei raus als im Westen und es ist von einer schlechteren Qualität.

So, und nun hau mich.

Gruß,
Christian

Hallo,

Bist Du irgendwie in einer Feedback-Schleife gefangen oder so?

Den Eindruck hab ich auch langsam. :wink:

Niemand will hier in Deutschland eine Kopie von Rumänien.

Du mußt Dich schon entscheiden.
1.) Die Ursache für fehlende Inverstitionen ist das zu hohe Lohnniveau gegenüber dem konkurrierenden Ausland.
Dann muß die Lösung Senkung des Lohnniveaus auf das des Auslands heißen, um wieder Konkurrenzfähig zu sein, denn das Ausland können wir nicht beeinflussen.
2.) Das Lohnniveau soll nicht auf das des Auslands gesenkt werden, aber die Wirtschft soll trotzdem in Deutschland inverstieren, Arbeitsplätze schaffen. Dann kann das höhere Lohnniveau nicht die Ursache für die Probleme sein.

Warum in Ostdeutschland ohne weiteres nicht investiert wird,
hat viele Gründe und ehrlich gesagt glaube ich, daß ein nicht
unwesentlicher Grund die Einstellung der Menschen ist, nämlich
genauso zu denken, wie Du es hier wieder präsen-tierst.
Arbeitgeber=unbarmherziger Ausbeuter

Das hast Du jetzt unterstellt, ich habe das mit keiner Silbe angedeutet. Wenn Du’s so willst? Hätte man die Betriebe der Belegschaft übergeben und die Subventionen an die Betriebe gezahlt um sie damit zu modernisieren, hätten wir Vollbeschäftigung und die blühenden landschaften, die Kohl versprochen hat. Geld dafür ist mehr als genug geflossen. Aber nicht in die Wirtschaft im Osten sondern in die Taschen skrupelloser Unternehmer!

Nun darfst Du! Wem die Jacke nicht passt, der braucht sie ja nicht anzuziehen!

ist nicht unbedingt eine
Einstellung/Aussage, die Investitionen begünstigt. Zwei meiner
Kunden sind in den letzten Jahren zu Beteiligungen im Osten
gekommen wie die Jung-frau zum Kinde (im Endeffekt haben sie
die Unternehmen, die kurz vor der Pleite standen, gerettet,
weil sie den Inhaber kannten). Bisher hat mir niemand gesagt,
daß die Probleme in den Werken dort an der Infrastruktur
liegen oder an sonstigen externen Faktoren. Es werden immer
wieder zwei Dinge wiederholt: Qualität und Quantität der
Arbeit. Es kommt weniger bei raus als im Westen und es ist von
einer schlechteren Qualität.

So, und nun hau mich.

Würde ich ja gern, kann ich aber nicht. :wink: Ich habe seit '89 das Saarland nicht verlassen und kann Deine Aussagen nicht prüfen.
Allerdings kann ich es mir nur schwer vorstellen. Ich kann nur von dem reden, was ich sehen kann und das sind Kollegen, von denen die meisten aus dem Saarland sind, einige Franzosen, Russen, Italiener … auch welche aus den Neuen Bundesländern. U.a. bin ich hier für die Akkordabrechnung zuständig und kann mich nicht an Unterschiede erinnern, die einen Zusammenhang mit der Herkunft vermuten lassen. Lediglich ein Zusammenhang mit der Betriebszugehörigkeit ist erkennbar. Weil die Kollegen aus den neuen Bundesländern alle schon über zehn Jahre im Betrieb sind, liegen sie alle in der Spitengruppe. Daß mein Chef mit denen unzufrieden wäre, habe ich auch noch nicht gehört.
Die Unternehmer, die mit den Leuten unzufrieden sind, sollten die Ursachen mal bei sich selbst suchen.

cu Rainer

Hi Christian,

jetzt weiss ich was Du meinst. Leider versieht mein Arbeitgeber die Mitarbeiteraktien und Optionensscheine mittlerweile selbst mit einer 5 jährigen Sperrfrist, so daß ich solcherart Schlupflöcher nicht nutzen kann.

Danke jedenfalls,

Max

Hallo,

Niemand will hier in Deutschland eine Kopie von Rumänien.

Du mußt Dich schon entscheiden.

  1. Es gibt noch Abstufungen zwischen Rumänien und Höchstlohnland.
  2. Ich sagte es zuvor und ich sage es erneut: Der absolute Betrag ist uninteressant, es kommt auf die Gegenleistung an. Wenn ich woanders für weniger Geld die gleiche Leistung bekomme, kaufe ich da bzw. produziere da, zumindestens dann, wenn der Unterschied so groß ist, daß die zusätzlichen Risiken auch noch mit aufgefangen werden.
    Die Lohnkosten zu reduzieren ist der eine Weg, der kurzfristig notwendig ist bzw. eine Flexibilisierung, die die Kosten reduziert. Langfristig muß aber dafür gesorgt werden, daß wir leistungsfähiger werden. Also zunächst das Swatch- und dann das Rolex-Konzept.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

Langfristig muß aber dafür gesorgt werden, daß wir
leistungsfähiger werden. Also zunächst das Swatch- und dann
das Rolex-Konzept.

Was meinst Du mit „Leistungsfähiger“?
Mensch - schneller arbeiten?
Mechanisierung der Arbeit?

Gruß
karin

Hallo Christian,

das ist mir schon klar, daß Du das so siehst. Die Erfahrung zeigt, daß das eine Abwärtsspirale auslösen würde. Durch sinkende Löhne würden die Gewinne steigen. Wieso soll dann ein Unternehmer aufhören zu jammern, wenn das so schön geklappt hat? Das geht dann immer weiter nach unten.
Nein, ich meine nicht speziell Deine Kunden. Ich meine nicht die Unternehmer, die selbst ihren Betrieb leiten. da mag es schwarze Schafe geben, aber das ist nicht das Thema. Ich rede auch nicht von bösen Unternehmern, wie Du mir gern unterstellst.
Ab einer gewissen Größe entwickelt sich eine Eigendynamik.
Die Firmen werden zu AGs, in deren Aufsichtsräten Fondgesellschaften das Sagen haben, Die sind Ihren Aktionären verpflichtet und sehen die AN nicht einmal. Sie sind auch persönlich nicht betroffen, da sie ja nur im Auftrag der Gesellschaft ihren Job machen. Alles ganz unpersönlich, kein Mensch hat auch nur die Chance, da gut oder böse zu sein.
Am Probelm ändert das nichts. Irgendwer solldas, was hergestellt wird doch auch kaufen! Der billige Arbeiter in Timisoara kauft das Produkt, das er herstellt garantiert nicht! Der ist froh, wenn das Einkommen für Lebensmittel reicht. Wer soll das dann kaufen? Der Arbeitslose in Deutschland?
Eine Abwärtsspirale nützt niemandem. Wie man sie verhindern kann habe ich leider keine Ahnung. Mit Lohnsenkung jedenfalls nicht, das löst sie aus.

cu Rainer

noch ein bißchen Literatur
http://www.ftd.de/tm/it/1069844095252.html?nv=hptn

Hallo Karin,

Langfristig muß aber dafür gesorgt werden, daß wir
leistungsfähiger werden. Also zunächst das Swatch- und dann
das Rolex-Konzept.

Was meinst Du mit „Leistungsfähiger“?
Mensch - schneller arbeiten?
Mechanisierung der Arbeit?

nein, ich will nicht ins Zeitalter des Fließbands zurück, sondern eine grundlegende Verbesserung (zumindest sehe ich das als Verbesserung) der Gesellschaft und des Staatswesens in vielen Bereichen: Bildung, Grundeinstellung zu Leistung und Erfolg, Entrümpelung des Gesetz- und Verordnungswesens, Optimierung der Abläufe in Verwaltung und Justizwesen, Neustrukturierung der Finanzwelt, Neustrukturierung der Sozialsysteme undundund.

Ganz sicher sind wir auch in Zukunft nicht billig, aber dann hoffentlich preiswert im Sinne von „unseren Preis wert“.

Gruß,
Christian

Hallo nochmal,

das ist mir schon klar, daß Du das so siehst. Die Erfahrung
zeigt, daß das eine Abwärtsspirale auslösen würde.

na, jetzt bin ich mal gespannt, welche Erfahrungen Du anführst. In Deutschland sind die Löhne seit dem 2. WK nur gestiegen, egal ob die Wirtschaft wuchs oder nicht. Und komm mir nicht mit den Netto- oder Reallöhnen, denn die haben nicht die Unternehmen zu verantworten, da gibt es andere Adressaten.

Durch
sinkende Löhne würden die Gewinne steigen. Wieso soll dann ein
Unternehmer aufhören zu jammern, wenn das so schön geklappt
hat?

Er wird schon deshalb aufhören zu jammern, weil die Jammerei überprüfbar ist. Aufgrund eines nachvollziehbaren Anliegens der Finanzbehörden, lassen sich Zahlen nicht auf Dauer schlechtrechnen. Außerdem darfst Du ein Unternehmen nicht isoliert betrachten. Schließlich gibt es noch andere Arbeitgeber und wenn Unternehmer Geizkragen nicht aufpaßt, arbeiten bei ihm irgendwann nur noch die Luschen und was dann mit den gehamsterten Gewinnen passiert, ist wohl nachvollziehbar.

Ab einer gewissen Größe entwickelt sich eine Eigendynamik.
Die Firmen werden zu AGs, in deren Aufsichtsräten
Fondgesellschaften das Sagen haben, Die sind Ihren Aktionären
verpflichtet und sehen die AN nicht einmal. Sie sind auch
persönlich nicht betroffen, da sie ja nur im Auftrag der
Gesellschaft ihren Job machen.

Ich fürchte, da spricht jemand mit einer bitteren Erfahrung. Die kann ich Dir nicht nehmen, aber es sei Dir versichert, daß auch ich in einem Unternehmen arbeite, daß sich letztlich gegenüber den gleichen Leuten verantworten muß, wie Du welche beschreibst. Hier hatte man auch die tollsten Ideen und letzten Endes fliegen uns die Vorstände nur so um die Ohren. Inzwischen hat sich wieder die alte Kultur durchgesetzt und alle sind glücklich und zufrieden. Naja, fast. Wir warten noch eine Schamfrist ab und besetzen dann die gestrichenen Stellen neu.

Ein anderes Beispiel: Es gibt hier eine Bank, von der bekannt ist, daß sie versucht, billig Leute einzukaufen. Anfang des Jahres existierte quasi ein Zehntel der Belegschaft in Form von Stellenangeboten. Im März oder so gab es einen Geschäftsleitungsbeschluß und nun hat man angefangen, normale Gehälter anzubieten und inzwischen sind zwei meiner Kollegen dort gelandet (auch ich um ein Haar).

x0 freie Stellen auf einem Segment des Arbeitsmarktes, das gerade in Düsseldorf besonders schlimm aussieht? Vielleicht akzeptierst Du das auch als ein Beispiel für die Selbstregulierung, wie ich sie oben beschrieben habe.

Was ich mit meinen beiden Beispielen sagen will: Man sieht normalerweise selber immer nur eine Momentaufnahme. Das ganze Bild ist das entscheidend und das sehe ich absolut nicht so wie Du.

Mensch hat auch nur die Chance, da gut oder böse zu sein.
Am Probelm ändert das nichts. Irgendwer solldas, was
hergestellt wird doch auch kaufen! Der billige Arbeiter in
Timisoara kauft das Produkt, das er herstellt garantiert
nicht! Der ist froh, wenn das Einkommen für Lebensmittel
reicht. Wer soll das dann kaufen? Der Arbeitslose in
Deutschland?

Der Arbeiter in Timisoara kauft zwar nicht das, was er selber produziert, aber er kauft den Krempel, der auf deutschen Maschinen hergestellt worden ist: Kleidung, verpackte Lebensmittel, Taschentücher und - wenn es eine Arbeiterin ist - Damenbinden und Tampons. Die Liste ließe sich fortführen, z.B. mit Konsumgütern, die sehr wohl schon jetzt in Rumänien verkauft werden, Dienstleistungen usw.

Die abgedroschenen Sprüche wie „Autos kaufen keine Autos“ passen in unserer Welt wirklich nicht mehr. Nachfrage und Angebot funktionieren weltweit. Jeder Autoschrauber im Ausland, der mit deutschem Geld bezahlt wird, gibt es in irgendeiner Form auch wieder für deutsche Produkte aus. Allerdings nur solange, wie es deutsche Maschinenbauer (die ich hier als Beispiel anführte) so konkurrenzfähig sind, daß ihre Produkte nachgefragt werden.

Gruß,
Christian

Hallo,

na, jetzt bin ich mal gespannt, welche Erfahrungen Du
anführst. In Deutschland sind die Löhne seit dem 2. WK nur
gestiegen, egal ob die Wirtschaft wuchs oder nicht. Und komm
mir nicht mit den Netto- oder Reallöhnen, denn die haben nicht
die Unternehmen zu verantworten, da gibt es andere Adressaten.

Wieso? Wer zahlt sonst mein Gehalt? An der Inflation sind die AN doch nun am wenigsten Schuld.

Er wird schon deshalb aufhören zu jammern, weil die Jammerei
überprüfbar ist.

Es ist überprüft worden. Mit dem Ergebnis, daß die Unternehmensgewinne um ein vielfaches der Löhne gestiegen sind, gejammert wird trotzdem. Die Ausgabe der Zeitschrift Metall in der das stand habe ich nicht mehr, deshalb kann ich es nicht genauer belegen.

Aufgrund eines nachvollziehbaren Anliegens
der Finanzbehörden, lassen sich Zahlen nicht auf Dauer
schlechtrechnen. Außerdem darfst Du ein Unternehmen nicht
isoliert betrachten. Schließlich gibt es noch andere
Arbeitgeber und wenn Unternehmer Geizkragen nicht aufpaßt,
arbeiten bei ihm irgendwann nur noch die Luschen und was dann
mit den gehamsterten Gewinnen passiert, ist wohl
nachvollziehbar.

Meines Wissens sind die meisten Unternehmen in Verbänden zusammengefaßt. Man läßt jammern, wider besseres Wissen.

Ich fürchte, da spricht jemand mit einer bitteren Erfahrung.

Das eigentlich weniger. Es mutet zwar seltsam an, wenn jemand Millionen mit dem Konnentar ‚ich bin ja nicht der billige Jakob‘ kassiert, die er zuvor der Belegschaft weggenommen hat, indem er das Weihnachtsgeld streicht und sich noch dafür feiern läßt, aber bittere Erfahrung würde ich das nicht nennen.

Die kann ich Dir nicht nehmen, aber es sei Dir versichert, daß
auch ich in einem Unternehmen arbeite, daß sich letztlich
gegenüber den gleichen Leuten verantworten muß, wie Du welche
beschreibst. Hier hatte man auch die tollsten Ideen und
letzten Endes fliegen uns die Vorstände nur so um die Ohren.
Inzwischen hat sich wieder die alte Kultur durchgesetzt und
alle sind glücklich und zufrieden. Naja, fast. Wir warten noch
eine Schamfrist ab und besetzen dann die gestrichenen Stellen
neu.

Ein anderes Beispiel: Es gibt hier eine Bank, von der bekannt
ist, daß sie versucht, billig Leute einzukaufen. Anfang des
Jahres existierte quasi ein Zehntel der Belegschaft in Form
von Stellenangeboten. Im März oder so gab es einen
Geschäftsleitungsbeschluß und nun hat man angefangen, normale
Gehälter anzubieten und inzwischen sind zwei meiner Kollegen
dort gelandet (auch ich um ein Haar).

x0 freie Stellen auf einem Segment des Arbeitsmarktes, das
gerade in Düsseldorf besonders schlimm aussieht? Vielleicht
akzeptierst Du das auch als ein Beispiel für die
Selbstregulierung, wie ich sie oben beschrieben habe.

Was ich mit meinen beiden Beispielen sagen will: Man sieht
normalerweise selber immer nur eine Momentaufnahme. Das ganze
Bild ist das entscheidend und das sehe ich absolut nicht so
wie Du.

Ich weiß. Ganz ehrlich wünsche ich mir ja, Du hättest Recht und die Situation würde sich so bessern lassen, wie Du meinst, aber glauben kann ich das halt nicht.

Mensch hat auch nur die Chance, da gut oder böse zu sein.
Am Probelm ändert das nichts. Irgendwer solldas, was
hergestellt wird doch auch kaufen! Der billige Arbeiter in
Timisoara kauft das Produkt, das er herstellt garantiert
nicht! Der ist froh, wenn das Einkommen für Lebensmittel
reicht. Wer soll das dann kaufen? Der Arbeitslose in
Deutschland?

Der Arbeiter in Timisoara kauft zwar nicht das, was er selber
produziert, aber er kauft den Krempel, der auf deutschen
Maschinen hergestellt worden ist: Kleidung, verpackte
Lebensmittel, Taschentücher

Na wenn das so ist, muß sich aber schon viel gebessert haben. Als ich da war, hatten alle Männer rotbraune Anzüge an und die frauen haben noch brav Taschentücher gewaschen. Der Markt war voll Obst und Gemüse, aber außer uns hat kaum jemand etwas gekauft. Nicht weil niemand Bedarf hatte …
Unsere Gastgeber konnten sich mit vier Personen sogar eine 100 Quadratmeter Wohnung und ein Auto leisten. Die Frau war Nachrichtensprecherin um Rumänischen Fernsehen. :wink:

und - wenn es eine Arbeiterin ist

  • Damenbinden und Tampons.

Das glaubst Du. :wink:

Die Liste ließe sich fortführen,
z.B. mit Konsumgütern, die sehr wohl schon jetzt in Rumänien
verkauft werden, Dienstleistungen usw.

Die abgedroschenen Sprüche wie „Autos kaufen keine Autos“
passen in unserer Welt wirklich nicht mehr. Nachfrage und
Angebot funktionieren weltweit. Jeder Autoschrauber im
Ausland, der mit deutschem Geld bezahlt wird, gibt es in
irgendeiner Form auch wieder für deutsche Produkte aus.

Jeder Inder, der für ADIDAS näht, kauft von den Geld Lebensmittel. Dann ist es alle! Der kauft keine deutschen Produkte!
Ich kann kein deutsches Auto bezahlen. OK, mein Pech. Aber wenn die Reallöhne weiter so sinken kann das bald kein Arbeiter mehr.
Ich leiste es mir auch schon länger nicht mehr, beim Bäcker einzukaufen, obwohl das besser schmeckt. Der hätte auch gern mein Geld. Trotzdem ist mein Geld immer schneller alle, als der Monat. :wink:
In der Firma liege ich mit meinem Gehalt gut im oberen Mittelfeld, bin also noch nicht einmal der Maßstab, der liegt tiefer. Wo soll das Geld herkommen, das der Mittelstand verdienen soll, wenn nicht von den Arbeitern? Wenn die Konsumenten die Produkte nicht kaufen können, macht die Produktion kaum noch Sinn.
Das sehe ich als Ursache für die aktuelle Arbeitslosigkeít.

cu Rainer

Hallo,

na, jetzt bin ich mal gespannt, welche Erfahrungen Du
anführst. In Deutschland sind die Löhne seit dem 2. WK nur
gestiegen, egal ob die Wirtschaft wuchs oder nicht. Und komm
mir nicht mit den Netto- oder Reallöhnen, denn die haben nicht
die Unternehmen zu verantworten, da gibt es andere Adressaten.

Wieso? Wer zahlt sonst mein Gehalt? An der Inflation sind die
AN doch nun am wenigsten Schuld.

ich habe nicht behauptet, daß die Arbeitnehmer an Inflation schuld seien und an den hohen Sozialabgaben (also den Netto- und Reallohn betreffend). Dein Arbeitgeber ist für nicht mehr als das Bruttogehalt verantwortlich, alles andere bestimmt nicht er und die Bruttogehälter steigen seit 50 Jahren Jahr um Jahr, egal wie es dem Land oder den Unternehmen geht.

Er wird schon deshalb aufhören zu jammern, weil die Jammerei
überprüfbar ist.

Es ist überprüft worden. Mit dem Ergebnis, daß die
Unternehmensgewinne um ein vielfaches der Löhne gestiegen
sind, gejammert wird trotzdem. Die Ausgabe der Zeitschrift
Metall in der das stand habe ich nicht mehr, deshalb kann ich
es nicht genauer belegen.

Ist das nicht eine Gewerkschaftszeitung? Da darf man eine gewisse Grundhaltung unterstellen. Aber dennoch: „Der Unternehmensgewinn“ ist ein völlig ungeeigneter Begriff, um die Rentabilität eines Unternehmens zu messen. Sind 20 Mio. Euro Jahresüberschuß viel? Die Frage ist nicht zu beantworten, ohne zu wissen, wieviel Umsatz das Unternehmen macht und wieviel Eigenkapital dafür bereitgestellt worden sind.

Ich will verdammt noch mal hoffen, daß die Unternehmensgewinne mal langsam in die Pötte kommen. Die Kapitalverzinsungen und Umsatzrenditen der deutschen Unternehmen sind praktisch durch die Bank miserabel. Jeder Unternehmer, der mit einer Kapitalverzinsung von drei Porzent zufrieden ist, gehört erschlagen. Da bekommt er ohne Risiko mehr bei der Anlage in Bundesschatzbriefe.

Plump Zahlen gegenüberzustellen, wie es die Gewerkschaften mit einer gewissen Zielorientierung gerne machen, ist keine Argumentation, sondern Agitation mit dem Ziel, die uninformierte Masse mit ein paar Schlagworten und Scheinargumente für seine Zwecke zu mobilisieren.

Ich fürchte, da spricht jemand mit einer bitteren Erfahrung.

Das eigentlich weniger. Es mutet zwar seltsam an, wenn jemand
Millionen mit dem Konnentar ‚ich bin ja nicht der billige
Jakob‘ kassiert, die er zuvor der Belegschaft weggenommen hat,
indem er das Weihnachtsgeld streicht und sich noch dafür
feiern läßt, aber bittere Erfahrung würde ich das nicht
nennen.

Aha, Meinungsbildung per Einzelfall. Was ist mit den Unternehmern, die sich privat verschulden, um die Löhne und Gehälter vorzufinanzieren? Was ist mit den Unternehmern, die auf Dividende verzichten, um den Kleinaktionären welche zu ermöglichen? Einzelfälle? Wahrscheinlich. Kommen wir weiter, wenn wir uns die vorhalten? Wohl eher nicht.

Was ich mit meinen beiden Beispielen sagen will: Man sieht
normalerweise selber immer nur eine Momentaufnahme. Das ganze
Bild ist das entscheidend und das sehe ich absolut nicht so
wie Du.

Ich weiß. Ganz ehrlich wünsche ich mir ja, Du hättest Recht
und die Situation würde sich so bessern lassen, wie Du meinst,
aber glauben kann ich das halt nicht.

Hm, eine typische „Ja, aber…“-Argumentation. Eigentlich überzeugt worden, aber eigentlich auch nicht, weil… naja… weiß nicht… :wink:

Kenne ich seit 20 Jahren :wink:

Der Arbeiter in Timisoara kauft zwar nicht das, was er selber
produziert, aber er kauft den Krempel, der auf deutschen
Maschinen hergestellt worden ist: Kleidung, verpackte
Lebensmittel, Taschentücher

Na wenn das so ist, muß sich aber schon viel gebessert haben.

Ahem, wann warst Du denn da? http://www.cciat.ro/karls/timisoara.htm Seit Maueröffnung hat sich da ein bißchen was getan.

und - wenn es eine Arbeiterin ist

  • Damenbinden und Tampons.

Das glaubst Du. :wink:

Du weiß schon noch, wie ich mein Geld verdiene, oder? In meinen Schränken ist der deutsche Maschinenbau zuhause :wink: Nein, im Ernst: Osteuropa ist - neben China - derzeit das Paradis des deutschen Maschinenbaus. Man kann sich vor Anfragen und Aufträgen von dort nicht mehr retten. Und wir wissen nicht, wem wir zuerst einen Auftrag vorfinanzieren sollen :wink:

Die abgedroschenen Sprüche wie „Autos kaufen keine Autos“
passen in unserer Welt wirklich nicht mehr. Nachfrage und
Angebot funktionieren weltweit. Jeder Autoschrauber im
Ausland, der mit deutschem Geld bezahlt wird, gibt es in
irgendeiner Form auch wieder für deutsche Produkte aus.

Jeder Inder, der für ADIDAS näht, kauft von den Geld
Lebensmittel. Dann ist es alle! Der kauft keine deutschen
Produkte!

Indien ist noch auf dem Sprung. Derzeit läuft die Vorkonsumwirtschaftsphase an. Die Investitionen in der Zement- und Stahlindustrie sind weiterhin ansteigend, das stimmt zuversichtlich. Aber ich sprach ja auch nicht vom gemeinen Inder, sondern vom Chinesen, Indonesier, Malayen, Vietnamesen, Rumänen, Ungarn usw.

[fehlender privater Konsum aufgrund geringen Nettolohns]

Das sehe ich als Ursache für die aktuelle Arbeitslosigkeít.

Die Ansicht teile ich nicht. Die Sparquote steigt. Ein untrügliches Zeichen dafür, daß das Geld da ist, aber nicht ausgegeben wird. Zwei Gründe:

  1. Unsicherheit bzgl. wirtschaftlicher Entwicklung, Arbeitsplatz, Atersvorsorge usw.
  2. Deflationäre Tendenzen. Geiz ist geil. Und deswegen ist es geil, mit dem Einkauf bis nächste Woche zu warten. Dann kommt vielleicht die nächste Payback- oder Happy-Digit-Rabbataktion, Hornbach geht wieder 15% mit den Preisen runter oder Aldi wirft eine Cray für 2.222 Euro auf den Gabentisch. Der Einzelhandel macht sich seine Nachfrage selbst kaputt. Fast alle anderen Wirtschaftszweige hängen hintendran.

Gruß,
Christian

Hi!

frei nach Kanzler a.D. SChmidt, wir erinnern uns?
Den wenigen übriggebliebenen megareichen Besitzenden in
Deutschland ist die Schaffung zukunftsorientierter
Arbeitsplätze in Deutschland egal, trotz daß sie hier
wohn(t)en.

Das ist doch polemischer Unsinn.
Wer in D „superreich“ ist, hat entweder ein sehr erfolgreiches Unternehmen in der Familie und schafft somit auch Arbeiztsplätze, oder aber er ist ein vermögender Privatier, der optimalerweise ein paar Steuern hier bezahlt und ansonsten zur Schaffung von Arbeitsplätzen genauso wenig verpflichtet ist, wie Du.
Oder bist Du bereit, einen über Deine Steuerleistung hinausgehenden Teil Deines Einkommens für das Allgemeinwohl abzugeben?

Problematisch wird es dann, wenn die Leute hier ihr Geld verdienen und es in der Schweiz (z.B.) versteuern. Hier würde massiver Druck und Handelsbarrieren gegen solche „Steueroasen“ helfen, aber das wagt ja niemand in der deutschen Politik. Warum wohl…?

Den „Superreichen“ selbst jedoch ist das nur schwer anzulasten, denn gerade der durchschnittliche deutsche Verdiener würde alles tun, um das maximal möglich an Transferleistungen für die allgemeinheit einzusparen, hätte er nur die Möglichkeit dazu.

Man möchte womöglich in diesen Kreisen auch nicht annähernd in
den Verdacht geraten, eine samaritische Ader in sich zu
tragen, und doch mal was für diese „Würmer“ tun.

Zumindest gibt es Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Wie anders ist es zu erklären, wenn sich A Bund B Land
Brandenburg und C sogar das Scheichemirat Dubai mehr um
Arbeitsplätze bemühten, als diejenigen, die in Deutschland nur
mit dem Kopf nicken müssten, um die Realisierung der
Chipfabrik Frankfurt Oder zu ermöglichen?

Hier geht es allen Beteiligten nur um eines: Rendite.
Verspricht das Projekt selbige nicht, stirbt es. Und das ist auch gut so, ansonsten bezahlt nur wieder der deutsche Steuerzahler für hochsubventionierte Arbeitsplätze. Mir persönlich sind da die betroffenen Arbeitnehmer als Arbeitlose lieber, denn so sind sie deutlich billiger.

Zu hohes Lohnniveau in Franfurt Oder? Ich kann mich nicht mehr
halten vor lachen! Seit Jahren hat es in Neufünfland
flächendeckend 70% Lohnniveau des Westens plus minus ist auch
egal. Wer hat denn deshalb gesagt „ja super ich Bau im Westen
ab und im Osten auf?“

NIEMAND!

Du ziehst die falsche Basis für Deine Vergleiche heran. Vielmehr musst Du FFO mit Guangdong vergleichen.
Und dabei verliert selbst der deutsche Osten, da er vielleicht nicht mehr so viel teurer ist, jedoch die Ausbildung der Leute nicht viel besser und die Effektivität des in Human Ressources eingesetzten Kapitals deutlich geringer ist. Wieso 20 Arbeiter mit 35 Stunden Woche einstellen, wenn ich in China 200 Arbeiter mit 60 Stunden Woche haben kann?

BMW, PORSCHE, VW, AMD und Konsorten sind mit ganz anderen
Leckerbissen gelockt worden!

Ganz recht. Und das ist falsch. Subventionen sind der Totengräber des deutschen Mittelstandes, der nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildet.
Man muss sich vielmehr bemühen, als Land wieder wettbewerbsfähig und für internationale Investoren interessant zu werden, nicht weil man wie wild subventioniert, sondern weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.

Nur die IBM Chipfabrik in Frankfurt Oder hat eben jetzt
fertig:
http://portale.web.de/Finanzen/ (heute 27.11.2003)

Das war doch ohnehin eine Totgeburt.
Chips macht man heute in Taiwan, nicht in Deutschland. Auch AMD wird folgen, wenn die Subventionen auslaufen. Eine Sonderabschreibung auf eine bis dahin ohnehin alte Industriehalle ist recht unproblematisch…

…weil Deutschland so arm ist keine Bürgschaft zu bringen!

…eher weil es Quatsch ist, seine wirtschaftliche Existenz auf einer staatlichen Bürgschaft aufzubauen.
Wenn die Kapitaldecke des Projektes so schlecht ist, lässt man es besser.

Wir sind Exportweltmeister, kein anderes Land der Welt hat
mehr Reichtum Aufgrund des Exportes angehäuft wir wir! Hä, wo
ist er denn der Reichtum, wohl vergessen „hier“ zu schreien
als es um die Verteilung ging?

Nein, vielmehr schreit alles hier, nun wo es nur noch um Umverteilung geht. Allerdings gibt es nichts mehr zu verteilen. Der Mob um unsere Regierung hätte die paar Milliarden an Privatvermögen, in dessen radikaler Umverteilung nach unten man das gesamte Heil des LAndes festmacht, binnen 2 Jahren verarbeitet und das Land stünde genau dort, wo es auch heute steht - vor der Pleite.

Ohne ein generelles Konzept zur kompletten Umgestaltung unserer sozialen Sicherungssysteme, unserer staatlichen Investitionspolitik und natürlich unserer Wirtschaftspolitik gehen hier in 15 Jahren spätestens die Lichter aus. Da hilft auch die Umverteilung von Privatvermögen nichts mehr.

Ich empfehle jedem hier, der immer noch anderes glaubt, seinen Horizont zu öffnen und sich Taiwan, China, Vietnam & Co. anzusehen.
Dort wird Wachstum und Wohlstand generiert durch massiven Einsatz aller Beteiligten, während hier noch alte Sozialismuskamellen diskutiert werden, deren Funktionalität bereits in den 60ern des letzten Jahrhunderts widerlegt worden ist.

Grüße,

Mathias

Hallo,

Wieso? Wer zahlt sonst mein Gehalt? An der Inflation sind die
AN doch nun am wenigsten Schuld.

ich habe nicht behauptet, daß die Arbeitnehmer an Inflation
schuld seien und an den hohen Sozialabgaben (also den Netto-
und Reallohn betreffend). Dein Arbeitgeber ist für nicht mehr
als das Bruttogehalt verantwortlich, alles andere bestimmt
nicht er und die Bruttogehälter steigen seit 50 Jahren Jahr um
Jahr, egal wie es dem Land oder den Unternehmen geht.

Inflationsbereinigt muß man das schon sehen.

Ist das nicht eine Gewerkschaftszeitung? Da darf man eine
gewisse Grundhaltung unterstellen.

Na klar, die dearf man nicht nur unterstellen, sondern sogar verlangen.

Aber dennoch: „Der
Unternehmensgewinn“ ist ein völlig ungeeigneter Begriff, um
die Rentabilität eines Unternehmens zu messen.

OK, eine Verdopplung des Gewinnst sagt nicht viel aus, wenn das Niveau der Zahlen nichtz bekannt ist. Da stimme ich Dir zu. Auch daß in der Zeitung gelegentlich mal das Koordinatensystem einer Grafik ‚eigenartig‘ gewählt wird stimmt. :wink:

Sind 20 Mio.
Euro Jahresüberschuß viel? Die Frage ist nicht zu beantworten,
ohne zu wissen, wieviel Umsatz das Unternehmen macht und
wieviel Eigenkapital dafür bereitgestellt worden sind.

Ich will verdammt noch mal hoffen, daß die Unternehmensgewinne
mal langsam in die Pötte kommen.

Und ich will endlich mal mit meinen Einkommen auskommen! Das muß doch möglich sein. An meinem Verhalten liegt’s nicht, also muß jamand anderes etwas falsch machen.

Die Kapitalverzinsungen und
Umsatzrenditen der deutschen Unternehmen sind praktisch durch
die Bank miserabel. Jeder Unternehmer, der mit einer
Kapitalverzinsung von drei Porzent zufrieden ist, gehört
erschlagen. Da bekommt er ohne Risiko mehr bei der Anlage in
Bundesschatzbriefe.

Da stimme ich Dir zu.

Plump Zahlen gegenüberzustellen, wie es die Gewerkschaften mit
einer gewissen Zielorientierung gerne machen, ist keine
Argumentation, sondern Agitation mit dem Ziel, die
uninformierte Masse mit ein paar Schlagworten und
Scheinargumente für seine Zwecke zu mobilisieren.

Ich hoffe immer noch, daß das die Ziele genau dieser Massen sind. Sonst gfindet sich ja niemand, der diese Ziele unterstützt.

Ich fürchte, da spricht jemand mit einer bitteren Erfahrung.

Das eigentlich weniger. Es mutet zwar seltsam an, wenn jemand
Millionen mit dem Konnentar ‚ich bin ja nicht der billige
Jakob‘ kassiert, die er zuvor der Belegschaft weggenommen hat,
indem er das Weihnachtsgeld streicht und sich noch dafür
feiern läßt, aber bittere Erfahrung würde ich das nicht
nennen.

Aha, Meinungsbildung per Einzelfall.

Na wenn ich mich in meiner Nähe umsehe und dann noch Unternehmervertreter im Fernsehen höre (andere Quellen habe ich ja nicht) scheinen das schon eine Menge Einzelfälle zu sein.

Was ist mit den
Unternehmern, die sich privat verschulden, um die Löhne und
Gehälter vorzufinanzieren? Was ist mit den Unternehmern, die
auf Dividende verzichten, um den Kleinaktionären welche zu
ermöglichen? Einzelfälle? Wahrscheinlich. Kommen wir weiter,
wenn wir uns die vorhalten? Wohl eher nicht.

Auf die Gefahr mich zu wiederholen. Eine ‚vernünftige‘ Rendite ist die Grundlage für unser Wirtschaftssystem und unseren Wohlstand. Das alles bestreite ich doch nicht. Wenn an einem Produkt nichts verdoent wird, wird es nicht hergestellt. Ich ergänze doch nur: Um an einem Produkt etwas verdienen zu können, muß man es auch jemandem verkaufen. Es bringt nichts, den Kunden das Geld schon vorher anzunehmen.

Was ich mit meinen beiden Beispielen sagen will: Man sieht
normalerweise selber immer nur eine Momentaufnahme. Das ganze
Bild ist das entscheidend und das sehe ich absolut nicht so
wie Du.

Ich weiß. Ganz ehrlich wünsche ich mir ja, Du hättest Recht
und die Situation würde sich so bessern lassen, wie Du meinst,
aber glauben kann ich das halt nicht.

Hm, eine typische „Ja, aber…“-Argumentation. Eigentlich
überzeugt worden, aber eigentlich auch nicht, weil… naja…
weiß nicht… :wink:

Kenne ich seit 20 Jahren :wink:

Der Arbeiter in Timisoara kauft zwar nicht das, was er selber
produziert, aber er kauft den Krempel, der auf deutschen
Maschinen hergestellt worden ist: Kleidung, verpackte
Lebensmittel, Taschentücher

Na wenn das so ist, muß sich aber schon viel gebessert haben.

Ahem, wann warst Du denn da?

Das muß Sonmmer 1977 gewesen sein. :wink:

http://www.cciat.ro/karls/timisoara.htm Seit Maueröffnung hat
sich da ein bißchen was getan.

und - wenn es eine Arbeiterin ist

  • Damenbinden und Tampons.

Das glaubst Du. :wink:

Du weiß schon noch, wie ich mein Geld verdiene, oder?

Ja.

In
meinen Schränken ist der deutsche Maschinenbau zuhause :wink:
Nein, im Ernst: Osteuropa ist - neben China - derzeit das
Paradis des deutschen Maschinenbaus. Man kann sich vor
Anfragen und Aufträgen von dort nicht mehr retten. Und wir
wissen nicht, wem wir zuerst einen Auftrag vorfinanzieren
sollen :wink:

Die abgedroschenen Sprüche wie „Autos kaufen keine Autos“
passen in unserer Welt wirklich nicht mehr. Nachfrage und
Angebot funktionieren weltweit. Jeder Autoschrauber im
Ausland, der mit deutschem Geld bezahlt wird, gibt es in
irgendeiner Form auch wieder für deutsche Produkte aus.

Jeder Inder, der für ADIDAS näht, kauft von den Geld
Lebensmittel. Dann ist es alle! Der kauft keine deutschen
Produkte!

Indien ist noch auf dem Sprung. Derzeit läuft die
Vorkonsumwirtschaftsphase an. Die Investitionen in der Zement-
und Stahlindustrie sind weiterhin ansteigend, das stimmt
zuversichtlich. Aber ich sprach ja auch nicht vom gemeinen
Inder, sondern vom Chinesen, Indonesier, Malayen, Vietnamesen,
Rumänen, Ungarn usw.

OK, das akzeptiere ich, weil ich Dir Deine Fakten glaube und sehe, daß Du aus Deiner Position einen besseren Überblick hast.

[fehlender privater Konsum aufgrund geringen Nettolohns]

Das sehe ich als Ursache für die aktuelle Arbeitslosigkeít.

Die Ansicht teile ich nicht. Die Sparquote steigt. Ein
untrügliches Zeichen dafür, daß das Geld da ist, aber nicht
ausgegeben wird. Zwei Gründe:

  1. Unsicherheit bzgl. wirtschaftlicher Entwicklung,
    Arbeitsplatz, Atersvorsorge usw.
  2. Deflationäre Tendenzen. Geiz ist geil. Und deswegen ist es
    geil, mit dem Einkauf bis nächste Woche zu warten. Dann kommt
    vielleicht die nächste Payback- oder Happy-Digit-Rabbataktion,
    Hornbach geht wieder 15% mit den Preisen runter oder Aldi
    wirft eine Cray für 2.222 Euro auf den Gabentisch. Der
    Einzelhandel macht sich seine Nachfrage selbst kaputt. Fast
    alle anderen Wirtschaftszweige hängen hintendran.

Wie wär’s mit der Dritten Variante: Ich gebe kein Geld aus, weil ich schon zu weit verschuldet bin und noch mehr Schulden meine Existenz gefährden würden? Ja, ich sehe in meiner Umgebung auch Leute, auf Die Deine Beschreibung passt, aber von denen werden genau zwei nach Tarif bezahlt. Insgesamt sind das so etwa 10, auf die Deine Beschreibung passt. Bleiben noch 55 die mehr kaufen würden, wenn sie mehr hätten. (Ich rede von AN, nicht von Arbeitslosen … da kenne ich keine persönlich)
Deiner Argumentation, daß die Leute Geld hätten, es aber horten kann ich nicht folgen. Hättest Du Recht, könnten nicht so viele überschuldet sein.

Oder liegt das wirklich nur an den regionalen Unterschieden? Ich weiß, daß das Saarland recht abgeschlagen ist. Die Tariflohntabelle hatte ich ja neulich schon mal abgetippt. :wink:

Noch mal zum Thema mögliche Lohnsenkung.
Warum ich mich so heftig dagegen wehre liegt einfach daran, daß ich bereits jetzt in der Situation bin, mein Konto mit dem Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld ausgleichen zu müssen. Sinkt der Reallohn weiter, kann ich die Raten für mrin Haus von meinem Einkommen nicht mehr bedienen und verliere alles, wofür ich die letzten 13 Jahre gearbeitet habe. Einsparpotential gibt es nicht mehr. Selbst meine DSL-Leitung habe ich nun schon ‚einsparen‘ müssen. Versicherungen laufen nur noch die gesetzlich vorgeschriebenen. …
Kurz: Die Forderung von weiterem Einkommensverzicht ist ein direkter Angriff auf meine Existenz. Der nächste Schritt wäre, mit dem Fahhrad zur Arbeit zu fahren, was bei 31 Kilometern Entfernung im Winter nicht realisierbar ist. Ich müßte zwangsläufig kündigen, weil ich es mir nicht mehr leisten könnte, zu Arbeitsstelle zu fahren. Kann das gewollt sein?

cu Rainer

Guten mittag,

als das Bruttogehalt verantwortlich, alles andere bestimmt
nicht er und die Bruttogehälter steigen seit 50 Jahren Jahr um
Jahr, egal wie es dem Land oder den Unternehmen geht.

Inflationsbereinigt muß man das schon sehen.

was hat der Arbeitgeber mit der inflation zu tun? Er muß sich bei seinen Gehaltszahlungen daran orientieren, was er selbst verdient. Nur weil die Mieten steigen, verdient er doch nicht mehr mit seinen Betonsteinmaschinen.

Plump Zahlen gegenüberzustellen, wie es die Gewerkschaften mit
einer gewissen Zielorientierung gerne machen, ist keine
Argumentation, sondern Agitation mit dem Ziel, die
uninformierte Masse mit ein paar Schlagworten und
Scheinargumente für seine Zwecke zu mobilisieren.

Ich hoffe immer noch, daß das die Ziele genau dieser Massen
sind. Sonst gfindet sich ja niemand, der diese Ziele
unterstützt.

Das Ziel der Massen ist es doch ganz sicher nicht, daß die Zahl der Arbeitslosen steigt. Genau dies ist aber die Folge der Gewerkschaftsagitation. Sie kümmert sich nicht um die Belange der Arbeitslosen, sondern um die der Beschäftigten. Von Lohnerhöhungen haben a) die Arbeitslosen nichts und b) auch nicht diejenigen, die aufgrund steigender Löhne arbeitslos werden. Nochmal: Alle akzeptieren, daß weniger von Gut A gekauft wird, wenn es teurer wird.

Nur beim Gut Arbeit will kaum einer begreifen, daß die Reaktion die gleiche ist. Die in Form von Lohn verteilbare Geldmenge ist begrenzt. Wenn pro Kopf mehr zu zahlen ist, muß die Zahl der Köpfe reduziert werden. Ein Unternehmen kann sich das Geld auch nicht selber drucken.

Und deswegen sind die Ziele der Massen eben nicht die Ziele der Gewerkschaften. Genauer: Den Massen wird von den Gewerkschaften weisgemacht, daß ihre Ziele die gleichen sind, nämlich weniger Arbeit und mehr Geld. Frag mal diejenigen, die aufgrund dieser Forderungen arbeitslos werden. Naja, was man so liest, haben die den Schuß auch noch nicht gehört.

Na wenn das so ist, muß sich aber schon viel gebessert haben.

Ahem, wann warst Du denn da?

Das muß Sonmmer 1977 gewesen sein. :wink:

Naja, das ist dann wohl nicht mehr so mit heute vergleichbar.

Wie wär’s mit der Dritten Variante: Ich gebe kein Geld aus,
weil ich schon zu weit verschuldet bin und noch mehr Schulden
meine Existenz gefährden würden?

Klar gibt es die Fälle und was man hört, werden das immer mehr. Dazu zwei Dinge:

  1. Die Leute sind in der Regel nicht pleite, weil sie nie was ausgegeben haben, sondern weil sie hemmungslos konsumiert haben bis irgendwann die Summe der ach so bequemen Ratenzahlungen den Nettolohn überstieg.

  2. Dieser Personenkreis wird auch nicht nennenswert mehr Geld ausgeben, wenn es denn da wäre. An 100 Euro mehr oder weniger im Monat für Lebensmittel krankt unsere Wirtschaft nicht, sondern daran, daß sich „keiner“ mehr Klamotten, Möbel, Kühlschranke, Autos oder Häuser kauft.

Noch mal zum Thema mögliche Lohnsenkung.

Naja, um die geht es so konkret nicht, sondern einerseits um das Stoppen des Trends zur Arbeitszeitverkürzung und andererseits um die Flexibilisierung insofern, daß dann gearbeitet wird, wenn die Arbeit gebraucht wird. Wenn ich den werten Herrn Peters heute lese, der eine Arbeitszeitverlängerung strikt ablehnt, könnte ich mich schon wieder maßlos aufregen.

Der Mann hat nichts begriffen und ignoriert, daß weder die 38, noch die 37,5 noch die 35 Stunden-Woche irgendeinen Arbeitsplatz geschaffen hat.

Gruß,
Christian

kommt noch, hab gerade Wochenende und null Zeit!
Gruß Torsten

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Mathias,

Das ist doch polemischer Unsinn.
Wer in D „superreich“ ist, …
Arbeiztsplätze, oder aber er ist ein vermögender Privatier,
der optimalerweise ein paar Steuern hier bezahlt und ansonsten
zur Schaffung von Arbeitsplätzen genauso wenig verpflichtet
ist, wie Du.
Oder bist Du bereit, einen über Deine Steuerleistung
hinausgehenden Teil Deines Einkommens für das Allgemeinwohl
abzugeben?

Du benutzt hier Worte die fast eins zu eins in Deinem (oder unser aller)Grundgesetz Artikel 14 stehen. Nur geben die inhaltlich genau das Gegenteil wieder.
Wer schreibt jetzt also „polemischen Unsinn“?

Hier geht es allen Beteiligten nur um eines: Rendite.
Verspricht das Projekt selbige nicht, stirbt es.
Und das ist auch gut so, ansonsten bezahlt nur wieder
der deutsche Steuerzahler für
hochsubventionierte Arbeitsplätze. Mir persönlich
sind da die betroffenen Arbeitnehmer als Arbeitlose
lieber, denn so sind sie deutlich billiger

das stimmt maximal in Bezug auf Mitarbeiter der Rüstungsindustrie für Nichtexportartikel, aber ansonsten „Kopfschüttel!!!“

Du nimmst zu leicht das für bare Münze, was Dir die Pseudounabhängigen Medien vorgaukeln!

EIn Arbeitsloser in Brandenburg bleibt Dir bis zu seinem natürlichen Ableben als Steuerzahle „an der Backe kleben“ und damit die gesamte Region der wirtschaftlichen Aufholgebiete.

Ostdeutschland ist die letzte 10 Jahre geplündert worden, aber DU weißt womöglich nur was von offiziellen ARD-oder RTL Jargon über marode Betriebe etc. pp.

Niemals zuvor ist durch Desinformation ein Volk so entzweit worden wie heute!

Ich bin „Wossi“, ich kenne beide Seiten, ich weiss wovon ich spreche!

Zwar sind die Sachsen und Thüringer aufgrund Ihrer Unerfahrenheit im Umgang mit dem kapitalisstischen Gesellschaftssystem etliche Male hinters Licht geführt worden aber auch die Gutmütigkeit der Baden Württemberger wurde und wird strapaziert weit über das Maß hinaus als es notwendig wäre.
Hier ist schlichtweg ein ganzes Volk unabhängig welcher Herkunft nach Strich und Faden verarscht worden, soll ich Dir mal erzählen, wie (damit superreich gewordene) Staatsbürger Firmen in Sachsen mit Riesengewinnen geplündert haben? und hinterher die Grundstücke mit zusätzlichen Gewinnen an echte Investoren verkauft haben!
Mit Ausnahme der BMW Leipzig und AMD Dresden und einiger nicht genannter weiterer Investitionen ist so gut wie alles falsch gewesen, was unter dem Mantel Wirtschaftshilfe da transferiert worden ist.
Speditionen aus Bayern, die nur wegen der Subventionen in Sachsen einen Briefkasten an eine alten Lagerhalle aufhängten Subventionen abfassten, bis die Quellen versiegten nichts minus 1000 dem Standort Sachsen brachten und dann nach erfolgter Ausschlachtung sich heimlich und leise davonstahlen?
Mit Subventionen in den Osten wurden in erster Linie die Mutterfirmen im Westen saniert. Da die Gelder also im Osten nie ankamen, konnnte das Werk dort auch nicht weiterexistieren und wurde zugunsten der Westmutterfirma geschlossen.
Kapitalistische Betriebswirtschaft simpelste Übung. Nur wußten vor dem Spiel nur die späteren Gewinner von Anfang an, worum es ging!

Und genau diese, die heute alles schon abgefasst haben schreiben aus München heraus: „jetzt haben wir aber genug in den Osten gepumpt!“
Demnach beginnt der Osten am Autobahnkreuz Nürnberg, denn da Beginnt ein Projekt Deutscher Einheit Autobahn A9 die ein Empfänger dieser Gelder war!

Zurück zum Thema:
Du liegts mit Deiner Vermutung falsch, wenn Du glaubst, daß es Dir besser geht, wenn diese Investition stirbt! Es wird Dir, solange Du in Deutschland lebst und Steuern zahlts dadurch schlechter gehen! Auch wenn Du, wie ich, hunderte km von Frankfurt Oder entfernt wohnst!

…eher weil es Quatsch ist, seine wirtschaftliche
Existenz auf einer staatlichen Bürgschaft aufzubauen.
Wenn die Kapitaldecke des Projektes so schlecht ist,
lässt man es besser

dann würde heute fast kein Haus mehr gebaut werden. Bei etlichen Massnahmen werden sich heute zum Baubeginn als Sicherheit gegenseitig Bürgschaften eingetragen, das ist heute etwas ganz normales und das schon bei weitaus niedrigeren Summen als wir es hier bei der Chipfabrik haben!

Ich empfehle jedem hier, der immer noch anderes
glaubt, seinen Horizont zu öffnen und sich Taiwan,
China, Vietnam & Co. anzusehen.

Dort wird Wachstum und Wohlstand generiert

durch massiven Einsatz aller Beteiligten,
während hier noch alte Sozialismuskamellen
diskutiert werden, deren Funktionalität bereits
in den 60ern des letzten Jahrhunderts widerlegt worden ist.

wenn die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen (z.B. Umweltverschmutzung auf dem Niveau unserer 60 er Jahre)
wie sie heute in Asien stattfindet, für Dich eine Horizonterweiterung darstellt, so muß das an einem der dort seltenen smogfreien Tage stattgefunden haben. Fakt ist, daß Asien hier investieren wird und konkret absehbar wesentlich höhere Kosten als wir generieren muß. bis dahin haben wir uns an das chinesische Lohnmodell angepasst und schneidern unsere T-shirts wieder auf der Schwäbischen Alb?
Das ist das genaue Gegenteil einer Bewußtseinerweiterung, das ist der Verfall in vorsintflutliches Weltverständnis!
Taiwan ist übrigens ein Kind der CIA und des Protektionismus (Buchtip „Die Falle und wie wir ihr entrinnen können.“ von James Goldsmith )

Aber ich kann Dich trösten!
Gesteuert durch die mittlerweile ans Großkapital (Marionette oder Besitzer (völlig egal) Saban: Pro7 Sat1) verkauften Volksverdummungsmedien, aktuelle Meldung dazu
„Wir leben in einer globalisierten DDR, ohne Westfernsehen“ (ich glaub bei www.pilt.de ) wird es genau so kommen, wie Du es eingetrichtert bekommen und hier zum besten gegeben hast!, weil das Internet an sich schlichtweg keine Einschaltquoten für alternative Informatonsquellen vorweisen kann!
Kein Sinnesorgan lässt sich so leicht täuschen wie das Auge, (optische Täuschung) und was die Massen via TV sehen, das glauben sie!

Gruß Torsten

Hallo,

als das Bruttogehalt verantwortlich, alles andere bestimmt
nicht er und die Bruttogehälter steigen seit 50 Jahren Jahr um
Jahr, egal wie es dem Land oder den Unternehmen geht.

Inflationsbereinigt muß man das schon sehen.

was hat der Arbeitgeber mit der inflation zu tun? Er muß sich
bei seinen Gehaltszahlungen daran orientieren, was er selbst
verdient. Nur weil die Mieten steigen, verdient er doch nicht
mehr mit seinen Betonsteinmaschinen.

Mit der Inflation hat der AG insofern zu tun, daß durch die Geldentwertung ja im gleichen Maße Preise und Gewinn steigen. Nur die Zahlen ändern sich. Steigen die Löhne nicht mit, ist das praktisch eine Lohnkürzung.

Das Ziel der Massen ist es doch ganz sicher nicht, daß die
Zahl der Arbeitslosen steigt. Genau dies ist aber die Folge
der Gewerkschaftsagitation. Sie kümmert sich nicht um die
Belange der Arbeitslosen, sondern um die der Beschäftigten.

Das ‚Bündnis für Arbeit‘ habe ich anders in Erinnerung. Allerdings habe ich nie verstanden, wie der Zwickel auf so eine Idee kommen konnte.

Von Lohnerhöhungen haben a) die Arbeitslosen nichts und b)
auch nicht diejenigen, die aufgrund steigender Löhne
arbeitslos werden. Nochmal: Alle akzeptieren, daß weniger von
Gut A gekauft wird, wenn es teurer wird.

Nur beim Gut Arbeit will kaum einer begreifen, daß die
Reaktion die gleiche ist. Die in Form von Lohn verteilbare
Geldmenge ist begrenzt. Wenn pro Kopf mehr zu zahlen ist, muß
die Zahl der Köpfe reduziert werden. Ein Unternehmen kann sich
das Geld auch nicht selber drucken.

Nein, die Zahl der Köpfe kann eben nicht reduziert werden. Höchstens mal wieder durch einen Krieg.

  1. Die Leute sind in der Regel nicht pleite, weil sie nie was
    ausgegeben haben, sondern weil sie hemmungslos konsumiert
    haben bis irgendwann die Summe der ach so bequemen
    Ratenzahlungen den Nettolohn überstieg.

  2. Dieser Personenkreis wird auch nicht nennenswert mehr Geld
    ausgeben, wenn es denn da wäre. An 100 Euro mehr oder weniger
    im Monat für Lebensmittel krankt unsere Wirtschaft nicht,
    sondern daran, daß sich „keiner“ mehr Klamotten, Möbel,
    Kühlschranke, Autos oder Häuser kauft.

Um die Leute, die in der Vergangenheit ‚hemmungslos konsumiert‘ haben, mache ich mir keine Sorgen. Die haben ja damit in der Vergangenheit ausreichend für Nachfrage gesorgt und es wachsen ja Leute nach.
Problematischer sind die Leute, die schon alles haben, deren Einkommen steigt und die mit dem Geld nichts besseres anzufangen wissen, als es zu parken. Da gäbe es bessere Verwendung.

Noch mal zum Thema mögliche Lohnsenkung.

Naja, um die geht es so konkret nicht,

Dir nicht. Den Verbänden schon.

sondern einerseits um
das Stoppen des Trends zur Arbeitszeitverkürzung und
andererseits um die Flexibilisierung insofern, daß dann
gearbeitet wird, wenn die Arbeit gebraucht wird. Wenn ich den
werten Herrn Peters heute lese, der eine
Arbeitszeitverlängerung strikt ablehnt, könnte ich mich schon
wieder maßlos aufregen.

Der Mann hat nichts begriffen und ignoriert, daß weder die 38,
noch die 37,5 noch die 35 Stunden-Woche irgendeinen
Arbeitsplatz geschaffen hat.

Der rechnet so: Die Arbeit, die von 100 Leuten gemacht wird, kann man auch von 200 Leuten machen lassen, wenn man die Arbeitszeit halbiert. So falsch ist das ja nicht. Das Problem ist die Lohnhöhe. Der sagt, die Unternehmen könnten das zahlen, wenn sie nur wollten. Du sagst, sie wollen, können aber nicht. :wink:

Du siehst in Deinem Job die Zahlen und kannst das beurteilen.

cu Rainer

Hallo Rainer,

Inflationsbereinigt muß man das schon sehen.

was hat der Arbeitgeber mit der inflation zu tun? Er muß sich
bei seinen Gehaltszahlungen daran orientieren, was er selbst
verdient. Nur weil die Mieten steigen, verdient er doch nicht
mehr mit seinen Betonsteinmaschinen.

Mit der Inflation hat der AG insofern zu tun, daß durch die
Geldentwertung ja im gleichen Maße Preise und Gewinn steigen.

nochmal: Inflation ist ein abstraktes Gebilde. Schon wenn mann sich die verschiedenen Subindices der offiziellen Inflationsrate ansieht, kann man erkennen, daß es „die Inflation“ nur in der volkswirtschaftlichen Dimension, nicht aber für die einzelnen Wirtschaftssubjekte. Neulich hatte ich schon so seine Diskussion. Ein Mitglied wollte mir weismachen, daß die Lebenshaltungskosten (und damit waren die Lebensmittelpreise gemeint) in den letzten paar Jahren enorm gestiegen sind. Der Index der Lebensmittelpreise sprach da eine andere Sprache, aber dennoch: Da ich früher sehr genau über meine Ausgaben Buch geführt habe, konnte ich darlegen, daß für mich bzw. hier der Lebensmitteleinkauf (gleiche Produktpalette unterstellt) in den letzten zehn Jahren tendenziell billiger geworden ist.

Steigt man tiefer in die Thematik ein, kann man den Grund für die unterschiedliche Wahrnehmung erkennen: Wir haben einfach verschiedene Ernährungsgewohnheiten. Will sagen: Nicht einmal beim vermeintlich homogenen Bereich wie Lebensmittel läßt sich pauschal von „der Inflation“ sprechen. Bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer klafft das noch weiter auseinander. Während der Arbeitnehmer von Preiserhöhungen bei Miete, Sprit, Strom usw. betroffen ist, ist für den Maschinenbauer wesentlich interessanter, wie sich bestimmte Rohstoffpreise oder Entgelte für Dienstleistungen entwickeln. Nur weil bei Dir am Monatsende kein Geld mehr in der Kasse ist, heißt das nicht daß der Arbeitgeber bei sich ähnliche Preisentwicklungen feststellt, wie Du bei Dir.

Nur die Zahlen ändern sich. Steigen die Löhne nicht mit, ist
das praktisch eine Lohnkürzung.

Zugegeben, aber er kann nichts dafür. Du schreibst ja auch nicht die Stadtwerke an, daß Du weniger für Strom bezahlen willst, weil die Milch teurer geworden ist. Zwischen Deinem Gehalt und Deinen Ausgaben gibt es keinen Zusammenhang, außer daß langfristig das Gehalt für die Ausgaben reichen sollte. :wink: Daß Du mehr Geld bekommst, wenn die Preise steigen, ist zwar wünschenswert aber kein Automatismus und Du hast dahingehend keinerlei Anspruch, weder rechtlich noch moralisch.

Anders formuliert: Den letzten beißen die Hunde.

Nur beim Gut Arbeit will kaum einer begreifen, daß die
Reaktion die gleiche ist. Die in Form von Lohn verteilbare
Geldmenge ist begrenzt. Wenn pro Kopf mehr zu zahlen ist, muß
die Zahl der Köpfe reduziert werden. Ein Unternehmen kann sich
das Geld auch nicht selber drucken.

Nein, die Zahl der Köpfe kann eben nicht reduziert werden.
Höchstens mal wieder durch einen Krieg.

Ich denke, Du hast verstanden, was ich meine.

Problematischer sind die Leute, die schon alles haben, deren
Einkommen steigt und die mit dem Geld nichts besseres
anzufangen wissen, als es zu parken. Da gäbe es bessere
Verwendung.

„Parken“ kann vielerlei bedeuten, z.B. Altersvorsorge. Wer soll sich anmaßen zu beurteilen, wofür man Geld, Wertpapiere usw. halten darf? Aber eine Vermögensteuerdebatte führe ich nicht noch mal.

Der Mann hat nichts begriffen und ignoriert, daß weder die 38,
noch die 37,5 noch die 35 Stunden-Woche irgendeinen
Arbeitsplatz geschaffen hat.

Der rechnet so: Die Arbeit, die von 100 Leuten gemacht wird,
kann man auch von 200 Leuten machen lassen, wenn man die
Arbeitszeit halbiert. So falsch ist das ja nicht.

Tja, dann finde mal 200 Leute, die bereit sind, für ein halbes Gehalt zu arbeiten. Aber um noch mal auf die 35 Stunden-Woche zurürkzukommen: Ein Betrieb beschäftigt 20 Mitarbeiter, von denen jeweils 5 die gleiche Tätigkeit ausüben; die Beschäftigung liegt ein Drittel des Jahres bei 125% (also Überstunden), ein Drittel bei 80% und ein Drittel bei 100%. Nun soll die Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden reduziert werden.

Erstes Drittel: 50 Stunden * 5 = 250 Stunden je Woche, geteilt durch 35 = 7,14, theoretisch also zwei Leute mehr.
Zweites Drittel: 32 Stunden * 5 = 160 Stunden geteilt durch 35 = 4,57, 5 wäre alsi die richtige Mitarbeiterzahl für dieses Szenario
Drittes Drittel: 40 * 5 = 200 geteilt durch 35 = 5,71, uups.

Alles klar? Bei minimalen Schritten wie 40-> 39 -> 38 - > 37,5 braucht man sogar nur einen kleineren Bruchteil mehr. Neueinstellungen Fehöanzeige.

Das Problem
ist die Lohnhöhe. Der sagt, die Unternehmen könnten das
zahlen, wenn sie nur wollten. Du sagst, sie wollen, können
aber nicht. :wink:
Du siehst in Deinem Job die Zahlen und kannst das beurteilen.

Man muß sicherlich unterscheiden: Mittelständler kämpfen normalerweise um jeden Mitarbeiter, Großunternehmen nicht unbedingt und auch unreflektierte Entlassungswellen kommen vor. Aber sehr schnell wird dann auch dort gemerkt, daß die Mitarbeiterzahl für das Geschäft nicht ausreicht und es wird kurz danach wieder eingestellt (wie bei uns z.B.).

Generell ist es aber so, daß die Margen im Mittelstand derzeit so minimal sind, daß schon Erhöhungen von wenigen Prozentpunkten zum Ruin führen können.

Gruß,
Christian