Eure Meinung

Hi Malte´,

das Zitronen viel Vitamin
C enthalten ist mehr oder weniger fundiertes Glauben. Hast du
jemals den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen gemessen? Hast du
dich jemals mit Jemand unterhalten der den Vitamin-C-Gehalt
von Zitronen gemessen hat?

Nein, aber ich KÖNNTE es, wenn es mir wichtig wäre oder ich
Zweifel hätte.

Und dann gibt es da halt noch die lückenlosen Kausalketten.

Reproduzierbarkeit und lückenlose Kausalketten (damit also
Nachprüfbarkeit) fehlen jeglichem Glauben.

Das interessante hierbei ist, dass Du immer von irgendeiner empirischen(!) Annahme ausgehst. Und deshalb muss ich als Naturwissenschaftler Carlos recht gegen: Auch die scheinbar ach so präzise Kausalkette hat immer einen sehr schwachen Anfang: Nämlich eine Beobachtung und den Glauben, dass ein bestimmter Wirkungsmechanismus dahinter steckt:wink:

Ketzerische Grüße
Jürgen

Hi,

Das interessante hierbei ist, dass Du immer von irgendeiner
empirischen(!) Annahme ausgehst. Und deshalb muss ich als
Naturwissenschaftler Carlos recht gegen: Auch die scheinbar
ach so präzise Kausalkette hat immer einen sehr schwachen
Anfang: Nämlich eine Beobachtung und den Glauben, dass ein
bestimmter Wirkungsmechanismus dahinter steckt:wink:

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es so etwas wie „sicheres Wissen“ dann gar nicht. Okay, von mir aus.

Auf der anderen Seite ist Empirie nicht das schlechteste - die wesentlichen Grundannahmen dürften dabei auf einer recht sicheren Basis stehen. Was Gott angeht, haben wir für die Christen bspw. hingegen nur einen Probanden, und der ist seit knapp 2000 Jahren nicht mehr verfügbar! :wink:

Gruß,

Malte.

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Hi Malte!

Ansonsten würde ich sagen „ich bin mir sicher, daß es stimmt“.

Beweise es mir! In diesem Fall kannst Du das.

Wenn ich andere Denkmuster habe als du, wirst du meine Beweise nicht akzeptieren. Dennoch kann ich mir absolut sicher sein. Ich habe dies in verschiedensten Bereichen meines Lebens erlebt und würde der Verständlichkeit meiner Aussage wegen gern ein paar Beispiele aufführen:

Ich habe in der Schule an Mathematik-Wettbewerben teilgenommen. Beweise zu führen machte mir Spaß. Oftmals hab ich Beispiele gesehen, bei denen ich nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung hatte, aber dann wieder, bei dem einen oder anderen, machte es auf einmal *Klick* und ich wusste, wie es zu lösen war. Nicht aufgrund mathematischer Überlegungen, sondern einfach durch Intuition. Das muß einfach so gehen, kann gar nicht anders.

Ich kann mir über Dinge sicher sein, die ich dir nicht beweisen kann. Ich bin mir sicher, dass in einem rechtwinkeligen Dreieck a² + b² = c². Der Beweis ist mir im Moment entfallen, aber ich glaube fest daran, dass es stimmt. (ok. schlechtes Beispiel, mittlerweile ist mir schon wieder ein Beweis dafür eingefallen :wink:)

Oder: Ich - skeptisch das Christentum beäugend - traf auf einen Gegner der Evolutionstheorie, die mir persönlich doch sehr glaubwürdig erscheint :wink:
Unsere Diskussion war völlig sinnlos. Er erkannte meine eher wissenschaftlich gearteten „Beweise“ nicht an - „die lügen einem das alles vor, das kann gar nicht stimmen, Atome (wegen C14-Methode) gibt’s doch gar nicht“
Ich wiederum konnte seine „Beweise“ - Bibelstellen, die eben ganz klar gegen die Evolutionstheorie sprechen - nicht als hinreichend akzeptieren.
Dennoch waren wir beide, jeder von seiner eigenen Wahrheit, überzeugt und 100%ig sicher, dass das, was wir vertraten stimmte.

Glaube ist, wie Gandalf weiter oben erwähnte, etwas sehr Persönliches. Jeder definiert für sich selbst, was er für glaubwürdig und wahr erachtet. Die Menschen einer Glaubensgemeinschaft (und vielleicht kann man hier auch Wissenschafter / nach „logischen“ Regeln denkende Menschen als „Glaubensgemeinschaft“ bezeichnen [?]) denken meiner Meinung nach in annähernd gleichen Mustern und können so jeweils die Beweise verstehen, die ihre Theorien bestätigen.
Auch wenn diese Beweise für andere Menschen nicht nachvollziehbar sind, bedeutet das nicht, daß sie für den Glaubenden nicht die reine Wahrheit bedeuten können.

Dein katholisches Jugendseelsorgezentrum
hat Dir geholfen - gut. Ein freigesitliches hätte es ebenso
gut getan.

klar. Das wollte ich damit auch gar nicht aussagen. Sollte nur ein Hinweis darauf sein, dass nicht alles was durch organisierte Gläubige entsteht, unbedingt schlecht sein muss (eben als Antwort auf Gandalfs Posting)

Eigentlich ist Religion gänzlich überflüssig. Die nützlichen
Aspekte kann man auch verwirklichen, ohne die nutzlosen oder
„negativen“ mitnehmen zu müssen - das hätte den Vorteil, daß
man den ganzen Schrott, den man von der Kirche mitgeliefert
bekommt, vergessen könnte.

weiß nicht. hab mir noch nicht viele Gedanken über die Sinnlosigkeit von Religion gemacht. Für mein Leben ist sie jedenfalls zumindest nicht gänzlich irrelevant.

LiGrü
Igel

Hi Malte,

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es so etwas wie „sicheres
Wissen“ dann gar nicht. Okay, von mir aus.

Und? Was folgt daraus? Nahezu alles in der Wissenschaft beruht im Ursprung auf gesundem Menschenverstand (was immer das ist) und einer gewissen Wahrscheinlichkeitsbetrachtung… Eigentlich nicht sehr überzeugend:wink:

Auf der anderen Seite ist Empirie nicht das schlechteste - die
wesentlichen Grundannahmen dürften dabei auf einer recht
sicheren Basis stehen. Was Gott angeht, haben wir für die
Christen bspw. hingegen nur einen Probanden, und der ist seit
knapp 2000 Jahren nicht mehr verfügbar! :wink:

Wenn Du meinst:wink:
Ich will mal als advocatus diaboli folgendes Beispiel geben:
Ich denke, wir beide sind der Meinung, dass die Erde mehrere Mrd. Jahre alt ist und sich aus Staubresten einer Supernova gebildet hat (inkl. unseres Sonnensystems)
Ich denke weiterhin, dass wir beide der Meinung sind, dass bei einer beliebig großen Anzahl von Affen vor Schreibmaschinen rein statistisch betrachtet irgendwann Goethes Faust rauskommen dürfte.

Was das jetzt miteinander zu tun hat?

Nun folgendes: Warum sollte bei der Größe des Universums und unter der Annahme von statistischen Prozessen nicht die Erde rein zufällig vor 6800 Jahren in genau dieser Molekülzusammensetzung entstanden sein?
Weil es unwahrscheinlich ist? Ist das ein Beweis der ersten Theorie?:wink:

Grübelnde Grüße
Jürgen

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Hi Carlos,

Das 1 + 1 = 2 ergibt weisst du.

ganz im Gegenteil, das muß ich einfach glauben/hinnehmen, weil es ein sog. Axiom ist, also etwas, was unbewiesen angenommen wir, eine Grundannahme also bzw. eine Vereinbahrung der Mathematiker untereinander. Genauso wie Du Dich mit Deinen Mitmenschen einige werden mußt, was gelb oder süß oder was groß ist.

Aber das Zitronen viel Vitamin
C enthalten ist mehr oder weniger fundiertes Glauben. Hast du
jemals den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen gemessen?

Tja, zufälligerweise hab ich genau diesen Versuch in demPraktikum gehabt, das ich einige Semester betreut hab :wink:

Aber den Knackpunkt hat Malte schon angesprochen, nämlich die Widerspruchlosigkeit und Reproduzierbarkeit.

Wenn sich etwas wissenschaftlich nennen will, muß es widerspruchfrei und reproduzierbar sein.
Allerdings erhebt kein seriöser Wissenschaftler den Anspruch, eine absolute Wahrkeit zu kennen.

Zudem:
Wissenschaft ist streng genommen eine Beschreibung empirischer Kenntnisse und niemand kann mit absoluter(!) Sicherheit sagen, daß morgen oder in der nächsten Sekunde alles genauso abläuft wie bisher (ob der Apfel wirklich zu Boden fällt oder plötzlich nach ‚oben‘ wegfliegt) Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß es gleich oder morgen so sein wird, aber sicher kannst Du Dir nicht sein.

Die Wissenschaft wurde schon einigemale völlig umgekrempelt, weil Ergebnisse bzw. Erkenntnisse dies erforderlich machten, z.B. die Einführung der Qunatentheorie und wer weiß, vielleicht wandert die irgendwann auf den SChrottplatz der Erkenntnisse, weil eine andere Theorie (oder ein anderes Modell) die Welt besser beschreibt.

Gandalf

Tschuldige die Einmischung,
Hi Malte und Jürgen,

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es so etwas wie „sicheres
Wissen“ dann gar nicht. Okay, von mir aus.

Und? Was folgt daraus? Nahezu alles in der Wissenschaft beruht
im Ursprung auf gesundem Menschenverstand (was immer das ist)
und einer gewissen Wahrscheinlichkeitsbetrachtung…

Nein, es beruht im Ursprung NUR auf einer Wahrscheinlichkeitsbetrachtung. Ok, man kann nun streiten, ob diese etwas mit dem gesunden Menschenverstand zu tun hat…
Ich denke, der „gesunde Menschenverstand“ kann hilfreich sein, neue Intuitionen zu entwickeln, aber man käme theoretisch auch ohne den gesunden Menschenverstand aus.

Eigentlich nicht sehr überzeugend:wink:

Doch, doch. Selbst wenn uns die Rechen-Modelle auf Moses Tafeln diktiert worden wären, hätten sie unsere Möglichkeiten trotdem gravierend erweitert.

Nun folgendes: Warum sollte bei der Größe des Universums und
unter der Annahme von statistischen Prozessen nicht die Erde
rein zufällig vor 6800 Jahren in genau dieser
Molekülzusammensetzung entstanden sein?
Weil es unwahrscheinlich ist? Ist das ein Beweis der ersten
Theorie?:wink:

Wenn es 2 Möglichkeiten gibt, die zu einer Beobachtung führen, nimmt man die Wahrscheinlichere an. Sind zwei Möglichkeiten gleich wahrscheinlich, nimmt man die an, die weniger Grundvoraussetzungen bedarf. Damit liegt man wahrscheinlich richtiger. Und die evolutive Entstehung von komplexen Systemen (Sternensystemen, Leben, …) ist sehr, sehr viel wahrscheinlicher als eine spontane Entstehung.

Weiterhin: Die Modelle einer evolutiven Entstehung erklären noch viel mehr, als nur den Jetzt-Zustand, sie erklären auch MÖGLICHE andere Zustände und ENTWICKLUNGEN, und das mit einem Minimum an Voraussetzungen.

Grüße,
Jochen

Hi datafox,

‚Glauben heißt - nicht wissen‘

du verwechselst faith mit belief.

das würde ich mit ‚vetrauen‘ und ‚glauben‘ übersetzen.

im philosophischen kontext ist mit glauben belief gemeint:
etwas (begründet) für wahr halten.

im religiösen kontext ist aber meistens faith gemeint,
vergleichbar mit der aussage eines verliebten: „ich glaube
fest daran, daß sie mich liebt.“ beweisen kann er das nicht,
und wenn er es versuchte, dann wäre die liebe wegen
vertrauensbruchs auch schon dahin.

Nun ja, ich bin Naturwissenschaftler und mit ‚glauben‘ ist für mich dann eine Vermutung gemeint, die durch Versuche zu überprüfen ist.
Daher mein Einwand:
Glauben Nichtwissen

Gandalf

Angenommen:wink:
Hi Jochen,

Nein, es beruht im Ursprung NUR auf einer
Wahrscheinlichkeitsbetrachtung. Ok, man kann nun streiten, ob
diese etwas mit dem gesunden Menschenverstand zu tun hat…
Ich denke, der „gesunde Menschenverstand“ kann hilfreich sein,
neue Intuitionen zu entwickeln, aber man käme theoretisch auch
ohne den gesunden Menschenverstand aus.

Na gut, wobei ich tatsächlich meinte, dass a) der Mensch viel für plausibel hält, was an sich nur am wahrscheinlichsten scheint und b) der Mensch auch nur das bewerten kann, was er wahrnimmt (was ja eh nur ein sehr kleiner Bereich der Realität ist)

Eigentlich nicht sehr überzeugend:wink:

Doch, doch. Selbst wenn uns die Rechen-Modelle auf Moses
Tafeln diktiert worden wären, hätten sie unsere Möglichkeiten
trotdem gravierend erweitert.

Da hst Du sicher recht. Dass die Empirik eigentlich für das „normale“ Leben perfekt ausreicht, ist klar. Ich habe mich ja auch von der Physik abgewandt und Maschinenbau studiert, als ich den direkten Sinn von Quantentheorie etc. für mich nicht mehr erkannt habe. Da war ich in der Empirik der Ingenieurs-„Wissen“-schaften doch deutlich besser aufgehoben:wink:

Nun folgendes: Warum sollte bei der Größe des Universums und
unter der Annahme von statistischen Prozessen nicht die Erde
rein zufällig vor 6800 Jahren in genau dieser
Molekülzusammensetzung entstanden sein?
Weil es unwahrscheinlich ist? Ist das ein Beweis der ersten
Theorie?:wink:

Wenn es 2 Möglichkeiten gibt, die zu einer Beobachtung führen,
nimmt man die Wahrscheinlichere an. Sind zwei Möglichkeiten
gleich wahrscheinlich, nimmt man die an, die weniger
Grundvoraussetzungen bedarf. Damit liegt man wahrscheinlich
richtiger. Und die evolutive Entstehung von komplexen Systemen
(Sternensystemen, Leben, …) ist sehr, sehr viel
wahrscheinlicher als eine spontane Entstehung.

Natürlich…

Weiterhin: Die Modelle einer evolutiven Entstehung erklären
noch viel mehr, als nur den Jetzt-Zustand, sie erklären auch
MÖGLICHE andere Zustände und ENTWICKLUNGEN, und das mit einem
Minimum an Voraussetzungen.

Dass die Evolution vieles sinnvoll erklärt, ist klar. Nur könnte auch die Evolution generell wirksam sein, die Erde aber erst seit den letzten 6800 Jahren existieren. Was ich mich halt frage: Könnte der Mensch es erkennen, wenn der natürlich extrem unwahrscheinlichere Fall der spontanen Entstehung eingetreten wäre? Ich denke nein. Und das hat für mich selbst schon interessante Konsequenzen für meinen naturwissenschaftlichen „Glauben“. Und deswegen sähe ich ganz gerne Zweifel bei überzeugten Anhängern der Naturwissenschaften, die ja gerne mit „Wissen“ argumentieren, denn manchmal zweifle ich eben selber (wobei nicht unbedingt bei dem sicher an den Haaren herbeigezogenen Beispiel:wink:)

Grüße
Jürgen

Hi Jürgen,

Das interessante hierbei ist, dass Du immer von irgendeiner
empirischen(!) Annahme ausgehst. Und deshalb muss ich als
Naturwissenschaftler Carlos recht gegen: Auch die scheinbar
ach so präzise Kausalkette hat immer einen sehr schwachen
Anfang: Nämlich eine Beobachtung und den Glauben, dass ein
bestimmter Wirkungsmechanismus dahinter steckt:wink:

das Naturwissenschaften auf empirischen Beobachtungen beruht ist eine Binsenweisheit, es ist schließlich so, daß die Naturwissenschaften eine Modellbeschreibung sind und kein seriöser (Natur)wissenschaftler wird behaupten im Besitz ein (absoluten) Wahrheit zu sein.

Was aber bei dieser Modellbeschreibung wichtig ist, ist daß bei gegebenen Ausgangsbedingungen identische (bzw. im Rahmen der Fehlerbeschreibung ähnliche) Ergebnisse herauskommen.

Der Wirkmechanismus ist dann immer eine mehr oder weniger präzise Beschreibung der ‚Wirklichkeit‘ und es gilt natürlich immer Poppers Postulat:
Ein naturwissenschaftliches Gesetz ist keine Wahrheit, sondern eine Arbeitshypothese, die bei Bedarf erweitert, verändert oder verworfen werden muß’

Oder wie Einstein es schön sagte:
Die Gesetzte müßen sich an den Beobachtungen orientieren und nicht umgekehrt

Gandalf

Hi Gandalf,

das Naturwissenschaften auf empirischen Beobachtungen beruht
ist eine Binsenweisheit, es ist schließlich so, daß die
Naturwissenschaften eine Modellbeschreibung sind und kein
seriöser (Natur)wissenschaftler wird behaupten im Besitz ein
(absoluten) Wahrheit zu sein.

dass ich damit nicht eine neue Theorie aufgestellt habe, ist mir durchaus bewußt. Allerdings habe ich schon den Eindruck gerade bei Diskussionen von überzeugten Naturwissenschaftlern mit Gläubigen anderer „Fraktionen“, dass auf beiden Seiten ein gewisser Fundamentalismus herrscht, wobei beide Seiten an sich nur Modelle benutzen, deren Bewertung der Güte auf Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen beruht… Und das für mich interessante in diesem Zusammenhang ist die Stichprobengröße an Beobachtungen, die der Menschheit überhaupt möglich ist im Vergleich zur Grundgesamtheit Universum:wink:

Grüße
Jürgen

Hallo Jürgen,

Na gut, wobei ich tatsächlich meinte, dass a) der Mensch viel
für plausibel hält, was an sich nur am wahrscheinlichsten
scheint

hmm, es gibt Regeln dafür, Wahrscheinlichkeiten lassen sich berechnen. Kein Naturwissenschaftler fragt sich bei der der Prüfung von Thesen, welche er für wahrscheinlcher HÄLT.

und b) der Mensch auch nur das bewerten kann, was er
wahrnimmt (was ja eh nur ein sehr kleiner Bereich der Realität
ist)

Ja, das ist ein Problem. Man muß immer sehr aufpassen, wenn man Dinge bewertet, die man nicht direkt wahrnehmen kann (das heißt aber nicht , das es nicht ginge). In manchen Fällen können wir durch indirektes Schließen tatsächlich weiterkommen, verlieren aber mehr und mehr den „Bezug“ zu den Größen, mit denen wir rechnen, weil wir sie ja nicht nur nicht wahrnehmen können, sondern auch weil unser Gehirn nicht dazu gemacht ist, solche Strukturen zu „begreifen“.

Dass die Evolution vieles sinnvoll erklärt, ist klar. Nur
könnte auch die Evolution generell wirksam sein, die Erde aber
erst seit den letzten 6800 Jahren existieren.

ok, nehmen wir das an.

Was ich mich
halt frage: Könnte der Mensch es erkennen, wenn der natürlich
extrem unwahrscheinlichere Fall der spontanen Entstehung
eingetreten wäre? Ich denke nein.

Ich denke doch. Dieses Ereignis muß 1. eine Ursache gehabt haben und 2. Wirkungen, die sich von denen einer evolutiven Entstehung unterscheiden.

Du müßtest, um in diesem Zenario konsistent zu bleiben, behaupten, das GESAMTE Universum sei vor 6800 Jahren *schwupps* in seiner damaligen Form entstanden und hätte sich seither nach den Gesetzen entwickelt, die wie beobachten. Interessanter Weise ist nicht zu erkennen, daß wenn wir - fälschlicherweise - auf Daten vor 6800 Jahren zurückrechnen (extrapolieren), alles konsistent bleibt, als hätte die Welt sich dort schon entwickeln können.

Nun, hier sagt mir schon mein gesunder Menschenverstand, daß das etwas weit hergeholt scheint. Das läßt sich aber letzlich weder beweisen noch widerlegen, weshalb diese „Theorie“ mit der Spontanentstehung nicht naturwissenschaftlich ist. Man kann also naturwissenschaftlich nicht gegen eine solche Ansicht argumentieren.

Und das hat für mich selbst
schon interessante Konsequenzen für meinen
naturwissenschaftlichen „Glauben“.

Genau, hier geht es viel mehr um „Glauben“ als um Naturwissenschaft. Für mich ist es wenig sinnvoll, an etwas zu glauben, solange ich keinen Grund dafür habe, das zu Glauben. Diese „Glaubensfragen“ weisen aber dann auch den Weg zu neuen Erkenntnissen, d.h. sie sind prinzipiell mindestens widerlegbar.

Und deswegen sähe ich ganz
gerne Zweifel bei überzeugten Anhängern der
Naturwissenschaften, die ja gerne mit „Wissen“ argumentieren,
denn manchmal zweifle ich eben selber (wobei nicht unbedingt
bei dem sicher an den Haaren herbeigezogenen Beispiel:wink:)

Gute Wissenschaftler zweifeln grundsätzlich. Zweifel ist die Triebfeder und die Vorraussetzung für gute Wissenschaft!

Grüße
Jochen

hi,

Nun ja, ich bin Naturwissenschaftler und mit ‚glauben‘ ist für
mich dann eine Vermutung gemeint, die durch Versuche zu
überprüfen ist.
Daher mein Einwand:
Glauben Nichtwissen

womit du in bezug auf naturwissenschaft absolut recht hast. wäre ja blöd, wenn wissenschafter an ihre theorien ebenso glauben würden wie gläubige an gott! dann gäbe es keinen fortschritt. fortschritt in der wissenschaft ist nur durch prinzipiellen „widerlegungswillen“ möglich. ebenso kommen aber nur widersprüche raus, wenn man die denkkategorien der naturwissenschaft auf religion anwendet.

gruß datafox

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hi,

womit du in bezug auf naturwissenschaft absolut recht hast.
wäre ja blöd, wenn wissenschafter an ihre theorien ebenso
glauben würden wie gläubige an gott! dann gäbe es keinen
fortschritt. fortschritt in der wissenschaft ist nur durch
prinzipiellen „widerlegungswillen“ möglich.

Wie recht du nur hast. Das müßten nur mal die Alphysikisten auch begreifen (wollen).

Gruß
Frank

hi,

womit du in bezug auf naturwissenschaft absolut recht hast.
wäre ja blöd, wenn wissenschafter an ihre theorien ebenso
glauben würden wie gläubige an gott! dann gäbe es keinen
fortschritt. fortschritt in der wissenschaft ist nur durch
prinzipiellen „widerlegungswillen“ möglich.

Wie recht du nur hast. Das müßten nur mal die Alphysikisten
auch begreifen (wollen).

Nicht jeder Widerlegungswillen führt zu einer Widelregung…deiner ganz besonders wenig.

SAN

Hallo Martin.

Mich würde es einmal Interessieren was ihr vom Glauben Haltet?

Was soll man davon halten? So ist mir unklar, was du genau
meinst, willst Du eine Meinung über deinen Glauben oder
welchen Glauben wir selber haben und wie wir dazu stehen?

Bei Letzterem wird es etwas kompliziert, weil der Glaube im
Judentum nur ein Unterpunkt ist und es wesentlich mehr um das
Tun, Wissen und Verstehen bzw. Lernen geht. Es gibt zwar auch
Glaubenssätze im Judentum aber deren Basis besteht auch wieder
aus Wissen oder dem Anspruch solches zu erkennen. So glaube
ich nicht an den Ew’gen, sondern vertraue auf seine Existenz.
Ich erkenne ihn in verschiedenen Werken und versuche meine
Liebe zu ihm durch das Halten der Gebote bzw. durch das
Erlernen seiner Schöpfung, zu zeigen.

Schalom,

Jehuda

Vielen Dank für deine erliche Antwort. Ich meinte damit, ob du tief in deinem Herzen an Gott und Jesus glaubst. Viele Nette Grüsse von Martin Hagmann

Mich würde es Interessieren ob du Auch im Herzen auf Gott vertrausst oder ob du du Christin bist? Vielen Dank und viele Güsse von Martin Hagmann

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Hallo,

Mich würde es Interessieren ob du Auch im Herzen auf Gott
vertrausst oder ob du du
Christin bist? Vielen Dank und viele Güsse von Martin Hagmann

Ich bin und war noch nie auf dem Papier „Christin“… :wink: Alleine diese Formulierung läßt mich schmunzeln. Meiner Meinung nach kann man überall Christ sein, nur nicht auf dem Papier… aber egal.

Ja, ich bin Christin. Vertraue auf Gott und Christus. Und das alles, weil ich Erfahrungen machen durfte, die mir die Gewissheit gaben und geben, dass die beiden existent sind bzw. inkarniert (Christus) waren.

Das bedeutet aber nicht, dass ich nach der Maxime lebe: Ach… nagut, Gott macht das schon. Sondern eher: ich tue etwas, und dann kommt es natürlich anders, als ich denke, bzw. dachte. Und dann merke ich später oder auch mal früher, :wink: dass es seinen Sinn hatte und dass es viel intelligenter ist, dass es so gekommen ist, wie es kam. Und das Gott es eben dann wohl so eingerichtet hat. Ich es aber auch hätte anders veranstalten können, hätte ich einige Vorzeichen besser oder überhaupt beachtet.

so ähnlich usw. :wink:

Viele Grüße
Bettina