Eure Meinung

Hi Gandalf,

das finde ich zwar auch:

woher um alles in der Welt nimmst Du die Stirn, diejenigen die
einen irgendwie geartetetn religiösen Glauben nicht haben zu
bedauern, ihnen Verbitterung zu unterstellen und ihnen sogar
zu obdruhieren sie hätten ihn nitternötig!

und auch das kam mir in den Sinn:

So rumzuseibern bestärkt mich immer wieder in der Ansicht, das
(speziell christlich) religiöse Menschen das Wort ‚Toleranz‘
nur für sich gelten lassen.

aber hier:

übrigens:
Meine Antwort wäre auch ‚gar nichts‘ gewesen

gehe ich wohlwollend davon aus, daß du wahrscheinlich diese Antwort begründed bzw. hergeleitet oder kommentiert hättest (was du weiter oben ja auch tust).

Ich finde halt, wenn jemand - um mal ein anderes, beliebiges Bsp zu nehmen - fragt, was die Leute so von der Rentenpolitik oder von Sekten oder… halten, sucht derjenige wohl Anhaltspunkte für eine Meinungsbildung und das Auszählen von derartigen Antworten (23x „find ich gut“, 12x"ist doof", 7x"ist mir doch egal" -> Ergebnis: ist 'ne tolle Sache) bringt keinen weiter.

Gruß
Jochen

Hallo Martin.

Mich würde es einmal Interessieren was ihr vom Glauben Haltet?

Was soll man davon halten? So ist mir unklar, was du genau meinst, willst Du eine Meinung über deinen Glauben oder welchen Glauben wir selber haben und wie wir dazu stehen?

Bei Letzterem wird es etwas kompliziert, weil der Glaube im Judentum nur ein Unterpunkt ist und es wesentlich mehr um das Tun, Wissen und Verstehen bzw. Lernen geht. Es gibt zwar auch Glaubenssätze im Judentum aber deren Basis besteht auch wieder aus Wissen oder dem Anspruch solches zu erkennen. So glaube ich nicht an den Ew’gen, sondern vertraue auf seine Existenz. Ich erkenne ihn in verschiedenen Werken und versuche meine Liebe zu ihm durch das Halten der Gebote bzw. durch das Erlernen seiner Schöpfung, zu zeigen.

Schalom,
Jehuda

Hallo Gandalf!

Generell möchte ich der Aussage deines Artikels zustimmen:

Solange der Glaube ein persönlicher ist, ist er akzeptabel
Sobald er institutionalisiert ist, ist er abzulehnen.

wobei ich persönlich das nicht ganz so hart formulieren würde. Es kann durchaus bereichernd sein, sich mit anderen über seine persönlichen Gefühle und Gedanken auszutauschen. Speziell als Pubertierende war für mich dabei ein katholisches Jugendseelsorgezentrum sehr wertvoll.

Worauf ich aber eigentlich antworten will, ist dieser Satz:

‚Glauben heißt - nicht wissen‘

Das, was ich unter Glauben - religiösem Glauben - verstehe, ist die definitive Sicherheit, daß Gott (welcher auch immer) existiert. Ich sehe hier einen wichtigen Unterschied zum umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes. Wenn ich glaube, daß ich ein Beispiel richtig gelöst habe, dann vermute ich es, bin mir mehr oder weniger sicher, aber nicht vollständig. Ansonsten würde ich sagen „ich bin mir sicher, daß es stimmt“.
Glauben im religiösen Sinn bedeutet dagegen eine Sicherheit, wie ich selbst sie nur gegenüber wissenschaftlich erwiesenen Dingen habe. In diesem religiösen Sinn glaube ich fest daran, daß Moleküle aus Atomen bestehen und diese wiederum aus Protonen, Elektronen und Neutronen,… Ich habe noch nie ein Elektron gesehen oder ein einzelnes Proton als solches wahrgenommen, aber ich glaube fest an ihre Existenz.
Darum kann ich auch nicht guten Gewissens sagen „Ich glaube an Gott,…“. Ich gehe nicht ungern in Kirchen, ich mag das Flair, mag es, wenn gut gepredigt wird, lese auch ab und zu in der Bibel, aber meine Aussage zu dem katholischen Gott, an den zu glauben man mich zu lehren versuchte, kann (als wissenschaftlich denkender Mensch) immer nur die sein: Ich kann weder seine Existenz noch sein Nichtvorhandensein beweisen. Daher schließe ich weder das Eine noch das andere von vornherein aus. Ich versuche ein Leben im Sinn des Christentums zu führen, weil es mir persönlich gut tut und auch den Menschen rund um mich herum.

LiGrü
Igel
*flitzt jetzt flink zum Stephansdom :wink:*

Hi Jochen,

Alles klar zwischen uns ?

Klar. Ich habe bei dieser Aktion schon wieder was gelernt. Ich
hoffe, du auch.

Dito, wäre ja auch langweilig, wenn man nicht auch andere Standpunkte lesen würde.

Beste Grüße & sei mir nicht böse,

Alles klar und beste Grüße zurück,
Joe

klar glaub ich an was
Hi Di,

Alles in allem an Dich!
(Das kann vor allem nie schaden)

logo, wer soll soll sonst Gott sein, wenn nicht ich :smile:?

Gruß
Frank

Hallo Igel,

Worauf ich aber eigentlich antworten will, ist dieser Satz:

‚Glauben heißt - nicht wissen‘

Das, was ich unter Glauben - religiösem Glauben - verstehe,
ist die definitive Sicherheit, daß Gott (welcher auch immer)
existiert.

ich erweitere den oben gesagen Satz damit ich ihn unterstützen kann.

ist meine persönliche definitive Sicherheit, daß…

Ich sehe hier einen wichtigen Unterschied zum
umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes. Wenn ich
glaube, daß ich ein Beispiel richtig gelöst habe, dann
vermute ich es, bin mir mehr oder weniger sicher, aber nicht
vollständig. Ansonsten würde ich sagen „ich bin mir
sicher, daß es stimmt“.

Soweit klar

Glauben im religiösen Sinn bedeutet dagegen eine Sicherheit,
wie ich selbst sie nur gegenüber wissenschaftlich erwiesenen
Dingen habe.

da taucht das wichtige Wort ich selbst auf. so meine ich das auch. Du hast diese Sicherheit subjektiv, aber objektiv kannst Du sie nicht haben, sonst wäre es kein Gleuben, sondern Wissen.

In diesem religiösen Sinn glaube ich fest
daran, daß Moleküle aus Atomen bestehen und diese wiederum aus
Protonen, Elektronen und Neutronen,… Ich habe noch nie ein
Elektron gesehen oder ein einzelnes Proton als solches
wahrgenommen, aber ich glaube fest an ihre Existenz.

Es gibt aber reproduzierbare Experimente, die mit dem Modell(!) Atom Molekül … gut in Einklang zu bringen sind. Eine absolute Gewissheit gibt es auch in den Naturwissenschaften nicht, aber es gibt Modelle, die Sachverhalte recht gut beschreiben. Insofern ist das mehr als ein subjektiver Glaube.

Ich
kann weder seine Existenz noch sein Nichtvorhandensein
beweisen.

Das wissen wir seit Kants ‚Kritik der reinen Vernunft‘
Dort wollte Kant einen hieb- und stichfesten Gottesbeweis liefern und mußte zu seinem eigenen Erstaunen feststellen, daß die Situation indifferent ist. Die Existenz Gottes läßt sich mit formalen logischen Mittel weder belegen, noch wiederlegen.

Daher schließe ich weder das Eine noch das andere
von vornherein aus. Ich versuche ein Leben im Sinn des
Christentums zu führen, weil es mir persönlich gut tut und
auch den Menschen rund um mich herum.

Das möchte ich Dir nicht nehmen (und das ist keine Ironie!!!)

Wie sagte schon der alte Fritz (oder wars der große Kurfürst?)
Jeder nach seiner Facon

Gandalf

Frechheit - ich natürlich!!! owT mG *grinz*

Bei Letzterem wird es etwas kompliziert, weil der Glaube im
Judentum nur ein Unterpunkt ist und es wesentlich mehr um das
Tun, Wissen und Verstehen bzw. Lernen geht.

Hallo, Jehuda,
und genau dieses mag wohl für eine ganze Reihe von Mißverständnissen zwischen Christen und Juden verantwortlich sein.
Es scheint mir, dass es bei den christlichen Religionen weit mehr um das Glauben als um das Wissen und Verstehen, das Handeln und das Lernen geht. U.a. wird das auch durch Jörg F.s Antwort weiter unten deutlich, der die gleiche Frage mit dem Zitieren des Glaubensbekenntnisse beantwortete. Sicher aus seiner Sicht vollkommen (auf)richtig, aber eben christlich.
Deine Antwort hat mir hier zu mehr Verständnis verholfen.
Dank und Gruß
Eckard.
mußte noch ein wenig korrigiert werden E.

hy, zu diesem thema hab ich mal ein wunderschönes kinderbuch gelesen:
es heisst glaub ich „der liebe gottt wohnt bei uns im apfelbaum“ und hat mich mit der nase draufgestupft, dass gottes liebe einfach bedinungslos ist…ich wünsche euch allen, diese bedinungslose liebe in den kleinigkeiten des alltags zu erfahren und …alles liebe charly

Wer brauch…
schon Monotheismus:
Polytheismus ist doch viel demokratischer!
Jeder ist sich selbst der nächste Gott.

devine Grüße
L.

schon Monotheismus:
Polytheismus ist doch viel demokratischer!
Jeder ist sich selbst der nächste Gott.

meine Rede :smile:

F.

GLaube und Toleranz

Mich würde es einmal Interessieren was ihr vom Glauben Haltet?
Ich bin Selbst Christ und mich interessiert eure Meinung.

Ich unterstelle, daß mit Glauben der Glaube an einen Gott gemeint ist. Ich persönlich habe für mich entschieden, daß ich an andere Dinge glaube, als an einen Gott. Wer das anders halten will, kann das tun, aber ich erwarte, daß man sich jeglichen Missionierungsversuchs enthält.

Toleranz, ob nun Teil des Glaubens/der Religion oder Teil der Lebensauffassung ist nicht zuletzt in diesem Zusammenhang das entscheidende.

Gruß,
Christian

Die Differenz zwischen Glauben und Wissen ist grau
Hallo Gandalf

Die Krux dabei ist, das Glauben und Wissen kollidieren. Wenn
ich etwas weiß, kann ich es nicht mehr glauben, wenn ich etwas
glaube, weiß ich es nicht.

Die meisten Bereiche deines „Wissens“ sind mehr oder weniger fundiertes Glauben.
Das 1 + 1 = 2 ergibt weisst du. Aber das Zitronen viel Vitamin C enthalten ist mehr oder weniger fundiertes Glauben. Hast du jemals den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen gemessen? Hast du dich jemals mit Jemand unterhalten der den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen gemessen hat?
Nein, aber du hast des öfteren in irgendwelchen Medien gelesen oder gehört, dass Zitronen einen hohen Vitamin-Gehalt haben. Also „weisst“ du es.
Mit der Kenntnis der modernen Legenden, muss dir klar sein, dass auch allgemeingültiges Wissen falsch sein kann. Vor allem deshalb, weil das Meiste deines Wissens von dir nicht wirklich geprüft werden kann. Du musst dabei auf Quellen vertrauen.

Gruß
Carlos

Frage

Guten Tag, Herr Hagmann,

Mich würde es einmal Interessieren was ihr vom Glauben Haltet?

Der Glaube? Von dem halte ich viel.

Ich bin Selbst Christ und mich interessiert eure Meinung.

Wozu? Worüber? - über das „Halten“?..

Ich verstehe Deine Frage nicht, es interessiert mich aber, was Du genau (!) wissen möchtest.

Grüße
Bettina

‚Glauben heißt - nicht wissen‘

du verwechselst faith mit belief.

im philosophischen kontext ist mit glauben belief gemeint: etwas (begründet) für wahr halten.

im religiösen kontext ist aber meistens faith gemeint, vergleichbar mit der aussage eines verliebten: „ich glaube fest daran, daß sie mich liebt.“ beweisen kann er das nicht, und wenn er es versuchte, dann wäre die liebe wegen vertrauensbruchs auch schon dahin.

datafox

Hallo Martin,

Mich würde es einmal Interessieren was ihr vom Glauben Haltet?
Ich bin Selbst Christ und mich interessiert eure Meinung.

Huch! Hätte ich doch beinahe glatt diese interessante Umfrage übersehen… :wink:

Ich selbst bin Atheistin, halte mich jedoch in puncto ‚Glauben‘ an die Regel ‚Leben und leben lassen‘. Sprich: wenn jemand an einen - welchen auch immer (!) - Gott glaubt, bitte schön; solange er nicht versucht, mich zu missionieren (würde eh nicht klappen *g*) und von den Vorzügen des Glaubens zu überzeugen (würde auch nicht klappen). In meinem Freundeskreis tummeln sich Gläubige jeglicher Coleur: meine Familie ist katholisch, die meines Ex ist evangelisch, die meines Ex-Ex wiederum griechisch-orthodox, meine beste Freundin in der Schule war ZJ, von den vielen Juden und Muslimen, mit denen ich befreundet bin, ganz zu schweigen… Na und? Freundschaften mit Anders- bzw. Nichtgläubigen sind meines Wissens nirgendwo verboten… *lach*

Soll doch bitte sehr jeder an die Gottheit glauben, die ihm genehm ist und meinethalber auch seinen Glauben als ‚Krücke‘ verwenden, wenn es ihm hilft. Meine Granny (ihr jüngster Sohn - mein Lieblingsonkel - ist vor einem Monat gestorben) rennt zur Zeit auch alle paar Minuten in die Kirche. Wenn’s ihr hilft…

Was mich allerdings interessieren würde, ist der Hintergrund Deiner Frage… Kommt nicht soooooo oft vor, daß ein 15/16-jähriger eine solche Frage stellt.

Wenn Du mich fragst, braucht es keinen Glauben, um ein guter Mensch zu sein… Wie sagte Steven Weinberg einmal so schön?

’Mit oder ohne Religion können sich gute Menschen anständig verhalten und schlechte Menschen Böses tun; doch damit gute Menschen Böses tun, dafür braucht es Religion’

Dem schließe ich mich an (Stichwort: die ‚heilige‘ Inquisition)…

Beste Grüße

Tessa

Hallo Tessa,

Ich selbst bin Atheistin, halte mich jedoch in puncto
‚Glauben‘ an die Regel ‚Leben und leben lassen‘.

…und ich dachte immer, du glaubst , du kannst fliegen „gg“

Wenn Du mich fragst, braucht es keinen Glauben, um ein guter
Mensch zu sein… Wie sagte Steven Weinberg einmal so schön?

’Mit oder ohne Religion können sich gute Menschen anständig
verhalten und schlechte Menschen Böses tun; doch damit gute
Menschen Böses tun, dafür braucht es Religion’

Weinberger? Gabs da nicht ´nen Kriegsminister, Natochef odr sowas?

Naja, Religion hat auch ihre Vorteile. Man kann schön fluchen damit: „Ach du heilige Schei**e!“ :smile:

Gruß
Frank

Frank, Du bist ein Quatschkopp
Lieber Frank,

…und ich dachte immer, du glaubst , du kannst fliegen
„gg“

Was Schweine können - kann ich schon lange… *lach*

Weinberger? Gabs da nicht ´nen Kriegsminister, Natochef odr
sowas?

Nix Weinberger! Steven Weinberg ist ein amerikanischer Physiker (Nobelpreis 1979!), der sich unter anderem mit dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Religion beschäftigt. Darauf noch ein herrliches Zitat von ihm:

Ich persönlich habe nicht viel übrig für Religion. Für mich ist eine der großen Errungenschaften der Wissenschaft, daß sie es intelligenten Menschen zwar nicht unmöglich gemacht hat, religiös zu sein. Aber sie macht es ihnen möglich, nicht religiös zu sein. Und darauf bin ich stolz.

Naja, Religion hat auch ihre Vorteile. Man kann schön fluchen
damit: „Ach du heilige Schei**e!“ :smile:

*lach* Jaja…

Grüßlis

Tessa

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Der Unterschied ist die…
…Reproduzierbarkeit.

Die Krux dabei ist, das Glauben und Wissen kollidieren. Wenn
ich etwas weiß, kann ich es nicht mehr glauben, wenn ich etwas
glaube, weiß ich es nicht.

Die meisten Bereiche deines „Wissens“ sind mehr oder weniger
fundiertes Glauben.

Das ist erstmal korrekt.

das Zitronen viel Vitamin
C enthalten ist mehr oder weniger fundiertes Glauben. Hast du
jemals den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen gemessen? Hast du
dich jemals mit Jemand unterhalten der den Vitamin-C-Gehalt
von Zitronen gemessen hat?

Nein, aber ich KÖNNTE es, wenn es mir wichtig wäre oder ich Zweifel hätte.

Und dann gibt es da halt noch die lückenlosen Kausalketten.

Reproduzierbarkeit und lückenlose Kausalketten (damit also Nachprüfbarkeit) fehlen jeglichem Glauben.

Gruß,

Malte.

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Hi,

Ansonsten würde ich sagen „ich bin mir sicher, daß es stimmt“.

Beweise es mir! In diesem Fall kannst Du das.

Glauben im religiösen Sinn bedeutet dagegen eine Sicherheit,
wie ich selbst sie nur gegenüber wissenschaftlich erwiesenen
Dingen habe. „Ich glaube an Gott,…“.

Beweise es mir! In diesem Fall kannst Du das nicht.

Das ist der Unterschied.

Wie Tessas schon schön zitiert hat, ist Glaube in keinster Weise eine notwendige Bedingung, um Gutes zu tun, und Religion noch viel weniger. Dein katholisches Jugendseelsorgezentrum hat Dir geholfen - gut. Ein freigesitliches hätte es ebenso gut getan.

Eigentlich ist Religion gänzlich überflüssig. Die nützlichen Aspekte kann man auch verwirklichen, ohne die nutzlosen oder „negativen“ mitnehmen zu müssen - das hätte den Vorteil, daß man den ganzen Schrott, den man von der Kirche mitgeliefert bekommt, vergessen könnte.

Gruß,

Malte.

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