Eure Meinung zum Thema Julia B. in Singapur

Hiho

eigentlich bin ich nicht der Mensch der anderen etwas schlechtes wünscht, aber speziell in diesem Fall freut es mich das endlich mal wieder ein Deutscher im Ausland mit Drogen erwischt wird, und harte Strafen drohen.

Ich kann allerdings nicht nachvollziehen warum viele Leute mitgefühl mit dieser Julia haben. Weil sie Deutsche ist ?? weil sie noch soooo jung ist ??? weil ihr die TODESSTRAFE droht ??

ohhhhhhhhhhhh arme kleine Julia, sollte man sich vorher überlegen was man tut oder lieber nicht.

Ich finde es zum kotzen das sich die Medienwelt wieder mal auf solch ein Thema konzentriert obwohl es bestimmt weitaus wichtigeres gibt. Das ganze wird so extrem hochgekocht und dadurch versucht künstlich Sympathien für Julia zu erregen.

Mir tut sie nicht im mindesten leid, ok die Todesstrafe mag ein wenig veraltet sein, aber nun ja die Tat wurde nunmal in Singapur und nicht in Deutschland begangen.

In Deutschland würde sie wahrscheinlich 1 Monat Fernsehverbot
und xxxx Sozialstunden bekommen. Dann doch lieber Strafe in Singapur ( Lebenslänglich statt Todesstrafe ) damit sie mal mitbekommt was sie den Leuten den sie das Zeug verkauft hat angetan hat.

Hi Mogli
Mir tut jeder leid, der von Staatswegen getötet wird. In D und für D ist die Todesstrafe eine barbarische Strafe, die gegen die Menschenrechte verstösst. Nachdem die Menschenrechte universell gelten…
Über die Moralische Seiten können wir uns gerne bei R&E unterhalten

Die Rechtslage ist folgende: Deutschland als Staat hat gegenüber seinen Bürgern eine besondere Sorgfaltspflicht. Es muß ! also alles getan werden, um der verdächtigen eine bestmögliche Verteidigung zukommen zu lassen. Natürlich im Rahmen der lokalen Gesetze (was soll man sonst da machen)

Intressant finde ich ausserdem, dass viele hier bereits so tun, als wäre die Verdächtige total schuldig… bislang hat noch kein Gericht ein Urteil gesprochen und so lange hat Sie als unschuldig zu gelten. Immerhin trug sie das Zeug nicht bei sich, sondern es wurde in einer Wohnung/Geschäft gefunden, in dem sie kurz zuvor war…

Man wird abwarten und den Leuten vor Ort vertrauen müssen, die Wissen besser, wie man einen derartigen fall anpackt.

By the way: glaubst Du wirklich, dass man für 600 gr haschisch und ein paar Pillen genauso behandelt werden soll wie ein Kinderschänder oder Massenmörder? Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit. Immerhin wird kein Süchtiger dazu gezwungen, Drogen zu nehmen… Ohne Süchtige keine Dealer, net wahr?

Mich entsetzt etwas die Schadenfreude und die enorme Vorverurteilung, die über diesen Fall geäussert wird, und mich ärgert die tränendrüsenreiche Berichterstattung…

Gruß
Mike

P.S. Weiteres dazu in Auslandspolitik, da steht ein Riesenthread dazu

Hi,

warum so schadenfroh? Ich kann mich bei dem Gedanken, daß ein Mensch getötet werden soll (egal welcher) nicht freuen.
Die Todesstrafe ist barbarisch und grausam und allein die theoretische Möglichkeit eines Justizirrtums sollte reichen, dieses Instrument zu ächten.
Das Mädchen wird beschuldigt, Haschisch verkauft zu haben, nicht Crack an Volksschüler verteilt zu haben, das heißt in diesem Fall scheiden auch die „armen Süchtigen Opfer“ als Rechtfertigung aus.
Schließlich entnahm ich den Medien, daß in diesem Fall (warum weiß ich nicht) die Beweislast umgekehrt ist - im Strafrecht ist soetwas in jeder entwickelten Gesellschaft indiskutabel.

LG
Stefan

Hi

In Deutschland würde sie wahrscheinlich 1 Monat Fernsehverbot
und xxxx Sozialstunden bekommen. Dann doch lieber Strafe in
Singapur ( Lebenslänglich statt Todesstrafe ) damit sie mal
mitbekommt was sie den Leuten den sie das Zeug verkauft hat
angetan hat.

Sorry, aber diese Aussage halte ich für freundlich ausgedrückt Schwachsinn. Jemandem Cannabis verkaufen entspricht nicht einem Todesurteil oder einer lebenslangen Sucht !!!

Schau dir vielleicht mal diese Seite an und überdenk deine Meinung. Bei (Rück-)Fragen stehe ich natürlich gerne zu Verfügung !

http://www.cannabislegal.de/infoheft/index.htm

Gruß
Max

Hiho

war ja klar das wieder einige das Postin falsche deuten. Ich wil damit keine Schadensfreude ausdrücken, und hab nur gemeint, das
jeder gegen Drogendealer ist ( und das ist auch gut so ) aber doch irgendwie durch die Berichterstattung der Eindrcuk erweckt wird " ooooh die arme Julia ".
Was das Posting im Brett Auslandspolitik angeht…

es handelt sich hier nicht um ein Politisches Problem im eigentlichen Sinne. Das ganze wird nur durch die extreme Berichterstattung zu einem "Politikum " gemacht !!!.

Komischerweise kommt in der Berichterstattung immer wieder zum Ausdruck das sie eindeutig in den einschlägigen Kreisen verkehrt hat. Auch wenns dumm klingt " mitgehangen mitgefangen ".

Also mit anderen Worten gehts`s mir ziemlich am … vorbei was mit ihr passiert. Wollte nur mal eure Meinung hören
„andere Länder andere Gesetze“ dürfte ja wohl fast jedem klar sein.

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Nachtrag
P.S.
Immerhin wird kein Süchtiger dazu

gezwungen, Drogen zu nehmen… Ohne Süchtige keine Dealer, net
wahr?

Hmmm aber ohne Dealer keine süchtigen paßt doch eher, oder wie sollen die sonst an das Zeug kommen ???

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

erstaunlich finde ich, dass sie sich ein Land ausgesucht hat, von dem sattsam bekannt ist, was mit Drogenhändlern passiert. Die einschlägige Vorgeschichte dieses Landes in sachen Drogen hat sicherlich zu überzogenen Strafen geführt. Und auch sonst sind sie da ziemlich zickig. Rauchen in der Öffentlichkeit verboten, etc. pp.

Über die Dummheit dieser Person muss man sich deshalb wundern. Das ist schließlich nicht erst seit gestern so.

Die Todesstrafe ist selbstverständlich trotzdem nicht zu tolerieren. Darüber sollte die Weltgesellschaft längst hinweg sein.

Wolfgang

Hallo Mogli,

erstmal möchte ich sagen, das ich auch gegen die Todesstrafe bin, nur wenn ein Gewaltverbrechen 100%ig nachgewiesen ist halte ich es für akzeptabel, aber das ist ein anderes Thema.
Traurig bin ich wegen der Frau nicht. Erstens weil ich sie nicht kenne, aber das ist auch ein anderes Thema, zweitens ist weltweit bekannt, das dort für solche Dinge die Todesstrafe droht. Warum macht sie es ausgerechnet dort? Naja, das ist ihre Sache.

Gruß
roland

Hallo Max,

du bringst hier ein bischen unser deutsches und das asiatische Wertesystem durcheinander.

In Deutschland ist es eh schon fast ein Kavaliersdelikt wenn es um Cannabis geht, dort eben nicht.

Dazu kommt die gandenlose Dummheit dieser Frau, denn jeder weiss, daß in Singapur Drogendelikte ab einer gewissen Menge bei erwischt werden am Galgen enden.

Ich bin generell gegen die Todesstrafe, da sie nachweislich keine Abschreckungswirkung hat und von daher idiotisch ist.

Aber ich verstehe das riesen Aufsehen nicht. Allein im letztn Jahr sind ca. 200 Personen in Singapur wegen so was hingerichtet worden. Einheimische und Ausländer. Warum erst jetzt das große Trara?

Gruß Ivo

Hmmm aber ohne Dealer keine süchtigen paßt doch eher, oder wie
sollen die sonst an das Zeug kommen ???

BWL technisch völliger Unsinn. Es gibt keinen Markt ohne Nachfrage.
Die Nachfrage schafft das Angebot. Gilt für alle Güter!

Gruß Ivo

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High

du bringst hier ein bischen unser deutsches und das asiatische
Wertesystem durcheinander.

Ich bin mir nicht sicher ob daß Wertesystem so viel mit der mehr oder weniger harten, aber trotzdem sinnlosen Bestrafung von Cannabisbesitz ist. Aber da ich das asiatische Wertesystem nicht kenne, kann ich deine Aussage weder bestättigen noch verneinen.

Dazu kommt die gandenlose Dummheit dieser Frau, denn jeder
weiss, daß in Singapur Drogendelikte ab einer gewissen Menge
bei erwischt werden am Galgen enden.

Da wiederum hast du Recht. Wozu Singapur wenn es Holland oder die Schweiz gibt?

Gruß
Max

…aber speziell in diesem Fall freut es mich
das endlich mal wieder ein Deutscher im Ausland mit Drogen
erwischt wird, und harte Strafen drohen.

Guten Morgen!

Es spielt zunächst keine Rolle, um welchen Vorwurf es sich handelt, entscheidend ist einzig, daß ein Mensch von der Todesstrafe bedroht ist. Nach unserer Werteordnung ist die Todesstrafe menschenrechtswidrig, unsere Verfassung verbietet solche Strafen. Nun ist eine deutsche Staatsbürgerin von solcher Strafe bedroht, die unserer Rechtsordnung und unserem Verständnis des Verhältnisses von Staat und Bürger zuwider läuft. Allein daraus ergibt sich die Verpflichtung für deutsche Staatsorgane, der Bürgerin dieses Landes zu helfen.

Daß Befürworter der Todesstrafe angesichts nicht wegdiskutierbarer menschlicher Schwächen, Unzulänglichkeiten und Irrtümer die Vollstreckung nur akzeptieren können, wenn sie Betriebsunfälle wie das irrtümliche Hinrichten eines Menschen und Todesurteile aufgrund irrender oder bestochener Zeugen, gefälschter Beweise und korrupter Justiz billigend in Kauf nehmen, sollte man sich bei solchen Diskussionen stets vor Augen führen.

Zum konkreten Fall: Es geht um den Besitz von Haschisch, einer Substanz, die in ihrer Gefährlichkeit ungefähr auf der Stufe von Tabak oder Alkohol einzuordnen ist. Wer hat solches Zeug noch nicht ausprobiert? Eine Presse, deren Stärke nicht die Differenzierung ist, verbreitet Hysterie, schmeißt alles in einen Topf und redet nur von Rauschgift. Da kann man sich am Biertisch zuprosten, sich die hoch mit Steuern belastete Zigarette anstecken und drakonische Strafen für alles fordern, was irgendwie mit Rauschgift zu tun hat. Bigotterie in Reinkultur. Es kommen in Deutschland mit Sicherheit in einem einzigen Monat mehr Menschen durch Nikotin und Alkohol zu Schaden, als in der gesamten Geschichte dieses Landes Menschen an Cannabis Schaden genommen haben, sofern man überhaupt jemanden findet. Die größte Gefahr geht von Hanf aus, wenn man Seile daraus fertigt, weil sich damit jemand aufhängen könnte.

Unstrittig ist es bodenloser Leichtsinn und/oder Dummheit, wenn sich jemand trotz der bekannten Strafandrohung nicht gesetzeskonform verhält oder sich erwischen läßt. Das gilt aber für jede Art gesetzeswidriger Handlungen. Unabhängig von den Argumenten gegen jede Art der Bestrafung gegen das Leben, ist hier ein grobes Mißverhältnis von Tat und Strafe offenkundig. Solche groben Mißverhältnisse sind typisch für Diktaturen, in denen Rechte des Einzelnen unbedingt hinter obrigkeitlichem Herrschaftsanspruch zurück stehen. In solchen Strukturen ist man gut beraten, jeden gebrachten Beweis mit Argwohn zu betrachten. Wenn schon das Leben nichts zählt, wie kann da jemand auf die Idee kommen, solchen Staatsorganen Wahrheit zu attestieren?

Dieser Fall in Singapur paßt in eine ganze Reihe von vollstreckten und angedrohten Todesurteilen gegen deutsche Staatsangehörige, z. T. aufgrund von Vorwürfen, die hierzulande nicht einmal der Erwähnung wert gewesen wären. Wir sind weltweit an Regime gewöhnt, unter denen Leben und Menschenrechte nichts zählen. Wir haben in unserem Land vom Obrigkeitsstaat bis zur Verbrecherclique an der Spitze nichts ausgelassen. Hier wurde über Jahrhunderte geköpft, erschossen und gehängt, oft willkürlich und im Schnellverfahren. Amigos, Korruption und Seilschaften gehen täglich durch die Medien. Mit zweierlei Maß vorgehende Staatsanwälte gehören ebenso zur Tagesordnung wie unfähige Richter. Es sind eben nur Menschen mit menschlichen Schwächen.

Angesichts dieser Geschichte und des täglichen Erlebens entsprächen aufgeklärte Köpfe, die jedem Versuch staatlicher Übergriffe und Bedrohung des Lebens entgegen treten, meiner Erwartungshaltung. Statt dessen gibt es immer noch eine riesige Kopf-ab-Fraktion, die nur gleichgültig mit den Schultern zuckt oder bei Menschenrechtsverletzungen sogar Beifall klatscht. Das macht mich am meisten betroffen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

leider muß ich Dir in einer Kernaussage widersprechen, Zitat:

wir sind weltweit an Regime gewöhnt, unter denen Leben und
Menschenrechte nichts zählen.

Sind z.B. die USA mit 85 vollstreckten Todesurteilen im Jahr 2000 ein Regime?
Hier verstehe ich den Ansatz von Dir nicht, gibt es Deiner Meinung nach Länder, mit Todesurteilen 1. und 2. Klasse?

Bei Todesurteilen und deren Vollstreckung in den USA regt sich keine Mensch auf (bis auf die hauptberuflichen Menschenrechtler)

In anderen Ländern mit anderer Rechtsauffassung (Singapur)dagegen, wird das Land gleichgestellt mit einem Willkürstaat, ja sogar Regime!

Ich bin der Auffassung, wenn schon gegen die Todestrafe, dann aber bitte mit gleichen Maßstäben und für alle Länder!

Wann haben wir die erste Lichterkette, wenn wieder jemand in Texas die Giftsprize erhält??

Gruß
Karl-Heinz

Demokratische Länder regt sich Länder in denen es eine

Sind z.B. die USA mit 85 vollstreckten Todesurteilen im Jahr
2000 ein Regime?
Hier verstehe ich den Ansatz von Dir nicht, gibt es Deiner
Meinung nach Länder, mit Todesurteilen 1. und 2. Klasse?

Bei Todesurteilen und deren Vollstreckung in den USA regt sich
keine Mensch auf (bis auf die hauptberuflichen
Menschenrechtler)

In anderen Ländern mit anderer Rechtsauffassung
(Singapur)dagegen, wird das Land gleichgestellt mit einem
Willkürstaat, ja sogar Regime!

Hallo Karl-Heinz,

Singapur ist eine Diktatur, ist ein Willkürstaat. Das wird nicht dadurch falsch, daß es noch weit schlimmere Staaten gibt. In Singapur ist die Prügelstrafe an der Tagesordnung, um Menschen zur Raison zu bringen. Es herrscht ein nach unseren Wertmaßstäben inakzeptables Verhältnis der Staatsmacht zu seinen - eben nicht Bürgern, sondern Untertanen. Für den Besitz ein paar harmloser Pflanzenreste werden Menschen umgebracht. Es ist einfach nur idiotisch, willkürlicher geht es kaum noch.

Thema USA: Es sind nicht die USA schlechthin, sondern einige Staaten der USA, die Todesurteile vollstrecken. Dabei unterscheide ich keineswegs in erster und zweiter Klasse. Auch das ist klipp und klar menschenrechtswidrig. In einem Staat, wo so mit Menschen verfahren wird, herrscht ein Unrechtsregime. In solchen Staaten findet man auch regelmäßig die Mißhandlung von Menschen völlig in Ordnung, werden Gefangene idiotischen Repressalien ausgesetzt, wird Geständnissen „durch gewaltsame Einflußnahme nachgeholfen“. Auch Israel ist so ein Land, wo letzteres stattfindet. Das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, um zu zeigen, daß sich der verfaulte Unrechtskern quer durch die Politik solcher Staaten zieht.

Ich denke, deutlich genug gezeigt zu haben, daß die Todesstrafe auch für grundsätzliche Befürworter inakzeptabel sein muß, es sei denn, man nimmt die Tötung Unschuldiger aufgrund von Irrtum, Korruption oder was auch immer billigend in Kauf. Den Wert des Lebens so niedrig einzuordnen, reicht mir, um die Regierung eines Landes als Regime zu qualifizieren. Dabei ist am Beispiel des Obertexaners sehr schön zu erkennen, daß sich solche Leute offenkundig in ihrem gesamten Tun nicht um Menschenrechte scheren.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgan!

Nimm’s mir nicht übel, aber ich möchte – da ich das grade als Fach an der Uni habe (International Law) doch ein paar Dinge kommentieren :o)

Zuerst: ich habe den Fall „Julia“ nicht detailliert verfolgt, werde dies aber ab jetzt wohl doch tun.

Es spielt zunächst keine Rolle, um welchen Vorwurf es sich
handelt, entscheidend ist einzig, daß ein Mensch von der
Todesstrafe bedroht ist. Nach unserer Werteordnung ist die
Todesstrafe menschenrechtswidrig, unsere Verfassung verbietet
solche Strafen. Nun ist eine deutsche Staatsbürgerin von
solcher Strafe bedroht, die unserer Rechtsordnung und unserem
Verständnis des Verhältnisses von Staat und Bürger zuwider
läuft. Allein daraus ergibt sich die Verpflichtung für
deutsche Staatsorgane, der Bürgerin dieses Landes zu helfen.

Hmmm… aaaalso. Singapur ist ein demokratisches Land („parliamentary republic“ laut CIA factbook), und hat ein Rechtssystem dass auf dem Englischen basiert. Und (ebenfalls lt. CIA factbook) hat Singapur relativ große Probleme als Umschlagplatz für Drogen (allerdings vor allem Heroin, nicht Haschisch um das es hier ja wohl geht).

Was Julia angeht — Singapur hat als Staat das Recht (wie übrigens jeder anerkannte Staat), sich in seine Gesetzgebung nicht reinreden zu lassen. Wenn die Todesstrafe international menschenrechtswidrig ist, dann könnten doch alle zum Tode verurteilten bei diversen internationalen Menschenrechts-Gerichten klagen, oder nicht? [man verzeihe meine jugendliche Naivität ;o)].

Außerdem: (außer in Dritt-Welt-Ländern) es ist so, dass Länder das selbe Recht auf Ausländer anwenden sollen, dass sie auch auf ihre eigenen Staatsbürger anwenden würden. Was würde denn passieren (ich kenne die Gesetze was Drogen in Singapur angeht nicht) wenn ein Singapurianer mit den gleichen Mengen Drogen angetroffen würde wie Julia jetzt? Wenn das Ergebnis anders wäre, DANN könnte Deutschland natürlich protestieren. Hat da jemand Infos zu? (Ich hab mir jetzt hier nicht alles durchgelesen *zugeb*… muss nämlich eigentlich lernen *gg*)

Nun – warum sollte sich Singapur also von Deutschland in seine Entscheidungen reinreden lassen? Und, vielleicht genauso wichtig: warum sollte sich Deutschland bei irgendwelchen Entscheidungen die für sich trifft von Singapur reinreden lassen? Wenn ich das alles richtig verstanden habe, ist es ja wohl so dass jeder Staat da gewisse Souveränität genießt.

Liege ich da total falsch? Mich interessiert das sehr, weil ich versuche, das alles einigermaßen zu verstehen :o)

Dem Rest den Du schreibst stimmt ich größtenteils zu…

offenkundig. Solche groben Mißverhältnisse sind typisch für
Diktaturen, in denen Rechte des Einzelnen unbedingt hinter
obrigkeitlichem Herrschaftsanspruch zurück stehen. In solchen
Strukturen ist man gut beraten, jeden gebrachten Beweis mit
Argwohn zu betrachten. Wenn schon das Leben nichts zählt, wie
kann da jemand auf die Idee kommen, solchen Staatsorganen
Wahrheit zu attestieren?

… allerdings würde ich nun doch gerne wissen ob wir Singapur als Diktatur betrachten sollten??

Ich wünsch Dir ein Schönes Wochenende!

Ciao,

Dennis =o)

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Hallo Wolfgang,

mit Deiner Meinung über die Todesstrafe stimme ich Dir zu, aber was aber das Thema Singapur und „Regime/Willkürstaat“ angeht, da hast Du mich nicht überzeugen können.

Ließ mal, was das Auswärtige Amt über Singapur schreibt:
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/l…

Gruß
Karl-Heinz

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Hallo Dennis,

zunächst empfehle ich folgenden Link: http://www-user.uni-bremen.de/~demos/singapur.htm
Du findest dort eine sorgfältige Analyse, die sich nicht mit grobschlächtiger Demokratie/Diktatur-Einteilung zufrieden gibt und auch nicht ohne weiteres durch einen Plenarsaal mit ein paar Dutzend Strohmännern zu betrügen ist.

Trotz britischer Prägung ist Singapur weit entfernt zumindest von westlichem Demokratieverständnis. Dort herrscht eine einzige Partei ohne jede nennswerte Opposition, sogar ohne auch nur irgend ein nennenswertes Mitspracherecht der Abgeordneten der herrschenden Partei. Das Parmament ist ein Feigenblatt, eine einflußlose Veranstaltung. Es ist ein autoritärer Staat, wo es Folter gibt, wo Recht hinter den Kulissen ausgekungelt wird.

In Singapur hilft nicht einmal die Betrachtung eines u. U. vom westlichen abweichenden asiatischen Demokratieverständnisses weiter. Der Stadtstaat Singapur ist eine Diktatur mit einem hohen Maß an Unfreiheit. Menschenrechtsverletzungen und nackte Willkür sind dort der Alltag.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

mit Deiner Meinung über die Todesstrafe stimme ich Dir zu,
aber was aber das Thema Singapur und „Regime/Willkürstaat“
angeht, da hast Du mich nicht überzeugen können.

Hallo Karl-Heinz,

dann empfehle ich folgenden Link: http://www-user.uni-bremen.de/~demos/singapur.htm

Gruß
Wolfgang

Ließ mal, was das Auswärtige Amt über Singapur schreibt:
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/l…

Hallo Karl-Heinz,

trotz des traurigen Themas muß ich jetzt aber grinsen. Hast Du Dir die Seite des auswärtigen Amtes wirklich angesehen? Ich meine nicht nur den ersten Absatz mit dem üblichen diplomatischen weichgespülten Eiertanz, sondern auch die weiterführenden Informationen, z. B. unter dem Button „Innenpolitik“. Da kannst Du dann lesen, daß die Kontrollfunktion des Parlaments in der Praxis eher klein ist, Du erfährst mehr über die dort übliche Methode, Wahlen zu manipulieren, daß in Singapur gefoltert wird, etc. Feine Demokratie! Es ist hinsichtlich der Menschenrechte ein ziemlicher Sauladen, wobei sich das dann in der Diplomatensprache so liest: „Der wirtschaftlichen Entwicklung werden alle anderen Politikfelder untergeordnet“.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

du zitierst ‚Freedom House‘, ein amerikanisches Institut zur Überwachung der Menschenrechte!

Und siehe da (wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing) werden die Staaten der Welt aus US Brille und mit deren Kriterien beurteilt.
Von den mehrheitlich muslimischen Staaten sind sogar 60 % nach deren Maßstab nicht frei!!

Hoffentlich ändern diese sich bald, damit sie nicht auch noch zur „Achse der Bösen“ gehören!

Wichtig für mich ist zu wissen, das es in einem Staat wie Singapur keine Tyrannei gibt, sondern Gesetzte nach denen gerichtet wird. Unabhängig davon, ob wir diese Gesetzte bei uns in der Härte genau so anwenden würden (Drogenkonsum).

Auch wenn diese Gesetze eben nicht unseren Vorstellungen entsprechen!
Ich weiß doch worauf ich mich einlasse, wenn ich in ein anderes Land reise bzw. dort lebe.

Gruß
Karl-Heinz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]