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Euro
Tagesspiegel.de ( Berlin)
Seit Anfang Juli hat sich der Kurs von 84 Cent auf 90 Cent verbessert / Flaue US-Konjunktur schwächt Dollar
Still und leise hat sich der Euro seit Anfang Juli von weniger als 84 US-Cent auf fast 90 US-Cent hochgepirscht.
Diesmal ist die Aufwertung nach Ansicht der Experten kein Strohfeuer.
„Die Trendwende ist endgültig da, es geht jetzt nach und nach aufwärts“, sagt Währungsexperte Ulrich Beckmann von der Deutschen Bank.
Auch andere Beobachter in Frankfurt sind sich sicher, dass der Euro bis zum Jahresende auf 93 bis 95 Cent klettern wird.
Hauptursache: Die anhaltende Konjunkturschwäche in den USA und klare Signale von US-Präsident George Bush und US-Finanzminister Paul O’Neill, die eine übermäßige Stärke des Dollar nicht mehr in den Vordergrund stellen.
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Die Entwicklung des Euro in den letzten Wochen ist erstaunlich.
Am 6. Juli notierte er noch auf seinem Tiefstand von 0,8384 Dollar. Seitdem geht es kontinuierlich aufwärts. Am Montag sprang die europäische Währung sogar kurz über die Marke von 0,90 Dollar, ein Niveau, das sie zuletzt Ende April erreicht hatte. Zwar ist der Euro noch weit von der Parität zum Dollar und noch weiter von seinem Ausgangskurs von fast 1,18 Dollar Anfang 1999 entfernt,
aber der Trend nach oben gilt als gefestigt.
Der Blick der Experten richtet sich dabei vor allem auf die USA. „Jetzt endlich wird die Schwäche der US-Konjunktur an den Devisenmärkten wahrgenommen“, sagt Stephan Rieke, Währungsexperte bei der BHF Bank.
Lange habe man von einer Delle in der US-Konjunktur oder von einer U-förmigen Erholung gesprochen. Jetzt zeige sich, dass die Wirtschaft jenseits des Atlantiks länger brauche, um wieder auf die Beine zu kommen. Nach Ansicht von Deutschbanker Beckmann erkennen die Märkte jetzt endlich, dass sie schon im Jahr 2000 verladen worden sind.
„Die USA war wirtschaftlich gar nicht so viel besser wie Euroland.“
Entscheidender aber sei, dass jetzt sowohl in den USA, in Europa, aber auch in Japan der politische Wille erkennbar sei, zu wieder „realistischen“ Währungsrelationen zwischen Dollar, Euro und Yen zurückzukehren. „Die Verhältnisse waren doch zum Teil grotesk verzerrt“, sagt Beckmann.
Aber auch die Lage in Europa spricht nach Ansicht der Beobachter für den Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe in den letzten Monaten immer wieder ihr Interesse an einem stärkeren Europa bekundet. Die Reformen in den einzelnen Ländern zeigten erste gute Ergebnisse, wie Beckmann glaubt, müssten aber weitergeführt werden. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt sieht er noch Defizite. „Umso wichtiger wäre die Umsetzung des Modells ‚5.000 für 5.000‘ bei VW. Das wäre ein Durchbruch in Deutschland und ein Signal weit über die Grenzen hinaus.“ Europa würde damit seine Flexibilität dokumentieren und damit auch dem Euro helfen.
Schließlich gilt auch der wieder gesunkene Ölpreis als Anschub für den Euro. Nach einer Faustformel der Finanzexperten bringt jeder Dollar, den das Rohöl billiger wird, dem Euro einen Kursgewinn von 1,6 Cent.
Auch Christoph Balz, Devisenhändler bei der Commerzbank, sieht den Euro eindeutig im Aufwind. „Der Trend nach oben hat sich durchgesetzt.“ Allerdings bleibt er vorsichtig, will nicht von Euphorie sprechen. Am Jahresende erwartet er den Euro bei knapp über 90 Cent.
Bei der Deutschen Bank, bei der BHF Bank und bei der Dresdner Bank ist die Zuversicht größer. Zwischen 0,93 und 0,95 Dollar sieht man dort die europäische Währung.
Deutschbanker Beckmann hat sogar wieder die Parität im Blick. In etwa 12 Monaten könne der Euro wieder exakt auf dem Niveau des Dollar landen.
Der faire Wert des Euro liege mit 1,05 bis 1,10 sogar noch deutlich darüber.
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Na also…es geht doch aufwaerts mit dem derart massiv gebeutelten EURO!
Noch Fragen?
Gruss
dizarus
