Also ums zusammenzufassen, der Gläubige sieht die Ereignisse
um ihn herum immer als von Gott so gewollt an und stellt diese
nicht in Zweifel da sie von Gott so gewollt sind. Sehe ich
das so richtig?
Also, lieber San, wie kommt es bloß, daß ich den Verdacht nicht
loswerde, daß bei Dir immer noch eine gewisse Portion Hochmut
bei Deinen Fragen, bzw. bei Deinen Kommentierungen mitschwingt?
Aber zur direkten Frage, weil durchaus eine wichtige Sache:
Der auf Gott im Himmel vertrauende Mensch, egal ob jetzt Jude,
Kirchenchrist, also Evangelischer, Katholik, oder nur einfach
Christ, also ohne Kirchen- oder Gruppen-Bindung, ich zum Blei-
stift!, nimmt jedes Geschehen bzw. Nicht-Geschehen! als von
Gott vorgegeben so an, wie es kommt. Er darf es aber angehen,
also verändern wollen bzw. auch tun! Gelingt es, weiß der Gläubige, daß es recht war. Gelingt es nicht, weiß er, daß der
Haken woanders liegen muß. Und sollte weitersuchen,ihn zu finden.
So komme ich zum Bleistift mit meinen Denk- und Tätigkeitsansät-
zen z.B. sehr gut voran. Und bin es zufrieden.
Denn vom gar-nix-tun, kommt fast immer auch gar nix.
Aber: eben nicht immer, denn manchmal ist überlegtes und besonne-
nes Nichtstun besser, als übereilte operative Hektik und Herum-
wuselei um des Aktionismus Willen.
Lach nicht San, das habe ich erst lernen müssen! War früher der
operative Hektiker. - Aber, alles zu Seiner Zeit. Dieser Satz
stimmt. Hat mich lange Zeit gekostet, das in seiner ganzen Tiefe
zu erfassen, auszufüllen, und erklären zu können. Vor 15 Jahren
hätte ich das sicher noch nicht gekonnt.
Aber, ich habe es ein kleinwenig leichter. Da ich Gottes Wege
inzwischen recht gut kenne, und auch Seine Methodik schon ein
wenig genauer als früher, spüre ich mittlerweile, was angebracht
ist, Aktivität oder innere Ruhe.
Alle, ich wiederhole für Dich, San, alle Ereignisse, die mir über
den Weg laufen, von dem unfreundlichen Nachbarn am Morgen bis hin
zum Brutalo-Western am Spätabend, den ich zappend einfange, haben
mir etwas zu sagen, bzw. kann ich von lernen.
Insofern sind sich fernöstliche Philosophie und christliches
Denken im Besonderen durchaus sehr sehr ähnlich.
Und das Wichtigste für mich ist: lerne ich an einer Lektion, die
mir wie zufällig über den Weg läuft, nicht ausreichend, bzw.
genug, so läuft mir eine ähnliche oder gleichartige Lektion so
lange über den Weg, in unterschiedlichen zeitlichen Abständen,
bis ich meine Lektion gefressen habe, also sie bewältigen kann.
Danach kommt eine ähnliche Lektion nie, nie wieder!
Es sei denn in abgeschwächter Kombination mit einer andren Lek-
tion, um die aktive Immunisierung dazu wieder aufzufrischen!
San, mach Dir mal einen Gedanken zu diesen letzten Aussagen von
mir, ob Du nicht ähnliches oder gleichartiges in Deinem bisheri-
gen Leben auch schon mal beobachtet hast, wenn Du es rückwärts
betrachtend, Revue passieren läßt???
Gerne würde ich einen Kommentar oder auch nur ein barsches NEIN
von Dir dazu erfahren. Bitte aber um Ehrlichkeit.
Du willst mit dem Herz sehen wie es der von dir so gern
zitierte Exupery predigte dann pass auf das nicht irgendwann
auch mit dem Herz zu denken anfängst.
Ist schon . Denn nur das Gehirndenken - ist zu eindi-
mensional, zu verstandes- bzw. vernunftbetont. Das Leben aber ist
nicht bloße Verstandes- respektive Vernunftauslebung, sondern es
umfaßt bei mir! alle Sinne und alle Emotionen, in ihrer gesamten
Bandbreite.
Grüsse an Diogenes aber nicht an Gott oder Norbert
Oooch, das macht nix. Gott braucht keine Grüße. Ich auch nicht.
Und Diogenes werde ich sie eines Tages ausrichten, wenn ich da-
ran denken werde (???) wenn ich den Mann mal besuche. Ich bin
aber sicher, daß der Gute inzwischen auch schon geistig-seelisch
ein wenig weiter gekommen ist, in seiner Jenseits-Sphäre. Denn
lernwillig und lernfähig, zwei voneinander unabhängige Kriterien,
das war Diogenes doch eigentlich immer. Und ein wenig verschmitzt
war er auch. Grund, ihn mal zu besuchen - wenn meine Zeit dafür
gekommen sein wird. Ich habe das auf Wiedervorlage,dann!,gesetzt.
San, trotzdem bist Du von mir herzlich gegrüßt, alte Nervensäge.
Immerhin zwingst Du mich zur Genauigkeit und Gründlichkeit, und
insofern bist Du durchaus nützlich für mich. Damit ich hier im
Brett, angesichts der Atmosphäre!, nicht vollends abschlaffe,
gelle?
Dein oller Norbert.