Evolution

im Erbgut gezielt herumzupfuschen nämlich

das muß man ja gar nicht. die „genmanipulation“ ist so alt wie die menschheit: sobald der mensch zum viehZÜCHTER wurde, wurden gene manipuliert - durch zuchtwahl!

analog dazu muß man gar nicht annehmen, gott würde in den erbanlagen herumpfuschen müssen, um eine „gottgelenkte evolution“ zu erhalten. er müßte einfach bei der partnerwahl ein wörtchen mitreden, was ja von nicht wenigen menschen ohnehin „geglaubt“ wird: „liebe auf den ersten blick“, „das war schicksal“ usw. bei tierchen ist es ganz sicher auch so :smile:)

gruß
dataf0x

im Erbgut gezielt herumzupfuschen nämlich

das muß man ja gar nicht. die „genmanipulation“ ist so alt wie
die menschheit: sobald der mensch zum viehZÜCHTER wurde,
wurden gene manipuliert - durch zuchtwahl!

Hallo datafox,

da magst Du sicher Recht haben, dass es gereicht hätte, wenn der liebe Gott sich als Viehzüchter betätigt hätte.

Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass die Zeit, die der liebe Gott hatte die Welt zu erschaffen, mit einer einzigen Woche, ja nun wirklich sehr knapp bemessen war, zu knapp aufjedenfall, als dass er sich auf langwierige Züchtungen hätte einlassen können.

Schließlich darfst Du nicht vergessen, dass die Tiere zu erschaffen, ja nur einer der vielen Punkte auf der Checkliste zur Erschaffung der Welt des lieben Gottes war. Damit die Juden beispielsweise ihre Feiertage auch exact bestimmen konnten, mußte er ja schließlich auch noch den Mond und die ganzen Sterne erschaffen … was wäre schließlich die Welt ohne die jüdischen Feiertage ?

Hinzukommt, dass es noch keinem Züchter gelungen ist aus einer Fliege beispielsweise ein Säugetier zu züchten …

Gruss Jacobias.

die errungenschaft einer freien gesellschaft ist es
nämlich, daß jeder alles sagen und meinen darf das er möchte,

Wer hat das dem Bischoff verboten? Barney hat nur polemisiert - allerdings etwas drastisch.

eine weitere errungenschaft der modernen westlichen demokratie
ist die freiheit der religion - eine erfindung u.a. der
extremistischen amerikaner! - , die garantiert, daß jeder
vertreter einer religionsgemeinschaft seinen glauben ausleben
und ausdrücken darf, auch in form öffentlicher
meinungsäußerung, und sei es noch so sehr im widerspruch zu
herrschenden meinungen.

Die „extremistischen amerikaner“ haben in einigen Bundesstaaten die Evolutionslehre an den Schulen verboten! Wo ist da die Freiheit? Erst nach zähem Kampf konnten die Eltern das Verbot kippen.
Weiterhin habe ich den Eindruck, dass du meinst, man soll z.B. die Scientology ruhig wirken lassen …

gruß, stucki

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Hallo Taju,

deine Beiträge sind es immer wert, gelesen zu werden. Wenn doch nur alle hier so sachlich argumentieren würden! Das vorab, ohne „Süßholz raspeln“ zu wollen :wink:

Die Wissenschaft kann die Evolutionstheorie nicht als ernstzunehmenden Untersuchungsgegenstand nehmen. Typisch ist hier der Beitrag eines gewissen Siegfried Scherer aus München, der die Max-Planck-Instituts-Seite benutzt hatte, um die Theorie des „intelligenten Designs“ zu publizieren. Er musste es wieder runter nehmen, da es „eine Privatmeinung“ ist (ich hoffe, ich habe das so richtig in Erinnerung). Im Übrigen gibt es ja auch recht viele verschiedene Schöpfungslehren und in ihnen differierende Annahmen über das Alter der Welt.
Interessant ist aber - Du weisst es sicher - dass die heutige Wissenschaft schon daran herumknabbert, warum die Naturkonstanten so eingestellt sind wie sie sind, denn nur dann ergibt sich die Welt so wie wir sie haben. Nur geringfühige Abweichungen würden das komplett verhindern!
Eine ganz andere Frage - etwas o.T. - ist, ob man einen daraus resultierenden Schöpfer so anbeten muss, wie das heute vielfach geschieht. Damit habe ich riesige Probleme.

Gruß, Stucki

Hallo Füchsin,

*grins* war ja nicht gegen barney als person :wink: und zerreißen
tue ich immer!

Sind wir ja schon gewöhnt :wink:
Du kannst aber sicher sein, daß mein Text schon die abgemilderte Variante war.
Man kann es gar nicht deutlich genug und nicht oft genug sagen, daß es genau die Amerikaner sind, die die Meinungsfreiheit beschränken und die Erkenntnisse der Wissenschaft unterdrücken. Grade denen in den Hintern zu kriechen ist keine sonderlich intelligente Leistung eines Bischofs.
Nichts gegen Meinungsfreiheit bzw. exakter: Freiheit der Meinungsäußerung, aber es kommt oft nicht nur auf den Inhalt einer Äußerung an, sondern auch darauf, WER denselben äußert.

ob er es in seiner Position auch sollte.

ja, ich finde er sollte.

Finde ich absolut nicht. Gerade Menschen in bedeutenden Positionen (und ich schreibe bewusst nicht „bedeutende Menschen“!) müssen verdammt gut aufpassen, was sie sagen.
Wenn ich Schrott daherrede, hat das die Qualität eines Wirtshausgesprächs. Ein Kardinal muss jederzeit damit rechnen, ernst genommen zu werden.
Und hier wird’s dann gefährlich. Nämlich für die Freiheit der Meinungsäußerung anderer. Hier beginnt das Diktat der Meinung einer Minderheit. dagegen ist anzukämpfen. Die Freiheit des einen muss bekanntlich dort enden, wo die des anderen beginnt.

ich mag menschen mit einer klaren position,
die sie auch dann vertreten, wenn sie unbeliebt ist.

Eine klare Position hatte zuletzt Kardinal König. Schönborn dreht sich mit dem Wind und sagt immer, was ihm grade opportun erscheint. Seine Karrieregeilheit ist allerdings schon längst allzu leicht zu durchschauen.

dazu muß man sie nicht teilen, und dazu muß man nichtmal
mitglied in dessen verein sein :wink:

Natürlich nicht, das wär’ ja noch schöner … :wink:

warum sollten schüler das nicht lernen? das ist doch ein
wichtiges kulturelles erbe, sozusagen einer der
„gründermythen“ unserer gesamtkultur.

Dagegen ist nichts zu sagen.

ich finde besonders wichtig, den unterschied zwischen einer
wissenschaftlichen theorie und religiösem glauben zu lehren.

Einverstanden. Dieser Zugang fehlt nämlich offensichtlich auch dem Herrn Kardinal.

Gruß
Barney

Hinzukommt, dass es noch keinem Züchter gelungen ist aus einer
Fliege beispielsweise ein Säugetier zu züchten …

hehe na da hast du recht :smile: witziger artikel btw. darf man witz besternen?

gruß
dataf0x

Gerade Menschen in bedeutenden
Positionen (und ich schreibe bewusst nicht „bedeutende
Menschen“!) müssen verdammt gut aufpassen, was sie sagen.
Wenn ich Schrott daherrede, hat das die Qualität eines
Wirtshausgesprächs. Ein Kardinal muss jederzeit damit rechnen,
ernst genommen zu werden.

du hast eine seltsame auffassung von redefreiheit, oder einen beunruhigenden pessimismus über die gedankliche selbstbestimmung im österreichischen volke.

ich traue den leuten schon zu, daß sie selbst entscheiden können, wen sie ernst nehmen wollen und wen nicht. wenn nicht, dann müßte man diesen menschen das wahlrecht entziehen.

daher darf auch der kardinal sagen was er will!

gruß
dataf0x

Hallo Herb,

wenn man schon die Vernunft absolut setzt, dann muss man aber
doch nicht Schwarz-Weiss Seherei betreiben. Jede
„Wissenschaft“ ist im Kontext ihrer Zeit zu sehen, nur so kann
man beurteilen, ob diese „Wissenschaft“ „vernünftig“ war.

Zur Präzisierung: In der von Barney angesprochenen Diskussion, die Aussage des Kardinals und der Kommentar in der österreichischen Tageszeitung „die Presse“, sehe ich eine problematisch Verabsolutierung von Vernunft in dem Sinne: Wer vernünftig ist, muß zum Schluß xy kommen. Denn damit setzt man nicht Vernunft absolut, sondern die jeweils eigene.
Wenn Vernunft heißt, innerhalb eines Systems, das man bereit sein muß, offen zu legen, logisch und nachvollziehbar zu argumentieren, dann sollte das eine Schwarz-Weiß-Malerei verhindern.
Dann ist aber, dies gegen den Kommentator der Presse, „Vernunft“ keine Domäne der Naturwissenschaft, sondern Fordreung an jegliche, d.h. auch Geistes-, Wissenschaft. In jeder Wissenschaft gehört aber das Wissen um die eigene Begrenztheit (und wenn auch nur, weil man eben die Entdeckung von morgen nicht kennt) dazu.

Grüße,
Taju

Hallo Stucki,

deine Beiträge sind es immer wert, gelesen zu werden.

vielen Dank:smile:

Die Wissenschaft kann die Evolutionstheorie nicht als
ernstzunehmenden Untersuchungsgegenstand nehmen.

Rückfrage: Hast Du Dich hier „vertippt“ und meinst „Designtheorie“? Sonst verstehe ich nicht, was Du meinst.

Im Übrigen gibt
es ja auch recht viele verschiedene Schöpfungslehren und in
ihnen differierende Annahmen über das Alter der Welt.
Interessant ist aber - Du weisst es sicher - dass die heutige
Wissenschaft schon daran herumknabbert, warum die
Naturkonstanten so eingestellt sind wie sie sind, denn nur
dann
ergibt sich die Welt so wie wir sie haben. Nur
geringfühige Abweichungen würden das komplett verhindern!

Gerade dieser Aspekt beinhaltet, was naturwissenschaftliche Forschung für mich spannend macht.
Als lutherische Theologin enthalte ich mich aber allein aus systematischen Gründen jeglicher Versuche, daraus ein Gottesbeweis abzuleiten.
Glaube ist an sich kein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Natürlich ist es wichtig ihn in historischer, kultureller, sozialer Hinsicht zu erforschen, Enstehungsbedingungen und -folgen abzuschätzen, innerhalb eines Glaubenssystems verantwortete Antworten auf Fragen der Gegenwart zu suchen. Die Dogmatik ist, insofern sie in ihren Methoden vergleichbar mit der Philosophie ist, zwar ein wissenschaftliches Fach, aber ihre Voraussetzung ist wahrhaft unwissenschaftlich: Nämlich der Glaube an Gott.
Es widerspricht zutiefst dem christlichen, speziell lutherischen Gottesbild, ihn beweisen zu wollen. Ist Gott ein transzendentes Wesen, so entzieht er sich unserer naturwissenschaftlicher und auch historischer Erkenntnis. An ihn glauben heißt ihm vertrauen (und nicht „nicht wissen“) entgegen der Erfahrung (was als Empirie eine wichtige wissenschaftliche Methode ist).
Es ist also m.E. völlig absurd und auch unvernünftig, den Glauben an Gott wissenschaftlich plausibel machen zu wollen.
Es ist aber nicht unvernünftig, zu glauben, was aber nicht heißt, daß jeder vernünftige Mensch glauben muß, sonst ist er es nicht.

Eine ganz andere Frage - etwas o.T. - ist, ob man einen daraus
resultierenden Schöpfer so anbeten muss, wie das heute
vielfach geschieht. Damit habe ich riesige Probleme.

Ich weiß nicht, ob naturwissenschaftliche Erkenntnis wirklich den Glauben an den Schöpfergott plausibel machen kann. Lutherisch-theologisch bedeutet dieser Glaube die Eigendefinition des Menschen als Geschöpf und damit das Vertrauen auf Geborgenheit. Dieses Vertrauen steht in ständiger Anfechtung (was fangen wir mit einem Tsunami an - erst recht, wenn wir naturwissenschaftliche Zusammenhänge als Gottesbeweise annehmen).
Der Versuch aber, Gott als Schöpfer beweisen zu wollen, wie Schönborn es als vernünftig ansieht, ist eigentlich Kleinglaube, denn anstatt sich auf Gottes Zusage im Wort zu verlassen, erhebt sich der Mensch über Gott, indem er ihn beweisen will?!
Für mich heißt das: Es ist theologisch höchst unvernünftig, die „Designtheorie“ als Gottesbeweis anführen zu wollen.

Grüße,
Taju

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Hi,

oder einen
beunruhigenden pessimismus über die gedankliche
selbstbestimmung im österreichischen volke.

Pessimismus mag ja sein, beunruhigend ist aber nicht derselbe, sondern die Tatsachen, die zu ihm führen. Die gedankliche „Selbstbestimmung“ erfolgt zu mindestens 50 % über die Kronenzeitung und - in Wien - auch deren Derivat, der kostenlosen U-Bahn-Zeitung. Ich habe nicht nachgesehen, wie diese „Blätter“ das ganze kommentieren. Aber wenn schon die Presse auf manche kirchenkritisch wirkt (auf Taju z.B., auf mich jedoch nicht), dann besteht eine Chance, dass die Krone diesmal etwas richtig macht.

ich traue den leuten schon zu, daß sie selbst entscheiden
können, wen sie ernst nehmen wollen und wen nicht. wenn nicht,
dann müßte man diesen menschen das wahlrecht entziehen.

Das Gros der Leute ist doch rein bildungsmäßig gar nicht in der Lage, eine solche Entscheidung auf der Basis ausreichender Information zu treffen. Die würden vermutlich Schönborn ernst nehmen, weil sie den sehr wohl, den Darwin aber nicht kennen.

Die Sache mit dem Wahlrecht - man könnte jede Menge Gründe finden, allen (un-)möglichen Leuten dasselbe zu entziehen. Demokratie hat jedoch nicht notwendigerweise etwas mit Bildung oder Intelligenz zu tun.

Gruß
Barney

Hi ho,

Dann ist aber, dies gegen den Kommentator der Presse,
„Vernunft“ keine Domäne der Naturwissenschaft, sondern
Fordreung an jegliche, d.h. auch Geistes-, Wissenschaft. In
jeder Wissenschaft gehört aber das Wissen um die eigene
Begrenztheit (und wenn auch nur, weil man eben die Entdeckung
von morgen nicht kennt) dazu.

exakt. Das Problem ist, dass genau dies nicht mit der Missionierung, wie sie in manchen Religionen stattfindet, vereinbar ist.

Die Frage ist: Wie ist praktizierte Religion mit Wissenschaft in Einklang zu bringen? Natürlich ist das von der Religion abhängig, aber was die christlichen Religionen anbelangt glaube ich nicht, dass das möglich ist.

Grüsse,

Herb

ich traue den leuten schon zu, daß sie selbst entscheiden
können, wen sie ernst nehmen wollen und wen nicht.

Im Ernst? Das nenn ich optimistisch … Aber ich gebe zu, dass ich da vielleicht ein bisschen beeinflusst bin, schließlich komm ich aus Kärnten, und nach jeder Wahl frage ich mich, wie ein Haider 42 % bekommen kann …

Wobei man noch
weiterargumentieren könnte, was die Eintragung von der
7-Tage-Welterschaffungstheorie in Lehrbüchern für Schüler mit
Religionsfreiheit zu tun hat …

warum sollten schüler das nicht lernen? das ist doch ein
wichtiges kulturelles erbe, sozusagen einer der
„gründermythen“ unserer gesamtkultur.

ich finde besonders wichtig, den unterschied zwischen einer
wissenschaftlichen theorie und religiösem glauben zu lehren.

Hast du absolut recht, nur wird es nicht als „Gründermythos“ gelehrt :wink:

Und ein weitere Ausflug in österreichische Politik:

ja, ich finde er sollte. ich mag menschen mit einer klaren
position, die sie auch dann vertreten, wenn sie unbeliebt ist.
dazu muß man sie nicht teilen, und dazu muß man nichtmal
mitglied in dessen verein sein :wink:

Der werte Herr Bundesrat Kampl hat schon seit längerer Zeit mit „Nazi-Sagern“ auf sich aufmerksam gemacht, und nachdem er ein Foto mit Leichen aus einem KZ mit dem Satz „Die haben es eh gut, die sonnen sich ja nur“ kommentiert hat, wurde er durch einen Gesetzesbeschluss von der Übernahme des Vorsitzes des Bundesrates abgehalten.
Ist sein Verhalten in Ordnung, oder müssen wir jetzt anfangen, über Meinungen zu urteilen?

Hallo Herb,

exakt. Das Problem ist, dass genau dies nicht mit der
Missionierung, wie sie in manchen Religionen stattfindet,
vereinbar ist.

Das ist leider war. Nur genau dieses Problem findest Du immer bei Verabsolutierungen des eigenen Denkens.

Die Frage ist: Wie ist praktizierte Religion mit Wissenschaft
in Einklang zu bringen? Natürlich ist das von der Religion
abhängig, aber was die christlichen Religionen anbelangt
glaube ich nicht, dass das möglich ist.

Mich interessiert ernsthaft, warum Du diese Vorstellung gerade für die christliche Religion ablehnst.
Ich hoffe, aus meiner Antwort an stucki weiter oben geht hervor, warum christlicher Glaube und NAturwissenschaft m.E. überhaupt nicht in Widerspruch zueinander stehen (müssen). Der Glaube macht über Fragen Aussagen, die sich (natur)wissenschaftlich gar nicht stellen. Aus dem Glauben heraus ist ein Christ sicherlich gefordert, die Folgen naturwissenschaftlicher Forschung zu bedenken - das ist sein gutes Recht als Mitglied der Gesellschaft.
Seit der Aufklärung wiederum hat sich die europäische, christliche Theologie der geisteswissenschaftlichen Methodik bedient und die Dynamik christlichen Glaubens kann man daran erkennen, daß es gerade die Fragen, die sich daraus bildeten, zur Ausbildung und Präzisierung von Methoden beigetragen haben (z.B. in Bereichen der Philologie, in der Quellenkritik allgemein, Archäologie, aber auch Soziologie). Hinzu kommt natürlich eine recht gute Überlieferung und die Bereitschaft, hier Geld auszugeben.
Die Bereitschaft und auch die Einsicht in die Notwendigkeit des wissenschaftlichen Diskurses kann man m.W. nur in der christlichen Theologie finden, von der letztendlich zumindest in Europa auch immer wieder neu der Glauben verantwortet findet (ok, letzteres nur bei den Protestanten).

Grüße,
Taju

ich habe die anzahl der postings gezählt, die es dauern wird, bis godwin’a law invoked wird. du hast gewonnen :smile:

Ist sein Verhalten in Ordnung, oder müssen wir jetzt anfangen,
über Meinungen zu urteilen?

diese sache habe ich am rande auch verfolgt. als ich grade in .at war, war es ja wieder aktuell. meine meinung: er gehört abgewählt, also demokratisch entfernt und darüberhinaus als arschloch sozial geächtet. sollte er ein vergehen begangen haben („verunglimpfung des andenkens vestorbener“), ist er zu bestrafen. mehr aber nicht. ich finde es beunruhigend, wenn ein volk gesetze braucht, die es vor gefährlichen meinungen schützen muß. für wie stark ist so ein volk zu halten? ist es demokratiefähig? aber das ist meine ganz persönliche meinung.

gruß
dataf0x

er gehört abgewählt, also demokratisch entfernt und darüberhinaus als
arschloch sozial geächtet. sollte er ein vergehen begangen
haben („verunglimpfung des andenkens vestorbener“), ist er zu
bestrafen. mehr aber nicht. ich finde es beunruhigend, wenn
ein volk gesetze braucht, die es vor gefährlichen meinungen
schützen muß. für wie stark ist so ein volk zu halten? ist es
demokratiefähig? aber das ist meine ganz persönliche meinung.

Und wenn das Volk da keinen direkten Einfluss hat? Es werden nicht alle Positionen direkt gewählt, und so lange sein Brötchengeber (FPÖ) nichts unternimmt, sind die Österreicher als Volk ziemlich machtlos, aber doch demokratiefähig.
Auch eine indirekte Demokratie ist eine Demokratie, und wenn nur ein paar Leute, die die selbe Meinung vertreten (oder nicht mal die Meinung vertreten, sondern nur Parteiinteressen im Kopf haben) als Volksvertreter agieren, ist eine Abwahl nicht möglich.

Nur aus persönlichem Interesse: Denkst du, dass so etwas in Deutschland nicht vorkommen könnte, sei es wegen eines besseren Systems oder eines „stärkeren Volkes“?
(nächste Stufe: wie schaut es in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, USA aus? Ist es nicht möglich, oder nur unwahrscheinlich, weil dort niemand seinen Politkarriere riskieren will? Es muss sich beim Thema ja nicht um den Holocaust handeln)

Freundliche Grüße
Christian

ich habe die anzahl der postings gezählt, die es dauern wird,
bis godwin’a law invoked wird. du hast gewonnen :smile:

Oh, godwin’s law hab ich bis jetzt nicht gekannt …
Aber nach kurzer Recherche kann ich doch sagen, dass dies kein Signal war, dass der Thread zu lang wird, sondern nur dazu diente, auf deine Argumentation einzugehen - ja, billig, ich weiß, aber leider fehlt mir das Repertoire an passenderen Vergleichen, und außerdem bezog es sich auf ein erst kürzlich vorgekommenes, sehr ähnliches Ereignis.
So, ich hoffe, ich habe mich wenigstens ein bisschen aus dem Mist gezogen :wink:

PS: Wenn ich darüber nachdenke, es gibt eigentlich kaum ein Thema, welches a) regelmäßig behandelt wird, und b) von dem Großteil der Menschheit eine so bestimmte Meinung haben.

PPS: Welche Vergleiche wären passender?

Und wenn das Volk da keinen direkten Einfluss hat?

jetzt erinnere ich mich. entschuldigung ich habe das verwechselt. er kann aus systemgründen nicht abgewählt werden, richtig?

Nur aus persönlichem Interesse: Denkst du, dass so etwas in
Deutschland nicht vorkommen könnte, sei es wegen eines
besseren Systems oder eines „stärkeren Volkes“?

keine ahnung, und ist als österreicherin für mich auch weniger von interesse :smile:

(nächste Stufe: wie schaut es in Frankreich, Großbritannien,
Spanien, Italien, USA aus?

die USA sind ein sonderfall. dort ist die redefreiheit ein sehr hohes gut. jüdische anwälte haben schon neonazis vertreten, damit die ihren scheiß propagieren dürfen. begründung: die demokratie ist das papier nicht wert, wenn nicht wirklich jeder sagen darf was er will, sei es noch so sehr müll, weil man fürchten muß, daß das ganze volk zu spinnen beginnt.

und da ist was dran.

gruß
dataf0x

PPS: Welche Vergleiche wären passender?

die funzen wenigstens, gell.

mit gruß
dataf0x

Und wenn das Volk da keinen direkten Einfluss hat?

jetzt erinnere ich mich. entschuldigung ich habe das
verwechselt. er kann aus systemgründen nicht abgewählt werden,
richtig?

Nur aus persönlichem Interesse: Denkst du, dass so etwas in
Deutschland nicht vorkommen könnte, sei es wegen eines
besseren Systems oder eines „stärkeren Volkes“?

keine ahnung, und ist als österreicherin für mich auch weniger
von interesse :smile:

Ok, ich hätte deine ViKa lesen sollen. Worauf ich hinaus wollte: Wie viele heutige Demokratien wären dann wirklich demokratiefähig? Der Punkt hier ist meiner Meinung nach nicht der, dass das Volk verrückt wird, oder diesen Meinungen ebenso anhängig, sondern ob wir so eine Person wirklich als hochrangigen Politiker wollen.

begrüdung: die demokratie ist das papier nicht wert, wenn
nicht wirklich jeder sagen darf was er will, sei es noch so
sehr müll, weil man fürchten muß, daß das ganze volk zu
spinnen beginnt.

und da ist was dran.

Da pflichte ich dir in jedem Fall bei, aber hier geht es - wie schon oben erwähnt - nicht darum, dass das Volk zu spinnen anfängt, sondern dass Herr Kampl im Bundesrat nichts verloren hat.

PPS: Welche Vergleiche wären passender?

die funzen wenigstens, gell.

Entschuldige, dass das falsch rübergekommen ist, es war nur der ernst gemeinte Versuch, andere Vergleiche zu finden. Ich empfinde AHA-Erlebnissen grundsätzlich als positiv.
(Und danke für den „BLOED“-Stempel :wink: )

Hi ho,

Mich interessiert ernsthaft, warum Du diese Vorstellung gerade
für die christliche Religion ablehnst.
Ich hoffe, aus meiner Antwort an stucki weiter oben geht
hervor, warum christlicher Glaube und NAturwissenschaft m.E.
überhaupt nicht in Widerspruch zueinander stehen (müssen). Der
Glaube macht über Fragen Aussagen, die sich
(natur)wissenschaftlich gar nicht stellen. Aus dem Glauben
heraus ist ein Christ sicherlich gefordert, die Folgen
naturwissenschaftlicher Forschung zu bedenken - das ist sein
gutes Recht als Mitglied der Gesellschaft.

da bin ich zum Teil entgegengesetzter Ansicht. Zum einen ist historisch gesehen eine massive Behinderung der Wissenschaft belegt, und wenn ich aktuell in die Biogenetik/-Informatik schaue, dann wird über meiner Meinung nach überzogene Ethikvorstellungen die Forschung massiv behindert.

Mir ist natürlich klar, dass sich seit dem Niedergang der christlichen Unterdrückung im naturwissenschaftlichen Bereich sehr schnell sehr viel getan hat. Aber dies ist erst geschehen nachdem vor allem die Katholische Kirche ihr Weltbild nicht mehr absolut setzen konnte.

Interessanter Weise waren die Wissenschaften im Islamischen Raum zu der Zeit als hier noch Finsternis herrschte, gerade am Blühen.

Die Bereitschaft und auch die Einsicht in die Notwendigkeit
des wissenschaftlichen Diskurses kann man m.W. nur in der
christlichen Theologie finden, von der letztendlich zumindest
in Europa auch immer wieder neu der Glauben verantwortet
findet (ok, letzteres nur bei den Protestanten).

Ich frage mich gerade, wo wir wohl wären, wenn wir statt in einem finsteren Mittelalter gleich in einem aufgeklärten Zustand gelandet wären… :wink:

Grüsse,

Herb