Hallo Stucki,
deine Beiträge sind es immer wert, gelesen zu werden.
vielen Dank:smile:
Die Wissenschaft kann die Evolutionstheorie nicht als
ernstzunehmenden Untersuchungsgegenstand nehmen.
Rückfrage: Hast Du Dich hier „vertippt“ und meinst „Designtheorie“? Sonst verstehe ich nicht, was Du meinst.
Im Übrigen gibt
es ja auch recht viele verschiedene Schöpfungslehren und in
ihnen differierende Annahmen über das Alter der Welt.
Interessant ist aber - Du weisst es sicher - dass die heutige
Wissenschaft schon daran herumknabbert, warum die
Naturkonstanten so eingestellt sind wie sie sind, denn nur
dann ergibt sich die Welt so wie wir sie haben. Nur
geringfühige Abweichungen würden das komplett verhindern!
Gerade dieser Aspekt beinhaltet, was naturwissenschaftliche Forschung für mich spannend macht.
Als lutherische Theologin enthalte ich mich aber allein aus systematischen Gründen jeglicher Versuche, daraus ein Gottesbeweis abzuleiten.
Glaube ist an sich kein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Natürlich ist es wichtig ihn in historischer, kultureller, sozialer Hinsicht zu erforschen, Enstehungsbedingungen und -folgen abzuschätzen, innerhalb eines Glaubenssystems verantwortete Antworten auf Fragen der Gegenwart zu suchen. Die Dogmatik ist, insofern sie in ihren Methoden vergleichbar mit der Philosophie ist, zwar ein wissenschaftliches Fach, aber ihre Voraussetzung ist wahrhaft unwissenschaftlich: Nämlich der Glaube an Gott.
Es widerspricht zutiefst dem christlichen, speziell lutherischen Gottesbild, ihn beweisen zu wollen. Ist Gott ein transzendentes Wesen, so entzieht er sich unserer naturwissenschaftlicher und auch historischer Erkenntnis. An ihn glauben heißt ihm vertrauen (und nicht „nicht wissen“) entgegen der Erfahrung (was als Empirie eine wichtige wissenschaftliche Methode ist).
Es ist also m.E. völlig absurd und auch unvernünftig, den Glauben an Gott wissenschaftlich plausibel machen zu wollen.
Es ist aber nicht unvernünftig, zu glauben, was aber nicht heißt, daß jeder vernünftige Mensch glauben muß, sonst ist er es nicht.
Eine ganz andere Frage - etwas o.T. - ist, ob man einen daraus
resultierenden Schöpfer so anbeten muss, wie das heute
vielfach geschieht. Damit habe ich riesige Probleme.
Ich weiß nicht, ob naturwissenschaftliche Erkenntnis wirklich den Glauben an den Schöpfergott plausibel machen kann. Lutherisch-theologisch bedeutet dieser Glaube die Eigendefinition des Menschen als Geschöpf und damit das Vertrauen auf Geborgenheit. Dieses Vertrauen steht in ständiger Anfechtung (was fangen wir mit einem Tsunami an - erst recht, wenn wir naturwissenschaftliche Zusammenhänge als Gottesbeweise annehmen).
Der Versuch aber, Gott als Schöpfer beweisen zu wollen, wie Schönborn es als vernünftig ansieht, ist eigentlich Kleinglaube, denn anstatt sich auf Gottes Zusage im Wort zu verlassen, erhebt sich der Mensch über Gott, indem er ihn beweisen will?!
Für mich heißt das: Es ist theologisch höchst unvernünftig, die „Designtheorie“ als Gottesbeweis anführen zu wollen.
Grüße,
Taju