Hallo Taju,
Die Wissenschaft kann die Evolutionstheorie nicht als
ernstzunehmenden Untersuchungsgegenstand nehmen.
Rückfrage: Hast Du Dich hier „vertippt“ und meinst
„Designtheorie“? Sonst verstehe ich nicht, was Du meinst.
Jetzt verstehe ich Dich nicht. Die „Designtheorie“ ist für mich eine der Ausprägungen der Schöpfungstheorien, wenngleich nicht eine so abstruse, wie die Theorien, die annehmen, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren geschaffen hat und die anhand technischer Beschreibungen und archäologischer Funde beweisen wollen, dass die Arche wirklich existiert hat (ich habe da Berichte gelesen!), und dass die Sintflut wirklich genauso stattgefunden hat wie in der Bibel beschrieben.
Es ist also m.E. völlig absurd und auch unvernünftig, den
Glauben an Gott wissenschaftlich plausibel machen zu wollen.
Genau aus diesem Grunde halte ich (als Laie
) überhaupt nichts von „Erkenntnissen“ und Schlüssen daraus, die in letzter Zeit von der Gehirnforschung über den „freien Willen“, „Religionsgene“, „Aktivitäten bestimmter Gehirnregionen bei religiösen Tätigkeiten“ usw. publiziert werden. Offensichtlich sind das einfach nur populistische Themen, die Forschungsgelder locker machen sollen.
Eine ganz andere Frage - etwas o.T. - ist, ob man einen daraus
resultierenden Schöpfer so anbeten muss, wie das heute
vielfach geschieht. Damit habe ich riesige Probleme.
Ich weiß nicht, ob naturwissenschaftliche Erkenntnis wirklich
den Glauben an den Schöpfergott plausibel machen kann.
Gut! Da muss ich mein Argument zurückziehen, ist wohl doch ein Fehlschluss, der im Widerspruch zu dem Argument „Gott kann man nicht beweisen“ steht (ich hoffe, ich habe das mit meinen philosophischen Laienkenntnissen richtig ausgedrückt).
Dieses Vertrauen steht in
ständiger Anfechtung (was fangen wir mit einem Tsunami an -
erst recht, wenn wir naturwissenschaftliche Zusammenhänge als
Gottesbeweise annehmen …
… oder eines „Nicht-Gottesbeweises“ - ok! Natürlich steht die Annahme oder gar ein Beweisversuch, „einen gütigen Gott kann es nicht geben“ angesichts des Tsunamis 2004, angesichts von Ausschwitz, des verheerenden Erdbebens von Lissabon 1755, um nur mal die herausragensten Ereignisse zu nennen, im Widerspruch zur Aussage „Gott kann man nicht beweisen“. Aber ganz klar wird „Gott“ damit auf eine pure Annahme, einen ganz persönlichen Glauben reduziert, der wiederum auf nichts als einem tradierten Glauben basiert, und der, wenn man die Religionen der Welt betrachtet, völlig beliebig ist (so ähnlich Steven Weinberg, Physiker).
Aber wir kommen so langsam vom Thema ab. Ähnliches haben wir ja schon oft diskutiert.
Viele Grüße, Stucki