Existiert das Wort Düsenflieger?

Guten Tag,

in einer Diskussion wurde die Behauptung aufgestellt, es gäbe im Deutschen Wörter, die lediglich von Kindern gesagt werden oder die man nur Kindern sagt. Neben „Hamham“, „Lulu“, „Pipi“ und „Gaga“ wurde das Wort „Düsenflieger“ erwähnt. Erste Schnelltests bei Wikipedia und Duden erzielten keine direkten Treffer.

Die Frage lautet somit: Exisitiert „Düsenflieger“ als offizielles deutsches Wort, welche Bedeutung hat es, und von wem wird es verwendet?

Hallo, Flieger ist der Pilot, nicht das Flugzeug, obwohl es fälschlicherweise auch anders verwendet wird. Düsenflieger wäre demnach ein Jet-pilot, wird aber so nicht verwendet. Düsenflieger für Düsenflugzeug ist ungebräuchlich, obwohl Flugpersonal Flugzeuge einfach Flieger nennt. Gruß, eck.

Hallo,

Flieger ist der Pilot, nicht das Flugzeug, obwohl es
fälschlicherweise auch anders verwendet wird.

der Duden und andere Wörterbücher führen „Flieger“ als umgangssprachliches Synonym für „Flugzeug“ an (http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&sh=1&qu=… , http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/s…) - von „falscher Verwendung“ würde ich daher nicht sprechen.

Siehe auch http://www.welt.de/wams_print/article2531341/Flieger…
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,590…

Gruß
Kreszenz

1 „Gefällt mir“

hallo!

in einer Diskussion wurde die Behauptung aufgestellt, es gäbe
im Deutschen Wörter, die lediglich von Kindern gesagt werden
oder die man nur Kindern sagt.

Faszinierend, auf was für absurde Ideen manche Leute kommen.

Neben „Hamham“, „Lulu“, „Pipi“
und „Gaga“

Ich bezweifle mal sehr stark, ob die wirklich nur von oder zu Kindern gesagt werden. Aber selbst wenn es so wäre, wären es dennoch real existierende deutsche Wörter.

wurde das Wort „Düsenflieger“ erwähnt.

Du meinst so wie bei Nena:

99 Düsenflieger
Jeder war ein großer Krieger
Hielten sich für Captain Kirk
Das gab ein großes Feuerwerk …

Es gibt aber auch noch andere Leute, die dieses Wort verwenden:

/t/wieso-duesenflieger-als-taktische-bomber/2001404
http://www.60xdeutschland.de/dusenflieger-gegen-bund…
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/18027966

Gut, ob es etwas „kindartiges“ in Nena gibt, darüber kann man diskutieren, aber die anderen Links richten sich wohl eher an Erwachsene.

Erste
Schnelltests bei Wikipedia und Duden erzielten keine direkten
Treffer.

Googeln genügt - dann sieht man sofort, daß das Wort keineswegs nur zu Kindern gesagt wird:

http://images.google.de/images?hl=de&safe=off&q=D%C3…

Hier wird auch die Bedeutung deutlich: Es ist eine Bezeichnung für die Maschine - die Art und Weise, wie es Nena erwendet (nämlich als Beueichnung für den Piloten), ist eher ungebräuchlich.

Die Frage lautet somit: Exisitiert „Düsenflieger“ als
offizielles deutsches Wort

Sorry, such a feature doesn’t exist. Es gibt keine offiziellen oder nicht-offiziellen Wörter, denn es gibt auch keine Instanz, die das festlegt. Der „Duden“, der häufig als Beweis herangezogen wird, ob ein Wort „existiert“, deckt allemal ein Fünftel oder ein Zehntel des deutschen Wortschatzes ab - und listet auch „Gaga“ und „Pipi“ auf …

und von
wem wird es verwendet?

Ich denke, das Wort ist eher umgangspraqchlich. Eine bestimmte Nutzergruppe kann ich jetzt nicht erkennen.

Gruß,
Max

Hallo!

in einer Diskussion wurde die Behauptung aufgestellt, es gäbe
im Deutschen Wörter, die lediglich von Kindern gesagt werden
oder die man nur Kindern sagt.

Faszinierend, auf was für absurde Ideen manche Leute kommen.

Damit meinte ich: Es ist absurd, so etwas als Kriterium heranzuziehen, ob ein Wort „existiert“, und auf der Tatsache, daß ein Wort zur Kindersprqache gehört, eine Argumentation aufzubauen, daß es dieses wort nicht gebe …

Gruß,
Max

hi,

in einer Diskussion wurde die Behauptung aufgestellt, es gäbe
im Deutschen Wörter, die lediglich von Kindern gesagt werden
oder die man nur Kindern sagt. Neben „Hamham“, „Lulu“, „Pipi“
und „Gaga“ wurde das Wort „Düsenflieger“ erwähnt. Erste
Schnelltests bei Wikipedia und Duden erzielten keine direkten
Treffer.

Die Frage lautet somit: Exisitiert „Düsenflieger“ als
offizielles deutsches Wort, welche Bedeutung hat es, und von
wem wird es verwendet?

ja, es existiert. hier - in deiner frage - stehts.

ob es teil der standardsprache ist, ist eine andere frage. ich denke schon, dass „düsenflieger“ eine relative häufige variante für „düsenflugzeug“ ist und dass in relativ vielen dialekten und soziolekten des deutschen „flieger“ für „flugzeug“ üblich ist. war auch schon in nenas „99 luftballons“.

die wikipedia hat „düsenflieger“ nicht als stichwort, verwendet es aber fallweise sowohl in der bedeutung von „flugzeug“ als auch als „pilot“. dass die wikipedia und der duden das stichwort nicht haben, bedeutet nicht viel; die wikipedia richtet sich da nach dem duden. (m.e. zu sehr.)

m.

Um einen Sachverhalt zu klären: Es ging nicht darum, dass „Düsenflieger“ ein Kinderwort sei und daher nicht existiere.
Auf der Suche nach einem Beleg dass es sich um kein Kinderwort handelt fand ich keinen mir genügenden Beweis, dass es überhaupt so existiert.

Mir hilft es leider nicht, wenn mir gesagt wird, dass manche Leute es verwenden, denn das ist imho kein Kriterium. Deppenapostrophe, Deppenleerzeichen, Standart,… es gibt eine endlose Liste an häufig gebrauchten Wörtern, die trotzdem falsch sind [und somit mMn nicht existieren]. Umgekehrt gibt es Wörter wie „sitt“ die kaum jemand benutzt, und die es trotzdem gibt. Wenn es, wie du sagst, keine „offizielle“ Instanz gäbe, so wären sämtliche Rechtschreibregeln und Wörterbücher für die Katz’, und ich müsste mich fragen, wie dann eigentlich meine schlechte Deutschnote entstehen kann.

Es tut mir Leid, falls diese Reaktion übertrieben erscheint, das ist nicht persönlich gemeint, sondern eine Klarstellung meiner Sicht der Dinge. Ich hake es ab mit dem Dudeneintrag „Flieger“ und der Aussage eines Ex-Piloten ab.

Servus,

in nenas „99 luftballons“

bezeichnet das Wort die Piloten, nicht die Flugzeuge. Flugzeuge pflegen sich nicht für Captain Kirk zu halten.

Schöne Grüße

MM

endlose Liste an häufig gebrauchten Wörtern, die trotzdem
falsch sind [und somit mMn nicht existieren]

Du scheinst deiner Aussage merkwürdige Definitionen von ›falsch‹ und ›Existenz‹ zugrunde zu legen. ›Falsch‹ ist ein Wort, isoliert betrachtet, in keinem Fall: Es ist schlicht eine wertneutrale, sprachliche Einheit, die zu existieren beginnt, sobald sie zum ersten Mal gebraucht wird. Alle Aussagen über ein Wort sind, im weitesten Sinne, Kontextualisierungen: Man kann schauen, ob es in seiner lautlichen oder schriftlichen Gestalt von vielen so gebraucht wird – das ist der soziale Kontext, der auch die Lexikalisierung von Wörtern in entsprechenden Nachschlagewerken einschließt. Man kann sich über die Herkunft des Wortes kundig machen – das könnte man als historischen Kontext bezeichnen. Einen diachronen, also historischen Aspekt haben auch die Bedeutung des Wortes und sein Gebrauch, die man erfassen kann – hier hast du das Wort im semantischen oder textuellen Zusammenhang. Dabei ist der Weg zu ästhetischen oder stilistischen Urteilen kurz: Gerne wird gesagt, dass ein Wort, das sich von seinem etymologischen Ursprung entfernt hat, nicht mit seiner ›echten‹ Bedeutung gebraucht werde; auch werden Abweichungen von der Mehrheitsschreib- bzw. -sprechweise als Fehler stigmatisiert, und ungewöhnliche Verwendungen eines Wortes lassen nur wenige kalt. Derartige Einschätzungen sind nichts von vornherein Verwerfliches, aber man sollte sich bewusst sein, wie subjektiv sie sind.

Wenn es, wie du sagst, keine „offizielle“ Instanz gäbe, so wären
sämtliche Rechtschreibregeln und Wörterbücher für die Katz’,

Ja und nein. Es gibt keine offizielle Instanz; es gibt lediglich private Einrichtungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Wörterbücher zu veröffentlichen mit dem Anspruch, die deutsche Gegenwartssprache ausschnittweise zu dokumentieren. Dass die soziale Akzeptanz der in diesen Büchern enthaltenen Empfehlungen recht hoch ist, hat zwei Gründe: Zum einen liegt es im Interesse einer Sprechergemeinschaft, den Sprachgebrauch zumindest ein wenig zu normieren; je ähnlicher die Leute sprechen und schreiben, desto reibungsloser ist die Kommunikation. Zum anderen – und das schließt an den ersten Aspekt an – verpflichtet der Staat, ebenso wie viele nicht-staatliche Organisationen, seine Mitarbeiter, den Empfehlungen zu folgen, die in diesen Wörterbüchern stehen. So kommt es auch dazu, dass solche Produkte eine Rolle in der Schule spielen: Will man überprüfen, ob die Schüler in der Lage sind, sich, sprachlich gesehen, in die Gesellschaft einzufügen, muss man einen bestimmten Maßstab anlegen – und das ist bei der Orthografie, zum Beispiel, der ›Duden‹. Der ist natürlich nicht das Nonplusultra, aber ein ganz brauchbarer Behelf, weil doch recht umfangreich und ganz gut gemacht. Man sollte seine muttersprachliche Kompetenz dennoch keinesfalls vor ihm in den Staub werfen.

Gruß
Christopher

5 „Gefällt mir“

Hallo!

Mir hilft es leider nicht, wenn mir gesagt wird, dass manche
Leute es verwenden, denn das ist imho kein Kriterium.
Deppenapostrophe, Deppenleerzeichen, Standart …

Du vermengst hier Grammatik, Orthographie und Wortschatz. Alles drei ist in Bewegung, und in allem dreien gibt es positive und negative Entwicklungen. Depppenleerzeichen sind nicht falsch, weil irgendwo steht, daß Deppenleerzeichen falsch sind, sondern weil dabei tiefere Zusammenhänge ignoriert wird. Die Wörterbücher und Grammatiken legen diese Zusammenhänge nicht fest, sie zeichnen sie nur auf und pflegen sie. Um etwas „richtig“ werden zu lassen, was bisher „falsch“, muß es sich in das Gebäude der Sprache einfügen. Deshalb gibt es Dinge, die trotz häufigen Gebrauchs nicht richtig werde - und andere, die mal falsch waren und irgendwann richtig wurden.

es gibt eine
endlose Liste an häufig gebrauchten Wörtern, die trotzdem
falsch sind

Auch ein Wort mirt Deppenleerzeichen, Deppenapostroph ist nicht falsch, sondern allenfalls falsch geschrieben.

Wenn es, wie du sagst, keine „offizielle“
Instanz gäbe, so wären sämtliche Rechtschreibregeln und
Wörterbücher für die Katz’

Du wirst auch keine offizielle Instanz finden, die festlegt, daß schlechter Körpergeruch Menschen aus deiner Umgebung vertreibt - trotzdem ist es sinnvoll, sich zu waschen. Und daran wird sich vorerst auch nichts ändern, auch wenn noch so viele Menschen stinkend herumlaufen. Die negativen Reaktionen von „keine Krawatte tragen“ sind heute im Alltag weitgehend marginal - deshalb ist es ok, keine Kravatte zu tragen. Aber auch da gibt es keine „Instanz“, die das festlegt. Wäre ein Buch, in dem steht: „Ungewachen am Arbeitsplatz zu erscheinen ist ein furchtbarer Fehler, aber ohne Kravatte ist in Ordnung“ deshalb für die Katz?

Wörterbücher und Rechtschreibregeln sind (von ein paar Ausreißern in der Rechtschreibreform) abgesehen) im wesentlichen von Wissenschaftlern gepflegte und geordnete Aufzeichnungen der unter den Sprechern geübten Konventionen. Aber eben auch nicht vollständig.

Ich hake es ab mit dem Dudeneintrag
„Flieger“

Was im Prinmzip nichts beweist und erklärt - aber wenigstens steht es da schön schwarz auf weiß …

und der Aussage eines Ex-Piloten ab.

Also, das verstehe ich nicht: Oben schreibst, daß etwas nicht deshalb richtig sein muß, weil es viele Leute benützen (womit Du auch recht hast) - aber hier begnügst Du dich mit der Aussage EINER Person …

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“

Hi,
es gibt/gab Strahljäger und Düsenjäger sowie Strahlflugzeuge und Düsenflugzeuge.
Ein Flieger ist i. e. S. eine Person, die (verantwortlich)fliegt.
Demnach ist ein Düsenflieger ein Pilot oder Copilot, der eine Düse (Düsenflugzeug) fliegt.
Das Wort „Flieger“ („ich muß noch den Flieger kriegen“) entstand aus salopper, leicht inkorrekter, wortverkürzender Umgangssprache.
In etwa vergleichbar: Präser statt Präservativ, Pommes oder Fritten statt Pommes frittes usw.
Vielleicht werden anstelle der „Flyer“ bei der anstehenden Bundestagswahl demnächst „Flieger“ verteilt?
Sei´s drum, Düsenflieger ist zwar älteres saloppes „Neusprech“, aber kein „Kindsprech“.
lg O

Moin, Leartin,

Deppenapostrophe, Deppenleerzeichen

falsche Wörter? Exakte Begriffe.

Wörter wie „sitt“ die kaum jemand benutzt

zu Recht.

und die es trotzdem gibt.

Und was glaubst Du, wo das herkommt? Keineswegs aus dem Duden, der kennt das gar nicht. Da hat jemand krampfhaft eine Möglichkeit gesucht, das Gegenteil von durstig auszudrücken, und ihm ist nichts Besseres eingefallen als aus hungrig - satt dieses unsägliche durstig - sitt zu basteln.

ich müsste mich fragen, wie
dann eigentlich meine schlechte Deutschnote entstehen kann.

Frag nicht Dich, sondern den Duden.

Gruß Ralf

Moin,

Das Wort „Flieger“ („ich muß noch den Flieger kriegen“)
entstand aus salopper, leicht inkorrekter, wortverkürzender
Umgangssprache.

es ist bestimmt schwierig zu sagen, wie das Wort entstand. Ich persönlich sehe dqs Wort nicht als umgangssprachlich an, sondern ordne es zwei „Soziolekten“ zu:

  1. Insider-Jargon von Vielfliegern, die durch die Benutzung des Wortes zu verstehen geben, dass sie Vielflieger sind, echt kuhle. Die machen auch keine Zwischenlandung, sondern einen Stop-over.
    In der Folge dann auch Leute, die sich den Anschein des Vielfliegers geben wollen.

  2. Sprachgebrauch von Menschen, die z.B. nicht an Ort und Stelle mit anderen ein Problem be sprechen, sondern alles vor Ort ab sprechen.
    Diese Leute setzen sich auch nicht gemeinsam mit einem Problem auseinander, sondern sie diskutieren es aus.
    Fûr diese Gruppe weiss[1] ich keine Bezeichnung; zum Abschied sagen diese Leute sehr oft „man sieht sich“ oder „wir hören voneinander“.

Man liest sich, vielleicht
Pit

[1] zur Zeit muss ich eine Tastatur ohne eszet benutzen

sondern alles vor Ort absprechen

wobei man wissen muss, das ist unter Tage die Stelle, wo geschossen wird. Wenn Politiker sich da mal hinbegeben, malen sie sich das Gesicht schwarz, daß man ungläubig sieht, sie waren wirklich unten. Gruß, eck.

von „falscher Verwendung“ würde ich daher nicht sprechen.

Hallo Kreszenz, Du hast natürlich recht. Doch geht es mir immer etwas gegen den Strich, wenn gleiche Wörter für verschiedene Begriffe verwendet werden,wenn für jeden Begriff ein eigenes Word existiert.

Zugegeben, Flugzeug ist umständlicher als Flischä. Gruß, eck.

Ein Flieger ist i. e. S. eine Person, die
(verantwortlich)fliegt.
Demnach ist ein Düsenflieger ein Pilot oder Copilot, der eine
Düse (Düsenflugzeug) fliegt.

Das Wort „Flieger“ bedeutet lediglich „etwas, oder jemand, das/der fliegt“, es ist in Bezug auf Belebtheit neutral. Woher nimmst du die Annahme, dass es sich ursprünglich nur auf den Piloten bezogen haben sollte?
Ich nehme mal kühn an, dass es Papierflieger schon gab, bevor Menschen Fluggeräte gesteuert haben. Das ließe sich durch eine Korpusanalyse herausfinden.

Das Wort „Flieger“ („ich muß noch den Flieger kriegen“)
entstand aus salopper, leicht inkorrekter, wortverkürzender
Umgangssprache.

Salopp und wortverkürzend möglicherweise. Inkorrekt wohl kaum (siehe oben).

Das erinnert mich an den Enterprise-Sketch der Bullyparade:
„Captain, Captain, der Ionisator vom Transporter ist ausgefallen!“
— „Egal, der war sowieso ein Arsch.“
:wink:

Grüße,

  • André

Hallo!

„Existiert des Wort Düsenflieger?“

Philosophisch betrachtet kann ich mir kaum ein besseres Paradoxon vorstellen: Wenn es das Wort Düsenflieger nicht gäbe, wie könntest Du es dann hinschreiben?

Nein, im Ernst: Dass die „Flugmaschinen“ im Allgemeinen Flugzeuge heißen und nicht Flieger, ist purer Zufall. Im Englischen heißen sie Plane, also eigentlich „Fläche“ (ich vermute, dass sich das von der Tragfläche ableitet). Die Wright-Brüder nannten ihre ersten Flugzeuge schlicht „Flyer“.

Ich stehe auf dem Standpunkt: Wenn jemand Verwendung für ein Wort hat, dann gibt es dieses Wort auch. Fachtermini sind was anderes, aber darum geht es hier ja nicht. Ich erinnere mich an eine Diskussion über die Frage, ob es einen Plural von „Eis“ gibt. Fast niemand wird davon einen Plural brauchen, aber ein Forscher, der sich mit verschiedenen Eisformationen und -strukturen beschäftigt vielleicht schon. Und natürlich darf er mit Fug und Recht sagen, dass er in seiner Gefriertruhe verschiedene Eise eingelagert hätte.

Genauso sehe ich es mit Fliegern auch. Wenn jemand für sich und seine Gesprächspartner Verwendung für den Begriff hat und verstanden wird, dann gibt es das Wort.

Übrigens: Diejenigen, die es eigentlich wissen sollten, d. h. der Gesetzgeber, das Luftfahrtbundesamt, usw. sprechen nicht mal von „Flugzeugen“, sondern von „Fluggeräten“ oder „Luftfahrzeugen“. Deswegen gibt es eigentlich auch keine Piloten, sondern „Fluggeräteführer“. Ich bin zum Beispiel ein „Luftsportgeräteführer“, und mein Luftsportgerät heißt im Gesetzestext „Gleitsegel“. Ein Wort, das niemand verwendet. Wir „Fleger“ sagen „Gleitschirm“ dazu, und die meisten Fußgänger (so nennen wir Menschen, die nicht selbst fliegen) nennen es „Paraglider“.

Michael

Hi Andre´

Ein Flieger ist i. e. S. eine Person, die
(verantwortlich)fliegt.
Demnach ist ein Düsenflieger ein Pilot oder Copilot, der eine
Düse (Düsenflugzeug) fliegt.

Das Wort „Flieger“ bedeutet lediglich „etwas, oder jemand,
das/der fliegt“, es ist in Bezug auf Belebtheit neutral. Woher
nimmst du die Annahme, dass es sich ursprünglich nur auf den
Piloten bezogen haben sollte?
Ich nehme mal kühn an, dass es Papierflieger schon gab, bevor
Menschen Fluggeräte gesteuert haben. Das ließe sich durch eine
Korpusanalyse herausfinden.

In meinem Propyläen Lexikon von 1934 steht für Flieger:
-spez. Rennpferd,
-spez. Radrennfahrer,
-Führer eine Flugzeuges
desweiteren
-Dienstgrad der Luftwaffe
Eine Fledermaus hieß früher (=

Hi Andre´

Ein Flieger ist i. e. S. eine Person, die
(verantwortlich)fliegt.
Demnach ist ein Düsenflieger ein Pilot oder Copilot, der eine
Düse (Düsenflugzeug) fliegt.

Das Wort „Flieger“ bedeutet lediglich „etwas, oder jemand,
das/der fliegt“, es ist in Bezug auf Belebtheit neutral. Woher
nimmst du die Annahme, dass es sich ursprünglich nur auf den
Piloten bezogen haben sollte?
Ich nehme mal kühn an, dass es Papierflieger schon gab, bevor
Menschen Fluggeräte gesteuert haben. Das ließe sich durch eine
Korpusanalyse herausfinden.

In meinem Propyläen Lexikon von 1934 steht für Flieger:
-spez. Rennpferd,
-spez. Radrennfahrer,
-Führer eine Flugzeuges
desweiteren
-Dienstgrad der Luftwaffe
Eine Fledermaus hieß früher (=

Hi Andre´
nur am Rande:
fahren, Fahrt, Gefährt, FAHRER, Fuhre
fliegen, Fliege, FLIEGER, Gefleuch, „Gefliege“??, Flügel, Geflügel

Na, da sind wir anschauungsmäßig ja garnicht soweit auseinander.
Auch ein nettes Smiley an Dich zurück:

:wink:)

lg O