Hallo!
Was treibt Euch an, Eure verquere Radfahr-Philosophie mit 80
Kg Gesamtgewicht gegen 1.900 Kg Gewicht mit Gewalt
durchzusetzen?
Wieso muss denn von durchsetzen die Rede sein?
Ich finde es inzwischen nur noch traurig, dass eben diese 1XXX
Kg Masse (nicht Gewicht) viele Autofahrer in den Glauben
versetzen ihnen würden dadurch, dass sie im rücksichlosesten
anzunehmenden Fall physisch überlegen sind, rechtmäßig
übergeordnete Berechtigungen im Straßenverkehr erhalten.
Das meinte ich so gar nicht. Ich möchte nicht mein vermeintliches Recht mit Gewalt durchsetzen.
Vielmehr wundere ich mich, weshalb einige Radler das tun.
Ich könnte mich viel eher mit dem (leider zu naiven) Gedanken
anfreunden, dass Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigte
Verkehrsteilnehmer darstellen.
Allein den Vergleich der Massen und damit der effektiven Macht
die eigenen Interessen durchzusetzen werte ich deshalb als
Erpressung.
Nein, s.o.
Kein halbwegs intelligenter Radfahrer versucht auf Gedeih und
Verderben „durchzusetzen“.
Was soll dann das Gegurke auf der Straße im Winter?
Es ist meiner Meinung nach vielmehr die arrogante Art und
Weise vieler (nicht aller) Autofahrer ihrem eigenen Fortkommen
mehr Wert beizumessen und diesen „durchzusetzen“ indem sie
sich im Verkehr in einer Art und Weise präsentieren, dass man
als Radfahrer lieber in den Graben springt vor Schreck.
Das macht man nicht.
Nochmal im Klartext: Meiner Meinung nach nutzen viele
Autofahrer (wenn auch unbewusst) die lebensnotwendige „Angst“
der Radfahrer aus.
Soviel Grundkenntnis in elementarer Hundepsychologie traue ich den meisten Autofahrern nicht zu.
Nur um das nocheinmal klarzustellen: Ich habe nichts gegen
Autofahrer und nichts Radfahrer, schließlich bin ich
abwechselnd selbst ja beides. Nur Leider habe ich den
Eindruck, dass bei Vielen die Fahreigenschaften eines
Fahrrades nicht klar sind:
doch, doch. Die meisten, so auch ich, wissen, dass ein Fahrrad bei Schnee sehr gefährlich und ein Hindernis ist.
Es sind ja auch nr ein paar einzelne Extremisten, die ihre Gesinnung bnei solch einem Wetter den anderen mit Gewalt aufoktroyieren müssen.
- Der Schulterblick rettet Radfahrerleben, davon bin ich
vollkommen überzeugt. Traurigerweise sieht man immer seltener,
dass Autofahrer wirklich im Hinterkopf haben, dass sie beim
Abbiegen auf Radfahrer achten müssen. Ich bin momentan dabei
die Konditionierungsmethode zu testen, d.h. ich klingle
einfach pauschal um auf mich aufmerksam zu machen.
Und auch dies ist schon wieder ein Punkt, der eigentlich
selbstverständlich sein sollte.
Das ist zwar nicht das Thema, ich verstehe aber den Punkt.
Ich mache den Schulterblick übrigens. Sonst wirst Du in München jeden Tag zum mehrfachen Mörder.
- Des Weiteren richten viele Städte Verkehrsinseln in 30 Zonen
ein, die die Geschwindigkeit im Mittel drosseln sollen. Die
Erfahrung zeigt aber, dass ich als Radfahrer mit 34 in der
Zone noch koste es was es wolle von 3 Autofahrern noch vor der
Insel überholt werde.
Klar. Ich fahre immer 20 Km/h zu schnell. Die Limits machen für heutige Autos Sinn für winterliche Verhältnisse mit geschlossener Schneedecke, schließlich stammen sie zumeist aus den 50ern…
Viele schauen wohl einfach nicht auf den Tacho, wenn sie einen
Radfahrer sehen, sondern betrachten diesen als generelle
Tempobremse und treten aufs Gas.
Ich nicht.
Ach übrigends: das sind die gleichen, die vor mir an der
nächsten Ampel stehen
und an der übernächsten warten sie
auch auf mich.
…und müssen immer wieder an Dir vorbei, weil Du immer wieder ganz vor fährst und dann nciht aus dem tee kommst. Deshalb fahre ich immer ganz rechts an die Ampel ran…
Um aber auch beim Thema Winter zu bleiben:
Was bei einem Auto 1XXX Kg TRÄGE Masse sind, sind bei einem
Fahrrad halt ca. 80 kg träge Masse. Das ist IMHO genau der
Grund, warum (unter bestimmten Vorraussetzungen) das Fahrrad
ein hinreichend sicheres Verkehrsmittel im Winter ist, denn
die geringe Masse bewirkt, dass der Fahrbahnkontakt spürbar
ist und eine viel intensivere Rückkopplung der Beschaffenheit
des Weges stattfindet.
…und man somit fahrtechnisch sicher mit 7,8 Km/h den ganzen Laden aufhält.
Zudem sind zwei Räder bei Glätte niemals sicherer als 4. Ich fahre viel Fahrrad und seit 19 Jahren Motorrad, also bitte erspare mir solcherlei wilde Behauptungen.
Je nach Rahmengeometrie (denn diese bestimmt mit, ob aufgrund
entsprechender Normalkraft genug Reibung vorhanden ist, dass
das Antriebsrad schlupffrei rollt), Reifen und
Schnee/Matsch/Eis-Kombination kann man doch erstaunlich lange
und gut fahren im Winter. Eis wird schon am ehesten kritisch.
s.o.
Auf dem Radweg kannst Du ja machen was Du willst. Auf der Straße hat ein Rad bei Schnee nichts verloren.
Ein Kommentar noch zum Thema „verquere Radfahr-Philosophie“:
- Eine Philosophie ist nicht dann schon verquer, wenn sie mit
der eigenen unvereinbar scheint.
Doch, für meine Welt schon…
- Es mag tatsächlich etwas verquer sein, aber die Vorstellung
eine recht lange Strecke in völliger Abhängigkeit meiner
eigenen Fähigkeiten zurücklegen reizt mich schon, aber das
halte ich in der Tat für Geschmackssache.
V.a. wenn es massiv auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer geht.
Um nicht eine Ansicht ohne aber zu schreiben muss aber gesagt
werden:
Es gibt ein Wetter, bei dem es absolut unverantwortlich ist
mit dem Rad zu fahren. Es ist das Wetter, bei dem die
Autofahrer, die auf dem Weg zur Garage schon 3x gestürzt sind
sich zu 100% auf die Traktion ihrer Autos immer noch
vollkommen verlassen.
Von mir aus nenne es so. Hauptsache Du bleibst mit Deinem Rad bei winterlichen Straßenverhältnisse weg von der Straße…
Es gibt weder schwarz noch weiß, drum kann man nur Verstand
walten lassen…
Genau dafür habe ich plädiert.
Grüße,
Mathias