Hallo,
Unfälle mit Fahrradfahrern sind ja nicht selten. Jedoch stellt
sich die Frage, inwieweit ein Helm Schlimmeres verhüten kann.
ein Beispiel das mich früher immer überzeugt hat war der Melonen-Test. Melone 1 wird aus definierter Höhe fallen gelassen -> Kaputt, Inhalt weit verstreut. Melone 2 wird aus der gleichen Höhe, aber mit Helm fallen gelassen -> Melone bleibt ganz.
Kann man da den Fahrradfahrern Vorwürfe machen, das diese
keinen Helm tragen? Oder ist es nur Bequemlichkeit?
Wie die Leute hier schon gesagt haben, es gibt gute Helme, aber die sind teuer. Wenn jemand sich beim Discounter das billigste Rad käuft hat das sicher einen Grund. Dass dann kein Geld mehr für irgendeinen Helm bleibt kann ich nachvollziehen. Mir selber sind 70 Euro für den genialsten Helm überhaupt auch zu viel wenn ich ehrlich bin, zumal die Tatsache hinzukommt, dass ich vergleichsweise sicher im Sattel sitze. Anzahl meiner Stürze seit ich die Stützräder weggelegt hab: Zwei. Einmal war mein Schuh offen und hat sich ums Pedal gewickelt. Resultat: ich konnte nicht mehr treten, wurde langsamer und bin im Stand umgekippt. Helm hatte ich auf, aber der hat den Boden nicht berührt. Größere Sorgen haben mir auch die Glasscherben gemacht, die überall lagen, wegen der zwei fetten Glastonnen die direkt daneben standen…Verletzungen: keine (Scherben alle verfehlt, Glück gehabt).
Event zwei war unlängst erst als ich mangels guter Beleuchtung (in die ich die 70 Euro eher investieren würde) einen Zaun (von dessen Existenz ich wusste und nach dem ich sogar noch gesucht habe um nich dagegen zu fahren) gestreift hab und dann bei geringer Geschwindigkeit
gewackelt und umgekippt bin. Hätte ich den Zaun gesehen, wäre es dazu nicht gekommen. Verletzungen: Schramme am Knie, Fuß leicht verstaucht. Zeit zur vollständigen Genesung: Zwei Wochen für die SChürfwunde, eine für den Fuß. Meinen Helm hatte ich hier nicht an, weil er kurz davor kaputt gegangen war (Polster im Eimer, Plastik an der STirn ist nicht sehr bequem). Ich hab mich auch entschieden, die nächste Zeit ohne zu fahren, weil der Helm mich immer eingeschränkt hat, beispielsweise beim Umsehen.
Wie steht ihr zur Helmpflicht?
Muss nicht sein finde ich. Wenn jemand die zusätzliche Sicherheit für den Fall der Fälle haben will steht ihm ja nichts im Weg.
Oder ist es eher das Verhalten der Fahrradfahrer?
Durchaus, von Zeit zu Zeit sehe ich da Leute…tztz
Oder die Ignoranz der Autofahrer gegenüber den Radlern?
Das sehe ich auch oft. Bestes Beispiel ist ein Radweg hier in der Nähe an einer Ausfahrt. Auf jeder Straßenseite ist einer, aber der auf der anderen Seite ist schrottig, also fahren fast alle Radfahrer auf dieser einen Seite, die Autofahrer an der AUsfahrt gucken aber beharrlich nur nach links und nieten dann die Leute um ein Haar immer um. Trotz eines fetten „Achtung, Radfahrer“-Warndreiecks das man auf die Erde gemalt hat. Oder hier auf der Straße: 30 km/h sind erlaubt, aber vorwiegend die Fahrer von BMW, Mercedes, anderen Sportwagen oder getunten Wagen MÜSSEN mich einfach aus Prinzip überholen, obwohl sogar ich schon schneller fahre als erlaubt ist und von den „vorsichtigeren“ Autofahrern vor mir selber ausgebremst werde.
Nicht alle Radfahrer sind ja rücksichtslos unterwegs (ja, diese gibt :es!).
Allerdings, mich zum Beispiel. Leider werde ich immer falsch verstanden (nämlich als rücksichtsloser, schnellfahrender und Fußgängerumnietender Drängler), nur weil ich überdurchschnittlich schnell fahre auf den Strecken, die ich fahre. Den Leuten geht es einfach nicht in den Kopf, dass ich da, wo es geht, zwar recht zügig fahre, aber genauso in der Lage bin, hinter einem langsameren Radfahrer abzubremsen oder mich in der Fußgängerzone, die für Radler erlaubt ist, als Gast zu sehen und ebenfalls langsam zu machen.
Oder ist es eher besser, so eine Art Fahrradführerschein zur Pflicht :zu machen (Verkehrsregeln)?
Wenn du mich fragst sind Verkehrsregeln gar nicht mal so das Problem. Manchen würde ich das Fahrrad am liebsten wegnehmen, so wie die fahren. Neulich hab ich eine gesehen, die wurde an der Ampel, noch stehend, von so nem möchtegern-Profi überholt. Als sie selbst losgefahren ist (das passierte praktisch gleichzeitig), hat sie dann so hin und hergewackelt, dass der Typ ausweichen musste und sie ihn trotzdem beinahe umgerissen hätte (mitten auf der Straße wohlbemerkt). Der Typ ist dann abgebogen und ich hatte die gute vor mir und konnte mir ihr Fahrverhalten genauer ansehen… Gangschaltung hatte sie, aber offenbar nicht gelernt, wie man sie richtig benutzt. Jedes Mal, wenn sie an einer Ampel losgefahren ist, hat sie gewackelt als ob sie gleich umfällt. Und in bereits erwähnter Fußgängerzone, die quer mit Einbahnstraßen durchzogen ist, hat sie wegen einem stehenden (!) Auto eine Vollbremsung hingelegt sodass ich ihr beinahe reingebrummt wäre. Bei sowas wäre mir ein Fahrradführerschein wirklich recht…
mfg
MB