Falscher Freunde?!(vorsicht,lang)

hallo,liebe w-w-w’ler!

ich hoffe,ihr könnt mir /uns helfen!wir wissen einfach nicht mehr weiter .
unsere tochter(13)kapselt sich von uns ab.jeder versuch,mit ihr zu reden,scheitert an ihrem desinteresse nach einem gespräch mit uns.

auf fragen hört man nur:‚weiss ich nicht‘.

Beispiel:in den letzten 2 wochen der ferien war sie bei ihrer schwester in kiel.sie wollte eine freundin in kiel anrufen,durfte sie auch,kein thema,allerdings nur auf festnetz.
sie rief aber auf handy an.auf die frage ,warum sie auf’s handy angerufen hat,erfolgte die antwort:habe ich doch gar nicht.
frage an sie:warum lügst du mich denn an? kam die antwort:weiss ich nicht.
gestern abend war sie um 20uhr zu hause.mit alkohol-fahne und einem 'knutschfleck’am hals(der 3.in 2 monaten)
frage an sie:hast du alkohol getrunken?antwort:nein
frage:warum lügst du uns an?antwort:weiss ich nicht

wir wissen einfach nicht mehr weiter.was sollen/können wir denn noch machen/tun???

auf viele gute vor-ratschläge hoffender vater

wolfgang

Lieber Wolfgang,

au weia, ja diese Phase habe ich mit meiner Ältesten auch schon hinter mich bringen müssen. Ich kann mich gut in Dich reinfühlen !

Auch Mirjam war sehr „verstockt“, hat Alkohol getrunken… und was weiß ich, was ich alles nicht wußte und weiß… Das schlimmste war ihr Nachlassen in der Schule. Sie hat es soweit gebracht, dass sie von der Realschule runter, geradeso die Hauptschule abgeschlossen hat… TROTZDEM: Inzwischen hat sie ihr erstes Lehrjahr hinter sich gebracht - sehr gutes Zeugnis von der Berufsschule. Auch ihr Verhalten ist wieder genauso sonnig, wie wir es vorher von ihr gewöhnt waren !!! Jedes Kind geht seinen Weg !

Nun mein Tip: Egal, was für einen Schmarrn Dein Töchterlein treibt - sie muß immer wissen, dass ihr sie liebt und im Notfall da seid - also: Arme offen halten ! Natürlich müssen Grenzen gesteckt werden, aber in dem Alter scheinen sie geradewegs übertreten werden zu müssen (was für ein Satz…). Deshalb nicht persönlich nehmen und Vertrauen darauf haben, dass auch Deine Tochter IHREN Weg gehen wird.

Ausserdem hat es mir sehr geholfen fachmännischen Rat in der Erziehungsberatung zu bekommen. Auch ein Elternstammtisch, wo sich regelmäßig Eltern mit einem Sozpäd oder so treffen, fand ich ganz toll, um die konkreten Situationen zu besprechen. Gibt es in vielen Städten.

So, hoffentlich konnte ich Dir/Euch ein bisschen weiter helfen ?!

Liebe Grüße, Angelika

Hallo Wolfgang,

unsere tochter(13)kapselt sich von uns ab.jeder versuch,mit
ihr zu reden,scheitert an ihrem desinteresse nach einem
gespräch mit uns.
auf fragen hört man nur:‚weiss ich nicht‘.

Das habe ich auch schon in meiner Umgebung beobachtet. Ein 15-jähriger, der zuhause nur mißmutig war und im Gespräch immer nur „werd ich dadurch dümmer?“ und nichts sonst sagen wollte, aber bei Gleichaltrigen stets beliebt zu sein schien.

Immer häufigere und längere Parties, immer schlechtere Noten, Rauswurf aus der Schule usw. Aufwärts ging es erst wieder nachdem Autoritäten in sein Leben getreten sind, die er nicht mehr mit Verachtung behandeln konnte: Polizei und Justiz.

Für Eltern, die von ihren halbwüchsigen Kindern als minderwertig angesehen werden, weiß ich sehr wohl ein wirksames Rezept, das sogar in der Bibel empfohlen wird. Die Sozialpädagogisten haben es jedoch gesetzlich verbieten lassen, selber aber wissen sie sichtlich auch kein anderes Mittel.

Vielleicht habt Ihr Euch darum bemüht, das Kind schon früh in guten Kreisen, wie in Vereinen, in der eigenen Verwandschaft und insbesondere der Kirche zu verankern, das wäre mögliche Vorbeugung gewesen – und das hat leider auch nichts genützt.

Es ist ein Jammer, man ist tatsächlich dazu verurteilt, das machtlos auszuhalten, bis es von alleine aufhört oder von anderer Position aus beendet wird.

Herzliches Beileid
Wolfgang Berger

Also so leicht, würde ich´s nicht nehmen. Spontan hatte ich beim Lesen der Frage das Gefühl „Da ist Rauschgift im Spiel“. Wenigstens in dieser Hinsicht solltet ihr euch mal Klarheit verschaffen. Wenns dann doch nur reine Pubertätsprobleme sind: Um so besser. Und die legen sich dann tatsächlich wieder.

Und zu Eurer Beruhigung: Ich habe seit ca. 14 Jahren durchgehend eines meiner Kinder in der Pubertät und lebe immer noch (noch!!)

Gruß Gisela

Rauschgift

Also so leicht, würde ich´s nicht nehmen. Spontan hatte ich
beim Lesen der Frage das Gefühl „Da ist Rauschgift im Spiel“.
Wenigstens in dieser Hinsicht solltet ihr euch mal Klarheit
verschaffen. Wenns dann doch nur reine Pubertätsprobleme sind:

Den Verdacht empfand ich auch. Wies halt so geht, verschafft einem dann ein Anruf vom Jugendamt (tagsüber) oder Polizei (nachts) Klarheit, wenn man Pech hat.

Verdammt schwierige Chose, das. Hab ich selber schon erlebt; und eigene, gleichaltrige Kinder sind zwar bisher in Ordnung, aber eben auch erst am Beginn der gefährlichen Jahre, da brauche ich selbst mir gar nichts darauf einzubilden.

Eine Bekannte von mir hatte sehr massive Probleme mit ihrer Tochter. Eine völlig chaotische Biographie, als Schulkind hatte sie teilweise die alkoholsüchtige Mutter im Alltag versorgt usf. - kein Wunder, daß schließlich ein für die Mutter nicht mehr handhabbarer Teenager dabei herauskam, obwohl auch die Mutter sich inzwischen berappelt hatte, einen guten Job hatte und sich gut um den kleinen Bruder kümmerte.
Da gab sie das Mädel ins Internat, bevor noch eine Katastrophe passieren konnte.
So kann man es auch machen. Meine Freundin sagte sich einfach, daß ist mir hier zu schwierig geworden, da laß ich mal in der Praxis bewährte Fachleute ran – und das hat sich in dem Fall sehr wohl bewährt.

Gruß
Wolfgang Berger
Es gibt nun mal schwererziehbare Kinder. Viele Eltern können aber nur normalerziehbare Kinder erziehen, weil sie keine Spezialisten für schwererziehbare sind. Das ist ja keine Schande.

Hallo Wolfgang,

Für Eltern, die von ihren halbwüchsigen Kindern als
minderwertig angesehen werden, weiß ich sehr wohl ein
wirksames Rezept, das sogar in der Bibel empfohlen wird.#

Du meinst wahrscheinlich, die Kinder zu schlagen. Welch ein Armutszeugnis! Unter dem resignierten Ton deines ARtikels lauert eine gehörige Portion Aggressivität, die nach meinem Eindruck Hilfe und Lösungsansätze verhindert.

Die
Sozialpädagogisten haben es jedoch gesetzlich verbieten
lassen, selber aber wissen sie sichtlich auch kein anderes
Mittel.

Als ob alle Kinder, deren Erziehung halbwegs glückte, in der Pubertät bei Konflikten und Erziehungsschwierigkeiten geschlagen worden wären.

Vielleicht habt Ihr Euch darum bemüht, das Kind schon früh in
guten Kreisen, wie in Vereinen, in der eigenen Verwandschaft
und insbesondere der Kirche zu verankern, das wäre mögliche
Vorbeugung gewesen – und das hat leider auch nichts genützt.

Weder „gute Kreise“ noch Kirchen haben Zaubermittelchen parat, die Fehlentwicklungen verhindern. Das hat keiner - aber das bedeutet nicht, dass man nicht versuchen kann, etliches zu tun, um auch ohne aggressive Angriffe den Teenager zu anderen, gewünschteren Strategien zu ermutigen.

Wenn schon verankern, dann bitteschön das Kind in seiner eigenen, sozial kommunizierenden Persönlichkeit und im Netz seiner primären Bezugspersonen verankern. Dort findet die Vorbeugung statt, nicht in Vereinen.

Es ist ein Jammer, man ist tatsächlich dazu verurteilt, das
machtlos auszuhalten, bis es von alleine aufhört oder von
anderer Position aus beendet wird.

Herzliches Beileid
Wolfgang Berger

Ich kann wirklich kaum glauben, was ich lese. Entweder, du meinst das alles ironisch, oder du kannst einem sehr, sehr leid tun. Vielleicht beides.

Verwirrter Gruß,
Juliane

Hallo Juliane,

Du meinst wahrscheinlich, die Kinder zu schlagen. Welch ein
Armutszeugnis! Unter dem resignierten Ton deines ARtikels
lauert eine gehörige Portion Aggressivität, die nach meinem
Eindruck Hilfe und Lösungsansätze verhindert.

Wieso Aggressivität; wer gegen wen warum? Wie würde hingegen Hilfe aussehen? Dann sag halt Du mal einen Lösungsansatz!
Das Armutszeugnis gebührt wohl doch eher den Sozialpädagogen.

Als ob alle Kinder, deren Erziehung halbwegs glückte, in der
Pubertät bei Konflikten und Erziehungsschwierigkeiten
geschlagen worden wären.

Wer sagte denn sowas?

Weder „gute Kreise“ noch Kirchen haben Zaubermittelchen parat,
die Fehlentwicklungen verhindern. Das hat keiner - aber das
bedeutet nicht, dass man nicht versuchen kann, etliches zu
tun, um auch ohne aggressive Angriffe den Teenager zu anderen,
gewünschteren Strategien zu ermutigen.

Verstanden, das Einfügen in gute Gesellschaft von klein auf zu fördern, bringt nichts. Das Kind weiß ja schließlich selbst, was für es gut ist. Später, wenn man einen womöglich delinquent gewordenen Teenager hat, dann kann man es ja mit dem „Ermutigen“ versuchen. Was meinst Du mit „aggressiven Angriffen“?

Wenn schon verankern, dann bitteschön das Kind in seiner
eigenen, sozial kommunizierenden Persönlichkeit und im Netz
seiner primären Bezugspersonen verankern. Dort findet die
Vorbeugung statt, nicht in Vereinen.

Diese Wörter verstehe ich nicht. Ich ging davon aus, daß das Kind bisher auf normale Weise erzogen wurde, man sich vielleicht sogar um die gesellschaftliche Einordnung des Kindes besonders bemüht hatte und nun ein völlig aus dem Ruder laufendes Mädel hat, ohne irgendetwas falsch gemacht zu haben.

Es ist ein Jammer, man ist tatsächlich dazu verurteilt, das
machtlos auszuhalten, bis es von alleine aufhört oder von
anderer Position aus beendet wird.

Ich kann wirklich kaum glauben, was ich lese. Entweder, du
meinst das alles ironisch, oder du kannst einem sehr, sehr
leid tun. Vielleicht beides.

Ironisch bin ich nur, wo ich Dir ostentativ zustimme. Dein Mitleid kann ich insofern annehmen, als der mir sehr nahestehende Mann nach den von mir angedeuteten pubertären Problemen zwar noch das Abitur nachgeholt hat, aber letztlich doch im Sumpf versunken ist.

Verwirrter Gruß,
Juliane

Hoffentlich ein bißchen entwirrender Gruß

Wolfgang Berger

Hallo Juliane,

Als ob alle Kinder, deren Erziehung halbwegs glückte, in der
Pubertät bei Konflikten und Erziehungsschwierigkeiten
geschlagen worden wären.

Die Ablehnung von körperlichen Strafen hat weniger was mit Erfolg oder Mißerfolg zu tun, sondern mit dem sozialen Wertewandel.

Vergiß nicht, dass bis vor 30 Jahren, der Klaps auf den Hintern oder die Ohrfeige etwas völlig normales waren.

Wenn du dir die Kinder und Jugentlichen ansiehst, die heute schon nahezu ohne Körperstrafen heranwachsen ansiehst, wirst du zugeben müssen, dass dies keine Generation von sanften Pazifisten ist, die alle ihre Mitmenschen lieben.

Interessanterweise wird Gewalt an Kindern nicht völlig abgelehnt. Wenn Kinder (insbesondere die eigenen) Gewalt gegen andere Kinder ausüben, heisst es nur „das sollen die unter sich ausmachen“.

Weder „gute Kreise“ noch Kirchen haben Zaubermittelchen parat,
die Fehlentwicklungen verhindern.

Fehlentwicklungen kann man nicht generell verhindern. Es ist aber hilfreich, wenn das Kind mit möglichst vielen positiven Beispielen und Ansprechpartnern aufwächst. Denn irgentwoher bezieht das Kind seine Werte. Und wenn das nicht solche Kreise sind, dann ist es eben MTV und „Digimons“

Das hat keiner - aber das
bedeutet nicht, dass man nicht versuchen kann, etliches zu
tun, um auch ohne aggressive Angriffe den Teenager zu anderen,
gewünschteren Strategien zu ermutigen.

Den Teenager zu gewünschten Strategien ermuntern. Klasse.
Mit der Realität hat das nicht viel zu tun.

Wie ermuntert ein Arbeitgeber einen Angestellten dazu seine Arbeit zu machen.
Wie ermuntert die Polizei den freien Bürger dazu nicht 120 km/h in der Innenstadt zu fahren.
Wie ermuntert ein Vermieter seinen Mieter dazu, die Miete rechtzeitig zu zahlen.

Es wäre besser, wenn Kinder und Jugendliche schon vorher Grenzen und Konsequenzen kennenlernen.

Wenn schon verankern, dann bitteschön das Kind in seiner
eigenen, sozial kommunizierenden Persönlichkeit und im Netz
seiner primären Bezugspersonen verankern. Dort findet die
Vorbeugung statt, nicht in Vereinen.

Ins deutsche übersetzt, das Kind soll Geborgenheit in der Familie finden. Find ich gut.

Gruß
Carlos

2 „Gefällt mir“

Danke für die Übersetzung

Wenn schon verankern, dann bitteschön das Kind in seiner
eigenen, sozial kommunizierenden Persönlichkeit und im Netz
seiner primären Bezugspersonen verankern. Dort findet die
Vorbeugung statt, nicht in Vereinen.

Ins deutsche übersetzt, das Kind soll Geborgenheit in der
Familie finden. Find ich gut.

Jo

Lieber Wolfgang,

Das Kind weiß ja schließlich selbst,
was für es gut ist. Später, wenn man einen womöglich
delinquent gewordenen Teenager hat, dann kann man es ja mit
dem „Ermutigen“ versuchen. Was meinst Du mit „aggressiven
Angriffen“?

Zum Beispiel diese deine Ironie meine ich mit aggressiven Angriffen. Dein erster ARtikel triefte nur so von dem, was in der Kommunikationslehre als passiv-aggressiv bezeichnet wird: Einerseits oberflächlich so tun, als sei eben alles so und als hätte man sich damit abgefunden, unterschwellig aber durch kleine, giftige Bemerkungen - Unterstellungen, kleine Wortverdrehungen etc. - den anderen zu verletzen trachten. Ironie, besonders wenn sie so unvermittelt eingefügt wird, eignet sich hervorragend dafür. Mit diesem passiv-aggresiven Gesprächsstil läßt sich wirklich viel kaputtmachen. Es würde unser Zwiegespräch erst auf eine Basis stellen, wenn du dich entschließen könntest, auf diese Form der Auseinandersetzung zu verzichten.

Wenn schon verankern, dann bitteschön das Kind in seiner
eigenen, sozial kommunizierenden Persönlichkeit und im Netz
seiner primären Bezugspersonen verankern. Dort findet die
Vorbeugung statt, nicht in Vereinen.

Diese Wörter verstehe ich nicht. Ich ging davon aus, daß das
Kind bisher auf normale Weise erzogen wurde, man sich
vielleicht sogar um die gesellschaftliche Einordnung des
Kindes besonders bemüht hatte und nun ein völlig aus dem Ruder
laufendes Mädel hat, ohne irgendetwas falsch gemacht zu haben.

Ich wiederum weiß nicht, wie eine normale ERziehung aussieht. Primäre Bezugspersonen sind die Eltern und/oder diejenigen Menschen (Opa, Pflegemutter, evtl. Paten etc.), mit denen das Kind täglich zu tun hat und die für es verantwortlich sind. Also kein Vereinstrainer und kein Pfarrer und kein Lehrer und kein Bekannter aus guten Kreisen. Was das oder „gute Gesellschaft“ sein soll, ist mir auch noch nicht klar - vielleicht liegt es daran, dass die Ausdrücke ambivalent verwendet werden: meint man nun die fast ausschließlich materiell definierte Zugehörigkeit zur (gehobenen) Mittelschicht, oder ist „gut“ eher moralisch gemeint - und wenn, welche moralischen Maßstäbe werden angelegt?

Mit eigener Persönlichkeit meine ich eine festgefügte Entwicklung von in ein positives Selbstkonzept eingefügten Werten. Zum Beispiel: Ich lüge meine Eltern nicht an, weil ich das gar nicht nötig habe. Schon gar nicht, wenn sie eh dahinterkommen. So blöd bin ich nicht. Ich kann meine Konflikte vernünftiger regeln. Und mit „sozial kommunikativ“ meine ich, dass das Kind möglichst von Anfang an gern, häufig und angemessen mit den „primären Bezugspersonen“ und anderen Freunden kommuniziert und so quasi automatisch die Regeln von vernünftiger Kommunikation erworben hat.

Natürlich kann es vorkommen, dass man wirklich alles richtig gemacht hat und „das Mädel läuft völlig aus dem Ruder“.
Mit und ohne Schläge, mit und ohne das, was du vielleicht „Sozialpädagogische Hirngespinste“ nennen würdest. Und dann ist deine Resignation - allerdings ohne unterschwellige Aggression - vielleicht auch tatsächlich die angemessene Haltung; es bleibt einem dann wirklich nichts anderes übrig, als so eine Art philosophische Gelassenheit zu erwerben. Das gilt sogar dann, und vielleicht noch mehr, wenn man tatsächlich etwas falsch gemacht hat. Schließlich sind Eltern auch Menschen und können Fehler machen und es ist heute wahrlich dermaßen schwer, den Erziehungsanforderungen zu genügen, dass keine verdammt werden sollte, weil sie ihnen in der einen oder anderen Hinsicht nicht gerecht geworden ist. Es ist so, dass Erziehung von zahlreichen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten geprägt ist. Und selbst dann, wenn frau sich zwar verantwortungsvoll, aber eben nicht perfekt verhält, kann es zu folgenschweren Fehlentwicklungen kommen. Hat es Sinn, sich deswegen innerlich mit Gewissensbissen zu zerfleischen? Zumal vielleicht - sicher - andere Kinder, die evtl. den selben oder noch schlimmeren Erziehungsdefiziten ausgeliefert waren, ganz anders und nicht so verhängnisvoll reagiert haben? Also, insofern ist meiner Verwirrung in der Tat abgeholfen worden, ein hoffnungsloser Fall darf nicht noch durch endlose Vorwürfe an wen auch immer verschlimmert werden: wenn das der Sinn der Resignation ist, einverstanden.

Nur: Wir sprachen über eine Dreizehnjährige. Das kann meiner Meinung nach noch kein hoffungsloser Fall sein. Auch wenn es bei einem Fünfzehnjährigen schon düsterer aussieht: auch da würde ich noch nicht alle Hoffnung fahren lassen. Und mir schien auch, dass in dem ursprünglichen Artikel schon Spuren zu finden waren, die auf bessere Möglichkeiten, mit dem Kind umzugehen, hinwiesen - wobei ich allerdings sagen muss, dass ich mich da in keiner Weise als Expertin ansehen würde. Ich könnte noch nicht einmal sagen, ob dies ein Fall für Experten ist oder nicht.

Schon etwas klarer sehend,
Gruß
Juliane

Werte Juliane,

Zum Beispiel diese deine Ironie meine ich mit aggressiven
Angriffen.

Du hast von aggressiven Angriffen gegen den Teenager gesprochen.
Jetzt meinst Du aber meine Argumentationsweise überhaupt.

Dein erster ARtikel triefte nur so von dem, was in

der Kommunikationslehre als passiv-aggressiv bezeichnet wird:
Einerseits oberflächlich so tun, als sei eben alles so und als
hätte man sich damit abgefunden, unterschwellig aber durch
kleine, giftige Bemerkungen - Unterstellungen, kleine
Wortverdrehungen etc. - den anderen zu verletzen trachten.

Nona, das kann genausogut ich Dir an den Kopf werfen. Hatten wir nicht ein Sachthema?

Ironie, besonders wenn sie so unvermittelt eingefügt wird,
eignet sich hervorragend dafür. Mit diesem passiv-aggresiven
Gesprächsstil läßt sich wirklich viel kaputtmachen. Es würde

Erstens machst Du das genauso. Zweitens spricht aus Dir die Linie der Partei, deren Macht mich hier zu rhetorischen Sicherheitsvorkehrungen zwingt.

Ich wiederum weiß nicht, wie eine normale ERziehung aussieht.

Ich schon.

Primäre Bezugspersonen sind die Eltern und/oder diejenigen
Menschen (Opa, Pflegemutter, evtl. Paten etc.), mit denen das
Kind täglich zu tun hat und die für es verantwortlich sind.

Super, Du also doch auch!

Also kein Vereinstrainer und kein Pfarrer und kein Lehrer und
kein Bekannter aus guten Kreisen. Was das oder „gute
Gesellschaft“ sein soll, ist mir auch noch nicht klar -
vielleicht liegt es daran, dass die Ausdrücke ambivalent
verwendet werden: meint man nun die fast ausschließlich
materiell definierte Zugehörigkeit zur (gehobenen)
Mittelschicht, oder ist „gut“ eher moralisch gemeint - und
wenn, welche moralischen Maßstäbe werden angelegt?

Für Jugendliche sind Freunde, Tschuldigung: die „peer group“ wichtig, da sind wir wohl beieinander. Und daß es da bessere und schlechtere gibt, ist eine Tatsache, ist eine Wertung, die von Deiner Ideologie abgestritten wird. Ich sage aber trotzdem, daß z.B. die Pfarreijugend da BESSER ist als z.B. die am Hauptbahnhof herumlungernden, zerstochenen Gesichter. Widerlege das bitte.

Mit eigener Persönlichkeit meine ich eine festgefügte
Entwicklung von in ein positives Selbstkonzept eingefügten
Konflikte vernünftiger regeln. Und mit „sozial kommunikativ“
und angemessen mit den „primären Bezugspersonen“ und anderen
Freunden kommuniziert und so quasi automatisch die Regeln von
vernünftiger Kommunikation erworben hat.

Aus diesem grauslichen Sozialchinesisch kann ich nur einen Gemeinplatz herauslesen: Wenn man sein Kind vernünftig erzieht, und sonst nichts ist, dann geht das schon. Ja, aber trotzdem kann das in der Pubertät den Bach runter gehen.

Natürlich kann es vorkommen, dass man wirklich alles richtig
gemacht hat und „das Mädel läuft völlig aus dem Ruder“.

Mit und ohne Schläge, mit und ohne das, was du vielleicht

Bagatellisier das mal nicht so. Ihr Sozialpädagogen seit schuld daran, daß Eltern solche Problemkinder bis ganz unten fallenlassen müssen.

tatsächlich etwas falsch gemacht hat. Schließlich sind Eltern
auch Menschen und können Fehler machen und es ist heute

Da hast Du, glaube ich, etwas wichtiges verstanden: Kein Kind kann für sich das Recht beanspruchen, seine Eltern müßten Götter sein.

schien auch, dass in dem ursprünglichen Artikel schon Spuren
zu finden waren, die auf bessere Möglichkeiten, mit dem Kind
umzugehen, hinwiesen - wobei ich allerdings sagen muss, dass
ich mich da in keiner Weise als Expertin ansehen würde. Ich
könnte noch nicht einmal sagen, ob dies ein Fall für Experten

Die hat Flausen im Kopf, hätte man früher gesagt, und die muß man ihr halt austreiben. Ihr Sozialpädagogen seid dem mit einem „das darf man nicht!“ vehement und historisch wirksam entgegengetreten. Auf die Frage, was man denn anstelle dessen tun solle, habt Ihr keine Antwort.
Tolerant sein, akzeptieren, jaja. Auf dem Weg nach unten warten sie dann schon, die Sozialpädagogen in der Rauschgiftberatung und der Forensik.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

natürlich probieren Jugendliche in diesem Alter gerne alles aus - so auch alle möglichen Mittel, die zum Rauschzustand führen. Das löste bei mir damals eine riesige Panik aus. Klar, ich hatte Angst um meine Tochter, stellte auch meine bis dahin 13 Jahre geleistete Erziehungsarbeit in Frage…

Das Gespräch mit „Fachkräften“ brachte mich dann wieder „back to reality“. Die Kinder probieren aus - die Kinder, die dann tatsächlich süchtig werden sind eine absolute Minderheit ! Natürlich muss man/frau sehr wachsam sein. Ich wollte ja nur diese Beruhigung aussprechen, die mir damals auch zuteil wurde - und ohne die ich nicht die benötigte Ruhe erhalten hätte.

Liebe Grüße, Angelika

Hallo Angelika,

daß es schon für 13jährige normal sei, alle möglichen Rauschgifte auszuprobieren, halte ich für eine allzu leichtsinnige Ansicht.
Für mich ist das das Alter, in dem ich z.B. zu Silvester das erste Glas Sekt genehmige, oder auf dem Oktoberfest aus einer Maß kräftig mittrinken lasse.
Aber es stimmt sicherlich, daß die meisten Jugendlichen irgendwann irgendwelches Rauschgift ausprobieren, aber nicht dabeibleiben. Nur dürfte bei dem wiederum der Normalfall sein, daß die Eltern nichts davon bemerken.
Wenn sich jedoch das Betragen dauerhaft gravierend verschlechtert, besteht auf jeden Fall Grund zur Sorge (es könnte ja sogar an einer körperlichen Erkrankung liegen). Und wenn Rauschgiftkonsum Ursache ist, dann erst recht, und dann geht er längst über das Herumprobieren hinaus.

Gruß
Wolfgang

Hallo @all!
erst einmal mein dank an euch alle für eure vor-und ratschläge und auch tipps.
das problem hat sich jetzt erstmal einigermassen zum positiven aufgelöst :smile:).wir hatten noch einige diskussionen,aber sie versteht jetzt unseren standpunkt besser(umgang mit ihren sogenannten freunden).um auf alles einzugehen,würde es zu lange dauern.
aber es ist wieder alles in ordnung,und das ist die hauptsache.oder nicht?
also, nocheinmal danke

wolfgang

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Carlos,

Wie ermuntert ein Arbeitgeber einen Angestellten dazu seine
Arbeit zu machen.

Also mich ermuntert der Arbeitgeber durch regelmäßige und durchaus auch großzügig-angemessene Gehaltszahlung hierzu, was ich als sehr positiv bewerte.

Muss man Dich an den Arbeitsplatz prügeln?

Gruß, Karin

Interessanterweise wird Gewalt an Kindern nicht völlig
abgelehnt. Wenn Kinder (insbesondere die eigenen) Gewalt gegen
andere Kinder ausüben, heisst es nur „das sollen die unter
sich ausmachen“.

Ja, damit sie kapieren, dass es nichts bringt, einen anderen zu verkloppen – weil die Schläge nämlich retour kommen, da sich der „Gegner“ auch nichts bieten lässt! Da haben schon viele Kinder gelernt, wirkt besonders bei Jüngeren!!!

Und: „Prügelstrafe“: Es gibt da immer noch den Unterschied zwischen einem kleinen Klaps auf den Po und „verhauen“.
Ein Klaps oder festhalten, wenn das Kind versucht, Eltern/Erzieher anzugreifen oder derartiges, mag nicht schaden. Aber langwirkende Schmerzen zufügen – NEIN!!!

1 „Gefällt mir“

Hallo Karin,

Also mich ermuntert der Arbeitgeber durch regelmäßige und
durchaus auch großzügig-angemessene Gehaltszahlung hierzu, was
ich als sehr positiv bewerte.

Es gibt durchaus den einen oder anderen Mitmenschen, der sich des Zusammenhangs zwischen dem monatlichen Gehalt und der erwarten Arbeitsleistung nicht erkennen. Insbesondere im öffentlichen Dienst und nach langjähriger Tätigkeit in großen Firmen.

Muss man Dich an den Arbeitsplatz prügeln?

Prügeln nicht. Aber eine ernste Ermahnung ist im allgemeinen durchaus üblich. Und bei erwachsenen Menschen auch wirksamer als bei Kindern. Oder sieht du das anders.

Gruß
Carlos

Hallo Nina,

Ja, damit sie kapieren, dass es nichts bringt, einen anderen
zu verkloppen – weil die Schläge nämlich retour kommen, da
sich der „Gegner“ auch nichts bieten lässt! Da haben schon
viele Kinder gelernt, wirkt besonders bei Jüngeren!!!

Das mag ja stimmen. Aber damit bringt man den Kleinsten vom Anfang an bei, dass Gewalt ein legitimes Mittel der Auseinandersetzung ist. Ab welchen Alter bringt man den Kindern dann wieder bei, dass es nicht so ist.

Aber langwirkende Schmerzen zufügen – NEIN!!!

Hierin sind wir einer Meinung.

Gruß
Carlos

Hallo Wolfgang,
der Artikel ist garnicht wirklich lang.

Meiner ist zwar erst fünf jahre alt,aber ich stelle mir folgendes vor:

Mit 13 glauben die Kleinen größer,schlauer und besser zu sein als ihre Alten.
Deshalb geh doch einfach mal davon aus,daß Deine Tochter nicht lügt wenn sie die Unwahrheit sagt.Die denkt bestimmt nur ihr habt doch keine Ahnung vom wirklichen Leben.
Ideal wäre es Du könntest die Angelegenheit sportlich betrachten,dann müsstest Du Dich nämlich nicht persönlich angegriffen fühlen.
Die Sache mit dem Handy ist leicht über eine leichte Taschengelderhöhung zu regeln.
Die Sach mit dem Alkohol,ist meiner Meinung nach mit Vertrauensvorschuß Deinerseits in den Griff zu kriegen.
Lad deine Tochter doch mal zum Bier oder so in’s Restaurant ein.

Es ist sicher sehr schwierig,aber nimm diese Sachen nicht als persönlichen Angriff gegen Dich.

Ein paar Erfahrungen zu Disem Thema habe ich während einiger Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen gesammelt.

Schöne Grüße Anreas

Nein, Wolfgang, so geht es wirklich nicht. So müssen wir das Gespräch abbrechen. Ein letztes Mal.

Du hast von aggressiven Angriffen gegen den Teenager

gesprochen.

Davon auch. Aber ich meinte eben auch und vor allem passiv-aggressives Verhalten in solchen Artikeln.

Nona, das kann genausogut ich Dir an den Kopf werfen. Hatten

wir nicht ein Sachthema?

Gern, wirf es mir bitte an den Kopf. Wo habe ich, bitte, Ironie gebraucht, wo eine Unterstellung? So machst du es dir zu leicht.

Erstens machst Du das genauso.

S. o.
Zweitens spricht aus Dir die

Linie der Partei, deren Macht mich hier zu rhetorischen
Sicherheitsvorkehrungen zwingt.

Welche Partei, bitte?

Ich wiederum weiß nicht, wie eine normale ERziehung aussieht.

Ich schon.

Glückspilz. Gut, das war jetzt wirklich Ironie.

Super, Du also doch auch!

Wieso bin ich für die Kinder anderer Leute verantwortlich? Klar, für meine eigenen schon! Klar, da bin ich für die Prävention verantwortlich. Klar, da darf ich nicht so leicht resignieren! Deshalb habe ich dir ja auf deinen Antwort-Artikel geantwortet - weil ich eine solche Resignation für die Eltern eben unangemessen finde. Und - hast du wieder deine Ironie gemerkt?

Für Jugendliche sind Freunde, Tschuldigung: die „peer group“
wichtig, da sind wir wohl beieinander. Und daß es da bessere
und schlechtere gibt, ist eine Tatsache, ist eine Wertung, die
von Deiner Ideologie abgestritten wird. Ich sage aber
trotzdem, daß z.B. die Pfarreijugend da BESSER ist als
z.B. die am Hauptbahnhof herumlungernden, zerstochenen
Gesichter. Widerlege das bitte.

Habe ich das bestritten? Bitte, wo?

Aus diesem grauslichen Sozialchinesisch kann ich nur einen
Gemeinplatz herauslesen: Wenn man sein Kind vernünftig
erzieht, und sonst nichts ist, dann geht das schon.

Komm, komm, schließlich habe ich Dir ein Beispiel gegeben, so schlimm kanns also nicht gewesen sein. Bitte nicht gleich abschalten, nur weil jemand mal etwas ungewohnte Wörter verwendet. Du könntest doch merken, dass ich mir alle Mühe geb, dir das zu erklären. Es verletzt mich, dass du all diese Mühe einfach so vom Tisch wischt.

Bagatellisier das mal nicht so. Ihr Sozialpädagogen seit
schuld daran, daß Eltern solche Problemkinder bis ganz unten
fallenlassen müssen.

Du provozierst perfekt wie eine müpfige Dreizehnjährige. Jetzt müssten eigentlich die typischen Eltern-Machtmittel greifen… Staune, lieber Wolfgang: das war nicht ironisch gemeint. Die vermeintliche Sozialpädagogin redet ernsthaft von Machtmitteln.

Tschüs,
Juliane