Fasten

hallo liebe leute,
ich habe gerade 11 tage fasten hinter mir, eigentlich wollte ich gerne 14 tage durchhalten, aber dann habe ich alle 10 minuten auf was anderes appetit bekommen, musste ständig ans essen denken, bin in der küche um die nudelpackung geschlichen und habe schliesslich aufgegeben. was mir auch komisch vorkam, war, dass sich keine EUPHORIE einstellen wollte, wie es in den büchern immer steht und dass mir selbst nach eíner woche noch manchmal der magen knurrte. das hab ich doch was falsch gemacht, oder? ok ich habe mich teilweise so schlapp gefühlt, dass ich einen kaffee brauchte. ansonsten viel tee (gewürz, kräuter, früchte…) fruchtsäfte ohne ende, frische ananas im mixer mit wasser zu saft verarbeitet, gemüsesaft, karottensaft, jede menge mineralwasser…ok ich gebs zu, abends auch ein bier.
war das jetzt der grund, warum mein hungergefühl nicht verschwand oder was lief schief?
hat jemand sowas schon mal 2 wochen bester laune durchgestanden?

danke für eure tips!!!
slow cat

Hallo,
das hängt m.M. davon ab, wie stark man während der Zeit z.B. beruflich belastet wird. Der Körper ist definitiv weniger leistungsfähig und jede Form von Extrastreß kann zuviel sein (was z.B. die Laune kippen läßt). Dann spielen die Vorraussetzungen die man mitbringt eine Rolle. Ein guter Ausdauersportler wird vermutlich eine Fastenkur besser wegstecken, als ein Untrainierter - allein wg. des bedeutend besseren Fettstoffwechsels. Der Blutzuckerspiegel sollte nur minimal schwanken. Und das könnte auch die Erklärung für Deine Probleme sein. Alkohol & einige Fruchtsäfte (insbesondere wenn nachgezuckert) verursachen mittelfristig Unterzucker und der wiederrum Hunger und evtl. Übellaunigkeit.

Gruss
Enno

Hallo!
Erstmal herzlichen Glückwunsch!
Ich habe auch (vor 2 Wochen) 2 Wochen gefatet und mir gings dabei super.
Neben der schon erwähnten beruflichen Belastung gibt es aber durchaus noch andere Faktoren, die das Ganze „erschweren“ können:
Gegen das Hungergefühl hilft im Normalfall ein Einlauf oder Sauerkrautsaft zur Darmentleerung. Meist ist es nämlich so, dass man dann Hunger hat (oder z.B. auch Kopfschmerzen bekommt), wenn der Darm nicht ganz leer ist. Deshalb sollte man auch am Abend des letzten Entlastungstages unbedingt ein Abführmittel nehmen (keines, das den Körper sehr belatet, also eher Sauerkrautsaftsaft, ein Klistier oder einen Einlauf) und das mit dem Einlauf auch 2-3x/ Woche wiederholen.
Dazu kommt noch die sog. „Fastenkrise“: Fasten ist nicht nur Entspannung für den Körper, sondern vor allem auch Entgiftungs-(Schwer-)Arbeit. Fast jeder Fastende durchläuft eine sog. Fastenkrise, also ein oder zwei Tage, an denen es ihm nicht gut geht: das können Kopfschmerzen sein, Kreislaufprobleme, oder auch allgemein Erschöpfung und Schlappheit. Es gibt Theorien nach denen eine Fastenkrise je eher kommt, desto weniger „belastet“ der Körper ist, also je weniger Entgiftungsarbeit zu leisten ist, z.B. tendenziell bei jungen Menschen.
Allgemein gilt:

  • gegen den Hunger durchaus mal ein Glas Fruchtsaft trinken, das hilft oft schon sehr
  • bei fallendem Blutzuckerspiegel (Erschöpfung tagsüber) einen Löffel Honig essen
  • sich immer Rückzugs- und Ausruhmöglichkeiten schaffen
  • eine Krise, auch mit extrem gereizter Laune ist normal, aber: hör auf Deinen Körper, der weiß auch, wann es ihm reicht
    Ganz wichtig beim Fastenbrechen:
    Aufbautage einhalten!!!
    Erzähl doch weiter, wie’s Dir geht! Und wenn Du aufhörst: Das war ja shon ziemlich lang! Lieber 2x im Jahr (Frühjahr/ Herbst) 1 Woche als 1x im Jahr totaler Streß!
    Gruß,
    Norah

Hallo slow cat,
also erstmal zu deinen und dann zu meinen Erfahrungen beim Fasten.
Du hast dich ,glaube ich, nicht so richtig entscheiden können.
Fasten oder nicht fasten das ist hier die Frage…hat schon der alte Däne Hamlet gesagt und auch bei ihm stellte sich keine Euphorie ein.:smile:)
Dein Körper wußte wahrscheinlich nicht so richtig was er machen sollte…Hungerstoffwechsel…nee,da kommt ein Bier…Hungerstoffwechsel…Kaffee…na was denn jetzt!!! :smile:
Aber ich kann dir sagen, ich habe bei meiner Fastenkur (7 Tage) alles
nach Lehrbuch richtig gemacht und…?
KEINE Euphorie, ständig gefroren, die Akkus ständig leer,üble Laune, ätzender Mundgeruch und die Einläufe und Klistiere sind mir richtig auf den Senkel gegangen. Nur der erste Apfel danach war ein absolutes
Highlight…und beendete eine hoffnungsvolle Fastenkarriere.
Ich habe mich nach der Fastenkur (VORHER bin ich nur den Fastengurus nachgelaufen) nochmals intensiv mit dem Sinn und Unsinn des Fastens auseinandergesetzt. Das Thema wird von vielen Fachleuten kontrovers diskutiert, aber ich bin zu dem Schluß gekommen, daß Fasten sehr wohl einen spirituellen Sinn haben kann, aber keinen positiven auf den Organismus. Zum Einen ist die sogenannte „Entschlackung“ nirgendwo wissenschaftlich bewiesen. Was sind „Schlacken“? Der Körper hat Ausscheidungsorgane die in einem komplexen Zusammenhang zueinander stehen und alle nicht gebrauchten Stoffe eben nun mal „ausscheiden“! Damit dieses System funktioniert, ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung natürlich Voraussetzung. Was wir an ungesundem Zeug in unseren Körper hineinstopfen, können wir nicht in 2 Wochen „abfasten“ …zwei Vaterunser, drei Ave Maria und weg ist das Zeug. :smile: Zum Anderen steht die Theorie, daß wir evolutionär bedingst den Wechsel von Hungerzeiten und Überfluß bräuchten um zu „entschlacken“ auf ziemlich wackeligen Füßen. Unsere lieben Vorfahren, die die vielgepriesenen Hungerzeiten hatten waren darüber nicht sehr glücklich(und ganz bestimmt nicht euphorisch) und ihr Organismus dankte es ihnen, indem er mit spätestens 35 Jahren den Weg aller „Schlacken“ ging. :smile:
Also mein Tip: Versuch es irgendwann nochmal (vielleicht nur 7 Tage) aber richtig! Dann werden zumindest die Hungergefühle weg sein (die hatte ich nämlich überhaupt nicht). Und wenns dir dann nichts gebracht hat, iß einen Apfel und…
Gruß Mister Jones

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo liebe leute,
sorry erst mal, dass ich mich erst so spät melde (hatte kein netz zu hause) und vielen dank für eure ausführlichen antworten.

also ich hatte sowieso nicht vor, so ein richtiges „bilderbuchfasten“ zu machen, weil einlauf und so kommt überhaupt nicht in frage. NIEMALS. sowas hatte ich mal im krankenhaus vor einer op und das hat mit gereicht :wink:
natürlich habt ihr recht, wenn ich zwischendurch kaffee und bier trinke weiss mein körper nicht was los ist.
auch die aufbautage nach dem fastenbrechen waren ziemlich holperig.habe wohl zu schnell wieder ganze mahlzeiten gegessen. das kam aber auch, weil ich beim fasten nachher alle paar stunden auf was anderes heisshunger bekam. das ganze ging also mit einem „bilderbuch-jojo-effekt“ einher und so habe ich beschlossen es erst mal zu lassen.
Dafür habe ich eine andere alternative entdeckt: und zwar jede woche EINEN fastentag. so kann der stoffwechsel gar nicht schnell genug auf notprogramm schalten und es tut dem körper trotzdem gut, nimmt mit etwas sport und glück sogar auf dauer ganz soft ab…laaaaaaaaaaangsam aber sicher :smile:

danke nochmal für den rat und liebe grüße,
slow cat