Fehlende Muttergefühle - heilbar?

Hallo zusammen,

gleich vorab:bitte ohne blöde Kommentare warum und weswegen und hättest es gelassen und so…Vergangenheit kann man nicht ändern, brauche aktuelle Hilfe und keine Vorwürfe.
Danke.

Ich konnte mit Kindern noch nie was anfangen. Bin verheiratet, habe jetzt einen 9 Wochen alten Sohn. Ich mag ihn nicht, er nervt mich nur, mag ihn nicht um mich haben. Er ist jetzt seit 4 Wochen praktisch durchgehend bei meinen Eltern und wird dort versorgt.
In der 4 Wochen bin ich von Arzt zu Therapeut und Psychologe und Psychiater und was weiss ich…
Anscheinend Wochenbettpsychose, aber Problem, dass ich ja Kinder noch nie wirklich mochte (es hatte halt geheissen, wenn du schwanger bist oder spätestens wenn du es im Arm hältst sind die Gefühle da…aber nix ist passiert, hatte auch keinen schönen Tag in der Schwangerschaft…). Habe schon im Kopf diese Idealvorstellung: Vater - Mutter - zwei Kinder…irgendwie…aber ich mag Kinder nicht…

Kann es sein, dass ich einfach Kinder nie mögen werde und mit ihm nie was anfangen kann oder ist das therapierbar?
Hatte jemand von euch das gleiche Problem???

Hilfe.

Danke

Hallo,
hier kommt kein blöder Spruch. Ich kann dir leider nicht helfen oder dir einen Rat geben aber ich wüßte wer dir helfen könnte und dir eine Antwort auf deine Fragen geben könnte. Jule 959 wäre die richtige Ansprechpartnerin für dich. Ich wünsche dir und deinem Nachwuchs alles gute.
Gruß Sunny

Vielleicht hilft dieser Artikel dir weiter

http://www.medizinfo.de/kopfundseele/depression/woch…

Schöne Grüße und alles Gute für dich und dein Kind!!!

Elmar

Hallo,

Ich konnte mit Kindern noch nie was anfangen.

Das geht mehr Menschen - auch Frauen - so, als du vielleicht glauben magst. Man glaubt sich zwar häufig von lauter Kindernarren umgeben, die beim Anblick eines Säuglings in Verzückung geraten und begeistert mit kleinen Kindern spielen, aber sogar unter denen sind etliche, die ihre Begeisterung nur heucheln, weil die Umgebung es erwartet.

Man hat in unserer Gesellschaft gefälligst kinderlieb zu sein, und wenn man das nicht entsprechend demonstriert, läuft man Gefahr, als unsozial in die Ecke gestellt zu werden. Männern gesteht man - besonders bei kleinen Kindern - meist eine gewisse Distanz zu, aber Frauen müssen damit leben, dass man sie für genetisch entsprechend disponiert hält. Und wehe, sie sind es nicht.

Heißt: Deine Abneigung gegen Kinder ist erst mal ziemlich normal. Erwachsene haben durchaus das Recht, mit Kindern nichts anfangen zu können.

habe jetzt einen 9 Wochen alten Sohn. Ich mag ihn nicht, ernervt mich nur, mag ihn nicht um mich haben.

Und das ist wiederum absolut typisch für eine Wochenbettdepression (postpartale Depression). Meine Tochter hatte eine solche. Sie hat sechs Monate (der Durchschnitt liegt bei sieben Monaten) gebraucht, bis sie diese mit therapeutischer Hilfe überwinden konnte. Bei ihr waren die Vorzeichen übrigens umgekehrt: Sie war schon als Kind davon überzeugt, mindestens einmal vier Kinder (sie selbst hat 3 Geschwister) haben zu wollen und freute sich riesig aufs Muttersein.

Damit verbunden sind in der Regel zudem extreme Schuldgefühle, weil man sein Kind nicht richtig lieben kann. Meine Tochter ist daran schier verzweifelt. In deinem Fall könnte ich mir vorstellen, dass du aufgrund deiner fehlende Kinderbegeisterung im Vorfeld zusätzlich Schuldgefühle aufbaust, dass du überhaupt schwanger geworden bist, wo du es doch scheinbar hättest ahnen können.

Und ich halte es durchaus für möglich, dass genau diese Angst, dass du auch dein eigenes Kind nicht mögen könntest, einen gewissen Anteil an deinem jetzigen Zustand haben könnte.

Kann es sein, dass ich einfach Kinder nie mögen werde und mit ihm nie was anfangen kann

Das halte ich für extrem unwahrscheinlich. Du bist gerade ziemlich krank - und diese Krankheit ist heilbar.

Wichtig ist, dass du dir eine Therapieform suchst, bei der dein Kind miteinbezogen ist. Meine Tochter hat den ersten Therapieversuch ohne Kind nach 3 Wochen abgebrochen, weil sie nicht voran kam. Dann wurde sie mit ihrem Kind zusammen therapiert. Das sah so aus, dass sie viel mit ihm zusammen war, es aber zunächst nicht versorgen musste. Erst nach und nach wurde sie in die Versorgung einbezogen.

Sie fand diese Konfrontation erst ziemlich schrecklich, da sie eigentlich ihrem Kind am liebsten aus dem Weg gegangen wäre. Genau das sollte man aber nicht zulassen. Aber diese Therapie hat bei ihr zum Erfolg geführt und heute ist (auch und vor allem für sie selbst) nichts mehr von der Ablehnung zu spüren.

Deshalb: Sieh dich dringend nach einer Einrichtung um, wo du mit deinem Kind stationär aufgenommen werden kannst. Auch wenn das etwas ist, was du grade überhaupt nicht willst. Es ist wichtig, dass du es trotzdem tust. Je schneller du das tust, desto besser sind eure Chancen, dass es dir bald besser geht und dein Baby nichts vermissen muss.

Schöne Grüße,
Jule

Bist Du den mit dem Vater des Kindes zusammen?; falls nicht könnte die Ursache darin liegen, oder es ist nicht der Mann zu dem Du wirklich gehörst und da Du nicht die Liebe bekommst die Du brauchst kannst Du sie für das kind nicht empfinden.
Einen anderen häufigen Grund findet man bei Menschen die aus praktischen oder finanziellen Gründen mal Kinder haben abtreiben lassen (da ist dann wohl nicht viel zu machen)
Ansonsten solltest Du Dir Zeit lassen, es ist möglich das es sich noch einstellt, setze Dich nicht zu sehr unter Druck das macht es nur schlimmer.
Gruß und viel Kraft
Sieglionde

HALLO JULE,
ich danke dir von Herzen für deine schnelle Hilfe.
Bei uns gibt es nur Einrichtungen, da gehst du mit Kind hin und musst dann aber komplett für das Kind sorgen. Kannst es praktisch nur zu Therapie etc. abgeben.
Und das kann ich einfach nicht, ich mag ihn nicht, er macht mich aggressiv.
Ich soll am Freitag für drei Wochen in eine Therapie (klingt mir aber nicht wirklich nach einer sinnvollen Therapie - da nach drei Wochen defiinitv Schluss ist und man rausfliegt…). Ich bin wirklich verzweifelt. Habe keine Gefühle mehr ausser Hass und Verzweiflung und Sinnlosigkeit und gleichzeitige Leere…
In welcher Einrichtung war sie denn da???
hat sie lange auf nen Platz warten müssen?
Wie habt ihr die Zeit überbrückt?
Ist jetzt alles wieder gut?

Hoffende Grüße

ich bin mit dem vater des kindes verheiratet, bin gefühlsmäßig aber grad völlig distanziert (liegt vielleicht an der depression?).
das kind ist seit 4 wochen bei meinen eltern, ich bin öfters hin und hab aus pflichtgefühl auch mal ne nacht übernommen zum aufpassen. aber nur wegen schuldgefühlen meiner mutter gegenüber. am liebsten würd ich es gar nicht mehr sehn.

Hallo,

Bei uns gibt es nur Einrichtungen, da gehst du mit Kind hin und musst dann aber komplett für das Kind sorgen.

So hieß das bei meiner Tochter zunächst auch. Im Endeffekt war sie aber nicht alleine dafür zuständig.

Und das kann ich einfach nicht, ich mag ihn nicht, er macht mich aggressiv.

Genau deswegen solltest du es aber trotzdem tun. Es wird nicht von allein besser. Diese Konfrontationstherapien werden deswegen gemacht, weil sie sehr erfolgreich sind. Wenn du eine reelle Chance haben willst, solltest du es tun. Du hast nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

Wie habt ihr die Zeit überbrückt?

Sie ging sofort nach dem Abbruch der ersten Therapie in die Einrichtung, die wohl genauso ausgerichtet war, wie du, die du beschreibst. Ich habe sie fast an den Haaren dorthin geschleift. Sie war so voll von Verzweiflung und Selbsthass, dass sie am Liebsten geflüchtet wäre. Vor allem wollte sie ihr Kind nicht sehen, geschweige denn, es dauernd um sich haben. Sie hatte Angst, dass sie ihm etwas antun könnte.

Ich habe ihr das Versprechen abgerungen, es drei Wochen zu probieren - die Zeit, die sie auch in ambulanten Therapien ohne Kind gehabt hätte. Ich habe ihr in Aussicht gestellt, dass sie dann abbrechen könne, wenn sie keine Fortschritte merken würde. Und ich hatte - ob ihres Zustandes - eine Scheißangst, dass das auch eintreten könnte. Ich dachte in der ganzen Zeit weniger an das Baby - das hätten wir schon irgendwie großgekriegt - als daran, dass sie wieder gesund werden sollte. Es zerriss mir das Herz, sie in diesem Zustand zu sehen.

Doch das Glück war auf unserer Seite: Nach einer scheußlichen ersten Woche spürte sie, dass ihre starken Emotionen ein wenig nachließen. Sie blieb und rettete sich. Das klingt ein wenig melodramatisch, aber anders kann ich es nicht bezeichnen. Vielleicht kannst du es ja ein wenig nachvollziehen.

Ist jetzt alles wieder gut?

Ja, das ist es. Sie hat eine sehr gesunde Bindung zu ihrem Sohn entwickelt, und er ist ein echtes Sonnenscheinkind mit einem unglaublichen Charme.

Ich lege dir wirklich ans Herz, dir Mut zu fassen und mit deinem Sohn in eine Einrichtung zu gehen. Du bist nicht die erste Frau, die das tut, und man ist dort auf all deine Abwehr und Aggression vorbereitet. Im Gegensatz zu vielen Menschen „da draußen“ verurteilt dich dort niemand - auch wenn man dir mit viel Konsequenz und mit Forderungen begegnen wird.

Es wird ein Kampf sein, aber einer, den du gewinnen kannst, denn du musst ihn nicht allein kämpfen. Diese Konfrontation mit deinem Sohn ist immens wichtig, denn sie ermöglicht dir überhaupt erst, eine Bindung aufzubauen. Solange du dein Kind nicht siehst, sind die Chancen auf Heilung schlecht. Und je länger du damit wartest, desto schlechter werden sie.

Du kämpfst in erster Linie für dich selbst und das Leben, das noch vor dir liegt. Hab’ Mut!

Wirklich mitfühlende Grüße von Jule

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Hallo,

Ansonsten solltest Du Dir Zeit lassen, es ist möglich das es sich noch einstellt, setze Dich nicht zu sehr unter Druck das macht es nur schlimmer.

Hier muss ich entschieden widersprechen: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Muttergefühle noch einstellen, ist ziemlich gering. Wenn sie eine echte Chance haben will, muss sie sich in den nächsten Wochen einem gewissen therapeutischen Druck aussetzen. Und dieser macht mitnichten alles schlimmer, sondern ist ein äußerst vielversprechender Weg zur Heilung.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo tieferschmerz,

gleich vorab:bitte ohne blöde Kommentare warum und weswegen
und hättest es gelassen und so…Vergangenheit kann man nicht
ändern, brauche aktuelle Hilfe und keine Vorwürfe.
Danke.

ich denke, da hast du wenig zu befürchten. In der letzten Zeit gab es wohl nur einen „blöden“ Kommentar, und der wurde wohl zurecht zensiert.

Als erstes mein Rat: höre auf, dich schuldig zu fühlen (ich weiß, ist leichter gesagt als getan). Ob es eine sogenannte Wochenbettdepression ist - von der ich nur einen Fall kenne - kann ich nicht beurteilen und ist letztlich egal. Es ist, wie es ist, und du bist wie du bist. Der Mensch ist nun mal kein perfektes Wesen.

Ich konnte mit Kindern noch nie was anfangen.

Kommt auch auf das Umfeld an, hast du Nichten und Neffen? Hast du mit ihnen unverbindlich/unbelastet spielen können, oder fühtest du dich unter Druck?

Bin verheiratet,
habe jetzt einen 9 Wochen alten Sohn. Ich mag ihn nicht, er
nervt mich nur, mag ihn nicht um mich haben. Er ist jetzt seit
4 Wochen praktisch durchgehend bei meinen Eltern und wird dort
versorgt.
In der 4 Wochen bin ich von Arzt zu Therapeut und Psychologe
und Psychiater und was weiss ich…
Anscheinend Wochenbettpsychose, aber Problem, dass ich ja
Kinder noch nie wirklich mochte (es hatte halt geheissen, wenn
du schwanger bist oder spätestens wenn du es im Arm hältst
sind die Gefühle da

Das deutet schon auf einen gewissen Druck hin, von Menschen, die sich auszukennen scheinen, evtll. deine Mutter?

…aber nix ist passiert, hatte auch keinen
schönen Tag in der Schwangerschaft…). Habe schon im Kopf
diese Idealvorstellung: Vater - Mutter - zwei
Kinder…irgendwie…aber ich mag Kinder nicht…

Diese Idealvorstellung, mit ZWEI Kindern, wie im Fernsehen, deutet schon auf ein gehörig Maß an Einflussnahme hin. Dass du dich davon freimacheh willst, ist nur zu verständlich.

Kann es sein, dass ich einfach Kinder nie mögen werde und mit
ihm nie was anfangen kann oder ist das therapierbar?

Da kommt jetzt der ultimativ blöde und doch so wahre Spruch:
Wenn du mit dir selbst ins Reine kommst, kannst du auch unbefangen mit deinem Kind umgehen. Und dann wirst du feststellen, dass Kinder unglaublich nette Geschöpfe sind. Sie lieben dich ohne Vorbedingung, und das kannst du von ihnen lernen.

Hatte jemand von euch das gleiche Problem???

Als Mann natürlich nicht. Aber ich kenne aus meiner Generation etliche Menschen, die überhaupt nicht liebevoll erzogen wurden. Damals kamen Kinder einfach, ob man sie wollte oder nicht.

Heutzutage wird auch oft zuviel Tamtam um die Kinder gemacht, als wäre sie der alleinige Lebensinhalt. Mit dieser Einstellung habe ich mir auch schon Feinde gemacht, v.a. bei Übermüttern (und auch bei dem einzig mir bekannten Fall von Wochenbettdepression).

Das ändert aber nichts an meiner Grundeinstellung: Wir sind nur die Gastgeber oder Fremdenführer in dieser Welt. Der einzige Zweck ist es, dass sie sich früher als gehofft abnabeln. Dass ich sie über alles liebe, ist eine sehr schöner Nebeneffekt.

Hoffe, meine persönlichen und ausschweifenden Anmerkungen bringen dir was, Zoelomat

Hallo zusammen,
erst mal vielen Dank für eure vielen und ausführlichen Antworten und vor allem HILFREICHEN Kommentaren. Bin euch wirklich dankbar.

Bin zwar schon ein nervliches Wrack und am Ende meiner Kräfte, aber ich will irgendwie einfach noch nicht aufgeben und daher versuch ich weiterzumachen.

Natürlich hätte ich gern eine Sofortlösung, was ja aber nicht möglich ist.

Nun habe ich folgendes Grundproblem: das Kind ist bei meinen Eltern. Wird dort auch gut versorgt etc., aber meine Eltern setzen mich schon unter Druck wegen Therapie und wollen auf jeden Fall, dass ich jetzt am Freitag in eine Therapie gehe (alleine, ohne Kind), die auf 3 Wochen beschränkt ist. Ich persönlich halte das für falsch, da ich schon nervlich fertig bin und einfach nicht noch 3 Wochen „verlieren“ und sinnlos labern will.

Im Gespräch heute abend mit meinem Mann hat sich herausgestellt, dass ich viele viele viele Probleme habe…
So, was nun?
Erst meine eigenen Probleme in den Griff kriegen (wenn du dich liebst, kannst du auch das Kind lieben)? Wobei ich da die Befürchtung habe, dass das eventuell sehr lang dauern könnte und ich mich gefühlsmäßig immer weiter von meinem Kind entferne (war jetzt vier Tage zwangsweise von ihm getrennt und er war mir schon völlig fremd geworden in der Zeit, hatte auch Berührungsängste).
Und das Problem ist, wenn ich stationär irgendwo hingehen sollte MIT Kind, ist die Frage WOHIN? Welche Einrichtung macht diese SCHRITTWEISE ANNÄHERUNG - denn Mutter-Kind-Einrichtungen gibt es wie Sand am Meer, aber dort haben die Mütter praktisch kein Problem mit der Versorgung, sondern „nur“ ein zwischenmenschliches Problem…

Ok, hab glaub irgendwie den Faden verloren…

Ich weiss nur - ich will seit der Geburt Hilfe (durch diverse Umstände ist es erst nach 5 Wochen „herausgekommen“ was das Problem ist) und jetzt seit vier Wochen werd ich rumgereicht oder auf Wartelisten gesetzt…ich hör nur noch TICKTACK und mit jeder Sekunde schwindet meine Hoffnung und je länger ich warten muss umso tiefer rutsch ich…und um ehrlich zu sein…arg tiefer geht nimmer…

Danke

Hallo,

hattest Du eine Hebamme? Die stelle ich mir als geeignte erste Ansprechpartnerin für ein „Wohin“ vor. Hast Du diese Seite schon gesehen: http://www.schatten-und-licht.de/main.html ? Da ist auch eine Liste von Mutter-Kind-Einrichtungen http://www.schatten-und-licht.de/mutterkind.html und von Beraterinnen drauf http://www.schatten-und-licht.de/selbsthilfegruppen…. Bestimmt können die Dir sagen, welche Einrichtungen empfehlenswert sind.
Und vielleicht können sie Dir auch dabei helfen, Dich nicht so grauenhaft zu fühlen. Du bist sicher nicht grauenhaft, auch wenn Du Dich gerade so fühlst! Ich wünsche Dir, deinem Kind und Deiner ganzen Familie alles Gute!

Liebe Grüße

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Hallo,
ja, da hast jetzt nen wunden Punkt getroffen…
Hatte eine Hebamme, habe ihr nach ner Woche auch anvertraut (erst bisschen umschrieben) wie es mir geht und nach ein paar Mal, als es immer schlimmer wurde, dann konkret gesagt was Sache ist.
Sie hat immer geantwortet „das ist normal, das wird schon und geht wieder weg“…naja, und dann dachte ich halt, dass ich vielleicht übersensibel bin und mich halt blöd anstelle…wenn doch eine, die sich auskennt (oder auskennen sollte) sagt, dass das völlig ok ist…

ja, auf schatten und licht war ich schon…war sogar schon aufgenommen in einer dieser mutterkindeinrichtungen von der liste…hatte ein vorgespräch am telefon (hab da alles durchgekaut mit denen und gesagt, dass ich mich aber nicht 24 um das Kind kümmern kann - langsame Annäherung nötig), dann 200 km hingefahren, dort Vorgespräch gehabt (nochmal das gleiche durchgekaut - wieder gesagt - langsame Annäherung nötig, Antwort: 24 Stunden selbst verantwortlich, aber am Anfang zur Überbrückung sei das alles kein Problem wegen der Annäherung…) dann einen Aufnahmetermin für 5 Tage später bekommen, mich gefreut…Sachen gepackt, wieder 200 km hingefahren mit Sack und Pack und Kind…dort Gespräch 1 mit Ärtzin gehabt (alles nochmal erzählt), kurz darauf Gespräch 2 mit Pfleger gehabt (wieder nochmal alles erzählt), dann Gespräch 3 mit Psychologin…ihr das Gleiche NOCHMAL erzählt, woraufhin sie dann meinte: na dann sind wir aber die falsche Einrichtung für Sie…das Kind wird auch zu den Therapien mitgenommen…

also ihr seht, ich bin schon „etwas“ vorbelastet :frowning:

Klammer mich jetzt einfach an die Hoffnung, dass es irgendwo eine Einrichtung gibt, die geeignet ist…und die nicht erst einen Therapieplatz hat, wenn das Kind den Führerschein macht…

Ach ja: Ich wäre UNENDLICH DANKBAR, wenn sich Betroffene oder ehemals Betroffene oder aktuell Betroffene melden würden…

Bin einfach völlig ratlos was richtig und was falsch wäre…und für jeden nochso kleinen Hinweis dankbar!

Danke
übermüdeter Gruß

Gutenabend,

ich denke, dass es ein verbreiteter Irrtum ist, dass eine Frau nachdem sie ein Kind geboren hat Muttergefühle hat zu haben.

Dass Kinder noch nie dein Ding waren macht doch nichts. Du bist wenigstens ehrlich. Und ich finde es mutig dies in einem Forum zuzugeben.

Aber dennoch hast du Verantwortung diesem neuen Leben gegenüber. Wenn du es nicht willst könntest du es zur Adoption frei geben. Somit hat das Kind eine bessere Lebens-chanche. Und Du hast deinem Kind auf eine etwas andere Art gezeigt, dass du es sehr wohl liebst und dir drangelegen ist, dass es glücklich und geliebt werden kann, wenn auch nicht von dir. Auf etwas verzichten, kann auch Liebe sein.

Gruss: Ge-es

Hallo,

würdest du jemandem, der wegen eines Beinbruchs im Krankenhaus liegt, raten, sein Haus zu verkaufen? Auch wenn dieser Vergleich - wie die meisten Vergleiche - ein wenig hinken mag, trifft er doch den Kern des Problems:

Die UP ist KRANK. Und zwar nicht unheilbar, sondern sie ist von einer Krankheit betroffen, die in dieser Form etwa 15 Prozent aller Mütter betrifft.

In diesem Kontext zur Adoptionsfreigabe zu raten, halte ich nun doch für eine Überreaktion.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo,

schau dir doch bitte das mal an:
http://www.mutter-kind-behandlung.de/

Ein Mutter-Kind-Haus ist die falsche Einrichtung. Du brauchst eine qualifizierte therapeutische Unterstützung.

Und: Ich würde deinem Gefühl zustimmen, dass du erst mal die akute Situation bearbeiten solltest. Hier gibt es sowas wie ein Zeitfenster, in dem du die Chance hast, die Beziehung zu deinem Kind aufzubauen. Wenn dieser erste Schritt vollzogen ist, kannst du dich in aller Ruhe um deine weiteren Baustellen kümmern.

Ich drück’ dir die Daumen!
Jule

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Hallo,

Aber dennoch hast du Verantwortung diesem neuen Leben
gegenüber. Wenn du es nicht willst könntest du es zur Adoption
frei geben. Somit hat das Kind eine bessere Lebens-chanche.

Woher weißt du das?
Kennst du Untersuchungen zu Erwachsenen, die adoptiert wurden?

Gruß
Elke

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Mahlzeit,

ich würde es so sehen - genau DESWEGEN

Aber dennoch hast du Verantwortung diesem neuen Leben
gegenüber.

Sucht sie dringend nach Rat und wenn ich sie richtig verstehe, dahingehend, das Kind BEHALTEN zu wollen.

Warum sollte sie dann über Adoption nachdenken?

Beste Grüße
A.A.

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Hallo,

würdest du jemandem, der wegen eines Beinbruchs im Krankenhaus
liegt, raten, sein Haus zu verkaufen? Auch wenn dieser
Vergleich - wie die meisten Vergleiche - ein wenig hinken mag,
trifft er doch den Kern des Problems:

Gutenmorgen Jule959,

ja, der Vergleich hinkt. Enorm sogar. Alle Antworten beziehen sich auf das unbedingte Annehmen der Mutterrolle. Ich habe keine einzige Antwort lesen dürfen wodrin steht,dass es dem Kind gegenüber nicht fair ist es einfach warten zu lassen bis die Mutter „geheilt“ ist. Wobei ich nicht glaube, dass die Mutter krank ist. Wer von diesen Ratgebenden will dann dies schon wissen? Die UP mag einfach keine Kinder. Hat sie nie gemocht.Und ich habe den Eindrück, dass es wegen der gesellschaftlicher Druck ist, dass sie sich nicht wohl in ihre Haut fühlt. Sie genügt einfach nicht die an sie gestellten Erwartungen, dass ALLE Frauen die Kinder geboren haben, diese auch lieben müssen. Viele Problemkinder können ein Lied davon singen, dass sie eine Frau zur Mutter hatten die einfach nicht geeignet ist/war für diese Rolle. Wozu die UP,die den Mut hatte ehrlich zu zugeben, dass sie Kinder nicht mag und nie gemocht hat, zwingen die Mutterrolle gemäss den Erwartungen der Gesellschaft zu spielen? Erst durch diesen Zwang hat sie eine grössere Chance um via ein Burnout in eine lange Depressionzu gleiten. Wegen Überbelastung, wegen ein schlechtes Gewissen, wegen dem Gefühl versagt zu haben. Daher finde ich es viel ehrlicher an das Wohl und das Bedürfniss des Kindes zu denken und zu handeln. Natürlich habe ich emotionele, ablehnende Reaktionen erwartet. Aber ich denke, dass auch eine Lösung die die Mehrheit nicht genehm ist ein gute Lösung sein kann.

Die UP ist KRANK. Und zwar nicht unheilbar, sondern sie ist
von einer Krankheit betroffen, die in dieser Form etwa 15
Prozent aller Mütter betrifft.

Mag sein. Aber diese 15% der Mütter waren vielleicht nicht schon lange vor ihrer Schwanger- und Mutterschaft Frauen die „nichts mit Kinder“ hatten. Diese Aussage der UP wird hier in allen Antworten unter den Tisch gewischt. Wenn es eine Ablehnung des Kindes ist ist als Folge einer Post-natale Depression, hast du und die andere Verfechter/innen recht. Aber diesen Eindrück habe ich bei de UP absolut nicht.

In diesem Kontext zur Adoptionsfreigabe zu raten, halte ich
nun doch für eine Überreaktion.

Wie oben erwähnt sehe ich den Kontext deutlich anders. Und übrigens: ich habe selber keine Kinder. Gewollt nicht. Noch gut kann ich mich an die erwartende Blicken auf mein flach gebliebener Bauch erinnern und die ständige Frage „…wann?“ Und die panikartige Wut,die mich packte weil andere versuchten mich in einer Rolle zu drücken die ich per sé nicht wollte. Und dies auch des öftern bereits sagte. Würde aber flott ignoriert, mit Bemerkungen als: „wenn es dann soweit ist, wirst auch du die Freude erleben die so ein Ereigniss dich schenkt…“ Auch kann ich mich gut erinnern wie schrecklich ich es fand, dass alle den Begriff Frau/Kind miteinander in Verbindung brachten. Alsob alle Frauen gleich sind.
Jetzt sind schon viele Jahre vergangen. Niemand erwartet mehr eine Schwangerschaft von mir. Und ich bin sehr froh, dass ich mich nicht den gesellschaftliche Erwartungen gebeugt hab.

Schöne Grüße,
Jule

Gruss: Ge-es

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Moin,
ich hätte mal noch eine Frage… wie war denn die Geburt? Hattest du einen Kaiserschnitt? PDA?

An sich sind wir Menschen ausgezeichnet auf die ‚Aufzucht unserer Jungen‘ vorbereitet.

‚Mutterliebe‘ (wie alle ‚Lieben‘) ist was tolles - aber am Ende doch ein biologischer Mechanismus. Neurotransmitter in unterschiedlichster Kombination ‚erzeugen‘ Gefühle - und umgekehrt.
Mit einem Kind zusammen zu sein, Hautkontakt, Sehen, Riechen… kann diese Neurotransmitter ‚los treten‘. Daher ist es für dich und dein Gefühl zu deinem Kind wichtig, dass du mit ihm zusammen bist, auch wenn du es erst mal nicht so toll findest. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit das mit Oxytoxingaben zu unterstützen?
Kraft…lux