Fernseher anstelle kindergarten

gestern abend in FAKT gesehen:
die familie,beide hartz 4, hatten ihren sohn vom kindergarten abgemeldet und für die eingesparten 25€ einen flachbildfernseher auf raten gekauft.
der kleine junge wollte aber so gern in den kindergarten.
was tuen–hätte gern meinungen dazu.

Ein Lösungsansatz war während des Berichtes schon angeklungen:
Kostenlose Kindergärten und andere kostenlose Angebote für Kinder. Dafür weniger direkte monitäre Mittel an die Familien.

Das Problem ist folgendes: Unsere Gesellschaft sieht Eigenverantwortung und Eigeninitiative als hohes Gut an.
Was nützt einer Mittelschicht- bzw. Oberschichtfamilie ein kostenloser Kindergarten, wenn sie ihre Kinder lieber von nannys oder in Elterninitiativen betreuen lassen wollen. Diese könnten von den kostenlosen Angeboten nur bedingt profitieren, müssten aber auf monitäre Mittel verzichten.

Nicolle

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Hallo Hans,

habs auch gesehen. Es geht eigentlich nicht nur um den Fernseher, auch Zigaretten (100 € im Monat) schlugen heftig zu Buche. Auch geht es nicht vordergründig ums Geld in dieser speziellen Familie, denn ich denke, andere müssen mit noch weniger auskommen und den Kindern wird ein kinderfreundlicheres und liebevolleres Zuhause geboten.

Vielmehr sind bei der Einstellung der Eltern zum Thema Familie und Kindesförderung große Defizite vorhanden, die man mit Geld allein nicht beheben kann. Die Eltern bräuchten dringend Beratung und Begleitung - ansonsten hat der kleine Max eigentlich schon verloren …

Transi

Hallo,

für Bedürftige gibt es in D überall kostenlose Kindergärten.
Ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt wo man die entsprechenden Anträge stellen muss.
Hier in Bayern stellt man beim Jugendamt einen Antrag auf Kostenübernahme, sollten die Eltern ALG II erhalten, erfolgt die Kostenübernahme praktisch automatisch.

Lediglich Essenskosten können nicht übernommen werden, da die Eltern das ja beim Mittagessen einsparen…

Fraglich ist nur, warum sich der KiGa nicht beim Jugendamt meldet…
Das Jugendamt würde sicherlich mal bei den Eltern vorstellig werden und auf weiteren Kindergartenbesuch drängen, bis hin zur zwangsweisen Tagespflege.

OK es gibt in D noch keine Kindergartenpflicht, aber wer sagt mir denn, dass ein abgemeldetes Kind nicht schon längst in der Gefriertruhe liegt?

Darum frage ich mich eher wo da die Verantwortung der Institutionen liegt?

grüsse
dragonkidd

Hallo,

ich habe das nicht gesehen, aber ich frage mich, ob das nicht schon nur das Essensgeld war, das die Eltern da „sparen“ wollten. Und hier ist nach meiner Ansicht tatsächlich die Gemeinschaft gefordert, wenn ein Fernseher wichtiger ist als genug zu essen für das Kind (viel billiger kann es zuhause ja auch nicht ernährt werden).

Gruß, Karin

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Ich habe anlässlich solcher Beiträge in den Medien verstärkt den Verdacht, dass hier die Propagandamaschine für die staatliche Früherziehung, also Krippenpflicht angeworfen wird :frowning:

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Der KIGA war kostenlos und es ging in der Tat um das Essensgeld mit den 25 Euro, welches ich für einen Monat auch nicht zu hoch finde. Das schlimme an der Sache war ja, dass das Kind auch zu Hause kein Essen bekommen hat, da die Haushaltskasse eben schon zum 15ten leer war.

…Zitat meine Oma die nach dem Krieg als Erzieherin gearbeitet hat: „Ich will nicht alles gut heißen was da damals gelaufen ist, aber die Kinder wären damals bei so wenig Fürsorge (erziehung und essen) ins Heim gekommen mit ner ordentlichen Versorgung und die Eltern …nun ja, im schlimmsten Fall ins Arbeitslager“

Was ja wohl auch nicht ganz so falsch sein kann, wenn man sich die zunehmende Inkompetenz einiger Eltern ansieht und die Leidenden die Kinder sind. (mal nur das Wohl der Kinder betrachtet und Ideologien etc. ausgeblendet)

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Hallo zusammen,
jemand sagte schon: Eigenverantwortung ist bei uns ein hohes Gut, bringt aber nicht immer was. Das sehe ich ähnlich:
Warum sollen die Familien bzw. Kinder nicht Güter bekommen (Essen, Kleidung, Schulzeug,…) anstelle von Geld, wenn sie es nachweislich nicht den Kindern zukommen lassen?
Gruß
Claudia

Hallo,

für Bedürftige gibt es in D überall kostenlose Kindergärten.
Ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt wo man die
entsprechenden Anträge stellen muss.
Hier in Bayern stellt man beim Jugendamt einen Antrag auf
Kostenübernahme, sollten die Eltern ALG II erhalten, erfolgt
die Kostenübernahme praktisch automatisch.

Lediglich Essenskosten können nicht übernommen werden, da die
Eltern das ja beim Mittagessen einsparen…

Fraglich ist nur, warum sich der KiGa nicht beim Jugendamt
meldet…
Das Jugendamt würde sicherlich mal bei den Eltern vorstellig
werden und auf weiteren Kindergartenbesuch drängen, bis hin
zur zwangsweisen Tagespflege.

Dem stimme ich dir voll und ganz zu. ALG2 Empfänger zahlen keinen KiGa Beitrag, nur das Essensgeld!

OK es gibt in D noch keine Kindergartenpflicht,

Soweit ich es in Erinnerung habe, muss jedes Kind ein Jahr vor der Einschulung den KiGa besucht haben!

Gruss
Nicky71

grüsse
dragonkidd

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Was ja wohl auch nicht ganz so falsch sein kann, wenn man sich
die zunehmende Inkompetenz einiger Eltern ansieht und die
Leidenden die Kinder sind. (mal nur das Wohl der Kinder
betrachtet und Ideologien etc. ausgeblendet)

hallo Alexsandra,

Imkompetenz? Das Wort stört mich. Das paßt zur Arbeitswelt als Wertebegriff im Zusammenhang von einer Stellenbeschreibung. Meiner Ansicht nach ist das Engagement von Eltern nicht meß- oder bewertbar, vorallem mit welchen Zielvorgaben.
Verwahrloste Kinder hat es schon immer gegeben. Aber ich kenne noch ein anderes Extrem. In unserer Nachbarschaft kommen Kinder nicht zum Spielen, weil sie keine Zeit dazu haben. Fernsehen gibt es auch keinen. Mutter nimmt nämlich ihren Job sehr ernst. Ich finde so ein Kinderleben furchtbar (genauso schlimm wie immer vor der Glotze sitzen), aber ein anderer würde das anders sehen.

Ich stimme Sina zu. Das Fernsehen berichtet gerne über Extremfälle, und man übersieht dabei leicht, dass es sich dabei um Ausnahmen handelt.
Das mit der Ausgabe von Kindergartengeld für einen Fernsehen ist schlimm, zugegebenermaßen, aber wenn es die Regel wäre, wären die Kindergartenplätze nicht so knapp.

mit Grüßen
Reni

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Hallo Reni,

Inkompetenz=Unzuständigkeit, auch Unfähigkeit gemäß soziologischem Lexikon

Die anderen Eltern finde ich genauso schlimm, nur dass es da den Kindern nicht an grundlegenden exestenziellen Dingen fehlt wie Essen. Hier trifft aber wohl dann die Unfähigkeit der Eltern zu, zu erkennne, wann die Kleinen einfach mal Kind sein dürfen und dass sie sich auch mal toll alleine miteinander beschäftigen und man soll es nicht glauben - auch dabie etwas lernen ;o)

Leider ist das was da so gezeigt wird nach meinen Erfahrungen nicht mehr die Ausnahme. Ich habe viele Mandanten die sich mit dem Schwerpunkt Kinder beschäftigen - Ergotherapeuten, Kinderpsychologen und die sind kurz vorm verzweifeln, weil die Kinder derart negativ von dem abweichen, was man als breiten Durchschnitt und normal bezeichnen würde und die Eltern sich in vielen Fällen einen Sch… um ihre Kinder scheren, weil sie mit sich beschäftigt sind oder einfach geistig minderbemittelt und die Folgen nicht verstehen.

wer will schon kinder…
also ich hätte dann noch die gez-zahlung gestoppt und dann wärs ein home-cinema-system geworden…

ich denke, die journalisten wollen dezent darauf hinweisen, dass allen eltern mehr geld für kinder gar nichts nützt. das klingt nur gut, um gewählt zu werden.
kostenloses mittagessen in schulen - die möglichkeit auf ganztagsschulen, genügend kindergärten incl. ein abschaffen des sterilen wortes kindertagesstätte, schrecklosigkeit beim wort „kind“, ein abschaffen von sms-preisen von 2 euro für musikdownloads früh um 7 uhr, ein weniger pushenden und mehr individuelleres und regional gefördertes bildungssystem mit kleineren klassen. die möglichkeit für mütter, ihre arbeit nicht 3 jahre niederlegen zu müssen, wenn ein kind kommt - also kinderkrippen(die tatsache, dass man 29,600 einträge bei google findet, wo kinderGrippe, statt kinderKrippe geschrieben steht, spricht für sich).
was die medien für den klimawandel tun, könnten sie theoretisch problemlos auch für kinder und großeltern. die bevorstehende apokalypse passt genau in das bild. wer möchte schon ein kind in eine kurz vorm ende stehende welt setzen, wo man viel mehr geld verdienen kann, indem man kein kind hat und die oma ins altersheim steckt.
schalte mal den fernseher ein…da sieht man sofort, dass keine kinder notwendig sind, denn im fernsehen befinden sich haufenweise über 20-jährige kinder, die sich mit farbe bespritzen oder sich mit absicht die treppe runterstürzen. paris hilton aß ein keks - die tagesmeldung. ein eisberg fiel ins wasser - ooo meiiin gooott!

oder mit anderen worten: immer weniger sind an kindern interessiert. mit katastrophen kann man geld machen - mit kindern nicht so viel. kinder sieht man fast nur im fernsehen, wenn sie verschwunden oder misshandelt werden - oder - und das wird dann nicht wegen des kindes gebracht - es an geld fehlt.
unsere gesellschaft ist an geld interessiert. das ist ein ganz normales suchtverhalten.

ich halte das nicht für krank oder schrecklich. ich halte es nur für schwachsinnig, aber passend zur klimapolitik und pisastudie.

mfg:smile:
rené

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Ich habe viele Mandanten die sich mit
dem Schwerpunkt Kinder beschäftigen

das problem liegt meines erachtens beim problem selbst. die gesellschaft(alle köche) liebt es, sich in der diskussion und dem problem(der brei) zu verlieren. man analysiert, man studiert…man verdient viel geld.
wüsste man nicht, dass es ein problem gibt, hätte man auch keines.

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Was ja wohl auch nicht ganz so falsch sein kann, wenn man sich
die zunehmende Inkompetenz einiger Eltern ansieht und die
Leidenden die Kinder sind.

das ist so, als würde der hausarzt plichtbesuche machen und dem zwangspatienten erklären, dass er(der patient) leide.

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Hallo,

Soweit ich es in Erinnerung habe, muss jedes Kind ein Jahr vor
der Einschulung den KiGa besucht haben!

Quelle?

Gruß

Elke
*die das noch nie gehört hat*

Hi Elke,

Hallo,

Soweit ich es in Erinnerung habe, muss jedes Kind ein Jahr vor
der Einschulung den KiGa besucht haben!

Quelle?

Ich habe es damals, als unser Sohn Vorschulkind war im KiGa mitbekommen, das sehr viele neue Kinder gekommen sind, und auch anderen Kindern vorgezogen wurden, die wenigstens ein Jahr in den KiGa müssten bevor sie eingeschult werden.(laut Leitung)!

Gruß

Elke
*die das noch nie gehört hat*

Habe es damals auch das erste mal gehört. Meine Kids waren beide 3 als sie in den KiGa kamen.

Gruß
Nicky71

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Ich glaube diese Geschichte nicht . Da eine Familie die zu geringes Einkommen hat also mit sicherheit zählt da auch Hartz dazu, diese Familien bekommen den Kiga bezahlt und selten auf die Hand sondern der Betrag wieder an den Kiga überwiesen.

Hi Ronja,

bei uns gab es im Kindergarten auch einen Fall, dass die Eltern die Kinder abgemeldet haben weil das Jugendamt zwar die Kindergartenkosten aber nicht die Kosten für das Essen/Ausflüge/Bastelmaterial etc. übernimmt.

Viele Grüße
Susanne

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Hallo,

ich kenne keine gesetzliche Grundlage dafür.

Gruß
Elke