Fettreduzierte Lebensmittel

Hallo liebe Nahrungsmittelspezialisten!
Ich wüsste ganz gerne, in welchem Prozess der Fettgehalt von Nahrungsmittel reduziert wird und ob dieser sich möglicherweise schädigend auswirken kann? Ich habe erhöhte Cholesterinwerte und würde eigentlich gerne darauf achten, hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren zu mir zu nehmen, bin aber recht skeptisch, was die fettreduzierten Milchprodukte angeht und wüsste ganz gerne, ob es (wissenschaftliche) Gründe gibt, die gegen den Verzehr sprechen? Beim googeln finde ich nur 0,1%-Fett-Fanatiker!
Vielen Dank schon einmal! Olga

Hallo Olga,

Ich wüsste ganz gerne, in welchem Prozess der Fettgehalt von
Nahrungsmittel reduziert wird und ob dieser sich
möglicherweise schädigend auswirken kann? Ich habe erhöhte
Cholesterinwerte und würde eigentlich gerne darauf achten,
hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren zu mir zu nehmen, bin
aber recht skeptisch, was die fettreduzierten Milchprodukte
angeht und wüsste ganz gerne, ob es (wissenschaftliche) Gründe
gibt, die gegen den Verzehr sprechen? Beim googeln finde ich
nur 0,1%-Fett-Fanatiker!

es ist noch einen Tick schlimmer:
google mal unter Cholesterinlüge.
Du wirst feststellen, dass Dir keiner genau sagen kann, ob erhöhte Cholesterinwerte ein Therapiegrund sind, was passiert, wenn Du sie einfach ignorierst und, und, und.

Aus der Erfahrung meiner eigenen Familie:
wenn Du meinst, Du müsstest fettreduzierte Nahrungsmittel zu Dir nehmen - dann tu es.

Großmutter schöpfte das Fett von jedem Braten und goß anschließend einfach etwas mehr Sahne dazu (damit es wenigstens nach ETWAS schmeckt)

Tante „muss“ halt jetzt etwas mehr essen, weil die fettreduzierten Gerichte einfach nicht satt machen. Dass sie dick wurde, liegt an den Hormonen ;:smile:

Alle drei haben trotz Tabletten keine besseren Werte als vorher.

Interpretiere das selbst. Meine Erfahrung ist, dass sich der Körper offensichtlich holt, was er meint, zu brauchen. Wir sind alle auf Speckvorrat für schlechte Zeiten programmiert. Cholesterindiäten beweisen wunderbar, wie das funktioniert.

viele Grüße
Geli

Hallo Olga,

in welchem Prozess der Fettgehalt von
Nahrungsmittel reduziert wird und ob dieser sich
möglicherweise schädigend auswirken kann?

Milchprodukte werden schlicht entrahmt. Wie die das in der Molkerei genau veranstalten, weiß ich nicht, aber: läßt man Vollmilch einige Zeit stehen, setzen sich oben die Fettkügelchen ab, die abgeschöpft werden können. Vielleicht beschleunigt man diesen Prozess durch Erwärmung (Milchfett hat einen niedrigen Schmelzpunkt). Genauso ist es bei der Kokosmilch: in der Dose hast Du oben die Schicht von fast schnittfester Kokossahne, darunter ist die recht magere Kokosmilch. Achtung! Kokosfett ist ähnlich wie Butter reich an gesättigten Fettsäuren, deshalb bei erhöhten Cholesterinwerten denkbar ungeeignet - es war lediglich als ‚plastisches Beispiel‘ gemeint, weil man es bei Kokosmilch so richtig schön sieht. Bei Milchprodukten (Joghurt, Quark, Käse, was-weiss-ich) hängt der Fettgehalt dann davon ab, ob sie aus Voll-, Mager- oder entrahmter Milch hergestellt werden. Bei Wurst heißt ‚fettreduziert‘ meistens, daß mageres Fleisch verwendet wurde.

hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren zu mir zu nehmen

Das ist Quatsch. Wichtig ist, daß es ein ausgewogener Mix aus gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren ist. Die DGE hält folgenden Mix (basierend auf der Empfehlung, daß der tägliche Speiseplan aus maximal 30% Fett bestehen sollte) für sinnvoll:

• maximal 10 % gesättigte Fettsäuren, Faustregel: alle Fette, die im Kühlschrank hart werden, also z. B. Butter (auch Halbfettbutter, obwohl sie wegen des hohen Wasseranteils nicht wirklich fest wird)
• 7 bis maximal 10 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Raps- und Olivenöl, Nüsse, Fisch wie Makrele, Lachs & Co.)
• ca. 10 % (evtl. etwas mehr) einfach ungesättigte Fettsäuren (Sonnenblumen-, Soja-, Maiskeim- oder Distelöl, aber auch z. B. Milch und Rindfleisch).

Warum nur ‚so wenig‘ von den ach so gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren? Weil diese Fettsäuren - im Übermaß genossen - blöderweise nicht nur das LDL-Cholesterin, sondern auch das HDL-Cholesterin (schützt die Blutgefäße) senken.

Bei den Ölen solltest Du darauf achten, daß es hochwertige, kaltgepresste Öle sind. Überzogen ausgedrückt: bei einem Schnäppchen á la ‚5-Liter-Kanister bestes Olivenöl für nur 1,00 Euro‘ kannst Du davon ausgehen, daß das Öl mit raffinierten Ölen verpantscht wurde.

Uuuund natürlich lohnt ein kritischer Blick auf den Speiseplan: Wurst, Käse, Fertiggerichte, Naschwerk incl. Kuchen

aber recht skeptisch, was die fettreduzierten Milchprodukte
angeht und wüsste ganz gerne, ob es (wissenschaftliche) Gründe
gibt, die gegen den Verzehr sprechen?

Nö. Wenn Du Deinen Speiseplan entsprechend darauf abstimmst, kannst Du zwischendurch auch mal an fettem 10%igem griechischen Joghurt naschen.

Grüße
Renee

hallo olga,

die abgepackte h-milch, egal welchen fettgehalt sie hat, wurde im rahmen ihres produktionsprozesses (nach meinem kenntnisstand) immer vom fett getrennt. das geht, weil fett leichter ist als wasser (bei meinem nick sollte ich wohl sagen: eine geringere dichte hat :wink:, deswegen schwimmt & sammelt sich das fett oben.

erst hinterher wird das fett wieder zugeführt, und nur deswegen kann man 3,5% bzw. 1.5% etc. fettgehalt draufschreiben, die milch, die von der kuh kommt (und die mich, btw., speien lässt: nix schlimmeres als frische kuhmilch…, gesteigert nur von warmer, frischer kuhmilch) hat nämlich keinen standard-fettgehalt. der prozess heisst homogenisieren (und steht so auf der packung drauf…): das fett wird über sehr kleine düsen wieder in die milch gespritzt. die dabei entstehenden fetttröpfchen sind zu klein und fein verteilt als dass sie sich wieder zusammenlagern und oben auf schwimmen.

bei meinem milchkonsum bin ich irgendwann 1. auf die fett’freie’, und 2. noch besser auf butter-milch umgestiegen.

bei festen nahrunsgmitteln hat man es ja in der hand, wieviel fett man reintut. werden stoffeigenschaften des fettes im produktionsprozess benötigt kann man sie durch austauschsstoffe ersetzen. wie gesund die sind kann dir sicher vertrauenswürdig ein lebensmittelchemiker einer solchen firma sagen:wink:

hth,

stefan