Hallo, Cineasten
hätte da mal eine auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsame Frage. Aber vielleicht hat der ein oder andere von Euch sich auch schon mal ähnliche Gedanken gemacht.
Ein gut gemachter Film entführt den Zuschauer in eine virtuelle Realität, in eine Illusion und zwar so, dass es der Zuschauer gar nicht merkt.
Würde sich der Zuschauer immer vor Augen halten: Das ist ja nur ein Film, ein erfundenes Drehbuch und Schauspieler und dahinter steht ein Kamerateam und zig Scheinwerfer, etc. dann würde es sicher auch keinen Spaß machen, sich diesen Film anzusehen, weil sich der Zuschauer mit solchen (realistischen) Gedanken die Illusion kaputt machen würde. Ein gut gemachter Film verhindert solche Gedankengänge des Zuschauern.
Bei guten Filmen ist die Illusion und der Ausflug in eine virtuelle Welt so intensiv, dass man nach Ende des Films nur sehr widerwillig wieder in seinen (verhältnismäßig)langweiligen, tristen Alltag zurückkehrt. Ist bei mir zumindest oft so. Keine Panik, bin nicht depressiv
. Aber verglichen z. B. mit nem Bond-Streifen ist der Alltag der meisten Menschen wohl langweilig und trist. Wahrscheinlich ist das von den Machern von Filmen auch genau so beabsichtigt. Ich weiß es nicht.
Das ist ja möglicherweise auch der Grund dafür, warum viele Menschen sich gerne Filme ansehen. Weil sie dem (normalen) Alltag entfliehen wollen in eine andere, fremde, faszinierende, schillernde, aufregende Welt.
Frage:
Wenn die Macher von Filmen offenbar genau wissen, wie man einen Film interessant und spannend macht und wie er nicht sein darf, warum weiß man dann nicht, wie man seinen normalen Alltag verändern müßte, damit er spannend und schön ist?
Beispiel:
Schaut Euch mal z. B. Akte X an oder auch nur einen deutschen Tatort. Man wird lange suchen müssen, um bei der Polizei Büros oder Gebäude zu finden, die auch nur annehmernd so schön sind, wie Polizeibüros in Filmen.
Wenn man aber offenbar weiß, wie Büros oder Gebäude aussehen müssen, damit der Zuschauer sie geil und interessant findet, dann könnte man Polizeibüros im echten Leben doch auch gleich so gestalten.
Das war nur EIN Beispiel.
Warum weicht also die Filmrealität in den allermeisten Fällen so krass von der echten Realität ab?
Bin gespannt, ob ihr Euch tatsächlich schon mal ähnliche Gedanken gemacht habt.
Gruß, Hilde
