Filmpsychologie

Hi

Interessante Gedankengänge.

Wenn das Budget eines Polizeipräsidiums für Architektur (innen und außen) und Technik so hoch wäre wie ein Filmbudget dann wäre das alles sicher realistisch möglich. Da die Polizei aber eine öffentliche „Einrichtung“ ist und vom Steuerzahler bezahlt wird sind die Geldmittel sehr begrenzt.
Nicht viele Steuerzahler hätten Verständnis dafür Architektur aufzupeppen nur aus reinem visuellen Nutzen.

Filme müssen sich verkaufen und dazu werden Marktforschungen hingezogen und finanziert. Wenn sich viele Explosionen in Actionfilmen verkaufen dann explodiert da eben auch jedes 5. Auto spektakulär auch wenn es in der Realität nicht passieren würde.

Gründe sind daher: finanziell nicht möglich, nicht realistisch, technisch unmöglich, nicht praktikabel genug, zahlt sich nicht aus

Wenn n cooles Büro mit stylischen Mitarbeitern die schicke Autos fahren die Produktivität um 100% steigern würde… ja denn sähe unsere Welt auch anders aus ^^

MfG
Lilly

Hi, Lillian,

gehen wir mal weg von den Kosten für schönere Gebäude, tolle Dienstwägen und für teure Dienstreisen in die Karibik, wie z. B. oftmals bei James Bond. James Bond ist übrigens Beamter! Ein Bekannter von mir hat mir erst vorgestern Abend erzählt (er ist Beamter), wenn er in einem Club eine Frau anspricht oder mit ihr ins Gespäch kommt und ihr erzählt, dass er Beamter ist, ist die Dame meistens über alle Berge.

Das Image, das Beamte in unserem Land offenbar haben, unterscheidet sich gewaltig von der Welt des James Bond, obwohl der ja auch Beamter ist. Daran dankt aber wohl niemand, dass es auch in der Realität coole Beamtenjobs gibt. Der Postbote ist Beamter, der Staatssekretär aber auch und der Auslandsagent beim BND auch. Finde ich sehr interessant. Das aber nur am Rande…

Gehen wir also weg von den materiellen Dingen.

Vergleichen wir doch nur mal das Verhalten von Menschen in der Realität oder ihre Dialoge mit dem Verhalten und den Dialogen von Filmrollen. Das unterscheidet sich ja auch gewaltig, obwohl es nicht mehr kosten würde, sich im echten Leben so zu verhalten, wie sich ein Protagonist in einem Film verhält (abgesehen natürlich von Superhelden, die fliegen können, etc.)

In diesem Zusammenhang finde ich übrigens das Experiment von Helena sehr interessant, die versucht hat, Dialoge aus Filmen im Alltag anzubringen und offenbar bemerkt hat, dass das gar nicht so leicht möglich ist, weil man da zwei verschiedene Welten miteinander verquickt.

Gruß, Hilde

Hallo,

es gibt meiner Meinung nach immer weniger sog. gute Streifen, die handwerkliche Qualität abliefern. Die Fast-Food-Kultur hat längst auch im Film Einzug gehalten. Der schnelle Euro, bzw. Dollar ist wichtiger, als ein gut gemachter und in sich schlüssiger Film. Schuld ist aber vor allem der Kinogänger, der genau das ja offenbar nachfragt, sonst hätte die Filmindustrie längst in die andere Richtung reagiert. Die Filmindustrie tut alles, Hauptsache, sie macht damit Profit. Das ist nicht schön, aber legitim.

Mir sind viele Filme auch einfach zu kurz. Es bleiben meist noch so viele Fragen offen, Nebenhandlungen werden nicht aufgelöst, auf das weitere Leben der Handelnden wird oftmals nicht eingegangen, also was aus ihnen geworden ist, etc. Man verliebt sich ja im Laufe eines Film in seine Protagonisten und identifiziert sich mit den Filmfiguren und will dann auch wissen, was aus ihnen wird und wie es ihnen ergeht. Vielleicht etwas kindisch, ist bei mir aber so.

Das Ganze geht in die gleiche Richtung, was auch Helena schon angesprochen hat. Es bleibt oft zuviel Raum zum Spekulieren, vieles muss man sich selbst aus den Fingern saugen.

Es wird auch immer schwieriger, einen Streifen ins Kino zu bringen, mit dem man noch einen Hund hinter dem Ofen vorlocken kann. Es gab ja alles schon mal. Die Reizschwelle ist inzwischen sehr hoch.

Ich bin ein großer Fan von Bond Filmen. Diese sind m. E. ziemlich repräsentativ für die gesamte Action-Szene. Wenn man sich die Entwicklung mal ansieht, wir deutlich, das die Bösen immer exzentrischer, reicher, brutaler und geisteskranker geworden sind. Es ist sehr schwer, hier noch eine Steigerung hinzukriegen und eine Steigerung muss es ja sein, sonst geht niemand mehr ins Kino.

Gruß, Hilde

Hi Hilde,

Kannst Du mir mal zwei oder drei konkrete Beispiele nennen,
wie Du das genau meinst?

Welche Dialoge aus welchen Filmen hast Du den in der echten
Realität schonmal ausprobiert und bei welchen Gelegenheiten?

Nimmst du mir übel, wenn ich an Helenas statt mich mal an dieser Stelle einschalte? Ich zitiere mein ganzes Leben über aus Filmen, wenn es mir angebracht scheint. Liegt an meinem weithin berüchtigten Elefantengedächtnis, gerade, was Filmzitate anbelangt.

Meine zuweilen extrem widerborstige Klientel überrasche ich zuweilen, bevor sie mir vollends das Heft aus der Hand zu nehmen droht, wahlweise mit einem Griff in meine Schreibtischschublade nach dem entsprechenden Requisit und der kurzen Phrase: „Ein Zaubertrick. Ich habe hier einen Bleistift!“ oder wahlweise „Lass uns ein Spiel spielen. Die Regeln sind ganz einfach.“ Die Kids kennen beide dieser Filme verdammt gut und geben Ruhe.

Unter Kollegen wird ggfs. gerne bei Meinungsverschiedenheiten die Texaco-Szene aus „No Country“ szenisch nachgestellt „Jetzt ist keine Uhrzeit.“ etc. Ich darf annehmen, dass Helena so etwas in der Art vorschwub.

Schönen Gruß

Annie

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Hi, Annie,

sehr gerne. Ich weiß gar nicht, wo Helena abgeblieben ist…

Sehr interessant das Ganze. Derart kannte ich bisher nicht, bzw. ich war mir dessen nicht bewußt.

Ist Dein Nickname nicht auch eine Bezeichnung aus irgendeinem Film? Awful Annie sagt mir irgendwie was, wenn ich mich nicht täusche.

Drehbücher und Dialoge sind nunmal von A bis Z durchgeplant und inszeniert. Zudem werden bei Dreharbeiten ein und dieselben Szenen x-mal wiederholt, bis sie total perfekt sind (in den Augen des Regisseurs). Das sind alles Dinge, die man im Alltag leider nicht machen kann, das wird mir langsam immer klarer, obwohl es mir natürlich ohnehin schon klar war. Man ist sich dessen aber nicht immer sofort bewußt.

Das ist auch genau das Perfide und Gefährliche daran, dass einem das Inszenierte von Drehbüchern und Dialogen nicht immer sofort bewußt ist. Der Film will ja gerade kaschieren, dass es (nur) ein Film ist und die perfekte Illusion erzeugen.

Ganz furchtbar finde ich in diesem Zusammenhang übrigens das Making of zu einem Film, das es als Extra auf DVD ja oft gibt. Das zerstört gerade die Illusion, weil es die Täuschung erklärt. Das ist so ähnlich, als würde man die Pointe eines Witzes rational analysieren. Schrecklich! Da bekomm ich Gänsehaut.

Zwischen dem echten Leben und der Filmwelt gibt eine Wechselwirkung. Einerseits werden Filme produziert, von denen angenommen wird, dass die Menschen sie sehen wollen (Profitstreben der Filmindustrie). Hier orientiert sich der Film also am echten Leben.

Andererseits vermittelt der Film auch Lebensgefühle, Weltbilder, Stimmungen und Meinungen, die umgekehrt die Menschen in ihrem echten Leben beeinflussen (sollen). Menschen orientieren sich daher auch oftmals an ihren Filmidolen und wollen ihnen gerne nacheifern.

Insofern erzeugen Filme auch Sehnsüchte, Melancholie und Wehmut, letztlich aber auch Unzufriedenheit und Frust, weil man bei einem Vergleich mit seinen Filmlieblingen immer schlechter abschneidet und sie in ihrer Perfektheit unerreichbar sind bezüglich Dialoge, Job, Aussehen, Style, Kleidung, Mut, Geschicklichkeit, Liebesleben, etc.

Sogar Darth Vader ist in seiner Bösartigkeit und Verbitterung perfekt und obwohl er bei Star Wars die Persona non grata ist, ist er trotzdem irgendwie eine beeindruckende Erscheinung. Man haßt ihn als Zuschauer jedenfalls nicht wirklich, sondern ist im Gegenteil eher fasziniert. StarWars ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber es gibt hier unzählige andere Beispiele.

Nimm die Rolle von Kevin Costner in Perfect World. Natürlich will man selber kein Verbrecher sein und ist froh, dass man im echten Leben keiner ist. Trotzdem findet man diese Rolle sympatisch und identifiziert sich auch ein Stück weit damit. Man wäre auch gerne so cool und souverän und wüßte auch gerne immer gleich, was zu tun ist und wie man es anpackt.

Diese Aufzählung könnte ich noch stundenlang fortführen…

Schönen Tag, Hilde

lg Hilde

Hi, ecki

du hast ja Recht, leider. Dass Ihr aber auch alle so unglaublich unromantisch und so furchtbar realistisch sein müsst :smile:

Gehen wir mal weg von Gegenständen und Einrichtung, etc.

Ein Beispiel anderer Art:

Wenn sich z. B. Bogart in Casablanca eine Zigarette anzündet, dann ist das einfach absolut unerreicht und total genial. Da bekommt man doch richtig Lust selber zu Rauchen. Ich weiß, dass das alles Unsinn ist, aber ich sehe das so und ich stehe auch dazu.

Ich kenne im echten Leben keinen einzigen Mann, der sich auf diese Art und Weise seine Zigaretten anzündet. Es würde aber nicht mehr kosten, sich seine Zigarette so anzuzünden, wie Bogart in Casablanca.

Wieder nur EIN Beispiel. Ich könnte Dich zupflastern mit weiteren Filmszenen, die nur das Verhalten, den Style zum Gegenstand haben und im echten Leben keine Mehrkosten verursachen würden…

Gruß, Hilde

Servus Hilde,

natürlich kann man bestimmte Dinge auch ins wahre Leben übernehmen.
Ich denke da nur an die „Wunderbare Welt der Amelie“. Da ist einiges, was man sich zum Vorbild nehmen könnte und was auch relativ leicht umsetzbar wäre.

So gesehen können Filme schon den Blick für Dinge schärfen, die im Alltag verloren gegangen sind.

Ich kenne im echten Leben keinen einzigen Mann, der sich auf
diese Art und Weise seine Zigaretten anzündet.

Vielleicht kennst Du auch nur die falschen Männer :wink:.

Ja, ein bisschen Romantik, Stil und Eleganz hat noch keinem geschadet…

Gruß,
Sax

Hi, Sax,

das kann natürlich sein, dass ich einfach nur die falschen Männer kenne :smile:

Bleiben wir noch kurz bei Bogart und seiner Zigarette:

Megainteressant wäre doch die Frage, ob sich Bogart als Privatmann seine Zigaretten auf die gleiche Art und Weise angesteckt hat oder ob das eigens für den Film einstudiert worden ist.

Und wenn ja, dann wäre es doch interessant herauszufinden, warum der Regisseur das genau so haben wollte und nicht anders. Was er sich davon versprochen hat, usw.

Who knows???

Gruß, Hilde

Hallo Hilde,

Sehr guter Einwand. Warum saufen und koksen dann so viele
Film- und Musikstars, wenn deren Leben so supertoll ist?

Das ist eine spannende Frage, die schon viele Psychologen und Ärzte beschäftigt hat. Warum verfallen manche dem Alkohol und andere nicht, wobei Geld keine Rolle spielt.
Bei den Film und Musikstars, die richtig Geld verdienen, muß man bei allem bedenken, daß sich deren Leben total ändert. Plötzlich sind sie von neuen „Freunden“ umgeben, manche lassen ihr altes Umfeld völlig sausen; viele wollen sich in deren Glanz zeigen oder vom Star profitieren - und der Star selbst kann plötzlich alles machen, alles haben, alles ausprobieren (Beispiel Rolling Stones); eben auch Koks und Alkohol. Geld spielt keine Rolle, mahnende Stimmen gibt es selten, denn die setzen ja die gute Beziehung auf’s Spiel (Beispiel Whitney Houston). Ein Teufelskreis, wer da nicht konsequent bleibt so wie Paul McCartney.

Club der toten Dichter oder auch Gottes Werk und Teufels Beitrag; eigentlich dramatisch traurige Geschichten, und hier ist die Kunst des Films, dich trotzdem mit einem angenehmen Gefühl aus dem Kino zu entlassen

Gruß Heinz

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Hi,

ich muss mich hier gerade auch mal dranhängen.

Nimmst du mir übel, wenn ich an Helenas statt mich mal an dieser Stelle einschalte? Ich zitiere mein ganzes Leben über aus Filmen, wenn es mir angebracht scheint.

Ich nutze auch viele Filmzitate. Erst gestern abend haben wir über „einen pervers großen Fernseher“ geredet. Auf unserer Baustelle haben gerade ‚Bau‘-Filmzitate Hochkonjunktur :wink: aber auch in abgewandelter Form: „Sach mal, tut das Not, das das Stemmgerät so laut ist?“

Nun gut, wir haben auch beide ein Monster-Filmzitat-Gedächtnis, da kann es auch in Extremfällen schon einmal vorkommen, das ganze Dialoge zitiert werden.

Gruss,
Little.
Wenn der Wind von Osten weht, wird von links nach rechts geklebt.
Und weht der Wind von Westen, klebt Röhrichs A***h am besten

„Brot gut, Feuer besser“ (B. Karloff)

„A man’s got to do what a man’s got to do“ (A. Ladd)

„What watch? Ten Watch. Oh, such much!“ (Ältliches ösitanisches Emigrantenpärchen)

Aber jetzt is gut :smile:)

Hallo, Heinz,

wenn man ehrlich ist, dichtet man reichen Leuten, z. B. Filmstars gerne mal an, dass die ja eh alle so unglücklich sind und aus Verzweiflung koksen, weil es sich dann besser mit der Tatsache leben läßt, dass man selbst kein Star geworden ist :smile:

Es gibt natürlich auch viele reiche und erfolgreiche Menschen, die sehr glücklich sind und nicht trinken oder koksen.

Umgekehrt gibt es viele Menschen aus der Mittelschicht, die unglücklich sind und Alkoholiker, etc.

Die Welt der Stars und Reichen hat im Wesentlichen zwei Seiten: Einmal die klischeeartigen Vorstellungen der Aussenstehenden, davon, wie solch ein Leben wohl sei, andererseits das subjektive Erleben der Stars selbst, das wohl sehr oft vom Klischee abweicht.

Was mir noch spontan zu den Stones einfällt:

Jagger wurde ja vor einigen Jahren von der Queen zum Ritter geschlagen. Krass, ausgerechnet die Queen, also das Oberhaupt des für die Stones so verhaßten Establishments zeichnet jemanden aus, der eigentlich ihr größter Widersacher ist, bzw. sein müßte. Damals wurde mir schlagartig bewußt, dass in der Branche auch viel geheuchelt wird und viel Fake produziert wird, für die Fans, fürs Image. In Wirklichkeit ist aber alles nochmal ganz anders.

Viele Grüße, Hilde

Hi Hilde,

Megainteressant wäre doch die Frage, ob sich Bogart als Privatmann :seine Zigaretten auf die gleiche Art und Weise angesteckt hat oder ob :das eigens für den Film einstudiert worden ist.

Ich glaube, dass er bei seiner Lebensgeschichte, Körpergröße und Filmvergangenheit einfach schon die „Coolness“ implementiert hatte und daher der Regisseur nicht mehr viel machen musste, außer die Sache einzufangen.

Außerdem „lebt“ die Szene ja auch von der Story drumherum. Im Eingangsbereich und Neonlicht eines FastFood-Restaurants würde das wahrscheinlich nicht mehr so wirken…

Gruß,
Sax

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Ich hatte zu tun…und Annie hat das schon richtig beantwortet.

Could be worse, could be raining (Frankenstein junior)

Zufällig mag ich nette Männer. (Star Wars)

Ist das eine Pistole in deiner Hose, oder bist du so glücklich mich zu sehen? (Mae West, Film ist mir entfallen)

Das Ergebniss ist bei den Zuhörern meißt Erstaunen, völlige Verwirrung und manchmal auch Frust, weil man nicht auf die Reihe bekommt und glaubt verschaukelt zu werden.

I am NOT the Messiah! (Life of Brian)

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Hi, Helena,

vielen Dank. Du musst Dich doch nicht rechtfertigen. War doch nur ein Scherz :smile:

Leider hat man oft viel zu viel zu tun und viel zu wenig Zeit, seinen eigentlichen Interessen nachzugehen.

lg Hilde

Hi, Sax,

gut möglich. Wahrscheinlich kann man gar nicht mehr so genau trennen, zwischen Privatperson und Filmrolle, sogar der Schauspieler selbst kann das wahrscheinlich nicht.

Gruß, Hilde

Ergänzung zu Darth Vader
Hi,

was ich noch loswerden wollte:

Vader ist ja auch auf eine ganz andere Art böse, als z. B. der Joker aus Bat Man. Der Joker ist ein echter Fiesling und hat einfach Spaß daran, böse und gemein zu sein.

Das ist bei Vader ganz anders. Vader ist verbittert und einfach tief enttäuscht von den Menschen. Ob zurecht oder zuunrecht spielt dabei in seinem persönlichem Empfinden keine Rolle. (Es wird ja in den neuen Folgen sehr schön und plausibel dargestellt, wie Anakin von der dunklen Seite der Macht verführt und letztlich betrogen wird.)

In Vader steckt noch viel Gutes. Er sehnt sich nach menschlicher Nähe und Zuneigung. Irgendwie habe ich Mitleid mit Vader, weil aus all seinen zerstörerischen Befehlen und Handlungen heraus, letzlich der Schrei nach Liebe zu hören ist.

Ich schreibe über Vader, als wäre es eine reale Person, dabei ist er ja nur eine Filmrolle, eine Fiktion.

Seht Ihr, genau das meine ich :smile:

Gruß, Hilde

NEIN!!NEIN!!WIDERSPRUCH!!
Hei Hilde,

Vader ist ja auch auf eine ganz andere Art böse, als z. B. der
Joker aus Bat Man. Der Joker ist ein echter Fiesling und hat
einfach Spaß daran, böse und gemein zu sein.

Sorry. Da muss ich aber mal ganz entschieden reingrätschen, wenn du gestattest :smile:).

Darth Vader will eigentlich die ganze Zeit nur auf den Arm, soweit hast du absolut recht erstmal. Ist auch genau so angelegt worden und völlig in Ordnung und prima so.

Aber der Joker (so wir von dem selben Charakter sprechen *Bleisift* hehe) hält doch unserer verlogenen, vermeintlich friedlich durchorganisierten, vordergründig guten kapitalisisch orientierten Welt (die ihn verachtet) mit ihrem ekelhaften, permanent beschönigenden Heititeiti den in meinen Augen völlig adäquat korrekten Spiegel des realen Wahnsinns, der uneingeschränkten Rücksichtslosigkeit und der wahrhaft systemimmanenten grenzenlosen Brutalität entgegen.

Das ist ehrlich. Das ist Punk. Das ist wahrhaftig. Hast du den Dialog mit Two-Face am Krankenbett mitverfolgt?

http://www.youtube.com/watch?v=GGwHUr0b4yE

Der hat doch sowas von recht. „I’m not a schemer. Introduce a little anarchy.“

Wo ist denn das böse und gemein? Find ich überhaupt nicht. Er ist der eigentliche Held. Hör doch einfach mal hin.

Oder lass uns bezüglich der gänzlich andersgearteten Kategorie des Filmschurkentums eine Einigung erzielen. Ganz ohne jeden Hintergrund böse Bösewichter sind das Langweiligste, was es gibt.

Beste Grüße

Annie

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Hi, Annie,

danke für Deinen Einwand. Jetzt wirds richtig interessant…

Aber diese gesellschaftskritische Diskussion gehört leider nicht hierher in dieses Brett.

Du hast aber Recht. War mein Fehler. Ich wollte eigentlich nur den Nachweis erbringen, dass Vader nicht das böse Monster ist, für das er oft gehalten wird, sondern das Vader seinerseits ein Opfer ist und ein ziemlich armes Schwein. Ich liebe StarWars und wollte mich für Vader einfach mal ein bisschen stark machen.

Mein Fehler: Ich hab Joker als Gegenbeispiel gebracht. Ich mag die Bat Man Filme nicht besonders, weshalb ich mir da auch noch nie soviele Gedanken drüber gemacht habe. Aber ich habe alle gesehen, auch die neuen Verfilmungen, und kann mich auch an den Dialog am Krankenbett erinnern. Da hatte Bat Man wohl mal kurz ne offene Backe, stimmts? Der von Dir mitgelieferte Link funktioniert bei meinen PC momentan leider nicht. Technische Probleme meinerseits. Aber ich kann mich - wie gesagt - noch an die Szene erinnern.

So gesehen, ist Joker natürlich ein tiefgründiger Bösewicht und nicht einfach nur böse, obwohl mir dessen Ansichten schon irgendwie ziemlich weit hergeholt vorkommen. Klar ist unser System scheinheilig und verlogen und viel menschenverachtender und fieser, als es nach unserer Verfassung eigentlich sein dürfte. Es lebe die Heuchelei.

Das Problem ist aber wahrscheinlich nicht unser System, sondern der (fehlerhafte u. schwache) Mensch, der dieses System ausfüllt.

Nach der reinen Lehre dürften z. B. solche Typen wie Berlusconi oder Putin in einem freiheitlich demokratischen System überhaupt nicht an die Macht kommen, weil sie theoretisch von niemandem gewählt werden dürften. Aber eben nur theoretisch.

Joker geht ja noch viel tiefer. Er zielt ja nicht nur auf unsere politische Kultur ab, sondern auf unsere Gesellschaft und ihre verlogenen Ideale als Ganzes.

Aber diese Diskussion gehört leider nicht hierher. Da schimpft der MOD. Würde mich aber über einen lebhaften Austausch an anderer Stelle sehr freuen :smile:

Mir fällt auf Anhieb kein Film-Bösewicht ein, der einfach nur böse ist im primitiven Sinne. Dir?

lg Hilde

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Hi Hilde,

gern geschehen.

Mir fällt auf Anhieb kein Film-Bösewicht ein, der einfach nur
böse ist im primitiven Sinne. Dir?

Dochdochdochdochdoch! *Grins* Zombies (bis auf die Vietnam-Paraphrasen in „Night Of The Living Dead“). Die gesammelten pösen Puben des nahezu vollständigen Splatter- und Slasher-Genres. Soll heissen, fast alle Streifen, die nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip funktionieren, halt die ganzen schönen sinnlosen Metzelstreifen (yes!).

Vor ein paar Jahren versuchte Rob Zombie, mit einem Halloween-Prequel Michael Myers ein wenig vordergründige Tiefe zu verleihen, indem er Klein-Mikey eine ausgesprochen trübselige Kindheit andichtete, wo sich hinterher keiner groß wundern musste.

Mit sehr mäßigem Erfolg allerdings. Der Film ist freiwillig-unfreiwillig brüllkomisch und allenfalls schick zu sehen wegen der zahllosen Horrorgranden, die sich da aus reinem Spass an der Freud ein Stelldichein geben auf ihre alten Tage.

Übrigens finde ich die Diskussion alles andere als offtopic oder im falschen Film Unterforum, hey. Im Soziologie- oder den Politikbrettern über die gesellschaftliche Relevanz von Darth Vader im Vergleich zum Joker zu erörtern, gibt glaubich erst so richtig Ärger. Wobei… Wieso eigentlich nicht?

Schönes Wochenende

Annie

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