Hallo Diana,
mal nur zum Aspekt Motivation, um Sport zu machen: Mir ging es bis vor drei-vier Jahren genau wie Dir: Sport? Nä? Nicht mal spazierengehen wollte ich (hehe, macht mich noch immer nicht an).
Ich hab dann doch immer mal wieder Anläufe genommen, weil ich beruflich immer schon viel gesessen habe und wusste, dass Bewegung halt einfach besser ist.
Heute gehe ich regelmäßig ins Fitness-Studio. Hier mal ein paar Punkte, die mir geholfen haben, das nicht nur auf die Reihe zu kriegen, sondern gern hinzugehen:
* Studio suchen, wo’s Dir gut gefällt, was Angebot, Ambiente und Leute angeht -> Du solltest Dich dort unbedingt wohlfühlen, damit Du auch gerne hingehst.
Es sollte möglichst gut zu erreichen sein - idealerweise möglichst nah an Deiner Wohnung, bei langen Wegen wird’s meist schwieriger, den Schweinehund zu überwinden … oder einfach lästig, weil Du mit Hin-Herfahren soviel Zeit vergeudest. Probestunden sind ja schon geraten wurden: unbedingt machen - ich habe, als ich angefangen habe, vier oder fünf Probestunden gemacht und Unterschiede zwischen Tag und Nacht erlebt.
* Verschiedene Stunden mal austesten - damit Du überhaupt eine Idee bekommst, welche Art von Sport Dir Spaß macht (ich habe zum Beispiel zwei Jahre lang ausschließlich schnelle Aerobic-Stunden gemacht, weil ich Kräftigungsstunden blöd fand … seit einem Jahr mach ich fast nur letztere).
Tipp: Lass Dich ja nicht entmutigen - am Anfang kommst Du Dir vor wie Deine eigene Oma, weil alle anderen sich „besser“ bewegen und Du Dir hölzern vorkommst. Wenn Du in Stunden gehst, wo Schrittkombinationen gefragt sind, wirst Du am Anfang den Vogel kriegen, weil Du nix schnell genug raffst … alles normal! Dranbleiben … Du wirst schnell Fortschritte machen. Achte bei den ausgeschriebenen Stunden auf Schwierigkeitsgrade: Am besten die Basis-Stunden besuchen, wo die Schritte und „Kommandos“ erklärt werden. Dann tust Du Dir leichter.
* Wenn Du in Stunden gehst, bei denen ein Trainer vorne steht: Such Dir möglichst weit vorne einen Platz! Gerade Anfänger verstecken sich meist weiter hinten … das ist aber total ungut - es ist sehr wichtig, dass Du den Trainer siehst, um die Übungen auch korrekt abschauen zu können und auch, dass Du Dich im Spiegel im Blick hast, weil die richtige Haltung während der Übungen auch sehr wichtig ist. Also vortrauen! Hast mehr davon.
* Viele Leute sind gerade nach der Arbeit erstmal fertig und können sich gar nicht vorstellen, sich noch zum Sport aufzurappeln. Dabei macht einen nichts fitter, als zum Abschalten sich nochmal schön bewegen (hey, ich spreche aus jahrelanger bloß-keinen-Finger-rühren-gehen-wir-lieber-Pizza-essen-Erfahrung!). Danach bist Du superfit, fühlst Dich toll - auch, weil Du noch in Sport gegangen bist. Und kannst danach noch wirklich mit Energie in die Abendgestaltung gehen.
* Zur unmittelbaren Schweinehund-Bekämpfung: Nicht auf die vermeintlich grässlichen Seiten konzentrieren, sondern umgekehrt. Beispiel: Wenn ich zuhause bin und mir denke … ach, jetzt könntest Du in Sport gehen … war meist eine Gedankenkette verbunden à la „Aaaach, da muss ich erst meine Sachen packen und dann zur U-Bahn. Und regnen tut’s auch. Und dann dort umziehen … wäääh …“ Hehe, sowas motiviert natürlich nicht. Wenn Du merkst, Deine Gedanken machen grad einen Anti-Feldzug, dann bewusst ändern: „Ich pack jetzt meine Sachen. Und dann geh ich in die xy-Stunde, die macht mir eh immer Spaß. Und danach werd ich mich toll fühlen …“ - also auf die positiven Aspekte konzentrieren.
* Wenn Du Dich terminlich leicht abbringen lässt, dann trag Dir in Deinen Kalender feste Termine für Dich selbst ein. - Bei mir hat’s geholfen, dass ich mir gleich von Anfang an vorgenommen habe, dreimal die Woche zu gehen. Wenn ich dann mal nur zweimal oder einmal (oder auch mal keinmal) war, dann wusste ich wenigstens immer, wie weit ich von meinem bewussten Ziel abgehe.
* Am besten hat bei mir funktioniert, mir zur Belohnung Punkte zu geben: Ich hab mir fette bunte Punkte gekauft, die ich immer, wenn ich in Sport war, in meinen Kalender geklebt habe. Da konnte ich dann SEHEN, ob ich meine Ziele erreicht habe (ich *wollte* ja gerne regelmäßig in Sport und hatte mich immer geärgert, dass ich es nicht auf die Reihe krieg). Ich hab dann regelrechtes Punktefieber bekommen … und auch nach zwei Jahren noch ist das erste, was ich tue, wenn ich abends heimkomme, mir meinen Sportpunkt zu geben :o)
Und noch ein letzter Punkt, der nützt:
* Wenn Du jemand hast (eventuell im Studio aktiv suchen), der auch ERNSTHAFT regelmäßig Sport machen möchte, tu Dich zusammen. Es hilft sehr, wenn eine zweite Person Unlust auffängt und Dich motiviert zu gehen - und umgekehrt. Bei uns ist das meine Geschäftspartnerin, die sportverrückt ist . Wir sind selbstständig und gehen immer in „Dienstsport“. Das sagen wir auch Kunden und Geschäftspartnern, die finden das dann immer ganz witzig.
Die gute Nachricht: Du/Dein Körper gewöhnt sich tatsächlich um - und plötzlich kannst Du Dir gar nicht mehr vorstellen, Dich *nicht* bewegen (ich hab’s auch nicht geglaubt).
Viele Grüße
Gitte,
die das auch völlig unabhängig von Deinen Rückenproblemen sagt, die Du sicher abchecken musst bevor Du Dich ins Studio stürzt