(Was macht Zimmer eigentlich heute - außer Bücher schreiben? Als
Journalist tritt er ja nicht mehr in Erscheinung.)
Zimmer, geboren 1934, jetzt also 71 Jahre alt, genießt wohl seine Rente. :-}
Ich finde jedoch, dass sich der Beispielsatz nicht zur
Sprachkritik eignet. Es handelt sich um einen klaren Fall von
Fachsprache: Marketing-Denglisch. Niemand käme auf die Idee,
Medizinern ihr Medizinerlatein vorzuhalten. Die Sprache
richtet sich an Eingeweihte, die das PR-Rotwelsch verstehen
sollten. Wenn wir Nicht-Fachleute den nicht verstehen, ist das
kein Grund, ihn als Sprachverhunzung zu verdammen.
Ich wüsste nicht, dass ich etwas verdammt hätte. Jedenfalls liegt das nicht in meiner Absicht. Mir fiel der Satz beim Blättern auf als ein extremes Beispiel von Fachsprache, vor dem ich meine Waffen streckte. So wie vor vielem, das mir in Rundfunk, TV, Presse und auch auf der Straße begegnet.
Übrigens: Mit dem Beispielsatz will der Autor (nicht Zimmer) Restaurantbesitzern nahelegen, scheinpersönliche Emails mit ihren Tages- und Bierkarten an potentielle Gäste zu schicken.
(Was macht Zimmer eigentlich heute - außer Bücher schreiben? Als
Journalist tritt er ja nicht mehr in Erscheinung.)
Zimmer, geboren 1934, jetzt also 71 Jahre alt, genießt wohl
seine Rente. :-}
Das dachte ich mir auch. Aber von Helmut Schmidt oder Theo Sommer liest man ja gelegentlich auch noch einen Leitartikel.
Ich wüsste nicht, dass ich etwas verdammt hätte. Jedenfalls
liegt das nicht in meiner Absicht. Mir fiel der Satz beim
Blättern auf als ein extremes Beispiel von Fachsprache, vor
dem ich meine Waffen streckte. So wie vor vielem, das mir in
Rundfunk, TV, Presse und auch auf der Straße begegnet.
Ok. Ich dachte, da du weiter oben von Sprachvergewaltigungen geredet hast, sollte der Satz ein Beispiel dafür sein. Aber eine andere Frage: Das Jammern über unverständliche Fachsprachen (Werbung, Wirtschaft, Politik…) vernimmt man ja immer wieder. Aber findest du nicht, dass dieses Problem schon immer bestanden hat? Mein Eindruck ist, dass es nicht so sehr die unverständlichen Ausdrücke sind, die zugenommen haben, sondern vielmehr die Klagen darüber.
Übrigens: Mit dem Beispielsatz will der Autor (nicht Zimmer)
Restaurantbesitzern nahelegen, scheinpersönliche Emails mit
ihren Tages- und Bierkarten an potentielle Gäste zu schicken.
Tja, hoffen wir, dass wir nie bei solchen Leuten essen müssen.
Städte werden von Hurrikans entweder „verwüstet“ oder gleich ganz „ausradiert“, wie man zur Zeit wieder überall regelmäßig zu hören bekommt.
Bei Waldbränden rollen „Feuerwalzen“ über das Land hinweg.
Und Terroristen bzw. Attentäter richten regelmäßig ein „Blutbad“ an.
Was mir bei mündlicher Berichterstattung immer wieder auffällt, das ist das Auslassen von Satzzeichen bzw. Pausen oder falsche Betonung, so daß man oft erst nach Beendigung des Satzes merkt, daß eigentlich ein etwas anderer Sinn gemeint war. (Ein konkretes Beispiel fällt mir jetzt nicht ein, aber es kommt doch schon auffallend häufig vor.)
bitte den Duden nicht mit einem Lexikon verwechseln! Der Duden
schreibt nur auf, was gesprochen wird; ob das richtig ist,
interessiert dabei nicht. Im Lexikon
(http://www.langenscheidt.de/fremdwb/index.html) steht die
Wahrheit:
_eva·ku’ie·ren
TECHNIK entleeren, luftleer pumpen
alle in einem Gebiet befindlichen Personen entfernen, ein
Gebiet von Menschen räumen_
Wie bitte? Hier geht’s um die Bedeutung des Wortes ‚evakuieren‘ - und Wortbedeutungen entnimmt man einem Wörterbuch. Ein ebensolches ist der Duden, übrigens genauso wie das Langenscheidt Fremdwörterbuch, aus dem Sie hier zitieren.
Wobei der Duden da ganz klar die bessere Referenz ist.
evakuieren
[ein Gebiet von Bewohnern] räumen ;
[Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln
diese Passage habe ich mir gerade in meinem Duden (5. Auflage 1990) angesehen, da finde ich weder die Fettschreibung noch die eckigen Klammern:
_ evakuieren
1.a) die Bewohner eines Gebietes [vorübergehend] aussiedeln, wegbringen;
b) wegen einer drohenden Gefahr ein Gebiet [vorübergehend] von seinen Bewohnern räumen._
Daraus schließe ich, dass Bewohner zwar weggebracht, aber nicht evakuiert werden können. Zum Vergleich: im nächsten Stichwort heißt es
_ evaluieren
a) bewerten
b) [Lehrpläne, Unterrichtsprogramme] beurteilen._
Gruß Ralf
evakuieren
[ein Gebiet von Bewohnern] räumen ;
[Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln
diese Passage habe ich mir gerade in meinem Duden (5.
Auflage 1990) angesehen, da finde ich weder die Fettschreibung
noch die eckigen Klammern:
_ evakuieren
1.a) die Bewohner eines Gebietes [vorübergehend] aussiedeln,
wegbringen;
b) wegen einer drohenden Gefahr ein Gebiet [vorübergehend] von
seinen Bewohnern räumen._
Daraus schließe ich, dass Bewohner zwar weggebracht, aber
nicht evakuiert werden können.
In meinem Duden (22., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, 2000) steht es wie von mir zitiert. Auch mit eckigen Klammern.
Lediglich die Fettschrift habe ich hinzugefügt.
Als dritte Möglichkeit von „evakuieren“ steht dort außerdem:
„Technik ein Vakuum herstellen“
In meinem Duden (22., völlig neu bearbeitete und
erweiterte Auflage, 2000) steht es wie von mir zitiert. Auch
mit eckigen Klammern.
das hatte ich schon vermutet, deswegen habe ich ja die Ausgabe angegeben. Das bestätigt aber meine Vorbehalte gegenüber dem Duden: Wenn die Journaille einen Begriff lang genug falsch benutzt, verleiht ihm der Duden den Anstrich des Amtlichen.
Als dritte Möglichkeit von „evakuieren“ steht dort außerdem:
„Technik ein Vakuum herstellen“
Klar, so steht es auch in der 5. Ausgabe, da geht’s noch weiter: luftleer machen; das war mal die ursprüngliche Bedeutung.
Eben! DIN-Fachsprache von Rettern und kein lebendiges Deutsch!
es ist eben nur das üble Gefühl, daß ich habe, wenn ich bergen von Verletzten lese, denn ich hab schon Personen geborgen (auch viele gerettet) und das Bergen ist nun mal alles andere als schön.
Aber es ist vielleicht nur meine werte Befindlichkeit.
In meinem Duden (22., völlig neu bearbeitete und
erweiterte Auflage, 2000) steht es wie von mir zitiert. Auch
mit eckigen Klammern.
das hatte ich schon vermutet, deswegen habe ich ja die Ausgabe
angegeben. Das bestätigt aber meine Vorbehalte gegenüber dem
Duden: Wenn die Journaille einen Begriff lang genug falsch
benutzt, verleiht ihm der Duden den Anstrich des Amtlichen.
Als dritte Möglichkeit von „evakuieren“ steht dort außerdem:
„Technik ein Vakuum herstellen“
Klar, so steht es auch in der 5. Ausgabe, da geht’s noch
weiter: luftleer machen; das war mal die ursprüngliche
Bedeutung.
Und diese sagenhafte 5. Auflage von 1990 enthält auch nicht das Stichwort ‚Evakuierte‘?
Weil Ihr älterer Eintrag also keine eckigen Klammern enthält, schließen Sie, Bewohner könnten nur weggebracht, aber nicht evakuiert werden. Nur müssten Sie dieselbe Logik dann auch auf Gebiete anwenden - und die könnten dann genauso wenig evakuiert, sondern lediglich geräumt werden.
Eine 5. Auflage von 1990 halte ich übrigens für unwahrscheinlich.
Wobei der Duden da ganz klar die bessere Referenz ist.